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u!jI ytjIlipiyiJ 0rtjllllll|| mit bem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: JllrrMrtes Sonntagsblatt.
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37. Jahrg.
Vierteljährliche, Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., Erscheint täglich außer an Sonn' m,d IEtageu.
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. ->-10«.■ Sonnabend, 13.September 1902. *** “*
Haltung der Regierung gegenüber der Sozialdemokratie, die Stuf von Posadowsky im Reichstage als „Arbeiterpartei" bezeichnet habe, obschon er daraus von einem Sozialdemokraten mit der Bemerkung, daß die Sozialdemokratie revolutionär bleibe, wie sie gewesen, desavouiert sei. Es sei bedauerlich, daß der Kampf mit der Sozialdemokratie d. h. mit einem großen Teil, der Arbeiterschaft geführt werden müßte angesichts der vom Staate und von den Arbeitgebern gebrachten und stets zunehmenden Opfer für die Wohlfahrt der Arbeiter. Herr Bueck wies darauf hin, daß durch das Gewerbe-Unfall- verficherungsgesetz vom 30. Juni 1900 die Reservefonds der gewerblichen Berufsgenosfen- schaften um mehr als 400 Millionen Mark erhöht werden sollen. Dieser Beschluß des Reichstags bilde eine schwere Belastung, die in den ungünstigen Zeiten, unter denen die Industrie zu leiden habe, säst unerträglich sei. Das Direktorium habe beschlossen, in einer Eingabe die Reichsregierung um Aenderung dieses Beschlusses zu bitten. In Anknüpfung an die heutige Krisis in der Industrie kam der Geschäftsführer auch auf die Syndikate und Kartelle zu sprechen. Er konstatierte, daß sie bei der Hausse vielfach weitere Uebertreibungen verhindert und bei der Baisse wirkungsvoll noch weiteren Preisstürzen einen Damm entgegengesetzt haben. Auf die Stellung des Centralverbandes im allgemeinen übergehend konstatierte der Geschäftsführer, daß der Verband nur wenige Freunde, aber sehr viele Feinde habe. Von den Gegnern des Centralverbandes im Reichstage, besonders von den Sozialdemokraten, werde der Reichsregierung bei jeder Gelegenheit in der brutalsten Weise gesagt, sie stehe unter dem Einfluß des Centralverbandes. Die damit verfolgte Absicht sei sehr durchsichtig, ob, sie aber von Erfolg begleitet sei, wisse er nicht. So viel wiffe er jedoch genau, daß, wenn cs dem Centralverbande gelungen sei, selbst in sehr wichtigen Fragen sich Gehör bei der Regierung zu verschaffen und auf die Gestaltung der Gesetzgebung einzuwirken, dies lediglich seiner sachlichen ernsten Arbeit zu verdanken sei.
Der Bericht wurde vom Geheimrat Jencke durch eine klare Darstellung der bekannten Verhandlungen des Centralverbandes mit den Feuerversicherungsgesellschaften ergänzt. Diese Verhandlungen hätten zu einem allseitig befriedigenden Ergebnis geführt und berechtigten zu der Hoffnung, daß die zeitweilig vorhandene Verstimmung beseitigt werd, insbesondere nachdem die Gesellschaften sich bereit erklärt hätten, in ständiger Fühlung mit, der Industrie zu bleiben und künftig keinerlei grundlegende Abänderungen der Versicherungsbedingungen vvr- zunehmen, ohne sich mit den beteiligten Jn- dustrieen vorher zu benehmen.
Es folgte hierauf ein Referat, des stellvertretenden Geschäftsführers Dr. Tille über die Arbeiten der Zolltarifkommisfion des Reichstags. Der Redner kritifirte die Beschlüsse der Kommission in eingehender Weise und bezeichnete ihre Arbeit als eine agrarische Revision der Regierungsvorlage. Die Reichstagskommission habe aber nicht bloß die Regierungsvorlage durch Berücksichtiguug agrarischer Forderungen verschlechtert, sie habe auch nicht wenige für die Industrie in Betracht kommende Positionen ungünstiger für diese gestaltet. Nicht einmal die Zollfreiheit auf Eerbrinden und Quebrachoholz sowie auf Gerbstoffauszüge sei der Industrie erhalten geblieben. Ebenso habe man der deutschen Cementindustrie ihren Einmarkschutz vorenthalten. Der tiesberechtigte Wunsch, daß Kammgarn und Streichgarn und sogenanntes hartes und weiches Kammgarn gleichen Zollsätzen und zwar solchen unterworfen werden sollten, welche den heutigen Produktions- verhältniffen entsprechen, sei unbeachtet geblieben, Ebenso Hütten die Wünsche keine Berücksichtigung gefunden, welche der deutschen Baumwollspinnerei für grobe Nummern wenigstens den bisherigen Zollschutz erhalten wollten. Für die Textilzölle sei in der Kommission geradezu eine Katastrophe hereingebrochen. Kautschukwaren hätten einen großen Teil ihres Zollschutzes verloren und ebenso Glaswaren. In dem Eisenabschnitt seien die mühsam errungenen Spezialisierungen wieder beseitigt worden, so daß die feineren Waren ganz ungenügend und ganz unverhältnismäßig weniger geschützt sein würden als die göberen. Ganz dasselbe gelte auch von den Maschinen. — Diese Logik des Herrn Dr. Tille ist sehr interessant! Durch die Einfügung ganz geringfügiger landwirtschaftlicher Zölle ist also die Regierungsvorlage verschlechtert worden, das gleiche wäre aber nach des Referenten Ausführungen offenbar nicht der Fall gewesen, wenn man die heute schon sehr hohen Industrie- zolle noch weiter immens gesteigert hätte! Denn die Herren Industriellen wollen gut bestehen können, aber wenn der Bauer auch nur notdürftig dasselbe verlangt, ja — Bauern, das ist dann ganz etwas anderes! W.
Umschau.
Auch ein Beitrag zum Virchow- Denkmal.
Tie „Deutsche volkswirtschaftliche Korrespondenz" liefert folgenden „Beitrag zum Virchow- Denkmal":
„Man hat Virchow begraben und will ihm ein Denkmal setzen. Au. äußeren Ehren hat es bei diesem Todesfälle nicht gefehlt: ärztliche Bulletins, Nekrologe, offizielle und offiziöse Nach
Der Centralverband deutscher Industrieller
hat am Mittwoch den 10. September zu Düsseldorf eine zahlreich besuchte Delegiertenversammlung unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Finanzrats Jencke abgehalten.
Herr Geheimrat Jencke begrüßt die Erschienenen und wies darauf hin, daß die Durchführung der düffeldorfer Ausstellung trotz der niedergehendeu Geschäftskonjunktur einen Beweis von der Energie und dem Selbstvertrauen, die in der Industrie Deutschlands stecke, gäbe. Mit Zuversicht könne erwartet werden, daß die Industrie auch die gegenwärtige kritische Zeit überwinden und neu gekräftigt aus ihr hervorgehen werde.
Nach diesen mit allseitigem Beifall aufge- nommenen Worten wurde Herrn Generalsekretär Bueck der Dank der Versammlung für sein Werk: „Der Centralverband deutscher Industrieller 1886—1901" abgestattet und Herr Generalkonsul Ruffell zum Ehrenmitglieds des Centralverbandes ernannt.
Wie sehr der Centralverband auf allen für die Industrie in Betracht kommenden Gebieten zu arbeiten bemüht ist, zeigte der hierauf erstattete Bericht des Geschäftsführers H. A. Bueck, der in ausführlicher Weise zunächst die brennendste aller Tagesfragen, die Zolltarifvorlage, behandelte. Der Berichterstatter wies auf die mühevolle und eingehende Arbeit hin, welcher sich der Centralverband im Interesse der Industrie auf diesem Gebiete unterzogen hat und beklagte, daß im Gegensatz zu andern Ländern in Deutschland gar nicht von den Regierungs - und Parlamentsstellen gewußt werde, welchen Zwecken der Zolltarif dienen solle. In dieser Beziehung sei das Ausland Deutschland bedeutend voraus. Von einer glücklichen Lösung der handelspoliftschen Fragen, die sich an die zollpolitischen anknüpfen werden, würde die künftige Gestaltung unseres öffentlichen Lebens abhängen. Denn augenscheinlich werde der Kamps um den Zolltarif von den links- liberalen Parteien, insbesondere von der Sozialdemokratie benutzt, um ihrenEinfluß und ihre Macht auszudehnen. Diesen Bestrebungen werde es nicht an Erfolg fehlen, wenn es den genannten Parteien gelingen sollte, die Fertigstellung des Tarifs vor den kommenden Reichstagswahlen zu verhindern. Diese Gefahr sei größer als bei den Wahlen im Jahre 1878, da seitdem der Umfang und die Organisation der sozialdemokratischen Partei außerordentliche Fortschritte gemacht habe. Unter solchen Umständen sei es doppelt beklagenswert, daß die Sozialpolitiker der bürgerlichen Parteien fortdauernd den Sozialdemokraten in die Hände arbeiten. Zu beklagen sei auch die
28 (Nachdruck verboten.)
Die Kinder.
Novelle von Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
Margot liebt die Geselligkeit, sie macht ein nobles und großes Haus."
„Aber Liebchen, das kostet doch sehr viel Geld! Hat denn Dein Bruder das übrig?"
„Hermann? Nein! Aber Margot muß wohl Vermögen haben, nach der Art zu schließen, wie sie alles zu haben wünschte. Ich habe nie mit meinem Bruder darüber gesprochen, aber ich glaube bestimmt, daß meine Schwägerin reich ist."
„Trifft Doktor Rothe Deinen Bruder nicht zuweilen am dritten Ort? Ich meine, bei gemeinsamen Bekannten oder in einem Klublokal?"
„Das scheint sehr selten der Fall zu fein. Erwin schreibt etwas bitter, — er beabsichtigte das wohl nicht, es ist aber zwischen den Zeilen zu lesen. Er sagt, er paffe nicht zu den vornehmen Bekanntschaften Hermanns, er sei weder adlig noch reich, und an seiner alten Freundschaft scheine meinem Bruder jetzt nichts mehr zu liegen.
„Margot muß wohl einen großen Einfluß auf ihren Mann ausüben. Uebrigens ist eS nicht schwer, Hermann zu beeinfluffen, wenn man ihn nur ein wenig zu nehmen versteht! Ach, wenn es nur den Kindern gut ginge! Erwin schreibt so schrecklich wenig über sie; wie soll er auch anders können, wenn er sie nie spricht?"
„Mir will es oft scheinen," sagte Ella bedächtig, während fie zerstreut in einem Schulheft blätterte, „als ob Du Deines Bruders
Kinder lieber hättest, als Erwin Rothe, den Mann, der Dich so zärtlich liebt und der Dir auch alles in allem fein müßte!"
„Nein, Ella, — nein! Es ist nicht so, wie Du denkst! Ich lasse mich nicht bloß gnädig und ruhig von Erwin lieben, ohne meinerseits etwas anderes zu empfinden, als Freundschaft und Dankbarkeit. Ich hab' ihn sehr lieb, und ich würde sehr unglücklich sein, wenn ich ihn nicht hätte! Freilich — ich würde ihn wohl noch ausschließlicher lieben, wären die Kinder nicht da! Es ist etwas Geteiltes in meinen Gefühlen, ich muß das zugeben! Aber ist das denn am Ende zu verwundern? Denk' doch nur: jahrelang habe ich, und ich allein, die volle Verantwortung für die Kinder gehabt, denn selbst als Helene noch lebte, gehötten sie mir ganz allein. Sie war schwerkrank, und Hermann, — der hat sich immer herzlich wenig um die Kinder bekümmert, namentlich um Walterchen nicht, — und Liddy hat er auch immer bloß wie ein Spielzeug behandelt. Leb' Du einmal jahrelang tagaus tagein mit Kindern, die Du ohnehin schon lieb hast, die Dir so nahe verwandt find, — teile alles mit ihnen, hege und pflege fie, sieh, wie sich ihre Anlagen, ihre Fähigkeiten entwickeln, ihr Gemütsleben sich entfaltet, . . . und wolle dann nicht zugestehen, daß fie zu Dir gehören wie Luft und Licht, und daß ein Stück von Deinem Herzen weg- geriffen wird, wenn man sie Dir nimmt! Das weiß auch Erwin recht gut; er hat mit ein paarmal zu verstehen gegeben, er fei eifersüchtig auf die Kinder, er fände, ich zöge sie ihm vor. Ach, er ist ein tatkräftiger, selbständig denkender Mann, der fich allein weitrrhelfm muß, .... fie aber warm hilflos und nur auf mich an
gewiesen. Von mir forderten sie alles, ich mußte beständig für fie da fein! Wenn ich denke, wie unzählige Male des Tages und in welch' verschiedenem Ton sie „Tante Käthe" riefen! Und das kann ich von mir sagen: es war mir nichts zu viel und zu schwer für sie Ich hab' mich nicht „aufgeopsert", wie Erwin das manchmal behaupten wollte, . . . ich habe nur meine schönste und lohnendste Aufgabe darin gesehen, fie zu guten, tüchttgen Menschen zu erziehen, und wenn ich das erreicht, oder doch das Ziel nahe vor mir gesehen hätte, . . . dann wär' ich Erwin mit glücklichem, freudigem Herzen gefolgt!"
„Du hast ein ungewöhnlich stark entwickeltes Pflichtgefühl!" sagte Ella anerkennend und heftete einen Blick auf ihre Freundin, in dem neben sehr viel zärtlicher Liebe auch ein gutes Teil Hochachtung lag.---
Es war am Abend desselben Tages. Trockener, körniger Novemberschnee fiel in feinen Flocken vorn Himmel, die Laternen, die in P. ziemlich spärlich vertreten waren, brannten tote im Nebel. In dem Arbeitzimmer der beiden Freundinnen, das auch zugleich Salon, Wohn- und Speisezimmer war, — fie besaßen außerdem nur noch eine Hinterstube zum Schlafen — sah es gemütlich ans, die Vorhänge waren Heruntergelaffen, die Hängelampe verbreitete helles Licht, der weiße Kachelofen behagliche Wärme. Waren alle Möbel auch einfach, so so waren fie doch solied und zweckdienlich gearbeitet, und da alles im Zimmer neu und peinlich sauber gehalten war, so bot das Ganze einen sehr anheimelnden Anblick. Ella Dorn saß am großen Tisch in der Mitte des Zimmers und bereitete sich aus einem GeschichtS
rufe für den großen Gelehrten, Nekrologe, dis in den Organm des berliner Fortschrittsklüngels jedes Maß nüchterner Bewertung vermissen ließen, insbesondere soweit der Politiker Virchow in Betracht kam. Der Mensch Virchow mag unseretwegen als so groß gelten, wie seine Bewunderer ihn preisen. Der Gelehrte Virchow befand fich schon seit längerer Zeit in Dekadence, doch mögen über ihn die wissenschaftlichen Fachkreise abutteilen. Was uns an Virchow allein interesfiert ist der Politiker. So gewiffenhast wir jedoch die ihm gewidmeten Nekrologe durchforscht haben, die sämtlich, gleichviel, ob frei« sinnigen oder offiziösen Ursprungs, feine Charakterstärke betonten, eine feiner „Großtaten wurde allseitig ignoriett. Als nämlich im Jahre 1866 Preußens Armee bereits ihren Aufmarsch auf den böhmischen Schlachtfeldern begonnen hatte, berief der Berliner Fortschrittsring an einem Sonntagvormittag in Berlin eine große Volksversammlung, um feierlich gegen den Bruderkrieg zu protestieren. Festredner war Rudolf Virchow! Während indessen der alte Ziegler in Breslau gleichzeitig die von den dortigen Fortschrittlern mit Begeisterung aufgenommene patriotische Erklärung abgab: das Herz der preußischen Fortschritts^ Partei fei stets dort, wo Preußens Fahnm wehen, eiferte Virchow als Friedensapostel gegen den Bruderkrieg und namentlich gegen feinen Urheb er Bismarck, welchen er mit Ministeranklage bedrohte. DaS deutsche Nationalbewußtsein wird schwerlich dar» über hinwegsehen, daß Virchow als intellektuellster Wortführer des Berliner FottschrittS damals des alten Mahnwortes vergaß, welches Schweigen als Gold bewertet. Stellt man aber neben diese Tat die andere, in allen Virchow- Nekrologen dick unterstrichene, daß er der Erfinder des Wortes „Kulturkampf" war, so wird, selbst vom demokratischen Standpunkte aus, bie Geschichte urteilen, daß diese Wortprägung nicht einmal Silber, geschweige denn Gold war, wohl aber jenes dünkelhafte Milieu enthüllt, welches Staat und Kirche durch „freie" Wissenschaft brach legen will. Es ist also keineswegs die schlichte, jedes Pathos verschmähende Redeweise Virchows, die ihn den breiten Schichten der Nation niemals recht nahe kommen ließ, welche empfinden, daß zwischen ihren nationalen und patriotischen Impulsen und Virchowsche» Idealen eine breite Kluft befestigt ist."
Fürsorgliche Stadtväter.
Die berliner Stadtverordneten haben Beratungen gepflogen, wie der Fleischverteuerung abzuhelfen fei. Sie find als praktische Männer zu dem Ergebnis gekommen, daß „andere Leute", nämlich die Landwirte durch Oeffnung der Grenzen genötigt werden sollten, den Großhändlern billiges Vieh zu verschaffen. Es ist
Werk zur morgigen Stunde in der ersten Klaff« vor, — fie war eine sehr tüchtige Lehrerin und erzielte ausgezeichnete Resultate bei ihren Schülerinnen. Ihr gegenüber faß Käthe und forrigierte französische Uebersetzungen der zweiten Klasse B; vor Ella stand die Weinflasche und ein großes Stück Torte, — daran wollten sich die fleißigen Damen nach vollbrachter Arbeit erlaben.
Unten schrillte die Hausglocke, — ein eiliger Schritt kam die Treppe empor.
„Der Postbote!" rief Käthe und sprang hastig auf.
„Aber Käthe! Darling! So fei doch ruhig!" mahnt Ella. „Wie, wenn es um eine Täuschung
wäre!"
Diesmal war es keine. Ein Brief lag in Käthes Hand, ein dicker, schwerer Brief, das Couvert mit dem aufgedruckten Stempel ihres Bruders, die Adresse in hübscher, schon ziemlich flüssiger Kinderhand, — Liddhs Schrift! Mit bebenden Händen öffnete da» junge Mädchen den Brief, es war nicht einmal enttäuscht, daß von ihrem Bruder und beffen Frau kein Wort in ben losen Blättern, bie vor ihr auf bem Tisch verstreut lagen, babei war,... hatten doch die Kinder zu ihrem Gebuttstag geschrieben, — die Kinder!! —
Zunächst griff Käthe nach Liddhs Brief:
„Liebe, liebe Tante Käthe! Diesmal schreiben wir ganz allein an Dich, weil der Papa auf acht Tage mit der Mama nach Berlin gefahren ist. Da8 ist auch ganz gut, da kann ich schreiben, was ich will! Ich habe von Papas Schreibpapier aus bem Bureau genommen, worin bet
Schlüssel steckt.
(Fortsetzung folgt)