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Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
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ihnen liegen mochte, Fritz dachte in diesem Augenblick, wo sie sich umarmten, sicher nicht daran. Wildling war seinfühlend fortgegangen, sie standen allein, Hand in Hand und sahen sich an, fanden sich beide verändert, gereifter — älter geworden und sagten rg sich unwillkürlich.
»Entschuldige einen Augenblick! Ich muß mich zurückmelden — bin sofort wieder bei Dir — wir haben hier überhaupt nur eine Stunde Rast."
Damit eilte Fritz ins HauS, ehe sie sich nur das geringste hatten sagen können.
Einen Moment überlegte Hans, dann ging er eilig zu seiner Frau.
»Hilde — Fritz ist hier, mit den andern Offizieren, scheint zum Eeneralstab kommandiert. Entschuldige mich einen Moment — er hat nur wenige Minuten Zeit."
„Fritz? Dein Bruder?" Sie erschrak sehr. Drei Jahre lang hatte fie niemand von Freunden und Verwandten gesehen — und nun hier — wo fie so heiß nach Ruhe und Erholung verlangte — nichts als Aufregungen! Gestern Ulla — heute Fritz.
Sie sank ganz ermattet auf die Bank zurück. „Geh nur! Geh! Laß mich nur nicht — o bitte, Hans, ich kann nicht sehen, es —"
Sie wurde erschreckend blaß. Aber als sich Hans um fie bemühte, trieb fie ihn angstvoll fort.
„Er wird auch wohl nicht nach mir fragen," sagte fie sich bitter, aber fie sprach es nicht aus.
Als Hans wieder in den Hof kam, stand sein Bruder schon dort und sah sich nach ihm um.'
Fritz nahm, als sei nie etwas zwischen fie gttreten, des Bruders Arm und schritt mit ihm vor dem Hofe auf und ab.
„Sage mir zuerst, Hans, wie es Dir geht, wie Du lebst. Erzähle mir von Frau und
für ihn eingesprungenen Combes einnehmen wird, zum Kaiser, nach Norwegen zu entsenden, j Waldeck-Rouffeau ist zwar vorübergehend in den Hintergrund getreten, seine Politik wird aber durch Loubet und Combes fortgesetzt. Aus diesem Grunde wird die Begegnung in Odde sicherlich sehr viel zur BefefÜgung unserer sich immer günstiger gestaltenden Beziehungen zur bürgerlichen Republik in Frankreich beitragen.
Statistik des Genossenschaftsrats.
Amtlicher Statistik zufolge hat sich die Zunahme im Genoffenschaftswesen von 1899 zu 1900 auf 633 Genossenschaften und 111139 Genossenschafter belaufen. Die erheblichste Zunahme hat der Allgemeine Verband der deutschen landwirtschaftlichen Genoffenschast zu Darmstadt zu verzeichnen gehabt, ihm folgte „Raiffeisen- Neuwied" und diesem „Schultze-Delitzsch." Während die Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht sich bei „Schultze-Delitzsch" ganz wesentlich vermehrt haben, hat umgekehrt bei „Darmstadt" und „Neuwied" die Form der unbeschränkten Haftpflicht einen erheblich größeren Zuwachs als die der beschränkten Haftpflicht aufzuweisen gehabt. Bei den übrigen Verbänden ist die Zunahme der Form der be- scyränrteu Haftpflicht weit stärker, als die der unbeschränkten und bei den keinem Revisions' verbände angeschloffenen Genoffenschaften ist die Form der unbeschränkten Haftpflicht offenbar im Rückgänge, die der beschränkten in steter Zunahme begriffen. Bekanntlich ist die letztere Form erst durch das Wi-tschaftsgenoffenschaft§- a^setz vom Jahre 1899 geschaffen. Es existierten mitte 1900 in Preußen ausschließlich der Zentralgenossenschaftskassen 9456 Genossenschaften mit 1331450 Genossen, wovon auf die Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht 6561 und 770 244, auf die mit unbeschränkter Rach- schußpflicht 108 und 15 749 und auf die mit beschränkter Haftpflicht 2 787 und 545457 entfielen. Daß das Genossenschaftswesen stetig zunimmt, geht daraus hervor, daß im Jahre 1898 auf 1000 der Bevölkerung 35,33 Genossen, 1899 schon 38,74 und 1900 gar 42,27 Ge nossen entfielen. Dre durchschnittliche Mitgliederzahl der einzelnen Genossenschaften nimmt allmählich zu; fie betrug 1898: 135, 1899: 139 und 1900:141. Auf je 100 000 Einwohner kamen mitte 1900 in Ostpreußen 3984 Genossen, in Westpreußen 3035, in Berlin 1844, in Brandenburg 3420, in Pommern 3756, in Posen 4688, in Schlesien 3888, in Sachsen 5075, in Schleswig-Holstein 3832, in Hannover 5772, in Westfalen 3770, in Hessen-Nassau 8470, im Rheinland 3888 und in Hohenzollern 2277. Demgemäß steht an der Spitze des Genoffenschaftslebens in Preußen die Provinz Hessen- Naffau, am Ende die Stadt Berlin.
1 ß 1Q09 Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universität-- - Buchdruckerei
tvinuviny, XU. Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Kind! Laß das Vergangene begraben sein — Anna ist genesen!" sagte er herzlich.
Hans erzählte, fragte — fie hatten sich un- zählich viel zu sagen, aber immer wieder unterbrach er sich und und drückte Fritz die Hand in tiefer Dankbarkeit.
Die Stellung der Brüder hatte sich völlig . verändert, Hans schämte sich seiner früheren Ueberlegenheitsmiene — ach, er fühlte sich jetzt überhaupt immer so klein und bedrückt, und eigentlich lag darin fast der größte Teil seines Elends.
„Und nun sprich von Dir, Fritz! Denkst Du mach immer nicht daran, den Junggesellen an den Nagel zu hängen?" fragt- er.
„Nein, nicht im mindesten," lehnte dieser schroff ab.
„Aber Fritz! Deinem ganzen Wesen nach bist Du nicht geschaffen, allein zu beiden."
„Weißt Du, warum Wolzin seine Heirat mit Ulla immer noch hinaus schiebt?"
Die Frage klang so hastig, so gequält.
Hans stutzte.
„Wolzin? Ulla Burghausen? Aber ich bitte Dich ! »Sie ist, nebenbei gesagt, drei Meilen mit Anna in Herrenwelt —*
»Nun, da siehst Du es. Onkel Heinz hat mir schon vor Jahren geschrieben, Wolzin liebe Ulla, Burghausen wünsche die Heirat sehr, ich solle dem Glück Ullas nicht ent-.;egentreten, da ich ihr doch nichts zu bieten habe. Das war gleich nachdem sie mich „abgeschafft." Während Annas Ausenthat in der Anstalt mochte Wolzin nicht an sein eigenes Glück denken, aber er blreb mit Vater und Tochter fortdauernd in innigsten Beziehungen. Das alles schrieb mit Onkel Heinz gelegentlich — nur eins nicht: Wie Ulla sich zu alledem stellte." (Forts, f.)
- „Wie geht es Ihrer Frau, Glaichen? Ich hoffe, gut? Ach, lassen Sie nur, rühren wir nicht an Vergangenes. Ich bin der letzte, der den Richter zu spielen verlangt. Und nun sich mit Anna alles so zum Guten wendet —"
„WaS ist'L mit Anna, Wildling? Kein Mensch hat unS — mir Nachricht gegeben. Können Sie es? Zum Guten, sagen Sie? Wird fie hergestellt? Wirklich wieder gesund?"
ES lag eine so zitternde Unruhe in diesen Fragen, die dem heißen Verlangen entsprangen, Ullas Aussagen bestätigt zu hören.
„Leontine hat Wolzin kürzlich gesprochen, der sehr glücklich war und seine Tochter „genesen" nannte. Ich bin froh, Glaichen, Ihnen so gute Nachricht geben zu können — froh um Ihretwillen, noch mehr fast um Ihrer Eltern willen, denen meine Frau und alle Kantrupps so viü Dank schulden."
„Meine Eltern haben jede Verbindung mit unS abgebrochen," wollte Hans fich beklagen, al» Wildling ihn unterbrach: „Da kommt Ihr Bruder! He! Glaichen! Kommen Sie doch mal' ran!" rief er Fritz entgegen.
„Wie wird er mich begrüßen?" fragte fich HanS, der seit jener Zeit mit dem Bruder in feiner Verbindung gestanden. Sie hatten ihn alle fallen lassen — alle — und daß Wildling ihn ausprach, verdankte er auch vielleicht nur — feinen Eltern.
Sicher malter fich diese Gedanken in seinen Zügen, indes feil. Bruder, grenzenlos erstaunt, nur feinen Namen rief: »Hans! Hans!" Dann sprang er plötzlich schnell vom Pferde und stürzte auf Hans zu: »Bruder! Bruder!"
Der eine Ausruf sagte mehr, als hundert Worte! Sie waren Brüder! Was auch zwischen
Umschau.
Empfang Waldeck-Rousseaus beim Kaiser.
Der Empfang des vormaligen französischen Ministerpräsidenten Waldeck-Rouffeau bei Kaiser Wilhelm wäh' end der Nordlandfahrt des Monarchen hat, wie die /*). Warte" erfährt, eine weittragende politische Bedeutung und ist nicht bloß als ein Zeichen der Wiederaufnahme freund- nachbarlicher Beziehungen anzusehen, wie vor einigen Jahren der Besuch des Kaisers an Bord eines an der norwegischen Küste kreuzenden französischen Schulschiffes. Man hätte es in Berlin gern gesehen, wenn Präsident Loubet aus seiner Rückreise von Rußland nicht bloß Kopenhagen, sondern auch einen deutschen Hasen angelaufen hätte. Die Stimmung in Frankreich ist aber aug'' ublicklich noch immer eine derartige, daß jeder aftitoe französische Staatsmann, der einen Besuch in Deutschland macht, sich den heftigsten Verdächtigungen als Preußenfreund und Katzbuckler aussetzen würde. Jnfolgedeffen beschloß man in Frankreich, Waldeck-Rouffeau, der augenblicklich inaktiv ist, aber sicherlich bald wieder die Stelle des bloß als Strohmann
Hand nehmen, wie er feit einer Reihe von Jahren regelmäßig dem nach dem Bruttvshstem aufgestellfen ‘ Entwurf des Staatshaushalts beigegeben wird. In diesem Nettoetat figurieren auf der einen Seite die Ueberschüffe, welche die sogenannten lieber- schußverwaltungen nach Abzug ihrer eigenen 'Ausgaben an die Siaatskasse liefern, aus der anderen Seite die Zuschüffe, welche nach Abzug der eigenen Einnahmen der betreffenden Verwaltungen die Zuschußverwaltungen, also die Allgemeine Staatsverwaltung, Dotationen und Staatsschuld, erfordern. Nach dem Nettoetat für 1902 beträgt im laufenden Jahre der Ge- samtbedars an Zuschüßen 493 Mill. Mk. Zur Deckung dieser Zuschüsse liefern die direkten Steuern ihren Ueberschuß von 197 Mill. Mk., mithin rund um 10 Mill. Mk. mehr, als E senbahn- Bergwerks- und Hüttenverwaltung zusammen zur Deckung dieses Bedarfs beitragen. Wenn nun der „Vorwärts" mit besonderem Nachdruck hervorhebt, daß Großbritannin V5 seines Staatsbedarfs aus der Einkommensteuer deckt, so wird er aus diesen Daten ersehen können, daß in Preußen rund */s dieses Deckungsbedarfs auL de", direkten Steuern, also der Einkommen- und Vermögenssteuer, entnommen werden, daß mithin im preußischen Staatshaushalt die direkten Steuern noch eine ungleich größere Rolle spielen al» in dem britischen. So ist denn auch dieser neue Versuch, noch etwas von der steuerpolitischen Hetzkampagne zu retten, völlig mißlungen.
„Glücks", mit Geld das Unmögliche möglich zu machen! Jetzt hieß es immer rechnen! rechnen!
Verstimmt kehrte er zu Hilde zurück, half ihr vom Wagen und tröstete fie, die lieber ihn getröstet hätte, wegen der Verzögerung. Sie nahm dieselbe auch nicht schwer und war bereit, so lange in der Laube Unterschlupf zu suchen.
Dann ging HanS zurück, den Kutscher abzulohnen und das Gepäck abladen zu lassen.
Vom Stalle her kam ein Offizier — ein junger blonder Mann, den Hans nicht eher gesehen hatte, als bis derselbe dicht neben ihm herging.
Da blickten beide auf — sahen fich an — stutzten und daun rief der Offizier lebhaft: „Herr von Glaichen! Sie? Wie geht es Ihnen? Wissen Sie — natürlich, Sie wissen, daß Ihr Bruder auch hier ist? Er ist nur eine feige Weile zurückgeblieben — Auftrag vom General — kleine Zeichnung machen —"
Wildling war's — Leontines Gatte. Und aus seinen klarm Augen blitzte ungeheucheUe Freundlichkeit.
Wie HanS diese Begrüßung wohlthat! Und wie fie ihm doch wiederum das Herz zusammen- preßte. Früher hatte ihn jedermann so unbefangen begrüßt — jetzt dimckten fich die meisten seiner alten Bekannten um ihn weg.
Das alles mochte Leutnant von Wildling wohl aus feinem Blick, seinen Mienen heraus- lefen.
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(Nachdruck L irroten.) Eine Geldheirat.
Roman von L. Hardheim.
(Fortsetzung.)
wenn Hank jetzt in der Sag; reteejen wäre, wie damals in der kurzen Zeit feines
mtt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsblatt.
Steuerpolitische Hetzereien.
Dar sozialdemokratische Parteiblatt wehrt fich mtt mehr Eifer als Geschick gegen die Kritik, die ein berliner Blatt dessen steuerpolitischen Hetzereien zu Teil werden läßt. Dabei pasfiett ihm daS Mißgeschick, lüe Vermögenssteuer als für den Umfang des ganzen Reichs geltend anzusehen, während fie doch nur in Preuße« ^besteht und demzufolge auch ihr Ertrag irirr mit den anderen Posten des preußischen Staatshaushaltsetats in Vergleich gestellt werden kann. Sodann aber glaubt das Blatt einen Haupttrumpf damit auszuspielen, daß es hervorhebt, in England fließe ungefähr ein Fünftel des ganzen Staatseinkommens aus der Einkommensteuer, während in Deutschland der Ertrag der direkten Steuern nur den 15. Teil der Staatseinkünfte ausmache. Las ist ein Taschenspielerkunststück der primitivsten Art; denn die Einkünfte der deutschen Bundesstaaten und diejenigen Großbrüanniens find so verschieden gestaltet, daß fie in dem Sinne, wie das sozialdemokratische Organ es thut, gar nicht vergleichbar erscheinen. Zunächst figurieren in den deutschen Budgets infolge des Verhältnisses zum Reiche cl3 Einnahmen Uebertoeifunger im Betrage von 544 Millionen Mark, welche ober im vollen Betrage in Form von Matrifelar- umlagen an das Reich wieder zurückfließen, mithin lediglich durchlaufende Posten bilden. Viele bundesstaatlichen Etats weisen aber auch noch andere durchlaufende Poste:: im höheren Betrage auf, tote der preußische Etat die Einnahmen und Ausgaben de3 Hinterlegungsfonds und den bekannten durchlaufenden Posten im Staatsschuldenetat. Außerdem kommt in Betracht, daß bei allen deutschen Staaten die Einnahmen aus den Staatsvermözen eine sehr beträchtliche Rolle spielen, während in Großbritannien der Schwerpunkt der Staatseinnahmen in den Steuern ruht. Diesstaatlichen Beiriede erfordern aber bekanntlich zur Erzielung ihrer Ueberschüffe sehr beträchtliche Ausgaben, welche einen großen Teil der Bruttoeinnahmen verzehren. So verschlingen die Betriebsausgaben der preußisch- hesfischen Staatsbahnen ungefähr 60 pCt. der Betriebseinnahmen. In Sachsen beträgt der Betriebskoeffizient sogar 78 pEt. Auch der zur Erzielung des Ueberschusies von den Einnahmen notwendige Tell bildet sonach nur einen durchlaufenden Posten und man gelangt zu völlig verkehrten Ergebnissen, wenn man die Einnahmen steuerlicher Natur mit den Bruttoeinnahmen aus den Vermögensverwaltungen zusammenwirft. Will man wissen, welche Bedeutung in Wirklichkeit die Einnahmen aus den direkten Steuern für die preußischen Staatsfinanzen und für die Deckung des wittschastlichen Staatsbedarfs haben, so muß man den Nettoetat in die
Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgerichte.
Schmidt sagt im ferneren Verlauf der Ver- .-handlung aus, die Angriffe der Presse bezweckten lediglich die Vernichtung der Trebergesellschaft. Er bestreite nicht, daß alle Transaktionen mit der Bank den Zweck hatten, das Obligo in der feffeter Bilanz nicht zum Ausdruck kommen zu lassen. Er hätte unrichtig gehandelt wenn er anders gehandelt hätte. Schmidt fährt fort, fein Vermögen habe er durch günstigen Verkauf von Treberaktien bei Hereinnahme neuer Emmisfionen verdient. Beim Zusammenbruch seien das Aktienkapital und der Reservefonds vollkommen intakt gewesen. Alles Gegenteilige beruhe auf Trugschlüffen . der Sachverständigen. Die Trebergesellschaft habe wirklich verdient. Gegen eine laufende Kontrole durch den Sekretär Wuthe habe er fich verwahren müssen, gegen eine zeitweilige w Kontrole habe er nichts einzuwenden gehabt. Daß er das Geheimbuch mit dem Konto der Bank einem allgemeinen Einblick entzogen habe, habe feinen Grund darin, daß er die jungen Leute das Konto nicht einsehen lassen wollte. Exner vor allem sei über alle Vorgänge bei der Trebergesellschaft orientiert gewesen. Schmidt äußert sich dann über das Bergmannsche Patent und das neue Retorten-System. Er habe aus der Trebergesellschaft eine Einnahme von 12 Millionen herausgerechnet. Wenn er nun die Engagements bei der Leipziger Bank mit 90Millionen annehme und die Privat-Engaments der Aussichtsrats-Mitglieder gleich 43 Millionen, die eigenen Hernixern-Aktien der Bank in Höhe von 4 Millionen, sowie drittens einen Teil der Wechsel ans Privatleute im Betrage von etwa 3 Millionen davon kürze, blieben nur noch 40 Millionen. Vorausgesetzt ferner, daß man diese 40 Millionen mit 10 Prozent amortisierte, , gleich 4 Millionen, mit 2,4 Pttllionen Betriebs- Kapital von 20 Millionen ü 12 Prozent mit 2,4 Millionen verzinse und amortisiere, so blieben immer noch 5,6 Millionen übrig, waS einer Dividende von 25 Prozent des Treber- Aktienkapitals entsprochen haben würde. Zu den Bilanzen Kassel weist Sachverständiger Daltrop Kassel und Schlieper-Fritzlar nach, daß in der Bilanz von 1895—96 Warenverkäufe noch am Ende des Geschüstsjahres gebucht, aber sofort im neuen Jahr wieder storniert worden seien. Dies habe eine vollständige Verschiebung des Gewinnes ergeben. Statt der Dividende von 10 Prozent würde eine Unterbilanz erzielt worden sein. Sachverständiger Plauth sagt über die persönlichen Eigenschaften Schmidts ans, derselbe habe ein so liebenswürdiges Wesen an den Tag gelegt, daß er fast alle täuschte. Chemiker Dr. Schmidt, früher Angestellter der kasseler Gesellschaft, bekundet, er sei ausgetreten , weil er die Gewissenlosigkeit von
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