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Zm Hebung der inländischen NahrungsmittelprodMon.
Nachdem von verschiedenen Wannern der Wiffenschast wie der Praxis der unanfechtbare Beweis erbracht worden ist, daß die deutsche Landwirtschaft, soweit die technische Plötzlichkeit dabei in Frage kommt, sehr wohl in der Lage wäre, den heimischen Bedarf an Brotgetreide nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für eine wachsende Bevölkerung zu decken, berufen sich die Befürworter einer zollfreien Einfuhr von ausländischem Getreide, insbesondere auch Brentano, bei ihren Entgegnungen auf die „Lehre vom abnehmenden Bodenerträge." DaS heißt, sie behaupten, eine Erhöhung der Erträge des Getreidebaues sei nur unter ungeheuren Kosten denkbar, die Produktionskosten hielten mit den gesteigerten Erträgen nicht gleichen Schritt, sondern nehmen viel schneller zu, gleichsam in geometrischer Progression, sotoß, wenn z. B. die Produktionskosten für 1000 Etr. Getreide aus gegebener Fläche 6000 Mk. betragen, eine Steigerung des Ertrages um das Doppelte, also auf 2000 Ctr. nicht zwei mal 6000, sondern etwa drei mal 6000 Mk. Kosten verursachen würden. Wie wenig bei dem heutigen Stande der Wiffenschast diese veraltete Lehre noch zutrifft, zeigt Ballod auf Grund genauer Berechnung.
Zunächst bedarf dieses Gesetz, schon streng theoretisch genommen, insofern einer Modifikation, als fich die Maximalgrenze des Getreideertrages und überhaupt des Ertrages aller landwirtschaftlichen Kulturpflanzen durch die Fortschritte der Agrikulturchemie der Technik, der Bodenbearbeitung, der Auswahl des Saatgutes, resp. der Züchtung zweckentsprechender, den llimatischen Derhältniffen angepaßter Spielarten in den letzten Dezennien stark verschoben hat. Diese mittlere Maximalgrenze des Getreideertrages betrug vor 30 bis 40 Jahren etwa 1500 bis 2000 kg Körner per ha auf bestem Boden, heute bei sorgfältig« Bearbeitung und Düngung 3000 bis 4000 kg, ausnahmsweise find Weizenerträge von 5000 und selbst 6000 erzielt worden. Innerhalb der angegebenen Maximalgrenze von 3000 bis 6000 kg per ha stellen nun Agrikulturchemiker, wie z. B. Pros. Paul Wagner sogar eine feste gleichbleibende Scala für den Düngebedarf aus, und es wachsen dabei die Produktionskosten in den alten Kulturländern Europas bei billigen Düngemitteln durchaus nicht in geometrischer Progression, fie können sogar mitunter finken. Bei hoher Bodenrente wird es
(Nachdruck verboten.)
Nach BrasUien.
Reisebriefe von Tanera.
Nach Santos.
Dank der Liebenswürdigkeit deS deutschen JngenierS Lange, der ftanzöfischen Eisenbahngesellschaft schloß mein Aufenthalt im Staate Paranä mit einem Glanzstück ab. Der genannte Herr hat mich die herrliche Strecke von Ponte roffo bis Morretes tritt einer Draisine hinabgefahren. Das war wunderbar. Da habe ich die großartige Schönheit dieser Gebirgslandschaft sowie des brasilianischen Urwaldes und die vorzügliche Anlage und Erhaltung der Bahn erst recht erkannt. Ihr Bau ist ein Meisterwerk. Größtenteils hat sie 3 pCt. Steigung. Ihr Oberbau ist so reichlich erhalten, wie eS wohl selten einen Bahnkörper gibt, obwohl gerade hier ein Feind zu bekämpfen ist, den man in Europa nicht kennt, nämlich das riesige Wachstum von Unkraut aller Art. Ich will aber nicht noch einmal näher auf die Bahn zurückkommen; ich habe fie ja im letzten Brief geschildert. Nur daS sei noch erwähnt. Wenn auch Brasilianer den Namen als Erbauer derselben hergeben, die Seele der Anlage war ein Devtschöfterreicher, namens Weinschenk und ihre tadellose Instandhaltung verdankt fie dem Schweden Westermanu und dem Deutschen Lange. Leider ist fie jetzt an den brasilianischen Staat verkauft, um neu verpachtet zu werden. Wenn fie in brasilianische Verwaltung übergeht, dann ist ihre Glanzzeit vorbei; dann wird fie bald schlecht genug aussehen. Dies Urteil äußerten nicht Herr Lange und andere Beteiligte, sondern ganz unbeteiligte
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
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Sonnabend, 30. August 1902. »“«•*
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meistens sogar praktisch vorteilhaft sein, an Stelle von 1000 bis 1500 kg der heutigen Durchschnittserträge Getreideerträge von 3000 bis 4000 kg per ha zu forcieren.
Nach Paul Wagner können durch Aufwendung von 100 kg Chilesalpeter im Mittel 300 kg Weizenkörner nebst entsprechenden 500 kg Stroh, resp. 400 kg Gerstenkörner und 600 kg Stroh mehr geerntet werden, und wenn man nun auch noch den Mehrbedarf an Kali und Phosphorsäure berücksichtigt und diese Stoffe noch mit einem Neberschußbetrag von 50% gibt, wie es Prof. Maercker zur Er- zielung von Maximalernten empfohlen hat, so würde dennoch die Mehrausgabe für Kunstdünger reichlich eingebracht. Um 1000 kg Weizenkörner nebst entsprechendem Stroh mehr zu produzieren brauchte man nach Paul Wagner 333% kg Chilesalpeter. Da nun heute der Preis für Chilesalpeter selbst in den vom Meere entlegenen Provinzen wie Schlesien 8,5 Mark pro Ctr. nicht übersteigt, so wären ca. 56,6 M. für Chile aufzuwenden. Außerdem wären jedoch 11,7 kg Phosphorsäure und 15,7 kg Kali zu ersetzen, incl. der 50% lleberschußabgabe rund 18 kg Phosphorsäure und 24 kg Kali. Den Preis der Phosphorsäure im Superphosphat zu 32, den des Kali im Kainit zu 15 Mk. pro kg angenommen, würden die weiteren Auslagen 18 mal 32 4" 15 mal 24 — 936 Pfg. betragen, die Gefamtkvsten für Kunstdünger rund 66 Mark. Die Mehrproduktion von 1000 kg Gerste würde entsprechend 56,8 Mk. Auslagen verursachen. Die Mehrkosten beider Bestellung und beim Abernten fallen kaum ins Gewicht; beim Einfahren vom Felde und Dreschen würden solche natürlich entstehen, aber doch schwerlich über 10 bis 15 Mk. per Tonne betragen. Rehmen wir jedoch an, die Mehrkosten für den erhöhten Arbeitsaufwand betrügen volle 50% der Düngekosten, so würde die Mehrproduktion von 1000 kg insgesamt 90 ML Auslagen verursachen. Der Weizenpreis ist aber selbst bei den schlechtesten Preiskonjunkturen der letzten Jahre nicht unter 120 bis 130 Mk. per Tonne gesunken, außerdem hatte ja das produzierte Stroh einen Wert von 20 bis 30 Mk., sodaß unter allen Umständen ein Mehrertrag übrig geblieben wäre, resp. eine Hebung des Unternehmergewinnes und der Bodenrente, sowie des Arbeitslohnes ermöglicht worden wäre.
. Dieser Ballod'schen Rechnung gegenüber dürfte selbst Brentano, so wenig er sonst auf erfahrene Widerlegungen Rücksicht zu nehmen pflegt, die alte Seniorsche Lehre vom abnehmenden Bodenertrag für Deutschland als nicht mehr anwendbar anerkennen müssen. Ballod folgert deshalb: „In Dentschland ist heute und noch so lange die Schutzzölle nicht erniedrigt
Kenner der brasilianischen Bahnverhältniffe. Ich glaube e8 gern.
Wir sausten los. Manchmal ließen wir den Zuy, in dem sich mein Gepäck befand, weit voraustolen. Dann jagten wir in einer rollenden Schnelligkeit von fast 60 Kilometer in der Stunde wieder nach. Nun hielten wir an besonders schönen und interessanten Punkten und betrachteten die Gegend. Dabei erkannte ich die großarttge, romanttsche Schönheit des 1718 Meter hohen Marumpy, an dem wir in Schlangenwindungen hinabsuhren. Jetzt waren wir 955 Meter abwätts gekommen. Dor der Ebene jagten wir dem Zug nach, ergriffen im Fahren den Puffer deS letzten Wagens, hielten uns fest, kamen fo in Morretes an, und die entzückende Fahrt war beendet.
Ich werde sie nie vergeffen und den liebenswürdigen Führer auch nicht. Wiederum mußte ich in dem originellen Schmutzhotel Tristao in Paranagua absteigen. Ich sich mich diesmal vor und aß meist harte Eier und Fische. Das ging noch an. Statt einer Rächt mußte ich zwei bleiben. Der Dampfer „Viktoria" des brasilianischen Lloyds hatte einen Tag Verspätung. Echt brasilianisch.
Was nun folgte kann ich nicht in voller Wahrheit beschreiben, denn meine verehrten, manchmal aber etwas ku^fichtigen und skepttschen Leser würden mir nicht glauben. Nur sei kurz erwähnt: Einen solchen Schlendrian und eine solche Unzuverlässigkeit und Rücksichtslosigkeit, wie sie die Schiffahrtsgesellschaft des Aoyd brasileio dem Publikum zeigt, hält mau in Deutschland für undenkbar. Aber es ist so. Nur einige Zahlen lesen Sie. Der Dampfer „Viktoria", auf den mich gezwungener Weise ein böses Geschick führte, enthält 17
werden, eine Steigerung der Erträge der Landwirtschaft um daS Doppette nicht nur technisch, sonder» auch wirtschaftlich möglich, wahrscheinlich ist eine schnelle Steigerung jedoch nur bann, wenn dafür ein ganz bedäiwnder Anreiz durch hohe Preise gegeben worben wäre, mit anderen Worten, wenn die Gewinnchance in der Landwirtschaft wenigstens für das Betriebskapital die gleiche wäre wie in der Industrie.
Umschau.
Friedeuspräsenz und HeereSver- mehrung.
Wenn man auch die Revanchefansaren, welche fich in der l^tev Zeit in Frankreich haben hören laffen, nicht allzu tragisch aufzunehmen hat, fo lernen wir doch aus dem Beifall, den solche Phrasen bei allen Patteien in Frankreich finden, daß die Revanche-Idee keineswegs sanstsÄig eingeschlummert ist und daß wir uns vor jeglichem Opttmismus iu dieser Hinsicht zu hüten haben.
Die „Freis. Ztg." hat also gerade keinen sehr günstigen Zeitpunkt erwählt, um schon jetzt — ohne daß von einer neuen Heeresvorlage, die wohl auch erst im Herbst 1903 kommen wird, die Rede wäre — gegen jede Vermehrung der Armee zu protestieren. Sie weist dabei darauf hin, daß die Einstellung von Rekruten in Deutschland in dem Jahrzehnt seit 1892 um 41% verstärkt worden ist. Das Blatt vergleicht ferner unfere Rekrutenaushebung mit der ftanzöfischen und stellt fest, daß wir im vorigen Jahre etwa 60 000 Rekruten mehr eingestellt haben, als die Franzosen.
Zunächst ist es ein kleiner Kniff, wenn die »Freis. Ztg." das Jahr 1892 mit der Gegenwart vergleicht und eine Vermehrung der Rekruteneinstellungen um 41 % konstatiert. Dieser sehr hohe Prozentsatz ist vor allem darauf zurückzuführen, daß in dem dem Jahre 1892 folgenden Jahre die ja doch auch von den Freisinnigen seit langer Zeit geforderte zweijährige Dienstzeit eingeführt wurde, die ganz naturgemäß eine erhebliche Erhöhung der Rekrutenein- einstelluugen zur Folge haben mußte. Dabei soll zugegeben werden, daß die Vermehrung der Friedenspräsenz ebenfalls einen Anteil an der Erhöhung der Rekrutenziffer hat.
Wenn nun die „Freisinnige Ztg." unsere Relrutierung mit der ftanzöfischen vergleicht und feststellt, daß die Franzosen alljährlich 60000 Mann weniger einstellen können, so sollte fie doch auch die Bevölkerung beider Länder vergleichen. Frankreich zählt nur 38 Millionen, Deutschland 57 - Millionen Einwohner. Die Bevölkerungszifier Frankreichs ist
Kabinen 1. Klaffe mit je zwei Betten, also zusammen 34 Plätze. Dazu können vielleicht 6 Betten von Schiffsoffizieren abgetreten werden. Das find 40 Plätze. Und dafür hat diese Gesellschaft 87, ich muß es schreiben: fiebenund- achstzig Plätze 1. Klaffe verkauft. Dabei hat der etwa 700Tonns enthaltende Dampfer kein Promenadendeck, sondern ein einfaches, durch ein zu kleines, darum Lücken lassendes Zettdach geschütztes Oberdeck. Im Speisefaal konnten 38 Menschen zugleich effen. Man speiste also in drei Schichten nacheinander. Von dem Dreck — es gibt keinen parlamentarischen Ausdruck dafür — ton dem Gestank, überhaupt von de» Zuständen an Bord während des langen Regens macht fich kein Europäer einen Begriff. Ich kam zu dem Schluß, daß ein Volk, welches sich von einer staatlich subventionietten Gesellschaft so was bieten läßt, doch noch nicht auf der Höhe der Kultur stehend ist. Dazu brauchten wir zu der Strecke von etwa 140 Seemeilen, die ein deutscher Frachtdampfer, von Schnelldampfer gar nicht zu reden, in 12 bis 15 Stunden zurücklegt, drei Tage, weil wir nachts nicht fuhren und au den Zwischenstattonen endlos bummelten. Ich bin drei Tage und drei Mchte nicht aus den Kleidern gekommen, habe aus Ekel fast nichts gegessen, und man wird es mir nicht verdenken, daß ich aus diesen Gründen gewiß nicht in Rosenlaune in Santos ankam.
Da änderte fich mit einem Schlage alles nicht nur zum Guten sondern zum Besten. Diese liebe Herzlichkeit, mit der mich Consul Bvrmnann empfing und gleich als Gast in sein Haus einlud! Diese gewinnende Freundlichkeit aller deutschen Herren gegen den angekommenen Landsmann! Consul Christ, Herr Nobittng, von
also um ein volles Drittel geringer, als diejenige Deutschlands, während die RÄrutierrmg nur um ein Fünftel geringer ist. Daraus e» gibt fich, daß die Rekrutierung und die An- fpannnng der militärischen Leistungsfähigkeit in Frankreich relativ viel bedeutender ist, als iu Deutschland.
Absolut genommen find wir allerdings den Franzosen in mllitärischer Leistungsfähigkeit überlegen und weichen es von Jahr zu Jahr mehr werde«. Mr sehen aber nicht ein» warum wft die uns durch den starken Bevölkerungszuwachs dargebotene Gelegenheft militärischer UebeÄegenheit nicht auSnutzen sollten. Man sollte niemals vergessen, daß wir auch bei einer stündigen Verwährung unseres Heeres in absehbarer Zeit unter leinen Umständär Frankreich gegenüber die ziffernmäßige Ueberlegenheit besitzen werden, die wft im Beginn des Krieges 1870 gehabt haben.
Man sollte auch etwas anderes nicht tot« gesscn. Frankreich wird im Falle eines Krieges mit Deutschland an seiner Südostgrenze gegen Italien immer nur eine begrenzte Truppenzahl zurücklaffen brauchen, weil die geographische Verhältnisse eine Offenfivattion der Italien« im großen Stile so gut wie unmöglich machen, Deutschland muß an seine ausgedehnte und durch die Natur nicht geschützte Ostgrenze denken Wenn wir auch auf die Neutralität Rußlands hoffen dürfen, so find wft ihrer doch nicht so gewiß, daß wir nicht mindestens zum Beginn des Krieges eine starke Truppenmacht an bei Ostgrenze stehen lassen müssen. Franfteich wird also einen jedenfalls relativ größere Teil seiner Gesamtmacht gegen Deutschlatch aufstellm können, als Deutschland gegen Franfteich.
ES ist deshalb die Aufgabe der deutschen Wehrkraft, diesen relative Vorteil Frankreichs dadurch auszugleichm, daß die absolute Ziffer) die Deutschland ins Feld stellen kann, größer ist. Gerade die ersten Wochen eines Feldzuges entscheiden oft über de Verlauf des ganzen Krieges; man denke nur an 1866 und 1870. Da gerade zum Beginn des Krieges Deutschland unter allen Umständen einen erheblichen Teil seiner Wehrmacht an der Ostgrenze stehen lasse muß, so muß es seine Truppezahl weit« vermehren, um dm Franzosen ziffernmäßig gewachsen zu sein.
Der Rücktritt Lord Salisburys von der Leitung der britischen Politik hat naturgemäß in der Tagespreise eingehende Untersuchungen und Darstellungen über das Leben und Wirken dieses Staatsmannes, sein- persönlichen und politischen Anschauungen veranlaßt. Dabei ist, wie eine amerikanische Zeitschrift hervorhebt, eine Eigentümlichkeit seines Charakters außer acht gelassen
Heyer usw., ich kann nicht alle nennen, überboten sich. Und Plötzlich sah ich meinen lieben Kapitän von der „Halle" Herrn von der Decken. Das war ein Jubel!
Ich muß gestehen, ich habe eine so gewinnende, weder zu aufdringliche, noch zu nachlässige Gastfreundschaft wie bei den Deutschen _ in Brasilien nirgends kennen gelernt. Man fühlt fich wie im eigenen Heim. —
Santos. Zwischen Höhenzügen, die der Urwald bedkckt, Meeresarmen, waldstrotzenden Inseln und dem fteieu Ocean liegt diese, ursprünglich als Hafen von Sao Paulo angelegte Insel-Stadt. Jetzt ist fie selbst eine bedeutende Kommune geworden und, dank ihrer Lage und der reichen, meist deutschen Kaufmannswelt, die sich hier anfiedelte, hat sie alle Aussicht eine der reichsten, wenn nicht überhaupt die reichste Hafenstadt Brasiliens zu werden. Auch hier ist das deutsche Element zwar nicht der Zahl aber der Macht nach das maßgebendste. In Santos dreht fich in erster Linie alles um den Kasse- Export. Tagtäglich gehm große Dampfer der Hamburg - Amerika - Linie, des Norddeutschen Lloyds, der Hamburg - Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Eesellschaft und anderer Linien mit Tausenden und Abertausende« von Kaffeesäcken nach Europa ab. So ein Riese nimmt zwischen 40 000 und 120 000 Säcke Kaffee äl20 Pfund mit. Im vergangenen Jahre wurdm über 10 Millionen Säcke meist nach Hamburg verfrachtet. Zwei Drittel des auf der Erde verbrauchtm Kaffees ist brasilianischen Ursprung» fast alles aus dem Staat S. Paulo und ausgeführt aus Santos. Wenn man hört, daß die deutsche Firma W'lle und Compagnie soviel Kaffee exportiert, daß jede neunte Taffe, welche auf der Erde geftunkm, von dies« Firma
Mittag-Ausgabe.