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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg nud Kirchhain

JS 23

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37. Jahrg.

Sozialpolitik.

Die Sozialdemokratie hat es im Reichstage fieber einmal gewagt, die ganze Sozialpolitik des deutschen Reiches als werthlos hinzustellen und den Anschein zu erwecken, als ob das Aus­land hierin dem eigenen Vaterlande voraus sei. tzz ist, um die völlige Haltlssigkeit dieser Be­hauptung darzuthun, nur nöthig, darauf hinzu­weisen, daß dem Reichstage in letzter Zeit zwei llebersichten sozialpolitischer Natur zugegangen find, woraus klar erkennbar ist, welchen Um sang die Fürsorge der Arbeitgeber Deutschlands für ihre Arbeiter allmählig annimmt. Danach haben auf daS Jahr 1900 die gewerblichen anb landwirthschastlichen Arbeitgeber für die Unfallversicherung ihrer Arbeiter rund 113 Mill. Alk. ausgebracht. Für die Jnvaliditäts- und Alters­versicherung find aus dasielbe Jahr rund 118 Millionen Mark Beiträge eingegangen. Von diesen haben die Arbeitgeber mindesten- die Hülste, also 59 Millionen Mk., geleistet. Also sür zwei Einrichtungen sozialpolitischer Natur, welche lediglich den Arbeitern zu Gute kommen, haben die Arbeitgeber mindestens 172 Millionen Mk. in einem Jahre ausgegeben. Rechnen wir sür die Krankenversicherung nur noch etwa 30 Millionen Mk als Arbeitgeberbeitrag hinzu, so kommen wir zu einer Ausgabe der deutschen Arbeitgeber von über 200 Millionen Mk. jähr­lich für die Arbeiterverficherung.

Es dürfte der Sozialdemokratie schwer werden, irgend ein anderes Kulturland zu nennen, welches für die Arbeit ersürsorge solche Summen Seitens de" Arbeitgeber aufbringen läßt. Dazu kommt, daß die Ausgaben wenigstens für die Unfallversicherung noch von Jahr zu Jahr ganz beträchtlich steigen. Die Sozialdemokratie thut, trotzdem auch auf dem Gebiete des Arbeiter­schutzes in letzter Zeit geradezu mit Hochdruck gearbeitet wird, so, als wenn in dem Ausbau der deutschen Sozialpolitik ein ganz ungenügendes Tempo eingeschlagen werde. Sie verschweigt aber, daß die Belastung der Arbeitgeber aus früher erlassenen Gesetzen auch jetzt noch von Jahr zu Jahr steigt nnd deshalb auch die Arbeiterfürsorge noch stetig durch die alten Besetze erweitert wird. Die Steigerung der Ausgaben, welche allein für die Unfal- versicherung von 1900 auf 1901 nament­lich in Folge der Vorschrift wegen Wieder­auffüllung der Reservefonds erwartet wird, dürste sich auf etwa 17 Millionen Mk. belaufen. Und wenn die Belastung der Arbeitgeber aus einem einzigen Verficherungs- zweige in einem einzigen Jahre derart sich

63 (Nachdruck verboten.)

Else.

Roman von Hanna Aschenbach.

(Fortsetzung.)

Der Kommerzienrath spricht weiter, und plötzlich springt der Graf auf.Wie sagten Eie, Herr Schwiegerpapa?" fragte er halb mechanisch. Ein paar Worte find ihm im Ohre haften geblieben, deren Sinn zu über­raschend, zu herrlich ist, als daß er ihn fasten kann. Bertha tritt an seine Seite.6§ ist wahr, mein Bernhard, der gute Papa hat das Palais Königsmarck dem Grafen Tann abge- kauft, schon vor einiger Zeit. Er schenkt eS Dir als Hochzeitsgabe. Ist daS nicht herrlich?" Endlich begreift der Gras. So ist eS denn Wahrheit, der Familienwunsch der Königsmarck seit zwei Generationen, daS angestammte Palais wieder in ihren Besitz zu bekommen, der stets an dem grimmen Haffe der Tanns, der Erb­feinde der Familie, gescheitert war, ist erfüllt. Bernhard hatte ihn lange aufgegeben, die Er­füllung wäre ihm ja früher schon auS pekuniären Gründen nicht möglich gewesen und selbst der Peichthum seiner künftigen Gattin hätte ihm seiner Meinung nach nicht dazu helfen können, ttnb nun ist es doch geschehen, ist Wahrheit, Wirklichkeit! -

Der Graf ist tief erschüttert, und dem Im­puls seines Herzens folgend, wirft er sich dem gütigen Schwiegervater in die Arme.Du bist so gut, Ihr alle seid es. Ich will eS Euch danken, indem ich Euer Kleinod," er zieht Bertha an sich, .so glücklich mache, als es in Menschen­

steigert, dann wagt die Sozialdemokratie noch von einer Stockung in der Sozialpolitik Deutsch­lands zu reden! Das Betrübendste aber ist, daß einzelne Mitglieder staatserhaltender Parteien sich im Reichstage in Ausdrücken bewegen, die auf eine Zustimmung zu solchen sozialdemo­kratischen Unwahrheiten schließen taffen können.

Umschau.

Hebet die Frage der Bürens-Ein­wanderung

nach Deutsch-Südwest-Afrika werden von An­siedlern aus dem Schutzgebiete, die sich jetzt hier befinden, mancherlei Mittheilungen gemacht, die Beachtung verdienen. Die Buren verfahren bei Uebernahme von Ländereien ganz anders als europäische Anfiedler. Die Buren wollen nicht in dem großen Schutzgebiete umherziehen und nach brauchbaren Landstrecken suchen. Sie ver­langen, daß man ihnen die verkäuflichen Land- strecken bezeichnet und sehen fich dieselben an. Nur das Land, was fie mit eigenen Augen ge­sehen haben, nehmen fie. Die aus dem Kap- lande eingewanderten Buren sind durchgehends wohlhabend, dadurch unterscheiden fie fich von den sogenannten Trekburen. Auch stehen sie auf einer höheren Stufe der Bildung und der Lebensgewohnheiten als die letzteren. Diese Kapburen bilden ein schätzenSwerthes Element der Besiedelung. Von neuem wird auch dem englischen Märchen widersprochen, die Buren wollten einen Staat im Staate bilden und fich den Gesetzen nicht fügen. Der Bur will nur Ruhe und Stetigkeit finden, unter englischer Herrschaft wurde er aber immer gestört und vertrieben, daher seine Auflehnung gegen die Friedensstörer.

Deutsches Reich Bertt«, 27. Jan

Der Kaiser Eat am Freitag Hannover überraschend besucht. Am Bahnhos b e st i e a der Kais-r eine Droschke und fuhr nach KarstenS Hotel. Im Saale wo die vormaligen hannoverschen Offiziere, wie alljährlich, am Geburtstage Friedrichs des Großen, versammelt waren, sprach der Kaiser dem Vorsitzenden Oberst Blumenbach seine Freude aus, eine Stunde mit den Herren Zusammen­sein zu können und nahm dann zwischen den Obersten Blumenbach und Polen Platz. Nach einer Weile er­hob fich Oberst Blumenbach und bat den Kaiser um die Erlaubniß, den Dank der anwesenden alten hannoverschen Offiziere für den erneuten Beweis der Gnade ausdrücken zu dürfen. Die Uebertragung der alten hannoverschen Traditionen, die der Kaiser im Jahre 1899 verfügte sei kein leerer Buchstaben ge­

macht steht. Nennt mich Du und laßt mich richtig Euer Sohn fein," fährt er bittend fort. Gerührt verspricht dies das Senfteichsche Ehe­paar.Aber dies fürstliche Geschenk!" beginnt Bernhard von neuem.Ihr überhäuft mich mit Güte."Purer Egoismus," erwidert der alte Herr,will ja dadurch nur das Kind in meine Nähe bekommen, purer Egoismus." Die Minuten vergehen nur zu rasch, und bald verkünden heranrollende Wagen die Ankunft der ersten Gäste.

Im Blumenzimmer deS Herwigschen Hauses steht ein Offizier in funkelnder Paradeuniform. Er dreht ungeduldig den blonden Schnurrbart und blickt dann wieder nach der Thür. Er ist wahrhaftig vor der festgesetzten Zeit gekommen, seine Ungeduld hat ihn hergetrieben. Und nun macht ihn das Warten nervös. Es ist über­haupt eine Veränderung mit ihm vorgegangen. Dar erregte Mienenspiel, der fast finstere Aus­druck, der aus seiner Stirn thront, ist dem sonnigen Männerantlitz sonst fremd, ftemb ist Werner aber auch das bange Gefühl, daS heute seine Brust beklemmt. Und gerade heute, an de« Tage, auf den er fich fo gefreut hat. Es ist zu toll! Der elegante Offizier vergißt Ort und Stunde in seinem Unmuth, ja er stampft sogar heftig mit dem Fuß auf, als ihm das Geschehniß des Morgens inS Gedächtniß kommt. Es war eine der Widerwärtigkeiten, die ihm das Schicksal seit Wochen bereitete. Diese Krankheit der Mutter gerade in der Zeit, wo er fie am nöthigsten brauchte, es war Pech, elende-Pech! Und nun heute wieder: Ann-Lies hatte ihn empfangen, als er, in großer Eile vom Dienst kommend, Toilette machen wollte.

blieben, sondern ins Leben übertragen worden. In den Söhnen werde fich Disziplin und Gehorsam fort pflanzen, Redner schloß mit einem begeistert aufge- genommenen Hoch aus den Kaiser. Als das Hoch verklungen war, gedachte der Kaiser der alten hannover­schen Armee u"d sprach seine Freude darüber aus, daß seine Absicht vom Januar 1899 so wohl ver­standen und auf so fruchtbaren Boden gefallen sei. Auch seine Intention sei es, daß die Traditionen nicht durch Gemälde, Stiche und Worte festge'etzt werden, sondern durch den Geist in den Söhnen des niedersächfischen Stammes. Der 24. Januar sei be­sonders geeignet zu solcher Erinnerung weil Friedrich der Große es sei, der uns zu dem gemacht, was wir heute find. Der Kaiser schloß mit einem Hoch auf die ruhmreiche hannoversche Armee.

Der Kaiser hat, wie wir der Wochenschrift Ueberall" entnehmen, dem russischen Kaiser zur Erinnerung an die Zusammenkunft in Danzia einen Marine-Offizier-Dolch gewidmet der dem Zaren in den letzten Tagen überrercht worden ist.

Der Prinz von Wales traf Sonnabend Abend 7 Uhr in Berlin ein. Zum Empfange waren der Kaiser in Uniform der Royal - Dragoner, die Prinzen Eitel Friedrich, Heinrich, Friedrich Leopold und Albrecht mit ihren Söhnen, sowie der Herzog von Coburg und die übrigen hier weilenden Prinzen erschienen.

Die ,Korr. deS Bundes der Landwirthe' bringt folgende Erklärung:In der Presse werden Ge­rüchte verbreitet und erntet, die dahin gehen, daß Frhr. v. Wangenheim seinen Vorfitz rm Bunde der Landwirthe medergelegt habe oder niederzulegen beabsichtige, und zwar wegen Meinungsverschieden­heiten über die Stellung des Bundes in der Zolltarif- srage. Wir erklären daß diese Gerüchte über mangelnde Einmüthigkeit im engeren Vorstand des Bundes der Landwirthe jeglicher Unterlage entbehren. Wir würden auf dieselben garnicht eingehen, wenn wir nicht Ursache hätten, anzunehmen, daß mit der Ausstreuung dieser Gerüchte augenscheinlich die Absicht verfolgt wird, verhängnißvolle Mißverständnisse in die Reihen der Landwirthe und derjenigen zu tragen, die eine wirklich erfolgreiche nationale Wirthschastspolitik durchzusetzen beabsichtigen.

In Koburg erfolgte, wie man dem .B. T." meldet, die Bildung eines Komitees behufs Zu» fammenschluß fämmtlicher evangelischer Kirchengemeinden Deutschlands, Oesterreich- Ungarns und der Schweiz.

Wie wir der juristischen ZeitschriftDas Recht' entnehmen, hat das Oberlant esgericht Posen folgenden Rechtssatz ausgestellt: .In dem Jrrthum über die Vermögensverhältnisie des Verlobten kann ein wichtiger Grund sür den Rücktritt vom Verlöbniß ge- funden werden.'

Parlamentarisches.

Reichstag.

Berlin, 25. Januar 1902.

Fn der Etatsberaihung des Reichs­tags, die trotz der nicht mehr zu überbietenden Leere des Hauses mit der üblichen Zähigkeit beim Spezialetat des Reichsamts des Innern ver­weilt, gab der die Debatte eröffnende Abg. Roeficke- Kaiserslautern der allgemein geteilten Anerkennung sür die in diesen Debatten ins Licht tretende eminente

Die Mutter fei wieder sehr schwach. Sie habe einen Brief bekommen, und nachdem fie den gelesen, sei fie sehr erregt im Zimmer hin- und hergeschritten. Sie, die Ann Lies, sei dazu ge­kommen und habe fie fast ohnmächtig aufs Sopha gebracht, und da habe die Kranke ihre Hand krampfhaft gefaßt und geflüstert:Sag' Werner, er soll nicht zur Hochzeit gehen, er soll nicht!" Dann fei fie, von Schwäche übermannt, in ihre Lethargie gefallen.

Werner war höchlichst bestürzt über diese Botschaft. In diesem letzten Augenblick von dem Fest zurückzutreten, das war ja unmöglich, wie konnte die Mutter so etwas wünschen? ES war eine krankhafte Idee! Er eilte zu ihr. Sie lag in dem eigenthümlichen Zustand, der fie so oft befiel, regungslos, wie schlummernd. Er wußte, daß er fie da nicht wecken durste. Er spähte um fich, kein Brief doch halt, dort ein Kouvert auf dem Teppich. Er hob es auf, mechanisch, er kannte plötzlich die Schreiberi«. Richtig, diese großen, männ­lichen Schriftzüge entstammten der Hand seiner Tante Therese. Und da wußte er alles, als habe er den Brief gelesen. Er handelte fich um Else und darum der Mutter Bitte. Zornii flog dar Couvert in eine Ecke, und Werner richtete fich trotzig auf. Damit soll fie nichts erreichen, diese gütige Tante! Armes Mütterchen, auch Deine Bitte kann ich nicht erfüllen. Er drückte einen Kuß auf die Hand der Kranken, dann schritt er hinaus.

Drüben wartete Ann-LieS:Meine Mutter schläft, aber ich muß gehen. Sag' ihr das und tausend Grüße." Das alte Mädchen sah ihn an mit den klugen, ehrlichen Augen.Sie

Arbeitskraft und umfassende Thätigkeit des Herrn Staatssekretärs lebhaften Ausdruck. Auch der agrari­sche Redner hatte eine Reihe von Wünschen. Unter anderem bemängelte er, daß das Fleischbeschaugesetz noch nicht völlig durchgeführt sei, und daß die sächsi­sche Regierung die Grenze! gegen Oesterreich für die Schweineeinfuhr öffnen wolle. Mit großem Miß­trauen vom Standpunkte der deutschen Landwirth» schastsintereffeu betrachtet er die Verhandlungen zwilchen den deutschen transatlantischen Dampfer­gesellschaften und amerikanischen Verkehrsintereffenten. Der Staatssekretär Graf v. Posadowsky bemerkte darauf, daß die Hamburg-Amerikalinie keine Reichs­subvention erhalte, und daß nur innerhalb der abge­schloffenen Verträge ein Einfluß auf die Verkehrs­gestaltung der Limen möglich sei und auch im Jn- teresie der heimischen Landwirthschaft ausgeübt werde. Zur Ausführung des Fleischbeschaugesetzes, welche die Ueberwindung erheblicher Schwierigkeiten auf chemi­schem und zolltechnischem Gebiete zur Voraussetzung habe, liege eine neue Verordnung zur Zeit dem Bundesrathe vor, mit der alles geschehen sein werde, um das Gesetz vollständig in die Praxis überzu­führen. Der Vertreter der sächsischen Regierung er­klärte. es würden bei der Zulaffung der österreichischen Vieheinfuhr die sanitären Rücksichten in die erste Linie gestellt werden. Den sozialdemokratischen An­griffen gegen die kapitalistische Produktionsweise und das Uuternehmerthum traten die nationalliberalen Abgeordneten Schlumberger und Freiherr v. Hehl wirksam entgegen. Der letztere wies darauf hin, was der industrielle Aufschwung der letzten 30 Jahre für die deutsche Arbeiterbevölkerung bedeute, ein Auf­schwung, demgegenüber die jetzige Kalamität nicht entscheidend in Betracht komme. Der vom Abgeord. Bassermanu mitunterzeichnete Antrag auf ein freies Vereins- und Versammlungsrecht der Frauen hat, wie Frhr. h. Hehl erklärte, nicht die Zustimmung der Mehrheit der nationalliberalen Partei; dagegen be­fürwortete er die Herabsetzung der Maximalarbeitszeit für Frauen in Fabriken auf 10 Stunden. Ferner wünschte er die Krankenversicherung der KonfekOons- arbeiter. Lebhaften Beifall zollte er der bevorstehen­den Gesetzvorlage über die gewerbliche Kinderarbeit, die über das bisher auf diesem Gebiete Angestrebte hinausgehe und im Mittelpunkte dieser Debatte zu stehen verdiente. Graf v. Posadowsky theilte mit, daß ein Gesetz über die Krankenversicherung der Heimarbeiter fich in Vorbereitung befindet, und daß die Gewerbe Ausfichtsbeamten angewiesen worden find, fich über die Frage einer zehnstündigen Maximal­arbeitszeit für Frauen in den nächsten Berichten zu äußern. Auf die Anregung des Soziale emokraten Horn erklärte er sich bereit, die Frage der Sonntags­ruhe in Glasfabriken erneut zu prüfen. Auf die gestrige Rede des Abg. Lenzmonn zurückgr.ifend, wies Der Staatssekretär den Vorschlag der fakultativen Einführung der Leichenverbrennung von Reichswegen rurück. Es könnte nur eine obligatorische Maßregel aus sanitären Gründen in Frage kommen, doch würde dies den u A. von Jakob Grimm bezeugten Empfindungen des deutfchen Volkes widersprachen. Der geringschätzigen Beurlheilung der letzten sozial­politischen Gesetze seitens des Abg. Wurm hielt er die Thatsache entgegen, daß durch diese Gesetze die Be­lastung der Arbeitgeber um 10 Millionen gewachsen ist. Der Abgeordnete v. Massow wies den Sozial­demokraten nach, daß ein Arbeiter aus dem Lande seine Wohnung in 14 Tagen verdiene, in Be lin erst in 100 Tagen Nach einer Rede des A<.g. Weißen.

würden ihren Wunsch erfüllen, Herr Werner, wenn Sie könnten, ich weiß eS."Ja, liebe Seele, er kann und darf nicht fein, und nun laß mich, ich' muß eilen."

So war es gekommen, daß deS Lieutenants frohe Stimmung verdorben, und er mit solch finsterem Ausdruck auf die Elfe wartet. Wie nannte fie doch der alte Sensteich? Richtig, Lios Alfa, Licht elfe; ob fie ihre Eigenschaft heute bewähren wird? Ihm Herz und Sinn wieder licht und hell machen durch ihr sonnige? Wesen?

Da, ein leichter Schritt, begleitet von knistern­dem Rauschen, die Thür sprengt auf, und herein schwebt fie, die holdeste Verkörperung einer Lios Alfa. Der Lieutenant vergißt Gruß und An­rede, er starrt die reizende Erscheinung an wie ein Wesen au8 einer anderen Welt. Elfe fliegt auf ihn zu.Grüß Gott, Herr von Buchwald, diesmal find Sie unpünktlich, sehen Sie!" Sie zeigt auf die Uhr,Punkt Elf, zu früh ist auch nicht pünktlich. Aber was machen Sie für starre Augen, gefalle ich Ihnen nicht?" Sie dreht sich halb neckisch, halb vorwurfsvoll vor ihm im Kreise.O Fräulein Elfe," bricht eS da oon des Offiziers Lippen.Haideröslein! Sie sind überirdisch schön, ich kann es garnicht faffen, daß fie eine Erdenschwester find und kein Wesen aus dem SomwernachtStraum!" Elfes glockenhelles Lachen schallt jubelnd durch den Raum. Seien Sie doch froh, Herr Lieutnant, daß ich au$ Fleisch und Blut bin, wer sollte denn heute mit Ihnen zur Hochzeit? Solch duftige Wesen die fahren im Muschelwagen durch die Lust, nicht fein ehrbar in einer soliden Hochzeitskutsche.

(Fortsetzung folgt.)