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seiner Anwesenheit in Livadia dort begrüßen. Es verlautet, daß mit dem Großfürsten NtcolcmS Nikolajewitsch auch Graf Jgnatieff nach Äon» stautinopel kommen wird.

Japan. Nach einer Privatmeldung ver­lautet auS Tokia, das japanische Parlament werde in der kommenden Tagung über einen Gesetzentwurf zu beraten haben, der die aktive Dienstzeit auf zwei Jahre herabsetzt; jetzt be­trägt sie drei Jahre. Die japanische Negierung plant ferner, von allen männlichen Personen eine Steuer zu erheben, die von der Ableistung der Wehrpflicht befreit find. Dem Parlament soll endlich eine Vorlage zugehen, welche die Errichtung einer japanisch-chinesischen Bank mit einem Grundkapital von 20 Millionen Mu betrifft.

Marburg und Umgegend

Marburg, 2. Oktober.

* Hoher Bestich. In dem benachbarten Holz­hausen weilt seit heute der Großherzog von Hessen als Gast Sr. Exzellenz Frh. v. Stumm. Der hohe Herr passierte -achmittagS die hiesige Station und toutbe auf Station Kirchhain durch rin Gefährt des Herrn v. Stumm abgeholt. Der V.-Zug, welcher um 2.24 Uhr hier abfährt, hielt dort an.

± Kirchliches. Wir machen nochmals auf den heute Abend V,8 Uhr in der reformierten Kirche stattfindenden Gottes­dienst aufmerksam, in welchem Herr Pfarrer Flieders aus Madrid über die Evangelisation in Spanien berichten wird.

* Errmmur-. Herr Prof. Hildebrand wurde gestern definitiv als Kreisarzt und Herr Dr. Dahle als KreiSarztasfistent befteHt

§ Verleihung. Herrn Gerichtsdiener Scheune­mann, welche mit dem heutigen Tage in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wurde das Kreuz zum Mgemeinen Ehrenzeichen verliehen.

* Als städtischer Lehrer wurde nach heute eingetroffener Mitteilung Herr Firufe aus Thals am Harz regierungsseittg bestättgt. Ihm wird auch, ebenso wie anderen jüngeren Lehrern, ein Teil des Turnunterrichts übertragen. Don der Anstellung eines besonderen Turnlehrers ist Abstand genommen.

* EifrnbahnrmsuL. Amtlich wird uns mit­geteilt: Gestern gegen 9.45 abends, als der von Frankenberg kommende gemischte Zug Nr. 480 fich dem kurz vor der Hattestelle Wetter in km 96,1 gelegenen Bahnübergänge näherte, gerieten trotz des Läutens der Loko­motive die Pferde eines Lastfuhrwerks, das den llebergang paffierm wollte, auf das Geleise. Obwohl der Zug sich nur in langsamer Fahrt befand, wurde doch ein Pferd sofort getötet, während das andere kurz darauf verendete.

* Bkamtenpersenal - Nachrichten. Ernannt: an Stelle deS Lehren» Waldschmidt in Wohra der Bürgermeister Herbst daselbst zum Standes­beamten und an besten Steltt der Schöffe Groll daselbst zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Wohra, der Kauf­mann Richard Knrzenknabe in Trehsa zum Stellvertreter des Amtsanwatts. Uebertragen: dem bisherigen Forstausteher Ueckermann die Försterstelle Niederorke, Oberförsterei Böhl, dem Förster Trost zu Niederorke die Försterstelle Wambeck, Oberförsterei Earlshafen. Ueber- wiesen: der Landmesser Och8 in Trehsa vom 1. Oktober d. I. auf ein Jahr dem Meliorattons- Bauamt in Fulda zur Beschäftigung.

* Erledigte Stellen. Eine der Schulstellen zu Obervorfchütz wird vom 1. Oktober d. I. ab zur Erledigung femmen. Die 2. evangel. Schulstelle zu Großenwieden soll alsbald besetzt werden. An der evangel. Volksschule zu Keffel- stadt ist eine Lehrerstelle zu besetzen. An der katholischen Volksschule zu Fechenheim ist eine Lehrerstelle zu besetzen. Die zwette Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule zu Weiden­hausen wird mit dem 1. Dezember d. I. frei. Die Schul- und Küsterstelle zu Roppershain ist vom 1. Oktober d. I. ab vakant.

- * Neuer Verein. Gestern Abend hat sich hier ein Verein der Eisenbahn-Angestellten, wie solche in anderen ©tobten bereits bestehen, gebildet.

* Die Heimkehr do« Kartoffelverknnf. Gestern braHe ein Einwohner aus einem Nachbarstädtchen mit seinem Knecht einen Wagen Kartoffeln nach hier. Aus Freude über das gute Geschäft mag nun das Frühstück etwas zu kräftig ausgefallen fein, dm» als Herr und Knecht nach eingetretener Dunkelheit den Heim­weg antraten, waren beide voll und der Wagen leer. Der Besitzer deS Gefährts blieb schon ganz unten, am Kaffweg vor Weidenhausen in einem Graben liegen und schlief bald den Schlaf des Gerechten. Der Knecht, welcher feine Ahnung hatte, was mit seinem Herrn passiert war, fuhr unterhalb der Hansenhäuser den Wagen samt dem Pferde in eine tiefe Schlucht, in der sie liegen blieben. Durch das Stöhnen des Pferdes aufmerksam gemacht, ge­lang es einer Anzahl Männer, welche natürlch bei Laternenschein den Herrn, das Pferd und die Teile de« Wagens zusammensuchen mußten, die Sache wieder in Drbnung zu bringen und den Kartoffelverkäufern den Weg zu zeigen, der sie ihrem Städtchen zuführte.

* Hufschmiede Präftmß. In Gegenwart des Herrn Kreistierarztes Melde fand heute vor­mittag in der Schädla'schen Schmiede am Grün die Prüfung zweier junger Hufschmiede namens Pabst auS Arnsheim und Jacob auS Ebsdorf statt. Die Prüflinge bestanden beide.

* Mett eS einen strengen Winter? Bienen­züchter berichten, daß dieses Jahr die Bienen besonders früh mit dem Verkitten der Ritzen in ihren Wohnungen begonnen haben: Daraus schließt man auf einen frühen und strengen Winter.

* Zagdkalender. Im Monat Oktober find jagdbar männliche- Rot» und Damwild, weibliche Rot» und Damwild und Wildkälber, ReP>öcke, weibliches Rehwild (vom 15. Oktober ab), Dachse, Auer-, Birk- und Fasanenhähne, wilde Enten und Schwäne, Trappen, Schnepfen, Rebhühner, Fasanenhennen, Haselwild, Wachteln, Lerchen, Hafen und alle Droffelatten.

Schöffengericht Nachdem 2 halbwüchsigen Jungen laut eines früheren Urteiles wegen gemem- schaftlich ausgefühtter Körperverletzung ein Verweis erteilt war, wurde ein Tagelöhner beschuldigt, ehre Frau, welche in einer Fruche neben dem Acker jenes hergegangen war, vorsätzlich mißhandelt und vor sich hergestoßen zu haben. Da der Angeklagte schließlich selbst die Schuld zuzugeben schien und men diese für erwiesen erachtete, wurde er zu 10 Mk Strafe verur­teilt. Weiter war ein hiesiger angesehener Bürger von einem Polizeisergeanten angeklagt, well situ w» beaufsichtigter zehnjähriger Sohn auf de» ftäfctitoen Spielplätze Unfug verrichtet haben sollte. Wie fich aber nach Aussage des Beamten selbst ergab, hatten die Kinder nur gespiett und mochten baba ein Paar Blätter abgestreist haben. Der Amtsanwalt bean­tragte selbst Freisprechung, wozu die Vocteidigung noch Verweisung der Gerichtskosten au die Staats­kasse verlangte. Der Gerichtshof erkannte dem emäß. Alsdmm mußte fich ein junger Schreinergeselle verantworten, der in allzugroßer Verliebtheit fich vor dem Fenster einer Mägdekammer mit einer Leiter zu schaffen getnod.t hatte, in der Absicht feiner Flamme eine« nächtlichen Besuch abzustatten. Der ländliche Don Juan wurde wegen Hausfriedensbruch zu 3 Mk. Geldstrafe verurtellt. Ein 17 jähriger Tagelöhner hatte 2 kleine Mädchen zu unsittliche» Zwecken durch das Versprechen, ihnen 50 Pfg. zu geben, in den Wald locken wollen. Trotz der Ausrüre, er hätte die Kinder bereits genau gekannt und nur zur Begleitung aufgefordert, wurde der junge Bursche wegen Beleidig­ung der beidenMädchen zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Ein junger Gärtner, der hier ein Geschäft hat, sollte auf die Polizei im allgemeinen das bekannte Wort des Götz angewandt haben, well er, von einer Anzahl Metzger grundlos überftllle«, mach feiner Ansicht bei der Polizei keine tatträsttge Unterstützung zur Feststellung der Rowdies fand. Mit Rücksicht auf die Erregtheit des Angeklagten wurde er entgegen dem Anträge des Amtsanwalts auf vollständige Frei­sprechung mit der geringen Strafe von 3 Mark belegt und der Polizei die Veröffentlichung des Urtells durch einwöchenttichen Aushang vor dem Rathause merfemrt Ein wegen angeblicher Versperrung deS Weges durch sein unbeaufsichtigt gelaffenes Gefährt angezeigter Ackermann wurde wegen Uebertretuua der betreffenden Polizeiverordnung zu einer Geldstrafe von 1,50 Mk. verurtellt. Zum Schluß wurde ein ehemaliger schon vielfach vorbestrafter jüdischer Cigarreumacher wegen Landstreichens und Bettelns zu 15 Tagen Gefängnishaft und Neberweifuug an die Landespolizei, ein ehemaliger Kutscher, der ebenfalls bereits vorbestraft ist, aus demselben Grunde zu 5 Tagen Gefängnis verurtellt.

lffi Schweittsberg, 1. Oktober. Fenerlärm erschreckte heute nachmittag die Bewohner imseres Städtchens. In einem-Bau des Land­wirtes Joh. Gg. Stöcker war dasselbe wahr­scheinlich schon tagelang cm Balken glimmend zum Ausbruche gekommen. Glücklicherweise waren infolge deS nachmittags eingetretenen RegenwetterS viele der vorher mit Kartoffel­ausmachen beschäftigten Einwohner zu Hause, während der Besitzer selbst abwesend war; auch war schnell die große Feuerspritze zur Stelle, sodaß eS gelang, des Feuers Herr zu werden, ehe eS größere Ausdehnung anuahm.

Heffen-Naffa« «nd Nachbargebiete

Krattkeuberg, 1. Oktober. In Ederbring­hausen, tritt heute eine Postagentur unter der Bezeichnung Ederbringhausen (Hessen - Naffau) in Wirksamkeit.

Kassel, 1. Oft. DaS nächstjährige hessische Bundesschießen wird, einem Beschluß des Vor­standes des hessischen Schützenbundes entsprechend, am 2. und 3. August 1903 in Rotenburg a. F. stattfinden.

Friedrichroda, 1. Oft. Die thüringer Lehrerversammlnng beschloß die Gründung einek Thüringer LehreÄnndeS".

Hersfeid, 2. Ottbr. Am 1. Oktober Übernahm Herr Kreissekretär Th am er, bisher zu Frankenberg, die hiesige erledigte Stelle eines KreissekretärS.

F«lda, 1. Okt. Mehr als ein Drittel der Inhaber von offenen VerkansSstellen in hiesiger Stadt haben beim Regierungspräsidenten einen Antrag aus Einführung beS 8Uhr-Ladenschlusses mit Ausnahme der Sonnabende gestellt. Dom 1. Oktober ab ist der Herr Dompräbendat Sekretär Joh. Gaßmann zum Affeffor und der Herr Diözesanpriester Joseph Müller von hier zum Sekretär am Bischöfl. Generalvikanat ernannt. .

Beckerhage«, 30. Sept. Die Gemeinde Veckerhagen hat aus de» in diesem Jahre verkauften Obst einen Erlös von 3356,20 Mark erzielt.

H««a«, 1. Ott. In einem im Hinter­hanse der Krämerstraße Nr. 18 gelegenen ArbeitSkabinet schoß sich gestern mittag gegen 1 Uhr der 19 jährige Emailleur Lottis Müller eine Kugel in die linke Kopfseite. Der Prinzipal des Selbstmörders kam gerade die Treppe herauf, als der Knall ertönte. Der alsbald herbeigerusme Herr Dr. Leligmann ordnete die Ueberführung der Schwerver­wundeten inS LandkranfenhauS an, wo er nach heftigen Schmerzen um */45 Uhr laut .H. Anz." feinen Geist aushauchte. WaS den jungen Menschen in den Tod getrieben hat, »er bisher nicht zu ermitteln. Ein Ingenieur auS Wiesbaden erhielt die Erlaubnis zur Vor­nahme von Vorarbeiten für die Ausführung einer elektrische« Straßenbahn in Hanau

Frankfurt, 1. Oktober, s» Feier des 50 jährigen Todestages von Jahn wird gerüstet. Es soll eine Gedenkfeier in der PaulSkirche stattfinden und der Platz, den der Turnvater als Abgeordneter in der Nationalversammlung einnahm, mit einer Gedenktafel geschmückt werden, ähnlich der von Ernst Morch Arndt.

Vermischtes

50. TodeSta, Jahns. Am 15. d. M kehrt der Todestag des Turnvaters Jahn $um fünfzigsten Male wieder. Der Gedenktag wirb in Berkin wie in Frank­furt a. M. festlich begangen werden. In Frankfurt soll der Platz, den Jahn als Abgeordneter in ver Nationalversammlung einnahm, mit einer Gedenktafel, ähnlich der von Emst Moritz Amdr, geschmückt werden.

Ei» Strem gegen Scharlach. Auf dem deut­schen Raturforfcher-Aerztetag referierte Dr. Moser- Wien über ein neues, von ihm erfundenes nnd mit außerordentlichem Erfolg angewendetes Scharlach- feram. Er stellt fern Serum aus dem Blute gegen Scharlach unempfänglich gemachter Pferde her. Durch Anwendung dieses Serums hat er die Sterblichkeit der an Scharlach erkrankten Kinder im St. Anna» Kinderfpital auf die Hälfte des bisherigen Prozent- siche» herabgedrückt. Profi Cscherich bestättgte das und teilte mit, baß die österreichische Regieruna Für­sorge getroffen hab«, dieses Serum in großen Mengen erzeugen zu kaffen.

Ausbreitung der Cholera. In Medina Arabien) ist die Cholera ausgebrochen. In zwer Tagen find 18 Todesfälle vorgekommen. _ Der Sauitätsrat ordnete eine zehntägige Quarantäne für die Herkünste aus dem Küstengebiet von Elwedz bet Meksi» au. Die Cholera fordert ans den Philippinen, besonders Jlo Jlo schreckliche Opfer. Täglich ereignen sich gegen 1000 Fälle. Die Be­wohner einiger Städte fliehen ins Gebirge und lasten die Toten unbegraben und die Sterbenden ohne Hilf« zurück.

Gin Glückspilz. Von einem äußerst glücklichen Gewinner, einem Bureauanaestellten in Konstanz, er­zählt die .Bad. Ldsztg.': Der Herr spielte in der hessischen Lotterie und gewann in der ersten Klaste 20000 Mk., in der zweiten Klaffe 20000 Mk., in der dritten Klaffe 50000 Mk. Em vom Agenten ge­sandtes Los der vierten Klaste wurde zurückgesandt, kam aber mit 4000 Mk. heraus. Der glückliche junge Herr ist solid und in seinem Berufe sehr begabt, so daß ihm dies« finanzielle Unterstützung wtchl zu gönnen ist.

Ci« neue Methode, Hasen ju erlegen, erfand ein Wilddieb im Rhemgan. Dre Jäger - Zeitung ,Wikd und Hund' erzählt davon wie folgt: Der Kerl nimmt einen sogenannten Kappeskoop <Kohl> köpft und sticht mit einem Mester von oben einige Löcher hinein, in die er ein Quantum Snaps gießt. Dann setzt er den Kohl

einen Hasenpaß und stellt fich, mit einem Knüppel bewaffnet, in der Nähe an. Bald kommt der Hase und äst gierig an dem leckeren Kohl. Dt« Wirkung des Fusels bleibt aber nicht aus; der arme Lampe muß in seinem Rausche fortwährend im Kreife herum hoppeln, bis der Halunke, der inzwifchen den Rest hinter die Binde gegossen hat, ihn mit feinem Knüppel erschlägt und ihn hohnlachend in seinem Sack verschwinden läßt. Sollte nicht die ganze G°- schichte Kohl sein?

M» treffliches Mittel gegen Schuldner wurde, wie Lic. Weber auf der düsseldorfer kirchlich - socialen Hauptversammlung mitteitte, jüngst in Hannover angewandt. Die Tochter eines der höchsten Beamten hat die Gewohnheit, die armen Familien ihrer Straßen zn besuchen und traf dabei auf einen Schneidermeister, der in bittere Armut geraten war, weil feine Außenstände über 2000 Mark betrugen. Die Dame erkundigte fich nach de» Adreffen der Schuldner und hörte manche ihr bekannten Namen; alsbald schrieb sie an die erhaltenen Adreffen uns schilderte die Notlage, in die die Familie durch Schuld der Gläubiger geraten. Die Außenstände find prompt eingegangen und der darbenden Familie war geholfen.

Hochschrürrmhrichtev.

Der a. 0. Profeffor der Mathematik en der technischen Hochschule zu Karlsruhe, Dr. Tisteli, hat einen Ruf an die Kaiser Wilhelms - Universität tu Straßburg erhalten und wird ihm Folge leisten.

Der a. 0. Profeffor an der Universität München, Dr. Emmerich, der langjährige Mtterbeiter Petten- kofers, ist zu« 0. Profeffor ernannt worden.

Der Privatdozent für Geburtshilfe und Gynä­kologie an der Universität Erlangen, Dr. phil. und med. Otto Aichel, ist von seinem Amt aus Ansuchen enthoben worden.

Zn Konservatoren am baierischeu Nattonal- museum in München wurden der Architett Jakob Angermair und der Maler AloiS Müller daselbst ernennt _

Frl. Dr. Mathilde Wagner von Frankfurt, eine der ersten iu Deutschland approbierten »ersinnen, wird sich am 1. Oktober zur Ausübung der Praxis in Weimar niederlaffeu.

Der Profeffor für innere Medizin a« der Universität Amsterdam Swkvis, ist gestern cr6enb ge­storben.

Der .Reichsanz." veröffentlicht die Ernennung des ordentlichen Profeffors der Geschichte <n der Universität Breslau Dr. Alois Schulte zum ersten Sekretär des historischen Jnstttuts in Rom unter Beilegung des TitelsDirektor'.

Eingesandt.

(FHr bw unter diese* RuKrU ver-ffeuttichten Artikel überntausf We Stetattwn mrr »te Prrtzgefetzliche Sewttawctung, nicht aber Me sie« Publikum gegenüber).

Wen» man am Tage am Hauptbahnhof in die Stadt tritt, so macht dieselbe ehren imposanten Ein­druck. Wehe aber dem Fremden, der zur Nachteil kommt und keinen Besch erd weiß. Nur ein schwacher Lichtschein fällt hier und da über die Straße, wo aber die Hauptstraße hinführt, sieht man kaum. So war eS z. B. wieder vergangene Nacht. Könnte denn hier nicht für etwas bessere Beleuchtung gesorgt werden? Mehrere Anwohner.

Neueste TeLeMMMme

Berlin, 2. Ott. Neber bk in Vorbereitung befindliche Militärpenfions-Gesetznovelle macht eine Korrespondenz Mitteilungen, in welchen es heißt: Ob das Gesetz rückwirkende Kraft für bk bereit» pensionierten Offiziere haben soll, »der nicht, ist an maßgÄbender Stelle noch mcht entschieden. Wenn dre Novelle ohne diesen Passus vorgelegt wird, werden bk verbündeten Regierungen trotzdem bereitwillig einem ent»

sprechenden VerdefferrmgSdeschlutz des Reich»» tage» Folge geben.

Berlin, 2. Oft. Da» »Kleine Journal" mdbet: RmerdingS zirkulierten falsche Zeh» Markstücke in großen Mengen. ES ist gelungen mehrere derselben anzuhatten. Sie zeige» eine sehr sorgfältige Prägung und stimmen auch im Gewicht mit den echten Zehnmarkstücken überein, AI« Münzzeichen trage» sie de» Buchstaben B, Jahreszahl 1872.

Berlin, 2. Oftober. Der LandtagSabge» ordnete Zimmermann, Vertreter für den Wahfe kreis Schlüchtern-Gelnhausen ist gestern in seiner Heimat gestorben.

Potsdmn, 2. Ottbr. Die Kaiserin traf heute morgen 7 Uhr auf der WUdparkstation ein und begab fich ins Neue Palais.

Hnnnover, L Oktober. Bei 2° Kälte fällt feit heute morgen ununterbrochen Schnee.

Wernigerode, 2. Ottbr. Nach starkem Regen ist heute hier Schneefall eingetreten.

Stettin, 2. Ott. Die Allgemeine deutsche Obstausstellung ist heute morgen in Gegenwart der Prinzessin Friedrich Leopold von Preuße» eröffnet worden. In Verbindung mit der Aus­stellung findet eine Versammlung deutscher Obst- züchter und Pomologen statt.

Dnai, 2. Oktober. In einer Versammlung der Grubenarbetter des Bezirks Aniche wurde einstimmig beschlossen, sofort in de« Ausstand ju treten.

Paris, 2. Oktober. Der ,Mahn' bestätigt, daß die Regierung in der beginnenden Session der Depu» üertenkammer eine das Vereinsgesetz ergänzende Vor­lage einbringen wird, durch das hauptsächlich dre Strafbestimmungen gegen jene Kongregationen, dm dem neuen Verernsgesetze nicht entsprechen, verschärft werden sollen. -

Brüssel, 2. Ott. Der mutmaßlrche Urheber des gegen das HauS des Deputierten Earto» Wiart verübten Anschlages ist in das Gefängnis übergeführt worden. Derselbe fährt fort, zu leugnen, trotzdem fich die Verdachtsmomente gegen ihn häufen. Me» fand bei ihm noch nicht völlig getrocknetes Sprengpulver. Sine neue Verhaftung wird erwartet.

8o«do«, 2. Okt. DieTimes" melden a»S Totto: Bezüglich der schiedsgerichtlichen Entschetduug über die Heranziehung der Aus­länder zur Haussteuer wurde vereinbart, doch daS Schiedsgericht auS zwei Mitgliedern des permanenten Haager Schiedsgerichtshofs mit einem Unparteiischen bestehen soll.

Petersburg, 2. Okt. Der Schah von Persien ist geftern wieder in persisch Astara angekommen.

Washiftgto«, 2. Okt. Der Kommandant des KreuzersCincinnati", Mac Lean, gab befenur, daß er mich eine Aktion von Kanonen­booten, gleichviel welcher Partei sie angehörten, nicht in der Bucht von Panama dulden werde, wenigsten« nicht in Schußweite von Eisenbahn­linien, Werften und Ankerplätzen von Schiffen, die der JsthmuÄahn Güter und Paffogiere zu» führten.

WashittgtlM, 2. Ott. Verschiedene Berg» werksbesitzer und der Präsident deS Bergar- beiterverbaudeS, Mitchell, nahmen die Ein­ladung RoofevettS zu einer Beratung an, die am nächsten Freitag stattfinden soll.

New Pott, 2. Okt. Wie ein Telegramm aus Manüa meldet, hatte eine amerikanische Kolonne bei Mindanao ein Gefecht mit Maoris Drei befestigte Lager wurden von den Ameri» lauern erobert und zerstört. Zwanzig Maori» find gefallen, viele verwundet. Die Awerikamr hotten feine Verluste.

Kapstavt, 1. Ott. (Reuter.) Kritzinger dementiert die Meldung, daß er eine VmttragS» tonr beabsichtige, und erklärt, er mache lediglich eine Vergnügungsreise »ach England.

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Die Sewinnziehuna der9.Wohlfahrts- Lotterie findet, wie alle bisherigen ohne Verschub, schon am 4., 6 7., 8. und S. Oktober int AichungS- faale der Kön.gl. 6cneral»ßotterie»®ircttion zu Berlin öffentlich statt und schon wenige Tage später können die glücklichen Gewinner die Kapitaltreffer von 100000 Mark, 50000 Mk, 25000 Mk-, 15600 Mk., wie auch alle anderen Gewinne bei bet Deutschen Starrt, oder dem untenstehenden Bankhaus baar ohne Abzug er- heben. Die WohlfahrtSlose 1 IRL 3,30 find durch da» BankgeschSst Ad. Müller «. 60. in Darmstadt, Neckar- strafte 11 und in Hamburg, große Jvhanm»straße 21, zu beziehen. _________________