Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag' Joh. Ang. Koch, UniverfttätS-Buchdruckerek 40. Jahr,.;
Marburg, Markt 21. — Telephon t>5. -
Marburg
Freitag, 29. Dezember 1905.
Vierteljährlicher Bezugspreis; btt Dtt Expckitto« 2 Mk., qnj bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcU Bestellgeld),
öv» JnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.
Reclamcn: die Zeile 25 Pfg.
übergekcmimen. Witwen und Waisen von schlagenen, im Kampfe für ihr Deutschtum fallenen, nahen in harter Winterzeit jetzt wärmenden Herde im Mitterland und bitten um freundliche Aufnahme.
zum Dank dafür, daß sie 700 Jahre lang unter aller Unbill, trotz aller Vereinsamung, unter däni. scher und schwedischer, polnischer und russischer Herrschaft doch ihr deutsches Volkstum treu bewahrt haben, können wir ihnen wenigstens einen Teil der Sorgen abnehmen. Viele von ihnen ha- 6eit ihre Familie nach Deutschland geflüchtet. An- dere sind, aller Existenzmittel beraubt, selbst her-
Er-
Ge- dem uns
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Dez.
— Se. Majestät der Kaiser hörte gestern Mittwoch Vormittag im Neuen Palais den Vortrag oes Chefs des Zivilkabinetts. Die Winterfeste am königlichen Hofe sind 1906 folgende: Montag, 1. Januar: Neujahrsgratulation bei den Majestäten. Donnerstag, 18. Januar: Fest deS Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Freitag 19. Januar: Große Cour für das diplomatische Korps, sämtliche Damen und für die Herren vom Zivil. Sonntag, 21. Januar: Krönungs- und Ordensfest. Mittwoch, 24. Januar: Militärcour. Sonnabend, 27. Januar: Geburtsfest des Kaisers. Mittwoch, 31. Januar: Erster Schlotzball. Hieran schließen sich die noch zu bestimmende,t weiteren Hofbälle.
— Im Reichstag wird eine Interpellation betreffend den mangelhaften Schutz der bedrohten Reichsdeut. schen in den russischen O st seepro- Dingen durch die deutsche Reichsregierung, wie die Blätter melden, von der rechten Seite deS Hauses nach Neujahr eingebracht werden. — Der Gesetzentwurf betreffend Uebernahme einer Reichsgarantie für den Bau einer Eisenbahn von Duala nach den Mauengubabergen ist dem Reichstage jetzt wieder zugegangen; er hat die gleiche Fassung behalten, in der er in der letzten Session vorgelegt wurde. Ebenso ist dem Reichstage gu< gegangen der Gesetzentwurf betreffend die Wertbestimmung der Einfuhrscheine im Zollverkehr. — Die „Gemania" „bestätigt", daß Oberlandes- gerichtspräsident Spahn der Tabak-, Bier-, Q u i t t u n g s - und F r a ch t b r i e f st e u e r in völliger Uebereinstimmung mit der Zentrumsfraktion ablehnend gegenüberstehe.
— D i e Hauptergebnisse der diesjährigen Einkommensteuer-Veranlagung werden vom kgl. Statistischen Landesamte in der „Statistischen Korrespondenz" Der. öffentlicht. Danach hat die Zahl der Zensite,t um 260 000, deren steuerpflichtiges Einkommen um 550 Millionen Mark und deren Einkommen-
Ist die Not der Balten gegenwärtig am größten, so ist doch auch in anderen russischen Landesteilen die Hilfe nötig. In deutschen Bauern- kolonieit an der Wolga sitzen seit Katharinas II. Zeiten Scharen unserer Volksgenossen, die noch heute ihr Schwäbisch, Allemannisch oder Sächsisch nicht vergessen haben. Schon von weitem unterscheidet sich solch Kolonistendorf von den russischen Ansiedelungen: hier Verfall, Unordnung, Schmutz, dort peinliche Sauberkeit, Gedeihen und Glück. Aber auch dieses friedliche Idyll ist zerstört. Mord und Brand wütet überall. Tausende deutscher Rückwanderer kommen über unsere Grenzen. Und diese sturmerprobten Leute werden freudig begrüßt: das menschenarme Ostpreußen allein hofft sie allmählich unterbringen zu können, und auch in Westgreußen, Posen und Schlesien sieht man die kräftigendeutschen Arme gern. Was die deut- scheu Rückwanderer erbitten, ist Arbeit, aber zunächst gilt es, ihnen über die schlimmste erste Zeit hinwegzuhelfen, Nahrung und Obdach zu schaffen.
Unter den Flüchtlingen wächst die Zahl der deutschen Reichsangehörigen besonders seit der Lahmlegung der industriellen Tätigkeit im Weich- seigebiet. In Lodz, dem russischen Manchester, und zahlreichen anderen Städten Kongreßpolens ist ja das ganze Gewerbe von deutschem Unternehmungsgeist befruchtet worden; die Palm wären allein zur Schaffung dieser Werke nicht fähig gewesen, und tatsächlich gibt es auch unter den Fabrikanten und Ingenieuren, Werkmeistern und Monteuren fast nur deutsche Namen. Viele von ihnen haben das Ausharren an verantwort- llchen Posten mit dem Tode bezahlen müssen; an- dere haben das nackte Leben über die Grenze gerettet und suchen hier nach neuer Existenz.
In den Ostseeprovinzen ist die Zahl der deut- schen Reickisangehörigen nicht so groß. Großkauf, leute. Gelehrte, Oberförster, Kunsthandwerker, Fabrikbeamte sind darunter; soweit sie sich noch retten können, ist für sie genügend Platz an Bord der Dampfer, die auf Ersuchen des Reichskanzlers hingeschickt sind. Gerade zum Weihnachtsfest trafen die ersten hier ein. Ihrer Stellung, ihres Vermögens, ihrer Fahrnis sind sie beraubt, die Zukunft liegt für sie in tiefstem Dunkel, — wenn nicht tatkräftige Bruderliebe der Volksgenossen sie ihnen erhellt.
Es handelt sich in allen Fällen um ein Menschenmaterial, das einen wertvollen Zuwachs für uns bedeutet. Nach Rußland werden nicht Droh-
sammenhang nicht mehr so lebendig ist. Das Baltenland, um die Wende des 12. Jahrhunderts vom deutschen Kaufmann entdeckt, dann vom Rit- ter und Priester erschlossen, konnte schon 1207 als Reichslehen vergeben werden, und Rudolf von Habsburg spricht in einem Erlaß von „Preußen, Livland und anderen dem Römischen Reich zugehörigen Gegenden."
Aber das Reich war schwach und ließ seine Provinzen im Stich. Der Augsburger Reichstag machte Vorstellungen; Wilhelm von Brandenburg und Johann Albrecht von Mecklenburg baten dringend für die Livländer um Hilfe. Erreicht wurde dadurch bei Kaiser Ferdinand aber nur die Entsendung eines „Hatschiers" mit einem pomphaften Schreiben nach Moskau. Iwan IV. lachte über die christliche Vermahnung zum Frieden und schickte den Hatschier mit dem Bescheide heim, „daß er feilt Haupt nicht rnhsam zu legen gedacht, er hätte denn die Lande zu Livland unter seine Macht und Gewalt gebracht".
Den Ostseeprovinzen blieb in ihrer Not nichts anderes übrig, als Schweden und Polen zu Helfern und — Herren zu erbitten. Anderthalb Jahrhunderte spitter gerieten sie infolge des Nordischen Krieges in den Besitz Peters des Großen. Er bestätigte sie in allen ihren allen Reckten: die Balten waren nunmehr russische Untertanen geworden, aber sie behielten ihre deutsche Sprache in Schule und Verwaltung, ihr lübisches Recht und ihre eigene kommunale Regierung.
Die Untenvorfenen des Landes blieben die Esten und Letten. Verschiedene blutige Aufstände dieser Männer waren int Laufe der Jahrhunderte unterdrückt worden. Schließlich nahmen sie willig an den deutschen Kulturgütern teil. Die baltische Ritterschaft hob nicht nnr bereits 1809 — also ein halbes Jahrhundert früher, als die Russen — die Leibeigenschaft auf, sondern gab dem Lande auch eine Agrarverfassung, die eine zahlreiche und wohlhabende Bauernklasse schuf und durch vernünftige Packtordnimg eine Proletarisierung des Landvolkes unmöglich machte; auch begründete sie überall estnische und lettische Schulen, sodaß es bald kaum mehr Analphabeten gab.
Diese von den Deutschen ihnen vermittelte Bildung benutzten die Leute als Waffe gegen ihre Herren und Wohltäter. Als dann 1883 die gewaltsame Russifiziernng des Landes begann, sahen die Esten und Letten darin ihreit Freibrief gegen das Deutschtum und die Wühlerei nahm erschreckenden Umfang an. Auch sie selber verfielen aber der Russifiziernng, und gleichzeitig tauchte bei Einführung großer Industrien in den Städten zum erstenmal die soziale Frage drohend auf: nun wurde aus dem nationalen Kampf gegen die Deutschen ein revolutionärer gegen die Obrigkeit überhaupt.
Heute erleben wir die Folgen. Wieder ilam- nten wie zu Iwans IV. Zeiten die Gutshöfe auf, werden Pfarrer, Merzte, Lehrer, Verwalter, Förster und Müller hingemordet, und schon rüsten sich die Massen des Landvolkes zum Sturm auf die Städte, wo die Deutschen sich zur Verteidigung zusammendrängen. Wir können ihnen nickt Hilfe nstt den Waffen in der Hand bringen. Aber
nett abgeschoben; nach Rußland werden die Tüchtigsten berufen. In feinen guten Zeiten schrick sogar der berüchtigte Katkow: „Rußland wird ohne Zweifel stets der deutschen Kultur in den balttschen Landen seine möglichste Unterstützung leihen. Gott bewahre uns davor, daß wir bei. spielsweise das bärtige pädagogische System durch vandalische Einbrüche zerstören und die deutschen Gymnasien auf die traurige Stufe unserer Unterrichtsanstalten herunterbringen.
In der Tat sind vor dem allgemeinen Revolutionstaumel nur die Zöglinge deutscher Schulen bewahrt geblieben. Weder im Baltenland, noch in Petersburg, noch in den inneren Gouverne. ments machen sie die Greuel der Verwüstung mit Aus ihnen wird das neue Rußland auch wieder seine aufbauenden Elemente entnehmen niüssen. Jetzt hat es für sie keine Zeit; und da ist es untere Pficht, für die vom Untergang bedrohten Volksgenossen die Arme auszubreiten.
Neueste Telegramme.
Berlin, 27. Dez. Der Kommandant des Kreuzers .Thetis" meldet: Leutnant Dollmann hatte am 8. Dezember nach einem zwölsstün* bißen Nachtmarsch bei Meude ein Gefecht. Der Gegner hatte 14 Tote. Am 15. Dez. hatte er bei Kiduduri ein Gefecht. Der Gegner hatte 51 Tote. Die .Thetis" geht am 29. Dez. für acht Tage nach Tanga, Pangani und Saadani. Der Gesundheitszustand ist befriedigend.
Berlin, 28. Dez. Der Unterstaatssekretär Im Reichkpostamte Shdow wurde zum Wirklichen Geheimen Rate mit dem Prädikat Exzellenz ernannt.
Berlin, 28. Dez. Dem Vernehmen i »Berl. Börsen-Ztg." nach hat anläßlich des WeihnachtSfesteS zwischen den Höfen von Berlin und London ein ungewöhnlich herzlicher Austausch von Glückwünschen stattgefunden, die von kostbaren Erinnerungszeichen begleitet waren.
Paris, 27. Dez. Dem Vernehmen nach erfolgt die Wahl deS neuen Präsidenten bet Republik am 16. Januar.
Madrid, 28. Dez. Wohlunterrichtete Kreise nehmen an, daß die Marokko-Konferenz am 15. Januar in AlgeciraS beginnt.
Petersburg, 28. Dez. W'S die „Nowoje Wremja mitteilt, weist der Voranschlag des Staatsbudgets für 1906 im Ordinarium ein PluS von 10 Millionen Rubel auf. Für durch den Krieg entstandene Kosten sind im Extra- ordinarium über 390 Millionen Rubel eingestellt.
Washington, 27. Dez. Das Kabinet bestätigte in seiner Sitzung die von dem Staats- v ipartement ausgesprochene Absicht, sich nicht in die Unruhen in Santo Domingo einzumischen, solange nicht die auswärtigen Jnteresten bedroht erschienen.
Peking, 27. Dez. (Reuter). Die gegen die Fremden gerichtete Bewegung in China breitet sich auS. Der Erfolg der Boykottierung amerikanischer Waren veranlaßte mehrere Zeitungen, wegen deS Verhaltens der englischen Beamten in Schanghai den Boykott gegen indisches Opium zu empfehlen.
Das Deutschtum in Ruhland.
Schon einmal sind über die baltischen Lande «nd das dortige Deutschtum solche Schrecknisse hereingebrochen, wie wir sie heute erleben. Iwan des Grausamen tatarisch-moskowitische Horden überfluteten 1558 Livland und ein entsetzliches Würgen und Morden begann.
In Deutschland erwachte darob die allgemeine Teilnahme. Noch wußte man damals, warum man von „deutschen" Ostseeprovinzen spricht, wählend im Volksbewußtsein unserer Zeit der Zu-
l Nachdruck verboten.)
Jetzt war der Brief fertig, den er an sie schreiben wollte, bann zerriß er ihn wieder. Das war's ja gar nicht, was er hatte schreiben wollen. So verging Tag und Nacht, Hans Oertel wurde stumm und schweigsam.
Marga bot alles auf, ihn zu zerstreuen, es schien aber vergeblich.
Es war der Sonntag vor Weihnachten, am Mittwoch schon war der heilige Abend. Ein Wet- ter herrschte, daß man nicht einen Hund hätte vor die Tür jagen mögen. Schnee und Regen in häßlichem Gemisch fielen vom Himmel. Der Nebel machte sich stark bemerkbar und auf den Straßen lag der Schmutz, wie es eben nur bei uns so schön auch im Winter geschehen kann.
Trotzdem ging Hans Oertel aus. Schon seit zwei Stunden war er fort. Marga wartete immer noch vergebens.
Der arme Hans! Wie es ihn gepackt hielt. Er wußte sonst stets so genau, tvas er wollte, und nun war er wie ein Rohr im Winde.
Plötzlich stand sie auf, ging in fein Arbeitszimmer und entzündete die Lampe auf seinem Arbeitstisch. Dann legte sie auf der Unterlage einen seiner großen weißen Briefbogen zurecht und holte au? ihrem Zimmer Fräulein von Lingens Bild.
Das stellte sie auf seinem Schreibtisch neben den Briefbogen, so daß er es sofort selien mutzte. Dann faltete sie die Hände, stand einen Augenblick nachdenklich mit gesenktem Kopf da und sagte leise:
„Lieber Gott, gib doch, datz ich nicht gar zu bum ui war."
Spät am Abenb ging Hans Oertel noch einmal aus, nur bie wenigen Schritte zur Post. Dort am Kasten zog er einen Brief hervor. Er atmete tief auf, als koste es ihm einen Entschluß, das Stück Papier in beit Kasten zu werfen.
Dann geschah es.
Vor dem Abendessen zog er Marga an sich
und küßte sie auf bie Stirn. Marga sah ihn mit Tränen in den Augen an.
Er beantwortete die unausgesprochene Frage mit einem Kopfnicken.
Tann schrie sie laut auf vor Freude und sagte lachend und weinend:
„Lieber Gott, ich bin gar nicht mehr ein ss dummes Mädel."
Siebentes Kapitel.
Hanns von Lingen ging den ganzen Montag herum wie im Traum.
Seit dem Abschied auf deut Lehrter Bahnhof war es für sie entschieden, daß er schreiben mußte, diesen Brief hier schreiben mußte, die ent. scheidende Frageg tun für das ganze Leben. Und eben so stand fest, daß sie ja sagen mutzte.
Wie hätte sie anders gekonnt? Sie selbst hatte ihn lieb, von ganzem Herzen, mehr als irgend einen Menschen, Papa nicht ausgenommen. Den auch, aber anders.
Und nun kam der Brief, kam endlich, sie hielt ihn in der Hand, las ihn zum zehnten Mal und war immer noch so verwirrt wie nach dem ersten Lesen.
Allmählich aber kam ihre dem Ueberschwengi lichen abgeneigte Natur zum Durchbruch. — —- Hanns überlegte.
Daß sie ja sagen, daß sie den geliebten Mann heiraten würde, stand vollkommen fest, nichts würde sie in diesem Entschluß schwankend machen. Ebenso sicher aber war es auch, daß sich die stürmenden Schwierigkeiten keine geringen sein würden.
Zweifelhaft erschien es, ob des Vaters liberale. Ansichten in der Praxis standhalten würden; völlig unzweifelhafr aber war es, datz Egon sich mit Händen und Füßen gegen einen Verwandt«? sträuben würde, der nichts mar als Doktor £)erteL einen Mann dunkler Herkunft, der v"llüi uußCT» halb seinvsKreises ftonb. O
hui.-.-* « (Fortsetzung folgt.} i
„Ja, — seit ich sie zuerst sah."
„Und sie Dich auch? Das nehme ich an."
„Wie soll ich das wissen? Aber ich hoffe es." „Möchtest Du nun, lieber Hans, daß dieser Zustand so bliebe? Ich möchte glauben, auf die Dauer wäre das unerträglich. Wenn sich zwei lieben, dann sagen sie es sich, ober--na, sonst
wären doch alle unser-.' Standesämter umsonst da."
„Maus, keine Witze!"
„Ich denke gar nicht daran. Siehst Du, bie hier sieht so lieb unb gut aus,--schreibe an
sie. Schreibe ihr alles, und---
Marga begann plötzlich zu weinen, bann lachte sie laut.
„Lachen und Weinen in einem Sack!" rief sie und lief davon.
Das Bild von Hanns von Lingen aber nahm sie mit, das gab sie nicht wieder heraus.
Marga hatte recht, das sagte sich Hans Oertel an jedem Tage, so und so oft. Es konnte und durfte nicht so weiter gehen. Freilich, wenn bie sozialen Verhältnisse einfach gegen einander abgewogen wurden, was war sie, was er! Dort die vornehme Dame aus altem Haus, in Traditionen groß gezogen, bie anbers lauteten als die seiner Familie.
Er wußte nur, daß sein Vater ein kleiner Beamter, sein Großvater ein Ackerbürger in Fehrbellin Ivar. Darüber hinaus schwieg des Sängers Höflichkeit vollständig.
, Aber sie hatte kein Vorurteile, das wußte er. Sie nicht, aber bie Familie sicher. Das war ein nomnic Oertel und wollte Fräulein von Lingen heiraten. Und bie Position, bie er Fräulein von Singen geben wollte und konnte?
Eine kleine Etage in Friedenau, ein Einkommen, welches jetzt gift mar, leicht schleckt werden konnte. Wer kennt beim bie Launen der Großmacht Presse und des Ungeheuers, genannt Publikum?
War das nicht eine Verrücktheit?
Hans Oettel verzehrte sich in Zweifeln. . -.
«sonst.
e »er« 4 Mk. e bet* M. erteil*
«nie«*
Segen* schöne
ihr eschen! (10021 h eine rben.
M
»eit.
ir fteti antuü inet en. rcbw»
Die Brücke.
Roman von Willy Lcharla«.
lFortsetzung.)
[: „So also sieht sie mrs. Welcher feine Zug X •um Nase und Mund. Und so gut sieht sie aus, ' jlieb und gut. Ich habe sie jetzt schon so lieb. Und f inun seid Ihr Euch ganz einig, — nicht wahr?" |! fragte sie.
„Aber Marga, wie kannst Du so fragen?" rief iber Bruder. „Bei der zweiten Begegnung, und •mir haben doch nur kurze Zeit miteinander ge- s i sprachen! Ich sagte Dir doch, datz es auf dem
Bahnhof mar, wo stets andere zugegen sind."
„Muß denn immer gleich gesprockien fein?
! Kann man nicht so merken lassen, daß man sich gut ist? Ich wußte es doch auch schon vorher, ehe • Fräulein Krüger es mit sagte, daß sie mir gut fei. Sieh einmal, das merkt, ich aus ihrem gan- seit Benehmen und Wesen gegen mich. Freilich gesagt hat sie es mir später ja auch. Aber sieh einmal, ihr Bild, — nun, das ist doch für Dich
\ bestimmt. Hans, sei nicht komisch. Meinst Du, sie hätte es mir geschickt, wenn sie Dich nicht gut f leiben könnte? Lehr Du mich die Liebe kennen!" I, Marga richtete sich stolz auf, als wollte sie Jagen, darin besäße sie mut doch eine ganze Portion Erfahrung mehr als oer Bruder. Der aber sprang huf und lief in dem kleinen Zimmer zwischen
l Fenster und Tür auf und nieder.
„Komm her!" sagte sie, als er seine Prome- i nabe gar nicht beendigen zu wollen schien. „Sieh rhvnal, Hans, ich vertrete nun doch Mutterstelle en Die, und so darf ich Dir schon einen Rat
: leben."
Das klang so komisch ernsthaft, daß er sich zu lentbigen begann und ebenso fragte:
; J >9la, welchen beim, kleine Maus?"
;', >Dn liebst sie doch?"
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Illnstrirtes Sonntaasblatt.