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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

M 207

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marvurg

Dienstag, 26. August 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und .Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckers Marburg, Markt 2L Telephon 55.

37. Jahrg.

Zu den erhöhten Fleischpreisen.

Wieder geht das Gespenst der Fleischnot im Blätterwald der demokratischen und freisinnigen Zeitungen um. Wieder wird der alte Zauber aufs Kampsesfeld gezerrt und mit tönendem Phrasenschwall und verzweiflungsvollem Ge­jammer werden die alten Schlagworte von .Fleisch­wucher" undunerhörter Ausbeutung" in die urteilslosen Mafien geschleudert. Einige wenige Blätter haben in der Langenweile der Sauren- gurkenzeit den Ton angegeben und heulend fällt das gesamte Korps der freihändlerischen Presse ein in das billige Gekläff; es ist doch eine schöne Gelegenheit, in den wenig ereignis­reichen Tagen die Spalten zu füllen. Gewiß, wir wollen es nicht bestreiten, die Preise find augenblicklich ein wenig in die Höhe gegangen, wie überall die derzeitige Konjunktur ein Fallen oder Steigen des Marktwertes mit fich bringt, aber deshalb von Ausbeutung, vonwahnsinnig hohen Biehzöllen" zu sprechen, wie es sich ein großes Blatt leistet, würde nur komisch wirken, wenn die Sache nicht so bitter ernst wäre, wenn es sich nicht um Sein und Nichtsein der ältesten, größten und solidesten Wirtschaftsklaffe, den Bauernstand, handelte. Dieser natürlich soll wieder den Sündenbock abgeben. In merkwürdig verdächtiger Entschuldigungstüftelei stimmt die Allg.Fleischerzeitung" folgendes rührende Klage­lied an:

In allen Teilen des Reiches herrscht die gleiche Not und überall fragt man sorgenvoll, wie das enden soll. An jedem Tage erhalten wir Klagebriefe von Meisterri und Innungen. Schwache Existenzen sind am Rande des Ruins, aber auch die größeren Meister können auf die Dauer diese Zustände nicht aushalten. Die letzte Zuflucht bleibt die Erhöhung der Fleisch­preise, zu der auch in der Tat bereits in einigen Städten die Meister gedrängt worden find..... Es ist zu befürchten, daß die

Viehzufuhr in der Zukunft noch schwächer sein wird, nachdem die Landwirte alles Vieh, das irgend verkäuflich war, an den Markt gebracht haben."

Am ergötzlichsten mutet der Satz vonden schwachen Existenzen am Rande des Ruins" an. Um die vermeintliche Notlage abzuwenden, ver­langt man einfach Steigerung der Verkaufs­preise. Die Schlächter nehmen es für ihr Gewerbe als ganz selbstverständlich an, was nmn mit furchtbarer Entrüstung dem Landmann verwehren will, das Recht auf ausreichende Deckung der Produktionskosten. Sie finden dabei von feiten freisinniger Blätter vollständige Billigung, zur Erhaltung der Landwirtschaft aber dürfen die Lebensmittel nicht um einen Deut verteuert werden. Heißt das mit gleichem Maße meffen und ist der Stand der Land-

12 (Nachdruck verboten.)

Die Kinder.

Novelle von Marie Bernhard.

(Fortsetzung.)

Na," sagte LiddH philosophisch und legte Hut und Mantel ab,ich denk' mir so, Papa wird mir aushelfen, der wird wohl für , seine einzige Tochter ein paar Zopfschleifen spendieren! Du, Tante Käthe, heute krieg' ich Besuch!"

Das wird nicht gehen, Liddhchen! Walter ist krank!"

Das runde blühende Kindergesicht zog sich tn die Länge.Walter? Schon wieder? Was fehlt ihm denn?"

Er hat solche Schmerzen schon des Morgens gehabt und hat nichts gesagt, um Papa nicht böse zu machen. Es ist aber in der Schule schlimmer geworden, und da haben ihn zwei Knaben hierher nach Hause gebracht!"

Was für Jungens? Kenn ich sie?" LiddH biß in ein für sie bereitstehendes Butterbrot.

Felix Wiener war der eine, den andern kannte ich nicht. Ich hab' Walterchen zu Bett gebracht, ihm einen Umschlag gegeben und Karoline hat Thee gekocht. Jetzt schläft er."

Na, wenn er schlafen kann, wirds auch bald bester, was, Tante Käthe?"

So schnell, wie Du meinst, wohl nicht!"

Ja, aber Cläre Meinhold und Grete Krause kommen heut zu mir, wir wollen doch kochen, und ich hab' sie doch schon eingeladen!"

Dann wird Dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als sie zu bitten, heute zu Hause zu bleiben und ein andermal zu kommen!"

Will ich aber nicht! Tu' ich aber nicht! Wir können ganz gut in Papas Arbeitszimmer spielen und kochen, Papa ist beut' nicht da,

wirte etwa unwichtiger als der der Fleischer? WaS die schwachen Existenzen anbetrifft, so giebt es wohl eine Anzahl Fleischer, die mit wenig ansangen und viel aufhören, noch mehr aber Landwirte, bei denen das Umgekehrte der Fall ist.

Nicht minder originell klingt die Behauptung, das Angebot auf dem Markt entspräche keines­wegs der Nachfrage. Wir haben es hier mit einer direkten Unrichtigkeit zu tun. Die Ware findet nicht reißenden Absatz, wie hieraus zu schließen wäre, vielmehr verlaufen die Märkte höchst mittelmäßig und es bleibt häufig noch ein Ueberstand. DieselbeAllg. Fleischerzeitung" meldet vom berliner Markt am Sonnabend den 16. August:Da für Ausfuhrzwecke wenig Bedarf war, wird der heutige Markt (in Rindern) nicht ganz geräumt werden"; und vom Schweine­markt:Die Käufer zeigten aber wenig Kauf­lust und wichen daher auch hier die Preise durchweg um 1 Mark." Am Montag den 18. August, aber verliefen die Märkte in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Plauen, Frankfurt a. M. und Mannheimmittelmäßig", zum Teil langsam, und auch die Märkte in Hannover, Hamburg, Dortmund, Köln und Elberfeld melden über den Rindviehandel: ruhig oder flau und langsam, und nur bezüglich des Schweinemarktes: gut, lebhaft oder flott. Dabei verbleibt Ueberstand in Rindern in Köln, Dresden, Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M., Mannheim; und in Schweinen: in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Der Bedarf an Schlacht­vieh wird also noch immer trotz aller gegen­teiligen Behauptungen gedeckt, allerdings müssen die Schlächter etwas höhere Preise anlegen als sie aus den letzten Jahren gewöhnt find.

Mit dem klar sich ergebenden Wider- '^rnch in den Angaben ein und desselben Blattes r-.chtet sich sein künstlicher Stoßseufzer von selbst und der obige Beweis spricht unseres Erachtens deutlich genug, um längeres Eingehen auf das alberne Gewäsch nötig zu machen. Widerlegen wir lieber weitere Angriffe auf die Landwirt­schaft, die noch aus anderen Zeitungen zu er­sehen find. Man macht vielfach die Viehsperre für allesUnheil" verantwortlich. Nun ist es aber bei der heutigen Weltmarktslage total unsinnig, selbst von einer Oeffnung der Grenzen ein Fallen der Preise zu erwarten, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Sonder- erfcheinung in Deutschland, in sämtlichen europäischen Staaten vielmehr und vor allem in Amerika, dem Hauptkonkurrenzland auf dem Fleischmarkt, haben ebenso große oder noch be­deutendere Preiserhöhungen stattgefunden. Zudem ist ja die Einfuhr von Rindvieh nach wie vor erlaubt, die der Schweine zwar beschränkt, trotzdem aber die Einfuhr an frischem Schweine­fleisch im ersten Halbjahr 1902 von 39 816 auf

ich weiß es! Und immer bloß Walters wegen, immer muß er krank sein, Papa sagt auch, das ist blos Unfinn"

Komm einmal her zu mir, Liddh! Leg' Dein Frühstücksbrot fort, augenblicklich!"

Das wurde in so ernstem Ton gesagt, daß das Kind keine Widerrede wagte und gehorchte.

Käthe stellte sie vor fich hin und faßte fie an den beiden niederhängenden Händen.

Sieh mich einmal an, Liddh! Sie mir gerade in die Augen."

Es wollte nicht recht damit gehen. Sehr trotzig hob das Kind den Kopf, sehr eigenfinmg setzte es den Mund auf . . . aber dem vollen Blick in Tante Käthes ernstes, trauriges Geficht hielt es doch nicht Stande Es drehte den Kopf beiseite und die dichten, schwarzen Wimpern senkten sich.

Was hast Du jetzt eben zu mir gesagt? Schämst Du Dich nicht? Unsinn soll das sein mit Walters Krankheit? Der arme, kleine Kerl, der sich so tapfer zu beherrschen weiß und erst klagt, wenn er's gar nicht mehr aushalten kann. Und das soll Unfinn sein!"

Papa sagt's aber doch!",murmelte Liddh trotzig und schob die Unterlippe vor.

Dann kann ich zu Papa nur dasselbe sagen, wie zu Dir: er versteht das nicht, und cs ist nicht recht von ihm, das zu denken. Papa sieht aber Walterchen viel weniger, wie Du es tust, kann ihn lange nicht so gut beurteilen, und Du bist ein Mädchen und müßtest ohnedies mehr Mitleid haben. Tut Dir denn der arme Junge nicht leid, wenn er so blaß und elend im Bett liegt und der Angstschweiß bricht ihm vor Schmerz hervor?"

Liddhs Lippen zuckten.

Na ja, natürlich tut er mir leid.

99914 Doppelzentner, also fast um das Drei­fache gestiegen. Es ist also wahrhaftig keine Ursache, über Rückgang von Fleischeinfuhr zu klagen, eben so wenig wie aus den zuvor aus- einandergesetzten Gründen Dogelfreiheit der Grenzen eine Vefierung der Lage zur Folge haben würde.

Man erhebt gegen die deutsche Landwirt­schaft bei dieser Gelegenheit wieder den genugsam abgedroschenen Vorwurf, sie wäre zur Zeit überhaupt unfähig, den heimischen Markt aus­reichend zu versorgen. Die Tatsachen lehren das Gegenteil. Jedoch angenommen, dem wäre wirklich so. Als einfache Konsequenz müßte Unterstützung einer intensiven Viehwirtschaft der Landwirte folgen. Was indeffen der öster­reichische General Montccuculi einst vom Kriege sagte, dazu gehöre Geld, Geld und nochmals Geld, gilt nicht minder vom wirtschaftlichen Kampfe. Gebe man doch durch angemessene Bezahlung des Getreides dem Bauern die Mittel, seinen Viehstand zu ver­größern. Dann wäre ja der Knoten gelöst.

Wenn man nun gar in Ermangelung von Beweisen mit allgemeinen philantropischen Ge- fühlsergüffen kommt, wie es dieser Tage eben­falls mehrfach beobachtet werden konnte, so sollte man an der gewiß edlen und schönen Menschen­liebe doch auch die Vertreter der Landwirtschaft teilnehmen lassen, eine wirklich ausgleichenden Gerechtigkeit allen Berufen und Klaffen gegen­über walten müßte. Klagt man,der Fleisch­genuß würde demnächst ein Privileg des Wohl­habenden sein," so hat man nur zu recht, mit Bezug auf die Kreise der Bauern nämlich, denn es dürfte selbst einem Liberalen bekannt sein, daß viele derselben in den verschiedensten Gegen­den Fleischkost nur als Festtagsschmaus ge­nießen können. Bedauert man schon den städischen Arbeiter, er müßte vielleicht einmal auf Fleischkost verzichten, wie viel bitterer muß es für den Landwirt sein, der unter seiner Ar­beit Fleiß und Pflege das Vieh heranwachsen sieht, ohne selbst auch nur das geringste Stück für den eigenen Bedarf verwenden zu dürfen, weil der Ertrag aus den minimalen Getreide­preisen lange nicht zur Bestreitung der wachsen­den Ausgaben ausreicht.

Wir haben in diesen Zeilen die Haltlosigkeit aller der faden Behauptungen und Märlein nachgewiesen, welche zur Zeit in der gegnerischen Presse umspuken. Im Grunds freilich ist es überflüssig, aus derlei Finten einzugehen. Weiß doch jeder, dessen Urteilsvermögen noch nicht durch die Verdrehungskünste demokratischer und sozialistischer Blätter getrübt ist, daß diese wirtschaftlichen Angriffe nur als politische Agitationsmittel dienen sollen und vom national- ökonomischen Standpunkt keineswegs ernst zu nehmen sind. Wenn schon ein bürgerliches

Aber immer wird er krank, wenn es mir am schlechtesten paßt!"

Dafür kann er doch nichts. Ihm paßt es doch gewiß noch viel schlechter, er muß oben­drein die Schmerzen aushalten. Und immer ist er sanft und geduldig! Ich möchte sehen, wie Du Dich benehmen würdest, wenn Du ernstlich krank wärest!"

Ach aber ich bin doch nun 'mal nicht krank! Papa sagt immerNußkernchen" zu mir oderkleiner Steinpilz"!"

Und dafür mußt Du dem lieben Gott ganz besonders dankbar sein, die Gesundheit ist das beste Gut, was er uns geben kann; das kommt ja auch in Deinem Abendgebet vor!"

Ich weiß! Und ich werd' auch schon immer dankbar sein und ganz zufrieden, und Walter wird mir immer schrecklich leid tun, wenn wenn ach, Tante Käthe, erlaub' doch, daß Cläre Meinold und Grete Krause heut' Herkommen und mit mir in Papas Arbeits­zimmer kochen können! Ja Tante Käthe? Ja, süße, goldene Tante Käthe?"

Liddh hing fich mit beiden Armen um den Hals des jungen Mädchens und küßte es stürmisch.

Laß los, Liddh, ich kann Dir das nicht versprechen. Erst müssen wir sehen, wie es mit Walterchen geht!"

Wer ist das? Wir?"

Papa und ich!"

Ach, Papa! Der ängstigt fich lange nicht so wie Du, der ist bloß ärgerlich! Na, Tante Käthe, und wir lochen auch für Walter etwas seines!"

Das wird er schwerlich essen können!"

Und von uns braucht er nichts zu sehen und zu hören, wenn wir in Papas Arbeits­zimmer spielen, und er liegt in der Kinderstube."

Blatt wie dieFrankfurter Zeitung" in übrigen? erfreulicher Offenheit das Losungswort ausgibh das einzige Abhilfsmittel wäre eine Empörung, die stark genug ist, die jetzige Mehrheit über den Haufen zu werfen," so bedarf dieses kaum eine- weiteren Kommentars, und man weiß zur Ge­nüge, was der ganze Fleischnotrummel i» Wahrheit bedeutet.

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Umschau.

Die Gumbinner Abschiedsfeier.

Wir haben uns bisher mit der viel be­sprochenen Abschiedsfeier für den Oberleutnant Hildebrandt nicht beschäftigt, weil wir ver­muteten, daß die Berichte darüber unrichtig oder doch übertrieben seien. Wie aus der von uns mitgeteilten Veröffentlichung des Wolffsche« Bureaus hervorgeht, scheint diese Vermutung unbegründet zu sein.

Es wurde s. Zt. berichtet, daß nach einer Abschiedsfeier am 9. August der wegen deS be­kannten Zweikampfes mit dem Leutnant Blas- kowitz bestrafte und nachher begnadigte Ober­leutnant Hildebrandt in feierlichem Zuge mit einem Spitzenreiter und einer Eskorte in Parade­uniform in einem vierspännigen Galawagen nach dem Bahnhofe gefahren sei, wo die Verabschiedung stattgefunden habe. Daß wir diese Mitteilung zunächst für unrichtig hielten, darf nicht wunder­bar erscheinen. Eine solche Begleitung nach dem Bahnhofs verrät gerade in diesem Falle wenig Takt, sie ist so wenig männlich, ja fast kindisch, daß wir fie mit einigem Rechte für unmöglich hielten, ganz abesehen davon, daß die Ver­wendung einer Eskorte in Paradeuniform vom Standpunkte der militärischen Ordnung kaum glaublich war. Da die gestrige offiziös ver­breitete Mitteilung aber von dem peinlichen Vorkommnisse, von der eingeleiteten Untersuchung und der in Aussicht stehenden strengen Bestrafung sprach, wird man annehmen müssen, daß der Bericht wenigstens im allgemeinen richtig tocit, daß also die betreffenden Offiziere sich einer Handlungsweise schuldig gemacht haben, die mit der militärischen Ordnung nicht vereinbar ist und einen bedauerlichen Mangel an Takt verrät. Das wird allgemein zugestanden werden müssen, und wir sind die letzten, die ein solches Verfahren beschönigen möchten; im Gegenteil, weil wir von unserem Offizierkorps eine hohe Meinung haben, bedauern wir einen so starken Mangel an Ernst und Takt auf das tiefste.

Freilich soll man die Sache nicht über­treiben. Eine Haupt- und Staatsaktion ist fie nicht; dazu würde sie erst dann, wenn die not­wendige Rüge und Strafe ausbliebe. Da das, wie gemeldet worden ist, nicht der Fall sein wird, wird man in dem bedauerlichen Vor-

Hast Du denn Lust, zu spielen, wenn Dein einziger Bruder so krank ist?"

Na, ich kann ihm ja doch nichts helfen! Er ist auch so oft krank, wenn ich da immer traurig sein wollt'! Wir werden auch heut? nicht Cirkus spielen und rasen, Cläre und Grete und ich, bloß ganz still kochen und Papierpuppen ausschneiden!"

Und wenn nun Papa sein Zimmer braucht und zu Hause bleibt?"

Braucht er nicht! Bleibt er nicht!" trium- phirte Liddh.Er ist ausgebeten, ich weiß es ganz bestimmt. Wetten?" Das Kind hielt der Tante unternehmend die offene kleine Hand hin.

Du weißt, Liddh, ich thu' das nie, und Du sollst es nicht immer sagen, es schickt fich nicht!"

Papa wettet riesig oft!"

Was Papa darf, paßt noch lange nicht für ein kleines Mädchen von elf Jahren."

Bitte, elf Jahre achteinhalb Monate! Nächstens zwölf!"

Und noch immer nicht verständiger!"

Ach Tante Käthe, Du verlangst auch sehr viel und immer gerade von mir! Walter, das ist immer Dein Zuckerkindchen, der kann tun, was er will!"

Walter ist viel artiger und gehorsamer als Du, und dabei fast immer krank und mehr als zwei Jahre jünger!"

Eben! Wer immer krank ist, na, wie soll der auch zu Ungezogenheiten kommen? Für den ist's kein Kunststück immer artig zu sein!"

Pfui, Liddh, wie herzlos! Ist dies daS Mitleid, das Du mir versprochen hast?"

Liddh gab keine Antwort, fie hatte den Kopf seitwärts gewendet und lauschte, man hörte die Haustür mittelst eines Drückers öffnen.

(Fortsetzung folgt.)