mit -em Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Donnerstag, 4. September 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen» nnd Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Zoh. Aug. SM), UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg, Mwckt 2L — Telephon 66.
37. Jahrg.
Die Kaiserfahrt nach Posen.
Mehr wie ein anderer Fürst über ein Volk der Erde liebt der Kaiser das Reisen. Richt au jedermanns Wohlgefallen anfangs. An den Stammtischen und an sonstigen Orten, an denen der Deutsche mit gleich oder anbetS Gesinnten seiner Nörgelsucht Ausdruck zu geben pflegt, schüttelten die Leute auS der Zeit weiland Kaiser Wilhelms J. gar bedenklich die Häupter über die oielen Reisen deS jungen, temperamentvollen Herrschers. Heute geschieht daS nicht mehr. Man bat sich an sie gewöhnt, die gehegten Bedenken find zum größten Teile als nichtig erkannt und längst schon ersah man die Vorteile dieser Kaiserreisen für die Kräftigung deS nationalen Bewußtseins im Volke und für die Belebung der alten monarchischen Tradition.
Nur wenige Reisen aber unseres Kaisers während der Zeit seiner Regierung kommen an Bedeutung der gleich, die gestern ihren Anfang genommen. Dem von erbittertem Kampfgeschrer erfüllten Grenzlande an der Ostmark gilt die Fahrt des Herrschers, in dem in verzweifeltem Ringen daS Deutschtum sich der andrängenden Polen zu erwehren sucht. Geleitet und geschürt von fanatischen Priestern und Edelleuten, hat die großpolnische Bewegung binnen wenigen Jahren so bedrohliche Ausdehnung mw so ernste Formen angenommen, daß die preußische Regierung energische Maßregeln dagegen zu ergreifen gezwungen ist, will fie dm preußischen Staat vor einer schweren inneren Krise in absehbarer Zeit bewahren.
DaS stärkste und wirksamste Gegenwicht gegen das anstürmende Polentum bildet die sittliche Stärkung und materielle Kräftigung deS deutschen Elements in unseren Ofchrovinzen. Durch Aufkauf polnischer Güter und durch deren Besiedelung mit deutschen Bauern soll der letzten Forderung entsprochen werden, durch eine Reihe anderer Maßregeln der ersten. Die wichtigste daraus haben wir in der Fahrt unseres Kaisers nach Posen vor unS. Mit großem, glänzendem Gefolge ist Wilhelm II. aufgebrochen nach dem Ostlande, mit all dem Prunke und dem Glanze eines der mächtigsten Herrscher seiner Zeit hat er seinen Einzug gehalten in die Stadt Pofen. Der deutsche Kaiser kommt zu bett deutschen Wächtern am polnischen Gverzwklll. Eine Heerschau will er über sie halten! Er will fie um sich versammeln alle zu einer Stunde, damit fie und zugleich ihre polnischen Gegner erkennen, daß der deutsche Kaiser gewillt ist, heute und für immer seine kaiserliche Hand zu halten über seinen Stamm eS- genosfen und ihnen ein starker und rascher Helfer zu sein in ihrer Not! Vor den Toren
der Stadt aber sammelt er seine Trupp« der Ostprovinz zur Parade und unblutiger KriegS- übnng! 50000 Mann in 2 Treff« geordnet, darunter allein 9 Kavallerieregimenter hat der Befehl des obersten Kriegsherrn bei Pos« zu- samm«geführt, ein prunkvoll' Schauspiel zugleich und eine furchtbare Drohung! Wenn der Kaiser langsam die Front der Truppen hinabreitet und die Strahl« der Sonne über die 50 000 Helmspitzen dahinglitzern, wenn hunderttausende der zum Kaisertage herbeigeströmten D«tsch« der Ostmark dem Könige iljre begeisterten Huldigungen darbringen — da wird wohl manchem Pol« beklommen zu Mute und manche Hoffnung auf den Sieg der groß- polnischen Sache begrab« werd« angesichts der ungcheuren zur Verwendung bereit« Machtmittel des von den polnisch« Agitator« so gering geschätzt« Deutschtums. Vor nichts hat der Pole, wie der Slave überhaupt, mehr Respekt als vor der jeb« Augenblick zum rücksichtslosen Eingreifen bereiten Staatsgewalt. Während der Karsertage in Posen wird diese ihm vor Augen geführt werden und wir glauben, mit lange bemerkbarem Erfolg bei den Polen. Unser« deutsch« Landsleuten aber wird durch die Anwesenheit des Kaisers unter ihnen der Mut zu weiterem Ausharren im Kampfe gegen das Polentum belebt und gekräftigt toerb«, jetzt ixt sie erkennen, daß ihr König mit ihnen fein will. Möge die Faust, mit der der Kaiser den weißen Adler packen will, eine harte Herrenfaust fein, dann werden noch unsere Nachkomm« die jetzige Kr«zfahrt des deutschen Kotters gegen di? Pol« rühm« und segnen!
W. ------ ----
Umschau.
Der Kaiser in Posen.
Gestern abend gegen 6 Uhr traf daS Kaiserpaar mit dem Kronprinzen unter dem Donner der Kanonen und dem Jubel des Volkes in Pos« ein und wurde vom Oberbürgermeister Wittiug mit einer Ansprache begrüßt. Der Kaiser erwiderte, daß dieses Land und diese Stadt alles, was fie sind, der Arbeit der preußischen Könige verdankt. Auch er werde es an Sorge für die Stadt nicht mangeln lass«, er habe foe.en eine Ordre vollzogen, nach der das Rahongesetz ein für alle mal fällt. — Auf dem Wege vom Bahnhofe nach der Stadt wurd« den Majestäten stürmische Ovationen dargebracht, im Generalkommando fand später großer Zivilempfang statt, bei dem, wie sehr bemerk wurde, auch der Erzbischof von Stablewski zugegen war. Wie ein Korrespondent aus Pos« weiter meldet, war die Kaiserin durch den Empfang sichtlich erfreut.
Der Post gegenüber durchbrach die Begeisterung alle Schranken, die stürmische Menge drängt sich vor, was dem Kaiser Veranlaffung flieht, bem Kron prinzen etwas zuzuflüstern, worüber dieser erf r«t lächelt. Die Illumination verlief glänzend.
Auf Einladung des Kaisers trafen heute abend bet Geueralgouverneur Tschertkvff auS Warschau, sowie bet Kommanbeur, ein Oberst unb 16 Offiziere deS Petersburger Leibgarde- Infanterie-Regiments Friedrich Wilhelm IH hier ein.
Gemeinsames Vorgehen von Arbeitgebern unb Arbeitern bei Streitigkeiten.
Wir bas .Korrespondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands" mittetlt, ist — in Norwegen seitens der Vereinigung der Arbeitgeber und der Gewerkschaften die gemeinsame Errichtung eines Dermittelungs- und SchiedsamtS für Arbeiterkonflikte geplant. Von dm beiderseitigen Vertretern find die nachstehenden grundlegenden Bestimmungen vereinbart:
1. Bei jedem Konflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, die der Arbeftgrb ^Vereinigung ober der Landesorganisation der Gewerkschaft« angehören, sollen seitens beider Organisationen Versuche zur Beilegung des Streites gemacht werden. Zu diesem Zwecke soll zuerst versucht werden, durch einen hierzu gewählten Einigungsrat zwischm den beiden Parteien zu vermitteln, und wenn daS fehlschlägt, soll der Streit durch ein ständiges Schiedsgericht entschieden werde«, deffen Urteil für beide Parteien bindend ist.
2. Arbeitseinstellungen sollen nicht stattfind«, bevor nicht ein Dermittelunosversuch stattgefunden hat.
3. Wenn das Schiedsgericht in Tärigkeit treten soll, müff« beide Parteien damit ein» verstanden sein. Handelt es sich aber um ein zwischen einem Arbeitgeber und sein« Arbeitern getroffenes Uebereinkommen, dann ist das Schiedsgericht zuständig, wenn eine der Parteien es anrust.
4. Das Schiedsgericht besteht aus sieben Mitgliedern, wovon die beiden Organisationen je drei wählen. Diese sechs wählen einen Vorsitzenden, der die für ein Richteramt gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation hab« soll, als siebentes Mitglied. Im Fall von Stimmengleichheit wird der Vorsitzende vom Departement des Innern ernannt.
Dieses Vorgehen kann als geeigneter Schritt, den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitern 'anzubahnen und den Klaffenkampf lahwzulegen, nur mit G«ugtuung begrüßt werden. D« Erfolg dieser neuen Einrichtung, die vorläufig nur Projett ist, wird man freilich abwarten müffen. Bei uns in Deutschland würde die
Sozialdemottatie, die vom Klaffmkampfe lebt und zwischen Arbeite« und Arbeitgebe« kein« Frieden aufkomw« lass« toiH, gegen ein« derartig« Plan jedenfalls mit all« Kräft« ankämpfen. __________
Der letzte Trumpf.
Die ganze Wut der liberalen Preffe ergießt fich in dies« Tagen über den Landwirtschafts- Minister unb die Zentrale für Vichverwertnng. ES war alles so schön im Gange, aller Orten Preissteigerungen unb Fleischnotklagen baut der völlige Mangel an Vieh, „bie Hungersnot" in Posen, bieSmal konnte es nicht fehlen, bie verhaßten Grmzfperren mußten fallen! Wenn man das erreicht hatte, dann konnte man «b» lich wieder bem deutsch« Lanbwirt sagen: „Wir brauchen dein Vieh nicht mehr und nehm« eS dir nur ab, wenn du eS unS zu bem Preise läßt, ben wir dir bieten wollen." Da entzieht die Zentrale für Viehverwertung mit einem Schlage bem ganz« fast fertigen Fleischnotge- bäude daS Funbament, unb zwar dadurch, baß genügend Schlachtvieh vorhanden ist. Diesen Nachweis hat fie nicht aber dadurch erbracht, daß fie selbst mehrere Waggons Schweine nach Posen geliefert hat und daß dadurch bie Preise in Posen um die Kleinigkeit von 4 bis 6 Mark per Zmtner gefallen find, das wäre ja schließlich an fich kein Kunststück; denn soviel Schweine werd« ja wohl schließlich irgmdwo in Deutschland immer aufzutreiben sein, — sondern es ist ihn« dadurch gelungen, den Fuchs auS dem Bau zu locken, die Schweinehändler zu bet Erklärung zu zwingen, daß fie reichlich Schweine gekauft Hütten und überg«ug für ieb« Bedarf zu liefern tm Stande wären. Die gesamte liberale Preffe übergeht daher auch die bekannte Erklärung der Schweinehändler Leon Jdzowstt und Joses Wojciechowski mit völligem Stillschweigen. Erinnert diese kleine „Schweineschwänze", deren Vorhandensein seitens der Posener Händler dadurch, daß fie mit der Erklärung, genug Schweine liefe« zu können, erst herauskommen, als bie Zentrale für Viehverwertung ihnen Konkurrenz macht unb sie dadurch für ihren Gewinn fürchten, zugestand« wird, doch höchst bedenklich an die bekannten Vorgänge auf dem Getreidemarkt, Cohn unb Rosenberg, Ritter und Bkumenfeld seligen oder unselig« Angedenkens. Wenn aber die Fleischer und Händler versuchen, badurch die Bedeutung des Posener Eingreifens der Zentrale für Viehverwertung abzuschwächen, daß fie nun verlang«, daß die Genossenschaft überall hin billige Schweine liefern soll, so ist das ein ganz unberechtigtes Verlangen und hat nur ben Zweck, die Wirkung des Hineinfalls in Posen abschwächen zu sollen. Die Zentrale für Viehverweiäung ist nicht dazu da, den reellen
20 (Nachdruck verboten.)
Die Kiuder.
Novelle von Marie Bernhard.
tFortsehung.)
LiddH fragte weiter, ob fie zur Hochzeit ihrer zweit« Mama ein gesticktes Kleid bekäme, — aber Handstickerei aus Seide, versteht fich! — ob MamaS Bild an seiner Stelle bliebe oder durch das der „neuen" ersetzt werd« solle! Welch' ein hübscher Name Margot sei und ob Papas Braut blonde oder dunkle Haare habe und Löckchen auf der Stirn trage? Tante Küthe habe gesagt, fie kenne fie ganz gut von Ansehen, fie möge sie einmal beschreiben, aber recht, recht genau, auch ihre Kleider, ihre Mäntel, kurz, alles, waS fie „angehabt" habe!
„Du wirst daS alles fdbft viel aufmerksamer und beffer sehen, als ich!" sagte Käthe sanft und deckte leicht ihre Hand über den unermüdlichen Leinen Plaudermund. „Hör' jetzt auf zu frag«, und warte noch ein Weilchen ab, es ist bcub zwölf Uhr, dann kommt Papa mit seiner Braut!"
Wie fdtfam eS ihr Lang, wie fie daS aussprach!
„Wie tnel Minuten fehlen noch ar. zwölf?"
„Raum sieben. Und Walter toitb fein so ernstes Gesicht mach«, sondern hübsch freundlich auSsehen und der künftigen Mama die Hand küssen, — nicht wahr? Echo« mit zuliebe!"
Das Kind sah mit seinen tiefen, nachdenklichen Aug« zu Käthe empor: „Bloß Dir zuliebe!",
„Unb die Maiglöckchensträuße, die Ihr iu der Hand habt, die gebt Ihr der Dame zum Willlomrnen, und Ihr wißt, was Ihr dazu f2o« sollt!"
Alarn:i.rer>> lief ein schriller Laut durch das §auv — die Flurglocke! Karol:ne, mit schneeweißer Schurze angetan, öffnete und riß für die beiden Damen und ihren Gebieter angelweit die Türen zum Wohnzimmer auf, ganz Ergebenheit und Bewunderung.
DaS Paar spracq angeregr und lebhaft zu- samm«, wie es über die Schwelle trat. Dem Baumeister wurde das Herz weich, wie er feine Kinder an Käthes Seite stehen sah. Wahrhaftig, er hatte sie lieb, die Leinen Geschöpfe, er wat ihn« auch immer ein guter Vater ge- wes«, und Margot würde ebenfalls gütig gegen fie sein. DaS verstand fich ja ganz von selbst!
Auch die hübsche Dame im eleganten Pro- menadenkostüm, die an seiner Seite stand, sah die Kinder, — aber fie behielt doch noch Zeit, über deren KHche hinweg ein« flüchtigen Blick auf das Zimmer zu werf«, deffen geschilderte Gemütlichkeit für sie mit geschmacklosem Spieß- bürgertume identisch war. Der Totaleindruck war bester, als sie gefürchtet hatte; es war kein moderner, verfeinerter Lnxus zur Schau gestellt, aber alles in diesem Rmnne stimmte gut zusammen, sah gediegen und wohl erhalten aus, und die flimmernbe Märzsonne setzte hierhin und dorthin freudige goldene Lichter.
Die „pompöse Schwiegermutter" hielt fich im Hintergrund und überblickte, wie ein FÄdherr, der seine Truppen mustert, durch ihre Lorgnon daS Zimmer, die Kinder unb Kätb».
Iowischen war Liddy, ganz ihres Vaters Tochter und Herrin der ©ttuation, der jüngeren Dame entgege..gelaufen, hatte gek. ixt und mit den laut und freundlich gesprochen Wort«: „Willkomm«, liebe Mama!" ihr« Maiblumen- strouß überreicht.
„Sieh da, wie hübsch! Ich danke Dir, mein kleines Mädchen!" erwiderte Margot, neigte fich herab, musterte das reizende, frische Kinder- geficht mit offenbarem Wohlgefallen und küßte Liddh auf die Stirn.
„Nun, Walter!" mahnte der Baumeister ungeduldig.
Der Kleine kam langsam mit seinem Strauß heran.
„Willkomm«, lie — lie —"
Es wollte nicht gehen. Er stockte, sah rückwärts nach Käthe, setzte wieder an, aber die Stimme gehorchte ihm nicht, und er brach in Tbränen au?.
Eine etwas peinliche Sttlle trat ein. Der Baumeister räusperte fich unwillig, Margot wußte nicht, was fie mit dem weinend« Kinde anfangen sollte, ihre Mutter murmelte ein paar beschwingende Worte, die niemand verstand, und Liddh zuckte geringschätzig die Achseln. Watt« kam ihr sehr dumm vor, und fie schämte fich feiner
Käthe tat dies nicht, fie trat mutig vor und nahm das Kind, da« trübselig den Kopf finken ließ, bei der Hand.
„Ich muß für Walterchen um Entschuldigung bitt«," sagte sie mit leicht zitternder Stimme und einem liebenswürdigen, tapferen Lächeln, „er ist nicht ganz wohl gewesen, hat gestern zu Bett sein müssen, und feine Nerv« find ohnehin nicht in der besten Verfassung. Wir komm« jetzt alle beide und wünschen von ganzem Herzen Gluck, nicht wahr, mein Watterchen, das tun wir?"
„Ja, ja!" sagte der Baumeister und lachte etwas gezwungen, „meine liebe Schwester Käthe wird ihr Walterchen schon nicht im Stich loffen! Du mußt wist«, lickste Margot, die
beiden sind geschworene Bundesgenoffen, und Käthe verwöhnt und verzieht mir den Jungen _ nach Kräften. Ich hoffe, Du wirst etwas dageg« steuern, denn w«n es auch noch so gut gemeint ist, so darf doch die Liebe nicht zu weit gehen!"
Hermann Frettag dachte sich nicht oaS mindeste Schlimme dabei, als er seine Braut in der ersten Minute, da er sie in sein HauS eingeführt hatte, geg« seine Schwester Käthe und geg« den Lein« Walter einnahm. Er wollte nur vorweg eine Tatsache erklären, die feine Luge Margot sicher in kürzester Zeit selbst wahrgenomm« haben würde, — beffer, er bereitete fie ein wenig vor.
Margot sprach ein paar freundliche Worte zu KStA und nahm Watters Blumen in Empfang. Aber der Blick, den fie über das blonde Mädchen und dm eingeschüchterten Leinen Jungen hingleiten ließ, hatte nichts von HerzenS- wärme und Verständnis in sich, eS war eine erzwungene Freundlichkeit darin, die nur schwer ein aufleimendes Mißfall« verbarg.
Bei dem nun folgenden Rundgang durch die Wohnung hielt fich Liddh dicht an der Seite der „neuen Mama", der« äußere Erscheinung ihr eitles, flatterhaftes Herzchen rasch gewonnen hatte. Das Kind fing jede:: Blick, jedes Wort des Brautpaares auf, beobachtete jeden Handkuß, den ihr Vater seiner Verlobt« spendete, mischte sich häufig ungefragt ins Gespräch und fand es in der Stille sehr unpaff«d von Käthe, ihr heimlich foriwühr«d Zeichen zu machen, fie möge das unterlassen. Die neue Mama war entzückend, viel netter als Tonte Käthe, die fie so oft tadelte!
(Fortsetzung folgt.)