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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

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tao,»«- 10«8. Freitag, 5. September 1902. ®ä "6 sS4mrt2*-iÄKaMte*rt

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Die Börse alsRegulator".

So ost von konservativer Seite darauf hin­gewiesen wurde, daß die Preisbildung an der Börse nicht lediglich von dem naturgemäßen Angebot und von der auf wirklichen Bedarf beruhenden Nachfrage abhängig sei, sondern daß kapitalkräftige Elemente darauf einen ganz bedeutenden, häufig ausschlaggebenden Einfluß haben, wurde dieser Hinweis von der börsen­liberalen Preffe mit der größten Entrüstung zurückgewiesen. Man beschuldigte die Mahner und Warner, die eine ordnungsmäßige Preis­bildung an der Börse sichergestellt sehen wollten, der Unkenntnis, ja der Unwahrheit. Nun wird durch ein der Börse recht nahestehendes Blatt, durch dieVossische Zeitung", das Walten solchen (Sir. Puffes der Großfiinanz zugegeben. In einer der letzten finanziellen Wochenschau schreibt das genannte Blatt:

Wieder find in dieser Woche recht drastische Einzelfälle zur Erscheinung gekommen, welche eine Sanierung von in der vorausgegangenen ungestümen Unternehmuugsperiode verfahrenen Unternehmungen für erforderlich zeigen, und wiederum haben diese Symptome so gut wie gar keinen Eindruck auf die Börse gemacht, deren mächtige Leiter entschlossen scheinen, zu verhüten, daß die Gemüter von einer neuen Beunruhigung ergriffen werden. Unter diesen Leitern verstehen wir keineswegs die Spekulation, die im großen Ganzen durchaus nicht kon­junkturfreundlich, aber machtlos ist gegenüber dem Willen der haute banqne, deren Einzel­mitglieder, sicherlich ohne besondere Verabredung, dem Markte zu Hilfe kommen, sobald ein Grund zu einer Beunruhigung vorliegt. Bei den gering­fügigen Umsätzen und dem noch geringfügigern flottanten Stückenmaterial genügen minimale Käufe, um einen ganz außer Verhältnis stehenden Effekt zu erreichen, und nur das ein­zelne Unternehmen, das Veranlassung zu einer allgemeinen Mißstimmung hätte geben können, sieht seine Werte, entsprechend den bei ihm aufgedeckten Verhältnissen sinken. eine allge­meine symptomatische Bedeutung kommt ans den Vorfällen nicht zum Audruck. So dankbar man solche Bemühungen zur Stützung des Marktes wenn sie überhaupt den Namen von Interventionen verdienen anerkennen muß, so wird doch dadurch das Künstliche der Markt­haltung erhöht. Die jetzigen Kurse der Jn- dustriewerte bieten, wie wir des öfteren betont haben, kein Barometer mehr für die gegen­wärtige Lage des Wirtschaftslebens, sondern nur den Ausdruck unbestimmter Hoffnungen auf eine bessere Zukunft."

Man wird sich diese Schilderung merken müssen; denn darin liegt ein sehr wertvolles Zugeständnis. Diemächtigen Leiter" der Börse,

21 Nachdruck verboten.)

Die Kinder.

Novelle von Marie Bernhard. ;

Fortsetzung.)

Als man beim Wein saß und das Wohl des Brautpaares getrunken hatte, verflocht Frau von Reicher ihren zukünftigen Schwiegersohn in eine Auseinandersetzung behufs einiger bau­licher Veränderungen, die in nächster Zeit in der Wohnung vorgenommen werden sollten. Diesen Augenblick benutzte Käthe, um mit der neuen Schwägerin ein vertrauliches Wort zu sprechen. Liddy war auf Verlangen ihres Vaters, der sehr eitel auf sein Töchterchen war, ins Kinderzimmer hinübergelaufen, um ihre Schulhefts zu holen, und Walter war mit ihr gegangen.

Sie dürfen Hermann nichr mißverstehen und auch mich nicht!" begann Käthe mit einem überredenden, warmen Blick ihrer grauen Augen. Mein Bruder möchte gern einen gesunden, lustigen Jungen haben, unternehmend und fidel, wie Liddy es ist, und er trägt es Walterchen förmlich nach, daß er nicht so sein kann. Das Kind ist seit seiner Geburt überaus zart und schwach, hat mehrmals am Rande des Grabes geschwebt und bedarf der sorgsamsten Pflege und Beobachtung. Nicht übergroße Aengst- lichkeit oder besondere Vorliebe, wie Her­mann annimmt, läßt mich das Kind so unaus­gesetzt behüten; ich kann nicht leugnen, daß ich den Jungen sehr liebe, schon weil er meiner lieben Helene so ähnlich sieht, dann auch, weil ich soviel schon mit ihm durchgemacht, ihn ein paarmal, ohne Uebertreibung darf ich das sagen, dem Tode abgerungen habe, aber wenn auch das nicht wäre: Walter darf nicht vernachlässigt

die jetzt ihrenWillen", gegen den die Speku­lationmachtlos" ist, durchsetzen, um eine künstliche Markthaltung" herbeizusühren, um zuberuhigen," haben es ebenso in der Hand, Beunruhigungen" zu bewirken. Nicht also die Börse als Ganzes, sondern die Haute-flnance ist derRegulator" unseres Wirtschaftslebens.

Umschau.

Die Kaisertage in Posen.

Nicht höfisches Gepränge, wie öfter einmal in unserer an Festen allzu reichen Zeit, sondern echte Feierstimmung drückt dem Kaiserbesuch in Posen ihren Stempel auf. Alle Berichte stimmen darin überein, daß die deutsche Bevölkerung sich der Bedeutung voll bewußt ist und, der Entfaltung äußerer Pracht den volkstümlichen Untergrund gegeben hat, ohne den jene nichtig und inhaltsleer erscheinen würde. Gehobenen Herzens scharen sich die Deutschen der Ostmark um das Reichspanier, und die Zurückhaltung der Polen, soweit sie überhaupt statthatte, ist in dem Festjubel kaum zu bemerken. Ueber- raschungen hat der erste Tag nicht gebracht; die Erwiderung des Kaisers aus die Begrüßung des Oberbürgermeisters Witting hat gleich dieser die nationalen Accente nur leise angeschlagen, und die kaiserliche Gastgabe, die Auflassung des Posener Festungsrayons, kam nicht unerwartet. Gestern nachmittag sand bei der Kaiserin großer Empfang der Damen und Herren der Gesellschaft statt, hierauf Empfang der Generalität beim Kaiser, zu dem auch die vom Kaiser eingeladenen russischen Offiziere er­schienen. Vor dem Generalkommando hatte sich eine ungeheuere Menschenmenge angesammelt. Prinz Ludwig von Bayern beehrte den Reichs­kanzler mit einem längeren Besuch.

Im Verlaufe desselben brachte der Kaiser zuerst einen Trinkspruch auf den Kaiser von Rußland aus, worauf die Musik die russische Hymne intonierte. Alsdann brachte der Kaiser einen zweiten Trinkspruch aus, in welchem er die Haltung des Armeekorps bei der heutigen Parade lobte und sich in warmen Worten an­erkennend über die Haltung der auf dem Parade­felde ausgestellten Kriegervereine aussprach. Se. Majestät schloß mit einem Hurrah auf das 5. Korps. Die Musik spielte den Yorkschen Marsch. General v. Stülpnagel erwiderte auf den Trinkspruch des Kaisers mit einem be­geistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser.

Der Kaiser empfing vor der Paradetafel den Warschauer Generalgouverneur Tfchertkoff, sowie die Offizierkorps seiner beiden russischen Regimenter. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit jedem einzelnen der Herren und richtete schließlich an dieselben eine Ansprache, in der

oder auch nur leichthin behandelt werden, das würde sich schwer bei ihm rächen, mag mein Bruder sagen, was er wolle!"

Margot nickte ihre Zustimmung.

Ich glaube es Ihnen auf Ihr Wort!" sagte sie leichthin.Man darf ja den Jungen nur ansehen, cs steht ihm deutlich genug auf dem Gesicht geschrieben, daß er nichts aushalten kann. Und ich werde Ihnen dankbar sein," die Sprecherin wog ein silbernes Kuchenlöffchen spielend aus einem Finger, blieb aber ganz un­befangen,sehr dankbar werde ich Ihnen fein, wenn Sie mir recht deutliche Winke über die Behandlung des Jungen in Krankheitsfällen zu teil werden ließen, damit ich mir auch ohne Arzt zu helfen weiß, wenn Sie nicht mehr hier find!"

Es kam so kühl und glatt und unbefangen über Margot von Reichers Lippen, als handle fichs um einen kleinen Spaziergang, den Käthe Freytag unternehmen wolle. Das Mädchen fühlte, wie ihr der Herzschlag stockte, dann jäh­lings das Blut ins Gesicht schoß, während sie mechanisch wiederholte:Winke über die Be­handlung in in Krankheitsfällen"

Jawohl, natürlich --- und zwar, wenn ich bitten darf, schriftlich, denn da ich im Punkt der Krankenpflege ganz ohne Hebung und Er­fahrung, ich fürchte, auch ohne jede Anlage bin, so dürfte mein sonst vortreffliches Gedächtnis mich wohl im Stich laffen. Sie haben übrigens reichlich Zeit zu diesen Aufzeichnungen, liebe Käthe, so darf ich Sie wohl nennen, nicht wahr, und Sie sagen Margot zu mir? Wir heiraten nicht heute und nicht morgen, sondern in acht, spätestens zehn Wochen, wenn dis nötigen Ein­käufe gemacht und die Veränderungen in der Wohnung hier vollzogen find. Ich werde mich

er den rusfischen Gästen seine Freude über ihr Erscheinen aussprach. Er sehe darin einen Beweis der alten Waffenbrüderschaft, welche seit einem Jahrhundert die Heere der beiden Nachbarvölker verbinde. Er lege heute zum ersten Male die Schnüre an, die Seine Majestät der Zar ihm als Zeichen persön­licher Freundschaft verehrt habe. Die­selben sollten nach den Worten des Spenders ein Glied in der festen Kette darstellen, welche sie beide in treuer Freundschaft umschließe.

Um 9V2 Uhr fand Zapfenstreich statt. Die Illumination der Stadt war allgemein. Von den öffentlichen Gebäuden prangte im herr­lichsten Schmuck das erzbischöfliche Palais, das Priesterseminar und sämtliche Häuser der Domherren. Die Anfahrt und die Abfahrt nach und von dem Museum veranlaßte stürmische Kundgebungen. Vor der Wohnung des Kaiser­paares waren viele Tausende versammelt, die dem dort stattfindenden Konzerte zuhörten und in den Pausen stürmische Huldigungen dar­brachten.

Besserung derLage der wissenschaft­lichen Hilfslehrer.

Ten Dank des höheren Lehrerstandes wird Kultusminister Studt für eine Verfügung ernten, die er soeben über die AnstellungSverhältniffe der ihre Laufbahnen beginnenden Oberlehrer erlassen hat. Bisher wurde es mit Recht bitter beklagt, daß bei Bedarf in. unseren Staatsan- stalten aus Sparsamkeitsgründen viel zu viel außeretatsmäßige Hilfslehrer angestellt wurden, denen die hier geleistete Arbeit später bei ihrer Beförderung in keiner Weise angerechnet wurde. Dieser Zustand wird durch die unten mitge- geteitte Verfügung des Kultusministers weiter in dankenswerter Weife eingeschränkt. Eine weitere Besserung bringt die Verfügung dadurch, daß die etatsmäßigen Hilfslehrer schneller zu Oberlehrern aufrücken, indem gerade an den An­stalten neue Oberlehrerstellen gegründet werden sollen, wo ältere wiffenschaftliche Hilfslehrer vorhanden sind. Andererseits sollen damit jüngere noch nicht festangestellte Kräfte schneller auf­rücken, bei Bedarf der Neugründung von Stellen nicht, wie bisher Oberlehrerstellen in§ Leben gerufen werden, in die ältere Leuts von anderen Anstalten einrücken, sondern etatsmäßige wiffen- schaftliche Hülfslehrerstellen, in die noch nicht fest angestellte Hilfslehrer einrücken. Heber die Verfügung wird derRh. Wests. Ztg." im einzelnen mitgeteilt:

Um die AnstellungSverhältniffe der Kan­didaten des höheren Schulamtes günstiger zu gestalten, hat der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten im Einvernehmen mit dem Finanzminister be­schlossen: 1. Bis auf Weiteres für den Umfang

nur hüten müssen, Sie inzwischen nicht zu lieb zu gewinnen, kleine Schwägerin, damit mir nach der Hochzeit die Trennung von Ihnen nicht zu schwer fällt!"

Das war deutlich gesprochen! Es flog Käthe durch den Sinn, die elegante und gewandte Dame, die da vor ihr saß und so kaltblütig über sie verfügte, als sei sie ein Gepäckstück, daß man beliebig verstaunen könne, zu fragen: Und wiffen Sie denn, wo ich bleiben soll? Können Sie mir sagen, wo ich in acht bis zehn Wochen eine Zufluchtsstätte finden werde, nachdem ich hier jahrelang meine Heimat ge­habt, mich aus meinem bisherigen Wirkungskreis herausgeriffen habe, um den Meinigen zu nützen?" Aber nein nein! Diese fremde Dame, die ihr innerlich stets eine fremde Dame bleiben würde, das fühlte sie deutlich! brauchte keinen Einblick in ihre hilflose Lage, in ihr wehrlos zuckendes Herz zu gewinnen! Käthe Freytag hatte sich sehr oft schon in ihrem Leben beherrschen müssen, sie hatte es für ihre Jugend weit genug in dieser schweren Kunst gebracht, und das kam ihr jetzt zu Hilfs. Sie fragte, was das denn für Veränderungen be­züglich der Wohnung wären, die Margot wünschte, und bot sich an, sich bis zur Hochzeit möglichst nützlich zu machen, sie wisse mit feinen Handarbeiten gut Bescheid, könne Monogramme sticken helfen und sei auch als Tapezier und Dekorateur zu brauchen, wie ihr Bruder be­stätigen könne.

Die neue Schwägerin nannte sie dafür Liebchen", erklärte, die dargebotene Hilfe sehr gut brauchen zu können, und wandte sich zu Liddy, die mit ihremwissenschaftlichen Apparat" anrückt-e:Nun, Du reizender kleiner Käfer, zeig' einmal her, was Du schon kannst!"

der staatlichen, höheren Lehranstalten der Mo­narchie das Verhältnis der Zahl der etatsmäßigen wiffenschaftlichen Hilfslehrer zu derjenigen der fest­angestellten wiffenschaftlichen Lehrer auf 1:16 anstatt wie bisher 1 :13 festzusetzen. Bei der Durchführung dieser Maßnahme soll 2. darauf gewirkt werden, daß gleichzeitig nach Möglich­keit ein Ausgleich in den Anstellungsverhält- niffen der einzelnen Provinzen herbeigeführt wird. Dies soll dadurch erreicht werden, daß bei der ersten Besetzung neugegründeter Ober­lehrerstellen an Staatsanftalten die Wissenschaft- lichen Hilfslehrer, die bei diesen Anstalten be­schäftigt find, nach ihrer Anciennität zuerst berücksichtigt werden. Neu zu begründende Oberlehrerstellen sind deshalb stets an diejenigen Anstalten zu legen, bei denen sich jeweilig die ältesten Hilfslehrer befinden. Es ist deshalb 3. bestimmt, daß fortan bei Vermehrung der wiffenschaftlichen Lehrerstellen in den Etats­entwürfen nicht mehr Oberlehrerstellen, sondern nur noch Remunerationen für wiffenschaftliche Hilfslehrer einzufetzen find. Von der Zentral­instanz wird dann auf Grund der festgestellten Etats ermittelt werden, wieviele der bewilligten Hilfslehrerstellen nach dem Verhältnis 1 :16 in Oberlehrerstellen umzuwandeln sind. Nach erfolgter Bewilligung der Mittel wird dann vom Minister Bestimmung darüber getroffen werden, bei welchen Anstalten die Hmwandlung von Hilfslehrerstellen in Öberlehrerstellen z« erfolgen hat.

Die Verfügung bedeutet einen wesentlichen Schritt vorwärts. Möge der Kultusminister auf diesem Wege weitergehen.

Das Deutschtum in britischen Kolonien.

Nach den Mitteilungen des Allgemeinen Deutschen Schulvereins sitzen in Kanada ekwa 335 000 Deutsche, hauptsächlich im Osten in den Grenzprovinzen gegen die Vereinigten Staaten. Von den nicht 3000 Deutschen, die durch das übrige ungeheure Land zerstreut sind, sitzen wieder etwa 2000 in Britisch Kolumbien, Am stärksten ist das Deutschtum in den Prs- vinzen Ontario, Neuschottland und Manitoba, wo es mit 238 500, 44000 und 13000 Köpfen etwa 12, 11 und 10 vom Hundert der Be­völkerung bildet. Noch bedeutender stellt sich das Stärkeverhältnis der Deutschen in einzelnen Städten. In Waterloo, Berlin, Lüneburg und Williamsburg bilden sie mit 1650, 3150, 3092 und 2795 Köpfen 82, 79, 77, 59 vom Hundert. Einzelne Bezirke find hier fast völlig deutsch.

Von der weißen Bevölkerung des englischen Südafrika sind etwa 35000, d. h. 5 v. H., Hochdeutsche. Die Engländer stellen mit 189 000 Köpfen 23 v. H. Doch stehen der Nationalität nach den Deutschen ganz nahe die Buren, die ~ ................. ~ !

Walter stand beiseite und hörte zu, wie seine Schwester bewundert und belobt wurde. Der kleine Junge war nicht neidisch, er kannte es nicht anders, als daß er beständig zurück- stehen mußte; nur Tante Käthe hatte ihn ebenso lieb, wenn nicht lieber wie Liddy. Er schlich sich hinter sie, und sie legte den Arm um die schmächtige Kindergestalt und zog sie an sich. Da fühlte sich Walter geborgen. Wollen wir nicht auch zeigen, was wir leisten können, Walterchen, was?" fragte Käthe liebkosend, und fügte erklärend hinzu: Er zeichnet nämlich sehr hübsch!"

Ach, da spricht wieder Dein parteiisches Tantenherz mit!" fiel der Baumeister lachend ein.Du bauschest das bischen Talent von dem Jungen viel zu sehr auf. 's ist mehr, nm ihm das Gefühl zu geben, daß er doch auch etwas kann, und darüber werde» dann die Schularbeiten vernachlässigt! Mach' nur nicht gleich solch' weinerliches Gesicht, Junge, was sollen denn die Damen von Dir denken? Meinetwegen hol' her Dein Zeichenheft, aber fix, bitt ich mir aus, wir haben wenig Zeit!"

Als Walter mit seiner Mappe zurückkam, standen die beiden Damen zum Aufbruch ge­rüstet da. Flüchtig schlug Margot, die, wie sie lachend sagte, von Malen keinen Schimmer hatte, ein paar Blätter um, äußerte:Sieh, sieh, das ist ja sehr hübsch!" und:Hast Du das allein gemacht?" legte dann die Mappe beiseite und nahm den Arm ihres Verlobten: Du begleitest uns doch?"

Leider nur bis zur Haustür, liebste Margot! Ich muß in die Gewerbeschule und habe mit noch die notwendigen Vorlagen zusammen- zusuchen."

(Fottsetzung folgt.)