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auf die »Oderhessifche Zeitung' bei seinem Briefträger oder dem nächsten Postamt sofort zu erneuern!

Wichtige Beratungen auf innerpolitifchem Gebiete

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Und einmal, als es Zeit zum Wegfqhren wurde und ein köstlicher Sonnenuntergang den Himmel in allen Farben malte und sämtliche Gäste des Hauses auf die Westseite desselben lockte als sie dann eine Minute allein blieben da brach die heiße Liebe hervor.

Fritz hatte Ulla plötzlich in tiefster Bewegung in seine Arme geschlossen und sie geküßt und sie?

Sie lag an seiner Brust sie duldete und erwiderte diesen Kuß und er stammelte:Ulla! meine Ulla! Ich kann Dich nicht aufg.ben! Nie und nimmer! Mein Gott, Ulla, wir lieben uns ja! Es ist unmöglich, daß wir uns trennen sollten."

Unmöglich!" dachte, flüsterte auch sie.

Und wieder küßten sie sich. Kein Auge sah es; die liebe Sonne meinte es gut mit den beiden Armen!

Mein Lieb, mein süßes Lieb! Jetzt weiß ich, warum ich ..icht schneller gesund werden konnte! Du fehltest mir und ich wußte ja nicht einmal, daß ich Dich vermißte, Dich er­sehnte, daß mir das Leben so grau und freudlos geworden, weil Du mir fehltest!"

Seiner glühenden Begeisterung gegenüber trat Ulla schon wieder die Unmöglichkeit einer Verbindung vor die Augen. Aber, großer Gott! sie war so grenzenlos unglücklich gewesen, als sie meinte, er müsse sterben und ihr Leben war auch so sonnenlos, ihr Herz schmachtete auch nach Glück! Und wenn sie dann nur diesen einzigen Moment haben sollte, einmal wollt- sie fühlen, was es heißt, lieben und geliebt zu werden.

König Albert von Sachsen f«

Wiederum ist das deutsche Volk in tiefe Trauer versetzt, wiederum steht Deutschland an der Bahre eines seiner ältesten und ehrwürdigsten Bundesfürsten. Aus Sibhllenort kommt die nach den gestrigen Meldungen leider nicht mehr unerwartete Trauerkunde, daß König Albert einem erneuten Krankheitsanfall erlegen, daß er infolge großer Herzschwäche sanft ent­schlafen ist.

M-t König Albert scheidet einer der letzten jener Männer aus dem Leben, die in der Werdezeit des deutschen Reiches schaffend am Triebrads standen. Längst ging Kaiser Wilhelm der Siegreiche und Ehrwürdige, von uns, längst wandelt nicht mehr Kaiser Friedrich, unser Fritz, unter uns. Ein Roon wacht nicht mehr in liebevoller Sorge über die Schlagfertigkeit der preußischen bezw. deutschen Armee, das Auge des Alten vom Sachsenwalde ist für immer erloschen. Längst schon war es einsam ge­worden um die Paladine Kaiser Wilhelms, um jene Männer, die zur Zeit der Wiedererrichtung des deutschen Reiches im Vordergründe standen. Zu den letzten jener Männer gehört König Albert, in dem das deutsche Volk das Andenken

mal eine Ahnung gehabt, wo jene hingekommen waren, auch nie danach gefragt, weil sie nicht daran gedacht!

Ulla mußte immer antworten, immer be­richten, sprechen und unterdes hingen die Augen des heimlich Geliebten wie gebannt an ihr, daß sie über und über errötete. Sie wagte kaum, ihn anzublicken, um nur nicht in biefe strahlend glückliche Miene zu sehen. Es war ihr, als riese jeder Blick ihr zu:Ulla, geliebte Ulla, habe ich Dich wieder?"

E.ne wunderbare, allmächtige Gewalt zog beide zu einander, und als Anna einmal auf­stand, um nach Hans zu sehen der zu seiner Freude seinen einstigen Chef neben dem Re­gierungspräsidenten bemerk und denselben so­fort zu begrüßen gegangen war nahm Fritz Annas Stuhl ein.

Dann kam Hans zurück und erzählte freude­strahlend, er sei von den beiden älteren Herren drüben am Tisch sehr freundlich empfangen worden und kaum habe der Regierungspräsident seinen Namen gehört, habe er sehr eifrig ge­fragt, ob er nicht feinen Schwiegervater für das Kanalifierungsprojekt gewinnen könne; die ganze Provinz werde ihm dafür dankbar sein, wenn er Wolzin dafür zu interessieren vermöchte.

Anna und Hilde hörten ihm natürlich eifrig zu und Fritz plauderte mit Ulla. Was wußten sie es denn nachher beide? Aber, daß die Liebe da war, daß eine Glückseligkeit, die sie nie gekannt, ihre Herzen zu einander zog, daß sie nichts mehr sahen von der ganzen Welt, von allem, was sie umgab das empfanden sie mit vollster Gewißheit, ohne es doch zu wissen.

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an Deutschlands größte Zeit hochhielt und auf den es die Liebe und Verehrung übertrug, die es jener großen Zeit bewahrt hat. Als König Albert vor einigen Wochen seinen Geburtstag feierte und unser Kaiser Wilhelm ihm persönlich die Glückwünsche überbrachte, empfand man allgemein den Tag als einen Gedenktag deS deutschen Volkes, und man stimmte freudig und innig ein in den Wunsch Kaiser Wilhelm's, daß ihm sein ältester Bundesgenosse noch lange erhalten bleiben möge. Dis göttliche Vorsehung hat es anders gewollt, König Albert, der vor 4 Jahren bereits die Grenze, die der Psalmist dem menschlichen Leben gestellt hat, überschritt, ist uns durch den Tod entrissen. Trauernd stehen wir an der Bahre diefes Nestors der deutschen Bundesfürsten, eines Mannes, der allezeit ein hellleuchtendes Beispiel deutscher Bundestreue, deutscher Fürstentugend bot, wir demütigen uns in den Willen des Allmächtigen, und wir geloben, das Andenken des Ent­schlafenen allezeit in Ehren zu halten.

Das Leben des Verstorbenen ist auf das engste mit der Geschichte Deutschlands verknüpft. Am 23. April 1828 als ältester Sohn des damaligen Prinzen, späteren Königs Johann, zu Dresden geboren, erhielt Prinz Albert eine sorgfältige Erziehung. Schon frühzeitig Neigung und Veranlagung zum Militärwesen bekundend, trat er im Jahre 1843 als Leutnant in die Armee ein, stieg von Stufe zu Stufe, sich überall mit Auszeichnung betätigend, und schloß seine militärische Karriere in der glanzvollsten Weise als Truppenführer im deutsch-französischen Kriege ab. Zunächst unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl von Preußen stehend, trat das Kommando des Prinzen Albert bereits am 18. August selbständig in Aktion und warf sein Ge­wicht bei der Schlacht von Gravelotte und St. Pri­vat in die Wagschale. Als nach der Einschließung der französischen Rheinarmee in Metz von deutscher Seite der Vormarsch gegen Paris beschlossen worden war, erhielt Prinz Albert den Oberbe­fehl über die aus dem preußischen Gardekorps, dem vierten und zwölften (sächsischen) Armeekorps und der 5. und 6. Kavalleriedivision neugebildete vierte oder Maßarmee, die Ende August im Verein mit der dritten Armee unter Führung des Kronprinzen die berühmte Flanken­bewegung nach Norden ausführte, wo sie am 30. August die sranzöfifche Armee unter Mac-Mahon bei Beaumont schlug und am 1. September den rechten deutschen Flügel bildend, hervorragenden Anteil an der Ent­scheid ungsfchlacht von Sedan nahm. Nach dem Friedensschluß wurde Prinz Albert zum General-

leutnantÄ-Unisorm stiegen zu Pferde. Die Kaiserin, die über ihrem Kleide da« Band des Schwarzen Adlerordens trug, nahm in einem vierspännigen Hofwagen Platz. Den Majestäten folgten Graf Wakersee, Generaloberst von Los und Reichskanzler von Bülow. Unter unab­lässigem Jabel der Bevölkerung bewegte sich der Zug durch die Stadt bis zum Münster, wo eine Ehrenkompagnie Aufstellung genommen hatte. Beim Besuch des Münsters wurde das Kaiserpaar vom Stiftskapitel empfangen. Prälat BelleSheim hielt eine Ansprache an den Kaiser, in der er an Karl den Großen erinnerte, der das Münster als Heiligtum der Religion und Ausgangspunkt der Wissenschaft und Kunst ins Leben ries. Seine Vollendung sei insbesondere mit der tatkräftigen kaiserlichen Förderung und dem idealen Kunstsinn des Kaisers zu danken. Der Kaiser erwiderte in einer Ansprache.

Im Rathause empfing das Kaiserpaar Ober­bürgermeister Veltmann. Das Kaiserpaar nahm vor zwei altertümlichen Thronsesseln Aufstellung. Sodann hielt der Oberbürgermeister Veltmann eine Ansprache, in der er den Dank der Stadt für den Besuch des kaiserlichen Paares aus­sprach. Er bot nach der Ansprache dem Kaiser den Willkommenstrank dar und brachte dann ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser ant­wortete, indem er nach einer historischen Be­trachtung auf die Religion als Grundlage des gan en menschlichen Lebens überging, ein croßes Ziel müsse man im Auge haben: daß sei Gottesfurcht und Ehrfurcht vor der Religion, die man erhalten und stärken müsse. Deshalb wolle er sich selbst, sein Reich und sein Volk unter den Schutz dessen stellen, bei dem allein alles Heil sei.

Das Kaiferpaar trug sich darauf in das goldene Buch ein. Der Kaiser und der Kron- prinz bestiegen alsdann die Pferde wieder, die Kaiserin den Wagen, und begaben sich durch die Pontstruße nach dem Pontthor, von wo um 41/, Uhr die Abreise nach Essen erfolgte.

inspekteur der ersten Armeeinspektion und zum Generalfeldmarschall ernannt und erhielt auch, was besondere Beachtung verdiente, vom Kaiser Alexander II. von Rußland den Marschallstab. So durste denn Prinz Albert als einer der hervorragendsten deutschen Heerführer an dem Triumphzuge in Berlin am 16. Juni des Jahres 1871 teilnehmen und am 12. Juli mit den sächsischen Truppen in Dresden einziehen.

Der am 29. Oktober 1873 erfolgte Tod seines Vaters berief den Prinzen Albert auf den sächsischen Königsthron. Auf die glanzvolle Epoche eines deutschen Truppenführers folgte die nicht minder segensreiche Zeit eines Friedens­fürsten, der stets in ernster Sorge auf das Ge­deihen seines Vaterlandes bedacht war und sich als treuer Hüter des Reichs und überzeugter Träger des nationalen Gedanken» bethätigt hat. Der Fürst, der aus stanzöfischem Boden kriegerische Lorbeeren geerntet hatte, der Held von Beaumont, dessen Name für alle Zeiten in das Ehrenbuch der deutschen Geschichte einge­tragen ist, in dem die besten deutschen Feld­herren verzeichnet find, er war als Fürst, das eigene Verdienst in den Hintergrund stellend, sich niemals der eigenen Thaten rühmend, stets bemüht, die goldene Saat durch sorgsame Pflege zur Reife zu bri.igen, und er fand in dem Be­wußtsein der in der Stille erfüllten heiligen Pflicht seinen einzigen Lohn. Niemals fich in den Streit der Parteien mischend, stets das persönliche Moment in den Hintergrund drängend, wurde er seinem Volke ein segensreicher Fürst und dem deutschen Dater- lande ein treuer Berater, dessen Urteilsspruch fich die streitenden Parteien willig beugten.

Der Tod Königs Alberts reißt eine tiefe Lücke, die nicht nur von den deutschen Fürsten, sondern auch von dem ganzen Volke schmerzlich empfunden wird. Wir können in dem Augen­blick nur den Wunsch aussprechen, daß das An­denken Königs Alberts von den deutschen Fürsten und dem deutschen Volke stets in Ehren ge­halten wird, und daß alle Teile sich bemühen, im Geiste des Verstorbenen weiter zu leben.

Umschau.

Der Kaiser in Aachen.

Pünktlich um 2 Uhr 15 Min. fuhr der kaiserliche Sonderzug im Bahnhof ein. Zur selben Minute begannen die Glocken von allen Kirchtürmen zu läuten u.id die vielen Mustk- korps in den Feststraßen setzten mit festlichen Weisen ein. Der Kaiser in der Uniform der Gardes du Corps und der Kronprinz in Garde-

43 (Nachdruck verboten.)

Eine Geldheirat.

Roman von L. H a i d h e i m.

(Fortsetzung.)

Unterdes hatten Hilde und Anna die gemein­same Freundin an ihren Tisch gezogen. Ulla saß Fritz gegenüber und der elektrische Strom, der unbegreifliche, der zwischen Herzen und Seelen den Rapport vermittelt, verband sie so­fort wieder, als wären sie keine Minute ge­trennt gewesen.

Ulla mußte fich mit aller ihr möglichen Selbstbeherrschung zur Ruhe zwingen und auf hundert Fragen der beiden Damen Auskunft geben.

Wie war sie denn plötzlich nach Branden­burg gekommen? Ihr Vater war ein alter Freund des Regierungspräsidenten von P. ? So? Man hatte ihren Vater herangezogen zur Aus­arbeitung eines besonderen Gesetzentwurfes? ~~ da sieh einer! Das war doch sicher für ihren Later eine große Genugthuung? Und heute hatten sie nun gerade eine Tour durch cen Spreewald gemacht? Und wie ging es denn in haselb.rg? Alles wohl? War wirklich Leontines Hochzeit schon so bald? Und Stella würde ih^ dohl schnell folgen?

Hilde wechselte die Fa^be, als der Name «antrupp erwähnt wurde, dann horchte sie ge­wannt, und erftihr bald, daß die Famflie der Verwandten, die durch ihres VatersUnglück" tot ihr ganzes Vermögen gekommen war, mit Lurghausens und den alten von GlaichenS sehr steundschaftlich verkehrte und unmittelbar neben ihnen wohnte. Und sie hatte bisher nicht ein-

heitskampf der Buren hat zu Ungunsten des tapferen Voltes sein Ende gefunden, es mußte der Uebermacht endlich erliegen und nun interessiert es natürlich im höchsten Grade, wie fich die Dinge in den Buren- rrpubliken unter britischer Herrschast gestalten.

Man vermeide deshalb, daß in der Zustel lang derOberhesfischen Zeitung" eine Störung eintritt, denn wie bisher wird fie auch in Zukunft ihre Leser über alle wichtigen Tagesfragen kurz, aber schnell und erschöpfend informieren und ihnen jedes Ereignis von Bedeutung so rasch als möglich melden.

Die Expedition der Oberhesfischen Zeitung.

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Soimabend, 21. Juni 1902

(4356 allenthalben neue Fäden geknüpft. Der Frei» e 13.

find im Gange, die jeden Deutschen nahe berühren und die er deshalb kennen muß.

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Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgericht.

Auf die Ausführungen des Dr. Gentzsch erklärt Exner dieselben für unwahr. Er könne sie fich nur durch eine Gedächtnisschwäche er­klären, die Gentzsch während seiner Unter­suchungshaft befallen habe. Dr. Gentzsch weist das zurück und bleibt bei seiner Behauptung, daß er von Exnexs Privatkorrespondenz mit der Trebertrocknung keine Kenntnis gehabt habe. Auch zu den Bilanzaufstellungen sei er nicht

So ließ fie sich küffen und küßte ihn mi gleicher Glut.

Und dann war die eine Minute schon vor­über! Ein Kellner kam, das Geschirr wegzu­räumen, das Dienstmädchen folgte ihm.

Ulla! Ich muß Dich Wiedersehen! Ich er­trage eS nicht, von Dir getrennt zu sein," flüsterte Fritz.

Da kam Anna wieder in die Veranda, und so wenig fie im allgemeinen auf andere achtete, weil fie fich selber stets die Hauptperson war, fie und der ihrer Ueberzeugung nach von ihr unzertrennliche Hans, so machten ihr doch Fritz und Ulla so sehr den Eindruck -.ineS Liebes­paares, daß fich ihre Ueberraschung unverhohlen in ihren Mienen zeigte.

DaS war Fritz genug.

Er ergriff die großen, festen Hände der jungen Frau und sagte mit bewegter Stimme:

Anna Du siehst es uns an Ulla und ich lieben uns, wir haben uns verlobt wir bedürfen Deines Schutzes, Deiner Verschwiegen­heit ! Mache es möglich, daß ich Ulla daß wir zusammen bleiben. O, Anna, Du bist mir eine so treue Schwester hilf uns!"

In der jungen Frau blitzte freilich das Ver­standesurteil sofort auf:Sie haben ja beide nichts!" Aber einesteils hatte fie nicht Zeit, fich die Folgen dieses fie gänzlich überraschenden Verlöbnisses klar zu machen, andernteils war fie selbst so durchdrungen von dem Glück ihrer Liebe, daß dies letztere Gefühl sofort den Aus­schlag gab.

(Fortsetzung folgt.)

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Erscheint täglich außer an iliitraugen naa>> «sonn- uns Feiertag»»..

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Marburg, Markt 21. Telephon 55.