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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura und Kirchbai«.

37. Jahrg.

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ihren

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gehen."

(Schluß folgt.)

scchen Fällen würde die vorläufige Straf- I festsetzung im Verwaltungswege lediglich eure Verzögerung der endgiltigen Entscheidung be- I deuten. Ist durch Verurteilung auch festens des Gerichts rechtskräftig anerkannt, daß etn Schild oder eine sonstige Reklame unter das Verbot der I Polizeiverordnung fällt, so wird sicherlich, so- I fern der Betreffende die Entfernung noch unter­läßt, diese im Wege des Verwaltungszwangs­verfahrens vom Landrate im Auftrage des Regierungspräsidenten herbeizuführen sein, und zwar wird, da die Bedrohung von Geldstrafen in Fällen dieser Art unzulässig ist, diese Entfernung im Wege unmittelbaren Zwangs zu erfolgen haben. Die Staatsregierung geht bei dieser Ordnung der Angelegenheit von der Auffassung aus, daß dafür Sorge zu tragen ist, einen zu

I weitgehenden Eingriff in die Eigentumsrechte zu verhüten und möglichst einheitliche und gleich­mäßige Grundsätze für die Behandlung der An­gelegenheit in den verschiedenen Teilen des Landes zur Anwendung zu bringen. Deshalb soll die ganze Angelegenheit in der Hand des Regierungs­präsidenten verbleiben. Daß infolge Mfen die Beschwerde gegen die im Auftrage des Regie­rungspräsidenten zu erlaffenden polizeilichen Ver-

I fügungen des Landrats an den Oberpräsidenten geht, erscheint auch insofern vorteilhaft, als in den verschiedenen Regierungsbezirken einer Pro­vinz sich nicht eine verschiedene Praxis heraus-

I bilden, sondern gleichmäßig und einheitlich ver- I fahren werden soll. Bei der von der Staats­regierung beabsichtigten Art des Verfahrens wird den landschaftlich hervorragenden Gegenden der nötige Schutz gewährleistet, zugleich aber-auch die Gewähr dafür gegeben, daß nicht über das wirkliche Schutzbedürrfnis hinaus in die Eigen-

I tumsrechte der betreffenden Grundbesitzer em- I gegriffen wird.

sich plötzlich als Autor der bekannten Briefe Von klassischem Boden" entpuppt hatte, ange­traut worden und auf der Hochzeitsreise sei.

Die junge Frau von Buchwald sollte eben­falls ein entzückendes Wesen sein, wenn auch ganz anderen Genre's als die ältere Schwester. Jedensalls hatte man Ursache sehr gespannt auf die im großen Stil geplante Hochzeit des Rechtsanwaltes zu sein, welche Anfang Dezember stattfinden sollte, und auf welcher man all die intereffanten Persönlichkeiten zu sehen be­kommen würde.

Und endlich kam Herthas Hochzeitstag. Ueber Nacht hatte die Erde sich in ein weißes, duftiges Gewand gehüllt, und als die Sonne strahlend emporstieg, lag herrlicher Demantstaub auf Baum und Strauch, Weg und Rain.

Und als die Glocken ihre ehernen Stimmen erhoben, schritt die schönste Braut am Arme des Geliebten über die Kirchenschwelle, schlank und weiß, das ernste Antlitz von überirdischem Lichte erhellt. Und wie sie dann am Altar kniete, das goldene Haar, von einem Sonnen­strahl getroffen, wie ein Glorienschein aus- sprühend, da grub sich dies Bild unauslöschbar in die Herzen der Zuschauer und fast unbewußt beugten sich aller Sinne vor der Schönheit dieses Mädchens.

Buren genommen. Die Zahl ihrer Gefangenen betrug 175 Mann. Das Blatt erzählt nun, wie gerade im Augenblick, als die Buren sich nach einer Stelle umsahen, um entschlüpfen zu können, General Walter Kitchener und Colonel Rochefort Biwak bezogen und dadurch eine große Lücke öffneten. Die Buren, die sich gerade dieser Stelle gegenüber befanden, benutzten die ihnen gebotene Gelegenheit und entschlüpften. Was Lord Kitchener jedoch nicht gemeldet hat, der Standard jedoch meldet, ist, daß die Buren bei ihrem Durchbruch 200 Engländer gefangen nahmen und sie, nachdem man ihnen in ge­wohnter Weise die Uniformen ausgezogen hatte, entließen. In seinem ftüheren Bericht sagte dasselbe Blatt, daß Kitchener und Rochefort ihren Vormarsch fortsetzten; es sei aber sehr dunkel gewesen und bevor der Mond ausging, I sei der größte Teil der Buren entschlüpft. Mit etwas mehr Glück hätten die englischen Truppen ein ihrer Mühe und Ausdauer mehr ent­sprechendes Resultat erzielen können. Das mangelnde Glück sieht nach dem letzten Bericht jedoch mehr wie ein grober militärischer Fehler aus. Alles in allem schmilzt der englische Er­folg sehr zusammen, wenn bei einem Keffel- I treiben die englischen Soldaten, wie ein früherer Bericht lautete, so müde waren, daß sie erschöpft I vom Pferde sanken, daß 200 Mann gefangen I wurden und daß das Gros der Burenkommandos so zu entschlüpfen verstand, daß sie wenige Tage I später die Engländer wieder angriffen und das I australische Hilsskorps vernichten konnten.

I Die Friedensverhandlungen in

I Südafrika

Und wieder ist es Frühling geworden, sonniger, wonniger Frühling, wie er zumeist

diese Zollpofition bis nach Erledigung der I diesbezüglichen Vorlage im Plenum. Die Kommission kam diesem Wunsche nach. Bei I den Branntweinzöllen wies Abg. von Kardorff darauf darauf hin, daß das frei- I händlerische England so hohe Exportprämien zahle, daß sein Kornbranntwein sogar mit unserm billigen Kartoffelsprit konkurrieren könne. Nachdem unsere Regierung sich so bereitwillig gezeigt hat, die Exportprämien auf I Zucker abzuschaffen, dürfte es unserer Regierung doch nicht schwer werden, von England die Ab- I schaffung der Exportprämien auf Branntwein zu erreichen. (Heiterkeit.) Auch hier wurden die Sätze der Regierungsvorlage angenommen. I

Bei der Position Obstwein, Maltawein, griechischen Sekt u. s. w. beantragte Abg. Stadt- I Hagen im Interesse der Volksernährung (Große I Heiterkeit) Zollfreiheit. Hier wurde jedoch ein I Antrag Blankenhorn auf Erhöhung des Zoll- I satzes auf 80 Mk. angenommen und alsdann I

I die Sitzung aus Dienstag vertagt. I

Die Reichstagsersatzwahl in Celle- Gis h o r n.

Nach den bisherigen Nachrichten, die ziem­lich vollständig find, hat die gestrige Reichs­tagsersatzwahl im 14. hannoverschen Reichstags­wahlkreise (Celle-Gifhorn) folgendes Ergebnis gehabt: Es erhielten: der nationalliberale Kandidat Wehl rund 7800, der Welfe von der

I Deck en 6100, der Sozialdemokrat Thielhorn | I 5900 und der Kandidat des Bundes der

Landwirte Bödecker 4700 Stimmen. Einige kleine Ortschaften fehlen zwar noch, I doch können deren Ergebniffe weder das Ge- I sammtbild, noch das Gesamtergebnis ändern; I es muß Stichwahl zwischen den national- I liberalenKandidaten und den welfischen stattfinden. I Die Welfen und Sozialdemokraten haben im allge- I meinen ihren Besitzstand behauptet. Der I Kandidat des Bundes der Landwirte, dem man

auf nationalliberaler Seite noch wenige Tage vor der Wahl nur höchstens 2000 Stimmen

I zuschrieb, hat einen beträchtlichen Erfolg gehabt. Obwohl die heftigsten Angriffe in der ganzen Wahlbewegung sich gegen ihn richteten, ist es ihm gelungen, fast 5000 Stimmen auf sich zu

I vereinigen. Der Brotwucher-Rummel hat also I auch in diesem Falle nichts genützt.

Crfdxint täglich außer an Wer-tageu nach Sonn- und ycurtagtu. SontltggsbeUagr: JllnftrirteS Sonntagsblatt, find anb «erlag: Joh. «ng. «och, UniverfitätS-Buchbrucken Marbvrg, Markt 21. Telephon 55.

Roman von Hanna Afch enbach. . I (Fortsetzung.)

Nachklänge.

Die Wandervögel find heimgezogen aus dem sonnigen Süden: der schlanke, braungebrannte Manu, deffen dunkles Auge eine Welt von Seligkeit widerspiegelt und das quecksilberne Elfenkind mit den wehenden Locken und dem silberhellen Lachen.

Natürlich war die ganze Familie an der Bahn versammelt, Jakob nicht zu vergessen, der zwei große Doktorbouquets toie der Gymnasiast sich respettwidrig äußerte - tut Arm hielt. Hertha strahlte in blühendster Jugendschöne. Ihre stolze Märchengestalt erregte förmlich Aufsehen unter dem gleichfalls wartenden Publikum, hier wie überall. Die liebreizende Braut des berühmten Rechtsanwalts war der Gegenstand allgemeiner Aufregung der Residenzler. Man bewundert ihre Schönheit, ihre Eleganz, ihr vornehmes Wesen und zer­brach sich den Kopf, wie solch eine Erscheinung jahrelang unbemerkt bleiben konnte.

Der Umstand, daß die junge Dame nut ihrer verwitweten Mutter zurückgezogen vor der Stadt lebte, erklärte die sonderbare That- sache ja einigermaßen. Nun erfuhr man auch, daß die Schwester in aller Stille dem ehemaligen, flotten Jägeroffizier Werner von Buchwald, der so lange spurlos verschwunden gewesen und

Umschau.

Aus der Zolltarifkommission.

Die Zolltarifkommisfion des Reichstags setzte gestern die Beratung der Oelzöll e fort. Die Regierungsvorlage schlägt für Oele in Fäffern, Rapsöl und Rübenöl 12 Mk., für Leinöl 4 Mk., Mohn- und Olivenöl 10 Mk. u. s. w. vor. Das Ergebnis der Debatte war in allen Punkten die Annahme der Regierungsvorlage. Dasselbe Er­gebnis hatte die Debatte über den Stärkezoll.

Bei der nun folgenden Position 174, Zucker- zoll, war die Erklärung des Reichsschatz­sekretärs bemerkenswert, die dahin ging, daß in nächster Woche dem Reichstage die Vorlage über Neuregelegung der Zuckersteuer auf Grundlage der Brüffeler Konvention zugehen solle. Er beantragte Aussetzung der Beratung über

Bestellungen für die Monate Mai und Juni auf die

(Nachdruck verboten.)

Else.

O-erhefsische Seit«««" nebst

Beilagen werden von unferer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post-

Der Schutz laudchastlich hervor­ragender Gegenden.

Angesichts der Zweifel über die Ausführung des Gesetzentwurfs zum Schutze landschaftlich hervorragender Gegenden gegen Verunstaltungen, I welche deffen Zurückweisung an die Kommission I des Abgeordnetenhauses zur Folge gehabt haben, mag es von Jntereffe sein, näher darzulegen, I wie seitens der Staatsregierung die Durch- I führung der in Aussicht genommenen Verbots- Bestimmungen gedacht ist. Nachdem von dem I Regierungspräsidenten nach Zustimmung des Bezirksausschusses durch Polizeiverordnung das Verbot von zur Verunstaltung der Landschaft I gereichenden Reklameschildern und sonstigen Ver- I unftaltungen für einen bestimmten Distrikt aus­gesprochen ist, sollen die Landräte von dem Regierungspräsidenten mit Anweisungen ver­sehen werden, in seinem Auftrage die betr. Grundstücksbesitzer zur Entsernung derjenigen Schilder und Reklamen aufzusordern, welche un­zweifelhaft unter dieDerbots-Bestimmungen fallen, zweifelhafte Fälle aber zu seiner Entscheidung

zu bringen. Gegen die im Auftrage des Regierungspräsidenten vom Landrate erlaffenen Verfügungen ist die Beschwerde an den Ober- präfidenten und gegen deffen abweisenden Be­scheid die Klage bei dem Oberverwaltungs­gericht einzureichen. Kommt ein Grundbesitzer der unter dem Hinweis auf das eventuell einzu­leitende gerichtliche Verfahren an ihn erlaffenen Verfügung des LandratS nicht nach, so soll ohne vorgängige beiläufige Straffestsetzung tm Verwaltungswege alsbald der Strafrichter an- gerufen werden. Vorher don Weg der vor­läufigen Straffestsetzung zu beschreiten, würde keinen rechten Zweck haben, weck anzunehmen ist, daß diejenigen, welche der vorgängigen polizeilichen Anforderung zur Beseitigung der verunstaltenden Einrichtungen nicht gefolgt find, jedenfalls entschloffen find, die Entscheidung des Gerichts über die Frage anzurufen. In

»nstalten und Landbriefträgern entgegen*

genommen.

Das letzte Kesseltreiben gegen Delarey. I

DerStandard" berichtet aus Pretoria I über dasgroße Keffeltreiben gegen Deloreys 1 Kommando." Lord Kitchener stellte in seinem I Bericht die Operationen als sehr erfolgreich dar. I Drei Kanonen und zwei Pompons wurden den I nur noch in Dichterphantasien existiert. Auch I heute ist einer jener Maientage, gewebt aus I Sonnenschein und Blütenduft, auS Vogelsang und Menschenjubel.

Die Fenster der Jürgenschen Villa find alle weit geöffnet, und auf der großen Veranda im ersten Stock befindet sich am zierlich gedeckten Abendtisch eine fröhliche Gesellschaft. Zu Häupten der Tafel throntdas Papachen vons Ganze," wie Elfe Dr. Jürgens scherzend betitelt. Der alte Jsegrimm ist total verändert und sieht um zehn Jahre verjüngt aus in seinem selbstge­schaffenen Vaterglück. Neben ihm fitzt Frau Herwig, der die Freude über das Glück ihrer Kinder unverhohlen aus den immer noch hübschen

I Augen lacht. .

Die eben etntietenbe Hausfrau, welche ein wenig voller geworden, sonst aber ganz der alte, übermütige Kobold mit blitzenden Schelmen­augen und wehenden Locken geblieben ist, giebt ihrem Manne, dem jungen Schriftsteller, auf welchen die literarische Welt so große Hoff­nungen setzt wie man von Frau Else mit schalkhaft wichtiger Miene vernehmen kann I einen ganz unehrerbietigen Klaps aus die Schulter, I und setzt sich dann nebenPapachen". Mit der kleinen Hand ihm zärtlich den Bart streichelnd, fleht fie mit süßer Stimme:Noch etn kleines I bissel warten, fie müffen ja gleich kommen. Ich I habe auch ganz was Delikates für meinen Fein­schmecker." -Hexe," schmunzelt der Alte, Iwird es auch um's Himmelswillen nicht ver­derbens"Keine Sorge! Ich überzeugte mich eben selbst, es steht auf dem Wärmofen,

haben Anlaß zu einer Menge von leeren Kombinationen gegeben, zu denen sich gestern der Burendelegierte Weffels einem Vertreter der Franks. Ztg." gegenüber wie folgt äußerte: Es sei ein Unsinn, wenn behauptet würde, die Buren beabsichtigten im Langenberg - Distrikt eine neue Republik zu gründen. Zum Gründen einer solchen Republik sei nirgends Platz, am allerwenigsten, wie dieMorning Post" wiffen wolle, aus deutschem Grundgebiet.Glauben Sie, wir wollen mit Deutschland Krieg an­fangen", fragte Weffels lächelnd. Uebrigens weiß Weffels nur von einzelnen sogen. Kap- rebellen, daß fie nach Deutsch - Südafrika überfiedelten, nicht aber von den Freistaatlern

! oder Transvaalern. Auch seien die Meldungen unwahr, die behaupteten, die Delegirten hätten fich an DelcaffS oder Kuyper gewandt, um einen Friedensabschluß ohne ihre Mitwirkung zu verhindern. Wahrscheinlich habe man den Burenleitern in Südafrika das Gesuch wegen einer Kabelverbindung abgeschlagen,

I und die gute Ann-Lies bewacht es mit Argus- I äugen.Aber wo sie nur bleiben?" meint Frau I Herwig unruhig,sie sind doch sonst so Pünkt- I lich."Hm," versetzt der junge Gatte mit be­deutungsvollem Räuspern,das wundert mich nun garnicht. So ein Ehepaar in den Flitter-

I Wochen ist noch am liebsten allein. Das giebt sich, wenn man so lange verheiratet ist, wie

I wir zum Beispiel, gelt Elfe?"

I Ein sprühender Blitz trifft ihn aus den I Augen der kleinen Frau.Warte, Du unge- I zogerier Mensch, nun verrate ich den Herr­schaften auch, wie ein gewisser Jemand vor

I ihrem Kommen höchst unhöflich sagte Elfe!" unterbricht fie der Stornierte ganz

I entsetzt,ich nehme alles zurück." Sie hebt I triumphierend das Köpfchen.Da seht Jhr's, I wie er zu Kreuze kriecht." ,

Dr. Jürgens streicht schmunzelnd seinen 1 Bart, und zu Frau Herwig gewendet:Na, I was sagen Sie zu der kleinen Krabbe, Frau

Schwägerin? Dersteht's Pantoffelschwingen, wie I man es den zarten Pfötchen garnicht zugetraut hätte. Uebrigens habe ich im Vorzimmer ge= I horcht und kann Ihnen verraten, was der un- 1 ehrerbietige Mensch dort gesagt hat; doch denke I ich, wir nehmen's ihm nicht übel, daß er sein

Frauchen lieber allein hat, wie uns als Bei- I gäbe. Aber gelt, Frau Schwägerin, nun bleiben

wir gerade hocken, bis ihnen die Augen über-

vierteljährlicher Bezugspreis: bei btr Expedition 2 ML. SRdtbtttA

bei alle« Postämtern 2.25DU. (exel. SeM-elb). ww

3*e4toe«|eH6r: Mt yfoeltate 3tUe »btt bms «en* 10 Wfc SUNNtag, 27. ApNl 1902.

ftecfanen: dir Zeür 85 vT6- ___________________________ _