mit -em Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonntagsbeilage: Mustrirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei alle« Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Marburg
Sommbend, 19. Jiüi 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe^
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37, Jahrg.
Ein trüber Ausblick in die Zukunst.
Wer die Verhältnisse und Vorgänge im deutschen Reich unbefangenen AugeS prüft und verfolgt, der kann sich der für jeden Patrioten betrübenden Wahrnehmung nicht entziehen, daß seit dem Rücktritt des Altreichskanzlers die alten monarchischen Traditionen im deutschen Volke mehr und mehr zu verblassen beginnen. Wenn das Volk sieht, wie man in heutiger Zeit, wo immer das Ausland, insbesondere auf handelspolitischem Gebiete mit dreister Forderung auftritt, oder durch Verletzung bestehender Verträge direkt brüskiert, mutig zurückweicht, kann eS oa Wunder nehmen, wenn der Patriot mit Sehnsucht an die Zeiten zurückdenkt, wo ein Quos ego des Fürsten Bismarck hinreichte, die dreisten Verletzer unserer Rechte in ihre Schranken zurückzuweisen und jede nmaßung im voraus zu verhindern? Und mit der Haltung der Regierung in der inneren Polstik sieht es wahrlich nicht trostreicher auS.
Seit jenem Rückzug vor dem Geschrei der liberalen Presse in der Volksschulfrage, dem einer der wenigen Männer erster Klasse, über die wir noch verfügen, Graf Zedlitz, geopfert wurde, ist viel Vertrauen zur Regierung verloren gegangen. Maw traut ihr selbst nicht mehr die Kraft zu, einem „Entrüstungssturm" auf die Dauer ernsthaften Widerstand zu leisten. Die Zeiten, wo ein Herr v. Bismarck-Schönhausen während des Militärkonflikts dem gesamten Liberalismus mutig die Stirn bot und den Kampf mit demselben zu Ehren der Monarchie siegreich durchführte, find, so scheint es leider, für immer dahin. Die Refignation, mit der die Regierung die „Verscharrung" des Arbeits- wMgen-Gesetzes hinnahm, die passive Haltung, welche fis bei der von ihr selbst vorgelegten lex Heinze dem liberalen Geschrei gegenüber beobachtete — alle diese Vorgänge lasten nur allzu deutlich erkennen, daß Kraft und Zielbewußtheit im Schwinden find. Oder ist es etwa, seit Graf Bülow die Zügel der Regierung in die Hand genommen hat, wesentlich bester geworden? Niemand, der die Haltung der Regierung in der Zolltariffrage sich vergegenwärtigt, wird diese Frage zu bejahen wagen. In dieser für das gesamte wirtschaftliche 8e6en der deutschen Nation entscheidenden, für die schwer erschütterten Finanzen der deutschen Bundesstaaten überaus wichtigen Frage, zeigt fich die Energie der Regierung nur in der -tegation. Die Zügel schleifen am Boden . . .
Und wie es bei der Reichsregierung geht, so geht es auch in den Einzelstaaten. Soeben hat sich in Bayern ein Vorgang abgespielt, welcher eine frappante Ähnlichkeit hat mit dem Rückzug der preußischen Regierung von 1892
66 (Nachdruck verboten.)
Eine Geldheirat.
Roma« von L. Haid heim.
(Fortsetzung
WaS Dir sonst etwa an Zweifeln kommt, da8 kann schließlich nicht dauernd sein, denn außer Deinen Verlobten hast Dn nie einen anderen geliebt und daß er nicht daran denkt, wieder anzuknüpfen, hat er bewiesen."
Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie zögernd:
„Wir hatten unS verabredet. Dir nichts von dem Gerücht zu sagen, das in Berlin- umlief, Ulla. Die Frau Oberstleutnant hat auch nichts davon gewußt, sagte Leontine; aber eS hieß, Fritz bewerbe sich um Anita Serano — die Tochter des italienischen Gesandtschaftsrats — weißt Du, sie erregte bei Hofe Aufsehen! Und reich soll fie auch fein."
„Wie? Und Ihr sagtet mir nichts?" Ma. sprach diese Worte zwar nicht, aber in ihren Mienen lagen fie nur zu deutlich.
„Stella riet davon ab und Wildling war auch dagegen. Einmal sei es nur Gerede und dann sei eS zwischen Euch ja auch schon lange ana —* *
„Ja, das ist wahr! Mehr als drei Jahre! Da ist man, Gott weiß wie lange schon, ver- gefien," murmelte Ulla. Eine bittere Empfindung kam ihr. Wie töricht würden Männer und Frauen fie finden, mit dieser Reue um längst Geschehenes und dieser törichten Hoffnung!
Also Anita Serano! Sie kannte diese gefeierte Schönheit des letzten Winters nicht einmal vom Sehe«, dem» in jene Kreise kam fie
in der Dolksschulfrage. Der bayrische Kultusminister, Herr v. Landmann wurde den Liberalen geopfert. Den Vorwand dazu mußte ein Streit an der Würzburger Universität abgeben. Der dortige akademische Senat fühlte fich angeblich beleidigt, weil der Kultusminister seinen in der Streitsache zwischen den Professoren Chroust und Förster erstatteten Bericht für nicht objektiv erklärte. Die gesammte liberale Presse fiel wie ein Mann über den Kultusminister her und vor diesem „Entrüstungssturm" strich die bayrische Regierung ebenso die Segel, wie seinerzeit die preußische Regierung vor den gegen den Grafen Zedlitz gerichteten Angriffen. Herr v. Landmann hat einen Urlaub auf unbestimmte Zeit angetreten und wird auf seinem Posten nicht zurückkehren.
Ob die Regierungen nicht sehen, daß fie mit solchem Zurückweichen einen Stein nach dem andern aus den Fundamenten der Monarchie in Deutschland selbst herausbrechen? Wenn sie die Zügel am Boden schleifen lasten, so werden diese über kurz oder lang von der Partei, die allein aus der Schwäche der Regierung Nutzen zieht, von der Sozialdemokratie in die Hand genommen werden, und dann — adieu Monarchie! Eine Politik, die den liberalen und sozialistischen Republikanismus begünstigt und groß zieht, bereitet selbst den Boden für die rote Republik! W.
Umschau.
Der Landwirtschaftsminister und die Landwirtschaft.
Der Landwirtschaftsminister Herr von Pod- bielski hat, wie liberale Blätter, denen wir die Verantwortung überlasten, zu melden wisten, in Stolp in Pommern in Gegenwart des Ober- präfidenten v. Maltzan Gueltz, des Regierungspräsidenten v. Tepper-LaSki, mehrerer Landräte und der Abgeordneten Gamp und v. Bandemer bei einem Festesten eine Rede gehalten, in der er nach der „Frkf. Ztg." ausführte:
Er habe auf seiner Inspektionsreise die Moorkulturen sehr im Argen gefunden; es seien noch Millionen vergraben, die nutzbar zu machen seien. Die Landstraßen seien vielfach verwahrlost und befänden sich in traurigem Zustande. „Schweinevieh" habe er da gesehen. „So lange Sie," sagte der Minister zu den Landwirten, „am alten Zopf fefthalten und fich nicht aufraffen, können Sie nicht vorwärts kommen. Sie sollen nicht, immer nach dem Staat schreien. Die anderthalb Mark Zoll (über die Regierungsvorlage hinaus), auf die Sie und der Bund der Landwirte fich besonders kaprizieren, und die Differenzierung des Spiritus werden Ihnen wahrlich nichts nützen. Arbeiten Sie zunächst an der Aufbesserung
nicht und im Theater und Konzerten war sie ihr nie gezeigt worden."
„Schreibe Deinem Vater," sagte fie, fich aufraffend, „ich wolle es mir überlegen, Anna. Sage ihm auch, daß er mir als Freund so wert geworden, daß ich — hoffte — ach nein, schreibe das lieber nicht! Ich will —"
Und so stockte und schwieg fie und Anna lächelte fie dankbar au, beim fie nahm dies alles für gute Vorbedeutung.
„Der arme, gute Vater, er hat Wohl ein Recht auf ein bischen Liebe!" sagte sie und fand durchaus nichts Befremdliches in seinen Heiratsplänen. „Möchte er fich doch sein Leben nach Wunsch einrichten," dachte fie weiter. Daß Ulla in sich mehr ja überwinden haben könnte, als die „törichte 3bee", Fritz würde jetzt zu ihr zurückkommen — fiel ihr gar nicht ein.
WvlzinS zweite Frau werden! Das war ja eine Partie, um welche Ma taufende beneiden würden.
* * *
Während Ma am anderen Morgen unklarer als je über ihre Entschlüffe nachdachte und mit Unbehagen Annas forschende .Blicke auf fich ruhen fühlte, erlebte Wolzin in seinem Hause eine Scene, an deren Möglichkeit er nie und nimmer gedacht haben würde.
Die schlaffere Geschäftsleitung, die er fich unter dem Druck seines Familienunglücks aus Mißmut und Bequemlichkeit gestattet, hatte ihm schlimmere Früchte getragen, als er selbst für möglich gehalten.
Im Anfang hatte die sorgfältig eingerichtete Maschine ihren Dienst getan, als ob er selbst mit gewohnter Umsicht dirigierte und erfreut, ja sogar stol^ gratulierte er stch damals zu
ihrer Wege und halten Sie nicht am alten Zopf fest, vierspännig 30 Zentner Kartoffeln spazieren zu fahren. Hüten Sie fich, in die Fußstapfen der Sozialdemokratie zu treten und imperative Mandate zu erteilen und halten Sie treu zu Kaiser und Reich, wie Ihre Vorfahren es gethan haben, auch wenn Sie glauben, daß die Regierung Ihnen nicht alles nach Wunsch macht. Bilden Sie sich nicht ein, daß die Regierung auch nur einen Pfifferling nachgiebt.
Sollte Herr von Podbielski wirklich sich also geäußert haben, so würden wir daS in seinem Interesse nur bedauern. Denn aus dem ganzen Sinne der Rede geht hervor, daß sie nicht nur auf die Bauern der stolper Gegend, sondern auf die gesamten preußischen Landwirte gemünzt war. Wenn Herr von Podbielski von der rastlosen Thätigkeit der norddeutschen Landwirte betreffs der Moorkulturen nichts Ersprießliches bemerkt oder gehört hat, so zeigt er fich nicht so unterrichtet wie man es von einem Landwirtschaftsminister verlangen kann. Außerdem könnte es ihm auch bekannt sein, daß das Kapital, was bei der Kultivierung der Moore schon verbraucht worden ist oder noch wird, bei dem heutigen Stande der Landwirtschaft so gut wie verloren ist oder im besten Falle doch keine Zinsen trägt. Der verarmten Landwirtschaft zu einer solchen Kapitalsanlage zu raten, ist etwas — unvorsichtig. . Ueher das „Schweinevieh", wie Podbielski die Zuchtresultate unserer deutschen Bauern nennt, wird er wohl von berufener Seite eine Aufklärung erhalten. Seine übrigen Aeußerungen bewegen sich gleich den anderen auf bet derselben Höhe einer glücklichen Unschuld betreffs der heutigen Derhältniffe des wichtigsten deutschen, Erwerbsstandes, der Landwirtschaft. Es erübrigt fich, näher darauf einzugehen.
Etwas vom nächstjährigen Reichs- haushaltsetat.
Es ist selbstverständlich, daß, obschon voraussichtlich auch für das Etatsjahr 1903 die Finanzlage im Reiche durchaus nicht rosig sein wird, trotzdem im Reichshaushaltsetat für dasselbe Jahr diejenigen Ausgabeposten Erhöhungen erfahren werden, deren Natur eine solche Steigerung bedingt. Dazu gehört in erster Reihe der Zuschuß für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung, der schon seit dem Beginn der neuu- ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts beständig angewachsen ist. Die Vermehrung der Invalidenrenten, die man in den letzten Jahren und namentlich nach dem Inkrafttreten des neuen JnvaliditStsverficherungsgesetzes zu beobachten Gelegenheit hatte, wird noch verschiedene Jahre anhalten und in dieser Zeit von Jahr zu Jahr eine Erhöhung des Reichszuschusses von 3—4 Millionen Mark zur Folge haben. Mit dieser Thatsache wird man fich in
diesem Erfolg, der ihm gestattete, sich seinem Kummer um die Tochter hinzugeben, ihre Angelegenheiten zu ordnen und fie schließlich in eine Heilanstalt zu überführen.
Daß dem „Glückskinde", wie man ihn oft genannt, das tausendfältige Aergernis und die tiefe Demütigung seiner Anna die Nerven zerstörte, bemerkte er kaum. Niemand wagte es, ihm zu sagen, daß er auch in seinen geschäftlichen Beziehungen launenhaft und ungerecht wurde — noch weniger wagten es seine treuen alten Beamten, ihn zu warnen oder ihre eigenen abratenden Meinungen gegenüber zu stellen, seit er mehrfach in schroffer Weise solche be- scheide.:m Versuche zurückgewiesen.
So war es gekommen, daß in den mannigfaltigen Betrieben erst leise, dann lauter ein anderer Geist aufkam, daß Unordnung, Verwickelungen entstanden, die man so lange ängstlich zu verdecken suchte, wie dies möglich war.
Das Vertrauen auf die altgewohnte Gerechtigkeit des Chefs war bereits durch ihn selber erschüttert. Im Aerger hatte er fich zu Mißgriffen hinreißen lassen, die nicht wieder gut zu machen waren! seine treuesten Beamten verließen ihn tief gekränkt und er machte in seiner Verstimmung nicht einmal den Versuch, fie zurück zu halten. Die Reue kam zu spät — er hatte das beängstigende Gefühl, daß die Zügel seinen Händen entglitten, daß er die klare Ueberficht verloren hatte. Und mit wahrem Entsetzen mußte et es erleben, daß großartige Betrügereien auf seinem Eisenwerke entdeckt wurden: die Schienen, welche er der Staatsregierung geliefert, erwiesen fich als falsch gestempelt — beträchtliche Summen waren von
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den verschiedenen Reichshaushaltsetats schon abfinden müssen. Es gehört ferner, zu dieser Kategorie bei der Steigerung der Schuldenlast der DerzinfungSposten u. a. m. Sodann werden im Etat alle diejenigen Positionen erscheinen müssen, welche Konsequenzen früher gefaßter Beschlüsse darstellen. Hierzu werden hauptsächlich die Ausgaben für den Bau neuer Kriegsschiffe und deren Armierung zu zählen sein, deren Begrenzung ja durch das Flottengesetz gegeben ist. Neben den Marineausgaben giebt es von dieser Art auch noch andere Positionen. Wir erinnern nur an die Ausgabe für die Maschinengewehrabteilungen im Heeresetat. Zweimal find bereits in den Etat Forderungen für die Abteilungen erschienen, die letzteren sind aber noch nicht in der ganzen Armee zur Einführung gelangt. Voraussichtlich wird im dcrn- nächstigen Etat die letzte Rate auf diesem Gebiete gefordert werden. Schließlich werden im nächstjährigen Etat alle diejenigen Summen erscheinen, deren Einstellung bereits im Reichstage von den RegierungSvettretern angekündigt sind. Dazu zählen beispielsweise die Erhöhung des für die Bekämpfung der Tuberkulose ausgeworfenen Postens und die Neuerungen im Postetat bezüglich der Beamtenverhältniffe, wie Schaffung neuer Beamtenstellen, Erhöhung der etatsmäßigen Stellen usw. Daß man im nächstjährigen Reichshaushaltsetat nicht ohne Ausgabeerhöhungen wird auskommen können, ist danach als sicher anzusehen.
Die schmollenden Polen.
Nachdem der polnische Adel in Posen anläßlich der bevorstehenden Kaiserfeste seine bekannte Enthaltungskundgebung losgelassen hat, soll nun, wie die „Köln. Ztg." meldet, dem „Dziennik Kujawski" zufolge auch die polnische Aristokratie in Berlin beschlossen haben, an keinerlei Hcffestlichkeiten mehr teilzunehmen und ihre Wint rrefidenz nach Posen zu verlegen; hierbei würde besonders der girrst Anton Rad- .ziwill in Frage kommen, und für alle Polen werde das eine sehr angenehme Ueberraschung sein, die mit Jubel ausgenommen werden müsse. Nun, die Polen mögen es damit halten, wie sie wollen, die Deutschen werden weder jubeln noch fich betrüben, da die Sache fie außerordentlich kalt läßt. In Berlin wird eS Wohl auch ohne die polnische Aristokratie gehen und wenn diese durch Boykottierung deS kaiserlichen Hofs ihre wirkliche Gesinnung recht klar an den Tag legt, so kann das nur erwünschte Wirkungen haben. Allerdings ist zu befürchten, daß die Here schäften in ihrer neugewählten Winterrefidenz nicht die abwechslungsreiche Anregung und Unterhaltung finden werden, auf die fie sonst einigen Wett legen.
zweien seiner Beamten bttrügerisch erworben. Eine gerichtliche Untersuchung ergab freilich, daß Wolzin von alledem keine Ahnung gehabt, aber zu seinem Entsetzen auch, daß eine gor;». Gruppe seiner Arbeiter als Hehler oes: hatte. Und natürlich war er als Derkäu- Schienen zum vollen Schadenersatz verpft.
Das Endergebnis, welches seine Rechtschaffenheit zwar als tadellos, seine Geschäftsführung aber als nichts weniger als musterhaft erscheinen ließ, hatte ihm schließlich sein Leben, wie er es jetzt führte, völlig vetteidet. Unklar schwebte ihm ein Aufgeben aller Geschäfte vor, klar und brennend dagegen der Wunsch, Ulla zu heiraten und seinem freudlosen Dasein einen befriedigenden Inhalt zu geben.
Alle seine Gedanken weitten heute bei Ma und er schalt fich bereits, daß er seiner Tochter nicht den Auftrag gegeben, ihm telegraphisch Bericht zu schicken, wie Ulla seine Wünsche ausgenommen.
Als ihm aber dann fein Diener mit der befohlenen Taffe Bouillon — dem einzigen Frühstück, wozu er fich in feiner heutigen Stimmung entschließen konnte — ein Telegramm von Anna brachte: „Ulla scheint nicht abgeneigt, hoffe daS Beste" — da lachte er in seiner Freude laut auf, zum größten Erstaunen des braven Carl, der seinen Herrn fest Jahren nie mehr lachen gesehen hatte.
ES war Wolzin plötzlich zu Mute, wie wenn er lange Zeit im dichten Nebel gegangen wäre und nun ganz umgeben von Sonnenschein in einer lachenden Gegend stände: seiner Zukunft gegenüber.
(Fortsetzung folgt.)