mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura und Kirchhai«.
elwej
ihren
»Nachdruck verboten.)
135
fe
ählt
(Hans chmidt) nd a»
arte < elbah
öfn(
femefte
chev
i
elle zu * (3037 2.
hier.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- uns Feiertagen. Sonntagsbeilage: JllnftrirteS Sonntagsblatt.
vrnck lab Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdrucker»
Marburg, Marti 21. — Telephon 55.
die Ueberzeugung haben, daß er mich noch wirklich begehrt, und das kann ich nur, wenn ich ihn selbst beobachte. Und dann — es soll meine Sühne sein, das habe ich mir vorgesetzt."
^rägt, in seinem unermüdeten Streben für die Wohlfahrt Badens, für die Größe Deutschlands, auch fürder reicher Erfolg, seinem Herzen beglückender Friede an der Seite seiner erlauchten Gemahlin beschieden sein!
Und wenn nun heute das ganze badische Volk in einmütigem Jubel seinen Dank zu ernennen giebt für den reichen Segen, den Groß- ;erzog Friedrich während seiner 50 jährigen Regierung ausgestreut hat, so freut sich mit der engeren Heimat des edlen Fürsten auch das ;roße deutsche Vaterland dieser schönen und eltenen Feier. Sie ist ein nationaler Festtag Morden. Denn in Großherzog Friedrich von Baden verehrt das ganze deutsche Volk den ruhmvollen, opferwilligen Vorkämpfer und Träger res nationalen Gedankens. Wie er das eigene Land zu bewußter und freudiger Hingebung an las große gemeinsame Vaterland erzog, so euchtet er Fürsten und Völkern Deutschlands in rückhaltloser Treue zu Kaiser und Reich voran. In der engsten Gemeinschaft mit Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich und Kaiser Wilhelm II. ist dieses gesegnete Leben verlaufen, und dem Danke seiner drei Kaiser gesellt sich )er Dank des deutschen Volkes.
„Als es galt, das Einigungswerk Deutschlands zu vollenden", — so heißt es in der Adresse, welche nach der Annahme der Versailler Verträge die badischen Stände an den Großherzog richteten, —" da war Euere Königliche Hoheit der erste, um das »Wort der Treue gegen Deutschland mit Verleugnung jedes Sonderinteresses einzulösen, in der Ueberzeugung, daß das, was Deutschland stark und frei zu machen berufen ist, auch dem Theile des Ganzen, dem geliebten Heimatlande, zum Segen und Heil gereicht. Tiefer noch als die Zeitgenossen. wird es die Nachwelt begreifen und durch den Mund der Geschichte aussprechen, wie viel das neu geeinte Vaterland dem echt deutsch gesinnten Herrscher Badens schuldig ist, von dessen Lippen an einem denkwürdigen Tage unsere Geschichte zum ersten Male nach langer Zeit wieder der Name eines Deutschen Kaisers erklang.
Ein Menschenalter lang waltet seitdem Großherzog Friedrich über sein Baden im neuen Reich. Großes ist ihm zu wirken beschieden gewesen, und die Erfüllung deflen zu schauen, was er so heiß und treu erstrebt. Sein Leben hat sich auf den Höhen des irdischen Seins bewegt, es war von den reichsten Erfolgen begleitet. Aber immer hat er aus dem Bewußtsein treu erfüllter Pfllicht und aus dem Segen einer glücklichen Häuslichkeit, die ihm die Tochter des alten Kaisers Wilhelm, die würdige Enkelin der edlen Königin Louise bereitet hat, Trost und Kraft zu weiterer Arbeit im Dienste des Vaterlandes geschöpft. Möge dem ehrwürdigen Fürsten, der die Last von 76 Jahren ungebeugt
usgie» :r, wie
(3076
Die „Kölnische Zeitung" denunziert weiter,
indem sie schreibt: Im Reichstag wie im Landtage beobachten die Konservativen dieselbe Haltung wie in der Kanalfrage. Aber zu einer durchgreifenden Revision des Verhältnisses zu der Partei des Grafen Limburg-Stirum wird die Regierung wohl erst den Entschluß finden, wenn es für sie dazu überhaupt zu spät und eine solche Revision auch für die Krone aufs höchste erschwert sein wird. — Vielleicht erlebt es die „Kölnerin" trotz ihrer guten Ratschläge über-
Marburg
Freitag, 25. April 1902
»aupt nie, daß die Regierung sich von den konservativen ab und den Börsenliberalen । uwendet. Die Hintermänner der Kölnischen, >ie Herren Großbanquiers, Großspekulanten und onstigen Leute find doch eine zu unsichere und u internationale Gesellschaft, als daß die Regierung wegen des Kanalbaues zugunsten >er Zement-Aktien-Gesellschaften und Grund- tücksspekulanten oder wegen des Homburger Bahnhofsbaues ihre Politik ins liberale Fahr- wasser leiten sollte.
Der Rücktritt des russischen Unterrichts Minister 8.
Im Anschluß an die Ermordung des rus- ischen Ministers des Innern Sfipjagin kommt etzt die Meldung, daß der Minister der Volksaufklärung, General Wannowskt, sein Abschiedsgesuch eingereicht und bewilligt erhalten habe. Zu seinem Nachfolger soll Geheimrat Senger, )er frühere Kurator des Warschauer Lehrbezirks, ernannt sein.
Dieser Personenwechsel wird als Symptom res Uebergangs zu einem strafferen Regiment aufgefaßt. General Wannowski hat sein Amt in ruhigem reformfreundlichem Geiste verwaltet, und da diese Politik des Entgegenkommens nichts genutzt hat, so will, wie es heißt, der Zar ein strafferes Regiment einführen.
Zum Homburger Bahnhofs-Umbau schreibt die „Rheinisch-Westfälische Zeitung": Es ist gewiß billig, daß das Städtchen mit etwa 9800 Einwohnern einen Bahnhof erhalte, der im Verhältnis zu seiner Bedeutung steht. Indessen: Sparsamkeit sei die Losung der ganzen Eisenbahnverwaltung. In dieser Beziehung konstatiert das Blatt folgende Thatsachen:
„Essen hat ein halbes Jahrhundert sich mit einer Bretterbude als Bahnhof behelfen müffen; in Düsseldorf fuhr noch vor sieben Jahren die Köln-Mindener Eisenbahn auf den Straßen Menschen tot; in H a m b u r g werden die v Züge durch mit großen Schellen bewaffnete Personen über die Ringstraßen geleitet. Dortmund schreit vergebens nach Lösung seiner Eisenbahnfrage u. s. w. Was kann da Homburg mehr verlangen, als die weit größeren Städte Hilden, Annen, Werden-Ruhr, Gerresheim, Steele usw.; wollte man viel thun, so mochte man noch einige hunderttausend Mark mehr ausgeben, um dem Badeort etwas zu bieten. Aber welch Erstaunen, als die Regierung 5 400 00 0 Mk. dafür auswarf."
Und unter solchen Umständen wagt die börsenliberale Preffe noch zu behaupten, die Ablehnung
Zum 50jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich von
Baden.
Als am 24. April 1852 die Kinder des Großherzogs Leopold von Baden um das Sterbelager des Vaters versammelt waren, fehlte der Erbgroßherzog Ludwig. Er war unheilbarem Siechtum verfallen, und es war unmöglich, daß er dem Vater in der Regierung nackfolge. Darum wurde Prinz Friedrich, zunächst als Regent, zur Herrschaft des badischen Landes berufen.
Am 9. September 1826 geboren, war Prinz Friedrich gemeinsam mit dem älteren Bruder üs Leutnant in das Grenadierbataillon des Leibinfanterie-Regiments eingetreten und hatte demnächst die Universität Heidelberg bezogen. Seine militärifche Laufbahn setzte er sodann als Oberleutnant und Hauptmann in diesem Regiments und als Major im Dragoner-Regimente „Großherzog" fort, unterbrach sie aber im Herbst 1847, um auf der Universität Bonn seine wissen- schastliche Ausbildung zu vervollkommnen. Im Jahre 1848 nahm er im Hauptquartier des Generals v. Wränge! an dem Feldzüge in Schleswig-Holstein teil. Es war eine trübe Zeit als Prinz Friedrich zur Regierung des Großherzogtums Baden berufen wurde.
Der junge Großherzog täuschte sich nicht über die gefährdete Lage seines und des deutschen Landes. Um so höher muß man ihm anrechnen, daß er an der Zukunft des Vaterlandes nicht verzweifelte. Mit ruhiger Zuversicht, mit festem Gottvertrauen und mit nie ermüdender Arbeitskraft machte er sich an das schwere Werk der Wiederaufrichtung seiner badischen Lande. Die fünfzig Jahre seiner Regierung, die sich jetzt vollenden, haben Baden aus tiefer Zerrüttung auf die Höhen geistigen und wirtschaftlichen Fortschrittes gehoben.
53. Kapitel.
Am Fenster ihres Ateliers steht Hertha, und späht sehnsüchtig die leere Straße entlang. Es ist abends am Tage nach der Schwester Hochzeit. „Warum warte ich eigentlich jetzt schon?" schilt sie sich, „er wird eben kommen, wie gewöhnlich." Aber trotzdem bleibt sie am Fenster stehen und wartet. „Es ist recht lieb von Mama, daß sie wegging, wer weiß, ob ich den Mut fände, wenn ich jeden Augenblick gestört werden kann; und doch muß es heute geschehen, ich kann ihn sich nicht so leiden sehen." Noch immer ist die hohe Gestalt nicht zu erblicken. Mit einem leisen Seufzer tritt Hertha vom Fenster zurück an den Tisch und schaut zweifelnd aus das Malgerät. „Ich sollte mich nun zwingen zur Arbeit. Früher that ich es stets, und jetzt —. Was ist aus mir geworden! Schwach bin ich und faul." Ein schalkhaftes Lächeln huscht über das kluge Gesicht. „Ich glaube fast, ich bin nervös geworden von diesem fruchtlosen Harren und Bangen. Wie würde die Stiefmutter spotten!"
Ein fester Ruck an der Klingel läßt sie emporfahren: Er, er! Sie steht wie mit Blut übergoffen und preßt beide Hände auf das hochklopfende Herz. Die Kniee versagen ihr, sie muß sich setzen. Sie bekommt plötzlich Mut, öffnet die Thür, und ruft heiter: „Grüß Gott, Herr Doktor, wie lieb von Ihnen. Jc- befand mich gerade in schauderhaft schlechter
Die kleine Frau antwortet nicht gleich. Der innere Jubel droht ihr die Brust zu sprengen. Endlich, endlich tritt sie bei diesem Kinde in ihre Mutterrechte. Zum ersten Male verzagt das selbstbewußte Mädchen am eigenen Urteil, zum ersten Mal beugt sich die Tochter — nicht äußerer Rücksichtnahme sondern einem inneren Drang folgend — dem Richtspruch der Mutter. Einen Moment stürmen die triumphierenden Gedanken in der Seele der Frau, doch riesengroß erwacht zugleich das Mitleid mit der Qual des jungen Herzens. Sie streichelt mit linder Hand die erhitzten Wangen, die kleinen, zuckenden Hände und überhäuft ihre Aelteste — zum ersten Mal wieder seit der Kinderzeit — mit tausend süßen Schmeichelnamen. Und unter diesen zärtlichen Liebesbezeugungen beruhigt sich das durch Ueberarbeitung und andauernde Gemütserregung überreizte Mädchengemüt, das Schluchzen mildert sich allmählich, und endlich steckt Hertha das Tüchlein weg, mit dem sie die Augen getrocknet. „Also Du findest mein Vorhaben nicht — unweiblich?"
Zögernd kommen die Worte von den blaffen Lippen, und Frau Herwig beeilt sich, in überzeugendem Tone zu verfichern: „Freilich würde ich es nicht jedem Mädchen raten, aber meine stolze Hertha darf es ohne Scheu thun. — Wird es Dir denn gar so schwer, Kind?" — „Unsagbar!" — Das klingt wie ein Stöhnen und aufs neue birgt fie das Haupt in den Händen. „Wie wär's denn, Herzchen, wenn Deine alte Mutter ihm einen Wink —" „Um Gotteswillen nicht," fällt Hertha der Sprecherin ins Wort. „Ich stürbe vor Scham, wenn er dann, von Dir geschickt, käme. Nein, ich will
Umschau
Aus der Zolltarifkommission.
In der heutigen Sitzung, der Staatssekretär v. Thielmann beiwohnte, führte die Kommission Zunächst die Beratung über die Positionen 134 >is 136 des Entwurfs, Eier, Eigelb und Eiweiß, iiU Ende. Unter Ablehnung des Antrags von Wangenheim und Gen., der Eier mit 20 Mk., Eigelb und Eiweiß mit je 25 Mk. Zoll belastet wiffen wollte, wie auch des sozialdemokratischen Antrages auf Zollfreiheit wurden die Vorschläge der Regierung angenommen, die für Eier 6 Mk., für Eigelb 8 Mk. und für Eiweiß Zollfreiheit ansetzen. Nach einer einstündigen Pause, die eintrat, weil die dem Centrum angehörigen Kommissionsmitglieder dem Gedächtnisgottesdienste für den verstorbenen Abg. Dr. Lieber in der Hedwigskirche beiwohnen wollten, ging die Kommission zur Beratung der Positionen 137—139, Bienen, Honig und Wachs über. Honig in Stöcken mit lebenden Bienen soll bei einem Gewicht des Stockes von mehr als 20 Kilogramm mit 40 Mk. (bisheriger Tarif ebenso), Bienenwachs mit 10 Mk. (bisher 15 Mk.), belegt werden. Für alle 3 Positionen liegen Anträge der Sozialdemokraten auf Zollfreiheit vor. Bei Honig in Stöcken mit lebenden Bienen will ein Antrag Gäbel die Gewichsgrenze von 20 auf 12 Kgl. herabgesetzt wiffen, nach einem Anträge Eothein soll Honig in Waben oder ausgelassen, auch künstlicher Honig nur mit 20 statt 40 Mk. Zoll belegt werden. Die Vorschläge der Regierung wurden angenommen, obgleich das Centrum für den Wachszoll eintrat.
aften, Harte en.
(3010 'n, a.
(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain und Neustadt, sowie von allen Post- anstalten und Landbriesträgern entgegen- grnommen.
: Höhe t) auf wechsel, Erbarmst. Verlag espon- Eunst, (3077
Gesellschaft, helfen Sie mir, dieselbe vertreiben." — „Ach Doktor, ich habe die Entdeckung gemacht, daß ich Nerven habe, und mit diesem Gesindel zankte ich mich soeben. — Aber Sie gefallen mir garnicht, ich fürchte, fie überarbeiten sich." „Nein, nein, Fräulein Hertha, Arbeit ist mir Bedürfnis, fie betäubt. — Was sollte aus mir werden, ohne fie?" — „Doktor!" fleht das erblaßte Mädchen. Er springt auf. „Verzeihen fie, ich hätte nicht kommen sollen. Ich will einen Spaziergang machen und kehre in zwei Stunden zurück."
Sie tritt ihm in den Weg, hochaufgerichtet, bleich bis in die Lippen, aber das Gesicht von einem schönen Entschluß erhellt. „Bleiben Sie, ich — ich muß mit Ihnen sprechen." Der Mann senkt resigniert das Haupt, er weiß, was kommen wird. Sie ist ja viel zu klug, um nicht einzusehen, daß aus der versprochenen Freundschaft nichts geworden ist. Sie will ihn fortschicken, denn sein Schmerz jammert sie, das liegt ja sonnenklar und ist bei dem Adel ihres Charakters nicht anders zu erwarten. „Ich höre," sagt er endlich dumpf, da sie nicht spricht. „Lieber Doktor," beginnt fie leise; man hört, daß fie fich die ersten Worte förmlich abringen muß. „An dieser Stelle habe ich Ihnen weh gethan — nein, lassen Sie mich, ich muß es sagen! Ich habe Ihnen weh gethan und — mir." Sie stockt wieder, dann aber kommen die Worte wie ein Sturzquell über die bebenden Lippen. „Ich habe mein Herz zu spät erkannt, Doktor!
. (Fortsetzung folgt.)
itta„
te
ageszej
vier.
Elfe.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
Die Mutter zerdrückt einige Thränen, doch Elfe tröstet fie heiter: „Weine nicht, Liebes, ich gehe ja mit ihm, und nur für zwei Wochen, dann wird's herrlich!" — „Adieu!" — „Lebewohl!" — „Glückliche Reise! — „Auf Wiedersehen!" — Ein lachendes Gesichtchen beugt fich aus dem Schlag, und die Rosen aus dem heimischen Garten werden grüßend geschwungen — dann find fie fort. Hertha biegt sich zur Mutter hinab: „Sie ist so glücklich unsere Elfe!" — „Das walte Gott!" tönt es aus gepreßtem Herzen zurück. —
Dr. Jürgens, der mit dem jungen Paar zum Bahnhof gefahren ist, meldet nach seiner baldigen Rückkehr: „Sie find pünklich sortge- kommen, und find lachend abgedampst wie zwei übermütige Kinder."
Als fich bald darauf die Gesellschaft aufgelöst hat, steht Dr. Herbart am Wagenschlag, Herthas Hand in der seinen. „Sie kommen doch morgen?" bittet das Mädchen. „Gewiß. Schlafen Sie recht wohl!" — „Gute Nacht!" - Die Pferde ziehen an, und drinnen im Dunkel des Wagens finkt ein blonder Kopf mit bangem Aufschluchzen an die Schulter der Mutter „Ich ertrage es nicht länger, ihn so leiden zu sehen — grundlos, denn ich habe ihn ja so unaussprechlich lieb. Ich toiH sühnen und es ihm morgen sagen. Sprich, Mütterlein, thue ich recht?"
Bestellungen für die Monate Mai und Juni auf die „OSerheffifche Zeitung" nebst Keilagen werden von unserer Expeditton
L
, i
8^ 4 schon aus ft is würd, rtern.
Nd
IC
'««i« mfttgec n oder (2964 i Hen»
L
vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 ML, MZ Qß bei allen Postämtern 2,26 Mk. (egd. Bestellgeld).
e/VX 9V 9w4ttt4»Begeb86r: die gefpaltene Zeile oder deren 10 Pftz,
Rechteten: Ne Zeile 26 Pfg.