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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Si,tt«ljshrlich«r Bezugspreis: bei der SrP«ditton 2 Mk., bei allen Postämtern 2,26 Mi. (ejcL Bestellgeld).
9»ktti»nlgebübr: die gespaltene Zelle »der deren «am» 10 Pft, Reclamen: die Zelle 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 2. April 1902.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen, SouutagSbrilage: Jlluftrirteb Sonntagsblatt.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckere
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
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Vergesse niemand, das
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ans die .Oberhessische Zeitung' bei seinem Briefträger oder dem nächsten Postamt sofort zu erneuern!
Wichtige Beratungen auf innerpolitischem Gebiete stehen bevor, — wir erinnern nur an den Z o l l - tarifentwucf, mit dem über die Existenz, über das Wohl und Wehe weiter Kreise unseres Volkes entschieden wird, — einschneidende Beschlüsse werden gefaßt werden, die jeden Deutschen nahe berühren und die er deshalb kennen muß.
Aus dem Gebiete der äußeren Politik werden
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allenthalben neue Fäden geknüpft, diezuVer. Wickelungen ebenso leicht wie zu kulturellen Fortschritten führen können. Der Krieg in Südafrika ist in ein neues Stadium getreten, die Aussichten der tapferen Buren auf endlichen Sieg haben sich in den letzten Tagen bedeutend der- bessert, neue Siegesnachrichten können täglich eintreffen.
Man vermeide deshalb, daß in der Zustellung der .Oberhesfischen Zeitung' eine Störung eintritt, denn wie bisher wird sie auch in Zukunft ihre Leser über alle wichtigen Tagesfragen kurz aber schnell und erschöpfend informieren und ihnen jedes Ereignis von Bedeutung so rasch als möglich melden.
Die Expedition
der Oberhessischen Zeitung.
Staat und Kleinbahnen.
Eine der schwächsten Stellen in der bisherigen Entwickelung der von Kreisen und anderen kommunalen Körperschaften ins Leben gerufenen Kleinbahnuntern ehmungen ist der in der Regel vorhandene Mangel an höheren bau- und betriebstechnischen Kräften. Die Folge dieses Mangels ist, daß auch in solchen Fällen, in denen an sich der Bau und Betrieb in Regie vorzuziehen wäre, damit Erwerbsgesellschaften betraut werden müssen, sowie, daß die betreffenden kommunalen Körperschaften den mit ausreichendem bau- und betriebstechnischen Personal ansgestatteten Gesellschaften dieser Art nicht mit gleichen Kräften gegenüberstehen. Endlich hat in manchen Fällen, in denen trotzdem zu Bau und Betrieb in eigener Regie übergegangen ist, schweres Lehrgeld gezahlt werden müssen. Diese schwache Seite in der Entwickelung unseres kommunalen Kleinbahnwesens ist der Staatsregierung von Anfang
115 (Nachdruck verboten.)
Else.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
39. Kapitel.
Und dräut der Winter noch so sehr Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher, Es muß doch Frühling werden.
.Also bestimmt, Hertha, um 4 Uhr! Ich verlaffe mich darauf und komme nicht heim, falls Du nicht Wort hältst.' — .Das find ja schreckliche Drohungen, Kind. — Aber sicherlich, ich komme. Unterdeffen viel Vergnügen, mein Liebling."
Hertha schaut er noch einige
Minuten nach, wie sie leichten Ganges dahinschwebt, begleitet von dem Klirren der Schlittschuhe an ihrem Arm. Dann will sie hinaufeilen ins Atelier um in den nächsten Stunden durch doppelten Fleiß das einzuholen, was sie Elfe zulieb später versäumen will. Wie sie die Thür schließt und den Schnee von den zierlichen Hausschuhen klopft, steckt die Mutter den Kopf aus der Küchenthür. .Du Hertha, komm' doch mal herein."
.Was giebt's denn, Mutti?" — .Meinst Du nicht, daß Elfe anfängt zu vergessen? Sie geht doch so gern aufs Eis, und das thäte sie doch nicht, wenn ihr das Herz gebrochen wäre."
Aengstlich forscht die kleine, romantische Frau im Antlitz der Tochter. „Behüte, Muttchen," wehrt diese lachend, „das klingt ja ganz gefährlich." — .So sag' doch, ob Du's nicht
an nicht verborgen gewesen; vielmehr ist, sobald an die Förderung des Kleinbahnbaues mit staatlichen Mitteln herangegangen wurde, auch auf die thunlichste Beseitigung dieses Mangels Bedacht genommen worden, indem darauf hin- gewirkt wurde, daß seitens der finanziell gleichfalls interesfirten Provinzialverwaltungen die nötigen höheren technischen Kräfte bereit gestellt und den als Unternehmer auftretenden Kreisen oder sonstigen Kommunen zur Verfügung gestellt wurden. Die meisten Provinzialverwaltungen sind auch bereitwillig auf diese Einrichtungen eingegangen. In dem einen oder anderen Falle haben sich aber die ursprünglich weitgehenden Pläne nicht verwirklichen lassen. In einigen anderen Fällen hat die Ausführung der Absicht nicht völlig entsprochen, so daß durch die Mitwirkung der Provinzialverwaltungen jenem Mangel an bau- und betriebstechnischen Kräften seitens der kommunalen Unternehmer der Kleinbahnen nicht in der erhofften Weise abgeholfen werden konnte. Insbesondere hat sich herausgestellt, daß in einer ganzen Reihe von Fällen die Kostenanschläge für den Bau, auf denen die Finanzirung des ganzen Unternehmens beruhte, nicht zutrafen, so daß das Baukapital nicht ausreichte und in manchen Fällen selbst die Vollendung der in Angriff genommenen Bauausführung in Frage gestellt wurde. Die Staatsregierung hat in einer ganzen Reihe von Fällen demzufolge zu einer nachträglichen Sanirung solcher Unternehmungen mit finanziellen Opfern die Hand bieten muffen. Um für die Folge solchen Fehlern bei dem ersten Zuschnitt von Kleinbahnunternehmungen vorzubeugen, ist Anordnung getroffen worden, daß finanzielle Zuwendungen seitens des Staates an solche Unternehmungen nur auf Grundlage eingehender eisenbahntechnischer Nachprüfung der betreffenden Vorprüfungen und Anschläge seitens der betreffenden Eisenbahndirektionen erfolgen. Die weitere Anordnung, daß an der Verwaltung derjenigen Kleinbahnen, an denen der Staat sich finanziell beteiligt, ein technischer Beamter der betreffenden Eisenbahndirektion beteiligt wird, verfolgt gleichfalls den Zweck, daß diese Verwaltungen entsprechend bau- und betriebstechnisch beraten find und demzufolge auch in eine ungleich beffere Lage gegenüber Bau- und Betriebsunternehmern gesetzt werden.
Umschau
Fürst Münster t-
Dem Heimgegangenen Fürsten Münster widmet die „Nordd. Allg. Ztg." folgenden Nachruf: Die Hoffnung, daß es dem Fürsten Münster
auch für ein günstiges Zeichen hältst?" drängt Frau Herwig ungeduldig. Hertha finnt einen Moment. Sie hat betreffs der Schwester Eislust ihre eigenen Gedanken, indes, wer weiß, ob fie sich nicht täuscht. So beruhigt sie das ängstliche Mütterlein mit dem Hinweis auf Elfes zunehmende Heiterkeit und schlüpft dann eiligst in ihr Atelier.
Unterdeffen hat Elfe die Eisbahn erreicht.
Sie hat den See schon mehrere Male durchquert, ohne den zu finden, den fie sucht. Eben lenkt fie enttäuscht nach dem Eingang, als eine kleine, dicke Leutnantsfigur fich prustend durch die, die Kaffe belagernde Menge drängt. .Ah, meine Gnädigste," ruft er erfreut, „das Schicksal bietet mir Genugthuung. Darf ich um die Ehre bitten?"
‘ Sie wünscht nichts besseres und streckt ihm bereitwillig ihre Händchen hin. „Das Schicksal ist wirklich zuvorkommend gegen mich, gnädiges Fräulein," beginnt Julius Cäsar gewandt die Unterhaltung. „Nachdem es gestern die Unbesonnenheit begangen, mich erst zu Ihnen zu führen, als Sie schon abgeschnallt hatten, läßt es mich heute mit dem ersten Schritt auf Sie stoßen. Es lebe der Zufall!"
Sie haben den See schon zweimal umkreist, ohne daß der Name desjenigen genannt worden wäre, um deffentwillen das Mädchen hier ist. Allmählich verstummt auch der lebhafte Wortschwall des kleinen Baron, da seine Partnerin nur einsilbige, oft ganz verkehrte Antworten giebt. Wie verändert ist doch das übermütige, lebenssprühende Geschöpf.
Der warmherzige Baron faßt die Händchen,
vergönnt fein würde, die Kränklichkeit, die ihn im Dezember 1901 zum Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst des Reiches bestimmte, zu überwinden und sich noch lange eines ruhigen Lebensabends zu erfreuen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Unsere Diplomatie betrauert in dem Heimgegangenen einen ihrer vornehmsten Repräsentanten. Die Bereitwilligkeit, mit der nach den Ereignissen des Jahres 1866 der entschlafene Staatsmann feine ausgezeichnete Begabung in den Dienst der nationalen Sache stellte, sichert seinem Namen ein dankbares Gedächtnis. Während einer langen und ehrenvollen Laufbahn hat er unter drei deutschen Kaisern in verschiedenen Stellungen, namentlich als Botschafter in London und Paris, der Krone und dem Baterlande vortreffliche Dienste geleistet, die von Seiner Majestät dem Kaiser wiederholt, insbesondere auch durch die Erhebung in den Fürstenstand und durch Verleihung des Schwarzen Adlerordens mit Brillanten anerkannt worden sind. Ein Patriot, der in der Neuerstehung von Kaiser und Reich, wie er oft ausgesprochen hat, den schönsten Traum seiner Jugend erfüllt sah, ist mit dem Fürsten Münster von Derneburg dahingegangen. Ehre seinem Andenken!
Ministerreisen.
Der Staatssekretär Graf Pofadowskh trifft heute, Dienstag abend, in München ein um sich mit der bayerischen Staatsregierung insbesondere mit dem Ministerpräsidenten Grafen v. Cralsheim, über verschiedene schwebende Fragen persönlich ins Benehmen zu setzen. Gras Posa- dowskh wird am Mittwoch und Donnerstag in München bleiben; am Mitwoch wird Gras Posadowsky zum Prinzregenten zur Tafel geladen, am Donnerstag findet ein Diner zu Ehren des Staatssekretärs beim Minister- präfidenten Grafen v. Crailsheim statt.
Von den gärtnerischen Zöllen.
Zu den Kommisfionsverhandlungen über die Zölle auf gärtnerische Produkte zum Zwecke des Schutzes der deutschen Gärtnerei versendet der Verband der Handelsgärtner Deutschlands folgendes Rundschreiben:
Die Erklärungen des Staatssekretärs Frhr. v. Richthofen in den beiden letzten Sitzungen der Zolltarifkommission, daß Zölle auf Gemüse Blumen u. s. w. in Rücksicht auf das Ausland, besonders Italien, für die Reichsregierung unannehmbar seien, hat in den Kreisen der deutschen Handelsgärtner eine gewaltige Erregung hervorgerufen. Mit der Landwirtschaft hat die
die so kalt in den seinen liegen, fester, und aus seinen Worten klingt herzlichstes Mitgefühl. „Mein gnädiges Fräulein, können Sie denn nicht mehr so herzerfrischend lachen, wie früher?" Es ist eine ungeschickte Frage, und des Mädchens peinliches Erröten überzeugt den Unvorsichtigen davon. Aber im nächsten Moment schon stiegt ein mattes Lächeln über das reizende Gesicht. „Gewiß kann ich das, Herr Baron, sprechen Sie mir nur von etwas recht Erfreulichem." — Was mochte fie meinen?
In Cäsars Haupt jagen sich Gedanken und Vermutungen: Stand fie noch mit Werner in Verbindung? Wußte fie seinen Aufenthalt? Wenn nicht, dann durste er die Erinnerung nicht heraufbeschwören. Wenn sie von ihm sprechen will, soll fie selbst anfangen. Elfe denkt ähnlich, und so beginnt zwischen beiden ein für den Dritten gewiß drolliges Fragen und Forschen, Tasten und Raten, dem das Mädchen endlich mit dem geistreichen Ausspruch: „Ob Herr von Buchwald heuer auch Schlittschuh läuft?" einen Fortschritt giebt. — „Glaube nicht — ist möglich", stammelt der kleine Baron erschrocken. — .Er ist Ihr Freund?" — .Ja, jawohl! Wir kennen uns seit dem Kadettenhaus. — „Sie werden ihn sehr vermissen!" — „Ja, — gewiß — jawohl!"
Die junge Dame stampft ungeduldig das Eis, wobei fie fast das Gleichgewicht verloren hätte. Als fie wieder feststeht, muß fie wohl oder übel in ihrem Verhör fortfahren, denn der verstockte Deliquent Hilst ihr nicht im Geringsten, sondern hängt den Kopf und wartet auf den Moment, wn er seine Un-
deutsche Gärtnerei zu den wiederholten Versprechungen der Reichsregierung, die heimische Produktion schützen zu wollen, Vertrauen gehabt, und jetzt sollen die Interessen der Gärtner den Interessen des Auslandes geopfert werden. Daß die Reichs"egierung über die schwierige Lage der deutschen Gärtner auch heute noch nicht genügend unterrichtet ist, hat sie durch die Begründung zu den gärtnerischen Positionen des Zolltarifs bewiesen, trotzdem die zahlreichen gärtnerischen Vereinigungen an Aufklärungsarbeit das Möglichste geleistet haben. Ganz ohne Berücksichtigung find bei dieser Frage auch die Interessen der mit der Gärtnerei und ihren Bedürfnissen in Verbindung stehenden zahlreichen industriellen Betriebe geblieben. Man will deshalb in gärtnerischen Kreisen immer noch nicht glauben, daß die Regierung verantworten will, daß nur der Interessen Italiens wegen ein großer Erwerbsstand und dessen Eixistenz- begingung preisgegeben werden. Man hofft auch, daß die Mehrheit des Reichstages ein derartiges Unrecht nicht zugegeben wird, und man ist namentlich sehr enttäuscht darüber, daß fich in der Zolltariskommisfion eine Mehrheit für Zölle auf Blumen und Bindegrün nicht hat finden lassen, trotzdem man berechtigt war, eine solche bestimmt zu erhoffen. Man wird es in den gärtnerischen Kreisen an einer ausgedehnten Agitation nicht fehlen lassen, um alles zu versuchen, damit die Kommission in der zweiten Lesung des Zolltarifentwurfs zu anderen Beschlüssen gelangt.
Amerikanische Dampferzuschüsse.
Nach einer längeren Verhandlung nahm der Senat der Vereinigten Staaten den heiß umstrittenen Gesetzantrag über die Dampferzuschüffe an, und zwar mit 42 gegen 31 Stimmen. Die Republikaner Allison und Dolliver aus Iowa, Spooner und Quarles aus Wiskonsin, Proctor und Dillingham aus Vermont stimmten bei der Schlußabstimmung gegen den Gesetzantrag. Dafür stimmte aber Senator McLaurin von Süd - Carolnia mit der republikanischen Mehrheit für die Annahme. Mit Ausnahme des von Allison eingebrachten und von Foye unterstützten Unterantrags, welcher die Zeit der Gültigkeit der unter den Bestimmungen des Gesetzes eingegangenen Verträge auf den 1. Juli 1920 festsetzt und den Höchstbetrag der Zuschüsse für Postbeförderung auf 8 Millionen Dollars festsetzt, war keiner der sonst angenommenen Anträge von tief einschneidender Bedeutung. Die Abstimmung über die Aenderungen begann um 3 Uhr nachmittags, und es brauste eine solche
wiffenheit eingestehen muß. — Endlich ist die Frage heraus: „Sie wissen doch, wo Herr von Buchwald fich jetzt aufhält?" — Nein, er wußte es nicht, wußte es wirÜich nicht. Werner hatte ihm weder Adieu gesagt, noch ein Sterbenswörtchen hinterlassen. Elfes Hoffnung ist vernichtet. Sie hört nur mit halbem Ohr, wie ihr Partner, der seine Rednergabe wiedererlangt zu haben scheint, ausführlich erzählt, wie des Freundes Benehmen ihn gekränkt habe. „Er schloß fich die letzten Tage seines hiesigen Aufenthaltes ein. Denken Sie fich das, meine Gnädigste. Keiner der Kameraden durste zu ihm, das begreife ich; aber ich, mein gnädiges Fräulein, ich hätte wohl eine Ausnahme beanspruchen dürfen. Ich liebte ihn wie einen Bruder und wäre überglücklich gewesen, hätte er mich wie einen solchen in seine Fatalitäten eingreifen lassen. Er wies mich schroff zurück, und plötzlich war er verschwunden, spurlos, Niemand hat eine Ahnung von seinem Aufenthalt, eS ist unbegreiflich, wie er das ermöglichte. In seiner Wohnung sand man nur einen Zettel, der trägt die Worte: Vergeßt mich alle. Ich gehe ins Ausland."
Beklommenes Schweigen tritt ein. Der Mann weiß, daß das junge Herz neben ihm in diesem Augenblick schmerzlich zuckt und findet kein Wort, daS Trost hätte bringen können, und das Mädchen hat sich zwar mit Stolz gewappnet, besitzt aber doch noch nicht die gesellschaftliche Routine, die Kraft zu Scherz und Lachen giebt, während die Seele unter Folterqualen aufschreit.
(Fortsetzung folgt.)