von 1564, in der vom Markt auslaufenden -tittergasse daS Wallachsche, früher Mimngervdt- Oehnhausenfche Haus, ein Steinbau mit prächtigem Portal im Barockstil und rauhverziertem Erker und Giebel, daneben ein anderer alter Bau mit schön geschnitzter Thür im Barockstil. Auch die Hauptkiche der Stadt, welche im Jahre 1393 begonnen ward, sowie der noch ältere Leonhardsturm vor dem Fulder Thore wurde in Augenschein genommen. Hieran schloß sich ein Nebenausflug nach dem eine halbe Stunde entfernten Dorf und Schloß Altenburg, dem Hauptausflugspunkt der Alsfelder, nach dem dortige Freunde und Freundinnen der Marburger diesen schon vorausgeeilt waren. In der Gartenwirtschaft von Ebeling am Fuß der Burg saß, trank und sang es sich prächtig im Verein der lieben Bekannten und Verwandten. Doch auch dem Schlosse und dem Gutshof des Freiherrn von Riedesel wurde noch ein Besuch abgestattet, und mancher Sachverständiger staunte über die Musterwirtschaft auf dem Hose und besonders über den wohlgepflegten Viehstand in den reinlichen Ställen: andere aber nahm es mcht weniger Wunder, daß im Schloßpark vor dem Schlosse statt prachtvoller Blumenbeete ein einziges große» Beet Kartoffeln sich ausbreitete. Bei solcher Sparsamkeit kann ein Freiherr zum reichen Mann werden, wenn er es nicht schon ist.
Um 8.20 Uhr kehrten die Wanderer mit dem Bahnzug über Gießen, wo ein Abendschoppen im Hotel Viktoria sie noch einmal vereinigte, nach Marburg zurück, wo fle um 1li12 Uhr in bester Stimmung anlangten. Die Wanderfahrt nach Alsfeld wird allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben und wird hoffentlich einigen, die zum ersten Mal an einem Ausflug des Touristenvereins sich beteiligten, Veranlaffung geben zur Einlösung ihres Versprechens, das nächste Mal wieder dabei zu sein. Darum: .Frisch auf!"
* Sem Manever Generalfeldmarschall Graf b. Waldersee wird in seiner Eigenschaft als Gerreralinspekteur der 3. Armee-Inspektion an den von jetzt bis Mitte September stattfindenden Herbstübungen der 22. Division teilnehmen und drei Tage lang in Heiligenstadt verweilen, wo er im „Eichsfelder Hose" wohnen wird. Der Marschall fährt am 1. September von Mühlhausen nach Leinefelde und fährt mit dem Schnellzuge Nr. 50 weiter nach Heiligenstadt, wo die Ankunft gegen 6L4 Uhr abends erfolgt. Zu gleicher Z«t treffen ein der kommandierende General des 11. Armee Corps, Excellenz von Wittich aus Kaffel, und der Divisionskommandeur G? "-r-'Ueickn-nck Excellenz von Rabe aus Kaffel.
etragtMjptrniRg. Dem Wunsche der Jnter- , bei dem Bogen des Makadampflasters orün nur die halbe Straße zu sperren, ist gegeben worden. Es dürfte sich jedoch em- hlen, nur im Notfälle mit Fuhrwerk die ^tcaße zu Pasfieren, da selbstredend die Arbeit schneller von statten geht, wenn Störungen möglichst vermieden werden.
§ Befitzwechfel. Das Haus Kasernenstraße 12 ging durch Kauf in den Besitz des Herrn Bäckermeisters Blumenfeld über.
8 Grsteulichr Kunde. Einem hiefigen Einwohner wurde heute benachrichtigt, daß ein von ihm s.efpieltes Los mit einem Treffer in Höhe von 2000 Mk. herausgekommen sei.
* Fiir Obstesser. Es dürste mit Rückficht auf die jetzige Obstzest angebracht sein, auf folgende Tatsache, welche schon manche Krank- hett herbeigeführt hat, aufmerksam zu machen. An den Birnen und Aepseln bemerkt man rauhe, schwarze Mecken, die bei dem Genuß des Obstes aber meist unbeachtet bleiben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nun mit Bestimmtheit ergeben, daß die Flecken Pilzwucherungen find, die sehr nachteilig auf die Verdauungsorgane wirken können. Es empfiehlt fich daher, Obst nur geschält zu genießen; mdeS ist eine mit- genofsene Schrie schon im stände, bei einem schwachen Magen ein sehr schmerzliches Drücken zu erzeugen.
* Geflügel »Zahlung. Nach der letzten amtlichen Viehzählung, welche mit erschöpfender Gewissenhaftigkeit vorgenommen wurde, find über den gesammten Geflügelbestand folgende Angaben gemacht: 6,239,126 Gänse, 3,467,043 Enten, 55,395,837 Hühner, 351.165 Truthühner und 120,071 Perlhühner. Zieht man von dem Bestand der Hühner die Hähne als den zehnten Teil davon ab, und rechnet man ferner toeitere zwei Zehntel als nicht eierlegend, so bleiben von dem im Deutschen Reiche gezählten 55,395,837 Stück Hühnern für die Eier- produstion insgesammt 38,777,066 Stück übrig. Da die Henne durchschnittlich 150 Eier pro Jahr legt, so giebt das für den produktiven Hühnerbestand eine Eiermenge von 5,816 562,900 Stück. — DaS find recht erlleckliche Ziffern und doch wird der Bedarf im deutschen Reich noch lange nicht gedeckt, denn jährlich wandern noch einige Millionen Mark Geflügel ins Ausland. Für die Geflügelzucht bietet sich also noch ein reiches Mld. Wird die Geflügelzucht so gehoben, daß der Bedarf Deutschlands gedeckt werden kann, so kommen die Millionen den deutschen Geflügelzüchtern zu Gute.
[:] Niederwald, 26. August. Die hiesige Schulstelle ist dem seitherigen Vertreter, Herrn Lehrer Groß übertragen worden. Dies wird m der Gemeinde mit Freuden begrüßt.
ltz kchweiusberg, 26. August. Bei der »öewalzung der Kreisstraße fand sich bei dem Freiherr!. Schenck'schen Samtrentereigebäude «ne Stelle, welche trotz aller Ausschüttungen
nicht höher, sondern niedriger wurde. Die Straße senkte sich nämlich hier jedesmal so bedeutend, daß die schwere Walze schleunigst diese Stelle veÄaffen mußte. Ob ein sehr nahe der Oberfläche befindliches Tonlager oder Höhlungen die Ursache bilden, konnte nicht sestgestellt werden.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
Cassel, 27. Aua. Heute begeht laut „C. Allg. Ztg." der Nestor der Casseler Künstler, der Maler Louis Katzenstein, seinen 80. Geburtstag. Trotz dieses hohen Alters erfreut fich dieser Künstler noch einer bewundernswerten Schaffensfreudig keit und Schaffenskraft. Wir nahmen kürzlich Veranlaffung, eine Anzahl neuerdings von ihm geschaffener Gemälde zu besprechen. Caffeler von Geburt, widmete fich Louis Katzenstein ursprünglich dem kaufmännischen Berns, den er bald wieder verließ, um dem in ihm lebenden Drang zur Kunst zu genügen. So begann er 1845 auf der kurfürstlichen Malerakademie dahier seine Studien. Bald aber zog es ihn nach Paris, wo er ffth in Leon Doignef 8 Atelier weiter bildete. Nachdem er auch noch in Rom den Studien obge- legen, kehrte er für einige Zeit nach Cassel zurück. Mitte der 50er Jahre begab fich L. K. nach Portugal, fand Eingang am Hose des Prinzregenten Don Ferdinand, den er auch malte. Auch wurde er vom Prinzregenten mit dem Santiago-Orden dekoriert. Seit den 60er Jahren lebt Louis Katzenstein andauernd in seiner Vaterstadt, sowohl mit dem Pinscl, wie mit der Feder in künstlerischem Sinne schaffend. Um die Begründung des Kunst-Vereins und die Entstehung des KunsthauseS hat er fich mit seinen inzwischen verewigten Kun.stkollegen Handwerk und Prof. Stiegel besonderes Verdienst erworben. Möchten dem greifen Künstler noch viele Jahre frohen Schaffens beschicken fein I — Der Königlich Niederländische Gesandte am Hofe zu Lissabon Herr van Weede nebst Familie und Dienerschaft ist aus Liffabon zu längerem Aufenthalt hier eingetroffen.
Göttingen, 26. August. In Deiderode wurde am Sonntag abend ein 24 Jahre alter Mann von einem polnischen Knecht mit einem dolchartigen Messer so gestochen, daß der Verletzte in die hiesige Klinik gebracht werden mußte. Gestern ist der junge Mann bereits gestorben, während der Täter hinter Schloß und Riegel fitzt.
Lollar, 27. Aug. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Also konnte auch der Gastwirt Heinrich Sch. trüben Herzens sagen. In seiner Wirtschaft wurde am Sonntag und Montag die diesjährige Kirmes abgehalten. Wie immer, war das Fest lebhaft besucht und nicht mit Unrecht rieb sich am Abend des 25. der Gastwirt schmunzelnd die Hände ob der nicht geringen Einnahme der frohen Tage. Doch er sollte fich zu früh gefreut haben. Als er am nächsten Morgen in den Stall trat, vernahm er zu seinem Schrecken ein schweres Röcheln und bald bemerkte er feine Schweine in einer Blutlache daliegen. Man hatte den armen Tieren mehrere Stiche in den Rücken versetzt, so daß eines schon verendet war. Hoffentlich gelingt cs bald, die rohen Täter zu ermitteln und sie dem Gerichte zu gebührender Bestrafung zu übergeben.
Arns der Wetterau, 25. Aug. Seit Jahrzehnten ist hier noch keine solch gesegnete Ernte gesehen worden wie die diesjährige. Frucht- Hausen reihen sich dicht an Fruchthaufen. Auch Aepfel- und Birnbäume sind reich beladen.
Maiuz, 25. Aug. Gestern abend wurde aus der Meffe ein Manu verhaftet, der im Gedränge mit einer langen Nadel Frauen und Mädchen stach. Eine Erklärung über seine Handlungsweise konnte der Verhaftete nicht abgeben.
Verwischtes
Aerztezahl in Europa. In der Zeitschrift für Sozialwiffenschast teilt Dr. Prinzing über die Zahl der Aerzte in Europa folgendes mit: Es kommen auf je 1000 Einwohner Aerzte (mit Einschluß der Wundärzte): in Deutschland 5.1, Oesterreich 4.1, Ungarn 2.8, Italien 6 3, der Schweiz 6.1, Frankreich 3.9, Spanien 7.1, Belgien 5.2, England 6.1. Schottland 7.7, Irland 5.6, Dänemark 6.4, Norwegen 5.3, Schweden 2.7, Rußland 2.7. Auf je 10000 Einwohner entfielen: in Berlin (1900) 14.1, Paris (1896) 9.7, Brüssel (1897) 14.7, London (1895) 12.8, Madrid 24.4, Men (1896) 13.0, Budapest (1896) 16.4 Aerzte.
Die netten Kokmialmarken mit der Inschrift „Deutsches Reich“ sind jetzt fertiggestellt und werden auf dem Kolonialpostamt an das Publikum abgegeben. Damit ist dem Markensammler wieder ein großes Feld feiner Tätigkeit eröffnet. Bis jetzt haben die Briefmarken der teutfdjen Kolonien und bei deutschen Postanstalten im Auslande schon die stattliche Höhe von 306 verschiedenen Arten erreicht. Die meisten Ausgaben haben die deutschen Postämter in Marokko aufzuweisen mit 35 Arten. Alsdann folgt das Postamt in Konstantinopel mit 34 Sorten, die deutsche Kolonie Kiautschau mit 27 und die Postanstalten im eigentlichen China mit 26 Südwestafrika und die Marshall-Inseln je 25, Ostfrika 20 und übrigen 6 Kolonien je 19 verschiedene Ausgaben. Die Zahl der für die genannten Länder angefertigten Ganzsachen beträgt 130.
Klettmcke Krnttrn. Auf der indischen Inselwelt lebt eine Krabbenart, die den Romen der Kokosnußkrabbe erhalten hat, well sie angeblich
auf Kotospatmen klettert uno Deren Früchte verzehrt. In letzter Zeft hatten fich Stimmen gegen diese Behauptung erhoben und sie in das Gebiet der Sage verwiesen, wenigstens soweit die wetterknnste des kleinen Krebstieres in Frage kommen. Jetzt hat jedoch ein auf Java lebender Naturforscher durch eingehende Beobachtungen festgestellt, daß man durchaus nicht zu viel von den ungewöhnlichen Lebensgewohn» heften der Kokosnußkrabbe gesagt hat. Der Forscher hat verschiedene Exemplare dieser Krabbe, die er eingefangen hafte und unter dauernder Aufsicht hielt, auf 60 Fuß hohe Mangrowebäume und Palmen bis zur äußersten Spitze heraufllettern sehen. Was sie dort taten, konnte et nicht ermitteln. Doch hielt er es nach andern Beobachtungen für wahrscheinlich, daß sie fich dort mit dem Oeffnen junger Kokosnüsse und dem Verzehren ihres Inhaltes beschäftigen. Ob die Krabben die Fähigkeit haben, eine reife Kokosnuß $u offnen, bleibt bisher noch ungewiß. Gefangene Krabben, denen solche Früchte vorgelegt wurden, begnügten fich damit, sie mit den Scheren zu betasten, ohne einen Versuch zu ihrer Oeffnung zu machen. Es würde auch eine kaum vorstellbare Kraft bei den kleinen Tieren voraussetzen, wenn sie die harte Schale einer ausgewachsenen Kokosnuß durchbohren könnten; auch die Oeffnung einer jungen Frucht einer Kokospalme ist für einen Krebs schon eine recht anständige Kraftleistung.
Ei« etwas derber Zagdscherz wird in Kattowitz viel belacht. Ein im Inneren Rußlands ansässiger Forstmann, der geschäftlich öfters nach Schlesien kommt, hatte seinem Kattowitzer Hotelier, einem eifrigen Nimrod, schon lange eine Jagdüberraschung versprochen, die auch vor kurzem dort eintraf. Es wat eine große Kiste bte zum Schrecken des Hoteliers zwei junge — leibhaftige russische Steppenwölfe enthielt. Ter entsetzte Herbergsvater hat die Bestien dem Breslauer Zoologischen Garten überwiesen. Der russische Epaßvogll soll damit übrigens noch nicht genug haben, sonden noch einen kleinen Bären zur Ueberraschung schicken wollen.
Mutvergiftnuaeu. 3m Augusta-Hospital zu Berlin starb der Kunstschlosser Robert A. Demselben war beim Spitzen eines Bleistiftes etwas Graphit in eine Wunde gekommen, welche er fich bei dieser Arbeit durch Schneiden in den Finger zugezogen hatte. Wie es so oft geschieht, achtete er der Sache nicht weiter und begab fich erst in's-Hospital, als nicht nur der Arm, sondern schon die linke Schulter und Brustfeite stark entzündet waren. Es konnte der inzwischen eingetretenen Bluwergiftung nicht mehr gesteuert werden, und her Kranke verstarb bald, ohne daß die zu spät nachgesuckte ärztliche Hilfe ihm noch etwas nützte; überhaupt soll mau mit dem Bleistift nicht unvorsichtig umgehen. So wird z B. aus Leipzig berichtet, daß Bei einem chronischen Darmkatarrh eines jungen Mannes, der lange Zeit keinem Mittel wich, alS Ursache nicht anderes herausgesunden wurde, alS die Gewohnheit des jungen Mannes, den Bleistift mit dem Munde anzufeuchten.
Fünf Kinder in einem Seebade ertrunken. In dem fashionablen Badeorte Filey, in der Nähe von Scarborough, spielte fich am 24. August eine furchtbare Szene ab. Fünf Kinder, die zwei befreundeten Müttern angehörten, spielten im Sande, während die Flut hereinkam. Die beiden Mütter sahen etwas abseits auf einer Düne, als sie Plötzlich bemerkten, daß das Waffer den etwa? höher gelegenen Spielplatz der Kinder von ihnen trennte. Ein Versuch, zu den Kindern hinzulommen, erwies fich als unmöglich, da die Wogen die Damen umwarfen. Ein Radfahrer, der die Szene von Weitem beobachtete, eilte zur Hülfe herbei, sein Rad brach aber unter ihm zusammen, als er noch eine englische Meile von der Unglücksstelle entfernt war, und so traf er zu spät ein. Bei seinem Versuch, die Kinder zu retten, die jämmerlich schrien, während die größeren Kinder die kleineren über Waffer zu halten versuchten, wäre er beinahe selbst von den Wogen weggeriffen worden, während eine große Woge Die fünf Kinder wegtrug, als er bei einem erneuten Versuche noch 20 Meter von ihnen entfernt war. An derselben Stelle ertrank bald darauf noch ein Farmer, der dort badete.
Borfichttg. Erste Freundin (in's Zimmer treienb): .Weshalb rufst Du denn fortwährend ,3a' in's Telephon hinein?' — Zweite Freundin: »Ich kann nämlich kein Wort verstehen — und der dort am anderen Ende macht mir möglicherweise einen Antrag.'
Ei« br«cher Kerl. Einbrecher (nach getaner Arbeit): „Noch einen solchen Einbruch und ich kann daran denken, ein ehrlicher Mensch zu werden."
HochschulnachrichLm
— Mit der provisorischen Leitung der psychi- atrischeu Klinik an der niederösterreichlschen Landesirrenanstalt in Wien wurde bis auf weiteres Dr. Reumann betraut — Die von Professor C. Seitz geleiteten Ferienkurse an der litterar • philosophischen Fakultät der genfer Hochschule find in diesem Jahr außerordentlich stark besucht. Es nehmen daran teil 133 Herren und 1(9 Damen; die Deutschen find mit 114 Personen am stärksten vertreten. — Wie uns berichtet wird, starb auf seinem Landgut im Gouvernement Minsk am 20. ds. Mts. Professor F Paster- uazki im 59. Lebensjahr. Er wirkte seit 1891 an der St. Petersburger Militär - Medizinischen Akademie. Pasternazki hat u. a. Arbeiten über die verschiedenen Arten des Typhus sowie die kaukasischen Bäder veröffentlicht — In Prag ist der ehemalige o. Professor der Pastoraltheologie an der dortigen Universität Dr. W- Horak im 57. Lebensjahre gestorben.
— lieber die Art der in Frankfurt neu zu errichtenden medizinischen Anstalt wird der .Franks. Ztg.' geschrieben: Der Anstalt werden keinerlei Be- rechtigungen gegeben: fr will nur bereits approbierten jungen Aerzten, die alle Examina (Staats- und Doktor- Examen) hinter fich haben, Gelegenheit geben, sich praktisch und theorettsch weiter zu bilden, und zwar durch Vorlesungen, die von hervorragenden Kräften — theorettschen und praktischen Medrzinern — gehalten werden, sowie durch praktische Kurse und Unterweisungen, zu denen das städttsche Krankenhaus die beste Gelegenheit bietet. Am besten würde man demnach die neue Anstalt medizinische Fortbildungsschule oder Fortbildungsschule für Mediziner nennen Eine gleiche oder auch nur ähnliche Anstatt existiert in Deutschland noch nicht, wahrscheinlich sogar nicht in ganz Europa. Wohl aber kennt Amerika diese Ein- richtungen; verschiedene Großstädte haben daselbst seit längerer Seit derartige Institute eingerichtet. Die
menge emnait lon au« oas Bereinigen, was unter den Begriff .medizinisch' fällt, so die Eenckenbergische Anatomie ic.
Metteftr TeteykAMme
Be litt, 27. Aug. Graf Bülow, begleitet vorn LegationSrat v. Below-Schlatau, ist heute früh aus Norderney hier eingetrcffen.
Stuttgart 27. August. Der Hofzug rnft dem Könige von Italien hat heute Nacht gegen 2 Uhr den hiefigen Bahnhof passiert.
Würzburg, 27. August. Der König von Italien kam heute morgen um 7 Uhr durch die hiesige Station.
Rom, 27. August. Die Tribuna schreibt: Die Reise des Königs ist die beredteste Bestätigung dafür, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Regierungen keine Aederungen erfahren haben. Der König bringe daS herzlich Gefühl be® italienischen Seite» für das deutsche Volk nach Berlin, ebenso das loyale und lebhafte Gefühl, welches seiner Zett den König Umberto auf seiner Reise nach Berlin beseelte. Auch die anderen Mütter heben die Bedeutung der Reise des Königs nach Deutschland hervor.
Brest, 27. August. Hier wurde der royalistisch^ Gutsbesitzer Kerdanet gestern Abend verhaftet, weil er beschuldigt wird gelegentlich der Ruhestörungen bei der Schließung der Nonnenschulen St. Meen, dem Unterpräfekten einen Schlag versetzt zu haben. Mehrere Gutsbesitzer werden strafrechtlich verfolgt, weil sie die Bauern aufreizten, ihre Einlagen aus der Sparkasse zurückzuziehen.
Rochefort für Mer, 27. Aug. Zwischen streikenden und arbeftswilligen Hafenarbeitern kam es hier zu einer Rauferei. Die Truppen mußten einschreiten, sie wurden mit Steinen beworfen. Acht Soldaten und mehrere Ausständige wurden verwundet. Die Ruhe wurde erst nach Vornahme einiger Verhaftungen wieder hergestellt.
Quedlinburg, 26. Aug. Die Feier der 100 jährigen Zugehörigkeit der Stadt und be» Stiftes zum preußischen Staate wurde heute früh durch Festgottesdienst, Schulfeiern und Parade eingdeitet. Nachmittags hielten die städtischen Korporationen eine Festsitzung ab, abends war großer Kommers, an dem sich bte gesamte Bürgerschaft beteiligte.
JohauueKburg, 25. Aug. (Reuter.) Wie der »Leader" meldet, begiebt sich eine starke Streitmacht bestehend auS Infanterie, und Kavallerie, berittener Infanterie und Arttllerie von KrügerSdorp noch Rustenburg und von dott nach der westlichen Grenze. Die Expedition soll Unruhen unter den Eingeborenen verhindern. In amtlichen Kreisen wird zugegeben, daß die Truppen in jener Richtung abgegangen find. Dies sei aber nur geschehen, um nach Indien beorderte Truppen zu ersehen.
Vom Büchermarkt.
V Nach dem Muster des Düffeldorfer Pharus- planes, der fett der Eröffnung der dortigen Ausstellung sich allgemeinen Beifall erworben hat, ist im Pharus-Verlage ein nach gleichen Grundsätzen gefertigter »PharuSplan von Frankfurt a. M.' mit einem vollständigen Straßenverzeichnis und Führer versehen, zum Preise von 1 Mark soeben zur Ausgabe gelaugt. Die Ueberfichttichkeit und Klarheit in Verbindung mit der Gefälligkeit des geschmackvoll kolorierten Gesamtbildes machen diese Art Pläne zu einem wirksamen Mtttel zur Hebung des Fremdenverkehrs, indem sie die Reize deS Stadtbildes und der einzelnen Teile dem Fremden in vorteilhastes Licht stellen und zu längerem Verweilen emladen. Besonders interessant ist ote naturgetreue Abbildung der charakteristischen Bauwerke, die zur schnellen und sichersten Orientierung dienen. Der kartographisch mustergültig ausgeführte Plan empfiehlt sich Einheimischen und Fremden ausS Beste, zumal der Preis in Anbetracht des Gebotenen ein sehr geringer ist.
•,* Auf die beiden ersten Bände der »Studien zur Geschichte des menschlichen Geschlechtsttbeu': »Der Marquis de Sade und seine Zeil' und »Das sexuelle Leben in England' ist soeben nach längerer Pause ein neuer Band »Okkultismus und Liebe, Studien zur Geschichte der sexuellen Verirrungen' gefolgt. Dr. Laurent und Ragours Buch ist ein Versuch, die dunklen Seiten der Liebe, den sexuellen Okkultismus darzustellen. Heute, wo auf so viele Gebiete der Ge- heimwiffenschaften das Helle Licht der psychologischen Forschung gefallen ist, enthüllen fich auch zahlreiche Rätsel auf dem Gebiete des sexuellen Okkultismus und vieles erscheint als erklärlich und wohlbegründet, was früher als kraffer Aberglaube bezeichnet wurde, nur das wir heute andere Zusammenhänge erkennen. So wird das Buch jedem vorurteilslosen Wiffen» schaftler, dem Psychologen und Arzt besonders, eine reiche Fülle Material zur schwierigsten aber auch interessantesten aller Fragen, der sexuellen, bieten und können wir es allen empfehlen, die fich wirklich ernstlich mit diesem Thema beschäftigen wollen. Der Preis beträgt M. 7 50, Orig.-Leinwdbd M. 9.—.
Geschäftliche Mitteilunge«.
„Matz hatten" lautete der Wahlspruch eines der 7 Weisen Griechenlands. Bis zum heutigen Tage hat dieser Spruch seinen tiefen Sinn bewährt.
,Matz halten" sage fick auch jeder, der die all- bewährte Maggi - Würze verwendet, denn schon wenige Tropfen, nach dem Anrichten zngesetzt, mache» augenblicklich alle faden Suppen, Saucen, Gemüse ec. überraschend gut und kräftig im Geschmack.
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Etablissement allerersten Banges.
Grossb. Heeetseher n. Kaiser!. Russischer Hoflieferant. , •- Permanente Aesstc' -.g »en 120 Zlmster-SwieMangea., " Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupteollectüv. j
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3. Dr. Ulrich in Marbura.