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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Zllustrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (erd. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag, 11. Juli 1902.

Erscheint täglich nutzer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marbing, Markt 21. Telephon 55.

37. ^ahrg.

Ein Kandidat für den ftanzösischen Präsidentenstuhl.

Ms Herr Waldeck-Rousseau nach dem für ihn so erfolgreichen AuSgange der Deputierten­wahlen trotzdem von seinem Amte zurücktrat, wurde alsbald die Vermutung rege, daß er sich für eine noch höhere Stelle, als die eines Ministerpräsidenten, nämlich für die Präsident­schaft der französischen Republick frisch halten W0Ä2 Daß der Gesundheitsstand des Herrn Waldeck-Rousseau jedenfalls nicht so ungünstig ist, daß er auS diesem Grunde hätte sein Amt niederlegen müssen, ergiebt sich schon daraus, daß er wenige Wochen nach seinem Amtsrück- tritte eine Einladung des Königs von Schweden und Norwegen zur Jagd annehmen konnte.

Falls ti wirklich den Ehrgeiz besitzt, Prä­sident zu werden, so konnte er gar nicht geschickter verfahren, als er es gethan hat. Je länger er Ministerpräsident blieb, desto mehr Feinde mußte er sich machen. Zudem mußte er trotz der für ihn günstigen Zusammen­setzung der neuen Deputiertenkammer doch immerhin mit der Möglichkeit rechnen, daß früher oder später sich bei irgend welcher Ge­legenheit eine Mehrheit gegen ihn zusammen­fände und daß er dann unfreiwillig den Ministersessel verlassen müßte. Es ist aber natürlich ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Nimbus eines Staatsmannes, der unter den günstigsten Umständen und im vollen Be­sitze der Macht freiwillig von seinem Amte zurücktritt, und dem geminderten Ansehen eines gestürzten Ministers.

Sollte sich der Ehrgeiz des Herrn Waldeck- Rousseau erfüllen und der Präfidentenseflel könnte ja vielleicht auch schon vor dem ordnungs­mäßigen Ablaufe der Amtszeit LoubetS frei werden, so würde Herr Waldeck-Rousseau der erste regierende Präsident der französischen Republik sein. Der erste Präsident, Herr ThierS, hatte zwar auch das Zeug dazu, aber er hatte unter so ungeheuer schwierigen Verhältnissen seines Amtes zu walten, daß sr nach kaum zweijähriger Thätigkeit zurück­treten mußte. General Mac Mahon war ein braver Soldat aber in hohem Grade beschränkt, und noch heute erzählt man aus seiner Präfidentenschaft Anekdoten, die an Serenissimus" erinnern. Sein Nachfolger JuleS GrSvh war ein Mann der mehr an seinen und seiner Familie Geldschrank dachte, als an eine energische Handhabung des Staats- steuer»; Sadi Carnot war eine vornehme, aber passive Persönlichkeit, Casimir Pörier hatte nach einem halben Jahre die Präsidentschaft satt, Felix Faure war so erfüllt von seinen Eitelkeiten und Narreteien, daß er garnicht merkte, wie er, während er sich einbildete zu

89 Nachdruck verdatend

Eine Geldheirat.

Roma« do« L. Haidheim.

(Fortsetzung.)

Noch nie sah ich einen gebildeten, vor­nehmen Mann so dumm und leichtsinnig sein Glück zerstören, unwiderbringlich zerstören seins und schlimmer das des unschuldigen Weiber! Ich kann Ihnen nur raten, machen Sie sich so schnell wie möglich unsichtbar! Wolzin überlegt schon, wie man die Sache dem Publikum gegenüber verheimlichen und die Scheidung so still wie möglich vollziehen kann. Ihm dabei Helsen, das ist die einzige Erleich­terung, die Sie dem Manne, der Ihnen ein Vater ein guter Vater warbieten können."

Und darf ich Sie um Nachrichten über die Unglückliche bitten?" kam es heiser von HanS' Lippen.

Der alte Herr nickte. Er bot ihm nicht die Hand, er ging weg, indem er nur noch stumm grüßte.

Han« sah ihm lange nach.

Der SanitütSrat hatte manch gute« Glas Wein bei ihm getrunken. So würde« alle Be­kannte ihn jetzt meiden, ihm den Rücke« drehen, und er mußte noch froh sein, wen» sie ihm nicht auch entgegenriese«:Dumm und leicht­sinnig."

Dann schüttelten eisige Schauer seinen Körper, lluch bei ihm kam, wie bei Hilde, die Abspannung, kr ging in da« erste, beste Hotel, warf sich da rufs Bett und fank in einen bleiernen Schlaf.

Aber o dcck Erwachen am anderen Tage!

*. *

regieren, eine Puppe in der Hand von Intri­ganten war. Herr Loubet endlich, der nach seiner Rückkehr aus St. Petersburg in seiner Dün­kirchener Rede andeutete, daß er nunmehr selbst der inneren Politik eine gewisse Richtung geben möchte, bekam alsdann von der Kammer einen derartigen Nasenstüber, daß er, der eine phleg­matische und friedliche Persönlichkeit ist, wohl für seine weitere Amtszeit auf jede energische Initiative verzichten dürfte.

Waldeck-Rousseau wäre freilich nicht der Mann dazu, sich durch einen solchen Nasen­stüber gleich abschrecken zu lassen. Er hat während seiner Ministerpräsidentschaft noch ganz andere Stöße ausgehalten und würde sicherlich als Präsident der Republik, der während seiner siebenjährigen Amtsperiode ja nicht ge­waltsam herausgeworfen werden kann, den Kampf mit einer widerspenstigen Kammer nicht so schnell aufgeben.

Freilich mindert diese seine den Deputierten ja sattsam bekannte Eigenschaft der Energie und Hartnäckigkeit seine Aussichten nicht uner­heblich, denn da er von den Deputierten und dem Senate zu wählen wäre, so ist e8 fraglich, ob die Parlamentarier die Hand dazu bieten, sich selbst einen strengen Herrn über sich zu setzen. Für das Land freilich wäre es das größte Glück, wenn einmal ein Mann von Initiative und Thatkrast, der zugleich ein zu­verlässiger Republikaner ist, die oberste Stelle vom Staate erlangte.

Umschau.

Beschränkung der Redefreiheit in der Zolltarifkommission.

Wie wir hören, ist die Mehrheit der Zoll­tarifkommission gewillt, falls die sozialdemo­kratischen Redner nicht davon Abstand nehmen wollen, stundenlange Reden über Zollfreiheit zu halten, die nur den Zweck haben, die Verhand­lungen unnötig aufzuhalten und die Mitglieder zu ermüden, Aenderungen für die Geschäfts­ordnung anzunehmen. Dieselben sollen dahin­gegen, daß für jeden Redner eine bestimmte Zeit (30 bis 40 Minuten im Höchstfälle) ange­setzt wird, die der Redner nicht überschreiten darf, widrigenfalls der Vorsitzende das Recht hat, ihm das Wort zu entziehen. Durch dieses Vorgehen würden jedenfalls die Beratungen außerordentlich gefördert werden und die Kom­mission würde dann in der Lage sein, bis zum Spätherbst den Tarif durchberaten zu können.

Die Bedeutung der ländlichen Be­völkerung für die Wehrkraft des Deutschen Reiches.

Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat in diesen Tagen den Derhandlungsbericht über die

! Bedeutung der landwirtschaftlichen Bevölkerung z für die Wehrkraft des Deutschen Reiches heraus- i Igelten Die Referenten bei der Plenarberatung im Februar waren Professor Dr. Gering von der Berliner Universität und Freiherr von Getto auS München. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß die Mehrzahl der wissen­schaftlichen Untersuchungen die überwiegende Militärtauglichkeit der ländlichen Bevölkerung gegenüber der städtisch - industriellen dargethan hat, daß aber ein sicheres Urteil über die Be­deutung der Abstammung, der Wohnweife und der verschiedenen Berufsthätigkeiten für die körperliche Entwickelung der Heranwachsenden Jugend aus dem bisher veröffentlichten Material der Ersatzbehörden nicht gewonnen werden kann. Hierzu sei die Feststellung des Berufes, des Wohnortes und der Herkunft der Eltern, ferner die Feststellung des Geburtsortes, des Aufent­haltsortes und deS seit der Schulentlassung hauptsächlich betriebenen Berufes der Ge­stellungspflichtigen erforderlich. Der Deutsche Landwirtschastsrat beschloß daher, den Herrn Reichskanzler zu bitten, das Material der Er­satzbehörden, welches über alle diese Punkte Auskunft giebt, den statistischen Zentralstellen zur fortlaufenden Verarbeitung und Veröffent­lichung zu überweisen. Der Bericht enthält mit feinen Anlagen ein so reichhaltiges Material über die Wehrfähigkeit der Bevölkerung, wie es bisher in der deutschen Litteratur nirgenS vor­handen war. Besonders sei auf das vorzügliche Referat des Professor Dr. Gering und auf seine strenge Kritik an der bekannten Brentanoschen Schrift über die Grundlage der deutschen Wehr­kraft aufmerksam gemacht. Während Brentano zu dem Resultat kam, daß 2/s der eingestellten Mannschaften aus Gegenden mit überwiegend Industrie und Hande! treibenden Bcvölkeruug stammen, dagegen kaum T/s derselben den über­wiegend agrarischen Bezirken angehört, weist Herr Professor Gering die Unrichtigkeit der Brentanoschen Berechnungsweise schlagend nach und gelangt zu dem entgegengesetzten Ergebnis, daß 2 3 der deutschen Rekruten aus überwiegend agrarischen Bezirken stammen, dagegen kaum Vs derselben aus überwiegend industriellen Be­zirken hervorzegangen ist.

Die Auszahlung der Zivilpensionen und Wartegelder.

Nach, einer Verfügung des Finanzministers sollen die Vorschriften wegen Zahlung der Zivilpensionen undWartegelder, sowie der im voraus zahlbaren Hinterbliebenenbezüge und Unterstützungen bis zum Monatsbetrage von 800 Mk. einschließlich im Postanweisungs­verkehr, ohne Erteilung von Quittungen im Laufe des Etatsjahres und ohne jedesmalige Benachrichtigung de§ Empfängers von der Ab-

Ueber drei Jahre find vergangen.

In den Dorbergen der Alpen blühen auf den sonnigen Halden Pfirsiche, Aepfel und Kirschen. DaS Grün der Wiesen und Wälder, die fernen Gipfel schneebedeckter Bergzüge bilden eine wundervolle Scenerie.

Zwei Damen haben in dem kleinen sauberen Gebirgsdörfchen beim Bärenwirt den aus vier Räumen bestehenden Oberstock bezogen, obwohl der Wirt und die Wirtin ihnen viel lieber in dem neuerbauten Nebenhause Quartier gegeben hätten, um dieses durch die vornehmen Gäste einzuweihen.

Im Juli, erzählten sie glückstrahlend, kämen seit einigen Jahren viel Fremde ins Dorf, bis dahin sei es leider leer genug, weil man eben da draußen noch nicht wußte, wie schön es bei ihnen schon vom Erblühen des ersten Veilchens an sei.

Den beiden Damen war eS just recht, allein zu sein. Sie gaben schon durch ihre Erscheinung den Wirtsleuten zu raten auf. Die Schönere, groß und schlank, von zartem, feinen Aussehen und mit dunklen, melancholischen Augen, hätte ihrer Meinung nach die Vornehmere der beiden sein müssen, sie trug aber nur einen einfach bürgerlichen Namen: Burghausen, während die andere, nicht halb so fein von Gestalt und Aus­sehen, die kostbaren, auffallenden Kleider um die hagere lange Gestalt hänget, von der Kammerfrau und dem alten Diener stets feierlich Unsere Gnädige" genannt wurde.

Im Fremdenbuch stand sie als Fran.chvn Glaichen eingeschrieben. Weder der Diener «och die Zofe sprachen sich über ihre Herrschaft aus, doch trugen sie beide den ganzen Tag und jede Stunde Sorge, daß eS der Gnädigen nur an

nichts fehle, daß jede Aufregung vermieden werde, daß man ihr ja nichts Trauriges er­zähle, überhaupt sie möglichst unbeachtet thun lasse, was sie wolle. Im übrigen langweilten sich Frau Gitter und Herr Henke in. fast un­erträglicher Weise, denn Frau von Glaichen und Fräulein Ulla Burghausen, deren liebste Freundin, stellten sehr wenig Ansprüche an sie.

Die Vornehmen sind eben wunderliche Leute," sagte die Wirtin und ärgerte sich, daß ihre Gäste nicht in dem kleinen sauberen Gärtchen fitzen wollten, sondern sich ihre mitgebrachten, bequemen Bambussessel und das dazu gehörige Tischchen in den ganz über und über blühenden Obstgarten hatten tragen lassen, in welchem die alten Gänsemütter ihre Küchlein weideten und die zwei angebundenen Ziegen fraßen, was fie an Gras und Blumen nur erreichen konnten.

Die Aussicht war hier freilich unbeschreiblich schön, aber die sah man ja überall und den ganzen Tag.

Frau Anna ruhte lange hingestreckt unthätig in ihrem Stuhl, eine Handarbeit im Schoße haltend und den Blick auf Ulla gerichtet, die an einem Briefe schrieb, der bis übet die erste Seite noch nicht hinausgekommen war, als fie auch schon die Feder hinlegte und lächelnd sagte: ES ist ja fast eine Sünde, an solch herrlichem Tage nicht in den Himmel hinein oder in die Ferne zu sehen!"

Gottlob, daß e» Dir hier so gut gefällt, liebes Herz! ES macht mich ruhiger, wegen deS Opfers, das Du mir bringst," sagte Anna langsam und träumerisch, wie fie jetzt oft sprach.

Nach den trübseligen Jahren in Berlin ein Opfer? DaS denke nur ja nicht! Deinem Vater war es, glaube ich, wohl bewußt, daß

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seudung des Geldes, unter dem Vorbehalt des jederzeitigeu Widerrufs, auch auf die Dienstein- , kommensbezüge und die monatlich im voraus zahlbaren festen AmtSkostenentschädigungen von Beamten der Verwaltung der direkten Steuern Anwendung finden. Die Verfügung betrifft diejenigen Beamten, die nicht am Sitze der zahlenden Kasse ihren amtlichen Wohnort haben und zufolge Anordnung der vorgesetzten Dienst­behörde ihre Dienstbezüge unmittelbar mit der Post zugesandt erhalten. Der Posteinlieferungs­schein wird als giftiger Rechnungsbelag ange­sehen. Ausgenommen find diejenigen Fälle, in denen zu den Quittungen bestimmmungsgemäß eine besondere Bescheinigung beizubringen ist. Um an der neuen Einrichtung möglichst viele Beamte teilnehmen zu lassen, wird bestimmt, daß in den Füllen, in welchen die jeweilig fälligen Dienstbezüge nach Hinzurechnung der Amtskostenentfchädigung den Betrag von 800 Mk. übersteigen, die Ämtskvstenentschädigung be­sonders zur Absendung zu bringen ist.

Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgericht.

Auf Anfrage des Staatsanwalts Kurz führt Sachverständiger Plauth-Kassel in Bezug auf den Geschäftsbericht von 1900 aus, es hätte in dem Bericht gesagt werden müssen, da,z die Bank mit der Trebergesellschast in Verbindung stehe und die Engagements sehr gewachsen seien. Wie Sachverständiger Bänger aussagt, find bei der Lotteriedarlehnskasse 9 958 000 Treber wechsel und Effekten versendet worden, darunter allein 5 2-60000 Mk. Treberwechsel, und bei anderen Bankinstituten 5 650000 Effekten, darunter Ifl» Millionen Leipziger Bankaktien. Eine Dividende von 9 Prozent hatte bei einem Risiko von 80 Millionen unbedingt nicht verteilt werden dürfen, auch die Verdienste an der Tree ergesellschaft Hütten von der Bank nicht verteilt werden dürfen, sondern in die Reserven gestellt werden müssen. Der Konkursverwalter der Leipziger Bank Rechtsanwa t Fnhtag be­kundet, bei dem Ausbruche des Konkurses habe er bald erkannt, daß die Zustände in Kassel die denkbar faulsten waren. Nur noch einige Vor­räte, sowie alte Maschinen und altes Eisen waren vorhanden. Auch der Stand der Tochter­gesellschaften war ungemein traurig. Das Er­gebnis sei nur ein minimales gewesen. Wie leichtsinnig die Gründung der Tochtergesell­schaften vorgenommen fei, beweise das Vhzoda- Unternehmen, dak, mit 3 Millionen Mark ge­gründet, nicht 300 000 Mk. wert sei. Frehtag erwähnt dann die Banthin-Aftien, die mit 3 800 000 Mk. von der Trebergesellschaft er­worben wurden, um Banthin hinauszudrängen. Die Leipziger Bawk verlor dabei eine Million.

mir Berlin unter den Füßen brannte. In seiner gütigen Weise wußte er den schönsten Ausweg zu finden," erwiderte Ulla hochauf- atmend, wie von einer Last befreit.

Du meinst, weil Fritz zum Generalstab ver­setzt ist? Wir sprachen noch nicht davon; ich wußte nicht, ob ich das Thema ber.hren dürfe?"

Gewiß, Anna, laß uns offen und schwellet» lich, wie sonst, ruhig das einst besprechen. Die Wunden sind ja heil und wenn wir auch zuweilen den Schmerz noch fühlen, so wäre es doch unnatürlich, wollte wir das, wa§ uns das wichtigste ist, diplomatisch vermeiden. Ich ge- . stehe offen, daß ich Furcht hatte, Fritz irgend­wo zu begegnen. Ich glaube, die kalte Ver- nunft, die mir damals eingab, mich von ihm loSzusagen, ist ein schlechterGrund" und ein noch schlechteres Heilmittel."

Aber Du sagst doch eben, Deine Wund? fei heil?"

Ulla errötete.Hast Du nie gehört, daß Wunden sich wieder öffnen?"

Du hast ihn also immer noch lieb? Ge­wiß ! Er hat Dir ja auch nichts zu Leide gethan."

Ulla schwieg eine Weile. Dann sagte sie, noch tiefer errötend:MeinstDu nicht, Anna, daß er meinen Verzicht sehr widerspruchslos aufnahm? Und dann dieser Brief, den sein Onkel mir schrieb! Derselbe, der damals so entschieden unsere Verlobung protegierte! Wie er mir sür meine Verständigkeit dankte, und mich lobte, daß ich seinem Neffen nichtden Weg versperrte!" Ach, et wußte sich wohl nicht in meine Seele zu versetzen. Seinem Fritz hat er das Geld zu einer Reise nach dem Orient geschenkt, der ist aber damit nach Makedonien und Kreta gegangen, hat dort den türkisch»