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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsb-tla-e: IUuftrirtes Sonntagsbla«.
JK 227
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Ml., bei allen Postämtern 2,25 Ml. (ejd. Bestellgeld).
Jnjertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reelamen: die Zelle 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 14. September 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Nniversitäts«Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
und speziell die der Schweinemärkte:
Breslau. Berlin, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Zwickau, Hamburg, Dortmund, Stuttgart, Nürnberg, Elberfeld, Essen,
langsam mittelmäßig langsam ruhig langsam langsam flau ruhig schleppend
19.
18.
21.
21.
21.
21.
21.
19.
16.
21.
15.
Markt vom 16. Juli, langsam schleppend mittelmäßig
Die angebliche Fleischnot.
*2Bie zu erwarten stand, hat nun auch der »und der Landwirte das Wort ergriffen, um einmal auf Grund einwandsfreier, auf die Statistik gestützter Zahlen und Folgerungen daS in der liberalen Händlerpreffe unnachfichtlich ventilierte Thema der Fleischnot auf seine Richtigkeit hin zu prüfen. Die in der liberalen und urteilslosen General-Anzeiger- Presse aufgestellten Behauptungen lauteten: 1. die deutsche Landwirtschaft ist nicht imstande, die einheimische Viehzucht so zu steigern, wie es dem Anwachsen der Bevölkerung entspricht, 2. trotzdem erfolge eine immer weitergreifende Sperrung der Grenzen gegen die Vieh- und Fleischeinfuhr, und 3., die Folge hiervon sei ein empfindlicher, fich immer mehr steigernder Mangel an Vieh und Fleisch, und hierdurch seien die Preise für Schlachtvieh — insbesondere für Schweine — auf einen für den Fleischer und für den Konsumenten nicht mehr erträglichen Stand hinaufgetrieben worden.
Demgegenüber stellt der Bund der Landwirte fest: I. daß nach den amtlichen Viehzählungen seit 1883 bis 1900 fich die Bevölkerung von 46 auf 56 Millionen Köpfe vermehrt hat, die Hauptzahl des Rindviehs von 15,7 Millionen auf 18,9, und die Stückzahl der Schweine von 9,2 Millionen auf 16 8 Millionen gestiegen ist, daß also in dem gleichen Zeiträume eine Zunahme der konsumierenden Bevölkerung um 22 Proz., des Rindviehs um 21 Proz. und der Schweme um 82 Proz. stattgesunden hatt. Beim Rindvieh ist zu beachten, daß neben der Zunahme der Stückzahl eine Erhöhung des Lebendgewichtes einherging, die schon bei der 1892. Zählung für die ersten 10 Jahre der hier betrachteten Periode auf 6 P r o z. ermittelt worden war und die bei dem notorischen weiteren Fortschritt der Viehzucht für heute auf mindestens 10 Proz. veranschlagt werden darf. DaS einprozentige zifferische Zurückbleiben des Rindviehbestandes gegenüber der Bevölkerungszunahme ist hierdurch also zehlt- fach ausgeglichen. Bei Schweinen dagegen, über deren angeblichen Mangel ja ganz besonders geklagt wird, ergiebt fich auch ohne Berücksichtigung der Gewichtszunahme schon nach der einfachen Bestandsziffer eine vierfach stärkere Zunahme, als der gleichzeitige Bevölkerungszuwachs betrug.
Die Behauptungen also, es bestehe eine ungenügende heimische Diehproduktion, widersprechen den erweisbaren Tatsachen.
Aber auch die weitere Behauptung, als hätten die Grenzsperren in den letzten Jahren zugenommen und sei gegenwärtig die Vieh- und Fleischeinfuhr nahezu völlig ver- indert, ist unrichtig. Nach der Statistik wurde z. B. im ersten Halbjahr 1902 mehr
über die Grenzen eingefahren als im ersten Halbjahr 1901: 30000 Stück lebendes Dreh, das find reichlich 100000 Doppelzentner an Fleischwert, und außerdem über 80 0Ö0 Doppelzentner fertige Schlachtprodukte. Die Dieh- und Fleischeinfuhr wird also nicht mehr und mehr gesperrt, sondern fie befindet fich im stetigen Anwachsen. Daß fie die Ziffern früherer Jahre nicht erreicht, hat darin seinen Grund, daß die Vieh- und Fleischpreise im allgemeinen im Auslande denselben Stand haben, tote bei uns, ein gewinnbringender Handel nach Deutschland ollso ausgeschlossen ist! Die Einfuhr entweder lebenden Schlachtviehs oder des Fleisches der wegen der Gefahr einer Seucheneinschleppung vor der Einfuhr geschlachteten Tiere darf erfolgen und erfolgt tatsächlich unbegrenzt aus Oesterreich-Ungarn, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Italien und den Vereinigten Staaten von Amerika, und nur die Zufuhr aus Rußland ist begrenzt, aber nicht verboten, wegen der Viehseuchen, die dort in schwerster Weise herrschen. Dies beweist fortgesetzt die russische amtlicheMehseuchenstatistik. Von diesem einen Lande also abgesehen ist der Import entweder lebenden oder ausgeschlachteten Viehs aus allen in Betracht kommenden Ländern unbegrenzt. Die Behauptung, daß die Grenzen für die Vieh- und Fleischeinfuhr so gut wie gesperrt seien, ist also unrichtig.
Nach dem Vorausgehenden ist demnach erwiesen, daß sowohl die inländische Fleischproduktion über den Bevölkerungszuwachs hinaus gestiegen ist, wie auch, daß außerdem dieEinfuhr zugenommen hat! Das Resultat davon muß notwendig ein stärkeres Angebot von Vieh auf den Viehmärkten sein und ist es auch seit Monaten aus allen größeren Schlachtviehmärkten. Hier nur einige Beispiele. Die Tendenz der Viehmärkte war in:
Berlin,
Markt vom 23. August, ruhig
Magdeburg, Breslau,
•
#
22.
26.
, mrttelmaßrg
, mittelmäßig
Dresden,
25.
, langsam
Leipzig,
-
25.
* «
Hannover,
-
25.
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Dortmund,
25.
Mannheim,
25.
' mittelmäßig
Stuttgart,
23.
, langsam
Effen,
V
19.
, schleppend
Bestünde eine Vieh- und Fleischvot in dem Sinne, daß vorhandener Bedarf nicht befriedigt werden könnte, dann müßten die Viehmarktberichte von flottem oder stürmischem Verkehr zu melden wiffen. Nur ganz felten — in kaum dem zehnten Teil der Fälle, lauteten die Marktberichte der letzten Monate einmal aus gut, flott und reger Verkehr. Es besteht also unbestritten die Tatsache, daß daS Viehan^ebot regel mäßig stärker w ar und rst, wie die Nachfrage!
Nun zur gegenwärtigen Preislage. Richtig ist, daß die Schlachtviehpreise gegenwärtig einen Stand haben, der die Produktionskosten der Viehzüchter und Viehmäster denkt, aber unrichtig ist, daß diese Preise einen exorbitanten Stand hätten, der einen unberechtigten Gewinn des Landwirtes einschlöffe und für den Konsumenten eine Fleisch - teuerung bedünge. Für Berlin z. B. ist statistisch nachgewiesen, daß von 1900—1902 das Pfund Schlachtgewicht im Großhandel um V2 bis 1 Pfennig teurer geworden ist, daß also der Züchter für jedes Pfund Schlachtgewicht, daS er verkauft, im Jahre 1902 V2—1 Pfennig mehr vom Händler bezahlt bekommt, als im Jahre 1900. Es ist aber ebenso hier wie dort nachgewiesen, daß das Pfund Fleisch vom Fleischer für 80 bis 120 Pfennig teurer verkauft wird, als es der Viehzüchter an den Händler verkauft hat. Was will gegen diesen Betrag von 80—120 Pfennig pro Pfund der %—1 Pfennig besagen, den der Bauer mehr erhält? doch gewiß nichts! Also aus dem Mehrerlös, den der Landwirt heute bei den günstigen Preisen beim Verkaufe seines Viehes erzielt, kann unter keinen Umständen gefolgert werden, daß er die Fleischpreise für den Konsumenten in irgend einer beachtenswerten Weise verteuere.
Aber auch den Fleischern ist kein Vorwurf zu machen, wenn sie heute einige Pfennige auf jedes Pfund aufschlagen. Denn wie notorisch seststeht, ist der Fleischverbrau ch in dem letzten Jahre sehr stark zurückgegangen, der Umsatz der Fleischer natürlich ebenso und im gleichen Verhältnis das V e r d i e n st. Mancher Fleischer, der früher bei doppeltem Umsätze wie heute sein Auskommen hatte, muß jetzt bei dem beträchtlichen Einnahmeausfall die Preise ttwas erhöhen, um bestehen zu können. Dies Vorgehen ist recht und billig, da ja ohnehin zu erwarten steht, daß bei steigender wirtschaftlicher Konjunktur der Umsatz an Fleisch wieder wachsen und und der Preis wieder zurückgehen wird. Denn wenn in diesem Jahre der Fleischkonsum gegen früher bedeutend gesunken ist, so kommt daS nicht, wie liberale Blätter behaupten, daher, daß die höheren Fleischpreise es dem armen Manne nicht mehr ermöglichen, so viel Fleisch zu essen wie
29 Nachdruck verboten.)
Die Kinder.
Novelle von Marie Bernhard.
Fortsetzung.)
Ob der Papa aus Berlin an Dich schreib«! wird, daß weiß ich nicht. Einmal erinnerte ich ihn, da sagte et: „ach, ja, richtig!* aber daS ist schon fünf oder sechs Tage her.
Liebe Tante Käthe, sei immer sehr gesund und sehr glücklich im neuen Jahr', das wünsch' ich Dir. Und schenken kann ich Dir nichts, denn ich bekomme jetzt nie regelmäßig mehr mein Taschengeld, und im November bekam ich noch gar nichts, der Papa schrie mich an, wie ich davon sagte. Heberhaupt schreit uns der Papa sehr oft an.
Liebe Tante Käthe, komm' Du doch lieber wieder zu unS. Kannst Du daS nicht? Ich werde cmch immer gehorchen und Dich nicht ärgern, ganz gewiß, Du kannst eS mir glauben. Die neue Mama ist lange nicht so nett zu uns, wie Du immer warst. Sie bekümmert sich gar nicht um uns, wir müffen des Morgens allein aufstehen, und Karoline Hilst mir beim Haarmachen, und ich muß noch sehen, daß Walter alles hat. Wenn Karoline uns nicht Kaffee geben möchte, würden wir keinen bekommen, denn Mama liegt dann noch im Bett, bis neun, auch bis zehn. Arbeit« müffen wir immer allein, auch Bücher packen, wo wir dann ost etwas vergessen, und werden eingeschrieben. Mein Zeugnis im Oktober war so so, und Walters war schlecht. Und sehr oft müssen Nx am Nachmittag ohne Mittagessen in die
Schule gehen, denn es ist nicht fertig. Die Näher-Lina kommt auch nie mehr, und ost habe ich Riffe in der Wäsche und den Kleidern und Walter in seinen Strümpfen. Das hast Du doch sonst immer mit der Näher-Lina gemacht. Wenn man aber was sagt und was von Dir sagt, dann heißt eS, man ist vorlaut und frech, und man wird herausgeschmiffen. Wer das tut, brauch' ich Dir nicht zu sagen. Papa ist auch immer so eklig zu uns, immer find wir überall im Weg und sollen machen, daß wir weg kommen. Das machen wir denn auch. —
Die Karoline giebt unS heimlich manchmal waS in der Küche zu effen und näht auch für unS, aber bloß selten, denn fie sagt, zerreißen kann fich der Mensch nicht, und fie hat schändlich viel zu tun und will sich nicht tot arbeiten. Zu Neujahr hat sie gekündigt, und ich werde mich sehr nach ihr bangen. Sie sagt auch immer: „O Gott, wenn wir man urffer Fräulein Käthchen hier hätten!" DaS sagen wir auch.
Besuch kommt viel, und es find große Gesellschaften bei unS, mit Tanz. Aber wir gehen schürfen. Onkel MaaS kommt gar nicht mehr, auch Onkel Rothe nicht. Ich habe gar kein neues Kleid zum Winter bekommen, auch keinen Muff, und meiner war schon so schlecht. Papa sagt, er hat kein Geld, und Mama hat schon nie welches. Du hattest doch immer Geld für unS. Ob ich nichts zu Wei^mchten bekomme? Bei Dir schrieben wir schon jcht um diese Zeit immer Wunschzettel, aber wie ich das Mama sagte, da faßte fie bloß; «Ach, HnnfimU" Sie.
ist nie mehr nett zu mir, und ich kann fie auch nicht leiden.
Walter ist zweimal krank gewesen, das zweitemal sehr, und Karoline hat ihm die Umschläge gemacht, wie Du tatest, und hat zuletzt den Onkel Professor geholt, für ihren Kopf sagte fie. Und er fieht gräßlich elend aus und spielt nicht und ißt beinahe nichts, Walter nämlich. Er bangt sich auch furchtbar nach Dir.
Neulich hätte ich, wie die Mama zum Papa sagte, wir müßten in Pension kommen, Walter und ich, denn sie versteht nichts von Kindern. WaS auch wahr ist. Papas Antwott konnte ich nicht verstehen, die Großmama kam, aber grob wurde er und schtte die Mama an. DaS tut er oft. Die Großmama kann ich nicht leiden, sie kommt sehr viel zu unS. Alles tadeft sie und sagt, es ist für Mama lange nicht schön genug, und unS schilt sie in einem weg. Sie sagt, wir find überall im Wege.
Zwei Abende und einen halben Nachmittag habe ich an diesem geschtteben, und wenn fie nicht weg wären, könnte ich gar nicht. Mitbttngen werden fie uns schon nichts. 3n Pension möchte ich nicht, aber hier bleiben auch nicht, und schlimmer wie hier wird eS dott nicht fein. Am besten, Du wärest hier, und die Mama könnte in Berlin bleiben. Adien, liebe, einzige Tante Käthe, und sag' Du feinem, waS ich Dir geschtteben habe, es würde mir schaden. Einmal schlug mich die Mama, da hab' ich mit den Füßen getrampelt und eine Stunde lang gefdjrieen. Du hast mich nie geschlagen.
—■ III PL II ।
früher. Der Grund ist ein anderer, und zwar einmal der durch die Ueber- spekulation im letzten Jahrzehnte herbeige- fühtte wirtschaftliche Niedergang, der eine große Anzahl Arbeiter gänzlich oder zeitweilig befchäftigungS- und ver- dienstloS gemacht hat, so daß sie eben sich kein Fleisch mehr kaufen können. Zweitens aber find durch die großen Bankkrache und Zusammenbrüche industrieller Schwindelgründungen eine Unmasse kleine Vermögen verloren gegangen, so daß früher gutsituierte Leute bettelarm geworden find und fich nur selten noch ein Stück Fleisch gönnen können. Daher kommt es, daß der Fleisch- ko n s u m zurückgegangen ist. Don diesem Grunde will freilich unsere Händler- und Börsen- preffe nichts hören, et ist ihr sichtlich unangr- nehm, und man weiß ja auch — warum. Und so muß der Bauer an dem verminderten Fleischkonsum durch seinen „Fleischwucher" schuld fein. W.
Umschau.
Deutscher Juristentag.
Berlin, 12. September.
Sei der heutigen letzten Plenarsitzung des Juristentages waren wieder zugegen: der Staatssekretär des Rttchsjustizamtes Dr. Nieberding, der preußische Justizminister Dr. Schönstedt und andere Vertreter der Behörden. Hebet eine Reihe von Zuschriften über vermeintliche Benachteiligung bei Rechtsangelegenheiten, die vom Vorsitzenden Geh. Rat Prof. Dr. Brunner mit- geteilt wurden, ging man zur Tagesordnung über, da der Juristentag hierfür nicht als zuständig erachtet wurde.
Nachdem der Versammlung die dankenden Antworttelegramme Kaiser Wilhelms und Kaiser Franz Josefs zur Kenntnis gebracht waren und Sektionschef im österreichischen Justizministettum Dr. Klein-Wien den Vorsitz übernommen hatte, berichtete Justizrat Heinitz über die Frage der Prozeßverschleppung, die nach sehr lebhaften Verhandlungen gestern zu folgendem Beschluß geführt hatte: Eine Aenderung der deutschen Zivilprozeßordnung dahin, daß dem Richter eine größere Mitwirkung beim Prozeßbetriebe gewährt wird, ist nicht empfehlenswert. Dagegen ist in Erwägung zu ziehen, in welcher Weise der Vertttelungen von Verhandlungsterminen möglichst vorgebeugt werden kann.
Hebet die Arbeiten der 3. Abteilung bett. Revision des Strafgesetzbuches bettchtete Geh. Justizrat Prof. Dr. Kehl. Einige Fragen über Aenderungen am B. G. B. wurden dem nächsten Juristentage zur Entscheidung Vorbehalten.
Sodann ging man wieder zu dem Thema der rechtlichen Behandlung der Ringe und Kattelle über, welches gestern noch zu feiner Einigung hatte führen können. Nochmals er-
Die Hand tut mir weh. Du bist meine liebe, süße Tante Käthe, und ich wollte, eS wäre bei Dir Deine Liddh."
P. 8. Die Linien habe ich für Wätterchen gezogen, aber er schreibt auch allein!"
Hastig griff Käthe nach dem zweiten SiM es war eigentlich nur ein großer Zettel. Bl fie die ungeschickten Buchstaben, die unbeholfisG Handschrift ihres armen, lieben, kleinen Junge)- sah, singen ihre Lippen an zu zittern, und diä Thränen, die schon während der Lektüre von Liddhs Zeilen in ihren Augen gestanden hatten, liefen nun rasch und heiß über ihr trauriges Gesicht.
„Liebe schöne gute Mama Käthe. Weil heute Dein Gebuttstag ist. Ich schreibe allein. ®te Elltern find verreist. Bleibe schön gesund. Ich bin nicht gesund. Viehr Tahge zu Bet unb die Karoline hat es getan. Aber nicht so wie Du. Süße Mama Käthe, komm' Du bcckd wieder. In Pangsgohn will ich nicht. Ich will blohs zu Dir. Ich zeichne viel. Für Dich eine Brieftaube mit dem Brief im Schnabel!. Wenn sie Dir gefällt. Zu Weih- nachten kommst Du doch. Aber bleibst auch. Ich muß immer allein aufstehen. Auch allem beten. Dein Walter."
Käthes dringender Wunsch, zum Weihnachtsfest nach H. zu fahren, erfüllte fich nicht. Sie hatte fich daS Reisegeld ohne Mühe, znsammen- gespatt, da fie fich sagte, ihr Bruder werde eS nicht gäben können, — sie hatte einen hübschen Heinen Muff, ein dazu passendes Pelzkäppchen I und eine Puppe für Liddy gekauft, für Walter I eine schöne Zeichenmappe und ein Zusammen-