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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbara und Kirchhain
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Jedenfalls geht diese Thräne Baron Selten ktntfl zu Herzen, denn er erklärt sich bereit, die Exekution zu besorgen. Der fast finstere Ernst, mit welchem er Kopf und Glieder vom Kumpfe des Schneemannes trennt, erregt bei der Gesellschaft allgemeinen Jubel, denn niemand ahnt, daß seine Miene diesmal echt ist, daß der kleine, lustige Baron Rachepläne schmiedet und am wenigsten, daß diese finsteren Gedanken ittn braunlockigen Liebling der Versammlung, fec reizenden Elfe Herwig gelten.
Die Tafel ist aufgehoben und in angeregtester Stimmung schwirrt alles durcheinander, als der Gastgeber um Ruhe bittet: .Einen Augenblick Gehör, meine Herrschaften! Ich bitte die Herren, ihren Damen den Arm in reichen, und mir folgen zu wollen." — Erwartungsvoll leisten die Gäste Folge, indes da8 Brautpaar an den alten Herrn herantritt. — .Aber Papa, Wa8 hast Du denn Geheimniß- dvlles in petto?" klingt die Helle Stimme der jungen Gräfin verwundert durch den Saal. — .0, da wird nichts verrathrn, mein Liebling! Du und Bernhard, Ihr habt Eure Nasen sonst in aller ' eckt, aber eine Ueberraschung wollte ich mir 4 —— .O, daS ist herrlich!" jubelt die junge Frau, .Papas Ueberraschungen find ja berühmt!" — .Nun, hoffen wir, daß die mutige diesem Ruhm Ehre macht," scherzt der «owmerzienrath. Dann bietet er der Reichs-
War, mag daraus erhellen, daß im kritischen Moment das Gesammtministerium einsprang und den Beschluß faßte, daß der Finanzminister fich dem Verlangen der Kommission füge und um Indemnität nachsuche. Wäre dies nicht geschehen, so würde die Kammer zweifellos von ihrem Rechte, beim Throne vorstellig zu werden, eventuell beim Staarsgerichtshof gegen den Finanzminister Klage zu erheben, Gebrauch gemacht haben. Schon während der Verhand- lungen derselben mit den Regierungskommiffaren erklärten diese, daß fie bereits in Berathung darüber getreten seien, wie ähnliche Vorkommniffe in Zukunft unmöglich gemacht werden könnten. Ferner ließ das Finanzministerium der fiont- Mission mittheilen, daß nach neueren Erörterungen die Ueberschreitungen in zwei Titeln um rund eine halbe Million herabgemindert werden könnten!
Friedenssehns ucht.
Die englische Regierung sehnt fich doch nach Frieden. Sie wird aus diesem Grunde den im Felde stehenden Burengeneralen durch Lord Kitchener Kenntniß von dem zwischen der holländischen und englischen Regierung gepflogenen Schriftenwechsel zugehen laffen. Mit diesem Schritt ist unzweideutig bestätigt worden, daß das Londoner Kabinett mit den Burendelegirten in Europa nichts zu thun haben will. ES soll den Burengeneralen jedoch die Möglichkeit gegeben werden, Vorschläge zu machen, auch sollen etwaige Präpositionen von den Inhabern der freistaatlichen Regierungsgewalt in Südafrika nicht von der Hand gewiesen werden. Der Abgeordnete Channing fragte gestern im Unterhause an, ob eine Gelegenheit geboten worden sei, den Schriftwechsel mit der holländischen Regierung Steijn und Schalk Burger zur Kenntniß zu bringen. Balfour erwidert, am 1. Febr. seien Abschriften des Notenwechsels an den Oberkommiffar Milner gesandt worden, welcher telegraphische Anweisung erhalten werde, Kitchener zu beauftragen, dieselben den im Felde stehenden Buren mitzutheilen.
Hehlerei.
Gegen den verantwortlichen Redakteur des „Vorwärts" ist bekanntlich wegen der Veröffentlichung des Marine - Erlaffes ein Verfahren wegen Hehlerei eröffnet. Da8 sozialdemokratische Eentralvrgan höhnt darüber und meint, daß ihm die Möglichkeit eines solchen Ver-
gräfin den Arm und schreitet mit ihr an der Spitze der Gäste nach dem Park. Dort wählt er einen Schlangenweg, der in engen Windungen nach dem sogenannten Nixenhain, einem kleinen Laubgehölz, führt.
Die Erwartung der Gesellschaft ist aufs Höchste gespannt, denn in der That weiß außer dem Gastgeber keiner der Anwesenden, welcher Art die Ueberraschung ist, die ihrer harrt. Die Krümmungen des Weges gestatten eine Unterhaltung zwischen den verschiedenen Theilen des Zuge», und so fliegen die sonderbarsten Ber- muthungen herüber und hinüber. Die meisten Neckereien richten fich natürlich an die Adresse der KommerzienratheS, der fie gutmüthig schmunzelnd über fich ergehen läßt. „Sag'S wenigstens gerade heraus, Schwiegerpapa, wenn diese Promenade im Grünen die Ueberraschung sein soll," ruft Graf Bernhard scherzend vom Ende des Zuges, als dieses dem Anfang wieder einmal recht nahe gekommen ist. —
„Laffen Sie fich nichts vormachen, Herr Kommerzienrath," tönt dazwischen der tiefe Baß des jovialen Kommandeurs, „sv ein Spaziergang nach Tisch ist gut für die Verdauung." — Alles lacht. — „Nur Geduld, meine Herrschaften, dort winft das Ziel." —
Man beschleunigt die Schritte, ja, die junge Welt sängt sogar an zu laufen, und plötzlich findet fich die erstaunte Hochzeitsgesellschaft in ein kleines, entzückende» Felsenthal versetzt. Smaragdgrüne- Moo» deckt den ganzen Grund mit einem sammetweichen Teppich. Mächtige Baamriesen, von dichtem Gebüsch umgeben, hindern die Aussicht nach allen Seiten, nur weit droben über den Wipfeln blaut ein winzige»
Nordamerika undder päpstliche Stuhl.
Wenn man den Berichten italienischer Blätter Glauben schenken könnte, so wäre die Herstellung ständiger diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika und dem päpstlichen Stuhle als bevorstehend anzusehen. Angeblich soll der Wunsch, eine gegenseitige diplomatische Vertretung einzurichten, von dem neuen Präsidenten der Republik, Mr. Roosevelt, ausgegangen sein, der mit Rücksicht auf eine Reihe unliebsamer Kontroversen zwischen der Bundesvertretung und dem amerikanischen Bischofsamt in Aussicht genommen habe, eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse eintreten zu lassen. Der Erzbischof von New- Dork, der in Washington seinen amtlichen Sitz hat, ist apostolischer Delegirter und Vertreter des Papste», hat aber als solcher keinerlei officielle Beziehungen zur Washingtoner Regierung. Zunächst dürfte, wie in einigen clericalen italienischen Blättern verlautet, entweder eine zeitweilige päpstliche Gesandschast in Washington eingerichtet oder eine außerordentliche Abordnung als Vertretung de8 päpstlichen Stuhles designirt werden. Beide Systeme haben ihre Präcedenzfälle: in Rußland ist der definitiven Institution eines päpstlichen Geschäftsträgers am russischen Hofe ein mehrere Jahre andauerndes Provisorium voraufgegangen, Großbritannien hat den letzteren der beiden Wege gewählt und in der Maltafrage die außerordentliche Gesandtschaft der Generals SimonS veranlaßt. Jedenfalls neigt man in gut unterrichteten ultramontanen Kreisen der Ansicht zu, daßdie interimistische oder außerordentliche Stellung eines päpstlichen Geschäftsträgers mite" allen Umständen eine ständige diplomatische Vertretung des päpstlichen Stuhles in Whashington zur Folge haben dürfte. Als diejenige Persönlichkeit, die den gegenwärtigen apostolischen Delegirten in Washington, Kai dir al Martinelli, ersetzen soll, wird bereits Msgr. Merrh del Val bezeichnet, der fich des besonderen Wohlwollens des Papstes erfreuen und schon seit längerer Zeit für einen Posten, mit dem die Kardinalswürde verbunden ist, in Aussicht genommen sein soll. > na
mindestens während dreier Monate Gelegenheit haben, eine Kommunalverwaltung kennen zu lernen. Die praktische Vorbereitung bei der Regierung und beim Bezirksausschuß wird dabei nicht verkürzt werden dürfen. ES wird vielmehr dafür zu sorgen sein, daß die dafür bestimmte Zeit für die gründliche praktische Vorbildung und zugleich für die Vertiefung der theoretischen Ausbildung ausgenutzt wird. Zu diesem Ende liegt cs in der Absicht, an denjenigen Regierungskollegien, welche mit der Ausbildung von Referendaren betraut werden, einem besonders geeigneten, praktisch und theoretisch aus der Höhe stehenden Regicrungs- rathe die Fürsorge für die Ausbildung der Referendare zu übertragen. Auch wird diesen Gelegenheit gegeben werden, ihre Universitätsstudien auf dem Gebiete des StaatSverwaltungs- rechts und der StaatSwiffenschaften noch wissenschaftlich zu vertiefen. Wenn so der Schwerpunkt der praktischen Vorbereitung aus den administrativen Vorbereitungsdienst gelegt wird, bleibt naturgemäß für die praktische Vorbereitung im Justizdienste nur eine knapp bemessene Zeit übrig. Die künftigen Referendare sollen daher lediglich etwa Vi Jahr lang bei einem Amtsgerichte beschäftigt werden, namentlich auch zu dem Zwecke, um das Grundbuchwesen und die freiwillige Gerichtsbarkeit wenigstens einigermaßen praktisch zu lernen.
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Umschau.
Dorbereitun g für den Justizdienst.
Die Vorlage wegen Vorbildung für den höheren Verwaltungsdienst, über die vorgestern im Abgeordnetenhause berathen wurde, wird aus dem Grunde erforderlich, weil in dem Gesetze von 1879 über die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst eine 4 jährige praktische Vorbereitungszeit vorgesehen ist. Wenn nach der dem Landtage vorliegenden Gesetzesvorlage über die Vorbereitung zum höheren Justizdienstdie praktischeVorbereitung derJuristen auf 31/, Jahre beschränkt wird, erscheint eS unerläßlich, auch den praktischen Vorbereitungsdienst für die Verwaltung um ein halbes Jahr zu kürzen. Die Verkürzung des praktischen Vorbereitungsdienstes kann aber nicht dazu führen, die der Vorbereitung bei der Verwaltung gewidmete Zeit von 2 Jahren zu verringern. Im Gegentheil muß, wenn einmal an eine Neuordnung der Vorbereitung für den höheren Verwaltungsdienst gegangen wird, die Zeit des administrativen Vorbereitungsdienstes wesentlich verlängert werden, damit die Möglichkeit gegeben wird, mindestens ein volles Jahr die Referendarien aus einem Landrathsamte zu beschäftigen. Nach den gemachten Erfahrungen ist ein voller Jahreskursus an dieser unmittelbarer Berührung mit der Bevölkerung stehenden Behörde für die praktische Ausbildung der Anwärter für den höheren Verwalt ungsdienst von entscheidender Bedeutung. Ebenso wird erhebliches Gewicht darauf zu legen fein, daß die Rrgierungsreferendarien
Landtag in Sachsen.
Wie das „Dresdener Journal" meldet, haben stmmtliche Mitglieder deS Gesammt- vlinisteriums dem König ihre Entlassungsgesuche unterbreitet. Der König hat sich die Entschließung über die Gesuche Vorbehalten und die einzelnen Minister beauftragt, bis auf weiteres die Geschäfte fortzusühren. Die Ursache ist kurz folgende: Bei den Eisenbahnbauten waren fortdauernd Etatsüberschreit- urigen vorgekommen; im letzten Etat betrugen sie bis zu 80 v. H. Das war von der Finanz- Kommission der zweiten Kammer in ihrem Bericht außerordentlich scharf gerügt worden, und da sich zudem noch herausstellte, daß die Regierung das Projekt einer Bahn (eS ist das eine Nebenbahn von Chemnitz durch das Chemnitzthal) nachträglich eigenmächtig geändert hatte, erklärte die Kommission diese Ueberschreitungen für unkonstitutionell und verlangte, daß die Regierung Indemnität nachsuche. Die Regierung bezw. Herr v. Watzdorf weigerte fich dessen und nun lehnte die Kommisfion es ab, dem Plenum die Bewilligung deS Nach- tragtkredits zu empfehlen. Da legte sich dann zuguterletzt das Gesammtministerium ein, und nunmehr erst sah daS Finanzministerium sich zu der weiteren Erklärung veranlaßt, daß die Ueberschreitungen „nicht ohne weiterer" eine Verfassungsverletzung involvierten, daß die Regierung aber doch im Hinblick auf die Höhe derselben ausdrücklich um Indemnität nach gesucht haben wolle. Jetzt endlich erklärte die Kommisfion fich befriedigt und beantragte die Bewilligung der fraglichen Posten. — Die Weigerung der Regierung, die verlangte Indemnität nachzusuchen, hat in dem sonst so friedlichen sächsischen Landtage eine solche Erregung hervorgerufen, daß trotzdem die Regierung dem Ersuchen der Kammer stattgegeben hat, inzwischen der offene Conflict zwischen Regierung und Kammer ausgebrochen ist. Man forderte kategorisch den Rücktritt deS Finanzministers v. Watzdorf, der die Hauptschuld an dem unkonstitutionellen Verfahren der Regierung trägt.
Zur Sache wird noch aus Dresden geschrieben: In dem Conflict der Finanzcommisffon der Zweiten Ständekammer mit dem Finanz- winisterium ergreift die Presse aller Richtungen für die erstere Partei und hält einen baldigen Rücktritt des Ministers v. Watzdorf für unvermeidlich. Wie zugespitzt die Lage
(Nachdruck verboten.)
Else.
Noma» von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
Klang der Blumenglöckchen, und ihre lieblichen Stimmen erhebend, erzählen fie im Gesang, mit welchem fie ihre graziösen Pas begleiten, daß heute der allmonatliche Ballakend der Elfen sei, an dem man aber noch etwas Besonderes erleben werde, da die Waldfee am Morgen ihre weißen Eichhörnchen ausgesandt habe, die maßgebendsten Elfen noch besonders dringend einzuladen.
Die lieblichen Elfenkinder find sehr neugierig und jauchzen hell auf, als plötzlich von einem Baume ein schneeweißes Eichkätzchen herunter und gerade in ihren Kreis springt. Sie helfen ihm vorsorglich auf die Füße und flattiren, und schmeicheln und betteln so lange, bis der kleine Wicht berichtet, daß ein Brautpaar erscheinen werde: das Töchterchen des Schloßherrn mit ihrem neuvermählten Gatten, und daß diesen beiden gehuldigt werden solle. Die Blumenelfen schlagen jubelnd in die Händchen, und tanzen wie toll um das verdutzte Eichhörnchen herum.
„Wir freuen unS, o wir freuen uns, wieder einmal Menschen zu sehen, denn seitdem Erlkönigs Töchter den Knaben getödtet und die Nixe den Fischer verlockt, hat die Königin die Augen ihrer sämmtlichen Unterthdoen unter einen Bann gethan, so daß fie keine Menschen mehr erblicken können. Nur ein liebendes Brautpaar, daS in einer Bollmondnacht in unseren KreiS tritt, wird unseren Augen sichtbar und steht zeitlebens in unserem mächtigen Schutze."
P'ötzlich verstummen die lustigen Elfenkinder, und die Maiglöckchen leicht schwenkens treten fie ehrerbietig zurück. Von allen Seiten nahen die Theilnehmer de» Lallabend», schöngeschmückte
Stückchen Himmel hernieder. Mildes, grünliches Dämmerlicht füllt das kleine Märchenland.
Mit staunendem Jubel orientirt sich die Gesellschaft. Da, auf der einen Seite, wo pittoreske Felsenmassen fich erheben, befindet fich ein sehr zierlicher Thronfitz aus Baumstämmen gefügt. Dort nimmt aus deS Kom- merzienrathes Aufforderung daS Brautpaar Platz, indeß die Gesellschaft fich nach Wunsch aus die übrigen Sitzgelegenheiten, als MooS- bänke, Baumstümpfe, große Pilze und Felsblöcke vertheilt. Elfe hat einen feuerrothen Fliegenschwamm gewählt, der etwas seitwärts vom Thronsitz steht. Es ist ein wahrer Riesenpilz, und ihre zierliche Gestalt kann die Erde kaum mit den Fußspitzen erreichen. Ihr Ritter hat sich zu ihren Füßen ins MooS gestreckt und blickt nun entzückt auf das filberschimmernde Füßchen, das so verlockend vor seinen Augen schwebt.
Da klingt es wie Silberglöckchen von Weitem: bim—bim, bimbimbimbim. Gar wunderlieblich reihen sich die Hellen Töne aneinander. Sie kommen im WaldeSdickicht immer näher, es schimmert weiß zwischen den Büschen und da v- unt einem lustigen Sprung stehen vier reizende Blumenelfchen inmitten deS FelSthales, von einem vollen Strahl magischen LichteS beleuchtet. Sie halten Maiglöckchenstengel in der Hand, und sobald fie dieselben schwenken, erklingt da» silberhelle Läuten. Die Elfen blickten verwundert im Kreise umher. Sie schelten, daß niemand ihrem Ruse Folge ge- leistet habe, und schütteln die Köpfchen über die Unpünktlichkeit der Wald- und Wiesengeister. Daun beginnen fie einen zierlichen Tanz zum
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