axsetzt: Für Inserate in den gelesensten Zeitschriften (Gartenlaube, Daheim usw.) 806 Mk., !gr den Versand von Brochüren 50 Mk., sür Kerbesierunff des Fahrwegs nach Spiegelslust 50 Mk, Reservefonds für den Druck einer Krochüre 200 Mk, für Cliches 100 Mk. und iei R-st für sonstige noch nicht zu bestimmende Ausgaben. Bei der nun folgenden Ergänzungs- Vahl des Vorstandes wurden die seitherigen Mitglieder wieder gewählt. Unter Verschiedenem besprach man dann noch die in Frankfurt beabsichtigte Gründung eines Bundes deutscher Kerkehrsvereine, und rügte einige Mißstände in unserer Stadt, die nicht geeignet find, den Zuzug zu heben.
§ Für Gitßhsfbrfitzer. Die Besitzer von Gaststallungen, Ausspannungen rc. werden auf die giit dem heutigen Tage in Kraft getretene landerpolizeiliche Anordnung vom 30. Januar 1902 ganz besonders aufmerksam gemacht. Die Verfügung liegt im hiesigen Polizeibureau zur Einsichtnahme auf.
§ Ei« Jubilä«« Heute find es 30 Jahre, daß Herr Schuhmacher Kirchendiener Friedr. Winterstein im Hause des Herrn Gotth. Textor wohnt. Es ist dies ein Zeichen, daß in dieser langen Zeit noch nie das gute Verhältniß zwischen Miether und Hausherr gestört worden ist.
§ Zu« BahnhofSu«dail. Wie man hört, hat das Projekt des Umbaues des hiesigen HavptbahnhosS die ministerielle Genehmigung erfahren.
§ Strafkammer. Die 1879 in Hausen bei Oberaula geborene Dienstmagd Anna Marg. Helgons stand unter der Beschuldigung, durch eine Anzeige bei dem Gendarmen den Bildhauer Braunroth auS tzassel des Verbrechens des Meineids beschuldigt zu haben. Es handelte sich hier um eine Angelegenheit, aus die man hier nicht näher eingehen kann. Die Angeklagte wurde wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu 3 Monaten Gesängniß verurtheilt. — Wegen schwerer Körperverletzung stand ferner der 1879 in der Nähe von Arnsberg gebotene Kellner Anton Rath, der gegenwärtig eine längere Zuchthaus- strafe in Ziegenhain verbüßt, unter Anklage. Rath, der in Sträflingskleibern in Begleitung eines Gendarmen erschien, hatte vor längerer Zert einem Mitgefangenen Namens Blechartsch im Vertrauen mitgetheilt, daß er bei günstiger Gelegenheit, wenn er einmal im Freien arbeite, einen Fluchtversuch unternehmen wolle. Nach der Hausordnung sind nun die Zuchthausgefangenen verpflichtet, daß sie, wenn tijnen etwas derartiges zu Ohren kommt, der Anstalts- leitung Mittheilung machen müssen. Blechartsch that dies auch und zog sich den Haß des Rath zu weil dieser eine Disziplinarstrafe von 5 Tagen strengem Arrest erhalten hatte. Eines Tages überfiel Rath in der Stuhlmacherwerkstatt seinen am selben Tisch arbeitenden Mitgefangenen Blechartsch und schlug ihn mit einem Stuhlbeine dermaßen auf den Kopf, daß eine 5 cm lange und 1 cm tiefe Wunde entstand. Rur dadurch, daß die anderen Gefangenen den Wüthend n entwaffneten und sesthielten, wurde verhindert, daß ein größeres Unglück entstand Der Angeklagte, der gegen die ihm vom Schöffengericht in Anbetracht seiner vielen Vorstrafen zuerkannte Ge- fängnißstrafe von 5 Monaten Berufung eingelegt hatte, machte geltend, daß die Sache sich wesentlich anders verhalte. Der Blechartsch habe ihn schon seit langer Zeit gereizt. An diesem Tage sei es nicht mehr auszuhalten gewesen, deshalb habe er zu diesem Mittel gegriffen, um fich die Belästigung vom Halse zu schaffen. Als der Angeklagte noch weiter geltend macht», daß er schon einigemale vor dem Vorfälle den Beamten gemeldet habe, er könne es nicht mehr mit seinem Mitgefangenen aushalten, wurde borge- schlagen, die Sitzung zu vertagen. Der Antrag fand iebod) Ablehnung unö so erkannte das Gericht aus Verwerfung der Berufung. — In der Abendsitzung beschäftigte fich das Gericht dann noch mit zwei An- llagen wegen Urkundenfälschung gegen den Knecht Joh. Böttcher II. und dessen Mutter, beide in Gombeth wohnhaft. Sie wurden beschuldigt, eine Quittung verfälscht und zum Zwecke der Täuschung davon Ge» brauch gemacht zu haben. Die beiden hatten vor längerer Zeit mit dem Kaufmann Nußbaum in Borken Geschäfte gemacht und der Sohn unterfchrieb auch einmal einen Schein, daß er dem Kaufmann noch 53 Mk. schuldig wäre. Als der Kaufmann die Leute verklagte, gaben diese an, daß die Schuld längst be- Klei. Sie legten auch eine Quittung vor und sollte gefälscht fein. Aus die Frage, warum denn der Schein von ihm unterschrieben worden sei, B" der Sohn an, daß er sich weiter nichts gedacht e, wie der Kaufmann die Unterschrift verlangte, tt habe ohne weiteres unterschrieben. Nach langer Verhandlung kam das Gericht zu dem Resultat, daß der Fälscher der Urkunde nicht ermittelt werden könne, die Frau wurde deshalb freigesprochen und chr Sohn, weil er die falsche Urkunde benutzt, zu 3 Monaten Gesängniß verurtheilt.
% Schweiusberg, 7. Febr. Der hiesige Gesangverein veranstaltet am Sonntag, 9. ds. Mts., Abends 7 Uhr im Saale des Gasthauses .zur Post" dahier, sein alljährliches Konzert. Zur Mitwirkung bei demselben ist Herr Konzertmeister Otto Soldan - Marburg gewonnen. — Gestern wurde hier unter zahlreicher Betheiligung der im 32. Lebensjahre in der Klinik zu Marburg verstorbene Gastwirth und Kaufmann Aug. Klötz zur letzten Ruhe getragen. Seine Leiche wurde durch den hiesigen Krieger- verein, deffen Mitglied der Verstorbene war, in dem Becker'schen Leichenwagen von Kirchhain nach hierher überführt. Am Eingänge in unser Städtchen wurde der Trauerwagen von dem Kriegerverein, dem Gesangverein sowie Mitgliedern des Gastwirthe Vereins in Empfang genommen und nach dem Trauerhause geleitet, wo Herr Pfarrer Deichmann eine kurze HauS- andacht hielt. Dem Sarge, der von Mitgliedern des Kriegervereins getragen wurde, folgten viele Leidtragende aus fern und nah. Der Gesang- berein, deffen Vorsitzender der Verstorbene Mehrere Jahre hindurch war, sang am Grabe unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Nor, erhebende Abschieds- und Trauergesänge.
Heffen-Naffau und NachbargMM
8. Febr. (Treb ertrocknungS- prozeß). In der gestrigen NachmittagSfitzung wurde eine Reihe von Leumundszeugen über die beiden Angeklagten Sumpf vernommen, die fich günstig aussprachen. Eine Reihe Zeugen sagten über die Verhältnifle verschiedener Tochter- Gesellschaften aus. Zeuge Oberstleutnant von Rett berg machte über seine in den Jahren 1893—1900 im Auftrage seines Schwagers Schulze - Dellwig vorgenommenen Revisionen Mittheilungen. Die Prüfungen haben keine Unregelmäßigkeiten ergeben, ebenso wenig die angestellten Stichproben. Der Zeuge wird trotz seine? verwandtschaftlichen Verhältniffes zu Schulze - Dellwig mit Rücksicht auf die übrigen Angeklagten, in deren Interesse eS liege, vereidigt Justizrath Trau de, Direktor der Dort wunder Union - Brauerei, hat den Vater deS Angeklagten Schulze - Dellwig bereits gekannt und weiß, daß dieser den Angeklagten ziemlich unselbständig erzogen hat. Der Angeklagte ist ihm als vertrauensseliger Optimist erschienen. Zeuge erinnert fich, daß seine Frau fich einmal mit der Frau des Angeklagten Schulze-Dellwig über die Dividenden-Angelegenheit unterhalten habe. Damals habe letztere gesagt: „Was nützen uns die hohen Dividenden! Wir haben noch nichts davon gesehen! Und dazu ist mein Mann noch fast ein Drittel des Jahres unterwegs." Schulze-Dellwig habe ihm dann, als der Zusammenbruch erfolgte, noch gerathen, Aktien zu kaufen, weil jedenfalls die Konkurrenz die Trebertrocknungs - Gesellschaft ankaufen würde. Er habe dies aber nicht gethan, weil er fein Geld bereits anderwärts festgelegt hätte. Zeuge erklärt, daß es allgemein üblich sei, daß die Auffichtsräthe sich nicht um die Geschäfte kümmern, namentlich da, wo die Geschäfte gut stehen. Daß in Zeiten einer Krisis Wechsel seitens der Mitglieder des AuffichtS raths gegeben werden, sei auch nichts Auffälliges. Interessant waren Schilderungen, die auf Befragen der Vertherdigung Herr Justizrath Frieß über die Person des früheren Generaldirektors Schmidt gab und welche die Macht der Persönlichkeit und die Ueberredungskunst desselben im glänzendsten Licht darstellten, auch die autokratische Art der Geschäftsleitung des früheren Direktors charakterifirten. Von Jnteresie waren auch noch die Aussagen des Rechnungsraths Re ck h a r d t, der verschiedene Unrichtigkeiten bei seiner Revision endeckt hat, die Schmidt aus Beanstandung der Zeugen ohne Weiteres abänderte. Bemerkenswerth ist, daß Schmidt verlangte, der Zeuge solle einss Revision der Kaffe vornehmen. Es wurde ihm gesagt, eS existirten drei Kaffen, eine Geschäftskaffe, eine Kaffe des sogenannten Treberconsortiums und eine Kaffe Schmidt's. Zeuge hat indessen nur eine Kaffe vorgefunden. Im weiteren Verlauf der NachmittagSfitzung erwähnt u. A. der Präsident die Thatsache, daß Zeuge Otto einen Bries geschrieben habe, in welchem er sagt, daß er moralisch so tief gesunken sei, daß er sich nichts daraus mache, jemar.den mit dem Bergmannpatent anzuschmieren.
Am heutigen sechsten Verhandlungstag wurde der Rest der übrigen für diese Woche geladenen Zeugen vernommen. Zunächst waren es Leumundszeugen über das Vorleben der Angeklagten. Der Aktienbesitz des Hermann Sumpf betrug 479 alte und 1593 neue Aktien. Die Aktion mit den Treberaktien soll nach den Angaben deS Rechtsanwalts Dr. Weiß allein in den Händen deS Hermann Sumpf gelegen haben. Der Konkurs der Gebr. Sumpf wird sich sehr günstig gestalten, denn es werden voraussichtlich 60 Prozent zur Auszahlung gelangen. Im Uebrigen wurde die Vernehmung der auf heute geladenen Zeugen beendet. Es folgte dann, auS den Kopirbüchern der Angeklagten, die Verlesung verschiedener an Direktor Schmidt gerichteter Briefe, welche die Angeklagten belasten sollen.
Bezeichnend war es, als der Bücher-Revisor Haack von Dortmund gefragt wurde, ob er glaube, daß Otto eine Bilanz lesen könne und lächelnd antwortete, das glaube er nicht.
ES ist noch eine stattliche Reihe von Zeugen zu vernehmen. Die Verhandlungen, deren Abschluß ursprünglich für Freitag vorgesehen war, können sich daher noch ein paar Tage hinziehen, sodaß das ürtheil kaum vor Mittwoch zu erwarten ist.
Das heute wieder in der Stadt verbreitete Gerücht, Direktor Schmidt werde schon morgen hier eingeliesert werden, bestätigt sich nicht. Dagegen hat fich allerdings die Möglichkeit, daß Schmidt noch während der Verhandlung des gegenwärtigen Strafprozeffes gegen die Auffichtsräthe der Trebertrocknung hier an Ge» richtSstelle erscheinen wird, verstärkt.
In der heutigen öffentlichetr Versteigerung von 90 Stück Aktien der Rusfischen Holzver- werthungsgesellschaft, eines Tochterunternehmers der Kasseler Trebertrocknungsgesell- schaft, wurden in Leipzig insgesammt 6500.Mk., gleich etwa 12 v. H. des Nennwerthes, erzielt. Käuferin war die Konkursverwaltung der Leipziger Bank.
Efchmege, 7. Februar. Bei dem Brande eines Holzschuppens in Unhausen verbrannten 4 Kühe und 1 Ziege.
Slhlüchteri», 7. Februar. Am hiesigen Schullehrer-Seminar ist derkommiffarische Lehrer Walther als ordentlicher Seminarlehrer angestellt worden.
Wiesbaden, 8. Febr. Zur Abänderung der Gesetze über die Landesbank in Wiesbaden ist dem Landtage ein Gesetzentwurf zugegangen. In wesentlicher Uebereinstimmung mit den Be schlüffen deS Kommunallandtages erweitert der neue Gesetzentwurf für die Landesbank in Wiesbaden die Befugniß zur Gewährung von Hypotheken beträchtlich. Bisher mußte der Reservefonds ausschließlich in Werthpapieren angelegt werden. Der neue Entwurf läßt die Möglichkeit offen, die Bestände des Reservefonds zur Hälfte in Hypotheken anzulegen. Zur Nutzbarmachung der vorübergehend zur Verfügung stehenden Gelder dürfen bisher nur bestimmte Papiere angekauft und beließen werden. In Zukunft sollen die im Hauptgeschäft nicht verwendbaren Gelder der Bank, abgesehen von der Anlage in mündelsicheren Anlagepapieren, auch im Kontokorrentverkehr mit der Naffauischen Sparkaffe und durch Belegung bei Banken Verwendung finden können. Der Geschäftsbetrieb der mit der Landesbank verbundenen „Naffauischen Sparkaffe" soll wesentlich dadurch erweitert werden, daß der Kreis der Personalkreditgeschäfte ausgedehnt und die Einkasfirung von Wechsel rc. sowie der An- und Verkauf von Werthpapieren ermöglicht wird.
Laugeudiebach, 6. Febr. Die Theilung der hiesigen Spar- und Spielkaffe „zur Krone" welche bereits am 25. Januar erfolgen sollte, mußte verschoben werden. Nächsten Samstag Abend wird nunmehr die Theilung bestimmt vorgenommen. Es kommen 35000 Mk. zur Vertheilung.
Rommelhaufe« (Kr. Büdingen), 5 Febr. Ein Knabe im Alter von 8Vr Jahren, der schon einmal im Herbst vorigen Jahres in einer Sandgrube verschüttet und nur mit Mühe gerettet worden war, fiel vor einigen Tagen beim Soldatenspiel so ungünstig, daß er infolge innerer Verletzungen gestern gestorben ist.
Laasphe, 7. Febr. Der Plan, am hiesigen Orte ein Kriegerdenkmal zu errichten, findet allgemeinen Beifall. Der Männcrgesangverein „Liedertafel" hat in seiner letzte Versammlung beschlossen, demnächst ein Konzert zum besten dieses Denkmals zu veranstalten.
Hilchenbach, 6. Febr. Mittwoch Nachmittag wurde abermals ein Wildschwein (Bache) und zwar durch Herrn Apothekergehülfen Schilz im forstfiskalischen Walde, Gemeindebezirk Vorwald, erlegt. — Bei der jetzigen günstigen Witterung findet fast täglich Jagd auf diese Borstenthiere statt.
Darmstadt, 8. Febr. Die zweite Kammer ist auf den 18. Febr. zu einer längeren Tagung einberufen. Als erster Gegenstand steht auf der Tagesordnung der Staatsvertrag zwischen Hessen und Oldenburg wegen Ausdehnung der hessischen Lotterie auf Oldenburg.
Vermischtes
Lord Methur« erobert seine eigene Transportkolonne. Dem „Daily Telegraph" wird aus Südafrika folgende niedliche Geschichte geschrieben: Lord Methuen hatte den Entschluß gefaßt, einige Buren, die fich in seiner Nähe gezeigt hatten, zu überraschen, und unternahm zu diesem Zweck einen Nachtmarsch. Die Nacht war sehr dunkel und seine Führer taugten nicht viel. Trotzdem sah der englische General fich Plötzlich einem Wagenlager gegenüber, welches er sofort stürmte. Der Erfolg war ein vollkommener, und nur das eine trübte den Engländern einigermaßen daS Siegesbewußtsein, die Entdeckung nämlich, daß fie ihre eigene Transportkolonne erobert hatten.
Drei Mraschen im Schnee ««gekommen. Aus Toblach wird gemeldet, daß bei der Fahrt des Schneepfluges Toblach Jnnichen die Leichen von drei HardwerkSburschen zum Vorschein kamen. Dieselben dürften am 3. Januar am Toblacherfelde von einem Schneesturme überrascht worden, eingeweht und so erfroren sein.
Li» gemiffenhaster Dieb. Daß ein Gauner sich einer Geheimschrift bedient, um über seine Einbrecherarbeit Buch zu führen und die gestohlenen Gegenstände nebst Aufbewahrungsort zu registriren, ergab sich kürzlich vor der Strafkammer in Hall (Württemberg). Der Taglöhner Friedrich Haas wurde wegen zwölf Verbrethen des schweren Diebstahls zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurtheilt. Seine in Geheimschrift angelegten Aufzeichnungen, die man zu entziffern vermochte, dienten als Beweismittel zu seiner Ueberführung.
Hochschulnachrichten
Akademische Perso«al«achricht. Wie die Natlonal-Zeinrng" meldet ist im Befinden des Profi Virchow in den letzten Tagen eine Besserung zu bet- jetdjnen gewesen. Der Patient berdrachte täglich einige Stunden im Stuhl fitzend.
WerreSe TeLegraMme
Weihaiwki an Deutschland?
London, 8. Febr. .ae „Daily Mail" verbreitet die Nachricht, daß die Abtretung Wei-
haiweis an Deutschland unmittelbar bevorstehe t nd daß angeblich die Berzichtleistung Englands auf diese einst so hoch gepriesene Erwerbung bereits in einigen Tagen im Unterhause angekündigt werden würde. (Die Meldung klingt sehr unglaubhaft. D. Red.)
Erzherzog Franz Ferdinand he Petersburg.
Petersburg 8. Febr. Erzherzog Franz Ferdinand ist gestern Nachmittag 3 Uhr hier eingetroffen und vom Kaiser und allen anwesenden Großfürsten, welche die österreichische Uniform trugen, herzlichst begrüßt worden. Nach gegenseitiger Vorstellung des Gefolges schritten der Kaiser und der Erzherzog, welcher russische Dragoneruniform trug, die Front der vom Preobraschewski-Regiment gestellten Ehren- kompagnie ab. Vom Bahnhof auS fuhr der Erzherzog zunächst bei der Kaiserinmutter vor und besuchte sodann die regierende Kaiserin. Im Winterpalais fand sodann die Begrüßung des Erzherzogs durch den großen Hofdienst statt. Abends fand Familientafel bei den Majestäten, sodann Galavorstellung in der Eremitage statt.
Prinz Victor Napoleon.
Paris, 8. Febr. Der Figarv veröffentlicht ein Schreiben des Prinzen Victor Napoleon an den General Thomafin, den früheren Kommandanten des 4. Armeekorps, in welchem er aus Anlaß der bevorstehenden Wahlen zur Repräsentantenkammer sein Programm darlegt.
Austausch vo« Höflichkeiten.
St. Thomas, 8. Feer. Das französische Flaggschiff ist dieser Tage hier eingetroffen. Der französische Admiral, der fich auf dem Kreuzer befindet, und der Kommandant der deutschen Kaiseryacht „Hohenzollern" tauschten Besuche aus.
Eingesandt
(Ohne Beranttoortung der Redaktion.)
Wie berlaulet, beabsichtigt das Presbyterium der luth. Pfarrkirche dahier, mit großem Kostenaufwand die Beschaffung einer neuen Orgel und Umbau der Buhne demnächst zu beschließen. Ein Bedürfniß zu dieser Neuerung liegt selbst nach Aussage eines Sach, berftänbigen nicht bor. Mit Rücksicht auf die schon ohnehin angewachsenen Kirchensteuern, sowie die in Aussicht stehenden nothwendigeren Ausgaben, wie z B.Aenderung der Heizungsanlagen u. s. w empfiehlt es fich sehr, da im Allgemeinen bon den Gemeinde- Mitgliedern gegen eine solche Ausgabe Stellung genommen wird, bon ein ec solchen nicht so nothwendigen Ausgabe Abstand zu nehmen.
Mehrere Mi giieber der Luth. Gemeinde.
Nach Elnhausen.
Vor einigen Tagen wurden im borgenanntem Orte in später Abendstunde eine Anzahl junge Mädchen beim Verlass, n der Spinnstube auf der Straße belästigt. Da nun Malburger Kutscher, die zufällig mit ihren Chaisen dort hi.lten in den Der- dacht der Thäterschaft netommen find, so protestiren diese, wie uns mitgetheilt wird, energisch gegen diese Beschuldigung und bersichern, daß fie mit den Thätern nichts gemein hätten.
Auszug aus be« Staudesbücher« deS König!. Preußische« Staudesamtsbezirks Marburg.
Vorn 1. bis 8. Februar 1902.
Verehelichte.
Jrrenheilanstaltswärter Heinrich Schomber mit Martha Elisabeth Steinmetz, beide wohnhaft hier.
Geborene.
1. Ludwig Christoph Theodor. Sohn des Sattler- meisters Karl Heuser 2 Karl Fridolin, Sohn deS Conditors Wilhelm Fridolin Scharmann. 8. Anna Maria Elisabeth, Tochter des Conditors Christian Schmidt. 4 Johanna Catharine Elisabeth, Tochter des Drechslers Ludwig Müller. 5. Aloysius, Sohn des Lohgerbers Christoph Mootz. 6. Ernst Heinrich, Sohn des Schreiners Jobann Heinrich Konrad Weiershäuser. 7 Justus R inhcnd Balthasar, Sohn des Kutschers Joha ues Schmidt 8 Felicitas Wanda Helene Eugeni Tcchter des Leutnants Benno Gott- frieb Theodor von Kruska. 9. Augustine Emilie Emma T chter des Oberjägers (Sergeanten) im Hess. Jäg.-Bat Nr 11 Elias Stück. 10. Jakob, Sohn des Metzgermeisters Justus Kuhl. 11. Hermann Heinrich, Sohn des Kaufmanns Heinrich Bremer. 12 Elisabeth Margar ethe, Tochter des Schniners Wilhelm Dittmar zu Ockershausen 13. Martin Georg, Sohn des Jrrenheilanstaltswärters Johann Karl Erbach zu Ockershausen.
Verstorbene.
1. Pfründnerin des Hospitals St. Jacob, Catharine Gans, 40 Jahre alt 2. Aloysius, Sohn des Lohgerbers Christoph Mootz, 1 Tag alt.
Butter p. Psd 105-110 Pf Hühnereier 2 St. 14—15 Pf. Hanbkäse p. St. 10 Pf. Käschen per St. 4 Pfg.
Kochkäse per Pfd. 40 Pfg Käsematte per St. 6 Pfg. Kartoffeln p. Psd. 5 Pf . 100 , 2 50 30«.
Endibien p. Pfd. 50 Pf. Porree 1 Stück 5—10 Pf. Sellerie 1 St. 10—20 Pfg Kohl per Stück 5 P g Unterkohlrabi St. 6—1 Pi Rüben, rothe, p. St. 5 Pfg Weißkraut p. Kopf 10 bis 30 Pfg.
Rothkraut per Kopf 15 bis 40 Pfg.
Wirsing p. Kopf 20- 40 Pf Blumenkohl p. Kopf 30 bt» 60 Pfg.
Salat p. Kopf 17 Pfg.
Möhren per Pack 12 Pfg.
Zwiebeln p. Pfd. 12 Pf.
Knoblauch p. Pack 5 Pf. Rettig p. Stück 10-15 Pfg. Radischen p. Pack 12 Pfg.
Meerettig p. Pack 10 Pi.
Nüßchen per Ltr. 10 Pfg.
Spinat p. Pfd. 15 Pfg.
Aepfel p. Pfd. SO Pfig
, p. Korb 3.50-4 Mk.
Birnen p. Wb. 15—30 Pf.
. P. Korb 3-5 Mk.
Weintrauben p. Pfb. 50 Pf.
Hähne p. St. 120 Ps Hühner p. St. 1.20—150M.
Enten p. St. 3.00 M
Tauben per St. 50 Pfg.
Rehe p Md. 50 60 Pfg.
Kapaune p St. 3—3.56 Mk.
BrrettpUk« sei SiebaM»«.
R«ch Marvnrf. Besten Dank für bie Mit- tbeir'ng; wir haben ober schon in einer bet letzte« Nummern barüber berichtet.