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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbara und Kirchhain

Marburg

«»»>»Sonnabend, 18. Januar 1902.

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(Nachdruck verboten.)

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Lil-, bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Major Fanshawe machte am 7. einen Nacht­marsch und holte den Feind am 8. wieder ein. Die Buren wurden in das Hügelgelände südlich Heilbron getrieben."

Soweit der Bericht des Korrespondenten, rer nicht erkennen läßt, weshalb man die Ver- olgung des Theiles der Buren aufgab, bei >enen sich Dewet befinden sollte um, den weniger wichtigen Burentrupp einzuholen. Das Fehlen einer Mittheilung hierüber läßt fast vermuthen, daß General Elliot die Fühlung mit Dewet vieder verloren hat. Hat er aber die Ver- olgung Dewets späterhin mit der Kolonne Bhng allein wieder ausgenommen, so könnte sich Dewet vielleicht zu einem Angriff auf diese Kolonne stark genug fühlen.

daß die preußische Staatsregierung fest ent- schlossen ist, bei der von ihr eingeschlagenen Politik in den Ostmarken mit Stetigkeit und Nachdruck zu beharren, und daß diese Politik dem einmüthigen Empfinden aller Deutschen entspricht.

nichts verlauten, aber die kluge Freundin hört dem Ton seiner Stimme, sobald er deS Mäd­chens Namen nennt, sein ganzes, seliges Ge- heimniß heraus. Er gefällt ihr ausgezeichnet für ihren vergötterten Liebling. Hoffentlich ist er vermögend, denn fie hat nichts. Werde Bernhard fragen, denkt die praktische Kom- merzienrathstochter. Werners Bericht über den vom Burschen vergeffenen Absagebrief, und welche Anstrengung es gekostet, ihn wieder zu erobern, amüfirt die junge Dame sehr, und beide lachen bis zu Thränen, als der Lieutnant ausmalt, welche Wirkung das unpädagogische Trinkgeld aas Rappels Pünktlichkeit haben werde.

Die Frau Kommerzienrath, im Begriff, sich in den Salon zu begeben, steht verwundert still, als fie das laute Lachen ihrer Tochter hört. »Wie zerstreut fie heute früh bei den Besuchen war; laß sehen, dieser Buchwald muß ein Konversationsgenie sein."

Sie tritt ein. Der sich tief verneigende Offizier wird ihr als Elfes Brautführer vorge­stellt, und dies hat zur Folge, daß der entzückte Werner eine wahre Jubelhhmne auf sein an- gebetetes Mädchen zu hören bekommt.

So erwirbt sich auch die umfangreiche Frau Kommerzienrath einen Platz in des Leutnants Herzen, und die am Morgen so viel geschmähte Familie Senftteich dünkt ihm nun die liebens­würdigste £er Welt.Ja," schließt Berthas

Zehn Tage hinter Dewet.

Ein Spezialberichterstatter des Bureau Reuter meldet aus Lindley unter dem 13. Januar: 5(m 28. Dezember zog Dewet von der Diviera- Drist am Liebenberg-Vlly-Fluß nach der Trommelform in der Nähe von Elandskop. General Elliots Streifkorps, welches aus den Kolonnen des Obersten Delisle und des Majors Fanshave zusammengesetzt war, verfolgte ihn am 29. und gewann Fühlung mit dem Feinde bei Elandskop. Unsere Pferde waren müde, ba fie schon 35 Meilen gemacht hatten. Dewet versuchte, die Drift zu halten, wurde aber zurückgetrieben und mußte seine Geschütze in Stellung bringen, um unsern Vormarsch aus­zuhalten. Er hat 2 Feldgeschütze und 1 Pom- Pom. Dewets Geschütze wurden von Haupt­mann Müller, einem deutschen Artilleristen kommandirt. Wir hatten 3 Verwundete. De­wets Verluste waren 1 Mann tobt und 10 Gefangene. Das Pom-Pom wurde durch unsere Geschütze außer Gefecht gesetzt. Bei Elandskop theilte sich Dewets Truppe. Dewet selbst schwenkte nach Süden ab und übernachtete am 29. fünfzehn Meilen östlich Lindley, am 30. seinen Marsch nach Süden in der Richtung auf Blauwkop wieder aufnehmend. General Elliot kehrte nach Lindley zurück, um sich neu zu verproviantiren. Von dort marschirte er am 31. direkt nach Osten, außer den bisherigen Kolonnen auch noch die des Obersten Bhng mitnehmend. Dewet wendete sich nach Nord- ofl. General Elliot marschirte am 31. 36 Meilen und hatte ein Gefecht mit den Trans- vaalern unter Meyer und den Betlehem-Bürgern unter Feldkornet De Beer. Am 1. Januar verfolgte General Elliot den Feind weiter in der Richtung auf Liebenbergs Vley. Die Buren theilten sich wieder, und zwar ging ein Theil unter Meyer mit den Geschützen in östlicher Richtung nach dem Wilgefluß und ein anderer großer Theil westlich nach Elandskop. Es wurde gemeldet, daß Dewet bei der Abtheilung Meyer sei, und er wurde nach dem Wilgestuß verfolgt, von wo er seine Flucht nach den Wit- kopjes in der Nähe von Vrede fortsetzte. Ge­neral Elliot machte dann einen Nachtmarsch zu­rück nach Liebenberg Vley unter Mitnahme der Kolonnen Byng, Delisle und Fanshawe, und cs gelang ihm, drei Abteilungen Buren, welche die Driften besetzt hielten, zu überraschen. Ein Bur fiel, und einer wurde verwundet. Außerdem wurden 10 Gefangene gemacht und verschiedene Wagen und Karren -erbeutet, sowie 13 Pferde von Steijn. die dorthin geschickt waren, um sich auszuruhen. Es waren die Kommandos von Heilbron und Kroonstad und 2 kleinere Ab­teilungen von Transvaalern, die dem Laufe des Rhenosterfluffes gefolgt waren, welche General Elliot damals gegenüberstanden. Diese Buren wurden durch Fanshawe und Delisle verfolgt.

Umschau.

Die Polendebatte im Abgeordneten­hause

hat ein höchst erfreuliches Ergebniß gehabt. Die offiziöseSeil. Corr." faßt dasselbe in folgender Weise zusammen. Wenn auch die Polen selbst ihre bekannten Klagen in üblicher Form wiederholt haben, so hat doch die weit überwiegende Mehrheit des Hauses die staats feindlichen Agitationen der Polen auf das schärfste verurtheilt. Der Regierung ist in dieser Debatte die willkommene Gelegenheit ge­boten worden, allen immer wieder verbreiteten Ausstreuungen über angebliche Schwankungen in ihren Polenkurse mit allem Nachdruck zu begegnen. Es kann jetzt auf keiner Seite ein Zweifel darüber bestehen, daß die Königliche Staatsregierung fest entschlossen ist, den Ueber- griffen der polnischen Agitation und dem Streben, deutschen nationalen Besitz in den Bannkreis des Polenthums zu ziehen, mit allen denjenigen Mitteln zu begegnen, die ihr im Rahmen der Verfassung zur Verfügung stehen.

Eine Klärung der Lage hat auch insofern stattgefunden, als durch das in der Diskussion vorgebrachte Material jeder Zweifel an der Illoyalität und Staatsgefährlichkeit der auf die Losreißung der ehemals polnischen Landestheile vom preußischen Staate hinzielenden Agitation gehoben ist. Trotz aller in den Verhandlungen über diesen Gegenstandstand hervorzetretenenGegensätz- lichkeit auch unter den deutschen Parteien deS Landtages kann doch gesagt werden, daß von keiner der in dem Landtage vertretenen deutschen Parteien und von keinem ihrer Preßorgane das Vor­handensein einer solchen illoyalen und staats­gefährlichen polnischen Agitation jetzt noch in Abrede gestellt wird, einer Agitation, die völlig incongruent ist mit den auf dem Boden der Verfaffung sich bewegende Erklärungen der polnischen Abgeordneten.

Die Vertreter deS Polenthums in Preußen aber werden gut thun, sich zu vergegenwärtigen,

Mutter ihre Lobrede,Elfe Herwig ist der entzückendste Backfisch, den ich je gekannt habe, und ich möchte fast wünschen, fie bliebe stets ein solcher."

Aber Mama," fällt Bertha ein,Elfe würde fich wenig freuen über Deinen Wunsch. Ich glaube, fie wird einmal eine noch viel ent­zückendere Frau werden, zum Beispiel" mit einem neckischen Seitenblick auf Wernereine schneidige Regimentsdame. Stelle fie Dir nur im Capotehütchen vor, fie muß darin zum Ver­stand verlieren hübsch sein."

Frau Kommerzienrath nickt.Du magst Recht haben, aber der Herr Leutnant amüfirt sich gewiß über unsere Schwärmerei. Nicht? DaS freut mich. Unser ganzes Hau§, mein Mann an der Spitze, schwärmt sür die Else, für Lios Alfa, wie er fie nennt."Lios Alfa, wiederholt Werner verklärt,ein schöner Name, bedeutetLichtelfe", nicht wahr? Da8 paßt auf fie!" --

Werner von Buchwald empfahl fich. Die Damen hatten ihm zum Abschied herzlich die Hand gereicht und beide ihn gebeten, sie auch ferner zu besuchen, die Kommerzienräthin, so­bald fie von Karlsbad retour und die junge Gräfin in ihrem Winterpalais.

(Fortsetzung svlgt.)

Herr von Buchwald. Sie gefallen mir, und ich hoffe, wir werden in Zukunft gute Freunde." Der Lieutnant verbeugt fich.Ich hege den innigen Wunsch, gnädiges Fräulein."Wie gut ich's mit Ihnen meine," fährt die junge Dame heiter fort,sollen Sie gleich sehen. Ich bestimme Sie zum Brautführer und gebe Ihnen als Partnerin das reizendste Geschöpf der Welt, meinen vergötterten Liebling nun rathen Sie."

Elfe Herwig," ist die mit verblüffender Promptheit gegebene Antwort. Bertha staunt. Sie rathen ja fabelhaft, Herr von Buchwald, oder sollte ? Ach, ich sehe es Ihnen an, Elfe ist mir zuvorgekommen." -Allerdings machte Fräulein Herwig mir die für mich überaus beglückende Mittheilung, als ich fie vorhin traf."Ei, ei," droht daS schöne Mädchen mit dem Finger,das find ja nette Sachen. Am Ende verdanken wir gar diesem Fingerzeig meiner Frenndin Ihren verspäteten Besuch." t

Der Lieutnant verbeugt fich erröthend.Ich bewundere Ihren Scharfsinn, meine Gnädigste. Ihren gütigen Augen kann ich. wirklich nicht widerstehen. Wollen Sie meine Beichte an­nehmen?" Bertha nickt intereifirt.

In kurzen Worte« schildert der junge Offizier seine SinneSwandlung vym Vormittag. Voü stiner Liebe zu Äfe läßt er natürlich

Else.

Roman von Hanna Aschendach.

(Fortsetzung)

Werner von Buchwald beugt fich herab auf die weiße Hand, die ihm fteundlich gereicht wird, und fie chevaleresk an die Lippen ziehend, sagt er verbindlich:Gestatten Sie, mein gnä­diges Fräulein, von einem bis dato Unbe­kannten die wärmsten Glückwünsche zur Ver­lobung!"

Bertha dankt lebhaft. Ihr prüfendes Auge ruht mit Wohlgefallen aus der ritterlichen Er­scheinung des jungen Offiziers, und ElfeS Wahl findet im Herzen der Freundin warme Billigung.

Auch Werner mustert bewundernd die Geld­prinzeß und begreift auf einmal die warme Zuneigung sehr gut, die seine Elfe der Freundin lvidmet. Die junge Dame läßt ihren Besuch Platz nehmen, entschuldigt die Mutter und meint, daß man es wohl in salch trubulöser Zeit mit der Etikette nicht so geaau nehme. »Uebrigens werden gnädiges Fräulein ja bald selbst gnädige Frau," ergänzt Werner lachend.

Nach einigen konventionellen Fragen und Antworren beginnt Bertha:Ich freue mich, daß Sie meinen Ehrentag feiern Helsen wollen,

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Parlamentarisches.

Reichstag.

Berlin, 16. Januar 1902.

Auf der Tagesordnung des Reichstags stand heute die Interpellation des Grasen Oriola bezüglich der Reform des Militärpensionswesens. Der nationalliberale Interpellant legte die schon in srühcren Jahren erörterten Härten, Ungerechtigkeiten und Unklarheiten der militärischen Pensionsgesetze dar und bezeichnete die rascheste Beseitigung der Nebel- stände als ein nobile officium des Reiches, worin ihm in der späteren Debatte die Redner der übrigen Parteien beistimmten. Die Frage, ob ein neuer Ent- wurs bereits fertig gestellt sei, beantwortete der Staatssekretär des Reichsschatzamts, Frhr. v. T h i e l - mann, verneinend. Dem Bundesrathe sei bisher keins der bezüglichen Gesetze zugegangen, und er ver­möge darum nicht im Namen der verbündeten Re gierungen eine Vorlage sür diese Tagung in Aussicht zu stellen. Ueber die Frage des Interpellanten nach den Gründen der Verzögerung sprach sich der Staatssekretär nicht aus, doch erklärte als Vertreter des erst später im Reichstage erschienenen Kriegsministers der Generalmajor v Tippelskirch, daß ein Entwurf im Kriegsministerium fertig gestellt sei der den Wünschen des Interpellanten beinahe völlig entspreche, von dessen Vorlage aber wegen

der ungünstigen Finanzlage abgesehen werden müsse. Da zwischen den Erklärungen der beiden Regierungsvertreter ein Widerspruch gefunden wurde, machte Frhr. v. Thielmann darauf auf­merksam, daß nicht nur das Kriegsministerium, sondern auch daS Reichsmarineamt und das Auswärtige Amt, letzteres für die Schutztruppen an der Sache be» theiligt seien. Vom Reichsmarineamt sei erst gestern das Protokoll über die bezüglichen Verhandlungen an das Reichsschatzamt gelangt. Aus eine Anfrage nach dem Ergebniß der vom Reichstage verlangten Enquete bezüglich der unterstützungsberechtigten Kriegsveteranen theilte der Staatssekretär mit, daß die Einzelstaaten befragt worden find, aber bis auf drei noch nicht ge- antwortet haben. Die bayrische Regierung hat die Anfrage dahin beantwortet, daß einschlägiges Material nicht vorhanden sei. In der Debatte trat eine Meinungsverschiedenheit insoweit hervor, als der Abg. O e r t e l mit Rücksicht auf die Finanzlage und die parlamentarische Lage sür diese Session von dem Verlangen einer Vorlage Abstand nehmen wollte, die äußerste Linke aber, voran der Abg. Singer, eben weil ihr eine Komplizirung der parlamentarischen Lage nicht unerwünscht sein würde, sich sür die so- ortige Einbringung der neuen Penfionsgesetze er- iferte. Herr Singer hatte auch die Lösung der inanziellen Frage bereit, indem er vorschlug, den ^lottenbau dis zur Wiederkehr fetterer Jahre zu rstiren Die sozialdemokratische Ärbeitslosen-Jnter- »ellation wurde auf morgen vertagt

Aus der Zolltariskommisfio«.

wtb. Die Zolltarifkommission des Reichs­tags lehnte den vom Staatssekretär Frhr. v. Thiel­mann bekämpften sozialdemokratischen Antrag ab, wonach in jedem Steuerdirektionsbezirk eine besondere Auskunftsbehörde für Zolltarissachen zu errichten ist. Die Kommission nahm sodann unverändert § 2, be­treffend die Bestimmungen über die Erhebung von Gewichtszöllen vom Roh- bezw. Reingewicht, und ; 3, betreffend Beschränkung der Abfertigung besonders chwierig zu untersuchender Waren auf eine bestimmte Zollstrecke an, beide unter Ablehnung sozialdemo­kratischer Abänderungsanträge. Schließlich wurde § 4, betreffend Zollfreiheit für Postsendungen bis 250 Gramm und Nichterhebung von Gewichtszöllen bei Mengen unter 50 Gramm, angenommen mit einem Abänderungsantrag des Abg. Hasse, wonach die Befugnis des Bundesrats, für einzelne Wein­gattungen und einzelne Grenzstrecken Beschränk­ungen anzuordnen, aus Fälle von Mißbrauch be­schränkt wird.

Abgeordueteuhaus.

Der erste Tag der Generaldebatte über den Etat im Ageordnetenhause bot eine Verhandlung von großer politischer Bedeutung Der Redner der Konservativen Herr v. Heydebrand sprach sich im ganzen günstig über den Etat aus, verlangte, daß die preußischen Stimmen im Buadesrath sür die Erhöhung der Argrarzölle und Durchsetzung der Zolltarisvorlage ab­gegeben werde und schloß mit einem warmen Nach­ruf für Herrn von Miquel. Der Finanzminster Frei­herr von Rheinbaben dankte ihm für diese Anerkenn­ung seines großen Vorgängers. Er müsse sich mit Rücksicht daraus, daß ine Zolltarifvorlage Reichsan­gelegenheit sei, eine große Zurückhaltung in Bezug auf diese Frage auferlegen, das aber könne er er­klären, daß die Staatsregierung mit allem Nachdruck hinter ihren Vorschlägen stehe. Er müsse nachdrücklich davor warnen, mit Forderungen und Wünschen über das Erreichbare hinauszugehen, man könne sonst nur zu leicht auch das Erreichbare versehlen. Er sei entschlossen obwohl in der Finanz-, wie in der Wirthschaftspolitik Miquels Bahnen zu folgen. Die folgende, sehr ruhige Rede des Centrums­abgeordneten Fritzen gipfelte in der Anfrage an

Deutsches Reich

Berlin, 17 Jan

Der Prinz von Wales trifft am25. Jan. in Berlin ein, wo ihm vom Kaiser ein glänzender Empfang bereitet wird. Außer nach Potsdam zum Besuche der Herzogin von Albany und des Erbprinzen und ter Erbprinzessin zu Wied wird der Prinz auch dem großherzoglich Mecklenburgischen Hofe in Strelitz einen Besuch machen.

In Reichstagskreisen wird erzählt, der erste Vorsitzende des Bundes der Landwirthe, Abg. Frhr. v. Wangenheim, beabsichtige das Ehren­amt als erster Vorsitzender deS Bundes der Landwirthe niederzulegen, angeblich, weil er in der Agitation für die weitere Erhöhung der Getreidezölle über die im Zolltarif vorgeschlagenen Minimalsätze nicht so weit gehen wolle, wie die übrigen Herren von der Bundesleitung. Wir glauben einstweilen noch nicht daran.

Ueber die Bureneinwanderung in Deutsch Südwestafrika spricht sich die Deutsche Südafrikanische Zeitung" in er em vom amtlichen Koionialblatt übernommenen Artikel recht günstig aus. Der Einfluß des südafrikanischen Krieges auf das deutsche Schutzgebiet sei kein ungünstiger gewesen, er habe eine Anzahl Farmer zur Einwanderung ver­anlaßt, meist solche, die außer ihrer südafrikanischen Erfahrung nicht unbeträchtliche Mittel nutbrachten, also gerade Elemente, die geeignet sind, die Ent­wickelung des Landes zu fördern. Dagegen spricht ich in derKolonialen Zeitschrift" ein deutscher An- »edler in Südwestafrika (E. Müller von Berneck) sehr mißfällig über die in Deutfch-Südwestafrika einge wanderten Buren aus: Vielesind so, daß ein jeder Deutscher froh ist, wenn sie nicht in das Haus kommen."

Erscheint täglich außer an Werltageu nach Sonn- uns Feiertage».

Svnntagsbeilage: Jlluftrirtes Souutagsblatt. 07 cVrthrtl Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrücken u *

Marburg, Markt 21. Telephon 55.