MechM ZÄNg mit -em Kreisblatt für die Kreise Marbura «ad Kirchhain.
8:«rr« > iah: i ich«i Bezugsptets: bet der tejjtöttwn 2 DL, Erscheint täglich anher an Werktage« «uu# «,om»- uuo ocieuagei.
MA IC bei all«« Postämter» 3,85M. (excl. Bestellgeld). «1*1^1*11} SonntagsdeilaUe: Jünftrirtes Sonntagsdlatt. 07
I«s,rti»n»,«bühr: die gespaltem Zeile oder bereu Staat 10Pf^ <m.4Hnnrfi OK ^ofintrrr 1009 vrnck «nd «erlag: Joh. A«g. Koch, UniversitätS-Buchöruckere Reclamm: die Zeile 85 Psg. -WClUWUiy, 40 tftUlUlU Marburg. Markt 81. - Telephon 55.
Qüii'r urr------------------------—
Bestellungen sirr den Monat März aus die .LSerhksfifche Zsitnng" nebst ihren Lrilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain und Neustadt, sowie von allen Post- »nftalten und Landbriesträgern entgegen« genommen.
Prinz Heinrich in Amerika.
Die Ankunft des Prinzen Heinrich in Newhork an Bord des Schnelldampfers „ßton? prinz Wilhelm" erfolgte, wie wir bereits meldeten, am Sonntag Vormittag 11 Uhr, nach mitteleuropäischer Zeit um 5 Uhr Nachm., also mit einer Verspätung von mehr als 24 Stunden. Die Ursache der Verspätung lag in den ungeheuren Stürmen auf der See, denen der „Kronprinz Wilhelm" seit mehrern Tagen ausgesetzt war. Der Sturm war so arg, daß auch der Marconi - Apparat versagte, sodaß eine Verständigung mittels Lusttelegraphie vom Schiffe aus mit dem Lande unmöglich war. Bis Sonntag Morgen war man in Newhork in absoluter Unkenntniß über den augenblicklichen Stand des Schiffes und die Ankunft des Prinzen Heinrich. Um so lauter und herzlicher waren die Kundgebungen, mit denen das Prinzenschiff bei der Ankunft im Hafen von Newhork empfangen wurde.
Ueber die Ankunft des Prinzen Heinrich melden Telegramme aus Newhork da? Folgende:
New-Jork. Seit dem frühen Morgen war das Hafenufer mit Besuchern gesäumt, aber erst um 10 Uhr tauchten die vier großen Schornsteine des „Kronprinz Wilhelm" auf, und langsam kam das Riesenschiff flußauf heran. Dem buntbewimpelten Polizeiboot felgten hunderte von Excurfionsbooten; die Dampf- firenen tuteten, die Menge schwenkte die Taschentücher und begrüßte den Dampfer mit lauten Hurrahrufen. Aus den Landungsbrücken standen Tausende von Menschen, weit in den Fluß hinein Grüße rufend. Der Prinz stand, vom Landungspier aus deutlich erkennbar, auf der Kommandobrücke, neben ihm Admiral Evans, der den „Kronprinzen" an der Quarantänestation unter Salutschüssen des amerikanischen , in Paradeuniform aufgestellten Geschwaders begrüßt hatte. Als der „Kronprinz Wilhelm" sich der „Hohenzsllern" näherte, die, in frischer Weiße glänzend, von oben bis unten beflaggt, dalag, erklangen drei Hurrahs von ihr herüber zum „Kronprinz Wilhelm", dessen Passagiere diese Begrüßung lebhaft zurückgaben. Um zwölf Uhr legte der Dampfer an, aber viel Zeit verstrich, ehe die mit den amerikanischen Farben geschmückte Brücke nach der
Ein Wort zum „Deutschen Requiem."
Das Werk, das der Eoncerwerein am Donners- tag aufführen wird, ist hier nicht unbetanxt. Dennoch werden einige Worte der Einführung nicht überflüssig sein. „Ein deutsches Requiem" — man könnte auch sagen: „ein protestantisches Requiem." Die Vertauschung der lateinischen Kirchensprache mit dem deutschen Bibelwort ist hier nicht nur etwas Aeuher- liches, sie entspricht dem Wesen der Sache. Das katholische Requiem ist im Wesentlichen eine Fürbitte für die Verstorbenen Da paßt das liturgische lateini» sche Gebet. Der evangelische Gottesdienst kennt nicht das Gebet für die Tobten, deren Seelen in Gottes Hand find. Eine evangelische Todtenfeier wird in nichts anderem bestehen, als in der Verkündigung der großen Gedanken des Evangeliums über den Tod: Tröstung und Verheißung. Das werden die Grundtöne der Predigt und Wchwuth, Sehnsucht und Hoffnung wird die Stimmung der Gemeinde sein. Beides ist in unserem Werke zusammengefaßt. Für Beides geben „Worte der heiligen Schrift" den herrlichsten, ergreifendsten Ausdruck. Die Auswahl des Textes schon ist ein Meisterwerk. Sie zeigt nicht nur die außerordentliche Schriftkenntniß des belesensten aller Componisten, sondern legt vor allem von seinem feinen Verstau du iß der Schrift ein glänzendes Zeugniß ab. Diese P.rlenschnur der schönsten und innigsten Worte hat ein Dichter ausgelefin und aus- gkrerht, ein Mensch von tiefer, zarter, frommer Em- pfindung Man hat dem Werke wohl den kirchlichen Charakter abgesprochen. Nicht als ob es nicht in der Kirche aufgeführt werden könnte — nur aus zufälligen Gründen wird davon abgesehen. Aber »s fehlt fo manches, was uns bei einem kirch.
«MMMMaMKaamMeacuiaa»■■mmmbm Empfang«hülle die Verbindung zwischen Sch ff und Land herstellte. In der sahnen- und blumen- geschmückten Halle wartete ein erlesenes Publikum, vor der mit Purpur geschmückten Treppe zur „Hohenzollern" nahm Graf Baudisfin mit seinen Offizieren Aufstellung. Zuerst verließ die Marinekapelle den „Kronprinz Wilhelm" auf der Seitentreppe, dann kamen über die Haupttreppe Admiral EvanS und feine drei Offiziere und nahmen am Fuß derselben Aufstellung; nun ertönten oben drei kräftige Hurrahs, unter denen sich Prinz Heinrich u. A. vom Kapitän auf dem Schiffe verabschiedete und sich auf die „Hohenzollern" begab, wo er während seines New Iorker Aufenthaltes Wohnung nimmt.
Ein später ein gelaufenes Telegramm meldet: New-Jork. Nach dem Empfang des Komitär, der amerikanischen Offiziere, der Botschaft und des Consulats zog der Prinz sich zurück. Beim Lunch waren die amerikanischen Offiziere und die Herren der Botschaft zugegen. Die Besuche auf der Gouverneursinsel und bei der Brocklyn Navhyard erwiderte der Prinz bald nach dem Mahle.
Eine riesige Menschenmenge war am Pier und auf den Dächern an der 34. Straße, wo 7 Minuten vor 12 Uhr das Schiff ankam. Die Anlegung war wegen der hohen Fluth sehr schwierig und gelang erst nach einer Stunde. Unterdessen hatte sich dort schon um halb zehn Uhr Morgens der Botschafter v. Holleben in großer Galauniform eingesunden ebenso wie der General-Konsul Buenz. Eine besondere Gang- planke mit Purpurteppich war für den Prinzen gelegt worden, und über diese schritt er zur „Hohenzollern". Gewaltiger Enthusiasmus herrschte, als der „Kronprinz Wilhelm" an= langte und die Menschenmenge brach in that- sächlich nicht endenwollende Hochs aus, die sich wiederholten, als Prinz Heinrich zum ersten Male den Fuß auf amerikanischen Boden setzte. Sobald der Prinz an Bord der „Hohenzollern" war, begrüßte ihn General Corbin und Hilfs- staatrsekretär Hill namens der Bundesregierung und Major Low namens der Stadt, ferner ein Kapitäns ergeant namens desAdmiralDeweh. sowie General Brooks. Manche Abendblätter hatten Spezialausgaben gebracht, welche vollständig der Prinzenankunft gewidmet waren. Fast alle Blätter brachten Begrüßungs Artikel zur Ankunft des Prinzen Heinrich, die ausführlichsten und besten die „Times", welches Blatt eine ganze Leitartikelseite den Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika widmet. Gestern Nachmittag bestieg Prinz Heinrich einen Dampfer der Marinewerft und stattete den Gouverneurs von Island und der Marinewerfte offizielle Besuche ab. Abends dinirte er auf der „Hohenzollern" und besuchte bann den „deutschen Verein", eine Vereinigung von an ihrer deutschenStaatSbürgerschaft festhaltenden Herren, wo er eine Stunde blieb und wo ihm etwa vierhundert Personen vorgestellt wurden. Später fuhr er nach Washington ab, wo er heute den
lidjen Werke unentbehrlich zu sein scheint. Es fehlt der Choral, es fehlt jede Berücksichtigung des Dogmas, es fehlt sogar die Person Christi — oder wenigstens ist sie nur wie ein Hauch angedeutet. So vermißt man thatsächlich Einiges von dem, was die Werke B a ch s in fo hohem Maße auch für die Kirche werthvoll macht. Aber andererfeits fehlen hier auch vollkomipen alle die Zuthaten unschöner und ge fchmacklöser Reimereien, die dem modernen Hörer den Zugang zu Bach erschweren. Was der kirchliche Hörer an gewohnten Klängen und Gedanken vermißt, wird reichlich ausgewogen durch die Fülle von keineswegs alltäglichen Gedanken, die durch dies Werk angeregt werden. Man darf wohl kühnlich behaupten, daß vielen guten Bibelkennern mancher dieser Sprüche ganz neu Vorkommen oder in ganz neuem Lichte der Schönheit erstrahlen wird. Wie sehr aber der Komponist mit seiner Tertwahl das Herz der christlichen Frömmigkeit getroffen hat, das möge ein kurzer Ueberblick über den Ausbau des Ganzen zeigen.
Der erste Chor setzt em mit dem Worte der Bergpredigt: „Selig find die da Leid tragen, denn fie sollen getröstet werden." Wie erquickender Thau fällt dieser zarte Gesang in daS schmerzgebeugte Herz. Das Motiv des MittelsatzeS bringt ergreifendere Töne, dann folgt die Wiederholung des ersten Themas — ausklingend in zarten Harfenaccorden. So ist gleich von Anfang an die Grundstimmung festgestellt: „Thränen- saat — Freudenernte". Aber der Ernst des T des soll zu seinem Recht kommen. Wuchüg und erschütternd verkündigt der Trauermarsch: Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume". Wehmüthige Lüge mischt fich hinein. Aber wie eine himmlische vorläufig andeutende Antwort klingt der Mittelsatz: „So seid
Präsidenten besuchen wird. Auf dem Wege nach dem Deutschen Verein und zum Fähihause der Pennshlvaniabahn standen wieder Tausende von Menschen, die sich bemühten, den Prinzen zu sehen, und die Hochrufe ausbrachten. Um Allen Gelegenheit zu geben, ihn zu sehen, ließ der Prinz baS Kutschenverbeck zurückschlagen. Der Prinz konnte baS Grabdenkmal Grants nicht besuchen, indessen warteten Tausende von Menschen in der Nachbarschaft bis spät am Abend. DaS amerikanische Geschwader war AbendS zu Ehren deS Prinzen glänzend erleuchtet. Das Schlachtschiff „Illinois" trug in vielfarbigen Lichtern sechs Fuß hohe Buchstaben, welche die Worte auSmachten: „Willkommen Prinz Heinrich!" Die Amerikaner, welche mit dem „Kronprinz Wilhelm" kamen, erklärten sich entzückt über die demokratische Einfachheit des Prinzen Heinrich, welcher beständig sich unter andere Passagiere mischte und stundenlang aus einer Ecke im Rauchsalon mit feinen Mitpassagieren Unterhaltungen pflegte.
Die Reise war sehr schlecht. Der ungenirtefte Verkehr der Passagiere fand untereinander und mit dem Prinzen Heinrich statt. Auf dem Wege nach Washington drückte der Prinz den Wunsch aus, einmal auf einer amerikanischen Lokomotive zu fahren, was später in der Woche atrangirt wird. Nach der Ankunft in Baltimore um 9 Uhr Vormittags wurde Prinz Heinrich durch den Mahor von Baltimore, den hervorragende Bürger der Stadt begleiteten, willkommen geheißen und ihm eine Adresse der Municipalität überreicht. Der Prinz antwortete mit einer kurzen Ansprache. Ein Chor von 200 Sängern trug deutsche Lieder vor. Nach einem Aufenthalt von 20 Minuten setzte sich der Zug wieder in Be toegung. Als der Prinz in Washington eintraf, hielt eine unabsehbare Menschenmenge den Bahnhof und die zum Weißen Hause führenden Straßen besetzt. Truppen und Miliz bildeten Spalier. Der Prinz nebst Gefolge wurde von den Staatssekretären Hah und Long, sowie von den Mitgliedern der Deutschen Botschaft und den Attaches am Bahnhof empfangen, sie bestiegen die bereitstehenden Galawagen, die von einer Kavallerieeskorte begleitet wurden. Während die Musik patriotische Weisen spielte, fuhr der Prinz zum Weißen Hause. Der Prinz verblieb eine Viertelstunde im Weißen Haus, wo er eine lebhafte Unterhaltung mit dem Präsidenten, Frau und Fräulein Roosevelt und den Kabinetsmitglicdern pflog. Mittags fuhr Roosevelt zur deutschen Gesandtschaft zur Erwiderung des Besuches, wo er zehn Minuten verweilte. Später fand im Weißen Hause ein Diner zu 80 Gedecken statt.
ParLumemarisches-
ReichStag.
Berlin, 24. Februar 1902.
Der Reichstag erledigte heute in einer kaum zweistündigen Sitzung den Etat der Zölle und Verbrauchs-
nun geduldig, lieben Brüder bis auf die Zukunft des Herrn". Noch einmal erklingt der Marsch, aber alle Klage wird abgeschnitten durch den mächtigen Ruf des Propheten: „Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit". Er leitet über zu dem Jubelchor: Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen, ewige Freude wird über ihrem Haupte sein, Freude und Wonne werden sie ergreifen und Schmerz und Seufzen wird weg müssen!" Von Neuem beginnt die ftagende Klage des Menschen, dessen Tage eine Handbreit find vor Gott. „Ach wie so garnichts find doch alle Menschen!" Aus diesem Bewußtsein der Nichtigkeit und Vergänglichkeit ringt fich die leidenschaftliche Frage empor: „Nun Herr, wes soll ich mich trösten?" Aber er findet auch die Antwort: „Ich hoffe auf Dich." Die so errungene Zuverficht spricht fich in der gewaltigen Fuge mit Orgelpunkt aus: „Der Gerechten Seelen find in Gottes Hand und keine Qual rühret fie an." Es folger zwei Sätze von unbeschreiblicher Schönheit und Innigkeit, das Lied der Sehnsucht nach den lieblichen Wohnungen des Herrn Zebaoth und der unvergleichliche Trost mit den Worten Jesu: „Ihr habt nun Traurigkeit" .... Mit größter Zartheit ist hier das Bild besten angedeutet, der „eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt und großen Trost gefunden hat" Der 6. Sah führt uns auf den Höhepunkt des Werkes. Es ist gewissermaßen ein evangelisches „Die* irae“. Aber statt des furchtbaren Richters steht hier das Martyrium der „Verwandlung" im Mittelpunkt, von dem Paulus in dunklen Worten redet. Was geschehen wird, ist ein Geheimniß, aber klar und gewaltig ist der Ausgang: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg." Dieser grandiose Sieges- gesang führt über zu dem Lobpreis der Offenbarung
abgaben. Zu ein-r längeren Erörterung kam es nur bei dem Titel Tabakssteuer. Hier verwies Abg. Dr. R ö ficke (B. d. L.) in eingehender Rede auf die gegenwärtige Lage des deutschen Tabaksbaues. An der Hand eines umfangreichen statistiscten Materials erbrachte er den Beweis, daß der deutsche Tabaksbau in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen ist, wahrend der Jmpott ausländischen Tabaks fortgesetzt zugenommen hat. Unter der lebhaften Zustimmung der Mehrheit des Hauses forderte er deshalb eine Er- hohung des Tabakszolls und regte zugleich an, die heute übliche Art der Besteuerung, die für Tabakbauer mancherlei Unzuträglichkeiten mit fich bringt und dadurch vom Tabakbau abschreckt, durch eine Werthsteuer zu ersetzen. Die weitere Diskussion war im wesentlichen em Zwiegespräch Dr. Röficke's mi dem sozialdemokratischen Abg. Molkenbuhr. Letzterer behauptete, eine Erhöhung der Tabakssteuer werde viele Arbeiterfamilien zur Auswanderung, insbesondere nach Amerika, zwingen. Dem gegenüber stellte Dr. Röficke fest, daß ein erhöhter Schutz des Tabaksbaues gerade die Arbeitsgelegenheit vermehren werde und so auch im Interesse der Arbeiter gutgeheißen werden könne. Staatssekretär Frhr. v. Thielemann, der zu kurzen Benerkungen das Wort ergriff, erklärte die Werthsteuer gerade beim Tabak für undurchführbar.
Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung, die mit Rücksicht auf die Arbeiten der Budgetkommisfion stattfindet, stehen Wahlprüfungen und Petitionen.
«bsieordnelenhans.
Bei gutem Besuche setzte das Haus heute die zweite Lesung des Etats des Ministeriums des Inner« beim Titel: Gehalt des Ministers fort.
Die Ausführungen des Abg. Lotichius gaben dem Minister Frhr. v. Hammerstein Anlaß, aus die in der Debatte vom Sonnabend berührten Fragen zurückzukommen. Er konnte in der einfachen Anwesenheit einiger Damen in der Generalversammlung des Bundes der Landwirthe einen die Auflösung rechtfertigenden Verstoß gege' das Vereinsgesetz nicht erblicken. Sodann wandte fich der Minister nochmals gegen die Agitation der Freisinnigen in Greifswald-Grimmen und fügte unter dem Lärm der Linken hinzu, das Entscheidende sei die bedauerliche Verbrüderung der Freisinnigen mit der Sozialdemokratie.
Sodann nahm der Abg. Dr. Hahn <B. d. L.) das Wort, um aus die gegen den Bund der Landwirthe und seine Person gerichteten Angriffe der Nationalliberalen vom letzten Sonnabend zu antworten. Die Behauptung v. Eynern's, daß der Bund der Landwirthe bei den Wahlen „charakterlose" Politik treibe, wies Redner damit zurück, Saß der Bund keine Politik treibe, sondern sein Augenmerk darauf richte, daß Männer gewählt werde--, die sich auf die wirth- schafispolitischen Grundanschauungen des Bundes der Landwirthe verpflichten. Dies habe kein Geringerer als Fürst Bismarck gutgeheißen, und auch namhafte Nationalliberale, die dem Bunde der Landwirthe angehören. Redner Wanste fich sodann gegen die Angriffe der Centrum spreffe gegen den Bund der Landwirthe, die einen auffallenden Mangel an Ge- rechtigkeitsgefühl erkennen ließen und ersuchte die Herren der Centrumsftaktion, in dieser Beziehung inen erziellichea Einfluß aus diese Preffe auszuüben. Der Vorwurf, der Bund der Landwirthe breche im Centrumslreise ein, sei gänzlich unbegründet, der Bund gehe nur dorthin, wohin er gerufen werde, das katholische Volk wolle mit dem Bunde der Landwirthe zusammenarbeiten. lBeisall.)
Die von dem Dänen Hansen vorgetragenen Be» (hwerden über die preußische Ausweisungspolitik wies er Minister als gänzlich unbegründet zurück.
Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. Fortsetzung der heutigen Debatte.
an den Schöpfer und Herrn alles Lebens: „Herr du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen haben fie das Leben". Ein sehr schöner Gedanke ist es, daß das Werk nicht mit diesem Riesenchor schließt. Dem trauernden Gemüih wird zum Schluffe noch einmal ein milderes Trostwort zu Theil, die wundervolle mystische Verheißung der Offenbarung: „Selig find die Tobten, die in dem Herrn sterben von nun an." Mit dieser Seligpreisung schließt das Werk und greift damit zurück auf die Seligpreisung des Anfangs, in deren Thema es dann ausklingt. — Ueber die unbegreifliche Schönheit der Mufik noch etwas zu sagen, erscheint uns überflüssig. Sie wird für fich selber sprechen. Nur das möchten wir hervorheben: Solch ein Werk sollte man nidjt nur einmal hören, es will innerlich angeeignet sein. Man sollte die Gelegenheit benutzen, die durch die öffentliche Generalprobe geboten ist.
Wissenschaft, Kunst und Leben.
Dr. Emil Holnb t. Der bekannte Afrikaforscher Dr. Emil Holub ist nach langer Krankheit in Wien im 55. Lebensjahre gestorben.
Eine Episode ans dem chinesischen Feldznge hat im Auftrage des Kaisers Prof. Karl Röchling zu malen. Das Bild wird den Titel führen: „Germane te the front!“ und stellt den bekannten Moment aus dem verunglückten Entsetzungsversuch des Lord Sey- mour dar, wie die Deutschen unter dem Beisall der Bundestruppen dem Befehl von Seymour an Kapitän zur See von Usedom: „The Germans to the front!“ im Sturmschritt nachkommen.