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Sonntagsbeilage: JllnsteirLes Sonntagsblatt.

JTs. 208

Bierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Ml., bei allm Postämter» 2,25 Mk. (excl. Bestellgelds.

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

_______ Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 27. August 1902.

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgab«.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch. Univerfitäts-Buchdruckers Marburg. Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Bestellungen

für den Monat September auf die

Obe^heffische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post­anstalten und Landbriesträgern entgegen­genommen.

Maßregeln gegen die Industrie- Kartelle.

Eine Frage, welche seit geraumer Zeit nicht nur die Nationalökonomen und Juristen, sondern Weite Kreise der Bevölkerung lebhaft beschäftigt, ist die, auf welche Weise es möglich sei, die vielfach gemeinschädlichen Auswüchse des industriellen Kartellwesens ein^uschränken. Ein verunglückter Versuch nach dieser Richtung ist in der nordamerikanischen Union, wo das Kartellwesen allerdings die schlimmsten Blüten treibt, unternommen worden. Ein bezüglicher Gesetzentwurf, der eine Reihe höchst beachtens­werter Anregungen enthält, harrt in Oesterreich der Erledigung.

Es ist zu erwarten gewesen, daß der Deutsche Juristentag, der alljährlich über die wichtigsten gesetzgeberischen Probleme Erörterungen pflegt, auch dieses Thema behandeln werde. Es steht denn auch auf der Tagesordnung der dies­jährigen Versammlung, die am 10. September zu Berlin ihre erste Sitzung abhält. Es find für diese Verhandlungen zwei umfassende Gut­achten eins von dem Greifswalder National­ökonom Dr. Waentig und ein zweites von dem Privatdozenten an der Wiener Universität Dr. Landesberger erstattet worden.

Beide Gutachten find in dem Punkte einig, daß ein rechtliches Eingreifen in das Kartell­wesen schwer durchzuführen und fast untunlich sei. Schon die Schwierigkeit die verschiedenen Arten der Kartelle und Trusts und deren ganz verschiedenartige Gestaltung genau zu kenn­zeichnen, ferner die Rücksicht aus den inter­nationalen Wettbewerb gebietet nach der Ansicht der Berichterstatter die größte Vorsicht. Zuge­geben wird die Gefahr einer monopolistischen Entwickelung ganzer Industriezweige und einer damit bedingten Steigerung der wirtschaftlichen Macht derselben; aber wie dem entgegenzutreten sei, darüber herrschen noch viele Zweifel.

Im österreichischen Gesetzentwürfe ist bestimmt, daß der Staat ein Aufsichtsrecht über solche Kartelle, die unter Wahrung der Selbständigkeft der Teilnehmer ein solidarisches Vorgehen be­hufs Einwirkung aus die Produknons-, Preis-

13 -Nachdruck verboten.)

Die Kinder.

Novelle von Marie Bernhard.

iFortsetzung.)

Papa! Und nun werd' ich ihm alles sagen, und nun wirst Du's hören, daß er heute aus­geht ?"

LiddH flog auf die Thür zum Nebenzimmer zu und wurde gleich danach von einem statt­lichen, großen Herrn in den Armen aufgefangen und in die Höhe gehoben.

Tag, Käthe! Na, Du Balg, Du unnützes Frauenzimmir! Wie daS Unkraut in die Höhe schießt! Kaum mehr zu heben! Laß meine Rocktaschen in Ruh', 's ist nichts drin für Dich!"

Sehr unrecht von Dir, Papa! Und mein Wochenzeugnis ist so schön, bloß einmal ge­plaudert in der Zeichenstunde! Na, das zählt doch nicht!"

Nein, das zählt nicht!" lachte der Bau­meister und setzte seine Tochter, nachdem er sie tüchtig geschüttelt und am Haar gezupft hatte, zu Boden.Die Zeichenstunde ist bekanntlich zum Plaudern und Unfinnmachen da!"

Aber Hermann" warf Käthe ein.

Verzapf' nicht wieder Weisheit, Schwester­chen, ist bei uns beiden doch verloren, was Käferchen?"

Er setzte sich, lachte Liddh an und hob sie auf feine Kniee. Vater und Tochter sahen einander sprechend ähnlich, dieselben ein­nehmenden Züge, das dunkle, leicht gelockte Haar, daS hübsche Profil, der lachende Ausdruck in den Augen. DaS Kind nestelte sich wohlig zu­recht und sah zu dem Vater in die Höhe.

und Absatzverhältniffe bezwecken, ausüben solle. Demgemäß solle ein Register geführt werden, in dem die Kartelle ihre Statuten, deren Aender- ungen sowie die Beschlüffe, welche eine Fest­setzung der Preise, der Produktionsmengen, der Einkaufs- oder Absatzverhältnisse zum Zwecke hätten, zu verzeichnen hätten. Auf diesem Auf- fichtsrecht solle alsdann ein Recht des Staates zur Einsprache gegenüber Kartellbeschlüffen be­gründet werden,

a. wenn dieselben geeignet seien, die Preise von Waren und Leistungen zum Nachteil der Konsumenten zu erhöhen oder der dritten Er­zeuger herabzusetzen;

b. wenn hierdurch das Erträgnis der in­direkten Abgaben oder die Steuer und Kon- fumtionskraft der Bevölkerung offenbar ge­schädigt werden würde;

c/e§ wäre denn, daß sie durch die objektive wirtschaftliche Sachlage (die Konjunktur) des be­treffenden Industriezweiges gerechtfertigt wären.

Ferner solle dem Staate das Recht erteilt werden, Kartells zu unterdrücken, die den Zweck haben, die Löhne der Arbeiter zu drücken und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Don diesen Vorschlägen acceptiert sowohl Dr. Waentig als auch Dr. Landsberger nur die Staatsauf­sicht und das Kartellregister. Im übrigen ist der Greifswalder Gelehrte der Ansicht, daß, wo das Gemeinwohl es verlange, die Kartellierung nur die Vorstufe für die Verstaatlichung eines JndustrieMeiges zu bilden habe; er ist also wohl Anhänger des Gedankens von dem Hinein- wachsen des Gegenwartsstaates in den sozial­demokratischen Zukunftsstaat.

Dr. Landsberger erkennt auch die guten Seiten des Kartellwesens an. Er ist nämlich der Meinung, daß die Kartellbildung direkt auf die Vervollkommnung der Betriebstechnik einwirke. Zwar hätten davon vor der Hand nur die Produzenten lllutzen; aber es sei Sache der Wirtschasts- und Handels-Politik, darauf hinzuwirken, daß auch der Konsument an diesem Nutzen teilnehmen könne. Es scheint aber, daß der Wiener Universitätslehrer in diesem Punkte etwas zu optimistisch denkt.

Der deutsche Juristentag wird nun auf Grund dieser ihm erstatteten Gutachten, deren Inhalt wir natürlich nur oberflächlich streifen konnten, erörtern, ob und auf welchem Wege es gegenwärtig möglich sei, zur rechtlichen Be­handlung der Kartelle gesetzliche Maßregeln zu ergreifet?. Allzu doktrinär oder zaghaft wird man freilich auf diesem neuen Gebiete nicht vorgehen dürfen. Je länger man wartet, je eingehender man erwägt, desto schwieriger ist ein gesetzgeberisches Einschreiten überhaupt. Nichtsdestoweniger ist zu erwarten, daß die Verhandlungen des deutschen Juristentages sehr beachtenswertes Material zur Lösung der viel­erörterten Frage beibringen werden.

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Du, Papa, ich will Dich mal was fragen!"

Bitte, bin ganz Ohr!"

Gehst Du heute abend aus?"

Ja, warum?"

Siehst Du, Tante Käthe! Hättest Du bloß mit mir gewettet!"

Wohin gehst Du, Hermann?" fragte Käthe dazwischen.

Er zögerte einen Augenblick mit der Antwort.

Zu Frau von Reicher, nicht wahr, Papa?" rief Liddy laut und triumphierend.

Ja,--zu Frau von Reicher!"

Ist dort eine große Gesellschaft, Hermann?"

Nicht so sehr groß, vielleicht vierzehn bis sechzehn Personen."

Hast Du denn Deinen Besuch in dem Hause gemacht?"

Aber was denkst Du, Käthe? Natürlich hab' ich, wie würden denn die Damen sonst darauf verfallen, mich einzuladen?"

Aber Du hast mir nichts davon gesagt!"

Von dem Besuch? Na, erlaube mal! Du bist mir lieb und wert, aber am Ende bist Du auch nicht mein Kindermädchen, das mir hinten das Schürzchen zubindet und daS ich artig fragen muß: darf Hermännchen bei Tante Reicher einen Besuch machen?"

Liddh lachte laut und belustigt auf, Papa hatte mit solch einem feinen Kinder- stimmchen gesprochen und dazu ein erzdrolligeS Gesicht gemacht. Käte schüttelte nur zu der letzten Bemerkung den Kopf, ihre Augen hingen beobachtend an dem Bruder, da war doch irgend etwas Erzwungenes, Gemachtes in seinem Ton und in seiner Lustigkeit. > . - 1

Umschau.

Der Reichstag

tritt bekannttich am 14. Oktober wieder zu­sammen. Daß bis dahin die zwette Lesung des Zolltarifs beendet fein werde, daran ist Wohl kaum zu denken. Man wird sich also entschließen müffsn, die einzelnen Abschnitte des Tarifes aus der Kommission an das Plenum gelangen zu laflen. DaS scheint auf den ersten Blick zweckmäßig, ist aber nicht unbedenklich, weil das Plenum dann auf einen ganz unsicheren Boden arbetten muß und gezwungen sein wird, in vielen Fällen feine Beschlüffe später einer Revision zu unterziehen. Aber die Sache läßt sich, wenn man alles berückfichttgt, nicht anders machen. _ Wollte der Reichstag Watten, bis die Kommission die zweite Lesung vollständig be­endet hätte, so würde er in der ersten Zeit überhaupt nichts zu tun haben. Es liegen zwar noch ziemlich viel Anträge und sehr viele Petittonen zur Erledigung vor. Aber es ist nicht angängig, das Plenum des Reichstages tagtäglich mit Petitionen oder Anträgen zu be­schäftigen. Gesetzentwürfe, mit denen der Reichs­tag fosott besaßt werden könnte, find nicht vorhanden. Das Gesetz über die gewerbliche Beschäftigung von Kindern ist einer Kommission überwiesen worden, die ihre Beratungen noch nicht begonnen hat und jedenfalls nicht allzufchnell beenden Witt. Ob das in Aussicht gestellte Gesetz über die kaufmännischen Schiedsgerichte dem Reichstag sofort zugehen werde, scheint neuerdings fraglich geworden zu sein. Man weist in der Presse darauf hin, daß es fast den Anschein gewinne, als ob im Reichsjustizamte nicht viel Sttmmung für ein solches Gesetz vorhanden sei. Ebenso fraglich ist es, ob der Gesetzentwurf über das Urheberrecht an photographischen Abbildungen so gefördert werden könne, daß er dem Reichs­tag in diesem Herbst vorgelegt werde. Be- kannllich ist dieser Entwurf vor einigen Wochen erst veröffentlicht worden, damit die allgemeine Kritik dazu Stellung nehme. Es ist deshalb kaum anzunehmen, daß der Reichstag sich bereits im Herbste damit werde befassen können. Aber selbst wenn beide Gesetze ihm im Oktober unterbreitet würden, so würden die ersten Lesungen höchstens ein paar Tage beanspruchen; dann würden die Gesetze einer Kommission überwiesen werden, und der Reichstag hätte wiederum nichts zu tun. So liegen die Ver- hältmffe. Berücksichtigt man dies alles, so muß man zu der Anschauung kommen, daß es eigentlich keinen anderen Ausweg giebt, als den oben dargelegten. Daß dieser Ausweg nur ein bedenklicher Notweg sei, Witt nicht bestritten werden können.

Die Stichwahl in Forchheim.

Der Ausfall der Reichstags-Stichwahl int Wahl­kreise Forchheim Kulmbach hat zur fast allgemeinen

Und Wenn Du dann da hingehst, dann dürfen wir doch in Deinem Zimmer spielen und kochen, Cläre Meinhold und Grete Krause und ich, nicht wahr, Papa?"

Es soll mir eine ganz besondere Ehre fein, Dir, wie den genannten jungen Damen mein Privatgemach zur Verfügung zu stellen!" ent­gegnete der Baumeister in ehrerbietigem Ton. M darf Wohl aber die bescheidene Anfrage hinzufügen, wie ich zu dieser besonderen Ver­günstigung komme?"

Ja, weil doch Walter krank ist und in der Kinderstube zu Bett liegt"--

Walter krank? Zu Bett?" Des Bau­meisters noch eben lachendes Gesicht verfinsterte fich im Augenblick, er setzte Liddh ohne weiteres herunter.Was fehlt ihm denn nun schon wieder?"

Er hat feine alten Schmerzen im Leibe, Hermann, er wurde mir krank aus der Schule gebracht und gestand mir, er hätte schon des Morgens Schmerzen gehabt, aber aus Furcht vor Dir nichts davon gesagt!"

Sehr rückfichtsvoll! Es wäre aber besser gewesen, er hätte etwas gesagt, dann wäre die Geschichte voraussichtlich nicht so schlimm ge­worden."

Er hat einen Umschlag und Thee bekommen und schläft jetzt. Ich wollte Watten, bis Du f&meft und bestimmtest, ob zum Herrn Professor geschickt wetten soll."

Ach, warum nicht gar! Wegen soner Lappalie, wegen der alten, dummen Ge­schichte, die Du ihm schon zehnmal allein weg- kuriett hast! Womöglich den Geheimrat von Walden zuziehen ja? Wahrscheinlich über«

Ueberrafchung zum Siege des nationalliberalen Kan­didaten geführt. Bei der Hauvtwahl erhielt der Zen­trumskandidat 6099, der Nationalliberale nur 3946 Stimmen, insgesamt waren damals 15637 Wahl- berechtigte an die Urne getreten. Im Jahre 1898 hatten von 26 470 Wahlberechtigten bei der auch da­mals notwendigen Stichwahl sich 16 752 Wähler be- tetltgt; da inzwischen die Zahl der Wahlberechtigten ohne Zweifel gewachsen ist, war auch bei der dies- jahngen Sttchwahl eine größere Beteiligung zu er» Watten. Es haben denn auch diesmal gegen 18000 Personen ihre Stimmen abgegeben und von diesen find 9400 auf den nationalliberalen und 8498 auf den ZeMrums - Kandidaten gefallen. Der erste hat demnach einen Zuwachs von weit über 5000 der letzte einen solchen von etwa 3500 Stimmen erlangt. Bei der Hauvtwahl waren auf einen Kandidaten des Bundes der Landwitte 8500, auf einen solchen des Bauernbundes 306 und auf einen Sozialdemokraten 1766 Stimmen gefallen. Die landwirtschaftlichen Organisationen hatten ihren Anhängern bei der Stichwahl die Sttmmabgabe freigestellt, die Sozial­demokraten Wahlenthaltung proklamiert. Augen­scheinlich haben nun die evangelischen Wähler als solche fich solidattsch zusammengeschlossen «nd gegen den Zenttumskandidaten gestimmt. Es war ein solcher Ausgang bereits in der Zeutrumspresse befürchtet und darauf hiugewiesen worden, daß in dem Wahlbezirke Forchheim-Kulmbach die katholische Bevölkerung kaum 45 Prozent betrage. Diesem Prozentsatz entsvttcht ziemlich genau die auf jeden der beiden Kandidaten gefallene Stimmenzahl. Es geht also keinessalls an, wie bereits in nationalliberalen Blättern versucht wird, den forchheimer Wahlausfall als einen Sieg der liberalen Sache oder gar als einen solchen der berühmten fteifinuig - liberalen .Mittellinie' in der Zollfrage auszugeben. Gerade das forchheimer Er­gebnis beweist, daß die Zollfrage als alleinige Wahl­parole nicht ausschlaagebend ist, sondern daß für ganze Wählermaffen Imponderabilien in die Wag­schale fallen, die durch die zoklpolitischen Streitig­keiten uuberühtt bleiben.

Der deutsche Katholikentag in Mannh eim.

Zu der 49. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands find zahlreiche Festteilnehmer aus allen Teilen des Reiches in Mannheim ein« Soffen, u. a. die Abgeordneten Dr. Bachem, enslh, Dasbach, Gröber, Pichler, Porsch, Rören, Dr. Schädler, Trimborn. In der Stadt herrschte Sonntag reges Treiben. Um 3 Uhr setzte sich der Festzug in Bewegung, an welchem insgesamt 170 Vereine mit 20 000 Personen aus Baden, der bayerischen Pfalz, Hessen, Württemberg, dem Elsaß und der Saargegend teilnahmen. Der Zug nahm den Weg durch die Hauptstraßen der Stadt nach der neu er­bauten Festhalle. Während des Zuges wurdm dem Erzbischof von Freiburg Dr. Rörber stür­mische Ovationen dargebracht. In der Festhalle find im Hintergründe hinter der Rednertribüne die Büsten Sr. Majestät des Kaisers und des Großherzogs und in der Mitte zwischen beiden die Statue des Papstes aufgestellt. Zu beiden Seiten der Büsten find die Fahnen und Banner der verschiedenen Vereine angebracht. Diejenigen Teilnehmer am Festzuge, welche in der Fest­halle selbst nicht untergebracht werden konnten, hielten in anderen Sälen gleichzeitig drei Ver­

treibst Du Witter mal in Deiner ewigen Ängst­lichkeit mit den Jungen! Möchtest ihn am liebsten in Watte und Seide wickeln, damit bloß dem Walterchen kein Lüstchen um die Nase weht!"

Hermann, das ist"

Na, Käthe, laß gut sein, ich weiß ja, Du hast die besten Absichten, aber hier gehst Du zu weit, gehst entschieden zu weit! Sowie der Junge bloß mal piepst und muckst . . gleich machst Du 'ne große Haupt- und Staats­aktion draus, anstatt ihmn paar Backpfeifen zu geben und ihn mal gehörig anzudonnern, er soll daS ewige Geknaue sein laffen. Aus dem Bengel Witt ja im Ltten kein Mann, wenn Du ihn andauernd so verweichlichst!"

Aber der Professor sagt doch selbst'

Ach, der Professor! Den hast Du mit Deinem ewigen Unglucksunken angesteckt, der sieht nun auch schon allerlei schauerliche Symp­tome, wenn Du ihm mit Deinen Beobachtungen kommst! Nehmt Euch doch mal das Mädel zum Muster, der hat kein Finger Weh fcatan, seitdem sie auf der Welt ist, was, Katze?"

Liddh schüttelte den Kops.Kann mich nicht besinnen, daß mir mal was gefehlt hat! Höchstens mal verdorbenen Magen gehabt, na!"

Es ist doch auch nicht Liddys persönliches Verdienst, daß sie so gesund ist!" warf Käthe ein.

Der Baumeister hörte das nicht, oder wollte es nicht hören. Die Hände auf dem Rücken in­einandergelegt, ging er mit großen Schritten im Zimmer hin und her; auf seiner ©time standen ein paar finstere Falten.

(Fottsetzung fvhztJ