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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jünftrirtes Sonntagsblatt.

JK 187

Biertelj5hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 ML (excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespalten? Zeile oder derm 9iaum40 Pfg. Rcclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 6. August 1902.

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Mend-AuSgabe. Druck imb Verlag: Joh. Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Die Fahtt des Kaisers nach Rußland.

Gestern hat unser Kaiser seine Reise zum besuche deS Zaren angetreten. Daö gesamte deutsche Volk begleitet ihn auf dieser Fahrt mit den herzlichsten SegeSwünschen. Ist er sich doch bei dieser Reise der ernsten Mahn­ung eingedenk, die ihn des neuen deutschen Reiches erster Kaiser auf dem Sterbebette ans $erj legte, immer auf gute Beziehungen «wischen den Höfen von Berlin und Petersburg zu halten und damit einer Störung des Weltfriedens vorzu- Zeugen. Wie diese Mahnung Kaiser Wil­helms I., so gingen bekanntlich auch die Traditionen der Bismarck'schen Politik dahin, rin freundliches Verhältnis zum Zarenreiche zu erhalten. In der Aera Caprivi freilich, die uns so manche Erfolge recht zweifelhaften Wertes brachte, lockerten sich diese guten Be­ziehungen mehr und mehr. Da war eS Fürst Bismarck, der wiederholt in öffentlichen An­sprachen dazu mahnte und in von ihm inspirierten Artikeln derHamburger Nachrichten" dazu mahnen ließ, den Freundschaftsbund mit Ruß­land wieder anzuknüpfen. Er wies eindringlich darauf hin, daß für uns kein Grund vor­liege, uns mit den Russen zu zanken, daß wir Polen genug haben, und daß keiner von beiden etwas besitze, was dem Nachbar begehrenswert erscheinen könne. Er bezeichnete vielmehr Rußland und Deutschland als natür­liche Bundesgenossen, die nicht nur alte traditionelle Freundschaft sowie verwandte monarchische Interessen gegen die vom Westen herandrängenden demokratischen Hochfluten zu wahren haben, sondern die auch, wenn sie einig find, unangreifbar dastehen würden und im äußersten Falle Europa ihren Willen vorschreiben könnten. Manches hat sich, seitdem diese Worte gesprochen wurden, geändert. Neben dem Drei­bund hat sich der russisch-französische Zweibund gebildet, der vielleicht nicht ins Leben gerufen wäre, wenn die deutsche Politik dauernd die bewährten Bismark'schen Bahnen verfolgt hätte. Ein gutes Verhältnis des deutschen Reiches zu Rußland ist aber nach wie vor ein starker Rückhalt für den Weltfrieden, und so begrüßt es daS deutsche Volk, daß sich sein Kaiser er­neut anschickt, durch einen Besuch am Zaren­hofe getreu der Mahnung des Heldenkaisers Wilhelms I. und im Sinne nicht Bismark'scher Politik die Beziehungen zu unserm östlichen Nachbar zu pflegen.

Em solches Bestreben muß gerade in diesen Tagen wieder als wünschenswert erscheinen. Durch den Abschluß der brüsseler Konvention find ja unsere Beziehungen zu Rußland leider abermals getrübt worden. Nicht mit Unrecht

ist es im Reichstage von Abgeordneten der Rechten getadelt worden, daß es unsere Re­gierung verabsäumt hat, in dieser tief ein­schneidenden Frage rechtzeitig Fühlung mit Rußland zu nehmen. Die jüngste Vergangen­heit hat gezeigt, wie schwer sich unsere Re­gierung in ihrer Ansicht über die voraussichtliche Stellungnahme Rußlands zur brüsseler Konven­tion und seine Haltung gegenüber den Vertrags­staaten getäuscht hat. Da ist es nur mit Freuden zu begrüßen, daß wiederum eine per­sönliche Aussprache zwischen den beiden Kaisern stattfindet, die wohl geeignet sein kann, auch ihre Regierungen und Völker einander wieder näher zu bringen. Das ernste Bestrebungen unseres Kaisers, mit allen Völkern im besten Einvernehmen zu leben, ist ja erfreulicherweise auch jenseits der russischen Grenze nie verkannt worden. So schrieben dieNowosti" u. a. zu des Kaisers Rede in Emden das folgende:

An der Spitze einer mächtigen Militär- macht stehend, strebt Kaiser Wilhelm nicht nach kriegerischen Lorbeeren, sondern nach friedlichen Erwerbungen. Er ist sich seiner Verantwortlich­keit für die Erhaltung des Friedens vor Deutsch­land und vor ganz Europa im höchsten Grade bewußt. In der Emdener Rede hat er eben­falls das beliebte Friedensthema berührt. Zweifellos werden seine Worte überall den günstigsten Eindruck Hervorrufen, da Deutsch­lands Friedensliebe eine der Hauptgarantien der jetzigen Lage ist."

Diese anerkannte Friedensliebe unseres Kaisers sichert ihm nicht nur beim Zaren, sondern auch beim russischen Volke einen freund­lichen Empfang. Die Beziehungen zwischen den beiden Monarchen persönlich haben ja niemals eine Trübung erlitten, wohl aber das Ver­hältnis ihrer Regierungen. Hoffen wir daher, daß der Aufenthalt unseres Kaisers in Ruß­land dazu beitragen werde, auch das Einver­ständnis zwischen den beiderseitigen Regierungen wieder zu befestigen und die Bande der gleichen Interessen, die Deutschland und Rußland ver­binden, wieder enger zu knüpfen. Diese Hoff­nung ist um so berechtigter, als nach den neuesten Meldungen der Kaiser auf seiner Fahrt nach Rußland vom Reichskanzler Grafen von Bülow begleitet sein wird.

Umschau.

Freiherr von Wangenheim.

Ueber die Gründe des bevorstehenden Rück­trittes des Bundesvorsitzenden Frhr. von Wangenheim tauchen immer neue Lesarten auf, die je nach dem Parteistandpunkte der betreffenden Blätter außerordentlich von einander abweichen. An den Rücktritt des

MFi ......

Frhr. von Wangenheim aus privaten Gründen vermag zumal die freisinnige Presse nicht zu glauben. DieAgrar-Korresp." nimmt deshalb Veranlassung, noch einmal die Sachlage klarzustellen indem sie schreibt:Frhr. von Wangenheim hat schon bei der Uebernahme seiner politischen Aemter ausdrücklich erklärt, daß seine wirtschaftlichen Verhältnisse ihm die dauernde Ausübung dieser Funktionen nicht gestatten, er wolle und könne die damit

verknüpften Opfer nur in zeitlicher

Begrenzung, und zwar nur ms zur

Entscheidung der schwebenden wirtschaftspoli­tischen Hauptftagen bringen. An dieser nun ja bevorstehenden Entscheidung wird Frhr. von Äangenheim, trotz seiner den früheren Er­klärungen nur konformen, jetzt erneut bekannt gegebenen Absicht des späteren Rücktritts genau so tatkräftig mitwirken, als wenn jene Absicht niemals bestanden hätte! Dessen kann Freund und Feind sich versichert halten. Don einer Gegensätzlichkeit der Tendenz zwischen Bund und Bundesführern kann nur sprechen, wer die Verhältnisse im Bunde nicht kennt. Genau so einheitlich, wie in der bisherigen Tendenz, die Erfüllung der sachlichen Forderungen des Bundes auf dem Wege einer gütlichen Ver­ständigung mit den Regierungen zu erwirken, genau so einheitlich werden Bund und Bundes­führer auch zusammenstehen, wenn es sich als nötig erweist, zur Erreichung des gesteckten sachlichen Zieles einen anderen Weg zu nehmen."

Der Verband der Handelsgärtner Deutschlands

ist gestern in Berlin zur 19. ordentlichen Haupt­versammlung zusammengetreten, nachdem bereits am Abend vorher unter Vorsitz von Otto Neu­mann, dem Vorsitzenden deS berliner Komitees, ein Begrüßungskommers stattgefunden hatte. Zur Tagung sind etwa 400 Gärtnereibefitzer aus allen Teilen des Reiches erschienen. DaS Präsidium liegt in den Händen des Herrn Franz Vluth auS Steglitz. Nach Eröffnung der Verhandlungen wurde zunächst der Bericht über die Tätigkeit des Verbandes erstattet. Der Verband habe Schritte unternommen, um vorerst in Preußen innerhalb der Landwirt­schaftskammern eine eigene Vertretung der Handelsgärtnerei zu erlangen. Die Bestreb­ungen, die Gärtnerei von der Handwerkergesetz­gebung fernzuhalten, seien erfolgreich gewesen. Der Vorstand sei nach Möglichkeit bestrebt ge­wesen, eine bessere Regelung des Lehrlingswesens herbeizuführen; eine erfolgreiche Tätigkeit auf diesem Gebiete glaube man allerdings erst dann entwickeln zu können, wenn die Gärtnerei in irgend einer Form organisiert ist und eine gesetzliche Vertretung erlangt hat.

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Nach der Abnahme der JahresrechmmL, welche mit 88464 Mk. abschließt, berichtete Redakteur Beckmann über den Stand der Schutzzollangelegenhest. Hierauf beschäftigte man fich mit Anträgen auf Satzungsänderungen.

Nochmals Rumäniens Kohlenzölle.

Die Regierung Oesterreichs, das ebenfalls Kohlen nach Rumänien sendet, hat gegen die neueste Vexation Rumäniens mit dem Erfolgs protestiert, daß die rumänische Regierung aner­kannt hat:Ja, österreichische Steinkohlen find allerdings auch Steinkohlen und brauchen daher nur den zehnten Teil des Zolles zu zahlen. Es bleibt also der ange- ortmete zehnfache Zoll nunmehr bloß noch auf der westsälischen Kohle liegen. Wenn im kommenden Herbst, beim Zusammentritt deö Reichstags, die Regierung interpelliert werden wird, wird man vielleicht, wie einst vom Herrn Frhrn. v. Marschall in der Zuckerzollsache, zu hören bekommen: Wir haben nicht erst protestiert, weil wir erfahren haben, daß die rumänische Regierung einem österreichischen Protest gegen­über ihr Unrecht eingesehen hat. Das hat uns genügt, denn der Rechts st andpunkt ist ja nunmehr klar gestellt und wir können darum die ungerechtenZölle getrost weiter bezahlen. Denn von einem Vorgehen Deutschlands gegen Rumänien, daS unsere vorzügliche westfälische Steinkohle als Braunkohle tarifiert, um sie mit einem zehnfachen Zoll belegen und vom Wettbewerb ausschließen zu können, hat man bislang nichts gehört.

Ein französisches Urteil über deutsch« hygienische und sanatorische Institute.

Man liest in ftanzöfischen Blättern:Dai deutsche Reich ist das Land, in dem hygienische und sanatorische Institute, besonders im Hinblick auf die Bekämpfung der Lungenschwindsucht, daS Höchstmaß einer rationellen Entwicklung erreicht haben. Der in der medizinischen Welt sehr bekannte, auch schriftstellerisch thätige Chefarzt des Senatoriums in Angicourt, Dr. Plique hat in seinem eingehenden Bericht über die aus­ländischen Ausstellungsleistungen im Palais de l'Hygiene konstatiert, daß auf diesem Gebiete unsere Nachbarn durchaus unsere Meister find. DeS Näheren führt er aus: Die deutsche Aus­stellung bot ein schönes Bild von rastloser Energie und Schaffenskraft. Deutschland hat uns dort 80 Senatorien, in der Mehrzahl zu­gleich Lungenheilstätten vorgeführt, die über 7208 Betten verfügen. Die bildlichen und

41 ^Nachdruck verboten.)

Eine Geldheirat.

Roman von L. Haidheim.

(Fortsetzung.)

Novembersturm rüttelte und schüttelte die schon säst kahlen Bäume, ein Regenschauer löste den andern ab, man konnte sich kein unfteund- licheres Wetter denken.

Ulla Burghausen stand an einem Fenster der Villa Wolzin und starrte mit heißen Blicken die Straße entlang nach dem Boten, den Onkel Schragert ihr versprochen, so bald das Urteil gefällt sei.

DaS Urteil über den Geheimen Kommerzien­rat Wolzin, den Inhaber vieler hoher Orden des In- und Auslandes, den gefeierten, reichen Wolzin, der fich Jahrzehnte hindurch der größten Hochachtung seiner Mitbürger und des allge­meinen Vertrauens hatte erfreuen dürfen.

Sollte man je an solche Möglichkeiten ge­glaubt haben?

Und in das regungslose Starren Ullas und die tiefe Stille tönte nur das leise Ticken der kostbaren Uhr auf dem Kamin, das Knistern des Holzfkuers und zuweilen das Rauschen eines Frauenkleides, daS über den Teppich schleppte und dann zeitweilig wieder ganz anfhötte, wenn die Trägerin desselben mit leisen Schritten durch die Flucht der anderen Zimmer glitt, die Hände gefaltet, das blasse Gesicht von Angst und Aufregung ganz verstört, jeder Zug ver­tieft und verschärft.

Nun war es doch so gekommen, wie es Anna von Glaichen so lange für unmöglich ge­halten ihr Vater hatte sich wegen Unter- schl-kjung vor dem Schwurgericht zu verantworten.

Die Summe war bei weitem nicht uner­

schwinglich sür den einst reichen, jetzt kaum noch wohlhabenden Wolzin. Er hatte sich auch längst bereit erklärt, sie zu erstatten, aber die Sache war von seinen parteifeindlichen Gegnern unter dem tausendmal wiederholten Motto: Die kleinen Diebe hängt man" so aufge- baufcht, daß an einen anderen Weg der öffent­lichen Rechtsprechung gar nicht gedacht werden konnte.

Und dazu kam dann noch Wolzins lange Krankheit. Wie oft hatten die beiden einsamen Frauen heute schon nach der Uhr gesehen! Der Zeiger schien gar nicht weiter zu rücken und dann hatte nicht Onkel Heinrich ihnen gesagt, als er vorhin hier war, sie müßten mit un­vorhergesehenen Umständen rechnen, es könne vielleicht Abend werden, ehe das Urteil der Geschworenen erfolgte?

Er hatte ihnen auch erzählt, daß außer einer großen Anzahl Wolzin'scher Direktoren, Beamten und Arbeiter von den auswättigen Fabriken und Werken und außer den Beamten von der Bank und seinen Freunden nicht viel Publikum im Saale sei. Möglich, daß das Wetter manchen abhielt, möglich auch, daß die hohe Wahrscheinlichkeit der Freisprechung schon bekannt geworden oder das Interesse an der Sache verflogen war. Dann war der kleine, dicke Mann wieder weggelaufen. Auch er war nicht mehr der selbstsichere Schragert u. Eomp., der er gewesen.

Der Trauerflor an seinem Arm war in diesem Falle nicht ein äußeres Symbol; der Tod seines einzigen Sohnes hatte ihn viel tiefer erschüttert, als man je für möglich gehalten, und diese Herzenstrauer sprach sich in seinem Blick und den schlaffen Mienen herzbewegend auS.

Das war nun in den Morgenstunden ge­wesen; er hatte ihnen alle genannt, die ge­

kommen waren, Wolzin die Treue zu beweisen, und dm einsamen Frauen that es wohl, darüber nachzudenkm, tote seltsam alle diese Menschen dem Hanse Wolzin verbunden waren.

Was mit dem Prozeß zusammenhing, hatten sie so tausendmal durchsprocheu selbst die letzte wunderbare Entdeckung einiger vergessener Briefe, die Hans von seinem Schwiegervater auS aus Madeira empfangen, wohin er Mr. Egerton auf dessen Jagd begleitet selbst dies unerhörte Glück, daß diese Briefe durch ihre Daten bewiesen, Wolzins an demselben Tage ausgestellten Quittungen waren zweifellos gefälscht das alles hatten sie so ost hin und her beredet, daß es ihnen jetzt auch nicht die kleinste Ablenkung mehr bieten konnte.

Je mehr der Tag vorrückte, um so qual­voller wurde dieses Warten. Sie wußten fich gar nicht mehr zu raten, sie hatten beide Sehn­sucht, allein zu sein mit ihrer Aufregung und konnten doch den Gedankm nicht ertragen, sich zu trennen.

Das Mittagessen hatten sie unberührt ge­lassen; eben schlug es drei Uhr. Hell war's den ganzen Tag noch nicht gewesen, jetzt schien die Dämmerung bereits herauf zu zichen.

In ihrem Auf- und Abgehm durch die ganze Zimmerreihe hielt Anna von Glaichm inne und sank neben Ulla auf einen Sessel.

Ich kann nicht mehr! Meine Füße find wund, die Seele ist noch Wunder! Eieb mir einen Rat, Ulla was thun? Ich möchte am liebsten hinfahrm und so ach, lieber daö Schlimmste gewiß wiffm, als dieses Zittern und Zagen, Ulla!"

So laß mich fortlaufm Anna! Der Kauf­mann in der nächsten Sttaße hat Telephon- verbindung ich rufe Onkel Schragert an!"

Sie hatte dasselbe schon zweimal vorge­schlagen, Anna hatte aber nicht allein sein wollen.

Jetzt gab sie nach.

Wenn Du das tätest, Ulla! Wir können keinen Dienstboten hinschicken."

'©ott bewahre, ich gehe selbst! Ich gehe nur schnell und ziehe meinen Regenmantel an."

Ulla war schon fort. Ihr selbst war zu Mute, als ertrügen ihre Nerven die Spannung nicht mehr. Sie wußte ja auch viel klarer als Anna, wa8 für Wolzin auf dem Spiele stand.

Eine Minute später huschte sie leise auS dem Hause, daß niemand ihr Fortgehen be­merkte. Das war jetzt auch eher zu ermög­lichen, feit nicht mehr drei Diener und ein Portier im Hause Herumfaullenzten. Wolzin hatte, kaum genesen, nach einer Rücksprache mit seinem treuen Schragert, seine überflüssigen Ausgaben aus das Notwendige beschränkt.

Du brauchst nicht zu darben, kannst immer noch behaglich leben und wirst vom alten Henke allein besser bedient werden, als von den Staatskerlen in ihren Galalivreen," hatte Schragett gesagt.

Sv war heute nicht einmal ein männlicher Dienstbote zur Bewachung der Villa zurück­geblieben, denn Henke ließ es fich nicht nehmen, seinem Herrn, während auf der Anklagebank saß, zur Hand zu fein.

Der Wind wehte Ulla den Schirm fast auS der Hand, sie hatte zu kämpfen, bis sie eine geschützte Ecke der Sttaße erreichte.

Anna von Glaichen sah ihr nach.

Arme Ulla! Ihr Herz hing immer noch mit aller Liebe an Fritz und er?

Zwischen dem einstigen Brautpaar hatte fich ein ganz sonderbares Verhältnis herausgebildet. Die ganze Stadt wußte, daß er heimlich mit