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Sonntagsbeilage: MnftrirteS Sonntagsblatt.

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Wie Wolzi» es voranSgesagt, geschah eS ! auch. Und daz-n kam «och te» fröhliche Intel« ibei de» Kautrupp» über die Berlotemg Stellas I ent de» wohlhabende« Freunde WildstngS.

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Gleichzeitig sollten einheimische Anlagen mit der rujfischen Gesellschaft vereinigt werden, was eine Erhöhung des Actiencapitals um 21/, Millionen Marl nötig machte. Kassel zahlte den Betrag und wir schossen ihn vor. Die Trebertrocknung, die Leipziger Bank und die einzelnen Herren in Kaffel hatten größere Posten in russischen Aktien in Besitz. Eine englische Gesellschaft wollte sämtliche russische Actien erwerben; der Plan scheiterte infolge des Ausbruchs des südafrika­nischen Krieges. Bors.: Hatten Sie denn so besondere Erwartungen an das rusfiische Werk geknüpft? Angekl. Exner: Ja. Die Treber- gesellschaft hatte auch durch die Verbindung mit den drei belgischen Banken eine große Bank- gruppe zur Seite bekommen.

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Chance, die gut scheint, verlocken! Denke nicht an mich, ich will geduldig warte».*

,BiS sie graue, dünne Löckchen hat und Häubchen tragen muß, als meine Braut!* setzte Fritz dann bitter für sich hinzu.----

Jetzt sagte ihnen niemand mehr ähnliches; man seufzte und schwieg. Und so ging der Sommer hin, die Astern und Verbenen blühten.

Daß Fritz bei Han» und Anna in der Villa Glaichen wohnte, bi» im Laufe der Woche der berühmte Geheime Kat zmcückbchrte, von dessen Ausspruch sein Schicksal vorläufig abhing, erschien alle» felbstverstündlich.

Fritz fand seinen Brüder in besserer Stimmung als je. Die vornehme Zurückhaltung desselben

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bi» sich etwa» Annehmbares findet, wozu bi» jetzt Intet noch gar keine Aussicht, da dm» für einen Offizier nicht so leicht ist. Zeit ge-

t Ma» schalt Ulla nicht, man behandelte sie von alle» Seit« gütig und liebevoll wie immer, - - *- ~,Jti fühlen, daß

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Zur Erkrankung des Königs Eduard von England.

Schweren Herzens fängt London an, sich in in das Unvermeidliche zu schicken: an allen Enden der Stadt fängt man an langsam abzu­bauen, aber man baut ab. Das Signal dazu gab gewissermaßen der Lordmahor. Unmittelbar nach Eintreffen der ersten bestimmten Nachricht fing das Manfion House an, seine Tribünen abzu­brechen. Die stumme Sprache sagte eigentlich mehr als alles andere; es war kein Zweifel mehr: es wird überhaupt keine Krönung sein, oder erst nach langen, langen Woche» unter ganz anderen Dekorationen, mit ganz anderen Festgästen; Manfion House baut ab! Der erste Eindruck mit dem ersten überwältigenden Schrecken ist zwar gewichen; er hat sich sogar, unter den verhältnismäßig günstigen Nachrichten von dem Krankenbette gemildett. Aber der ganze Umfang der eingebrochenen Kata­strophe und nichts andere» ist günstigenfalls die Verschiebung d>r Krönung auf Monate ist erst jetzt zum vollen Bewußtsein gekommen und fühlbar geworden.

Wann und ob überhaupt die Krönung stattfinden wird, kann heute noch niemand bestimmen. Denn mögen auch die BullettnS für den oberflächlichen Leser recht günstig lauten, so enthüllen sie doch Weisungen, die darauf schließen laffen, daß nach wie vor das Leben König Eduards nur an einem Faden hängt. Reißt dieser nicht, kann alles gut welchen und lediglich mit Bezug auf diese letzte Katastrophe find die opttmistischeren Stellen der Krankheitsberichte abgefaßt. Daß alle anderen Fäden bereis gerissen sind, setzen die Bulletins als bekannt voraus. Nach ter Ansicht der Aerzte ist für morgen, Sonntag, eine entschei­dende Wendung der Krisis zu erwarten. Man sucht sich inzwischen »fit der bisher be­friedigenden Verfassung des Monarchen, mit dem Gedanken an feine kräftige Constitution und mll der Erwägung zu beruhigen, daß selbst

find zweierlei; und die Liebe, die eine Natton bei den anderen Völkern genießt, gehört zu jenen polittschen Jmponderab" n, deren Wich­tigkeit Bismarck voll zu schätzen wußte. Der französische Kavalier, der sein Volk im A'tt- lande vertrat, zeigte sich an Liebenswürdig!.tt, Anmut, Bildung und Kultur so überlegen, daß er das Ideal der Zeitgenoffen wurde und die besten Klaffen danach strebten, ihm ähnlich zu werden. Das Gegenbeispiel bietet uns in neuester Zeit der Engländer. In den letzten Wochen hat ein angesehener Malteser die trockene Erklärung abgegeben, was die Engländer in seiner Heimat so verhaßt mache, das seien ihre Persönlichkeiten. Er hat damit nur eine Erfahrung ausgesprochen, die alle Welt gemacht hat; der Hochmut und der Egoismus, der den reisenden Engländer charak­terisiert, sind beinahe sprichwörtlich geworden. Wenn in dem Burenkriege von allem Anfang an die Sympathien Europas nicht auf der Seite Englands lagen, so hat dies zum- guten Teil seinen Grund auch darin, daß die überwiegende Mehrzahl der Europäer nach ihren persönlichen Erfahrungen mit reisenden Engländern keine Veranlaffung hatte, für jene große Sympathien zu hegen.

Darum sollte jeder Deutschs, der ins Aus­land reist, sich wie auf Vorposten fühlen und sein eigenes Betragen streng kontrollieren. Er sollte nie versäumen, daß Maß nationalen Selbstbewußtseins an den Tag zu legen, das die Würde des deutschen Volkes erfordett.

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tarntet nut, wenn Briefe von Fritz gekommen waren. Stella dagegen wurde von allen ge- feiert.

Die Kur, welche Fritz gebrauchte, erwies sich Gott sei Dank als eine äußerst glückliche. E» handelte sich für ihn jetzt darum, von seinem berühmt« Arzt al» wieder diensttüchtig anerkannt zu werten eine Entscheidung, der er mit H.rzklopf« e«tgegensah, denn je mehr er gesundete, um so Later wurde ihm auch, daß nur sein erwählter Beruf chm Befriedigung gewähr« würde.

Onkel Heinrich schriü ihm wöchentlich, schickte reichlich Geld, hatte ihm auch für den Wiedereintritt i» den Dienst eine« ansehnlichen

* Zweites Blatt

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liche» Unbehagen über de» Gast des Hause»? gekommen; Fritz wußte selbst nicht, wie er fand auch, als er danach suchte, keine rechte! Erüärung dafür und schämte sich fast vor sich selbst der Gedanken, die ihm wider fein« Willen immer wietettehrw».

Ihm war, al» wette hier im Hause eie: Komödie gespielt, eine Komödie, in welcher feiner Schwägerin die Rolle der Dummen, ter Betrogenen zugefalle«.

Er liebte Anna trotz ihrer unleugbar« groß« und, wie e» schien, unverbeffettich« Schwächen. Ihm kam tausendmal auch j.tzt wieder zum Bewußtsein, daß ihr gütige» Herz dieselben bei weitem aufwog. Sie allein fragte ihn nach Ulla, plauderte mit ihm von ter geliebt« Braut, baute für sie beide Luft­schlösser und hatte Ermutigung und Trost für: ihn. Sie hatte überhaupt für die, die ihr auch! nur entfernt angehört«, eine unerschöpfliche Liebe unb Herzensgüte, nicht nur gegen Han», und Hilde, sondern auch gegen jeden einzän« ihrer Dienstboten, die dafür auch mit großer Verehrung an ihr hing«. 68 kam kein Gast in ihr Haus, kein Armer, ter Hilfe heischte, dem mH diese unverfälschte HerzenSkeb«»- würdigkert bewußt geworden. Als Fritz ihr eines TageS aus vollster Seele darüber etwa» sagte, errötete sie unb meinte in ihrer einfach« Weise:Ich bin so gL?nzenlo» glücklich, daß ich immer denke, dafür kos« ich nicht genug: Liebe zahl«.*

Er lachte. Wie diese Liebe doch so ganz

Umschau.

Der Prozeß gegen die Leipziger Bank.

Die Leipziger Bevölkerung drängt sich täg- lich mehr zum Sitzungssaals. Das Interesse an dem Prozeß ist hier in der Stadt, in der er sehr Beteiligte giebt, naturgemäß sehr groß und das Gericht hat auch für das Publikum in weitestgehendem Maße Vorsorge getroffen. Der Vorsitzende bringt dann weiter Protokolle der Aufsichtsratsfitzungen von 1899 zur Sprache, die die Beteiligung der Leipziger Bank an der Brüffeler Gesellschaft, sowie die Engagements bei den Tochtergesellschaften der Trebertrocknung betteffen. Angekl. Exner: In den Protokoll« handelt es sich um die Ausführung von Be- schlüff«, die schon in früheren Sitzungen ge- nehmigt waren. Dors.: Die Leipziger Bank hat sich zu dieser Zeft auch in erheblichem Maße an der Gründung der ruffichen Gesellschaft beteiligt. Angell. Emer: Die russische Gesellschaft war ursprünglich al» deutsche Gesellschaft mit dem Sitz in Kassel gegründet worden. Die Leipziger war an dieser Grürchung beteiligt Ich selbst hatte für Rechnung der Leipziger Bank 3 Mil­lion« Mark «zeichnet. Der russische Minister machte aber Conceffionirung davon abhängig, daß der Sitz nach Rußland verlegt werde.

hervor; er scherzte mit Anna, ohne chre zahl­los« Leinen TaÜlofigkeiten zu bemerk«, tote sonst; er plauderte mit ihr und Hilde lebhaft und heiter von ten dürfenden Nichtig­keit«, die für sie alleWichtigkit«* schien«, und voller Befriedigung »rächten sie Fritz damit bekannt, wäche Reihe vornehmer Bekannte» und Freunde schon bei ihnen verkehrten. Es gab fortwährend dies und jenes zu überlegen und zu beraten. Hildes Ansicht« erwies« sich meist als die richtig«, aber es kam wiederholt vor, daß HanS trotzdem feiner Frau zustimmte und wmn schließlrch Hildes Vorschläge bann doch zur Geltung gelangten, so war e» Anna, bitt gerührt von ihres Gatten Nachgiebigkeit und Zuvorkommenheit, gern und freudig ihre Meinung änderte. Man konnte sich wirklich ton harmonischere» Zusammenleben vvrstellen. Sehr bald war dennoch ein «wisse» beim*

im Auslande zur Bildung de» Urteils über unser Doll beiträgt

E» ist unleugbar, daß die Achtung vor dem deutsch« Nam« im letzt« Menschenatter be- j$«t«b gestiegen ist. Wer Achtung und Siebe

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Politik und Reisen.

I» einem groß« Teile Deutschlands be­ginnen in diesen Tagen die Sommerferien der Schul«, und es setzt jener gewaltige Reisestrom ein, der auch nach dem Auslande, nach der Schweiz und Oesterreich, nach Italien und Skandinavi« große Mengen deutscher Reisender entsendet. Hat diese Thatsache auch mit der hohen* Politik nichts zu thun, so ist sie doch für die Politik durchaus nicht ohne Bedeutung. Noch immer, ja vielleicht mehr als je sind die Deutschen das erste Reisevolk der Welt. Wir laffen es dahingestellt, ob sich der Zahl nach mehr Engländer oder mehr Deutsche unter der internationalen Touristenschaar finden; betonen möchten wir aber, daß die Gewohnheit zu reisen durch alle Schichten der deutschen Bevölkerung weit regelmäßiger vetteilt ist, als in denen der englischen. Es find bei uns nicht nur die be­mittelten Klaffen, die auf Reisen gehen, sondern es sind auch Leute von mäßigem Wohlstände. Das Reis« hat fich bei uns zu einem der wichtigsten nationalen Bildungsmittel entwickelt, und der Politiker muß damtt rechnen, daß im Auslaute Deutsche aus d« verschiedensten Ständen und von der verschiedensten Bildung die Kultur unseres Vaterlandes zur Anschauung bringen.

Jeder Deutsche, der ins AuÄand reist, ver­tritt bort die ganze Nation; und er sollte das «m so mehr im Auge behalten, als die Mehr- Uhl bet Reisenden -jene großen Rendezvous- Plätze de» Reiseverkehr aufsuchen, wo fich Über­treter aller Völker zusammenfinden, einander beobacht« und beurteil«. ES wäre ein Jrr- thnm zu glauben, daß ein Urteil über ein Volk sich mir auf feine politischen oder wirt- - fchastlich« Leistung« grüntet. Vielmehr Hüten ein sehr wesentliches Moment dabei die Schlüffe, die au» dem persönlichen Eindrücke ter Angehörigen ter Ratio» gezogen find. Ge­wiß wird ma» fich in derartigen Schlüssen ost pere«, aber jeder EinzÄne, der die GruMag« seine» Urteils über die europäisch« Nation« unbefangen prüft, wird finden, daß seine per- sönlich« Erlebnisse hierbei entscheitend mit» sprech«. Unb wie die Mehrzahl der Deutsch«,

sie von einer Reise nach dem Auslande sind, ihre Urteile über die Schweizer, Norweger, die Jtali«er u. s. w. auf sein« persönlich« Eindrück« ausbaut, so sollte jeder Landsmaml auch bedenk«, daß fein Verhalten

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dorbrechenter Bitterkeit; und selbst ter Nachbar ba»iri«Mi fcatf» einet Xaart. al» Ulla mit fetnro Löchte« plauderte, ihr« Arm genommen und mit ter ganz« Dvnkdartot, die er ihr al» ter« Freund« zu schulten glaubte und mit

ftaeb diese bittere Wahrheit stet» zwisch« ten üebevollst« und herzlichst« Versicherung« un­wandelbarer Treue! Sie sah« e» schon ein, daß eins die Zukunft te» andern zerstörte.

Darum bat Ulla stet» angstvoll: »Du mußt Weiter dienen, laß Dich nicht von troenb einer

bei ernsteren Krankheitsfällen dieser Att nur 20 Prozent ungünstig verlaufe». Doch die stille Angst bleibt bestehen. s

Ein gestern nachmittag um 2 Uhr ausge­gebenes Bulletin besagt:Der König ver­brachte einen gut« Vormittag. Alle Symptome am heutigen Tage find so weit befriedigend, d. h. relativ befriedigend! Die Temperatur bleibt normal; es werden nur noch bedeutende, Schwankungen in der Temperatur Sr. Majestät! in den ausgebenden Bulletins mitgeteilt werden.*;

Wie dasReutersche-Büreau* erfährt, macht das Befinden des Königs befriedigende Fort­schritte. Der König ist vollkommen in der Lage, zu lesen und sich' zu unterhalten, und sieht fortwährend die Königin, die Prinzen und die Prinzessin von Wales bei fich. Die Aerzte bestehen darauf, daß der Monarch sich mit keinen ernsten Angelegenheiten beschäftige unb. daß man ihm keine Frage stelle, welche Nachdenken oder Anstrengung erfordere, da sie fürchten, daß hierdurch sein Zustand sich verschlimmern könnte. Wenn die Lage der Dinge so befriedigend bleibt, dürste die Krönung zum Beginn des Herbstes stattfinden.

Eine andere Meldung besagt, daß die Aerzte mit der Besserung im Befinden des Königs zu­frieden find. Der König war während der ganzen Krankheit in bemerkenswert guter Stimmung und die Aerzte führen feinen, gegenwärtigen günstigen Zustand teilweise, darauf zurück. Dr. Lister und seine Kollegen' hatten eine längere Beratung darüber, ob die Operationsnähte entfernt werd« sollen, wen» die günstigen Symptome andauern. Die Ent-, sernung der Nähte dürfe am Sonntag vor­genommen werden, den man als den kritischen Tag betrachtet. So lange die Nähte! nicht entfernt werde», kann auch da* Anspannung der Kräfte nicht Nach­lassen.

Ei» gestern abend 7 Uhr ausgegebene», Bulletin besagt: Der im letzten Bulletin mit­geteilte befriebigenbe Zustand te» König» hat sich erhalten. Kein beunruhigendes Symptom! gibt sich kund.

Prinz Heinrich weilt noch in London und stattete mit Gemahlin gestern dem Könige im Buckinghampalaste ein« Besuch ab. Er wurde auf der Fahrt dahin von bet Volksmenge warm begrüßt. Unser Kaiser läßt fich über da» Be­find« deS Königs Eduard regelmäßig Bericht erstatt«. Er hock Prinz Heinrich benachrichtigt, daß er, falls unmittelbare Gefahr voMgsofort nach London zu kommen beabsichtige. Der' Großherzog von Heffen ist, wie un» soeben mit- geteilt wird, von London abgereist.

In dem etwa» nördlich von London be>; legen« Watford gab es gestern erhebliche Un» ! ruh«, nachdem baS Festkomitee beschloss« hatte, alle Krönungsfeiern zu verschieb«. Man zündete! ein Freudenseuer an, unb der städtische JnMnieur, der dies verhindern wollte, wurde arg mifa;

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 HA 4« bei ata Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

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