mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
jn 164
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei ctten Postämtern 2,25 Mk. (excl. BestellgeL^
JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Marburg
Sonntag, 13. Juli 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und' Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerek Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37, Jahrg.
Die Beantwortung deutscher Höflichkeiten.
Im englischen Unterhause haben in der vergangenen Woche zwei Parlamentsmitglieder die Gelegenheit einer Chinadebatte benutzt, um die deutsche Kriegsführung in China aufs gröblichste zu verunglimpfen. Ihre Angriffe sind nicht nur seitens desKammerpräfidenten undderRegierungS- dertreter ungerügt geblieben, sondern noch durch zustimmende Preßäußerungen verschärft worden.
Wenn von manchen Seiten befürwortet wird, daß die deutsche Armeeleitung eine kräftige Antwort auf diese unverschämten Beschuldigungen geben soll, so können wir dem nicht zustimmen. Es ist etwas anderes, ob ein in höchster Staatsstellung befindlicher Mann wie Mr. Chamberlain, Angriffe gegen die deutsche Armee schleudert, oder ob dies zwei sonst rühmlichst unbekannte Parlamentarier thun. Im ersteren Falle war es durchaus angemessen, daß GrasBülow Herrn Chamberlain abfertigte, im letzteren aber toöre es eine übergroße Ehre für die beiden englischen Parlamentarier, wenn die Spitzen der Reichs- oder der Heeresverwaltung sich damit abgäben, die Angriffe zu widerlegen. Der Unterschied zwischen deutscher und englischer Kriegsführung in China ist — und zwar zu dunsten Deutschlands — schon von einer Seite NargestM worden, der man gewiß keine Voreingenommenheit für Deutschland nachsagen kann, nämlich von französischer Seite. Wir wollen nur auf eines Hinweisen: der eine der britischen Parlamentshelden hat der deutschen Armee den Vorwurf gemacht, in China, insonderheit bei der Eroberung Pekings, nichts geleistet zu haben. Da sei nur Hara» erinnert, daß schon zwei Monate vor der Eroberung Pekings der britische Admiral Seymour und seine Truppen von den Chinesen gefangen genommen und gemartert worden wären, wenn die deutschen Mannschaften s i e nicht gerettet hätten. Damals mußten, wie sestgestellt worden ist, die durch Strapazen und durch die mit dem Rückzüge verbundene Depression demoralisierten englischen Truppen von ihren Offizieren mit dem Säbel ins Gefecht getrieben werden, während die Deutschen an der Spitze fochten. Wenn bei der Eroberung Pekings die Deutschen fehlten, so geschah es, weil die deutschen Marine- vataillone zum Schutze Kiautschous notwendig waren, während die aus Deutschland abgesendeten Truppen noch nicht heran sein Kumten I
In einem Sinne können die ungezogenen Angriffe der Herren Becket und Walton aber doch eine erwünschte Wirkung zeitigen. Diese Beschimpfungen dürften vielleicht dem Grafen Waldersee Stoff zum Nachdenken geben. Der Generalfeldmarschall hat bekanntlich vor einigen
Wochen in London einen nicht mehr zu überbietenden Hymnus aus die englische Kriegführung in Südafrika gesungen. Der Dank dafür ist ein Angriff in öffentlicher Parlamentfitzung, der sich in erster Reihe gegen ihn richtet. Der Abg. Walton sprach von den nutzlosen und plündernden Expeditionen durch die Provinz Petschili; die Expeditionen in Petschili aber find von dem Grafen Waldersee persönlich angeordnet worden. Auf seine Lobpreisung der englischen Kriegssührung folgt also die Verhöhnung seiner eigenen Kriegsführung! ....
So sehen wir hier an einem drastischen Beispiele den Mißerfolg 0er modernen deutschen Politik allzu großer Liebenswürdigkeiten. Wohl seit einem Dutzend Jahren find die fremden Völker mit übergroßer Liebenswürdigkeit behandelt worden, ohne daß sie es uns je gedankt hätten!
Das nehmen wir aber keineswegs den fremden Nationen übel. Der Deutsche hat gewiß eine Reihe von Vorzügen, aber er hat bisher eigentlich nie in dem Gerüche übertriebener Liebenswürdigkeit und Höflichkeit gestanden. Wenn aber jemand Eigenschaften entwickelt, die bisher an ihm nicht bekannt gewesen sind, so werden die anderen mißtrauisch, weil sie diese Eigenschaften nicht für echt halten und hinter ihrer Bekundung allerlei bedenkliche Absichten vermuten. In dem Falle der modernen deutschen Liebenswürdigkeiten ist dieses Mißtrauen falsch — wie wir Deutschen wissen. Wie können es aber nicht erzwingen, daß die anderen es auch wissen und glauben, und deshalb werden unsere Liebenswürdigkeiten nur zu Verhetzungen gegen uns ausgenutzt!
Umschau.
Die Entwickelung der Dinge in Südafrika.
Noch find keine sechs Wochen seit dem Friedensschlüsse in Südafrika vergangen und schon zeigen sich die Engländer sehr besorgt wegen der weiteren Entwickelung der Dinge in ! den neuen Kolonien. Wenigstens wird das Bureau Reuter nicht müde, vor einer optimistischen Auffassung zu warnen. In Johannesburg herrscht, seitdem Erlaubnisscheine zum Ankauf geistiger Getränke aus Flaschenlagern nicht mehr nötig find, größere Trunkenheit als unter der Burenregierung. In der Presse und von der Kanzel wird Staatskontrole des Handels mit geistigen Getränken verlangt. Einbrüche und Raub mit Gewalttätigkeit find an der Tagesordnung. Die Straßen der Vorstädte find bei Nacht unsicher und die Polizei ist den Verhältnissen nicht gewachsen. Die
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Eine Geldheirat.
Roman von L. Haid heim.
(Fortletzuug.)
»Sei nur ruhig! Wir gehen schon! Wie - ! HanS ist in den Bergen, er würde ja lieber i sterben, als Anna von neuem unglücklich machen. Siehst Du, Ulla, so ist es mit uns! Für uns giebt es keinen Frieden, kein Ausruhen mehr! Ach, wenn Du wüßtest, wie froh wir waren, in dieser Einsamkeit einmal aufatmen zu können! Seit unserer — feit drei Jahren, Ulla, das *cfte Mal —•-
Hilde weinte zum Herzbrechen. Die alte Frau war mit dem Zartgefühl einer feinen Seele still verschwunden.
Wie das arme junge Weib Ulla leid lyat!
Und doch! Annas Ruhe — Annas Frieden wären viel wichtiger! Es trieb sie zu der Genesenden, die sie beschützen sollte.
Hilde ergriff zaghaft ihre Hand.
»Ulla I Habe Mitleid mit mir. Ueber drei Jahre find mir verfehmt, kein Freundesauge hat uns gegrüßt, niemand hat uns je einen «rief geschrieben, die Eltern haben dem armen HanS nicht einmal geantwortet, als er ihnen -unseres Kindes Geburt anzeigte!"
»So habt Ihr — *
»Eins, Ulla, ein süßes kleines Mädchen, ganz blond wie Anna und die Schwiegermutter I Und sieh, nicht' einmal das holde Kind kann sich mit Freuden ansehen, denn immer denke ich, wen Gott heimsuchen toiH —'
.Arme Hilde! Unglückliche!"
„O, so unglücklich, Ulla! Denn sieh, Hans und ich find doch im Grunde rechtschaffene Naturen und dennoch haben wir so großes Unrecht begangen,! Glaube mir, Ulla, Anna ist an uns gerächt worden! Ach, könnte, ich fie denn nicht einmal sehen? Heimlich nur — natürlich ganz heim —"
Und dann sah fie die grenzenlose Angst in Ullas Zügen, schlug die Hände vor das Gesicht und schluchzte wieder.
„Glaube mir, Hilde, fie wird genesen, wenn ich fie vor Schreck und Aufregung bewahren kann," tröstete Ulla. „Nur — ich flehe Dich an — bleibt nicht hier, wagt es nicht auf diese Gefahr hin —"
„Heute! Nein, morgen, Ulla!" erwiderte Hilde abermals. Sie sah unbeschreiblich niedergeschlagen aus.
Ulla reichte ihr die Hand zum Abschied.
Wer ihr das vor Jahresfrist, vor Wochen nur gesagt hätte, daß fie es thun würde!
Hilde hittt diese Hand krampfhaft fest, als wolle fie Ulla nicht fortlaffen.
„Wo lebt Ihr, Hilde?" fragte diese i^nft.
„O, Du Gute! Du fragst noch nach uns! Niemand hat je nach uns gefragt, Ulla! Wir leben in einem ganz kleinen schlesischen Grenzstädtchen, wo Hans Bürgermeister ist. Stelle Dir den stolzen, hochmütigen Hans in dem verstaubten Nest vor. Die Pfahlbürger verstehen ihn nicht und er sie ebensowenig; jeder Neuerung, die er vorschlägt, treten sie einmütig entgegen."
»Aber etwas Umgang —'
»Mit keiner Seele, Ulla! Ein Apotheker, der Dottor und der Pfarrer find da, aber fie halten es mit den anderen; fie haben es heraus
Militärbehörden verlangen für Lieferungen und Dienstleistungen im Interesse der Wiederan- sikdelung der Buren ungeheuere Preise. Die größte Sorge aber bereitet den Engländern die Haltung der Eingeborenen, welche fich allmählich ihrer Stärke gegenüber den Weißen bewußt werden. Ein englisches Blatt, weist höhnisch darauf hin, das Lord Milner seit fast einem Jahre in Johannesburg die Gewalt in Händen habe, allein das Ergebnis sei, daß die Zustände dort schlimmer seien als vor drei Jahren. „Die goldene Stadt" sagt die „Daily News" zutreffend „ist unter unserer Herrschaft und wir machen jetzt die Entdeckung, daß dort nicht so leicht Ordnung zu halten ist, wie in Pall Mall. Bald werden wir von einem neuen Jameson-Raid hören, zur Rettung der Mädchen der goldenen Stadt vor den Gefahren der Polizei Milners! Der „Times"-Correspondent berichtet, daß die Eingeborenen die Minen verlassen haben und nicht zurückkehren. Der Krieg hat das soziale System Südafrikas so vollständig umgcstoßen, daß Eingeborenenarbeit thatsächlich verschwunden zu sein scheint." Die Vermutung ist schon oft ausgesprochen worden, daß die Wiederherstellung geordneter Zustände in Südafrika viel schwieriger fein wird, als die Zerstörung der von den Buren geschaffenen staatlichen Ordnung.
Das Vordringen der Polen.
Das Vordringen polnischer Bevölkerungselemente noch dem Westen Deutschlands, besonders nach der Reichshauptstadt, und damit das Wachstum der großpolnischen Bewegung in Berlin steht zwar im schroffen Widerspruche zu der von den Agitatoren für die Bewohner der gemischtsprachigen Provinzen in Anspruch genommenen „treuen Anhänglichkeit an die heimatliche Erde", ist aber nichtsdestoweniger ein wichtiger Faktor in der politischen Rechnung derselben Agitatoren, von dem sie eine kräftige Förderung ihrer auf die Ausbreitung der polnischen Bewegung und die Wiederaufrichtung eines selbständigen polnischen Reiches gerichteten Bemühungen erwarten. In Berlin wächst die Zahl der aus den östlichen Provinzen stammenden polnischsprechenden Einwohner von Woche zu Woche, eine Unzahl von polnischen Vereinen hat sich aufgethan und bildet das Band, welches die in den verschiedenen Stadtteilen verstreuten Bevölkeruo.gselemente in Konnex erhält. Aus Aeußerungen der polnischen Presse ist bekannt, daß mehrere wohlhabende Familien, die in Berlin Grund igentum besitzen, ihre Häuser zum besten der polnischen Allgemeinheit, d. h. für die Zwecke der polnischen Sache zur Verfügung gestellt haben und neue Grundstücke für Clublokale rc. hinzukaufen. Unter diesen Umständen kann es nicht Wunder
gebracht, daß Hans von seiner ersten Frau geschieden ist und das ist natürlich schon genug! Wie sollten wir aber auch solchen Verkehr .wünschen? Wir haben kaum genug, uns satt zu essen — Hans hat mit dem Schreiben von Zeitungsartikeln meine Sommerfrische verdient."
Ulla ging endlich. Der trostlose Blick, den Hilde ihr nachschickte, brannte sich in ihr Herz; sie sah ihn tage-, wochenlang, sie sah, wie das unglückliche Weib die mageren, zitternden Hände zusammenkrampfte und immer wieder hörte sie dies: „Lebewohl, lebewohl, Ulla! Habe Dank!"
Kaum war sie aber ein paar Häuser weit gegangen, als es sie wie ein furchtbarer Schreck durchfuhr: „Das Zeitungsblättchen! Wenn Hans' Name darin stände und Anna es lad?" Und noch größeres Entsetzen: „Wenn HanS ahnungslos das WittshauS betreten hätte und Anna ihm begegnete?"
Wie eine Ahnung kam es ihr.
Sie lief schnell und kam ganz atemlos an und — am Fenster der Wirtsstube saß, müde in einem binsengeflochtenen Stuhl gelehnt, ein Herr — der Rucksack vor ihm auf dem Tisch liegend. Sein Haar war stark ergraut, dennoch erkannte fie ihn sofott. Es war Hans von Glaichen! Unter einem Dach mit Anna! Harmlos mit dem Witt sprechend.
Was fie in ihrem ersten Schreck dachte, wußte fie nachher nicht mehr. Sie flog ins Haus, stand in der Stube vor ihm, der aufsprang, fie wie eine Geistererscheinung anstaunte und dann sehr blaß wurde.
Was hatte fie ihm so leise, daß es der Witt nicht hörte, zugeraunt? Sie wußte nachher auch das nicht mehr, wußte nur, daß fie ihn in ihrer furchtbaren Angst zornig fortgewiesen,
nehmen, daß die berliner Polen, ermutigt durch ilre bishettgen Erfolge, immer anspruchsvoller werden und mit Forderungen hervottreten, die ja allerdings nicht den Schein der Verwirklichung in sich tragen, die aber zeigen, weffen man sich von den Führern der großpolnischen Agitation zu versehen hat. So verkündet der „Dziennik Berlinski" in Sachen der Forderungen der Polen auf kirchlichem Gebiete: :„Alle Peti- tionen, alle Eingaben werden fruchtlos bleiben, wenn wir fie nicht durch speziellen, persönlichen, hartnäckigen Kampf, in jedem einzelnen Falle, unterstützen; um jede Taufe, um jede polnische Trauung, um jedes Kind, welches polnisch für die heiligen Sakramente vorbereitet werden soll, muß ein stetiger Kampf geführt werden; um polnischen Gesang, um polnische Predigten müssen wir in jeder Parochie eifrig streiten, ohne Rücksicht darauf, ob die deutschen Geistlichen sich deshalb beleidigt fühlen oder nicht. In diesem Sinne haben wir auch jetzt beschlossen, eine endgültige Eingabe nach Rom zu machen, auch wenn die hiesigen Kirchenbehörden und der Erzbischof von Breslau es nicht glauben wollen, daß wir jetzt stark genug find, unsere Wünsche in der Praxis durchzusetzen." Es ist weit gekommen, daß derattige Forderungen und Drohungen offen ausgesprochen werden dürfen.
Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgerichte.
Die Auffichtsratsmitglieder weisen auf eine Bemerkung des Vorsitzenden das Ansinnen zurück, daß sie in dem gestern erörterten Exposä sowohl wie in dem Geschäftsbericht für 1900 eine Verschleierung vorgenommen hätten. Es sei eine Verschweigung gewesen, das Bewußtsein einer unrechten Handlung hätten sie nicht gehabt. Exner sagt aus, man sei damals über die Höhe der Obligo — einige 80 Millionen — erstaunt gewesen — er selbst auch. Die in Berlin in Aussicht genommene Hilfe wäre erwünscht gewesen, um den Trebertrust durchzuführen. In einem Schreiben an Exner vom 1. April 1901 bemerkt Schmidt, daß der Beschluß der Verwaltung der Leipziger Bank nach Cassel zu kommen, ihm und seinen Aufsichtsratsmitgliedern durchaus nicht paffe. Die Angeklagten Schröder und Mayer sagen, daß in einer Sitzung vom 28. März 1901 zu ihrem Erstaunen die Engagements der Bank bei der Trebergesellschaft die Zahl weit überstiegen, die ihnen vorher genannt war. Vörster stellte ein Obligo von 87 069000 Mk. fest. Dem Zeugen Wuthe ist bekannt, daß für die Sitzung vom 28. März eine Aufstellung bezüglich des Obligo vom Sekretär gemacht wurde. Wie Exner aussagt, ist dieses auf einzelnen Zetteln und Bogen geschehen. Diese wichtige Aufstellung ist, wie der Vorsitzende feststellt, nicht mehr aufzufinden gewesen. Exner bemerkt hierzu, daß er am
fort aus dem Hause und aus dem Dorfe, damit fein unglückliches Opfer Frieden habe!
Und er? Taumelnd vernahm er, daß Anna hier sei. In wilder Hast griff er nach Stock und Hut, den Rucksack reichte ihm der bestürzte Wirt — und fort lief er.
Ulla befand fich noch in höchster Aufregung. Sie trat zu dem verlegen davonschleichenden Hausherrn:
„Kein Wort, Herr Wirt, von dem, was Sie eben sahen! Es wird Ihr Schaden nicht fein! Weder Frau von Glaichen noch die Dienerschaft darf wissen, was Sie sahen." Auch jetzt klang ihr Ton herrisch, wie sonst nie.
Der Witt versicherte bereitwillig, daß er schweigen werde, in seinen Augen lag aber dabei die brennendste Neugier. Die Gnädige sei noch im Garten, gab er Auskunft.---
Anna lag noch immer in ihrem Stuhl, wie Ulla fie verlaffen; neben ihr auf dem Tischchen befand fich die verhängnisvolle Zeitung; aber fie blickte so ruhig in den blauen Aether, daß Ullas Herz fich sofott erleichtett fühlte. Noch hatte fie nichts gelesen.
»Du bliebst lange, Ulla! Ah, Du hast Dir Band gekauft? Wohl Entdeckungsreisen im Dorf gemacht?" rief ihr Anna freundlich entgegen.
Ulla zwang fich zu einer heiteren Schilderung des „Bazar" und Anna lachte darüber, wurde aber gleich darauf wieder ernst.
„Ich hsbr unieib^ viel sn Hans schacht, Ulla," erzählte fie. »Mr war heute zu Mute, als müßte ich ihm sagen, daß ich ihm alles vergeben habe, daß ich seiner und Hildes wie Gestorbener gedenk, denen man nichts mehr nachträgt. Es kam so über mich — ganz seltsam — als möchte ich sie wissen lassen.