mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura und Kirchhain.
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Ni«r1rltShrlich«r Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2L5 M. (excl. Bchellgeld). g»S««1t»u»grbühr: di« grspaltmr Zeile oder deren Reum 10 Pfg. Reclameu: bk Zeile 25 Pfg.
Marburg
Dienstag, 18. Februar 1902.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und üeiermgu. Sanutagsbeilage: Jlluftrirtes Louutagsblatt.
Druck und Verlag: Joh. Lug. Noch, Universitäts-Buchdrucker«
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
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DieAmerikareise des Prinzen Heinrich.
Prinz Heinrich hot, teie wir noch an anderer ßteLe melden, am Sonnabend Nachmittag an Kord deS Bremer Lloyddampfers .Kronprinz Wilhelm" feine viel besprochene Reise nach den Vereinigten Staaten von Amerika angetreten. Daß dieselbe ans Befehl feines kaiserlichen Kruder» geschieht und der Stapellauf einer für unseren Kaiser in den Vereinigten Staaten erbauten 4)acht dazu den äußeren Anlaß bietet, ist nnsern Lesern ou8 früheren Meldungen bekannt. Ebenso bekannt ist die b nicht wkgznleugnende Thatsache, daß der Besuch des Prinzen Heinrich in den Vereinigten Staaten von anderen europäischen Großmächten nicht gern gesehen wird. Während sich aber vnsere westlichen Nachbarn damit begnügen, gleichsam als Gegendemonstration einen ihrer Deputirten (D'Estournellrs) nach Chicago zur Theilnahme an einer dort stattfindenden L-rfahette- Fcier zu entsenden, konnten unsere britischen Lettern jenseits des Kanals es nicht Unterlasten, ein regelrechteEerleumdungSshsttm in Amerika gegen m» spielen zu losten, dem aber gerade noch vor Antritt der Reise des Prinzen durch Aufdeckung der wirklichen Sachverhalts wirksam entgegengetreten werden konnte. Als weiteres erschwerendes Moment kam die plötzliche schwere Erkrankung der Sohnes des amerikanischen Präfi- denten hinzu, welche nahezu im Stande gewesen wäre, einen Aufschub der Reise zu bewirken, für welche an beiden Seiten deS Atlantischen SceanS bereits die großartigsten Vorbereitungen getroffen waren. Auch diese Schwierigkeit ist nun durch glücklicher Ueberstehen der Krankheit feiten- des jugendlichen Patienten behoben, sodaß dem Antritt der Reise deS Prinzen nichts mehr im Wege stand. Jetzt, während wir dies schreiben,hat der hoheReisendewohlbereits glücklich den Canal und das letzte europäische Land, die kcilly Inseln, pasfirt und befindet sich aus dem großen Weltmeere, das um diese Jahreszeit meist recht rauh und stürmisch und deffen Durchkreuzung im Winter keinenfalls angenehm und auch nicht gefahrlos ist, wenn auch daS offene Meer bekanntlich wenigerGefahren bietet, alsderAermel- kanal mit seinem großen Schiffsverkehr und seinen kurzen, an den französischen und englischen Gestaden sich brechenden Wellen. ?'
Wohl selten hat die Reise einer fürstlichen Persönlichkeit schon vorher ein so großes Aufsehen erregt, wie diejenige deS Prinzen Heinrich, di« nicht nur in der Presse der betheiligten Länder, d. h. deS Landes, dem der fürstliche Gast entstammt, und desjenigen, dar er.,besucht,
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Unterdessen fährt Werner von Buchwald in froher Stimmung nach Hause. Wie die meisten Menschen seines Temperaments glaubt er stets das, was er wünscht und läßt sich nur selten don einem trüben Gedanken beeinstusten. Er «alt sich in glühenden Farben die UeberredungS- umst aus, mit der er der Mutter Herz be- stürmen will, und dann wird er seine Elfe zu fhr bringen und ihre holde Lieblichkeit wird jhw zum Sieg verhelfen. Er skennt ja daS schwache zärtliche Mutterherz. — Vielleicht war ^ gerade jetzt recht wohl, und er konnte in "lefer Nacht alles ordnen, und morgen dann
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(Nachdruck verboten.)
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Roman von Hanna Aschenbach. (Fortsetzung.) 23. Kapitel.
Es ist bestimmt in Gottes Rath, Daß man vom Liebsten, was man hat: Muß scheiden!
~~ morgen!
Siet junge Heißsporn vergißt ganz, daß Ptttternacht längst vorbei, und dieS doch gewiß ^cht die geeignete Stunde ist, der leidenden owu solch wichtige Unterredung zuzumuthen. «eine lebhafte Phantasie geht wieder einmal ihm durch, und gerade malt er sich aus, glücklich er sein wird, da hält der Wagen, » - er fühlt sich zurückgeschleudert in die reale Füglichkeit. Er eilt die Treppe hinauf, ist auch gar erstaunt, als sich die EntreethürzurWohnung mner Mutter zu dieser ungewöhnlichen Zeit »net, und die Gestalt der Wärterin erscheint.
Der sröhliche Zuruf: „Grüß Lott, Ann-
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fördern in den Preßorganen der ganzen zitzili- firten Welt auf das lebhafteste erörtert worden ist. Dieses Aufsehen erklärt sich schon daraus, daß feit einem Menscher alter keine Persönlichkeit von dem Range des Prinzen Heinrich den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika einen offiziellen Besuch abgefiattet hat. Man kann sehr zufrieden damit sein, daß Kaiser Wilhelm sich entschloffen hat, gerade seinen Bruder mit b efer Re.se zu betrauen, denn gerade Prinz Heinrich eignet sich dazu ganz besonders. Einmal auS einem rein äußerlichen Grund: er hat mit den Jahren immer mehr an Aehnlichkeit mit seinem Vater gewonnen, und im Auslande ist wohl kaum jemals ein fremdländischer Fürst so verehrt worden, wie Kaiser Friedrich, deffen persönliche Erscheinung und gewinnende Anmuth ihm die Herzen sofort eroberten. Zum zweiten aber ist Prinz Heinrich nicht nur Prinz, sondern auch Seemann, und zwar einer, der von der Pike auf gedient hat. Diese Eigenschaft aber wird ihm bei seinem amerikanischen Besuche außerordentlich zu statten kommen. An dem besten Willen, ten Prinzen mit der erdenklichsten Aufmerksamkeit und dem größten Takte zu behandeln, fehlt es den Amerikanern sicherlich nicht, aber — damit soll gar kein Vorwurf gegen sie erhoben werden — gelegentlich wird doch die amerikanische Urwüchsigkeit hervorbrechen. Da trifft es sich dann aber ganz gut, daß der Prinz dank seinem ständigen Verkehr mit tüchtigen, aber manchmal doch wohl etwas urwüchsigen „Kapitains" es bester verstehen wird, gute Miene zum bösen Spiel zu machen als so mancher andere Prinz, der sozusagen immer in Seide gepackt gewesen ist. Diese Vorzüge werden zweifellos dazu beitragen, die Reise des Prinzen erfolgreich zu gestalten. Denn wenn auch der Prinz keine politische Persönlichkeit ist und fern will und wenn er auch bei dieser Gelegenheit politische Aufträge weder mitnimmt, noch mitnehmen möchte, so hat doch die Reise einen eminent politischen Zweck, der auch ruhig vor aller Welt eingestanden werden kann: festzustellen, daß diese beiden großen Nationen, die beide ihren Aufschwung ihrer rastlosen Energie verdanken, gewillt find, in guter Freundschaft miteinander zu leben und sich nicht gegeneinander verhetzen zu lasten. Wird solchermaßen die Reise des Prinzen posfitiven Nutzen schaffen, so muß man sich doch vor einer übertriebenen Beurtheilung ihrer Wirkung in Acht nehmen. Weder Prinz Heinrich noch Präfident Roosevelt können eS verhindern, daß die europäischen Mächte — und Deutschland in erster Reihe — w'rthschaft-
Lies!" bleibt ihm im Halse stecken, als das hochgehobene Licht daS verängstigte Gesicht der alten Dienerin erhellt. „Endlich!" kommt eS zitternd über die welken Lippen. „Die Frau Mutter verlangte unaufhörlich nach Ihnen, junger Herr, ich wußte mir keinen Rat und keine Hilfe mehr." — Werner ist es, als schnüre ihm etwas die Kehle zu. „Ist sie kränker?" —
Das Mädchen beginnt zu schluchzen. „Dr. Stein machte ein sehr ernstes Gesicht. — Er empfahl die größte Schonung, sonst — " erneutes Schluchzen. „Er war zweimal da, und jetzt habe ich Rappel nach ihm geschickt." — Fassungsloses Weinen erstickt die Stimme der Alten, nach einer qualvollen Pause klingt es wieder hinter der Schürze hervor: „Der Herr Medizinalrath fragte auch nach Ihnen, Herr Leutnant, er .jätte so gern mit Ihnen gesprochen."
Werner versteht den leisen Vorwurf, der in den Worten seiner alten Pflegerin liegt. Wie gebrochen lehnt er am Thürpfosten und starrt ins Leere. Ann LceS wird es bang, als sie in sein verstörtes Gesicht blickt. — Er ist jung und an den Zustand der Mutter gewöhnt, da kann man eS ihm eigentlich nicht verdenken, wenn er einmal zu einem Vergnügen geht. Das gute Herz der Alten zerfließt schon wieder in Mitleid mit dem Liebling. „Jetzt ist die Frau Mama schon wieder ruhiger, Wernerchcn. Soll ich mal sehen, ob sie Sie jetzt noch sprechen will?" —
Der Leutnant richtet sich auf. Ohne ein Wort zu erwidern, schreitet er mit starren Augen und bleischweren Gliedern an der Dienerin vorüber. Er öffnet das Schlafgemach der Mutter, und als er beim milden Schein der Ampel die
lich in einen immer schärferen Gegensatz zu den Vereinigten Staaten gerathen. Die Letzteren streben, waS ja nach ihrer politischen und wirthschaftlichen Entwickelung und ihrer geographischen Lage nur natürlich ist, die wirth- schaftliche Hegemonie, ja geradezu das Monopol für den ganzen amerikanischen Kontinent an. Nun richtet sich nicht nur ein sehr großer Theil des jährlichen deutschen Exports nach Mittel- und Südamerika, sondern erfind zwei Milliarden deuischen Kapitals in Mexiko, Central- und Südamerika angelegt. Was dies besagen will, ergiebt fich daraus, daß in ganz Asien und Australien zusammcngenommen nur 2/s dieser Summe deutscherseits in wirthschaftlichen Unternehmungen stecken. Die Erhaltung dieses Marktes ist also schlechthin eine Lebensfcage für die deutsche Wirthschastkpolitik, und deshalb muß Deutschland bemüht sein, nach Kräften die Versuche der Vereinigten Staaten fich ein Monopol für Mittel- und Südamerika zu schaffen, zu durchkreuzen. Dieser Kampf aber kann und soll auf friedliche und anständige Weise geführt werden, sodaß daneben freundschaftliche politische Beziehungen sehr wohl zwischen den beiden großen Mächten bestehen können. Daß man deutscherseits diese Vereinigung wirthschaftlichen Kampfe» und politischen und menschlichen Wohlwollens für möglich hält, soll eben diese Reise deS Prinzen Heinrich zeigen und schon die freudige Aufnahme, die die Ankündigung deS Besuchs bei den Amerikanern gefunden hat, thut dar, daß dort diese Absicht Deutschland richtig gewürdigt und ge- theilt wird. Und so liegt denn die Reise des Prinzen im Interesse deS ganzen deutschen Volkes, das ihm von Herzen „glückliche Fahrt" wünscht.
Umschau.
Die preußische Schulpolitik ih den Ostmarken.
Das „große" Muster in Wreschen hat in Miloslaw, dem Wohnsitz des AdmiralSki a. D. von KoScielSki, Nacheiferung geweckt: auch hier antworten dis Kinder im deutsckertheilten Religionsunterricht nicht. Wie in Wreschen, werden infolgedessen auch in Miloslaw die unreifen Zöglinge noch ein bis zwei Jahre in der Schule behalten, und wie in Wreschen macht fich deshalb auch in Miloslaw daS Bedürfnis nach Vermehrung der Lehrkräfte geltend; zwer neue Lehrer treten zum 1. April ein, drei weitere zum 1. Oktober, die neue Schullast im Betrage von 6000 Mk. fällt selbstverständlich auf die Weiße, geliebte Gestalt erblickt, stürzt der große Mann mit einem Schrei am Krankenlager nieder und birgt sein Haupt in den Kiffen. Die plötzliche Ahnung von dem bevorstehenden, entsetzlichen Verlust, die ihn in dem Moment befällt, wo seine Seele zu den Sonnenhöhen der Liebe geflogen, hat ihr die Flügel gebrochen, so daß sie lief hinabgestürzt ist. Wohl ihr, wenn sie nur gebrochen und nicht — zerschmettert find! —
Da stiehlt sich mühsam eine Hand auS den Kiffen und tastet suchend nach dem geliebten Haupte des Knieenden. „Mein Werner, bist Du endlich gekommen?" —
Der erschütterte Mann bäumt fich unter diesen Worten. Er war fortgewesen zu Spiel und Tanz, hatte nur an sein Glück gedacht, und hier lag fie, die geliebte Mutter, mit heißem Verlangen nach ihm — und er war nicht gekommen! — „Mein Werner," klingt e» da wieder so leise wie ein Hauch, „sei ruhig, mein Kind, und stark! — Nur noch so kurze Zeit — und so viel zu sagen!" —
Die Kranke schweigt erschöpft, während der Sohn erschrocken auffährt und mit entsetzten Augen in dem geliebten Antlitz forscht, in das der nahende Tod schon seine Runen gegraben.
Werner von Buchwald hat noch nie jemand sterben sehen, und doch weiß er mit einemmole, daß Ann-Lies recht hat: Sie geht von ihm! — Und mit dieser Erkenntniß spürt er in fich alles ersterben. Seine beiße Liebe zu Elfe, der glühende Wunsch nuu, tb-em Besitz, alles versinkt und riesengroß hebt sich *r H-w Herzen die Angst vor dem Verlust der urr. Unter Schluchzen finkt er auf die Kiffen zurück.
Da erhebt sich wieder mühsam die schwache
Gemeinde. Unter diesen Umständen erhob de Schulvorstand zu Miloslaw gegen die Anstellung der neuen Lehrer mit folgender Begründung Einspruch: Die Regierung gestatte ihm nicht, sich in Schulangelegenheiten zu mengen; sie könnten fich infolgedessen nicht um den Unterricht kümmern, dazu seien der Kreisschulinspektor und der Rektor da; wenn diese Herren den Widerstand der Kinder nicht zu beseitigen verständen, was für einen Einfluß sollten da die Mitglieder des Schulvorstande- haben? — Natürlich kann ein so jesuitisch begründeter Einspruch nicht die geringste Aussicht auf Erfolg haben. ___________
Die Unruhen in Triest find durch Bewilligung der Forderungen der ausständigen Heizer am Sonnabend Abend beigelegt worden. Die Rahe ist infolgedessen wieder hergestellt und die Arbeit h ute früh allgemein wieder ausgenommen tomben. Die Unruhen haben zn einem blutigen Zusammen stoß mit dem Militär geführt. Sie waren die Folge eines Generalstreiks, der seinen Anfang nahm in einem Streik der Heizer des „Oester- reichischen Lloyd", wegen Verweigerung einer Lohnerhöhung. Alle Schiff»- und Hafenarbeiter schlossen fich diesem Streik an und dann traten auch die übrigen Arbeiter in den Ausstand. So konnte am Freitag wegen beS Setzerstreiks keine Zeitung erscheinen. Die Führer der Arbeiterschaft einigten sich am Freitag in einer von etwa 4000 Streikenden besuchten Versammlung dahin, einem Schiedsgericht beizutreten, daS zur Hälfte aus Vertretern des Lloyd, zur Hälfte aus Vertretern der Ausständigen bestehen sollte. Die Streikenden forderten den Achtstundentag. Nach Schluß der Ve sammlung zogen die Theilnehmer derselben, denen sich Tausende von den in den Straßen angesammelten Personen angeschlossen hatten, nach dem in der Innenstadt gelegenen Großen Plötze, wo sie vom Militär zurückgedrängt wurden. Sie versammelten fich jedoch wieder, drangen abermals zum Großen Platze vor, fielen der dort versammelten Kompagnie in den Rück n und bewarfen daS Militär und die Sicherheitswache mit Steinen. Als der die Halbkompaqnie befehligende Oberleutnant, durch Sternwürfe an der Brust und am Kopf getr, ffen, zu Boden stürzte, gab das Militär Feuer. Fünf Personen blieben tobt, zahlreiche Personen würben verwundet. Beim Säubern beS Börsenplatzes wurde eine Frau durch einen Steinwurf schwer verletzt. Bei dem weiteren Auseinandertreiben der Masse mußte die S-cher-
Krankenstimme: „Werner." — „Hör' mich an, mein Kind, näher, so." — Und wie des Sohnes Haupt nun dicht am Ohr der Kranken liegt, um deren Hals er den Arm geschlungen, da spricht fie ihm zu, so zärtlich und liebevoll, so fromm und ergeben, wie nur eine sterbende Mutter es vermag. „Du wirst mich nicht vergessen, mein Liebling, aber mir auch nicht wehe Ihun, indem Du Dich Deinem Schmerze überläßt. — Trage eS mannhaft, Werner — bieder letzte Wunsch Deiner Mutter! — War Dein Herz sonst noch bewegt, das entscheide — Du selbst — nach Ehre und Gewissen. — Der Segen Deiner Mutter ist — stets — mit Dir, mein Junge!" —
Langsam, abgerissen nur kommen die einzelnen Worte von den Lippen der Sterbenden; fast betäubt von dem rasenden Schmerz in seinem Innern lauscht der Sohn. Er fleht die Mutter »n, fich zu schonen, doch fie wehrt mühsam lächelnd „Ich habe keine Zeit, müde zu fein," flüstert fie, während die glänzenden Augen mit heißen Lcebesblicken das Antlitz Werner- umfassen, al- wollten fie dessen Bild mitnehmen in den langer To^esschlaf.
Der junge Mann fchluchzt fassungslos. — „Werner, o Werner, nicht so!" kann die Kranke endlich wieder stammeln, „Du zerreißt mir das Herz."
Er beißt die Zähre zusammen, er macht die übermenschlichsten Anstrengungen, um den Thränen zu gebieten sie quellen stet? auf» Neue hervor. Ihm ist als breche sein Herz stückwei» in dieser Stunde Sterben können, mit ihr zugleich sterben, das ist fein einziger Gedanke.
(Fortsetzung folgt.)