MrWW IMng mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura und Kirchhain.
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viertkljährlichti Bezugspreis: bei^bn^ebttwn 8 3Rt, Marburg Jllnfttirt^Sonntagsblatt. “ ß?
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Zweites Blatt.
Provinzial-Saatmarkt in Marburg.
Auf den Saatmarkt, der morgen, Sonnabend den 1. März von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends im Restaurant Bartsch (Fronhof) abgebalten wird, haben gesandt:
1. Eduard Meher, Friedrichswert, Herzog- thum Gotha, eine große Kollektion Futterrübensamen (Originalsaat)
2. A. Kirsche, Pfiffelbach bei Apolda, ein Sortiment Original Runkelrübensamen.
3. F- Heine, Hadmersleben, Prov. Sachsen, Original-Saat der Sommerfrüchte.
4. O. Beseler, Klostergut Weende, Provinz Hannover, Hafer (Original-Saat.)
5. W. Rückert, Görlitz, Schlesien, eine große Kollektion Saatkartoffeln (Orig.-Saat.)
6. Landwirthsch. Verein Marburg, eine Kollektion Saatkartoffeln.
7. W. Neumann, Leutersdorf, Ober Lausitz in Sachsen eine Kollektion Kartoffeln (Original-Saat.)
8. O. Steiger, Leutewitz, ei^Sortiment Original-Runkelsamen.
9. H. Ri mpau, Klostergut Anderbeck, Hafer (Original-Saat.)
10. Derkaufs-Shndicat der Kaliwerke, Staßfurt, Dungsalze.
11. Verein deutsch-österreichischer ThomasphoSphatsabriken, Berlin, Dungsalze.
12. Chemische Versuchsstation Marburg (Pros. Dietrich), Dungsalze und Sämereien in großer Kollektion.
13. PH. Deichmann, Rittergut Lembach bei Borken, Victoria-Erbsen, Heine's Hafer, Licowo-Hafer, Sommerweizen und Kartoffeln.
14. N. ®. Elwert'sche Universitäts- buchha ndlung, Marburg, Litte- ratur über Saat und Ernte.
15. Heinrich Berdux sen. Marburg, ein Sortiment Sämereien aller Art (60 Nummern.)
16. Heinrich Berdux, Marburg, ein großes Sortiment Sämereien aller Art (160 Nummern.)
17. Heinrich Grimmell, Marburg, eine große Sammlung von Geräthen aller Art.
18. Philipp Keuscher, Marburg, ein Sortiment Sämereien aller Art.
19. Peter Tromm, Marburg, eine große Kollektion Dungsalze.
20. A. Grimm, Dagobertshausen, Kreis Marburg, Hafer und Haferrispen.
21. I. Klingelhöfer, Brückerhof, Kartoffeln.
22. E. Bohl, Kirchhain, dänischen Hafer nebst Rispen.
23. K. Göbel, Wetter, Kartoffeln.
24. Ch. Schlabach, Stedebach, Hafer und Kartoffeln.
25. H. Kraft, Hachborn, englische Erbsen und Hafer.
(Fortsetzung folgt.)
Heffen-Naffau und NachbargebiM
Cassel, 26. Februar. Nach dem neuesten Adreßbuchs zählt unsere Residenzstadt nicht weniger als 223 Vereine, nämlich 16 Vereine zur Förderung allgemeiner Interessen, 8 Beamtenvereine, 7 Bildungsvereine, 3 Freimaurerlogen, 6 gesellige Vereine, 26 Vereine zur Förderung von Handel, Gewerbe und Verkehr, 8 Vereine zur Förderung von Landwirthschaft und Gartenbau, 5 Krankenpflegevereine, 13 Kranken-, Penfions und Begräbnißkaffen, 22 Kriegerveine, 21 Kunst- und Mufikvereine, 10 patriotische und politische Vereine, 32 religiöse (konfessionelle) Vereine, 27 Sportvereine, 7 wissenschaftliche Vereine, 11 Wohlthätigkeits- vereine. Das find indessen nur die angemeldeten Vereine. Wenn die nicht angemeldeten geselligen Vereine, die verschiedenen Kegelkubs ic. dazu kommen wird wohl die Zahl sich noch um ein Beträchtliches erhöhen.
fe. WieSdade«, 27. Febr. Der Maurer Dorman stürzte heute gegen Abend an einem Neubau in den Keller ab und war sofort tobt.
Dillenburg 25. Fevr. Wie man bestimmt hört, wird mit dem 1. April mit dem Bau der Bahn Herborn—Driedorf—Remerod nach Neuwied begonnen. Mit dieser Bahn wird der ganze westliche Theil des Westerwaldes dem Verkehr erschlossen.
n. Gietze», 27. Febr. Bei dem am 25. und 26. statt gefundenen Markte waren aufgetrieben 1204 Rindvieh 436 Schweine. Der nächste Markt finndet am 11. u. 12. März statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt.
Darmstadt, 26. Febr. Die Strafkammer verurtheilte den Sparkassenrechner Maier von Offenbach wegen Unterschlagung im Amte zu 2 Jahren und 6 Monaten Gefängniß und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.
Darmstadt, 26. Febr. Gegenüber anderweitigen Meldungen erklärt die KabinetS direktion in der „Darmstädter Zeitung", daß an eine Auflösung der Künstlerkolonie niemals gedacht worden sei. Die Kolonie gehe jetzt mehr wie je einer gesunden, für Stadt und Land hoffentlich segensreichen Zukunft entgegen.
Vermischtes
Heiteres e*8 einer Schule in Äxwetux. Der an der Schule des evangelischen Afrikavereins in Bonan Nianjo angestellte deutsche Lehrer Ebding giebt in seinem Bericht einige heitere Erlebniffe mit seinen schwarzen Schülern zum Besten. Mit dem Schulzwang hat es natürlich dort noch seine Schwierigkeiten. Der Lehrer ließ daher bei der Aufnahme die Schüler sowie deren Eltern sich verpflichten, daß sie bei unerlaubten Versäumnissen 50 Pfennige Strafe zahlen müßten. Anfangs wurden mehrmals Versuche gemacht, den Kontrakt zu brechen. Der Lehrer gab jedoch nicht nach, sondern meldete die Rückständigen dem Oberhäuptling Manga Bell, der ein warmer Freund und Förderer der Schule ist, selbst zwei Kinder regelmäßig zum Unterricht schickt und nun einen heilsamen Druck auf die Säumigen aus übte. Einer nach dem anderen brachte feine Strafgelder, ein Schüler aber kam und bat den Lehrer: „Gieb mir doch lieber für 50 Pfennige Schläge." Im Unterricht, namentlich im Deutschen, kommen ost komische Dinge vor, da der Kameruner Aktiv und Passiv verwechselt. Groß ist die Liebe der schwarzen Schüler zum Gesang, sie lernen deutsche Lieder besonders gern und es gilt als eine Strafe, wenn anstatt der Singstunde ein anderes Unterrichtsfach vorgenommen wird.
„Lerschwiihte Litte" -ter „Edle Rache" könnte man das Drama taufen, auf welches folgendes Inserat im „Höchster Kreisblatt" unzweideutig schließen läßt: „Dem Herrn Ph. S-r zur Kenntniß, daß die Zurücknahme seiner „Lrebes- erklärung", weil sie ja doch nur im S—ff geschah, uns keine Ueberraschung oder Schmerz bereitet. Anders steht es aber mit den Beleidigungen! Die schenken wir Ihnen nicht so leicht und statt beim Standesbeamten sprechen wir uns jetzt beim Schiedsmann. Ihren alten Regenschirm (Anschaffungspreis höchstens 1,50!) mögen Sie, wenn sie Courage haben, sich selbst bei unS abholen. Frau B. und Tochter."
J«»er gewüthlich. Bei einem in Keffelstadt wohnenden Hanauer sprach dieser Tage ein etwa 20 jähriger reisender Handwerksbursche um eine Gabe vor. Die Hausfrau war liebenswürdig genug, ihm ein Mittagessen zu spendieren und als dieses verzehtt war, hatte unser armer Reisender noch eine weitere Bitte auf dem Herzen. Von den am Garderobehalter hängenden 2 Hüten gefiel ihm ein grüner ganz ausnehmend gut. „Madamchen", sagte er, „würden Se mir nich eens von die beeden Hüte ablassen, da» grüne gefiel mich schon am besten, das meinige is zu schlecht." Die Bitte wurde gewähtt, aber damit waren die Wünsche deS offenbar aus dem Lande der „Gemiedlichgeid" stammenden Herrn noch nicht erfüllt. „Passen thut er mich sehr scheen — ob er mich och gut zu Gesicht steht? Ach, Madamchen, haben Se nich en Spiegel, um rinne zu gucken?" DaS Spiegelbild war befriedigend für unfern Reisenden und mit befriedigtem Stolz zog er von dannen.'
Herzliche Bitte für die Anstalten bei Treysa.
Im Blick auf die so ost schon bewährte Liebe und Barmherzigkeit der Bewohner unseres Hessenlandes und in dem Vertrauen, daß mit der wachsenden Noth auch die Hülfsbereitschaft bei vielen zunehmen wird, bitten wir recht herzlich, der Anstalt Hephata bei Treysa und ihrer mehr denn 200 Insassen, insbe- ondere ihrer vielen elenden zum Theil lahmen und verkrüppelten, siechen und kranken schwachsinnigen Kinder in helfender Liebe gedenken zu wollen. — Wir sprechen diese Bitte aus, weil wir durchdrungen ind von dem Bewußtsein, daß das Werk, das in Hephata getrieben wird, gerade in diesem Jahre wie noch nie zuvor, auf die Barmherzigkeit weiterer Kreise angewiesen ist.
Da ferner die Anstalt in den letzten Jichren sich so vergrößert hat, daß täglich mehr denn 200 Menschen )er Tisch gedeckt werden muß, vermag der landwirth» schaftliche Betrieb bei weitem nicht mehr das zu liefern, was er dem großen Haushalt — schon im Interesse der Sparsamkeit — eigentlich liefern sollte.
Aber auch für die zweite Anstalt, die seit Jahresfrist an die Jdioten-Anstalt angegliedert ist, für das hessische Brüderhaus, müssen wir um thatkrästige Hülse herzlich bitten Das Brüderhaus will Jünglinge, die um ihres Votteswillen bereit stnd, ihre ganze Kraft und Zeit in den Dienst der Armen, der Kranken, der Elenden, der Verirtten und der Verlorenen zu stellen, anleiten und auSbilden zu solchem Lebenslauf. Bisher fehlte eine solche Bildungsstätte in ganz Mitteldeutschland, während andererseits unsere Krankenhäuser u. s. w. geschulte, zuverlässige männliche Hülsskräste ost sehr bedürfen. Bis zu Anfang dieses Jahres gehörten dem Brüderhaufe 23 Diakonen an. — Die Ausbildung und der Unterhalt der Brüder ist naturgemäß mit hohen Kosten verbunden. Die Liebe anderer muß die Mittel dazu geben.
So bitten wir denn noch einmal recht herzlich, daß viele in unserem Heffenlande sich bereit finden möchten, der Anstalt Hephata, der Jdioten-Anstalt und dem Brüderhause, die beide vor so große Auf- gaben sich jetzt gestellt sehen, ihre thatkrästige Hülfe zu Theil werden zu lassen?
Gaben der Liebe bitten wir an den Vorsteher der Anstalt, Pfarrer Schuchard, Treysa, Hephata, ge- langen zu lassen.
Neueste Telegramme
Washinzl»«, 27. Febr. Bei dem Besuche des Grabes Washingtons in Mount Vernon entblößte Prinz Heinrich das Haupt, als er sich der Gruft näherte. Auf den das Grab um= gebenden Rasenplatz pflanzte der Prinz einen Lindenbaum. Er empfing später im Wohnhause Washingtons eine Abordnung des Frauenvereins und kehrte dann über Alexandria zurück. — An dem heutigen Familiendiner im Weißen Hause zu Ehren des Prinzen Heinrich nahmen außer dem Präsidenten und seiner Gemahlin sowie Tochter, der deutsche Botschafter v. Holleben und Generalleutnant v. Plessen theil, ferner Fräulein, Carew, Senator Lodge und Gemahlin. Der gestrige Tag galt wegen der Gedächtnißfeier für McKinley als Trauertag, es wurden deshalb auf dem Diner keine Trinksprüche ausgebracht. Das Diner sollte Gelegenheit zu einem intimeren Verkehr und Gedankenaustausch zwischen dem Prinzen Heinrich und dem Präsidenten bieten, als dies bei der offiziellen Begegnung am Montag möglich war.
Berlitt, 28. Febr. Der „Lok.-Anz." meldet aus Darmstadt: Die hessischen Landstände nahmen einstimmig den Lotterievertrag mit Oldenburg an. —
HambArg, 27. Febr. Wie die „Hamb. Nachr." melden wird ein Immediatgesuch wegen der Wahl KauffmannS an den Kaiser gerichtet. Ein solches Gesuch würde, so meint man, eine Aeußerung des Kaisers über die Wahl KauffmannS herbeiführen. Darauf hätten die Stadtverordneten, die sich aus eine direkte Entscheidung der Krone versteiften, einen formellen Entscheid und eS könnte dann eine Neuwahl vorgenommen werden.
MÄXche«, 28. Febr. Das Abgeordnetenhaus genehmigte einstimmig die im Etat vorgesehene Forderung von 120000 Mk. Zur Oeffnung der Kaisergräber in dem Dome zu Speyer und den damit zusammenhängenden baulichen und wissenschaftlichen Maßnahmen.
Petersburg, 28. Febr. Die Kaiserin spendete 10 000 Rubel für die nothleidende Bevölkerung von Schemacha mit der Bestimmung, daß vor allem warme Kleidung und Schuhwerk beschafft werde.
— Der Minister für Dolksaufklärung ordnete die sofortige Ausschließung aller verhafteten Studenten an.
Korrstltttttuopel, 28. Februar. (Meldung 4es Wiener Korresp.-Büreau). Mit Rücksicht auf die gefährliche Lage der Christen in Ipek, ne durch die letzten blutigen Zusammenstöße >ort verursacht worden ist, hat der russische Botschafter energische Schritte bei der Pforte gethan und wirksamen Schutz für die in Ipek wohnenden Christen verlangt sowie gleichzeitig )arauf hingewiesen, daß die türkische Regierung im Falle der Unterlassung dieses Schutzes die Verantwortung treffe.
Tokio, 27. Febr. Eine Anzahl japanischer Kapitalisten organisieren einen Dampferdienst von Hankau über Tungtinsee nach Hsinangtou zu dem Zwecke, den Handel von Hunan an sich zu ziehen.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, 2. März 1902.
Liühertfche Pfarrkirche.
Vormittags: Herr Pfarrer Heermann.
11V« Uhr Kindergottesdienst. Nachmittags: Herr Pfarrer Schmidt.
Elifabethkirche.
Vormittags: Herr Pfarrer Manger.
Nachmittags: Herr Pfarrer Metz.
(In beiden Kirchen Collekte für die Gemeinden Thurnhosbach, Rengshausen und Reckerode.)
Rrformirte Stadt- »ad UaiversttätSkirch»
Vormittags: Herr Pfarrer Scheffer.
(Abendmahl.)
11 Uhr Kindergottesdienst (Sonntagsfchnle). Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Echindewolf. (Amtswoche.)
Kathalifche Kirche.
3. Fastensonntag.
7-fr Uhr heil. Messe mit Krühlehre: Herr Pfarrer Dr. Weber.
9-n Uhr Hochamt und Predigt: Herr Kaplan Böschen.
2 Uhr Christenlehre und Andacht mit sakramentalem Segen.
Methvdlftei» - Gemeinde (Wörthstr. 15).
Sonntag, den 2. März 1902
Vormittags 9>/« Uhr: Predigt.
Vormittags 11 Uhr: Sonntagsschule.
Abends 8 Uhr: Predigt.
Evaag. SladlmifstonShanS (Rothergrabru 5 Sonntag, Abends 8-i> Uhr: Verfamnüung.
Während der Evangelisation von Herrn Pastor Keller fallen vom 4.-16. März in der Stadtmisfion Rothergraben 5 sämmtliche Versammlungen aus.
Vom Büchermarkt.
*«* Außerordentlich anregend unb reizvoll ausgefallen ist das Februar-Heft der illustrirten Monatszeitschrift für Dilettanten .Kunstgewerbe für'S Haus", herausgegeben von C. von Sivers, Verlag von Otto Lienekampf, Berlin W. 35, Lützowstraße 9. Schöne Möbel, fein dekorirte Porzellane, Decken in Spitzenstich und Stickerei und Malerei, zart gemalte Fächer-Entwürfe Mappen, Taschen nud Täschchen mit originellen Mustern und Verzierungen versehen, der Saison und Mode hübsch angepaßte Tisch-, Tauz- und Menukarten finden wir darin, und zwar das Alles meistens in seinen Farbenwirknngen wiedergegeben, so daß sich jedem Dilettanten dabei die Schaffenslust regen muß. Jedenfalls steht die Zeitschrift mit ihrer Fülle von guten, stilgerechten und den Fähigkeiten deS Laien auch technisch angepaßten Mustern einzig da, und sollte in keinem Heim fehlen, wo häusliches Kunstgewerbe ausgeübt und gepflegt wird.
V Das Photographiren mit Blitzlicht bot bisher mancherlei Unzuträglichkeiten, namentlich wegen der zu grellen Beleuchtung der aufzunehmenden Obiekie. Jetzt nun ist in Amerika die Herstellung eine- wesentlich verbesserten Apparates für derartige Zwecke erfolgt. Das soeben erschienene Heft 13 der weitverbreiteten illustrirten Zeitschrift .Für alle Welt (Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57 — Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.) behandelt die wichtige Neuheit in Wort und Bild.
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Verantwortlich für die Redaktion: In Dertrttung i Ehr. Dippel in Marburg.