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Frau Herwig hat sich im Dunkel der Nacht Elfes Liebesgeschichte nochmals in den schwärzesten
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«rr zwei Personen schlafend: Elfe, die erschöpft dom Weinen eingeschlummert ist, und Curt,
Regierung und offiziöse Presse.
Obwohl wir eine ziemlich lange und arbeitsreiche parlamentarische Periode hinter uns haben, obwohl die zollpolitischen Vorlagen des Grafen Bülow, mit denen derselbe die Politik des größeren Schutzes der nationalen Arbeit zu in- auguriren verhieß, sich seit fünf Monaten in parlamentarischer Behandlung befinden, sind die Aussichten über das Endschicksal jener Vorlagen heute so wenig geklärt, wie beim Beginn der ersten Lesung im November v. I. Wer mit
8i,rtrljährltch,r Bezugspreis: bei der Erpeditiou 9 SRt, bei allen Postämtern 2,25 Mk. (ejd. Bestellgeld).
3e*eitiemi«bä6r: die gespaltene Zeile »der der« Äo* 10 Mfc,’ Steden«: di, Zeil, 35 Pfg.
lRachdruck verboten.)
Elfe.
Roma« von Hanna Aschenbach.
lFortsetznng.)
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I Dieselbe „Berliner Korrespondenz" und die- I selbe „Nordd. Allg. Ztg.", die seiner Zeit tag- I aus, tagein lange Artikel brachten, um neue Marinevorlagen zu verteidigen, das Geschrei I von uferlosen Flottenplänen u. dgl. zu widerlegen, haben bisher noch nicht das Wort zur I Vertretung der zollpolitischen Gesetzentwürfe gefunden. Zu dieser Passivität der Regierung I kommt aber noch ein viel befremdlicherer Um- I stand, nämlich die Thatsache, daß die halboffiziöse I Presse, die des Lobes voll ist über die sogenannte I Weltpolitik der Regierung, gleichzeitig aber auch I die Erhöhung der Zölle in geradezu leidenschast- I licher Weise bekämpft. Wir erinnern an den „Hamb. Korresp.", der als ein Organ der Reichsregierung gilt und der bis in die letzten I Tage hinein immer wieder der Regierung den I Rat erteilt, die Vorlagen zurückzuziehen. Die- I selbe Wahrnehmung machen wir bei anderen I Zeitungen ähnlichen Charakters. Wer will sich I unter diesen Umständen darüber wundern, daß I im Volke immer mehr Zweifel darüber auf I tauchen, ob die Regierung heute wirklich kräftig I und geschloffen hinter ihren Vorlagen steht.
I der Familie die Hände gebunden, selbst wenn die pekuniären Verhältniffe eine Vereinigung
I ermöglicht hätten, was sie nicht thaten. — I „ArmeS Kind, arme Elfe! Und wie sie von ihm sprach, wie sie bebte und ihn verteidigte! Es ist die echte, rechte Liebe, und diese fühlt der Mensch nur einmal! So jung und schon I unwiderruflich vorbei? Es kann Nichtsein!"
Wieder verliert sich dar grübelnde Mädchen I in stilles Sinnen, und aus dem Versuch, sich I in Herrn von Buchwalds Lage zu versetzen, I kommt sie unwillkürlich zu der Erinnerung an I I eine andre unbefriedigte Mannesliebe. Zwei I sonnige Augen erscheinen vor ihrem Geiste, und I zum erstenmal kommt ihr der Gedanke, daß der I Student um sie gelitten haben könnte und viel- I leicht noch leide. Da wird's ihr so eigen zu I Mute, bis die unerträglichen Gedanken sie vom I Lager verscheuchen. Sie kleidet sich hastig an. — I .Ich werde wohl selbst noch toll. Es scheint, die Else hat mich angesteckt. Das Beste ist, | ich gehe an die Arbeit, die vertreibt alle I Phantastereien!" — Lautlos öffnet sie die Thür und schreitet der Treppe zu. Ein seltsames
Bild, dieses schöne Geschöpf im schleppenden, I hellblauen Morgen kleid, die goldenen Zöpfe lang herniederhängend, das feine Gesichtchen von einer Kerze hell beschienen, die Stufen hin- I aufgleitend. Im Atelier entfacht ein Streichholz das im Ofen aufgeschichtete Brennmaterial. Das knistert und sprüht Funken, und schon nach wenigen Minuten verbreitet sich eine wohlige I Wärme von dem kleinen schwarzen Ungetüm aus durch daS eigenartige Gemach.---|
Wenn Hertha malte, so war es eine Lust, I ihr zuzusehen, obgleich sie das garnicht liebte. |
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Es bleibt fraglich, ob Hertha so überzeugt r rA, als ihr Ton klingt, aber sie hat die beste . fi-w Hoffnung, und Frau Herwig richtet sich wie t>. Diä gewöhnlich an dem guten Mut ihrer Aeltesten auf. ’ Diese Nacht verbringen im Weißen Schlößchen —® IMtv iVmot St . /CfC— kl. ——rX.
I ertr-'f el^ln Staalsmimsteriums I fammentunft mit Kaiser Wilhelm "zu haben^—
lange anerfannt offiziöse Organe die zoll- den Präsidenten der Nevublik SÄST E ”” -E'.-Jch »ri6 s°h-w°V, faß bas Statt
- —n^en-___f°rt »daß man diese Nachricht dementieren
" wird. Aber die Dementis des Herrn Delcaffs
Itmfrhmr ^Tn »rcht viel auf sich ... . Um vollständig
umityau und genau zu fein, muß ich sagen, daß der
I Zum Tode Koloman Tisza's i Borschlag, an einem Punkte der deutschen Küste schreibt die „Nordd. Allg. Ztg "• Die Kunde I «en' *fWilhelm selbst auö- von dem Ableben Kolomaft Tisza's wurde in auf beuHd^k^Pn !PfräJtbenteJt ber Republik unseren politischen Kreisen mit wahrer Teil- fe?en' benn eT weiß,
nähme ausgenommen. Die Verdienste, die sich m I erwachsen
Tisza um die Pflege der Bündnisbe iehungen b,efeS ^chtige Er-
Oesterreich Ungarns zu Deutschland erworben gebeutet wür^ w^lb?^?^ DOtL
hat, werden unvergessen bleiben, wie sie auch SS? toüIbe/ toef4er.tn Frankreich auf bte
m der Vergangenheit bereitwillige Anerkennung 1 "ft8 Ä^naHft' f J?inaib®U.en • “ gefunben haben. Die historische Ehrung dieser ben bas Lrifcr 4 Wind,
Verdienste war, daß der Kaiser während seines " b°8 ^^^er Blatt hier macht. —
Besuches in Wien, im Jahre 1888, Tisza in --------
besonderer Audienz empfing und ihm persönlich I 50:6 Danen beginnen nachzugeben, die Insignien des Schwarzen Adlerordens über- Der Kopenhagener „Nationaltidende" zu- reichte. Mit aufrichtigen Gesinnungen schließen folge wird in Kurzem ein Aufruf an das wir uns beim Heimgang des hervorragenden deutsche Volk in Umlauf gesetzt werden, worin Staatsmannes der nationalen Trauer unserer einige Dänen die Erklärung abgeben, die letzte ungarischer Bundesgenossen art Wahl in Nordschleswig habe gezeigt, daß diese«
. ^I^eordnetenhause zu Budapest widmete Land jetzt von einer gemischten und nicht von der Präsident Graf Apponhr dem verstorbenen einer ausschließlich dänischen Bevölkernng be- Koloman Tisza einen ergreifenden Nachruf. | wohnt werde.
Die Anträge des Präsidenten auf protokollarischen Aus diesem Grunde wollen die Unterzeichner Ausdruck des Schmerzes über den Verlust, des Ausrufs, für den Unterschriften gesammelt Niederlegung eines Kranzes und Teilnahme am I werden sollen, raten, mit dem Nation alitäts- Begrabnls werden angenommen. Der Minister- kampf in Nordschleswig aufzuhören. Sie finden Präsident Szell schließt sich dem Präsidenten an: I es natürlich, daß die Dänen dort sich offen „Seit gestern gehört Tisza der Geschichte an, I und ohne Hintergedanken der stärksten der welche seine Thaten würdigen, seine Verdienste I beiden Nationen, der deutschen, anschließen, hervorheben und ferne Thätigkeit gerecht be- I Dafür werden die Deutschen um Schonung und urteilen wird. Seine Andenken wird unaus- I Milde gegen die „Südjüten" ersucht löschlich unter uns leben." - Zum Zeichen der —
Trauer wird die Sitzung geschloffen. Boni südafrikanischen Kriege!
SRdtbliürt Erscheint täglich autzcr an Werktagen nach Sonn- und geiertaaev.
«y»TI“ «•mrt«B8beU«e: Jllnftrirteö S-nnlagsvlatt.
Mittwoch, 26. März 1902. ■* Universitäts-Buchdrucker«
_______________________ 0 Marborg, Markt 21. — Telephon 55.
I Französische Pbantasieen . »RlchtsNeues vor Pretoria, Herr Minister?" I gin Pariser Blatt enthiirfpft aus r f, x I [° gestern, feit der Veröffentlichung
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I Anklopfen eintreten. Dann I Sie würde überhaupt sehr erstaunt aewesen
mit xp1U-Afle ejn wenig I fein, hätte sie bemerkt, daß drei Menschen sich
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Er begab sich aber keineswegs direkt nach I aber hat sie keine Ahnung davon und der Pragerstraße, und das hatte folgenden S?bt sich denn mit vollem Eifer ihrer Arbeit Grund: Er hatte einmal nicht widerstehen I ^tn. Die lautlose Stille der Nacht thut ihrer können, seinem lieben Doktor eine besonders I bie Einsamkeit liebenden Seele wohl. Sie lehnt
| schöne Truhe, welche Herthas geschickte Hand f$ einen Augenblick in ihren Stuhl zurück und mit einem Streumuster rosiger Gänseblümchen betrachtet prüfend das fast vollendete Werk, verziert hatte, zu zeigen. Die Blüten lagen Das Feuer im Ofen knistert leise, und Hertha ungekünstelt auf dem dunkelgrünen Grunde, als wirft Pinsel und Palette hin, und den schönen habe eine Kinderhand sie darauf geworfen. Körper wohlig dehnend, sagt sie zu sich selbst:
Der Doktor war ganz bezaubert von dem "3Bie flut id>8 bo$ W
kleinen Kunstwerk, und Hut und Mantel er- Ein stilles Sinnen tritt in die klugen Grau- grelfend, folgte er Jakob auf dem Fuße, um I nugen, ein träumischer Schleier ftnft darüber, sich dasselbe zu erstehen. Seitdem brachte der I »Cb es schöner wäre — wenn — wenn — ?" alte Diener in stillschweigender Uebereinkunft I Langsam steigt ein weiches Rot in das weiße mit feinem Herrn, diesem Herthas Arbeiten I Mädchengeficht, und da hängen auch wie hin- stets zur Ansicht. Dr. Herbart kaufte sich die- gehaucht zwei glänzende Tropfen an den langen selben maffenhast, so daß feine hübsche Jung- Wimpern. Hertha schüttelt sie energisch ab. gesellenwohnung bald davon überschwemmt war I »34 Thörin! Die verliebte Elfe hat mich und wohl als Ausstellung La Violettas hätte I nichtig angesteckt. Du lieber Himmel, was gelten tönnen. sollte denn aus meiner Familie werden, wenn
Hertha hatte keine Ahnung von diesem !?rnU?m£8 .3Käbd’en Heiratsgedanken spinnen Kultus, sie wußte zwar, daß im Herzen^ihres wollte? Das zarte Muttchen, die süße Elfe getreuen Jakob eine neue Sonne aufgegangen me™ Soldjunge, der Curt, die brauchen war, begnügte sich aber mit der G?wißh?it, Ä "Änbt& Rem, nein da flieht« nichts, daß bte Liebe zu ihr dadurch nicht verdunkelt 2808 * mxd) anbier Leute Augen an?" würde. Sie bedachte freilich nicht, daß dieses I (Fortsetznna felgt.)
Doppelgestirn tm Herzen des guten Alten den I 8 8 T 8» J
kritischem Blick die zollpolitischen Kämpfe der letzten Monate verfolgt hat, wer sich insbesondere das Verhalten des Vertreters der Regierung in der Zollkommisfion vergegenwärtigt, muß neue Zweifel darüber empfinden, ob die Regierung heute noch stark und geschlossen hinter ihren Vorlagen steht und die ernste Absicht hat, mit der zollpolitischen Mehrheit des Reichstags die Grundlagen für den Ausbau neuer Handelsverträge mit dem Ziel des größeren Schutzes der nationalen Arbeit zu schaffen. Wir sehen im Augenblick vollständig ab von jenen eigenartigen Aeußerungen einzelner Vertreter der Regierung, die berufen waren, die Vorlagen zu vertreten, die im Grunde genommen aber viel mehr Sympathien für die Gegner des Schutzes der nationalen Arbeit als für ihre Freunde erkennen ließen. Was aber heute besonders auffallend erscheint, was auf weitere Kreise geradezu verstimmend wirken muß, ist der Mangel jeder Vertretung der Vorlagen durch die offiziöse Presse.
Wir waren es bisher gewöhnt, daß die Re- gietung bei Vorlagen von grundsätzlicher Be- - deutung den ganzen Heerbann der ihr zur Ver- _ fügung stehenden Presse in ausgiebigster Weise
' benutzte, um ihre Politik im Volke publizistisch
zu vertrete» und der Volksverhetzung entgegen: -w juarbeiten. Als Fürst Bismarck Ende der ; 70er Jahre dem Freihandel den Abschied er- Jl 1 teilte und die deutsche Wirtschaftsreform einzu- | 1 leiten begann, hat er sich als Virtuos auf dem eta Klavier der öffentlichen Meinung gezeigt. Kein —tiefe Tag verging, an dem nicht die Regierungs- ffl/i presse Artikel zur Befürwortung und zur Begründung des Schutzzolls brachte und den Widersachern scharf entgegentrat. Der damalige Gehilfe des Fürsten Bismarck, Profeffor Aegidy, hom» 4at uns in seinen Plaudereien Beweise dafür Jtintel geliefert, wie Fürst Bismarck es verstand, seine rom» Anschauungen publizistisch zur Geltung zu bringen. Bekannt ist auch die fast rücksichtslos scheinende Art, in der er sich von Mitarbeitern trennte, die die neue Politik nicht mitmachen
I ÄmAt’rf S ßel£tiEm Ersten | Graf Bülow hat bei Annahme seines Amtes | I
I Bismarck sein Werk. Der Auffchwung, den'— ~ 1
I Deutschland seitdem genommen hat, ist auf diese Zähigkeit des eisernen Kanzlers zurückzuführen. Aber auch der neue Kurs hat es
I verstanden, die offiziöse Preffe feinen Zwecken I nutzbar zu machen, so z. B. behufs Durch- I bringung von Marinevorlagen, für die im Volke I wenig Stimmung vorhanden war. Wer jene publizistische Thätigkeit der Regierung mit ihrer jetzigen passiven Haltung vergleicht, muß allerdings zu eigenartigen Schlüffen kommen. Es berührte einigermaßen befremdlich, alsGrafBülow im Sommer v. Js., als er seine zvllpolitischen Gesetzentwürfe der Oeffentlichkeit übergab, durch
| die offiziöse Presse erklären ließ, er überlasse es zunächst der öffentlichen Meinung Stellung zu den Vorlagen zu nehmen, er werde sich an diesem Kampf erst beteiligen, sobald die Beratungen im Reichstage beginnen. Schon damals folgerten weite Kreise des Volkes aus dieser Passivität, daß es der Regierung vielleicht nicht sonderlich ernst mit den neuen Vorlagen sei, daß Graf Bülow das Patenamt für die neuen Vorlagen nicht übernehmen wolle. Nachdem nun aber der Kampf int Parlament begonnen hat, und nachdem das Wort vom Brotwucher, das sich ja doch gegen die Regierung richtet, begonnen hat, das Volk aufzuhetzen, muß es be- I fremdlich erscheinen, wenn die Regierung auch heute noch darauf verzichtet, die offiziöse Preffe I zu Hilfe zu nehmen. I
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Farben ausgemalt, und nun fehlt es natürlich turt Acht an reichlichen Thränen über dar einge- ^Zbildete, tragische Schicksal der Tochter. Sie Pre Uuchzt leise in die Kiffen hinein, erst gegen (22* Rorgen gewinnt der Schlasgott Macht über ms ängstliche Mutterherz.
Anders Hertha. Sie liegt wohlig auSge- ireckt mit weitgeöffneten, sinnenden Augen. Sie k mnt nach über Elfes Schicksal und sucht nach \ toer Möglichkeit, es zu wenden. Vor allem ■ *u6 das zarte Mädchen aus ihrem zehrenden ■ 'ram aufgerüttelt und zur Thätigkeit geführt V «rben, sonst würde sie verwelken wie eine ilume, die der Reif getroffen. Also diesem -räumen und Grämen muß ein Ziel gesetzt 'erden, und Hertha traut sich die Macht zu, Zleisc 8 mit Geduld von dem Gemüt und Gesundheit Se vergiftenden Wege zurückzubringen. Aber auf mteni me günstige Wendung ihres Liebeslebens kann r (171 *• sich keine Hoffnung machen. Werner von ta ft hi$toaIb ^atte Else aufgegeben, damit waren