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Marburg

JVs. 232

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täglich etwas ganz Apartes melden möchten, öffneten wiederum allerlei politischem Klatsch ihre i Spalten. So wurde die Nachricht eines Pol-

Nachdruck verboten.)

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37. Jahrg.

Tagen der revaler Zwei-Kaiser-Begegnung wahrnehmen können, wie selbst gut national­gesinnte Blätter Einzelheiten nachgespürt und sich nicht gescheut haben, augenscheinliche Er­findungen herumzubringen, nur um unter ihren Lesern den Eindruck des Gutunterrichtetseins hervorzurufen. Wir haben aber zugleich die Beobachtung machen können, daß die ausländische, namentlich diebefreundete" englische Presse sich derartigen Klatsch zu nutze machte, um der Besserung in den Beziehungen zwischen Berlin und St. Petersburg von jeher ein Dorn im Auge der Briten entgegenzuarbeiten.

Nichtsdestoweniger ging anläßlich der Posener Kaisertage das Spiel von neuem los. Gewiße Blätter, die nichts sehnlicher wünschen, als in aller Mund zu kommen, die also womöglich

onischen (!) Blattes, wonach die Deputation der russischen Offiziers, namentlich deren Chef sich, sagen wir, nicht ganz taktvoll Sr. Majestät dem Kaiser gegenüber benommen, ja ihre Deutschenfeindschaft ziemlich unverblümt gezeigt hätten, mit schadenfrohen Randbemerkungen weitergegeben. Welche Freude für die Gegner Deutschlands! Welch gefundenes Futter für

unsereenglischen Vettern"!

Glücklicherweise ist diese tendenziöse und zweifellos von nationalfeindlicher Seite er­fundene Nachricht amtlich dementiert worden. Den betreffenden nationalgesfnnten Blättern war Gelegenheit gegeben, ihren Fehler zu er­kennen und was für ehrliche Blätter kein Unglück ist auch zu b e kennen. Aber die Sucht, immer noch alsvorzüglich unter­richtet" und unfehlbar zu gelten, überwiegt das politische Taktgefühl: der Klatsch geht weiter; die politische Verhetzungspolitik findet an einem Teile der deutschen Presse Verbündete!

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Ein Betrag zur Regelung der Bauforderungen.

Ein Beitrag zu der jetzt wieder anläßlich des Juristentages in den Vordergrund ge­tretenen Frage der Regelung der bei Bauten auftretenden Forderungen liefert eine Ent-

klcinen Kerl, der da mit seinem aufgeschnallten Schultornister neben ihm hertrabte. Schmächtig war er wohl noch, und sein Gesicht eher schmal wie rund, aber in diesem Körper war Nerv und Sehne, er war gewachsen, schneidig in seinen Bewegungen, das Gesicht war frisch, lust- und sonnenbraun, die Augen blickten klar und freudig. Und wie der Bengel plauderte, dem Vater die Straßen nannte, durch die sie gingen, das neue Kriegerdenkmal zeigte, von seinen Lehrern sprach und welches seine liebsten Stunden seien!

»Zeichnest Du denn noch fleißig, Junge? Das Schloß, das Du mir zum l-ßten Weih­nachtsfest schicktest, war sehr hübsch, hattest Du es auch wirklich allein gemacht?"

Natürlich! Wer soll mir denn helfen? Tante Käthe malt bloß Blumen, na, und Tante Ella versteht garnichts vom Zeichnen. Jetzt mach' ich schon ganz andere Sachen, unser Zeichenlehrer nimmt mich manchmal zu sich nach Hause und giebt mir einen Privatkursus. Tante Käthe sagt, ich solle auf die Gewerbe­schule, je eher, je lieber, ich bin bloß noch zu jung, sie würden mich noch nicht aufnehmen! Zum nächsten Weihnachten hab ich mir schon was ausgedacht, na!"

Er nickte wichtig vor sich hin und machte vergnügte Augen.

Da bin ich ja sehr gespannt. Du bist wohl jetzt immer ganz gesund, Junge, was?"

Beinahe immer. Wir waren ja im Sommer im Seebad, Tante Käthe und ich, da hab' ich vier Wochen Dispens vom Direktor bekommen und hab' acht Wochen lang Seebäder genommen und im Wald gewohnt, das hat mir riesig ge­holfen. Tante Käthe hat ein großes Opfer für mich gebracht, sie hat von ihrem Geld dazu

Wir schätzen die mannigfachen Vorzüge, die unsere deutsche Preffe vor ausländischen Zeit­ungen voraus hat, sehr bedeutend; aber in einem Punkte können viele unserer deutschen Blätter noch vom Auslände lernen: in dem des politischen Taktes! Wir behaupten, ohne Widerspruch zu befürchten, daß kein irgend­wie angesehenes Blatt des A u 8- l a n d e s sich dazu hergegeben habe oder dazu hergeben würde, bei Vorgängen von so bedeut­samer internationaler Wichtigkeit, wie einer Be­gegnung des Staatsoberhauptes mit einem Ober­haupt einer anderen wichtigen Großmacht, oder wie bei der Proklamierung der Waffenbrüderschaft mit einem mächtigen Nachbar Mißklänge hervorzubringen. Ganz im Gegenteil sind wir davon überzeugt, daß die Auslandspresse wirk­liche Mißklänge, die bei solchen Vorgängen sich ereignet hätten, aus Patriotismus und aus politischem Takt verschwiegen oder doch herab­gemindert haben würden.

Bei uns pflegt man den politischen Takt vielfach als ganz unnützen Ballast zu betrachten, dagegen schlägt man die Schnelligkeit im Be­richten Von Zuträgereien sehr hoch an. Darin sollte ein Wandel vorgenommen werden. Man wird doch nicht behaupten wollen, man unter­stütze die nationale Politik unserer Regierung, wenn man auf der anderen Seite dieser Politik leichtfertig Steine in den Weg legt und dann noch in der Pose eines schwer Verletzten poltert, wenn mit rauher Hand diese Steine entfernt werden. Man sollte doch endlich einfehen, daß man durch solche Machenschaften nur für das Ausland und, wie wir immer wieder hervor­heben, für unserebesten Freunde", die Eng­länder arbeitet.

ausgenommen, Tante Ella hat mir's gesagt, die hat sie in der Schule vertreten!"

Heiß und beschämend stieg cs dem Bau­meister ins Gesicht. Sein Kind war es, und Käthe opferte sich für dasselbe auf!Aber sie liebt den Jungen ja so, sie hat's gern gethan, und ich hab's doch nun mal nicht übrig!" tröstete er sich innerlich rasch.

Was macht denn Liddy?" fragte er, um das peinliche Gesprächsthema zu wechseln.

.Die ist auch sehr gewachsen und wird in der Schule Sie genannt. Sie lernt mit mir zusammen lateinisch, das macht uns beiden viel Spaß. Sie sagen immer alle, LiddH ist sehr hübsch und sehr nett!"

Findest Du denn das nicht auch?"

Na, zu mir ist sie nicht immer nett, sie denkt, sie kann mich kommandieren, aber ich laß' mir nichts gefallen. Ich bin dasselbe wie sie!"

Natürlich, Junge, das bist Du auch!" pflichtete der Baumeister eifrig bei, uneingedenk der Zeiten, da er total anderer Meinung über diesen Punkt gewesen war.

Sie hatten einen zweiten großen Platz ge­kreuzt und bogen nun in eine Straße zur Linken ein.

Da steht unser Haus, Papa das dort drüben, das graue, mit den hübschen Blumen am Fenster. Die muß LiddH alle begießen und pflegen."

Sie waren am Eingang. Walter blieb plötzlich unten im Hausflur stehen und sah mit großen, ängstlichen Augen, deren Blick ganz an frühere Zeiten erinnerte, zu seinem Vater in die Höhe.

Papa, Du Du bist doch nicht ge­kommen, um uns nach Hause zu holen?"

Nein!" erwiderte Hermann Freytag kurz

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. Sonnabend, 20. September 1902. '

Reclamen: bic Zelle 25 Psg. __

Umschau.

Kriegervereine in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten.

Wie volkstümlich das Kriegervereinswesen ist und wie das Bestreben, auch nach vollendeter Dienstzeit die treue Kameradschaft zu bewahren und zu pflegen, in deutschen Herzen lebt und sich von Generation zu Generation vererbt, wird durch die Tatsache bestätigt, daß in Winshoek und Swakopmund bereits Kriegervereine nach deutschem Muster sich gebildet haben, über welche der Gouverneur Oberst Leutwein bereit­willig das Protektorat übernommen hat. Weitere Vereinsgründungen dieser Art stehen in Aussicht. Diese Mitteilungen wurden während der am 15. und 16. d§. auf dem Khffhäufer abgehaltenen Vertreter-Versammlung desKhffhäuser-Bundes" gemacht und erregten die Freude der versammelten 50 Vertreter und 20 Ehrengäste. Unter letzteren nahm auch Exzellenz von Starck, als Vertreter der

die

Ob er hessische Zeitung" in Marburg, die entschiedenste Vertreterin des

Mittelstandes in Stadt und Land für das IV. Quartal 1902 zu bestellen!

schwarzburg - rudolstädtischen Regierung teil. Diese Versammlung, welche sich unter anderem auch mit der Förderung der idealen Aufgaben des deutschen Kriegervereinswesens, mit der Stellung der Landes-Kriegerverbände zu den Bestrebungen der Militäranwärter - Verbände und der innerhalb des Kriegervereinswesens bestehendenSouder-Verbände" beschäftigte, er­ledigte ein gutes Stück vaterländischer Arbeit. Dem lebhaften Dankesgefühl der deutschen Kriegerverbände für die gnädigen Aeußerungen des Kaisers über die Kriegervereine und für die hohe Auszeichnung, welche dem Vorsitzenden des Khffhäuser-Bundes, Exzellenz von Spitz, durch Verleihung des Großkreuzes vom Roten Adlerorden mit Eichenlaub verliehen ist und durch welche sich das gesamte Krieger- vereinswesen hochgeehrt fühlt, wurde durch ein Huldigungstelegramm an Seine Majestät Aus­druck gegeben.

Viehmangel.

Einen Beweis dafür, daß es Wohl möglich ist, unseren Märkten auch jetzt noch genügend Schlachtvieh zuzuführen, lieferte der vorgestrige berliner Markt. Mittwochs werden in Berlin Rinder und Schafe fast gar nicht gehandelt, und der Austrieb besteht in Rinder meist nur aus 2300, bei Schafen aus 121500 Stück. Für Kälber und Schweine dagegen ist der Mittwochmarkt bedeutender als der Sonnabend­markt, und der Austrieb hat in letzter Zeit durchschnittlich an Kälbern ca. 2000, an Schweinen ca. 78000 betragen. Der vorige Sonnäöendmarkt brachte nun eine bedeutende Preissteigerung in Rindern wie Kälbern, für Schweine allerdings einen Rück­gang von 1 Mark. Dies hatte den Handel veranlagt, den gestrigen Markt bedeutend stärker als gewöhnlich zu be­schicken. Es waren nicht weniger als 1067 Rinder', 10 339 Schweine, 2081 Kälber, 1936 Schafe aufgetrieben. Es wurde infolge­dessen der Markt nicht annähernd ge­räumt und es blieben ca. 300 Rinder, fast 1000 Schafe und 57g Schweine un­verkauft. Bei Schweinen ging der Preis um weitere 2 Mark zurück! Der Erfolg wird sein, daß die Händler am Sonnabend wieder möglichst wenig Vieh heranbringen, um ein weiteres Zurückgehen der Preise zu verhindern; auf diese Weise werden dann die Preise künstlich hoch gehalten!

mit dem Kreis-Latt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.______________________

und scharf.Wenn Tante Käthe Euch behält, bleibt Ihr für immer bei ihr!"

Ach, die! Die behält uns schon!" ries Walter zuversichtlich. Ein befreites Aufatmen, das er garnicht zu verstecken bemüht war, hob seine Brust, die Augen blickten wieder froh und hell. Ein Stachel fuhr bei diesem Anblick durch seines Vaters Herz, aber er war ehrlich genug, sich zu sagen:Du hast es nicht anders verdient!"

Droben war nur Ella Dorn zu finden, Liddh hatte heute bis ein Uhr Stunde, und Käthe gab noch eine Privatlektion. Ella Dorn dachte ziemlich geringschätzig über den Baumeister, den sie in ihrem Innern einen Egoisten, einen ge­wissenlosen Vater und einen Pantoffelhelden nannte; indeffen war und blieb er ihrer ge­liebten Käthe Bruder und war jetzt ihr Gast nur auf einen Tag, wie er gleich betonte. Er hatte seine Geschäftsreise so eingerichtet, daß er überP. kommen und seineKinder besuchen konnte.

Ella besprach in der Geschwindigkeit einige Verbefferungen der Mittagsmahlzeit mit der Wirtin und führte dann den Baumeister durch die ganze Wohnung, was übrigens bald ge­schehen war, denn die Zimmer waren, mit Aus­nahme eines einzigen, nur klein. Alles aber, was der Baumeister sah, glänzte vor Sauberkeit und trug den Stempel freundlicher Gefälligkeit und wohligen Behagens, den Käthe auch seiner Häuslichkeit mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu geben verstanden hatte. Ueberall Luft und Licht, eine reine, nur von leichtem Blumenduft durchzogene Atmosphäre, anders wie jetzt bei ihm daheim, wo so schwere, kost­bare Vorhänge die Fenster verdunkelten, überall weiche Teppiche lagen und die Lust dick war von den durchdringenden Parfüms, die sich in den Stoffmaffen festgesetzt hatten. (Forts, s.)

Novelle von Marie Bernhard. sFortsehungl

Jetzt blieb er stehen und kniff die Augen ein wenig ein, um bester zu sehen. So einer, wie der da, mit dem rotweißen Streifen um die Schülermütze, könnte sein Walter sein. Andert­halb Jahre hindurch hatte der Baumeister seine Kinder nicht gesehen, in der Zeit war doch der Junge sicher gewachsen! Aber freilich, dieser hielt sich so stramm und aufrecht, wie sein Jammermännchen" es nie fertig gebracht hatte; er trug den Kopf hoch, und wie jetzt ein Altersgenoffe an ihn heranschlich und ihm hinterrücks einen Puff versetzte, da drehte sich das Bürschchen kurz um und gab jenem eine regelrechteKopfnuß", daß ihm die Mütze herunterfiel. Ganz in der Ordnung, aber sein Walter war immer ein kleiner Feigling gewesen, der würde es nie wagen sich zu wehren.

Bravo, Freytag! rief eine Knabenstimme aus dem dicksten Hausen.Laß' Du Dir bloß nicht die Butter vom Brot nehmen!"

Der Junge mit der rotweißen Mütze nickte.

Fällt mir auch garnicht ein Er stand ruhig da und wartete, ob der andere die Feind­seligkeiten weiter fortspinnen würde.

Mit vier, fünf Schritten war der Bau­meister heran. Das Herz klopfte ihm, als er halblaut:Walter! rief.

Der Junge fuhr herum.Papa! rief er erfreut und sprang dem Unerwarteten entgegen.

Sie wechselten hastig ein paar Worte und gingen dann nebeneinandernach Hause" Ungläubig, erstaunt, mit langsam erwachendem Stolz hingen des Baumeisters Augen an dem

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Mangel an politischeN Takt.

Es ist keine sehr erhebende Erscheinung, daß selbst in wichtigen Epochen unseres öffentlichen Lebens ein Teil der nationalen Presse seine Hauptaufgabe darin zu erblicken scheint, Klatsch- geschichtm unter die Leute zu bringen, selbst auf die Gefahr hin, günstige internationale Eindrücke zu verwischen. Wir haben in den

scheidung des Reichs-Verficherungsamtes. Ein vermögensloser Bauunternehmer in einet größeren Provinzialstadt hatte von einem Ge- schäftsmanne zum Ankauf einer Baustelle und zur Ausführung des Baues ein größeres Dar­lehen gegen Bestellung einer Hypothek an der Baustelle erhalten,, hatte sich aber in dem Ver­trage nicht nur Bedingungen unterwerfen muffen, die alle Verfügungen über die Baustelle, die Baugelder und die Art und Zeit des Baue? von der Zustimmung des Darlehnsgebers ab­hängig machten, sondern mußte dem Darlehns- geber außer einem Zinssätze von 6 pCt. weiteren Vermögensvorteil von mehr als 10 pCt. unter verschiedenen Formen, insbesondere durch eine Provision und durch einen Preisaufschlag auf die Ziegel, die der Darlehnsgeber lieferte, ge­währen. Der Gewinn, den der Darlehnsgeber sich auf diese Weise sicherte, war ein erheblicher Teil des Gewinnes, der aus dem Bau über­haupt, unter den günstigen Derhältniffen er­wartet werden konnte. Der Bauunternehmer aber empfing zur Bestreitung seines Lebens­unterhaltes wöchentlich 40 Mk. aus den Bau­geldern, also etwa den Lohn eines Poliers.

Das Grundstück wurde nach Vollendung des Baues zur Zwangsversteigerung gebracht, wo­bei die Hypothek des Darlehnsgebers voll zur Hebung kam, während verschiedene Baugläubiger mit ihren Forderungen ausfielen. Das ReichS- Versicherungsamt hat nun entschieden, daß der Darlehnsgeber als Bauherr im Sinne des § 29 des Bau-Unfallversicherungsgesetzes zu gelten und somit die Prämie für die Bau­arbeiten, die der Bauunternehmer schuldig ge­blieben war, zu zahlen habe, weil der Ver­trag des Darlehnsgebers mit dem vermögens­losen Bauunternehmer einBauspekjulations» g e sch äst gewesen sei. In der Begründung wird ausgesührt: Der Bauspekulant war hier allerdings nicht der Baustellenhändler, wie es in den Großstädten sonst meist der Fall ist. Denn der Preis, zu dem die Baustelle verkauft wurde, war ein angemessener, wie auch die Be- rufsgenoffenschast anerkannt hat. Der Bau- speknlant war vielmehr der Bau­geldgeber. Ein Baugelddarlehn ist zwar an sich, soweit es znm üblichen Zinsfuß und bei mäßiger Provision gegeben wird, ein ge­wöhnliches kaufmännisches Kreditgeschäft, und das Reichs-Verficherungsarnt nimmt daher auch nicht an, daß schon die Hergabe eines einfachen Baugelddarlehns eine andere Stellung giebt, als sie jeder Darlehnsgeber hat, der das ge­werbliche Unternehmen eines anderen durch Kreditgewährung unterstützt. , Der Umstand, daß den Baugelderverträgen in der Regel ein fester Bauplan zu Grunde gelegt wird, der ohne Genehmigung des Darlehnsgebers nicht abgeändert werden darf, macht den Baugeld-