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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

M 171

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 9JIL, bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 20. Juli 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckers Marburg, Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Aus dem Kreise Kirchhain.

Die Züge der Ohmtalbahn KirchhainBurg­und Niedergemünden beginnen bekanntlich nicht an einem Ende der Strecke, sondern in der Mitte in dem Stationsorte Niederofleiden unv endigen auch hier. Diese, durch die getrennten Eigentums­verhältnisse bei der Ohmtalbahn geschaffene Einrichtung zur Hälste und zwar bis an die Landesgrenze Staatsbahn, dann Kreisbahn tzrt sich in Bezug auf den Verkehr und bei der Bevölkerung durchaus keine Freunde erworben. Wenn man schon längst darüber den Kopf schüttelte, daß in dem breiten, stark bevölkerten unteren Ohmthal (NiederofleidenKirchhain) täglich nur drei Züge in jeder Richtung ver­kehren, dagegen auf der äußerst gering bevöl­kerten hessischen Strecke (NiederofleidenBurg­und Niedergemünden) täglich vier, so hat die Erfahrung nunmehr reichlich gelehrt, daß der Zugbeginn und die Zugbeendigung in der Mitte des Ohmthales in dem kleinen Dörfchen Nieder- vfleiden für den Verkehr durchaus un­zweckmäßig ist und dem Verkehrsbedürfnis in keiner Weise entspricht. Es ist wohl selbst­verständlich, daß der kleine Stationsort mitten auf der Strecke der Linie der Ohmthalbahn keine Aussicht bietet, den Anfangs- und Endzug früh um 6 und abends um IOV4 Uhr zu be­leben. Sowohl der erste wie der letzte Zug fahren von Niederofleiden aus bezw. nach dieser Station vielfach gänzlich leer oder doch nur ganz minimal besetzt. Ganz anders würde dies sich gestalten, wenn die Züge der natürlichen Verkehrsgestaltung folgend auf der Schnellzugs­und Hauptbahnstation Kirchhain beginnen und endigen würden. Schon die Nähe Marburgs, der sehr rege Verkehr von und nach Marburg, die größere und Schnellzugsstation Kirchhain mit ihrem großen Verkehrsgebiet bieten Ge­währ, daß die beiden Zugstümpse zwischen Niederofleiden und Burg- und Niedergemünden, wenn sie bis Kirchhain durchgeführt werden, Verkehr erhalten. Beide Züge, sowohl der Frühzug wie der Abendzug finden in Kirchhain an der Hauptbahn Anschluß, der Schwerpunkt und der natürliche Anschluß des Ohmthalbahn­verkehrs an die Hauptbahn liegt normale Derkehrsverhältnisse vorausgesetzt, also keine Umleitung der Gütersendungen über Gemünden- Gießen sicher auf der Schnellzugstation Kirchhain und nicht in Burg- und Niederge­münden oder Mederofleiden. Wie das Wasser nicht das Ohmthal hinauf, sondern herunter läuft und der Ohmfluß sich stromabwärts mehr und mehr verstärkt und das Tal sich mächtig verbreitert, so sucht auch der Verkehr seinen natürlichem Weg stromabwärts in Kirchhain an der Hauptbahn und nicht im Vogelsberg, i.t Burg- und Niedergemünden. Man möge

67 (Nachdruck verboten.)

Eine Geldheirat.

Roman von L. HaidHei«.

(Fortsetzung^

Vergnügt ging er daran, sich zurecht zu machen, um nach der Börse und von da ins Geschäft zu fahren.

xa kam Carl zurück und meldete leise, draußen sei ein Mann ein Herr verbesserte er sich, der sehr erregt den Herrn Geheimen Kommerzienrat zu sprechen wünsche. Eine Karte hätte er nicht bei sich, seinen Namm wolle er auch nicht nennen.

Zu jeder anderen Stunde hätte Wolzin einen solchen Besucher ärgerlich weggefchickt mit der Weisung, auf das Bureau der Bank zu kommen, wenn er Geschäfte habe. Heute diktierte ihm die frohe Laune eine freundlichere Antwort: .Laß ihn hereinkommen!'

.Es wird ein Bittsteller sein,' dachte er. Aber eine Minute später blickte er erstaunt in ein verhärmtes, mageres Gesicht, das er seit einem Jahrzehnt nicht gesehen, doch sofort wieder erkannte.

.Scharf? Sie? Ich dmke Sie find in Amerika?" rief er.

.Da war ich auch, Herr Geheimrat! War ich! Aber so einer, wie ich, pa^ nicht dahin! Es ist nicht meine Natur, wiflm Sie, ich bin eben nicht der Mensch, der mit dem Ellbogm alles zur Seite stoßm kann'

.Und jetzt? Jetzt wollen Sie*

»Herr Geheimrat, ich komme nicht um meinetwillen! Die alte Dankbarkeit treibt mich! Man hat «ne anonyme Anklage auf Betrug bei der Staatsanwaltschaft gegm Sie eingereicht.

also dem Lauf des Verkehrs und

der Sache folgen und diesen fördem. Der jetzige erste Zug der Ohmtalbahn von Kirch­hain aus geht um 8 Uhr 50 Min., dies ist viel zu spät, zumal in Kirchhain außer andere» Nachtzügen ein Personenzug von Marburg um 5 Uhr 12 Min. früh ankommt, dessen Anschluß' der dnrchzuführende erste Ohmtalbahnzug auf­nehmen müßte. Die Durchführung dieses ersten Frühzuges der Ohmtalbahn von Kirchhain aus ist geradezu ein dringendes Bedürfnis. Was nun den jetzt abends 10 Uhr 13 Min. in Nieder­ofleiden endigenden letzten Zug anlangt, so wäre dessen Durchführung nach Kirchhain an die Hauptbahn ebenso erwünscht tote dringend. Jetzt wird es namentlich von Geschäftsleuten als höchst mangelhaft empfunden, daß von Schtveinsberg aus nach 5 Uhr 24 Min. nachm. kein Zug mehr in der Richtung nach Kirchhain geht. Ein Mangel, der schon recht ost be­klagt worden ist. Diesem Uebelstande würde nun durch die Durchführung des letzten jetzt um 10 Uhr 13 Minuten in Niederofleiden endigenden Zuges bis nach Kirchhain ebenfalls abgeholfen werden. Dieser Zug fände tote der Fahrplan lehrt in Kirchhain an der Hauptbahn besten und mehrfachen Anschluß nach Nord und Süd. Die Durchführung der beiden Zugstümpfe NiederofleiteuBurg- und Nieder­gemünden nach der Schnellzugs- und Haupt- bahnstatiou Kirchhain ist ein gar nicht von der Hand zu weisendes Bedürfnis, welchem will man den Verkehr nicht hindern rasch ent­sprochen und Rechnung getragen werden muß. Der jetzige Zugbeginn in Niederofleiden ist für den Verkehr ein Unding. Mögen diese Aus­führungen dazu Anlaß geben, daß die baldige Durchführung der beiden Züge, also die Ver­legung des Zugbeginns und der Zugbeendizung von Niederofleiden nach Kirchhain schleunigst in die Wege geleitet wird, so daß diese Ver­besserung spätestens mit der Fertigstellung der direkten Einmündung der Ohmtalbahn in den Hauptbahnhof Kirchhain, welche bei der jetzt im Gange befindlichen Erweiterung des Hauptbahn­hofs bekanntlich herbeigeführt werden soll, zur Tatsache wird.

Es dürfte also jetzt eine besonders günstige Gelegenheit zur Verlegung des Zugbeginns der Ohmtalbahn nach Kirchhain geboten sein, weil jetzt bei dem im Gange befindlichen Umbau des Bahnhofs Kirchhain etwa noch notwendig werdende Vorkehrungen (Aufstellgleise, Loko- motivhalle rc.) mit Leichtigkeit und rechtzeitig berücksichtigt werden könnten. Recht zweckmäßig wäre es auch, wenn für die nächste Neugestalt­ung des Fahrplans, also für die nächste Fahr­planperiode am 1. Oktober d. Js. eine Ver­kürzung der ganz übermäßig langen Aufent­haltszeiten namentlich auf den kleineren Halte-

Jch bin Schreiber dort nichts weiter aber ich kann leben, nun meine Frau tot ist! Nur -kbarkeit leitet mich'

E., « mich? Betrug? Ist mir ganz gleich- gittig!' hatte Wolzin herausgestoßen.

.Gegen den Auffichtsrat der Wehlstedener Bahn! Herr Wolzin! Sie und die anderen drei Herren" fuhr Scharf fort.

Das ist ja aber Unsinn!' wehrt dieser ab.

,Da8 wird eS wohl auch fein. Ich dachte aber, es sei ein Freundesdienst, Sie zu be­nachrichtigen. In dem anonymen Brief steht, man werde das Aktenmaterial zur Verfügung stellen anderes würde man bei Wolzin oder Andler finden und dann sei man bereit, die Unterschlagungen am Bahnbau an Ort und Stelle zu beweisen und mit offenem Visier zu kämpfen, sobald mit der Untersuchung Ernst gemacht werde. Man pflege bei uns die großen Diebe laufen zu lassen. Weiter hieß eS, man mache aufmerksam aus das schon seit längerer Zeit im Publikum umlaufende Gerücht, daß Wolzin mit seinem Namen großartige Schwindeleien gedeckt habe. Ich melde Ihnen bieS in meinem ersten Schrecken, Herr Wolzin,' fuhr der ein­stige Kassierer und jetzige Schreiber bei der Staatsanwaltschaft fort.Ob ich in Ihrem Sinne recht thue, weiß ich nicht; ich dachte nur: Da hast Du vielleicht die einzige Gelegen­heit, Dich Deinem Wohlthäter dankbar zu er­weisen.'

.Glauben Sie denn an diese Denunziation, Scharf?' fragte der stolze Kaufherr.

»Nein! Aber in Bereitschaft sein, daL ist alles!' zitierte bedeutsam, wie ftMer so oft bei gelegentlichen Unterhaltungen mit seinem Chef, dessen einstiger Kassierer und Disponent. Er

stellen und eine, wenn auch nur geringe Be­schleunigung der Fahrgeschwindigkeit der Züge, welche ja angängig, herbeigeführt würde. Mr viele und wohl die meisten Menschen ist doch Zeit Geld und deshalb muß das Bestreben darauf gerichtet werden, weniger Zeft zu ver­geuden. Die Aufenthalte find für einzelne Haltestellen jetzt und schon seit zwei Jahren gar zu lang. -S-

Uuischau.

Der FallLandmann" und dieWürz­burger Professoren".

Dadurch, daß die liberale baierische und außerbaierische Presse den Internen Streit unter den Würzburger Professoren zum Anlässe und Vorwande des Sturmlaufens gegen den bairischen Kultusminister von Landwann nahm, hat sie zum mindestens einen der dortigen Professoren, und zwar dem Rektor der Universität einen recht üblen Dienst getan. Das sie die würz- burgerProfessoreu nur alsDeckung bei dem liberalen Angriffe gebrauchten, ist ja sattsam bekannt. Die Folgen dieses Vorgehens beginnen jetzt ein­zutreten und zwar aus Anlaß eines Artikels der liberalenMünch. Reuest. Nachrichten". Diese hatte in einem Berichte davon gesprochen, daß die Würzburger Musensöhne stolz darauf seien, daß ihnen ihre Professoren auch als Beispiele der Charakterfestigkeit voranleuchteten. Dies veranlaßt dieAugsburger Pvstzeitung", der wir die Verantwortung überlassen, zu folgender ReminiScenz:

Danach wurde gegen Ende des Jahres 1888 in einem Teil der bayerischen Presse eine nichts weniger als noble Hetze gegen den demokratisch gesinnten Ehmnafialproftssor und Privatdozenten Dr. Neudecker, der eine Professur an der Uni­versität Würzburg anstrebte, betrieben. Die bezüglichen Korrespondenzen waren den Re­daktionen mitEymnasialprofessor Dr. I. C. Schmitt" unterzeichnet zugegangen. Lieser selbst existierte wirklich, wußte aber von der ganzen Sache nichts, sein Name war gröblich mißbraucht worden. Das demokratischeWürzburger Journal" schrieb damals:Wir wollen die Sache kurz abmachen. Die Handschrift des an diverse Re­daktionen eingesandten verleumderischen Falsi­fikates wurde von allen, welche Einsicht davon nahmen, und welche alle auch in der Lage waren, das Falsifikat mit unbezweiselten Originalhandschristen zu vergleichen, als die Handschrist des ordentlichen öffent­lichen Professors der klassischen Philologie an der Universität Würz­burg, Dr. Martin Schanz erkannt."

Wir konstatieren, daß eS eine demokrati­sche und nicht eine klerikale Zeitung war.

war also immer noch der unpraktische Schwärmer, der sich einbildete, auch ein Dichter zu fein!

Herr August Andler!" meldete Karl.

Scharfs und Wolzins Blicke trafen sich, die elfteren waren voll heißer Angst.

Lassen Sie mich verschwinden, Herr Wolzin rasch, bitte der Herr Andler verrät mich sofort, und bann ich muß doch leben, ich darf meine Stelle nicht verlieren."

Wolzin fand es für sich selbst auch ange­messener, Scharf und Andler einander nicht begegnen zu lassen. Es war doch immer möglich, daß Andler den Mann wieder erkannte und Andler war mit Vorsicht zu behandeln.

So enUieß er Scharf durch eine andere Thür, überzeugt, daß ein so seltener Besuch wie der seines Kollegen im Auffichtsrat der Bahn Wehlsteden-Berlin einen besonderen Grund haben müsse.

Daß Andler gerade jetzt kam, machte Wolzin betroffen. Was konnte er wollen? Und was war das mit dieser anonymen Denunziation?

Er hatte Andler nie recht leiden mögen, nie näher mit ihm verkehrt, aber geschäftliche Be­ziehungen führten sie hier und da zusammen.

Während daS Glück Wolzin treu war und ihn auffallend begünstigte, hatte Andler geschäft­lich schwer und lange mit der Ungunst der Verhältnisse zu kämpfen, aber er ließ nicht nach.

Man nannte ihn intelligent, er war zwar nicht beliebt, aber man respektierte seinen Scharf­sinn, seine Rührigkeit man wählte ihn zu allerhand Stellen, um ihm die Arbeitslast auf* zubürden, und et übernahm dieselbe willig für das Ansehen, welches ihm die Vereinigung mit seinen Kollegen gab.

Wolzin wußte auch, daß Andler allerlei tat, was Leute seines Ranges in der Geschäftswelt

die diese Enthüllungen macht. Der Professor Dr. Schanz, dem dasWürzburger Journal' : jenen bösen Vorwurf macht, ist heute Rektor! der Universität Würzburg und der! hervorragendste jener Männer, die die liberalen; Parteien als Gewährsmänner bei ihrem Ansturm i gegen den Minister von Landmann anführten.

Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgerichte.

Der Präsident stellt weitere ErgänzungS- sragen zu der Anklage gegen Exner und Gentzsch; wegen betrügerischen Vankerotts und Ver- schleierung und gegen Mayer, Wölker und, Schröder wegen Verschleierung. Alsdann fährt, Staatsanwalt Weber in seinem Plaidoher fort.! Nachdem er vorgestern in fünfstündiger Aus­führung die Frage des betrügerischen BankerottS i behandelt hat, wendet sich der Staatsanwalt' gestern dem Falle der Verschleierung zu, be­gangen im Geschäfsbericht, in der Bilanz für 1900, sowie im Exposä anläßlich der General­versammlung im März 1901, sowie tn den beiden am 25. Juni 1901 veröffentlichten Kommuniques. Ueberall hatten die Direktoren der Bank es darauf abgesehen, unwahre Dar­stellungen zu geben und Verschleierungen her­vortreten zu lassen. Der Staatsanwalt bezeichnet; am Schluß seines Plaidoyers die HandlungS-. weise von Exner und Gentzsch als so frivol, wie sie kaum je dagewesen sei. Es sei so raffiniert vorgegangen und in so unsagbarer Weise operiert worden, daß dem Gesetzgeber eine Strasnorm für die verschiedenen Delikte abgehe. Exner habe im vollen Einverständnis mit Gentzsch gehandelt, ebenso beide zusammen mit dem Aufsichtsrat. Der Urheber alles dieses Unglücks sei Exner. Aber auch Gentzsch habe das Vertrauen schnöde getäuscht. Exner ver­diene die schärfste Verurteilung. Er sei schwerer zu strafen als Gentzsch. Gegen beide müsse auf Zuchthausstrafe erkannt werden. Die Frage nach mildernden Umständen müsse beiden gegen­über verneint werden. Staatsanwatt Konz wendet sich in seinem Plaidoher gegen die fielen Auffichtsräte bet Bank, Dobel, Meyer, Börstet, Fiebiget, Wilkens, Wölket und Schröder, alsMitschuldige an demZusammenbruch. Gegen keinen Beschuldigten richte sich die Anklage wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankerott, wohl aber komme § 314 Ziffer 1 des Handels­gesetzbuches bezüglich Verschleierung zur An-. Wendung. Redner fährt fort, eS sei unzweifel­haft, daß es den 7 Mitgliedern des AuffichtSrateS möglich gewesen sei den Stand der Trebergesell schast zu erkennen. Der Staatsanwalt beantragt, daß für die sieben Auffichtsräte die vorliegenden Schuldfragen mit Ja" zu beantworten seien. Wohl seien bei

nicht tun konnten; er besorgte es und lachte chnisch über die zarten Seelen, die sich nicht getrauten, nut zu nennen, was sie doch nicht aufgeben mögen.

Andler trat ein. Er war ein langer, sehr hagerer Mann, mit bartlosem, bleichem Gesicht und Scheitel. Die feinen Züge im Verein mit dem Ausdruck hoher Intelligenz wären anziehend gewesen, wenn nicht dies stete, herbe Spott­lächeln auf seinen Lippen gelegen hätte. Sein grauer Anzug sah ziemlich verwahrlost aus, besonders im Gegensatz zu Wolzins immer gleich tadelloser, schwarzer Kleidung, der man auf den ersten Blick ansah, daß der Träger viel auf sich und seine Erscheinung hielt. Eben­so auffallend wat Andlers Formlosigkeit im Gegensatz zu Wolzins ruhiger Vornehmheit.

Na? Sie haben schon Wind von der Sache?" fragte Andler sofort, nach einem scharfen Blick auf Wolzin.

Was meinen Sie? Womit kann ich dienen, Andler? Nehmen Sie Platz! Rauchen Sie?" wehrte Wolzin die brüske Frage ab.

Na, denn nicht!" sagte jener. Und dann fuhr er fort:Sie werden doch wissen, Wolzin,' daß man feit Monaten shstemathisch Ihren Namen durch den Schmutz schleift?" Und dabei nahm er eine Zigarre.

Ich? Meinen Namen? Wie soll ich denn das wissen, wenn eS mit niemand sagt?"

Nun in bet Regel kommen ja mit solchen Liebesdiensten zuerst die guten Freunde die sogenannten guten Freunde! Aber freilich, Sie haben eine verteufelte Weise, so was abzuwehrenl"

(Fvttschuug folgt.)