Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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JWo 220 bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld). Sonnabends m Morgen- «nd Abend-Ausgabe. 37. JghM.
JnsertionsgebLh^dm^gesp^m Zeile^o^r^deren Raum 10 $fg. SoNNtllg, 7. SepteMbev 1902. und «^^ve^S-Buchdrncker-t
Der Verein deutscher Redakteure.
Ein bedeutsames Symptom unserer Zeit ist der starke Zug nach Zusammenschluß, nach Bereinigung der Vertreter eines Berufes oder Standes zu großen Verbänden und wirtschaftlichen Organisationen zu dem Zwecke, die ethischen und materiellen Jntereffen jedes einzelnen nachhaltig zu fördern und zu vertreten. Denn allein vermag jemand wenig oder nichts, wenn es gilt, selbst eine ihm ideell unbestreitbar zustehende Forderung der Regierung, dem Parlamente, der Gesellschaft oder einem Arbeitgeberverbande gegenüber durchzusetzen, er findet dagegen naturgemäß viel leichter Gehör, wenn alle anderen, die in einem Lande unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen leben und wirken wie er, fich zusammenschließen und gemeinsam ihre Forderungen oder Anfichten geltend machen. Man braucht nur auf die Erfolge hinzusehen, die die organisierten Arbeiter beispielsweise seit der Zeit ihres Zusammenschlusses für ihr eigenes Wohl errungen haben, um den großen Wert einer derartigen Organisation zu erkennen, und es kann niemand wunder nehmen, das praktische Leute sich beeilt haben, aus dieser Erfahrung die naheliegenden Konsequerlzen für sich selbst zu ziehen und sich mit ihren Standes- oder Bcrufsgeuoffen zu organisieren. Landwirte und Bierwirte, Kaufleute und Büreaugehilfen usw., Militäranwärter, Post- Telegraphen- und Steuerasfistenteu, Post- und Steuerunterbeamte, Kleidermacher und Schuhmacher, Aerzte und Rechtsanwälte, Industrielle, Verleger, Faktore, Schriftsetzer und Gott weiß was noch für Berufe und Stände haben sich zu den mannigfachsten Verbänden zusammengeschloffen, um auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege zu erreichen, was der einzelne niemals erringen kann. Alle diese Vereinigungen, die wir genannt und ebenso alle die unzähligen anderen, die zu erwähnen wir uns versagen müssen, sind mit wesentlicher Beihülfe der Presse, also der Redakteure, geschaffen worden, und sind noch jetzt für ihr weiteres Gedeihen auf die stetige Mithülfe der Preffe angewiesen. Und es giebt Wohl keinen Redakteur im ganzen deutschen Reiche, der sich nicht bei der Unterstützung irgend eines zu gründenden oder bestehenden Verbandes schon einmal stark engagiert hätte oder der dabei nicht noch engagiert wäre, von dem man also annehmen muß, daß er von den Vorteilen solcher Organisationen im allgemeinen überzeugt und demnach auch bereit ist, diese Vorteile im besonderen ebenfalls fich selbst und seinen Berufsgenoffen zu verschaffen! So natürlich diese Schlußfolgerung ist, so seltsam berührt die Wahrnehmung, daß sie während der jüngsten Jahrzehnte, die man als das
Zeitalter der Berufs-Organisationen bezeichnen kann, von den Redakteuren keineswegs gezogen worden ist! Ueber der eifrigen und begeisterten, ja leidenschaftlichen Wahrnehmung ihrer Pflicht, für das Wohl anderer Leute,, denen nicht ohne weiteres die Spalten der Zeitungen zur Verfügung stehen, in die Schranken zu reiten, haben sie der größeren Pflicht, für ihre eigenen Interessen und für die ihres Standes zu sorgen, vergeffen! Gewiß ein beachtenswertes und für die Jntereffen des nichtjurnalistischen Publikums sehr erfreuliches Zeichen des uneigennützigen , romantisch - ideal veranlagten Menschenmateriales, aus dem fast alle Redakteure unserer Zeitungen und selbst die fortschrittlichsten Vorkämpfer auf sozialem Gebiete geschnitzt sind! Für ihre Mitmenschen kämpfen sie willig bis auf's Blut gegen alle und jeden, und sei es gegen Kaiser und Reich, für sich selbst begehren sie nichts, find mit einer Aschenbrödelstellung zufrieden, die weder ihrer meist vielseitigen Bildung noch ihren Fähigkeiten und am wenigsten dem Einflüsse entspricht, den die deutschen Redakteure heute tatsächlich auf das öffentliche Leben in Deutschland haben. Der Redakteur von heute ist ein Mann, der mehr oder weniger von den studierten und unstudierten Leuten über die Achse! angesehen wird und den oft in der beleidigendsten Weise zu Hofmeistern sich sogar der für befugt und berechtigt hält, der an allgemeiner Bildung, an Erfahrung und an Kenntnissen so ziemlich als Antipode eines modernen Redakteurs gelten kann. Von manchem, der mit der einen oder anderen Auslastung des Redakteurs seines Blattes nicht einverstanden ist, wird nicht beachtet, daß es für einen Menschen unmöglich ist, es jedem recht zu machen, und vielfach wird die aufreibende Tätigkeit der Männer der Feder kritisiert und abfällig beurteilt, die wahrlich mit ihrem Herzblut in uneigennützigster Weise die Interessen anderer Leute vertreten, die Gesundheit und Lebensfreude für die Allgemeinheit aufopfern, und die, wenn sie in jungen Jahren schon ihre Kraft verbraucht haben, achselzuckend bei Seite geworfen werden und weder auf eine Unterstützung des Staates noch des Geschäftes einen Anspruch haben, für dessen Jntereffen sie sich opferten. Fürwahr, es gehört unter den heute obwaltenden Zuständen für einen Mann ein hoher Grad von Idealismus dazu, den Beruf eines Redakteurs zu ergreifen und trotz aller Anfeindungen, trotz aller Mißachtung auch der erfolgreichsten redaktionellen Tätigkeit mit unverdrossener Freudigkeit die übernommenen Pflichten zu erfüllen. Denn ungleich den Angehörigen anderer Stände flicht weder die Mitwelt noch die Nachwelt dem Redakteure Kränze der
Anerkennung! Das soll jetzt anders werden! Die Redakteure, die bis jetzt immer dafür gesorgt haben, daß anderen Leuten der Tisch nach Behagen gedeckt wurde, und die mit stiller Resignation zuschauten, wie jenen die guten Biffen schmeckten, die sie selbst zum Teil ihnen verschafft haben, wollen fich jetzt selbst auch ein Plätzchen an der Mittagstafel des Lebens erkämpfen! Die fast unglaubliche Lücke, die darin bestand, daß die ca. 6000 Redakteure Deutschlands keine eigene Organisation besaßen, sondern höchstens in lokalen Jurnalisten- und Schriftsteller-Vereinen ihre Wünsche äußern konnten, ist endlich auszufüllen begonnen worden. Anfangs dieses Jahres ist nach längeren Vorberatungen mit erfahrenen Redakteuren von dem Leiter der „berliner journalistischen Hochschule", dem bestbekannten Jurnalisten Herr Dr. jur. Richard Wrede zu Berlin angeregt, in Berlin eine konstituierende Versammlung zusammengetreten und hat den „Verein deutscher Redakteure" gegründet, dem heute bereits, nach kurzer Zeit des Bestehens, ein nicht unbedeutender Prozentsatz aller deutschen Redakteure angehört, unter ihnen Reichs- und Landtagsabgeordnete sowie Herren mit bedeutendem publizistischen Rufe. Zu Ehrenmitgliedern des Vereins wurden gewählt: der leider inzwischen zu Eisenach verstorbene Geheime Hofrat Professor I. Kürschner, ferner der erste deutsche Universitätslehrer, der über Jurnalistik liest, Herr außerordentlicher Professor A. Koch in Heitelberg sowie Herr Robert Sch weiche!, fcetf Senior der deutschen Publizisten. Da die Mitgliederzahl des Vereines sich rasch vermehrt und die der Bearbeitung und Lösung harrenden Standesinteressen der Redakteure den bisherigen Vorstand täglich wehr mit Arbeit belasten, zumal der in Dessau abzuhaltende „Deutschs Redakteurtag" vor der Türe steht, sah sich der Vorstand genötigt, fich durch die Wahl eines stellvertretenden ersten Vorsitzenden zu ergänzen. Unsere Leser und Freunde dürfte eS interessieren, daß aus der großen Zahl der Vereinsmitglieder dieses ehrenvolle Amt dem leitenden Redakteure unserer Zeitung, Herrn Freiherr von Wangenheim zu dessen großer und freudiger Ueberraschung angeboten wurde, der es als ein Zeichen freiwilliger Anerkennung und des Vertrauens seiner Berufsgenossen mit bestem Danke annahm und der in der vom 4. bis 6. Oktober zu D ess au stattfindenden a.-o. Hauptversammlung des Vereines nach Kräften dafür sorgen wird, daß die nächste, ordentliche Tagung des „Vereins deutscher Redakteure" in unsererer herrlichen Fest- Stadt Marburg stattfindet, deren landschaftliche und sonstige Vorzüge gewiß manchen
Kollegen zu einem begeisterten HuldigungS- Artikel für Marburg begeistern werden!
So ist die äußere Form geschaffen, die Unterlage gegeben, von der aus für die materiellen und ideellen Jntereffen der deutschen Redakteure gewirkt werden kann, und wie wir hoffen, mit Erfolg!
Wir haben uns erlaubt, unsere Leser mit dem jetzigen Stande unserer Bestrebungen bekannt zu machen, einmal weil wir glauben, auch für uns dasselbe tun zu türfen, was wir anstandslos für andere üben, dann aber, weil wir zuversichtlich erwarten, daß durch die der Neuzeit entsprechende soziale Förderung des Redakteurstandes, des Vorkämpfers der öffentlichen Interessen, auch die Publizistik im allgemeinen auf ein höhres Niveau gehoben werden wird. Und dies kommt dann doch auch wieder der Allgemeinheit zu gute! W
Umschau.
Rudolf Virchow f.
Wie wir gestern schon durch Extrablatt bekannt machten, ist einer der bedeutensten Männer der Wiffenschast des 19. Jahrhunderts vom Tode dahingerafft worden. Mochten auch gerade in den letzten Tagen über des Greises Gesundheit wieder beruhigendere Nachrichten eintreffen, überraschen konnte uns die traurige Nachricht nicht.
Als der Verschiedene am 13. Oktober 1901 die Feier seines 80. Geburtstages beging, erfreute er fich trotz seines hohen Alters noch guter körperlicher Rüstigkeit und voller geistiger Frische, so daß er imstande war, die Strapazen jener Feier ohne gesundheitliche Schädigung zu ertragen und die ebenso zahlreichen wie lang andauernden Ovationen, die ihm von Vertretern und Verehrern der Wiffenschast ans der ganzen Welt dargebracht wurden, ohne Ermüdung entgegenzunehmen. So hatte ihm noch das Schicksal vergönnt, die Früchte seiner Arbeit in der Liebe und Anerkennung feiner Mitmenschen zu ernten. Schon gestern haben wir auf das Wesentlichste seiner geistigen und wissenschaftlichen Tätigkeit kurz hingewiesen. Auch ohne dies hätte wohl jeder gewußt, was der Bahnbrecher Virchow geleistet, was der geniale Forscher für die Wissenschaft aus den verschiedensten Gebieten getan hat. Besonders machte er sich auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege verdient und war z. B. an der Seuchengesetzgebung hervorragend beteiligt. Vor allem hat die Stadt Berlin ihrem Ehrenbürger ihre hauptsächlichsten hygienischen Fortschritte zu verdanken.
So groß Virchow als Gelehrter und Wissenschaftler aber auch war, so unbedeutend ja verschroben war er als Polstiker, obgleich es bei
23 (Nachdruck verboten.)
Die Kinder.
Novelle von Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
„Ich danke Dir, Hermann! Laß eS lieber!" unterbrach Käthe ihren Bruder hastig. Mit einemmal waren ihre Tränen versiegt, die Stimme klang fest und sicher. „Wir wollen Deine Braut nicht bemühen, ich werde meinen Weg gehen auch ohne ihre Vermittelung und ihre Verbindungen. Ich habe ja meinen Examen gemacht und kann aus eigenen Füßen stehen, das hab' ich bewiesen, ehe ich zu Dir ins Haus kam. Ich werde sofort Schritte tun, um eine Stelle zu finden, sei's an einer Schule oder in einer Familie — gleichviel! Gelingt mir das nicht, so nehme ich etwas von meinem kleinen Kapital aus und gehe einstweilen zu Ella Dorn, die nimmt mich gern auf. Du hast ganz recht, es wird fich alles finden! Sei ganz unbesorgt um mich!"
Und aufrecht ruhig schritt Käthe an dem ihr verdutzt und unbehaglich nachschauenden Bruder vorüber auf ihr Zimmer.
Aber als sie im Korridor hinter der Türe der Kinderstube Liddhs und Walters Stimmen im lebhaften Zwiegefpräch hörte, — da krampfte fich ihr von neuem das Herz zusammen, und wieder, wie schon zuvor, klang es angstvoll durch ihre Seele: „Die Kinder! Die Kinder!" —
ES gab eine überaus stattliche Hochzeit mitten im Wonnemonat Mai. Nichts war gespart worden, den weitgehendsten Ansprüchen
wurde Genüge getan, und selbst die krittlichsten alten Damen wußten an dem Ganzen nichts auszusetzen. Trauung im Dom beim beliebtesten, angesehendsten Geistlichen, der augenblicklich sehr „in der Mode" und bei allen „feinen Familien" Seelsorger war, — bie _ Kirche wundervoll geschmückt, — schöner Cohrgesang, — herrliches Orgelspiel, — stattliches Brautgefolge, — die Nachfeier im feinsten, größten Hotel der Stadt, mit allem Glanz und Pomp, den man fich irgend wünschen konnte, — wenig bürgerliche Elemente; eigentlich nur die ,Angehörigen und die nächsten Freunde des Bräutigams. Die Braut überaus vorteilhaft gekeidet und frisiert, wirklich „wie ein Bild" anzusehen und nur ganz, ganz in der Nähe betrachtet,, nicht mehr ganz jugendlich. Ihre Toilette — einfach süperb, mußte man sagen, — ein Chic darin, den man anstaunen mußte, das Ganze war nach einem Pariser Modell gearbeitet. Der Bräutigam gefiel allen wieder sehr, trotzdem er nur ein bürgerlicher Baumeister war, aber welch ein gut aussehender, heiterer liebenswürdiger Mensch! Die Kinder, — — nun, von ihnen, die Blumen streuend vor dem Paar in der Kirche hergeschritten waren, kam namentlich das Mädchen in Betracht, ein reizendes Geschöpf, freundlich und liebenswürdig, wie der Vater; wohl schon ein wenig gefallsüchtig und selbstbewußt, — aber, lieber Himmel, wenn man so hübsch uud so gescheit ist und die Menschen das dem Kinde so oft sagten! Der kleine, blaffe Junge wurde weniger beachtet, gewiß ein liebes, gutes Kind, aber scheu und sicher wenig begabt, sollte außerdem viel kränklich sein. Für die glänzende Margit auch keine schöne Aufgabe, ein leidendes Kind zu pflegen!
Dann war noch des Baumeisters Schwester, die bis jetzt seinen Haushalt geführt hatte und die die wenigsten der Hochzeitsgäste kannten. Ein sehr hübsches, blondes Mädchen, jung und reizend anzusehen in ihrem einfachen, duftigen weißen Kreppkleide. Ein stattlicher, junger Mann, der eine so gute Figur machte, daß viele sich nach ihm erkundigten, huldigte der hübschen Blondine entschieden auffallend, er war ihr Brautführer gewesen, er führte sie zu Tisch, er tanzte, außer mit der Braut, nur mit ihr. Sehr nett alles, — aber, du mein Himmel, ein Oberlehrer ohneAnstellung, mittellos, verpflichtet, eine alte Mutter zu unterstützen, — und sie, des Baumeisters Schwester, ebenfalls ohnn Vermögen! Das waren wenig tröstliche Aussichten! Alle diese Details teilte des Bräutigams Intimus, Baumeister Maas auf Befragen jedem einzigen gern und ausführlich mit. Der, genannte Herr war kulinarischen Genüssen nicht abhold, amüsierte sich „kolossal" auf dieser „opulenten Hochzeit", schonte den französischen Sekt nicht, der ihm immer mehr die Zunge löste, und ahnte nicht, daß er der Gegenstand einer immer mehr zunehmenden Heiterkeit inmitten eines Kreises war, der ihm ungeheuer gemütlich erschien, trotzdem er aus lauter Adeligen bestand! Herr Maas erzählte denn auch auf Befragen, daß die Schwester seines Freundes, eben die hübsche Käthe, zum ersten August eine Stelle als Lehrerin annehmen werde; es habe sich eine für sie gefunden, zum Glück gerade an derselben Schule in P., wo ihre beste Freundin Ella Dorn angestellt sei. Sie werde gleich nach der Hochzeit dorthin reisen, um sich ihre neue Heimat anzusehen und fich ein wenig dort einzuleben, trotzdem ihr Bruder und dessen Braut sie wiederhoft gebeten
hätten, bis zum August noch bei ihnen hier in H. zu bleiben. Wem es, außer dem kleinen Walter, am schwersten falle, Käthe Freytag ziehen zu lassen, das wisse er, Heinrich Maas, nur zu gut; dabei blinzelte er wiederholt nach Erwin Rothe hinüber! Aber was konnte der arme Teufel tun? Einig wären die beiden unter sich in der Stille, darauf ließe er, Heinrich Maas, seinen Kopf, . . . aber ein stellenloser Philologe mit allerlei Anhängsel und ohne einen Groschen Vermögen, — na, da komm' mal einer und heirate ein armes Mädchen!
Die Militärmusik spielte heitere Weisen, die Blumen dufteten und blühten, der Seft schäumte hoch auf in den Gläsern, es war die Stunde des sorglosen Genießens, . . . da vergaß Hermann Freytag die Frage, die ihn während der letzten Zeit so oft innerlich beschäftigt und, wollte er ehrlich gegen sich selbst sein, auch gequält hatte: besaß sein Braut eigentlich Vermögen?--Als
anständiger Mensch, der er war, hatte er nie, auch der „pompösen Schwiegermutter" gegenüber nicht, eine Frage danach getan oder auch nur eine Anspielung daraufhin gewagt. Er hatte nie daran gedacht, nach Geld zu heiraten, et hatte das auch nicht nötig, denn er besaß ein gutes Einkommen, das ihm und den Seinigen ein durchaus behagliches, anständiges Dasein sicherte. — Nun hatte er sich aber in diesen letztvergangenen neun Wochen sehr oft davoik überzeugen muffen, daß die reizende Margot v. Reicher eine sehr verwöhnte Dame war, die große Ansprüche nach jeder Richtung hin erhob und deren Erfüllung für etwas ganz Selbstverständliches ansah.
(Fortsetzung folgt.)