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mit lern Kreisblatt für die Kreise Marbura uud Kirchhain.
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ästen und an Elementen fehlte, welche zur eistigen Führung der angefiedelten deutschen auernschasten fähig gewesen wären. Auch bot ie Aufteilung mit großen und guten, lediglich
»N«« welche zur Aufteilung an sich geeignet waren, und mußte wegen der Unwirtschaftlichkeit der
vereinzelte deutsche Gemeinden naturgemäß ausgesetzt find, garnicht zu reden. Die Beschränkung auf die Ansiedlung mittlerer und kleinerer
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Marburg
Dienstag, 27. Mai 1902
Der Schutz des Deutschtums in den Ostmarken.
Angesichts der am 27. d. M. zur Beratung stehenden Vorlage betreffend den Schutz des Deutschtums in den Ostmarken ist ein Rückblick auf den Entwicklungsgang dieser staatlichen Thätigkeit seit den ersten Anfängen im Jahre 1886 von Interesse. Anfänglich war die An-
. stedlungskommission auf den Ankauf von Grundbesitz aus polnischer Hand und auf die Austeilung desselben in mittlere und kleinere, landwirtschaftlich zu nutzende Besitzungen be-
Umschau
Deutschlands Außenhandel in den vier Monaten Januar bis April 1902. Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt soeben herausgegebenen Aprilheft der
Siirtrljährlicher Bezugspreis: Sei der Ex-edition 2 ML, bei allen Postämtern 9,26 Mt. (excl. Bestellgeld).
3w5*i4ieal|ebflbr: die gespaltene Zelle oder deren Stau» 10 BW - Reklamen: die Zelle 25 Pfz
Zwischenverwaltung ihre Erwerbsthätigkeit soweit beschränken, wie die Besiedlung der angekauften Güter in den nächsten Jahren zu erwarten war. Nach beiden Richtungen soll die jetzt dem Landtage unterbreitete Vorlage freie Bahn schaffen. Die Staatsregierung wird in der Lage sein, nach deren Bewilligung sowohl Großgrundbesitz, welchen sie als solchen und dem Staatsbesitz erhalten will, anzukausen, als auch solche Güter zu erwerben, welche, weil sie zu einem beträchtlichen Teile aus Forst bestehen und deshalb nur zu einem Teile an» fiedlungsfähig find, bisher von dem Erwerbe durch die Anfiedlungskommiffion ausgeschloffen waren. Indem ferner neben der Zwischenverwaltung auch die Verpachtung der von der AnsiedelungSkommisfion erworbenen Besitzungen in Aussicht genommen wird, ist die Möglichkeit geboten, auch solche Latifundien für sie zu erwerben, welche zwar an sich zur Besiedelung fich eignen, deren Aufteilung aber erst für eine spätere Zeit in Aussicht genommen werden kann. Endlich war zwar der Erwerb auf die Weitervergebung von bäuerlichen Besitzungen seitens der Anfiedelungskommisfion an sich nicht ausgeschloffen, praktisch ist damit aber erst vorgegangen worden, seit der Domänenverwaltung mit dem Aushören der Verpfändung der Domänen für die Staatsschulden aus dem Verkauf der Domänen in anderen Landesteilen Mittel hierzu zur Verfügung standen. Aber abgesehen davon, daß aus den regelmäßige» Zufluß solcher Mittel nicht gerechnet werden konnte und eine solche Thätigkeit ar ch außer dem Rahmen der Geschäfte der Domänenver- waltung liegt, ist es im Jntereffe der einheitlichen und kräftigen Leitung der gesamten staatlichen Thätigkeit auf diesem Gebiete dringend erwünscht, daß auch die Erhaltung des deutschen Bauernstandes durch den Erwerb von in schwachen Händen befindlichen Bauernstellen in die Hand der Anfiedelungskommisfion gelegt wird. Erst mit der jetzigen Vorlage wird daher die staatliche Thätigkeit auf dem Gebiete der Kolonisation und der Erhaltung deutschen Groß- und bäuerlichen Besitzes in das Stadium der Entwickelung gelange», in welchem sie, von allen bisherigen beschränkenden Fesseln frei, ihren Zweck, den Schutz des Deutschtums, in vollem Umfange erreichen kann.
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aber* Landwirte erschwerte ferner die im deutschen . EtlU Jntereffe so überaus wünschenswerte Gründung einer größeren Anzahl im Zusammenhänge stehender ländlicher Gemeinden, weil es in Ermangelung jeglichen Großgrundbesitzes an den Lr die Selbstverwaltungsämter notwendigen
schränkt. Diese Beschränkung hatte zur Folge, haß die Besiedlungsthätigkeit wesentlich davon abhing, daß Großgrundbesitz aus polnischer Hand erworben werden und nicht so eingerichtet . werden konnte, wie es im Jntereffe der «vH, Stärkung des Deutschtums sich am meisten . km empfahl. Insbesondere war die Anfiedlungs- >• M kommisfion durch die Beschränkung ihrer An- kaufsthätigkeit gezwungen, vielfach vereinzelte Ansiedlungen in gänzlich polnischen Kreisen zu
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monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel beträgt in den vier Monaten Januar bis April 1902:
Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 12159 346 gegen 12 763 738 und 12 041422 in den Vorjahren, daher gegen 1901 weniger 604 392 und gegen 1900 mehr 117 924. Edelmetalleinfuhr : 367 gegen 322 und 397. Die Mehrung ist nur beträchtlich bei Material rc. Waren (4- 77157 — namentlich bei Faßbier, Schweinefleisch, Südfrüchten, Salzheringen, Reis, Salz, Rohkakao, während die Einfuhr von Rohkaffee, Dörrobst rc. nachgelaflen hat —) sowie bei Wolle rc. und Waren daraus (4- 35 317 — ganz überwiegend entfällt die Mehrung auf Wolle —). Starke Rückgänge der Einfuhr zeigen Erden, Erze (— 261354) Holz (—198 065), Kohlen (- 118 098), Eisen (66 817), Abfälle (48253). Gegen 1900 brachten eine große Zunahme nur Kohlen und Getreide mit 593 858 und 108430 Tonnen mehr, während Erden, Erze, (- 232 635), Eisen (- 216 359) und Holz (— 158 845) bedeutende Ausfälle zeigen.
Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 10164 296 gegen 9 728 278 und 10444015 in den Vorjahren, daher gegen 1901 mehr 436 018, gegen 1900 weniger 2 797197. Die bedeutendste Zunahme zeigt noch immer Eisen mit einem Mehr von 350416. Gegen 1900 ist die Zunahme der Eisenausfuhr noch weit stärker (-h 487 431), woraus im Zusammenhang mit der Abnahme der Ein- und Ausfuhr von Erzen, Maschinen und der Einfuhr von Eisen das Bedürfnis der Eisenindustrie nach Entlastung des Jnlandsmarktes erhellt. Erheblichere Steigerungen erfuhren nur noch Materialwaren (4- 70 949, namentlich Kartoffelmehl, Salz, Zucker), Steine, Drogen, Abfälle, Holz, Zink, Papier. — Eine wefentliche Abnahme der Ausfuhr zeigen nur Kohlen und Landbauerzeugnisse mit 68 912 und 22462 Tonnen. Deutscher Rohzucker wird aus dem Markt der Bereinigten Staaten mehr und mehr verdrängt. Die Ausfuhr dahin ging von 117 343 Tonnen im Jahr 1900 auf 34086 im laufenden Jahr zurück, während die Ausfuhr nach Kanada stieg.
Die Hamburg-Amerika-Linie und der Schiffstrust.
Die Hamburg-Amerika-Linie läßt heute durch die Presie den hauptsächlichsten Teil des zwischen ihr und dem Morgantrust abgeschlossenen Vertrages veröffentlichen. Bei der großen Wichtigkeit, die diesen Abmachungen vom nationalen Standpunkte beizu» meffen ist, teilen wir unseren Lesern bat unS zugegangene Schreiben im Wortlaut mit:
An unsere Herren Aktionäre. Zu dem von uns der außerordentlichen General-Versammlung vorge
schlagenen Zusatze zu 8 26 unserer Statuten, welche eine etwaige Gewinn-Beteiligung anderer Gesell, schäften betrifft, beehren wir uns Ihnen die nach, folgenden Erläuterungen zu geben:
In New-Dark find vor etwa Jahresfrist unter Führunz der Firma I. P. Morgan u. Co. Inter- effenten zusammengetreten zum Zwecke der Ver» schmelzung großer an der nordatlantischen Fahrt be- teiligter Dampfschiffs-Gesellschaften in einen Trust. Nachdem hervorragende englische und amerikanische Rhedereien diesem Trust beizutreten fich bereit erklärt hatten, erwuchs uns die Aufgabe, zu diesem außerordentlichen Vorgänge, der eine völlige Umwälzung der bestehenden Verhältniffe herbeizuführen geeignet war, Stellung zu nehmen.
Wir durften die Gefahr dieser Kombination ebensowenig verkennen, wie wir im Hinblick auf die besonders durch die Eifersucht der englischer' Linien unter einander geschaffenen unbefriedigenden Verhältniffe den großen Wert verkennen durften, den die Herbeiführung einer feit vielen Jahren vergeblich angestrebten umfaffenden Betriebs-Vereinigung in fich schloß.
Darüber konnte kein Zweifel bestehen, daß wir Vorschlägen nicht näher treten konnten, welche geeignet waren, wenn auch nur indirekt, die Nationalität und die Selbständigkeit unserer Gesellschaft in irgend einer Form zu berühren. Es mußten also Mittel und Wege gesunden «erden, diese unerläßlichen Voraussetzungen aufrecht zu erhalten und doch soweit Anschluß an das zu begründende Syndikat zu finden, daß ein freundliches Zusammenwirken zwischen den Parteien gewährleistet war. Lange Verhandlungen führten zum Abschluffe eines Vertrages zwischen dem Syndikate einerseits und unserer Gesellschaft und dem Norddeutschen Lloyd andererseits, von welchem wir überzeugt sind, daß er diesen Zwecken völlig entspricht.
Die wesentlichen Bestimmungen dieses Vertrages find die folgenden:
1. Das Syndikat verpflichtet fich, weder direkt noch indirekt Aktien der deutschen Gesellschaften zu erwerben, ebenso übernehmen die deutschen Gesellschaften die Verpflichtung, sich des direkten oder indirekten Erwerbes von Aktien des Syndikats zu enthalten.
2. Um trotzdem den vertragschließenden Parteien ein direktes Jntereffe an den Ergebnissen ihrer Betriebe einzuräumen, haben sich die beiden deutschen Gesellschaften verpflichtet, dem Syndikate alljährtich denjenig n Anteil an ihrer Dividende auszuzahlen, welcher einem Besitze von mindestens 20 Millionen Mark in Aktien entsprechen würde. Diese Bestimmung ist zu einer Zeit vereinbart worden, als das Aktien-Kapital der beiden deutschen Gesellschaften je 80 Millionen Mark betrug. Für den, inzwischen bekanntlich eingetretenen Fall einer Kapitalserhöhung ist dem Syndikat das Recht Vorbehalten, die Summe, von welcher die ihm zukommende Dividende zu berechnen ist, bis aus 25 des Aktien-Kapitals zu erhöhen. Die Gegenleistung des Syndikats besteht darin, daß es fich verpflichtet hat, den beiden deutschen Gesellschaften auf den gleichen Betrag, also auf mindestens 20 Millionen Mark, eine Verzinsung von 6 e/o auS den Mitteln des Syndikats zu vergüten.
3. Um ein ersprießliches Zusammenwirken der beiden Parteien herbeizusühren, ist beschlossen worden, ein Komitee einzusetzen, welches die Aufgabe hat, über die getreuliche Ausführung des geschlossenen Vertrages zu wachen, die ständige Fühlung zwischen den deut» scheu Gesellschaften und dem Syndicat aufrecht zu erhalten, und über Angelegenheiten, welche die gemein-
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tnietiXför Großbetrieb verwendbaren Wirtschafts- 2?; gebäuden gewisse wirtschaftliche Schwierigkeiten. «eFl Nach beiden Richtungen hin ist bei der Auf- mieth« füllung des AnfiedlungsfondS um weitere 100 e Mi Millionen Mark durch die Beseitigung der Be- lie oh schränkung der Erwerbsthätigkeit auf Groß- (38S grundbesitz in polnischer Hand und durch die Ermächtigung, auch Restgüter bestehen zu ur A- lassen, dem hervorgetretenen Bedürfnis Rech- » jq nung getragen und mit der freieren Bewegung für eine im deutschen Jntereffe wirksamere Thätigkeit der Anfiedlungs- . u kommisfion gesorgt worden. Aber noch immer ।; mußte deren Tätigkeit eine sehr einseitige bleiben, tk. D Sie konnte nur solche Besitzungen erwerben,
z« da gründen, obwohl von solchen vereinzelten deutschen tel. Gemeinden eine wesentliche Stärkung des Deutsch- (63t tums im ganzen kaum zu erwarten war, von der Gefahr der Polonifierung, welcher solche
Erscheint täglich außer an Werklagen nach Sonn- unü Feiertagen.
SonntagsbeUage: Jllustrrrtes Sovntagsblatt. 07 cyrtt;rrt
Sauf inb Verlag: Joh. Sag. Koch, lluiverfitätS-Suchdruckere 0 *4 |x)WJ7tö* Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Wir sagen Du zu einander, Fritz!
Und
CCF ich bin so froh, daß ihr alle mich lieb haben
könnt," sagte sie dabei.
LÖC Daß die Eltern und WolzinS jetzt die nächsten Rechte an den lieben Gast hatten, war
selbstverständlich. Burghausens empfahlen fich
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er mit langen Sätzen hinter ihnen hergeeilt.
.Gnädiges Fräulein, Sie werden schon ost gehört haben, daß man das Glück an der Stirnlocke fassen soll! Nun wohl, ich bin ein Mensch, der gutem Rate gerne folgt und da wollte ich also unterthänigst um die Ehre bitten, bei der Hochzeit Ihr Kavalier sein zu dürfen."
»Aber wird das die etwaigen Anordnungen Ihres Herrn Bruders oder vielmehr de» Geheimen Kommerzienrats nicht stören?" mischte lüh UllaS Later ein.
»Ich bin mit höchster und hoher obrigkeitlicher Erlaubnis hier, Herr OberregierungSrat!"
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mit den beiden Baroneffen, Leutnant von Wildling ließ es fich nicht nehmen, fie zu begleiten. Man suchte fie zwar zu halten, aber vergebens. . Zuletzt mußte Ulla noch einmal recht herz- lich über Fritz von Glaichen lachen.
- „Sie wollen wirklich schon fort?" wehklagte er. „Ach bitte, gnädiges Fräulein, denken Sie fleißig und ernstlich über all das Gute nach, das ich Ihnen über mich sagte."
Dann, als fie schon am Thor waren, kam
(Nachdruck verboten.)
Eine Geldheirat.
Roman von L. Haid heim.
sFortsetzung.)
.Nun, dann hat Ulla zu entscheiden."
.Und Sie, gnädiger Fräulein?"
.Sie haben mich über Ihre vorzüglichen Eigenschaften so freundlich unterrichtet, daß ich natürlich gern Ihren Wunsch erfülle," .lachte fie. Ihr war wieder so wunderbar froh und leicht umS Herz.
.Bravo, bravissimo, gnädiger Fräulein! Sie sollen mal sehen, ob ich nicht nett bin! Inzwischen werde ich mich in diesen langen sechs Woche« würdig darauf vorbereiten, mich Ihnen von meiner glänzendsten Seite zu zeigen, und Ihrer täglich dankbarlichst gedenken!"
.Ist das ein Uebermut!" sagte Tante Julchen hinter ihm her.
„Aber ein tüchtiger Mensch dabei! In dem Gesicht liegt etwas!" setzte Burghausen hinzu.
Ulla mußte dann erzählen, wo und wie fie vorhin miteinander bekannt geworden waren, war fie mit einer so freudigen Lebhaftigkeit that, wie fie solche seit Wochen nicht gezeigt.
Leutnant von Wildling hatte sich gar nicht nach seinem Kameraden von der Artillerie umgesehen, sondern war mit seinen beiden Begleiterinnen rasch weiter gegangen, um nur nicht umkehren zu muffen.
Leontine und Stella seufzten zuweilen leise „vor lauter Glück und Wonne", wie fie bekannten.
Die armen Mädchen hatten in ihren schlichten Kleidern und mit Ullas Spitzen und Bändern so reizend auLgesehen, daß Arno von Wildling sein Herz an beide verlor und infolge dieser Erkenntnis in große Aufregung geriet, denn beide konnte er doch nicht heiraten. Daß aber
das Endresultat dieser seligen Gefühle, die in ihm loderten, eine standesamtliche und kirchliche Trauung sein würde, das war bei ihm beschlossene Sache.
In seiner Herzensunruhe nahm er Ulla beiseite, nachdem fie sich von den Baroneffen an dem bewußten Loch in der Hecke nach unendlich vielen .letzten Worten" und .Lebewohls" getrennt hatten.
.Fräulein Ulla," flüsterte der Aermste, .ich bin der unglücklichste Mensch unter der Sonne! Raten Sie, helfen Sie mir!"
„Aber, was ist Ihnen denn, Herr von Wildling? Was haben Sie denn gethan?" ries Ma erschrocken. Sie war ja auch erst einundzwanzig!
.Gethan? Was ich gethan habe? Verliebt hab' ich mich! Wahnfinnig, zum Totschießen verliebt, Ma!"
.O, Himmel!" rief fie ängstlich. Und dann fügte fie ruhiger hinzu. .Aber das ist doch nicht schlimm, Herr von Wildling! Dar geht ia —;
Sie stockte. „Das geht ja wieder vorüber —" hatte fie ihn trösten wollen.
Er ließ fie jedoch nicht auSreden.
„Gewiß ginge eS! Ich bin ja Gott sei Dank in der Lage, zu heiraten, wen ich will. Am (Selbe liegt's nicht, aber —"
„Ihr Vormund? Meinen Sie, er wird'S nicht leiden?"
„Vormunds Ich bin dreiundzwanzig und ein halber Jahr, Fräulein Ulla!"
Er sah ganz gekränkt auS, als. er dar sagte.
„Ja, aber was erregt Sie denn so sehr? Für welche —"
„Aber ahnen Sir es denn nicht? Sahen Sie denn nicht, daß ich beide liebe? Es ist ein furchtbares Verhängnis!" rief er tragisch.
Ulla lachte. Eigentlich lachte sie nur auS ihrem inneren Glücksgesühl heraus, er nahm es aber übel.
„Seien Sie mir nicht böse, Herr von Wildling. Ich bin im Ernste nur froh, unendlich froh über das Glück, dar einem der beiden armen Mädchen tointt. Aber ich fürchte, wenn Sie so im unklaren über Ihre Gefühle find, wird diese Liebe „zu beiden" fich wieder verflüchtigen ?"
„Fräulein Ulla! Sie gehen sehr schlecht mit mit um!"
„Aber, bitte, Herr von Wildling! Sie betrachten mich als Freundin und schenken mir Ihr Vertrauen. Das weiß ich zu würdigen, und darum dürfen wir nicht empfindlich miteinander sein. Ich meine er ebenso ehrlich, wie Sie! Sagen Sie doch selbst, wie unzählige Leutnantsherzen lieben und vergessen mehr als einmal?"
„Messen Sie mich denn mit de« allgemeinen Maß, gnädige- Fräulein! Glauben Sie mir, dies ist ein ganz abnormer Fall — daS müssen Sie mir doch zugeben! Erst war ich entschieden für Leontine, fie ist zweifellos hübscher als Stella, aber diese hat so etwas schalkhaftes, pikantes! Wie soll ich mir klar werden? Ach, wenn Sie meine Freundin fein und mir raten würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar!"
(Fortsetzung folgt)