mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Mittwoch, 10. September 1902. "*
37. Jahrg.
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Aus dem Kreise Kirchhain.
Vor längerer Zeit veröffentlichten wir bereits einen Attiktt, der sich mit einem von den Bewohnern Kirchhains und Umgebung sehr schmerzlich empfundenen Uebelstand beschäftigte, nämlich der unzweckmäßigen Zugverbindung Kirchhains mit der Main-Weser- Bahn. Da eine Aenderung hierin dringend nötig ist, so kommen wir heute nochmals auf die Sache zurück. Bereits wiederholt ist berechtigte Klage darüber geführt worden, daß auf der Ohmtalbahn nach 5 Uhr 55 Min. abends kein Zug mehr bis nach Kirchhain fährt, da der abends 9 Uhr 40 Min. in Nieder- Gemünden abfahrende letzte Zug bekanntlich nur bis in die Mitte des Ohmtals, nach der kleinen Station Nieder-Ofleiden geht und hier endet. Für die nördlichen Stationen der Ohmtalbahn ist das Fehlen eines späteren bis nach Kirchhain fahrenden Abendzuges recht unangenehm, besonders für Geschäftsleute und andere Reisende von außerhalb, welche, wenn sie von einer der nördlichen Ohmtalbahnstationen nach der Hauptbahn (Kirchhain, Marburg usw.), zurückreisen wollen, schon gegen 5 Uhr nachmittags, also meistens viel zu früh für ihre Geschäfte, abfahren muffen. Diesem Uebelstande könnte leicht dadurch abgeholfen werden, daß der letzte, jetzt in Nieder-Ofleiden endende Zug bis nach Kirchhain durchgeführt würde. Dieser Zug, der jetzt sogar vielfach leer, durchweg aber äußerst schwach besetzt auf der gering bevölkerten Station Nieder-Ofleiden ankommt, würde bei der Durchführung bis nach Kirchhain an die Hauptbahn ohne Zweifel ganz anders belebt werden. In gleicher Weise erwünscht wäre es auch, daß morgens aus der Ohmtalbahn in Kirchhain ein früherer Zug abginge als der jetzt erste um 8 Uhr 50 Min., also erst kurz vor 9 Uhr. Dies ist viel zu spät. Unbedingt ist hier noch ein früherer Zug erforderlich. Auch hier bietet sich Gelegenheit zur Verbesserung, indem der jetzt in dem kleinen Stationsorte Nieder-Ofleiden (Mitte der Strecke) um 6 Uhr 8 Minuten morgens beginnende nach Nieder - Gemünden fahrende Zug von Station Kirchhain aus abgelassen wird, woselbst auch durch die Nacht- und Frühzüge der Main- Weserbahn nach beiden Richtungen Verbindung und Anschluß vorhanden wäre. Außerdem vermag die mehrere Taufend Einwohner zählende Kreisstadt Kirchhain dem ersten Zuge doch weit eher Verkehr zu gewähren als der kleine Ort Nieder-Ofleiden. Die Lage des Zugbeginns |in Nieder-Ofleiden ist und bleibt sowohl für die Bevölkerung im hinteren Ohmtal, wie auch für die Ohmtalbahn felbft eine höchst unzweckmäßige. Der kleine, nur sehr gering bevölkerte Stationsort, mitten an der Strecke gelegen, kann für eine L., — 1
25 Nachdruck verboten.)
Die Kinder.
Novelle von Marie Bernhard.
Kortsetzuug.)
Margot gelüstete es garnicht danach, sich eine Last auf ihre Schultern zu laden. Wenn Liddh unartig und widerspenstig war, würde sie sie einfach laufen lassen und sich nicht um sie bekümmern; das fehlte ihr nur noch, sich die Stimmung mit einem eigensinnigen Kinde zu verderben! Das kleine Ding mit seiner Estel- keit und unbewußt hervortretenden Arroganz konnte dann auch wieder unglaublich amüsant und komisch sein, auch war es nett, mit einem so hübsqen, modern gekleideten Kinde sich zeigen!
Mit dem Knaben lag die Sache noch schwieriger! Käthe hatte es gleich in den ersten Tagen, die der Verlobung folgten, Margot gegenüber wiederholt betont: „Walterchen ist ein seelensgutes Kind! Wer es nur versteht, sich sein kleines Herz zu gewinnen, der hat mit ihm leichtes Spiel!"
Nun, Margot hatte es eben nicht verstanden, sich das kleine Herz zu gewinnen. Der kränkliche kleine Junge mit seinem blaffen Gesicht, dem scheuen Wesen und den großen melancholischen Augen war ihr grenzenlos langweilig und gleichgiltig. Sie wußte nichts mit ihm anzusangen, sie schenkte ihm Bonbons und Bleisoldaten, aber die Bonbons durste er nicht essen, und mit Soldaten spittte er nicht gern, — seine liebste Beschäftigung war, neben Tante Käthe zu fitzen und zu zeichnen. Um die „ganze Zeichnerei" kümmerte sich Margot keinen Pfiffer- ling, fie war außerdem stets in Angst, der Junge könnte wieder krank werden, und wünschte
auch nur geringe Besetzung des ersten und letzten Zuges nicht der richtige Ort sein. Die Bewohner eines so kleinen Ortes haben nicht ein solches Reisebedürfnis, daß hier zweckmäßig der erste Zug am Tage beginnt und der letzte endet. Es ist ein dringendes und tatsächlich wohlbegründetes Bedürfnis, daß Kirchhain Zugbildungsstation für di? Ohmtalbahn wird. Der Kreis Kirchhain als Eigentümer der Ohmtal- (Klein-) bahn wird fich der notwendig werdenden Erbauung eines kleinen Lokomotivschuppens auf Station Kirchhain sicher nicht entziehen, wo es das Interesse des Kreises und seiner Bevölkerung zu fördern gilt. Dem Vernehmen nach ist Stimmung für den Plan vorhanden, wie es ja auch bei der klaren Sachlage gar nicht anders sein kann. Hoffen wir, daß die Sache nach Kräften gefördert wird und recht bald zum günstigen Abschluß kommt.
Umschau.
Der Kaiser und die Kriegervereine. Bei seinem Trinkspruch an das fünfte Armeekorps hat Se. Majestät der Kaiser auch der Kriegervereine in wahrhaft herzerquickenden Worten gedacht. Er sprach:
Ich würde aber bei meinem Trinkspruch auf das Armeekorps nur zur Hälfte seinen Leistungen gerecht werden, wenn ich nicht zugleich an das andere Armeekorps dächte, das heute im schwarzen Rock, den Hut in der Hand, mit seinen Fahnen vor uns stand, die 8000 Krieger, die in der Straße aufmarschiert standen. Auch sie haben zu meiner Seele gesprochen. Es reihte sich dort Kreuz an Kreuz und Schnalle an Schnalle. Das sind die Leute die die Geschichte des Korps geschrieben haben, die mitgehslfen haben, unser Vaterland zu einigen; das sind die Kämpfer, die meinem Vater in die blauen Augen geschaut haben, als fie ihm den Sieg erfochten hatten. In den Glückwunsch an mein Korps möchte ich daher auch meine Freude mischen über die vorzügliche, deutsche Haltung der Kriegervereine, die ich heute gesehen habe. Mögen diese Leute den jungen Soldaten als Vorbilder dienen, daß der alte Geist jener Kriegskameraden fich immerdar bewähren möge.
Diese Worte richten.sich, wie aus dem Schlußsätze hervorgeht, nicht allein an die Krieger, die an der Posener Parade teilgenommen oder dem fünften Armeekorps ange- hört haben. Sie sind an sämtliche deutsche Kriegervereine, die das feste Band der Kameradschaft umschließt und in denen der Geist der Königstreue und Vaterlandsliebe lebendig ist, gerichtet. Jeder alte Krieger wird mit Stolz diese kaiserliche Anerkennung
nur, dies geschähe noch jetzt, solange Käthe im Hause sei, und würde unter deren Hilfe „absolviert". Es ahnte ihr auch, der Abschied von „Mama Käthe" würde den Kleinen namenlos ausregen und in ihr gänzlich entfremden, da er notwendigerweise in ihr, der „neuen Mama", die Ursache erblickte, weshalb Tante Käthe sott- ging. Kurz, fie würde einen schweren Stand mit beiden Kindern haben, sie war aber fest entschlossen, sich jede ernstliche Sorge abzuschütteln und sich um pädagogischer Dinge willen, die nie für fie das mindeste Interesse besessen hatten, keine grauen Haare wachsen zu lassen! —
Und Käthe saß an der glänzenden, geschmückten Hochzeitstafel, inmitten der fröhlichen, lärmenden Gesellschaft, und das Herz lag ihr schwer, — schwer in der Brust, trotzdem Erwin Rothe neben ihr saß und sie ost und ost, Trost und Stärkung suchend, in seine liebevollen Augen sah. Sie wußte, er hatte fie lieb und sehnte den Augenblick herbei, da er fie in den Arm nehmen und als seine geliebte Frau ins eigene Heim führen durfte, — aber, ach, wann würde das sein? Die Ausfichten für die Philologen standen schlecht, — und selbst wenn fich die heißbegehrte Anstellung fand, : . . würde fie e8 ihm ermöglichen, ein mittelloses Mädchen zu heiraten und seine Mutter, nach wie vor, zu unterhaften?
Aber nicht das allein war es, auch nicht der nahe Abschied von „zu Hause", waS ihr das Herz drückte! Mitten unter clll' den lachenden, lebensvollen Gesichtern sah fie in ihres Geistes Auge eines, das war nicht lachend und nicht lebensvoll, — — ein blaffes, eingesunkenes, früh gealtertes Franenantlitz Watts aus dem die flehenden Augen in die ihrigen blickten, während kaum vernehmlich, wie ein Hauch, es
lesen und für jeden wird sie ein neuer Ansporn sein, immerdar zu der Seele ihres obersten Kriegsherrn zu sprechen und den jungen Soldaten als Vorbilder zu dienen.
Zu Virchows Leichenbegängnis.
Virchows irdische Hülle ist gestern in neunter Abendstunde vom Trauerhause in der Schelling- straße nach dem Rathause gebracht und dort im Festsaal in einem prachtvollen Sarge inmitten eines Lorbeerhaines aufgebahrt worden. Zur Rechten des Sarges ist das im Donatorensaale des Rathauses befindliche Bildnis des Verstorbenen, zur Linken das flornmhüllte Banner der Stadt Berlin aufgestellt. Aus dem Grün der den Saig umgebenden Bäume und Blattpflanzen ragen hohe Kandelaber mit zahlreichen Kerzen empor. Rechts neben dem Sarge wird sich die Rednertribüne erheben. Den Trauerzug, der sich in der König- und Jüden- straße ordnen wird, eröffnete ein MufikkorpS, fodann folgten die Träger des Riesenkranzes, welchen die städtischen Behörden gestiftet haben, die wissenschaftlichen, studentischen und anderen Vereine und Deputationen. Hinter dem Leichenwagen folgten die Familienmitglieder, die Ehrenbürger der Stadt Berlin, die Stadtältesten, die Mtglieder des Magistrats und der Stadt- verordneten-Dersammlung.dieBürgerdepufterten, Bezirksvorsteher und städtischen Beamten derjenigen Deputationen usw., welchen der greise Gelehrte angehört hat. Städtische Beamte und Nuntien begleiteten den Zug mit umflorten Marschallstäben. Der Trauerzug bewegte sich durch die Königstraße, Spandauerstraße, Kaiser Wilhelmstraße über die Kaiser Wilhelmsbrücke durch den Straßenzug Unter den Linden über den Opernplatz, an der katholischen Kirche vorüber, durch die Behrenstraße, Markgrafenstraße, Lindenstraße, Belleallianceplatz, Bellealliancestraße, Dorkstraße und Katzlerstraße nach dem Matthäikirchhof. Dem berliner Magistrat sind von verschiedenen ausländischen Gemeindeverwaltungen Beileidskundgebungen anläßlich des Ablebens Virchows zugegangen, u. a. von Brünn, Neapel, Bologna. Bei der Familie Virchow sind aus allen Gegenden der Welt Beileidstelegramme eingegangen. Das Leichenbegängnis Virchows findet heute, im Anschluß an die Trauerfeier im Rathause gegen zwölf Uhr mittags statt.
Die Vernichtung des Kanonenbootes „Erste ä Pierrot".
Ueber die schnelle Erledigung, welche der „Marcomonnia"-Zwischenfall durch das Eingreifen S. M. Kanonenboot „Panther" gefunden hat, liegt hier folgende amtliche Nachricht vor:
fort und fort an Käthes Ohr klang: „Die Kinder! Die Kinder!" — Die Schattengestalt blieb da, fie wich und wanfte nicht, trotz Gläser- klirren und Walzermufik, und Käthe durchschauerte es, und fie sah nach ihrem Bruder hin, — — bemerkte denn der das bleiche Bild nicht auch? — — Nein, das konnte nicht der Fall sein! Er sprach angelegentlich mit seiner ihm heute angetrauten jungen Frau und legte den Arm um fie und lachte hell aus über irgend eine Bemerkung die sie machte. Was hatte Hermann Frehtag heute mit Toten und Schatten zu tun? Und fie, um deretwillen die arme Verstorbene sich so unsagbar gesorgt, denen ihr letzter bewußter Blick, ihr letzter Seufzer gegolten hatte, sie saßen in Käthes Nähe am unteren Ende der Tafel, Liddy rosig und bildhübsch in ihrem gestickten Kleide, Sett schlürfend aus einem Glase, das ein junger Offizier ihr lachend hinhielt, Walter mit einem Hauch von Farbe auf dem schmalen Gesichtchen, eben im Begriff, auch zu trinken, aber, auf einen ab- mahnden Blick von Käthe, sofort das dargebotene Glas zurückweiiend und ihr mit strahlenden Augen zunickend: „Du kannst ruhig sein, ich tu' es nicht!"
Ach, die Kinder, die Kinder! All' die schönen, fröhlichen Stunden, die fie mit ihnen gespielt und gescherzt, — die ernsten, da fie mit ihnen gespielt und gescherzt, — die ernsten, da sie mtt ihnen gelitten hatte! Vor allem mit Walter! Wie eine Vision huscht das von einem verschleierten Nachtlämpchen matt erhellte Kinderzimmer an Käthes Geist vorüber — im Bett das fieberglühende, schweratmende Kind, und daneben fie, mit einem Herzen so voll Liebe und Sorge, daß fie zuweilen zwei- felnd dachte: „Kann selbst seine eigene Mutter, —
Der Kommandant S. M. S. „Panther" Korvettenkapitän Eckermann, hatte den Befehl erhalten, das seeräuberische Kanonenboot „Erste ä Pierrot" aufzubringen. Der „Panther" begab fich zu diesem Zweck von Pott au Prince nach Gonaives, wo er den „Erste i Pierrot" vollkommen überraschte. Es wurde nunmehr von dem deutschen Kommandanten folgendes Ultimatum gestellt: „Flagge innerhalb V» Stunde streichen, Schiff räumen und keinerlei Gefechtsvorbereitungen treffen. Sonst erfolgt sofottiger Angriff." Der „Panther" hatte schon vorher „klar zum Gefecht gemacht." Die Flagge wurde daraufhin innerhalb der gegebenen Fttst gestrichen und der „Pierrot" von der Mannschaft verlassen. „Panther" hatte die Absicht, den „Pierrot" hieraufhin in Schlepp zu nehmen. Bald jedoch erfolgte — offenbar durch „ Pierrot "-Mannschaften absichtlich hervorgerufen — die Explosion der Hinteren Pulverkammer, welche dasAchterschiff zerstötte und in Brand setzte. Hierdurch wurde das Jnschlepp- nehmen durch „Panther" unmöglich, da weitere Explosionen nicht ausgeschlossen waren. Da aber außerdem hiettn ein feindlicher Akt erblickt werden mußte und die vorderen Geschütze noch gebrauchsfähig waren, so ließ der Kommandant S. M. S. „Panther" auch die vordere Pulverkammer und den Kessel durch Granatfeuer zur Explosiv» bringen. Als dies geschehen, brach „Pierrot" auseinander und sank. Admiral Killik befand sich bei den Rebellen an Bord. Gonaives ist in den Händen der Rebellen.
Das haitische Kanonenboot „Erste ä. Pierrot" war im Jahre 1895 auf der Errol'schen Werst in Glasgow vom Stapel gelaufen. Seine Bestärkung bestand aus zwei Schnellfeuerkanonen zu 16 und 12 cm, vier 10 em - Kanonen, zwei Maschinenkanonen und vier Maschinengewehren. Die eigentliche nautische Leitung soll in der Hand eines in haitische Dienste übergetretenen früheren englischen Steuermanns gelegen haben. Die Besatzung, sowohl Offiziere als Mannschaften, find Haitianer. Der sonderbar klingende Name „Erste ä Pierrot", Bergkammer von Pierrot, soll nach einer früheren mit einem Fort gekrönten Berghöhe gewählt worden sein, auf der der General Toussainte Ouvertüre seinerzeit sich aufgehalten und besonders wichttge politische Handlungen vorgenommen haben soll.
Der Freisinn rafft sich auf.
Die „Freisinnige Zeitung" erklätt die Gedanken an eine Mauserung der Sozialdemokratie zu einer radikalen Arbeiterpattei für Illusionen. Der unter freisinniger Leitung stehende Ge- nvssenschaftstag schließt die sozialdemokratische» Konsumvereine aus, weil sie den Klaffenkampf in das Genossenschaftswesen hineintragen und fich der Organisationen bemächtigen wollen, um
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kann selbst Helene Walterchen mehr geliebt haben, als ich ihn liebte?"
Und nun wieder zu fremden Kindern müssen, — zu so vielen neuen! Nicht mehr das wohltuende Gefühl haben dürfen: „Du kannst Herrn! Du gehörst zu diesen Deinen nächsten und liebsten Menschen und sie gehören zu Dir!" Und noch Gott danken muffen, daß sich wenigstens da eine Tätigkeit für fie gefunden hatte, wo ihre einzige Freundin lebte, die alles tun würde, ihr die neuen Verhältnisse erträglich zu machen!
Mit Margot, ihrer neuen Schwägerin, war es gekommen, wie Käthe es am ersten Tage ihrer persönlichen Bekanntschaft vorausgewußt hatte: fie verkehrten äußerst höflich und freundlich mit einander, und dabei hatte es fein Bewenden. Margot vergab es der jungen Schwägerin nicht, daß fie ihr gleich in der ersten Stunde mit diesem warmen Herzenston von „ihrer lieben Helene", der Wcckter so ähnlich sah, gesprochen hatte; fie fand das taftlos und unpassend, wie überhaupt die ganze Att des jungen Mädchens der ihttgen schnurstracks zuwlderftest Das hatte natürlich nicht gehindett, daß fie sich von Käthe seine Stickereien unfertigen, weite Gänge gehen und Kommisstonen machen ließ; Käthe fyotte fich ja dazu angeboten und konnte froh fein, sich nützlich machen zu dürfen. Bei den Besprechungen über den Haushalt, die Ein- ttchtungen, die Käthe getroffen, das Geld, daS fie verausgabt hatte, gab es auch Differenzen. „Lieber Himmel, so wenig haben Sie dafür von Hermann bekommen oder gefordert?" hieß es ost. „Da habe» Sie fich aber bedenklich knapp hatten lassen, meine Liebe! Ich kann mich so klein nicht einrichten und werde es auch nicht tun!" r , .
(Fortsetzung folgt.)