mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
jy. 224
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Marburg
Freitag, 12. September 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universttäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
Gleiche Kappen — gleiche Brüder!
Nachdem die deutsche Sozialdemokratie durch ihren professionellen Theoretiker Kautskh wiederum ihren revolutionären Charakter sowie die Tatsache in Erinnerung gebracht hat, daß die vornehmste Ausgabe des sozialdemokratischen Zukunstsstaates die Entziehung alles Privateigentums sein werde, wenigstens soweit dasselbe nicht in Händen von Proletariern ist, scheint es sich neuerdings die sozialdemokratische Presse auch zur besonderen Aufgabe gestellt zu haben, das deutsche Volk recht nachdrücklich daran zu mahnen, daß die deutsche Sozialdemokratie eine internationale Partei und zwar in dem Sinne international ist, daß dieses Wort, soweit das deutsche Reich in Frage kommt, gleichbedeutend mit antinational erscheint. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Auseinandersetzung zwischen dem Deutschtum und anderen' Nationalitäten innerhalb des deutschen Reiches als in Bezug auf die äußeren Beziehungen Deutschlands zu anderen Nationen und Staaten.' In ersterer Hinsicht ist dem Kokettieren mit dem Polentum, auf das die polnischen Sozialdemokraten Oberschlefiens allerdings mit einem verdienten Fußtritt geantwortet haben, alsbald die offene Parteinahme für diejenigen Bestrebungen gefolgt, welche darauf abzielen, die deutsch und dänisch gemischten Teile Schleswigs als Südjütland wieder an Dänemark zu bringen. Nach der anderen Seite hin ist noch in frischer Erinnerung, wie eifrig die sozialdemokratische Presse für die chinesischen Boxer gegen Deutschland und die Deutschen Partei ergriffen hat und wie eifrig sie bemüht gewesen ist, die deutschen Truppen und ihr Verhalten während der chinesischen Expedition aus das G r ö b l i ch st e zu beschimpfen. In jüngster Zeit hat sodann allein die sozialdemokratische Preffe sich ohne weiteres und unbedingt die Auslegung der bekannten Rede des Präsidenten Rooseveelt über die Monroedoktrin, als sei diese Rede ausschließlich gegen Deutschland gerichtet, angeeignet, während doch sonst überall mit Recht darauf hingewiesen ist, daß diese Ausführungen sich doch Mindestens in demselben Maße gegen die imperialistische Kolonialpolitik Großbritanniens richten. Diesem antideutschen Perhalten setzt aber die Behandlung des haitischen Zwischenfalles die Krone auf. Während es sich darum handelte, einen seeraubartigen Angriff auf ein deutsches Schiff und die deutsche Flagge zu sühnen, und ebenso diese Sühne in geradezu musterhafter Weise durch S. M. S. „Panther" herbeigeführt worden ist, bringt es das sozialdemokratische Parteiblatt
27 «Nachdruck verboten.)
Die Kinder.
Novelle von Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
„Käthe, die Quadrille gehört natürlich mir!" flüstert Erwin Rothe dem jungen Mädchen zu. Er kann heute nicht förmlich reden und „Fräulein" zu ihr sagen, wenn nur sie es hört, — er kann nicht! Sie weiß ja, wie es um ihn steht, sie wird es ihm nicht verdenken, — — ist es doch der letzte Abend!!
Und der geht hin, rasch genug, in Jubel und Trubel, tn rauschender Musik, in Tanz und Lustbarckeit! Der Vollmond aber, wie er in dieser keuschen, Hellen Mainacht über die Dächer steigt und in Baumeister Frehtags Haus hineinschaut, sieht ein junges Mädchen in weißem Kleid neben einem Kinderbett knieen, in dem ein Leiner Knabe schläft, und bitterlich weinen!
*- *- *
VH.
„Ist der Briefträger noch nicht dagewesen, Ella?" fragt Käthe Frehtag, legt ihr Bücherpäckchen auf den zunächst stehenden Stuhl und blickt mit großen und erwartungsvollen Augen ihrer Frsmdin ins Gesicht.
„Stein, Du gieriges Menschenkind I" ruft diese munter, nimmt Käthe bäm Kopf und küßt fie tüchtig ab. „Und das ist die Straft für Deine Unersättlichkeit, — nach der fürst- lichen Geburtstagsbescheeruug, die ich heute früh für Dich onf gebaut hatte! Nimm Dein Pelzmützchen ab, Du süßer Käfer, zieh' den Mantel herunter, so! Und nun fetz' Dich daher und laß' ein vernünftiges Wort mit Dir reden!" Käthe nickt ihr zu und fetzt sich, aber das
fertig, Deutschland und die Reichsregierung wegen ihres Vergehens zu verhöhnen. Es hat sowohl für die deutsche Rechtsauffaffung der Behandlung des Hamburger Schiffes durch ein, Rebellenschiff wie für die praktischen Konsequenzen, welche in der Exekution jenes Schiffes durch den „Panther" aus dieser Rechtsauffassung gezogen sind, nur grimmigen Spott.
Die Tatsache richtet sich selbst, fie bedarf keines Kommentars. Sie enthält auch für u n die wir die Bezeichnung „international", welche sich die deutsche Sozialdemokratie beilegte, stets richtig in dem Sinne von „deutschfeindlich" auf- gefaßt haben, nichts neues, wohl aber, ist eS' von einem gewissen praktisch - politischen Interesse, daß dieser antideutsche Charakter der Sozialdemokratie gerade jetzt so nach ■-> drücklich von ihrer Presse betont wird,, wo, die Sozialdemokratie sich anschickt, die Rolle des Vorkämpfers in dem Kampfe gegen den Zolltarif entwurs zu spielen und wo unsere bürgerlichen freihändlerischen Parteien nur zu bereit sind, ihr Gefolgschaft zu leisten. Man wird auch in denjenigen Kreisen, in denen man bisher dieser Seite der Sache nicht bie' nötige Aufmerksamkeit zugewendet hat, sich sagen müssen, daß eine Sache, welche von einer so entschieden antideutschen Partei, wie der Sozialdemokratie, so lebhaft bekämpft wird, wie der Zolltarif, nicht bloß im deutsch-nationalen Interesse liegen, sondern für die deutsch-nationale Sache von der allergrößten Bedeutung sein muß. Man wird sich in diesen Kreisen ferner nicht verhehlen dürfen, daß man mit der Unterstützung der Sozialdemokratie in dem Kampfe gegen den Zolltarif die Geschäfte dieser grundsätzlich das deutsche Reich bekämpfenden Partei besorgt. Auf diejenigen unserer Politiker, denen der Freihandel über alles geht, werden solche Erwägungen zwar keinen Eindruck machen, aber diejenigen Kreise unserer Bevölkerung, welche sich auch in den wirtschaftspolitischen Kämpfen noch emStücknationalen Bewußtseins erhalten haben, werden doch stutzig werden müssen, ob die Waffenbrüderschaft mit der Sozialdemokratie sich mit deutsch-nationaler Gesinnung und deutsch-nationalem Denken und Fühlen verträgt und sie werden bei näherer Erwägung zu der Ueberzeugung gelangen müssen, daß wer treu zum deutschen Reiche steht, auch in den Handels- und zollpolitischen Kämpfen seinen Platz nicht neben der Sozialdemokratie nehmen kann, sondern notwendig auf der Seite stehen muß, welche jene nachdrücklich bekämpft. W.
„vernünftige Wort" redet sie zunächst noch nicht, sie überläßt das ihrer Freundin.
„Dreiundzwanzig Jahre alt!" sagt diese kopsschüttelnd und betrachtet halb gerührt, halb bewundernd das feine, blonde Menschenkind, das da vor ihr fitzt. „Und siehst aus, wie siebzehn, — na, sagen wir: achtzehn! Unser Herr Schulrat hatte recht, als er neulich meinte: Wenn ihr Freundin doch nur etwas älter aussehen möchte! Sie ist wie ein Backfisch, der eben mit der Schule fertig ist! — Jedenfalls, ich seh' neben Dir aus, wie Deine Mutter!"
„Unfinn!" wirst Käthe ein.
„Gar kein Unfinn, bitte! Mit meinem dicken, braunen Geficht und meiner untersetzten Figur! Ich bin ja auch beinahe fünf Jahre älter wie Du, da hab' ich schon mütterliche Rechte. Komm' jetzt, Kleine, trink' ein ElaS Wein, und iß ein Stück Geburtstagskuchen, es dauert noch gut ’ne Stunde, bis unsere Frau Wirtin unser opulentes Diner fertig hat!"
„Sag' das doch nicht in dem ironischen Ton, — das Essen ist immer sehr gut!"
„Ist eS auch! Nahrhaft und wohlschmeckend, — na, und Finessen brauchen ja zwei arme Kirchenmäuse von Lehrerinnen auch nicht. Wenn ich das manchmal beklage, ist mir's bloß um Dich zu tun, mein Schneckchen, — ich entbehr' so etwas gar nicht!"
„Ich auch nicht Ella!"
„Wer Du warst es doch so gewöhnt in Demes Bruders Haus!"
Käthe schweigt und ihr B8ck trübt fich^ — gift das den guten Leckerbissen in des Bruders Häuslichkeft?
„Armes, liebes Tierchen," sagt Ella und streichett Käthes Wange, „haft Du solche Sehn- fucht dorthin?" —
Umschau.
Deutscher Juristentag.
Bei der gestrigen Eröffnungssitzung de8 Deutschen Juristentages begrüßte Staatssekretär Nieberding im Namen des Reichskanzlers bie Erschienenen, unter denen sich auch österreichische Juristen befinden. Die Reichsregierung habe dem Juristentage stets eine ganz besondere Bedeutung beigelegt, da er gewissermaßen anregend und vorbereitend für die praktische Gesetzgebung gewirkt habe. Das Reichsjustizamt betrachte den Juristentag als die vornehmste Stätte zum Austausch von Gedanken über die Fortbildung der Nechtsan- schauungen des deutschen Volkes. Der Juristentag stelle einen fruchtbaren, wahrhaft glücklichen Zusammenhang zwischen der idealen Arbeit und den praktischen Problemen des politischen Lebens dar. Der Vorsitzende Brunner dankte dem Staatssekretär für die begeisternden Worte. Justizminister Schönstedt schloß sich im Namen der preußischen Justizverwaltung der Begrüßung Nieberdings an. Durch das zwanglose Zusammenwirken der Berufsgenossen in Nord und Süd, die treue Mitarbeit der Mitglieder, auch der Oesterreichs, würde für die Rechtsentwicklung Deutschlands viel Ersprießliches geschaffen. Die Staatsregierung blicke mit Dank auf die bisherigen Leistungen des Juristentags zurück. Der Vorsitzende begrüßte dann ganz besonders die Teilnehmer aus Oesterreich und der Schweiz, die, wenn auch politisch von uns geschieden, doch zum gemeinsamen deutschen Sprachgebiet gehören. Nach einer kurzen Pause begannen die Sitzungen der drei Abteilungen für Strafrecht, Privatrecht, Prozeßrecht. Die Abteilung für Strafrecht nahm eine Resolution an, welche die Durchsicht des Strafrechts als dringend bezeichnet und die Richtung für die Reform angibt.
Die Ausfuhr der vier bedeutendsten Handelsstaaten der Erde.
Eine Ueberficht über die Ein- und Ausfuhr- Verhältnisse der vier bedeutendsten Handelsstaaten während des ersten Halbjahres 1902 zeigt, daß, abgesehen von einer unbedeutenden Ausfuhrsteigerung Frankreichs, allein Deutschland eine Vermehrung seines Exportes gegen die gleiche Periode des Vorjahres, nämlich mit einem Gesamtwert von nahezu 21/4 Milliarden Mark ein Mehr von 152 Millionen auszuweisen hat. Dagegen ist die Ausfuhr Großbritanniens von 2,77 auf 2,7, also um 70 Millionen und gegen die entsprechende Periode in 1900 um 181 Millionen Start gefallen; noch bedeutender gestaltete sich der Rückgang des Aussuhrverkehrs in den Vereinigten Staaten,
Käthe legt ihren Kuchenrest fort und hält die streichelnde Hand fest.
„Es sieht undankbar aus, Ella, und siehst Du, das bin ich wirklich nicht! Wie bist Du gut mit mir gewesen, diese ganze Zeit hindurch, hast mir bei allem geholfen, immer Geduld mit mir gehabt, mich stets verstanden, soviel Arbeit auf Dich genommen, und ich sollte bloß dasitzen und mich von Dir bedienen lasten. Auch heute wieder, was für einen schönen Geburtstagstisch hast Du mir aufgebaut — die Torte und den Wein, die reizende, selbstgestickte Schürze, die Taschentücher, — und mußt Dir Dein bißchen Geld so sauer verdienen! Ich weiß, Du sagst immer, das ist Deine größte Freude, weil Du mich so sehr lieb hast, und das fühle ich auch, — ich will auch nur sagen, wie mich das rührt und wie dankbar ich dafür bin, . . . aber . . . aber — ach Gott, ich kann's nicht leugnen, . . . Heimweh hab' ich trotzdem!"
„Natürlich!" murmelte Ella Dorn mitleidig.
„Wenn ich nur häufiger Nachricht bekäme von daheim, — ich meine von den Meinigen! Hermann hat mir ein einziges Mal in den sechs Monaten geschrieben, — ich weiß, Briefeschreiben ist ihm ein Greuel, und er ist ja auch so sehr beschäftigt! In Margots Briesen, spärlich wie sie kommen, steht eigentlich nie etwas drin, — von dem, meine ich, was mich am meisten interessiert: ob die Kinder gesund und guter Dinge sind, ob fie ordentlich lernen und noch ost an mich denken! Was gehen mich Soupers und Schlittenfahrten und Routs und Picknicks an! Und die Zettelchen, die fie die Kinder an mich schreiben läßt, ... du liebe Zeit, das find direkte Phrasen und nichts weiter! Kein einziges Wort davon kommt direkt auS aus dem Herzen der Kinder, eS find kleine, artige Aufsätzchen, unter Margots Aufsicht Ver
dis im laufenden Jahre bis Ende Juni 2,6t gegen 3 Milliarden Mark im ersten Halbjahr 1901 an Ausfuhrwerten exportierten. Für den Jmportverkehr ergiebt sich annähernd das um gekehrte Bild. Frankreich ist in diesem Jahr» um rund 200 Millionen Mark, Deutschland um rund 150 Millionen Mark gegen den Umfang feiner Einfuhr im Jahre 4900 zurückgeblieben, jedoch haben beide Staaten gegenüber der ersten Hälfte des Vorjahres Mehrimport» von 24 bezw. 100 Millionen Mark aufzuweisen. Großbritanniens Einfuhr, die in der Vergleichs Periode für 1901 eine Steigerung von nahezu 150 Millionen Mark aufzuweisen hatte, ist annähernd konstant geblieben, die Vereinigten Staaten endlich haben ihre Einfuhr um rund 90 Millionen Mark gegen das Vorjahr vermehrt, haben sich aber damit in der ersten Hälfte dieses Jahres nur um etwa 68 Mill. Mark über den in der entsprechenden Periode 1900 bereits erreichten Gesamtbetrag ihrer Importwerte erhoben.
Die englischen Vettern.
Es wäre mehr als sonderbar gewesen, wenn unsere Vettern jenseits des Kanales das ent- schloffene Vorgehen Deutschlands gegenüber den Rebellen von Haiti hätten hingehen lassen, ohne uns etwas am Zeuge zu flicken. So schreibt die „Daily Express": „Jedenfalls ist das Verhalten Deutschlands erstaunlich. Es ist nicht üblich, für derartige Untersuchungen eines Kauffahrteischiffes auf Kriegskontrebande dadurch Vergeltung zu üben, daß man das untersuchende Schiff zum Sinken bringt. Derartige Zwischenfälle werden für gewöhnlich auf diplomatischem Wege erledigt, und, wenn die Untersuchung ungesetzlich war, eine Entschädigung bewilligt. Die Marine des Kaisers mischte sich, wie wir bemerken möchten, nicht ein, als englische Kriegsschiffe deutsche Kauffahrteischiffe festnahmen, von denen man annahm, daß sie während des südafrikanischen Krieges Kontre- bande trügen. Da die Vereinigten Staaten nicht geneigt sind, das Verhalten der Regierung von Haiti bei Beschlagnahme der Waffen als unberechtigt zu betrachten, so werden sie vielleicht zu den Schwierigkeiten, die der Kreuzer „Panther" heraufbeschworen hat, ein Wort zu sagen haben."
Auch das kleine Denuntiatiönchen ist so echt englisch! " Geradezu köstlich aber wirkt der Vergleich der haitischen Rebellen mit den englischen Kriegsschiffen, die sich seinerzeit des Uebergriffes gegen deutsche Schiffe schuldig machten. Etwas anders haben wir doch das Vorgehen der englischen Schiffe beurteilt und nun ist es interessant zu sehen, wie ein englisches Blatt
saßt! Wieviel lieber möchte ich Fehler lesen und schlechte Satzkonstruktionen und schiefe Linien oder krumme Buchstaben sehen, . . nur daß die Kinder selbst schreiben möchten, wie es ihnen ums Herz ist!! Nun hab' ich auf meinen Geburtstag gewartet und gedacht: da muß es kommen! Und nun" — —
„Aber, Kleine, der Postbote kann noch mehrmals kommen!
„Vielleicht!"
„Und heute früh hast Du schon die schönen Bilder zu „Hermann und Dorothea" bekommen mit einem so langen Brief von Ihm, — hat Dich denn das nicht erfreut?"
„Sehr!" Käthe war errötet, ein warmes Leuchten kam in ihre grauen Augen, fie war sehr lieblich anzusehen. „Aber Ella, bei aller Siebe und Treue, die aus dem Brief spricht: traurig hat er mich doch gemacht!
Er — Erwin, meine ich! — empfindet es so sehr, daß noch immer gar keine Aussicht für ihn da ist, mich heimzuführen, daß wir keinen Schritt weitergekommen sind feit dem halben Jahr, da8 wir voneinander getrennt leben. Er ist so fleißig und tüchtig, alle sagen das, er möchte mit aller Macht vorwärts, und er kann es nicht! Durch den ganzen Brief zieht eine solche Mutlosigkeit, die mich niederdrückt!"
„Schreibt er nichts von den Kindern?"
„Er sieht sie sehr selten. Zuweilen auf der Promenade. Ins Haus meines Bruders kommt er nie mehr. Er hat ein paar Besuche dort gemacht, — fie haben ihn aber nicht aufgefordert, wiederzukommen, laden ihn auch nicht ein, wenn fie Gesellschaften geben. Die alten, gemütlichen Abende haben ganz aufgehört, — auch Maas kommt nicht mehr hin — es ist ein total neuer Verkehr bei Hermann, meistens Offiziere mit ihren Familien. (Forts, folgt.]