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eiltet LlessrmigLpflicht für die Mitglieder von Eelreide^Derkaufßgenossenschaften" wurde, laut „Cass. Tgbl.", folgende Resolution angenommen: „Die statutenmäßige Festsetzung der Lieferpflicht sämtlichen Getreides, so weit es nicht in der eigenen Wirtschaft gebraucht oder als Saatge- treide an andere Landwirte verkauft wird, ist das einzig richtige genossenschaftliche Fundament einer Getreideverkaufsgenofsenschaft. Die allge­meine Durchführbarkeit steht außer Zweifel."

Gaffel, 30. Juni. Die Vollversammlung der Handwerkerkammer wurde heute mittag gegen '/,1 Uhr im Saale des Vereinshauses durch den Vorsitzenden der Kammer, Herrn Roemer, mit kurzer Begrüßung der Anwesenden eröffnet. Nach Erledigung einiger geschäftlichen Mitteilungen erstattete Herr Sekretär Lippert, wie wir dem .Lass. Tagebl. u. Anz/ ent­nehmen, den Geschäftsbericht. Hebet die Frage der Haltung von Lehrlingen Höchstzahl re.) entspann sich eine lebhafte Debatte. Schließlich gelangte ein Antrag Runkel Marburg zur Annahme, nach welchem eine Enquete bezüglich der Zahl der in den einzelnen Bou- gewerben thatsächlich gehaltenen Lehrlinge veranlaßt werden soll. Zu Punkt 2 der Tagesordnung erfolgt die Auslosung der ausfcheidenden Kammermitglieder, nach welcher mit dem 1. April 1903 ausscheiden die Herren: A. Schwarz. G. I Schwarz, Joseph Schraub, Earl Stübbecke, Ludwig Ohle, Carl Heuser, Justus Engelhardt, Friedrich Müller. W Zimmermann, Ph Seebinger, Friede. Eigenbrod, Carl Heinemann, Carl Hochapfel. Vom EJellenausschuß dagegen scheiden cnS die Herren: Dönch, Mohr, Schubert, Giesel. Die ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses für das Lehrlingswesen, Herren Runkel, Schröder und Nagel, werden wiedergewählt. Punkt 4 der Tagesordnung: ^Verleihung des Lehrlingsprüfungsrechtes an freie Innungen" wird durch Herrn Sekretär Livpert be­gründet, welcher ausführt, daß es sich um die Bau- gewerbeinnung zu Arolsen, die Fleischerinnungen zu Fritzlar und Wildunaen, sowie um die Barbier- und Friseurinnung in Cassel handelt. Die Versammlung beschließt, den Vorstand zu ermächtigen, das Lehrlings- p: üsungsrecht vorläufig mit dem Vorbehalt zu ver­leihen, daß die nächste Vollversammlung zustimmt, brzw. daß bei Abweisungen der Innung das Berufungs­recht an die Vollversainmlung zusteht.

lieber die vorgeschlagene Abänderung der Meister- Prüfungsordnung für Schmiede berichtet Herr Sekretär Lippert, die Abänderung bezweckt, daß die­jenigen Schmiede, welche die Meisterprüfung be­standen haben, von einer besonderen Prüfung im Hufbefchlag befreit sein sollen. Es wird dann zu den Wahlen geschritten und werden die Herren Simmen, Stübbecke und Ohle als Mitglieder des Berufungs­ausschusses durch Zuruf wiedergewählt. Desgleichen auch die Mitglieder des Gesellenausfchuffes Thöne, Mohr und Däfel. Als Mitglieder des Rechnüngs- ausfchuffes dagegen werden die Herren Bang, Runkel und Heuser wiedergewählt. Als Beauftragten für Hanau-Land wählte die Versammlung Herrn Caspar Müller-Hanau, als solchen für Marburg-Stadl und -Land Herrn Hänschen. Namens des Rechnungs- Prüfungsausschusses berichtet Herr Runkel-Marburg über eine Reihe von Ausgaben, welche der Ausschuß beanstanden zu müssen glaubt. Zu Punkt 11 der Tagesordnung wird ein Antrag Marburg dahin gehend, den demnüchstigen deutschen Handwerkertag zu ersuchen, bei den Zentral­stellen dahin zu wirken, daß für die Ausbildung der Handwerkslehrlinge auf dem Lande mehr als bisher gethan werde, nach eingehender Begründung durch Seebinger-Marburg einstimmig angenommen. Es gelangt dann noch ein Antrag Marburg zur Be­sprechung, dahin gehend, den Herrn Regierungs- präftdenten zu bitten, dahin zu wirken, daß bei Ver­gebung von Arbeiten und Lieferungen nur möglichst solche Handwerker berückffchtigt werden sollen, welche den Meistertitel führen. Nach längeren Debatten wird der Antrag angenommen und zugleich beschlossen, demselben bei Einreichung auch eine eingehende Be­

gründung bei zufügen. Ain weiterer Antrag Marburg verlangt die Beibringung des Befähigungsnachweises für alle Handwerker und wird insofern angenommen, als derselbe dem nächsten Handwerkskammertag mit dem Anheimgeben unterbreitet werden soll, denselben noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen.

Witzeuhanse«, 1. Juli. Vorgestern wurde das Grundstück des Gastwirts Hille in Getten­bach durch Feuer zerstört. Kinder sollen durch Anzünden eines Fuders Heu den Brand der ursacht haben.

* Hanau, 2. Juli. Vorgestern fand hier die 25. Versammlung des Hessischen Forstvereins statt. Im Anfang wurde Herr Oberforstmeister Hintz-Casiel zum Präsidenten gewählt. Darauf wird mitgeteilt, daß die Forstakademie Ebers­walde beschlossen hat, ihrem verstorbenen Direktor Dr. Dunkelmann ein Denkmal zu errichten. Hierzu werden auS der Vereinskasse 100 Mk. bewilligt. Es kommt nunmehr zur Etöcterung des Themas: „Ist die künstliche Düngung euch im Walde zu empfehlen und in welcher Welse wird dieselbe auszuführen sein?" Der Referent Oberförster Leut-Sigmarnigen giebt hier die physische Möglichkeit der künstlichen Düngung zu. Während er in seinem Referat mehr die theoretische Seite der Frage behandelte, geht der Korreferent auf die Praxis und die in dieser gesammelten Erfahrungen ein. Dann spricht Forstmeister Borgmann Oberaula über die Anbauwürdigkeit fremder Holzarten. — Von der Ortskommission wird vorgeschlagen, die nächstjährige Versammlung in Cassel und die im Jahre 1905 in Gelnhausen abzuhalten. Beim letzten Punkt der Tagesordnung werden in der Hauptsache der Wildverbiß und die Mittel zu seiner Verhütung diskutirt.

O Homberg a. d. Ohm, 30. Juni. Die hiesige Kasinogesellschaft feierte gestern bei sehr zahlreicher B teiligung in herrlichster Waldes­gegend und begünstigt von schönstem Wetter ihr Waldfest, welches einen wohlgelungenen Ver­laus nahm, und an das sich in späterer Abend­stunde noch ein Ball im Kasinolokale anschloß.

Brilon, 1, Juli. Die Vorbereitungen für das am 13. Juli Hierselbst stattfindende sauerländische Gebirgsfest sind im vollen Gange. Man rechnet auf einen starken Besuch, da schon viele auswärtige Abteilungen eine rege Be­teiligung in Aussicht gestellt haben.

Vermischtes

Entführt? Wie aus Magdeburg gemeldet wird, find seit Sonntag Nachmittag die Töchter des Kaufmanns Jnnow, Wally und Henny Jnnow, 17 und 15 Jahre alt, spurlos ver­schwunden. Es wird ein Verbrechen oder gewaltsames Verbergen der beiden jungen Mädchen befürchtet. Alle bisherigen Recherchen nach den Vermißten waren vergeblich.

Eine Frau, die 3 Jahrhunderte erlebt hat! Ein 103 Jahre altes Mütterchen erfüllte dieser Tage vor dem Schwurgericht in Lyck seine Zeugenpflicht. Die alte Zeugin, die 1799 ge­borene Landfrau Katharina Janowski . aus Orlen (Kreis Lötzen), machte ihre Aussagen

bei verhältnismäßiger Geistesfrische. Die alte Masurin wird in ihrer Gegend für eine Art Wahrsagerin gehalten und beschäftigt sich mit der „Besprechung" des Viehes gegen Krankheiten und mit ähnlichen Künsten.

Schnelle Reise. In etwas weniger als sieben Tagen von Paris nach Chicago zu reisen, hat ein Einwchner von Chicago, Stewart Frasher, fertig gebracht. Er hat dem „Herald" zufolge von Cherbourg den „Kronprinz Wil­helm" benutzt und hat in Ncwyork noch gerade den Zug der Pennsylvania-Bahn erreicht, der von Newhork nach Chicago in 20 Stunden fährt. Die ganze Distanz beträgt 4943 engl. Meilen (7909 Km ).

Hochschulnachrichten.

— Das Stiftungsfest der Münchener Universität wurde heute Vormittag in der herkömmlich feier­lichen Weise in Anwesenheit des Prinzen Georg und des Ministerialrates Dr v. Wehner, sowie des Lehr­körpers und einer großen Zahl von Studierenden begangen. Reet- r magnificus Professor Lujo Brentano hielt die Festrede über: .Volkswohlstand und Wissen­schaft".

— Der Privatdozent Dr. Naendrup in Breslau hat einen Rus als außerordentlicher Professor an die neu zu begründende juristische Fakultät in Münster erhalten und angenommen. — Der Pcivatdozent Dr. Theodor Ludwig in Straßburg i. E. ist zum außer­ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Kaiser Wilhelms^ Universität Straßburg ernannt worden

— Der Bremische Senat bat dem Direktor des dortigen Bakteriologischen Instituts Dr. med. Hermann Tjaden den Titel Professor verliehen Prof T. war früher Kreisasfistenzarzt und Schularzt in Gießen.

— Privatdozent Dr. Theodor Ludwig in Straß­burg i. E. ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität in Straßburg ernaint worden _

— Die Berliner Freie Studentenschaft (Finken- schast) steht im Begriff, ein studentisches Schiedscmt einzurichten, welches die Ausgabe haben soll. Ehren­streitigkeiten zwischen Studierenden aus Anruf zu schlichten.

Neueste Telegramme

Berlin, 2. Juli. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Cassel: Ein schweres Unwetter suchte gestern Hessen und die Nachbarprovinzen heim und richtete vielfachen Schaden an. In Niederungen wurde ein Gehöft durch Blitzschlag eingeäschert.

— Der „Lokalanzeiger" meldet aus Hamburg, im Vororte Barmbcck erhängte ein Wursthändler im Delirium seinen neunjährigen Sohn und sich selbst.

Bon«, 1. Juli. In der heutigen Plenar­versammlung der ordentlichen Professoren der Universität Bonn wurden für das akademische Jahr 1902/03 gewählt: zum Rektor der Geh. Justizrat Professor Dr. Ztrel- mann, zu Dekanen der evangelisch-theologischen, hi katholisch-theologischen, der juristischen, der medizinischen und der philosophische Fakultät die Professoren Grafe, Schere s, ^Aergbohm, Frhr. v. la Dalette St. Georgi und v. Bezold.

Laurvik (Norwegen), 2. Juli. Die am Nachmittag ausgebrochenc Feuersbrunst dauerte

um Mitternacht fort. Ein Fünftel der Stadt ist bisher niedergebrannt.

Laurvik (Norwegen), 2. Juli. Um 1 Uhr nachts gelang es die Feuersbrunst zu begrenzen. 150 Häuser find eingeäschert, der Schaden wird auf 1 Million Kronen geschätzt. /,

Borby, 2. Juli Während der Kaiser dem .1 hier veranstalteten Herrenabend beiwohnte, wurde der Kaiser durch den Besuch des Großfürsten- Thronfolgers von Rußland überrascht. Der Kaiser entsandte sofort den Prinzen Hein­rich zur Begrüßung des hohen Gastes, welcher gefolgt von den Herren seiner Umgebung bald darauf im Klubhaus erschien. Der Kaiser und der Großfürst Thronfolger verweilten längere Zeit in der Gesellschaft. Die „Zaritza" trat unr 12 Uhr Nachts unter dem Donner des Gesa. : saluts und Hurrarufen der Mannschaften ite Rückreise nach Petersburg an.

Loudo«, 2. Juli. Der König hatte wieder eine ausgezeichnete Nacht. Sein Befinde u macht in jeder Beziehung Fortschritte. D e Wunde ist viel weniger schmerzhaft and beginnt zu heilen.

Lo«d0«, 2. J.ili. Tas N.ater Büreau erfährt: Man erwartet, daß, wenn die KrönungSzeit herannaht, die Zermonie viel ruhiger vor fich gehen toirh. Es soll mehr der Nachdruck auf den religiösen Charakter der Feixr gelegt, die Zahl dec Vertreter fremder Länder beschränkt toetbett auf Verwandte des Königs und Persönlichkeiten, die zur königlichen Fmilie in enger Beziehung stehen.

London, 2 J:rli. Die ..Times" meldet aus Peking: Ein englisch französisches Syndikat sicherte sich eine wertvolle Bergbaukonzession in Dünnan auf sechzig Jahre. Die Konzession umfaßt 85 Bergwerke. Eine Vereinigung der englischen und französischen Syndikate, die im Wettbewerb um Erlangung der Bergbaukonzession für Szetschuan stehen, wird angestrebt.

Koflarrtinopel, 1. Juli. Von den wie gestern seftgestellt an der Pest erkrankten Per­sonen ist heute ein achtjähriges Mädchen ge- storbrn. Der Sanitätsrat ordnete an, daß alle von . hier abreisenden Personen, ausgenommen die Reisenden der Orient-Expreßzüge, einer ärztlichen Untersuchung zu unterwerfen und die Gepäck­stücke zu desinfizieren sind.

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Abfahrt von Cassel 6.00 Vorm. Ankunft in Marburg 8.45 Vorm. Von Marburg nach Cassel: Abfahrt v. Marburg HI°Nachm. Ankunft in Cassel 2^ Vorm.

am 7. Juli 1902.

Die Sonderzüge führen 1. bis 4. Wagenklasse und halten auf allen Zwischenstationen. Die Absahtts- und Ankunftszeiten auf den Zwischenstationen sind durch Schalteraushang bekannt : gegeben. Die am 6. Juli d. I. gelösten Sonntagsfahrkarten für diese Strecke haben Gültigkeit 1 für beide Züge. (4781

Cassel, den 30. Juni 1902.

Kgl. Eisenbahn-Direktion.

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