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Sonutassbeilage: JSnftriertes Sonutagsblatt.

M. 156

Vierteljährlicher Bezugspreis, bei der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (cxcl Bestellgeld).

Znse rtionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Reklamendie Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 6. Juli 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Uuiversttäts-Buchdntckerei, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Mittag-Ausgabe.

Bestellungen

t für das 3. Quartal auf die ^S-rrtzrffifche Zeitung" nebst ihren Beilage werden von unserer Expedition (Märst 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post­anstalten und Landbriestrügern entgegen­genommen.

Rentabilität des Kleingrundbefitzes

Bor kurzem hatte die .Augsburger Postztg." einen Artikel veröffentlicht, der sich gegen die zum Verderben des Bauernstandes führende Geschäftstätigkeit der Güterschlächter in Bayern richtete. ES wird in dem Artikel u. a. auch gesagt, daß der Schreiber desselben Gelegenheit gehabt habe, Einblick in Bauernwirtschaften mittlerer Größe (315 Hektar) zu nehmen, welche ohne fremde Dienstboten, nur durch die eigenen Familien-Angehörigen bewirtschaftet wurden und die unter diesen Verhältnissen noch vor 45 Jahren ihren Besitzer ernährt und ihm sogar noch eine Rücklage gestattet hätten. Sowie sich diese Leute aber vom Güterschlächter noch zum Zukauf einiger Landparzellen hätten beschwatzen lassen, (sowie sie also noch fremder, bezahlter Hilfsarbeit bedurften. D. R.) finge das Elend auch für sie an und sie könnten von Glück sagen, wenn sie das Blei­gewicht, welches ihnen der Jude an die Füße gehängt habe, nicht ganz hinunterziehe.

Dieser Artikel war auch vom Münchener Bundesblatte übernommen worden und diese Thatsache gab der Korrespondenz des Handels- vertragsderein der Geh. Kommerzienräte will­kommene Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß selbst ein agrarisches Blatt zugestanden habe, daß der mittlere Bauernbesitz noch gut icntiete und nicht nur fehlen Mann ernähre, sondern ihm sogar Ersparnisse zu machen gestatte. Weiter hieß es dann in diesem in zahlreiche liberale Blätter übergegangenen Arttkel: Rührte diese Feststellung von unS her, so würde sie natürlich der gesamten agrarischen Presse ledig­lich ein neuer Beweis für unsere landwitt- schaftliche Verständnislosigkeit oder gar Land­wirtschaftsfeindschaft fein. Nun ist sie aber in einem in der Wolle gefärbten Bündlerblatt zu lesen. ' Was sagen die anderen agrarischen Blätter dazu?"

Auf die neugterige Frage antwotttte zu­nächst die »Rhein. Bvlksst." im Namen der Rheinischen Bauernbundagrarier wie folgt:

Wir sagen dazu, daß der HandeltzvettragS- verein mit der Folgerung, die er aus der Augs­burger Korrespondenz zieht, den Beweis für eine landwirtschaftliche Verständnislosigkeit er­bracht hat, die nur noch mit Idiotentum be­zeichnet werden kann. Die Betriebe von 3 bis 15 Hektar rentieren , nur dann, wie ausdrücklich gefügt wird, wenn sie ohne Dienstboten be­wirtschaftet werden können. Die Wirtschaft wirft also bei dem gegenwärttgen Zollsätze einen Lohn für die Arbeit nicht ab. Die Bauern und ihre Kinder müssen durchweg umsonst ar­beiten. Diejenigen Betriebe, die nicht mit eigenem Personal Wirtschaften können und daS ist doch die große Mehrzahl müssen also unterzehren, wie wir stets behauptet haben, es sei denn, daß der HandelSvettragsverein feine Gesinnungsgenossen auf die Bauernhöfe schickt, damit sie dort umsonst arbeiten. Sobald diese Gratisarbeiter eintreffen, ziehen wir unsere Zollforderungen zurück."

Diese geharnischte Antwott deS Organs der rheinischen Bauern ist, so treffend, daß wir nur noch einige wenige Worte der Aufklärung hin- zufügen wollen, Die Beobachtungen des Bericht­erstatters derAugsburger Postztg." liegen zu­nächst schon 4 bis 5 Jahre zurück, in dieser Zeit aber hat sich die-Lage der deutschen Bauern überall, also jedenfalls auch in Bayern, wesent­lich verschlechtert. Dieses ist schon allein darum der Fall, weil die Bauernkinder von Jahr zu Jahr weniger geneigt sind, ihre Arbeitskraft in der väterlichen Wirtschaft zu bethätigen, wo sie keinen Lohn über den notdürftigsten Lebensunterhalt hinaus erwerben und keine Er­sparnisse zur späteren Begründung eines eigenen Hausstandes machen können. Der Bauer muß also immer unter Zuhilfenahme fremder Arbeiter wirtschaften, deren Lohnforderungen auch in den letzten fünf Jahren noch wesentlich gestiegen sind, so daß der Wett der Arbeit immer weniger dem. bezahlen Lohne entspricht.

Die Wanderredner des händlettschen Porte­monnaie-Vereins reisen ja rastlos im Lande umher, mögen sie doch dabei auf die Suche nach den Bauern gehen, welche gegenwärtig noch solche Rücklagen machen, wie sie jede Arbeiterfamilie machen könnte, die so lange arbeitet und so wenig für ihrenLebens- unterhalt auswendet, wie es der kleine Bauer und feine Frau thun. Die statistischen Erhebungen über die Erwerbslage der Land- wittschaft wissen bekanntlich nichts von solchen Rücklagen" sondern nur von einer fortgesetzt stark zunehmenden Verschuldung gerade bei den kleinen und kleinsten Grundbesitzern zu berichten.

Umschau. .

Eine noch größere Jnnigke'>er rvle'n Phalanx

für die nächsten Wahlen empfiehlt ein in Gießen erscheinendes sozialdemokratisches Blatt. BiS jetzt war der Feldzug gegen die nicht demo-' kratisSe i Parteien auf der Grundlage des Ge- ttennt-MarschierenS und Vereint-Schlagens ge plant; jetzt wird der Wunsch rege, daß die ganze Linke von Hobrecht bis Stadthagen als d>mpakte Masse aufmarschieren und besonders die Rechte überrennen soll. Ob die Sozialde­mokratie dieser Parole folgen werde, bezweifeln wir vorläufig; denn es kommt ihr ja haupt­sächlich bei der Wahlbewegung auf das Wühlen und aus das Prunken mit starken Wahlziffern an. Das ist ja auch nur der Grund, weshalb die sozialdemokratische Partei sich diesmal ent­schlossen hat, in allen Wahlkreisen eigen- Kan­didaten aufzustellen. Sie will auf jeden Fall ihre Wahlziffern erhöhen und das kann sie nur durch derartige Manipulationen. Der Freisinn wird sich also wohl im ersten Wahlgange nach wie vor außer in besonders komplizierten, Abkommandierungen erfordernden Fällen allein behelfen müssen, kann aber sicher sein, in der Stichwahl von denGenossen" herausgehauen zu werden. Uns würde die feste Koalition der gesamten Linken nur angenehm sein, denn dann müßte sich endlich bei den näAsten Wahlen die-- jenige Scheidung der Geister vollziehen, die eigentlich schon längst hätte eintreten sollen. Die Wähler werden dann selbst erkennen, daß zwischen Teilen des Freisinn und der Sozialdemo­kratie in der That kein Unterschied mehr besteht und daß der sogenannte Kampf der Frei- finuigen gegen dieUmstürzler eine bloße Komodie ist,' um dem Lande Sand in die Augen zu streuen.

Verstärkung des Schutzes der gewerb- . lichen Arbeiterinnen.

Der Reichskanzler hat von den Gewerbe- Inspektionen Bericht darüber eingefordert, ob es zweckmäßig und durchführbar erscheine, die nach der Gewerbeordnung gesetzlich zulässige täg­liche Arbeitszeit der Arbeiterinnen über 16 Jahren von elf auf zehn Stunden herabzusttzell und die ihnen zu gewährende Mittagspause von einer Stunde auf die Dauer von Anderthalb Stunden zu verlängern, sowie den Arbeitsschluß am Sonnabend früher als auf 5Vs Uhr anzusetzen. DerVorwärts erachtet eine solche Bericht­erstattung für überflüssig, er meint, diese Frage seifür jeden ernsthaften Sozial- poliliker längst entschieden", einelebensvolle Sozialpolitik" würde keinerlei Bedenken tra­gen, die achtstündige Arbeitszeit einznführen. Lebensvoll" würde eine solche Sozialpolitik,

die temetlei Rücksicht' auf die bestehenden Ver­hältnisse nehmeil würde, keinesfalls fein. Der­artige Maßregeln erfordern sehr sorgsame Ab-' Wägung der in Bettacht kommenden Interessen und dürfen nicht einseittg festgesetzt werden. ' Die erste Frage ist doch Wohl die, ob die Träger der Sozialresorm die betreffende Neubelastung noch auf sich zu nehmen vermögen, ohne kon» kurrenzunfähig zu werden. Wird dadurch für unsere Industrie der Wettbewerb auf dem Welt­märkte erschwert, so würden die Arbeiter in' erster Linie den Nachteil davon haben, der be­absichtigte soziale Fortschritt würde sich dann also als wirtschaftlicher und sozialer Rückschritt Herausstellen.

Statistisches aus der Kranken­versicherung.

Die 'reichsgesetzliche Krankenversicherung um­faßte im Jahre 1900 in 23021 Kassen 9 520763 Personen Während die Bevölkerurg des Deut­schen Reiches seit 1895 um 7,8 v. H. ange­wachsen ist, hat sich in demselben Zeitraum- die Zahl der gegen Krankheit Versicherten um 26,5 v. H. gehoben, so daß auf Grund des Reich"- gesches bereits 16,1 v. H. d.r gesamten Bevöl- / . - kerung gegen Krankheit verfichett sind. Aus- gegebeu wurden 1900 für 3 679285 Erkran­kungsfülle mit 64 916 827 Krankheitstagen an Krankheitskosten 157 865199 M.; von letzteren entfallen 44 v. H. auf das Krankengeld, 22 b. H. auf ärztliche Behandlung und 17 v. H. auf Arzenei und sonstige Heilmittel. Auf ein Mit­glied kamen 0,39 ErkrankungSsälle, 6.82 Krank­heit Stage und 16,58 M. Krankheitskosten. D - merkt sei hierzu, daß nur diejenigen Erkran­kungen gezählt sind, die mit Erwerbsunfähigkeit verbunden waren, für die also Krankengeld ge- zahlt oderBehatÄung im KrMerchause gewährt ,.j. wurde. Das angesammelte Vermögen aller Kassen beläuft sich auf rund 156 Mill. M., wovon den Orts- und Bettiebskrankenkossen je 43 v. H. den eingeschriebenen Hülsskasse>! 10 v. H. gehören.

Vergleicht man das auf ein Mitglied ent­fallende Vermögen der einzelnen Kasfenarten mit dem jährlichen Aufwand für Krankheit, so ergiebtfich, daß auf ein Mitgli.d kommen:

Kreits, vermögen Mk Mk.

bei der Memeindekrankenversicherüng 8,75 0,07

den Ortskrankenkassen . . . . 15,77 14.99

, . Betriebskrankenkassen . . . 22,16 27,12

, , Baukraakenksssen . . . . 21,47 . 15,93

. , Jnnungskrantenkassen. . . 14,85 14,71

, eingeschriebenen Hülfskassen 18,05 19,26

, , landesrechtlichen . 15,83 41,63

Zusammen durchschnittlich 16,58 16,43

Marburgs Umgebung in Geschichte und Sage.

... Nachdruck, auch im Auszüge, verboten.

(Fortsetzung.)

. Von Bauerbach gelangt man über den Rimweg nach Ginseldorf und in daS untere Ohmthal. Hier, in der Ginselgu am User der Ohm, be­findet sich ein Denkmal auS dem ältesten Heiden­tum, nämlich die H u n b u r g, ein von Menschen­händen aufgeworfener jetzt mit Eichen bewach­sener ehedem aber mit Steinen bedeckter großer Grabhügel eines altheidnischen StammeSober- haupteS ober eines Helden auS vorchristlicher Zeit.

In geringer Entfernung von der Hunburg liegt das Dorf Bürgeln. Hier standen im Mittelalter zwei Burgen, deren Mauerreste längst schon vom Erdboden verschwunden sind, während die Stätte der einen der landgräsliche Hof daselbst bezeichntt. Roch hat sich eine an­mutige Sage in der Gegend erhalten, die uns t>on einem auf einer der Burgen erloschenen Herschergefchlechte folgendes erzählt: Der Burg­herr lag auf seinem Sterbebette in großem Leide, da er keinen Sohn sondern nur eine Uochter hatte, diese aber Burg und Gut nicht behalten konnte, weil beide Mannlehen waren. Schwere Sorgen um die Zukunft seiner Tochter bekümmerten das väterliche Herz, während die Liebe der Tochter die quälenden Gedanken des Vaters durch ttöstende Wotte zu verscheuchen suchte. So beruhigt entschlief der alte Herr, worauf alsbald der Lehnherr erschien, um von der Tochter das Lehn zurückzufordern. Diese erklärte sich zur Rückgabe bereit, bat jedoch um Ne Gunst, Burg und Gut so lange behalten zu

dürfen, bis sie noch einmal auSgesät und ge­erntet habe. Diese Bitte wurde ihr feierlich gewähtt. Da ließ die kluge Jungfrau daS Feld ttngs um die Burg pflügen und fäete mit eigener Hand Eicheln in die Furchen. Viele Jahre vergingen, ehe die Eicheln zu eicheltra­genden fällbaren Bäumen emporwuchsen. Der Lehnsherrerlebte nicht den Tag der Ernte, während die Tochter jenes Burgherrn ihre Tage auf der Burg beschließen durfte.

Unterhalb Bürgeln liegt in der Ohm ein großer Stein, der nur bei niebrigem Masser­stände sichtbar ist und von Alters her mit Taufstein bezeichnet wird. Die Sage bringt denselben mit Bonifatius in Verbindung, und läßt die in der Umgegend bekehtten Heiden von diesem Stein aus die heil. Taufe empfangen.

Diesseits des FrauendergeS mitten im Lahn­berg liegt eine Waldfchlucht, die in Urkunden unter dem NamenEinsiedel" vorkommt. Sie heißt jetztEselshrund" und wird von einem Fußpfad durchschnitten, der von Marburg nach Beltershausen führt. Der ursprüngliche Name bedeutet, daß in Zeiten deS Mittelalters hier Einsiedler gewohnt haben. Link« neben dem Fußpfad befand sich einst im Einsiedel eine Quelle, und rach einer im Munde der Be­völkerung des EbSdorftr Grundes sich erhaltenen Sage stand an der abschüssigen Rordseite der Schlucht eine Hütte, deren Bewohner, ein Ein­siedler auS der Quelle getrunken habe. Vor 60 Jahren war letztere noch vorhanden, wurde aber bei Anlage einer Sttaße durch den Esels­grund verfchüttet.Durch 4 gepflanzte Fichten ist die Stelle gekennzeichnet.

DaS Andenken eines zur Zeit der heil. Eli- sabeth in hiesiger Gegend wohnenden Einfädlers

hat unS die Geschichte in der Person des Grafen Gottfried III. von Ziegenhain aufbewahrt. Als die Fürstin einst schon auf dem Wege war, einen Einsiedler zu besuchen vielleicht war es jener Gottfried ließ Konrad von Marburg ihr Anbeuten, umzukehren. Sie war gar nicht unwillig darüber und brückte sich gegen den an sie abgesandten Boten jedenfalls war e6 Bruder Gerard, Konrads Begleiter folgender- ' maßen aus: Es hat mit uns ungefähr dieselbe Bewandtnis, wie mit einer Schildkröte, die, so­bald es regnet, sich in ihr Haus zurückzieht. Ebenso gehorchen auch wir und gehen von dem Wege ab, den wir zu betreten angefangen haben.

Im Süden von Marburg an der über den Cappelerberg führenden Streße, liegt links die einem kleinen Dorfe ähnliche in den Jahren 1872 bis 1876 erbaute Jrrenheilanstalt, und daneben befindet sich der Forst gart en mit der Grabstätte des 1822 verstorbenen Ober­forstmeisters von Wildungeu. Links der Irren- Heilanstalt in der Nähe des Wäldes bemerkt' man ein altes massives Wohnhaus und nahe dabei die Raine eines vier ckigen Turmes; es sind dies Uebetreft-, des einst zum Schlosse Mar­burg gehörigen Vorwerks Glaskopf, das zu­erst in einer Rechnung vom Jahre 1357 er­wähnt wird.

Die landgräflichen Herrschaften aus hiesigem Schlosse pflegten zur Sommerszeit Ausflüge nach dem Glaskops zu machen ober Landpartieen da­hin zu veranstalten. Zu der von der Landgräfin Anna, Gemahlin Landgraf Heinrich III., Sonn­abend nach Fronleichnam des Jahres 1458 voran-. statteten Landpartie nach dem Glatzkopf waren Ein­ladungen au viele Marburger Bürgersfrauen er- aangsn. Dies veranlaßte den Magistrat Ihren fürstlichenGnaden zu Ehren eine Flasche Wein

von 6 Maß für Rechnung der Stadt dorthin zu senden.

Auf dem kahlen Berg im Süden der Stadt Kaff oder Gericht genannt, standen einst Galgen und Rabenstein. Ersteren ließ die west­fälische Regierung zwischen 1806 und 1813 be­seitigen, während von letzterem noch Reste vor­handen sind. Die letzte Hinrichtung mit dem Schwert fand 1864 statt. Die Gründung des Hansenhauses auf dem Berge fällt in bie ersten Jahre des zweiten Viettels des 18. Jahr­hunderts. Die daselbst mit Ruhebänken und Schutzhalle umgebene Weintraut seiche ist dem 1870 verstorbenen Localdichter und Loh- gerbermeister Meirich Weintraut zu' Ehren so benennt- '

, Im Osten der Stadt und des Schlosses Marburg befrnbet sich auf der Höhe des Lrhn- berges, hier Ortenberg genannt, die Spiegels­lust. Sie verdankt ihren Namen dem im Jahre 1877 in Halberstadt verstorbenen Freiherrn von Spiegel zum Desenberg. Vorher hieß der Ott Köhlers R -he", benannt nach dem im Jahre 1822 verstorbenen Registrator Köhler, der bei seinen einsamen Spaziergängen hier auf einem aus der Erde hervorragenden Stein zu ruhen pflegte. Köhlers Ruhe war nicht unbekannt geblieben und mit der Zeit das Ziel einzelner Spaziergänger geworden. Freiherr von Spiegel, ein Liebhaber des edlen Weidwerkes, war während feine" Aufenthaltes als Student in Marburg bei E-legenheit eines Treibjagens von seinen Beglei­tern aus Köhlers Ruheplatz aufmerksam gemacht . worden erfand den Ort sehr schön und b-schloß den­selben aus eignen Mitteln einem größeren Pub­likum zugänglich zu machen. Infolgedessen wurde mit Erlaubnis der Forstbehörde die Stelle im Jahre 1828 gelichtet, geebnet und mit Wegen,