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leiser

Hoffe.

Zweites Blatt

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Gelege»

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für viele, Sehnsucht wurden, aber focht indem er

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Der Erlaß ist-ganz plötzlich und unerwartet kommen.

die an diesem Weihnachtsabend mit von liebenden Angehörigen erwartet Fränzchen Baldungs Reisegefährten es ersichtlich nur wenig an. Ub die größte von FränzchenS schleck»

Weisung erteilt, die strengsten Maßnahmen gegen die revolutionäre Bewegung zu ergreifen.

Langsam aber sicher rückt die Gefahr einer großen Pestepidemie heran, für deren Unterdrückung nichts getan wird. Die Epidemie beherrscht gegenwärtig ein Gebiet von 300 Kilo­meter Breite und 500 Kilometer Länge, so daß bei deme herrschenden Mangel an Aerztepersoncü während der Unruhen an keine Isolierung mehr zu denken ist. *

chischen Zuzug nach dem deutschen Sprachge- biete Böhmen» doch soweit anzugliedern, daß die entschieden größere Hälfte desselben sich bei der Volkszählung von 1900 zur deutschen Um­gangssprache bekannt hat. Freilich find an vielen Orten die tschechischen Minderheiten rasch, oft sogar sprungweise gewachsen, aber ihre einzig wirklich belangreiche Verstärkung im deutschen Sprachgebiete Böhmens ist lediglich durch das Arbeitsbedürfnis deS nordwestböhmi­schen Kohlenbergbau« bewirkt und wie dieser selbst eine vorübergehende Erscheinung. Nach Rauchberg sind die Probleme, die sich au« dem raschen Zunehmen der tschechischen Min­derheiten ergeben, überwiegend lokaler Natur »ba« tatsächliche Machtverhältnis der beiden Volksstämme im Lande bleibt davon unberührt/ Vom deutschen Standpunkte aber in diesem Satze gipfeln Rauch berg« Ausführungen gibt es keine besiere und auf die Dauer erfolgrei­chere Nationalpolitik in Böhmen, als durch eine gute Sozialpolitik den Kulturanschluß bei tschechischen Zuzugs an bie deutsche Umwelt mit allen Mitteln zu fördere.

das endlich die merkwürdig veränderte, gepreßt klingende Stimme des fremden Herrn unter­brach.

»Verzeihen Sie, daß ich Sie durch mein Erscheinen erschreckt habe, Elfriede/ sagte er. »Ich wußte natürlich nicht, zu wem ich die junge Dame begleitete. Und ich--'

Er suchte offenbar nach einer Wendung, mit der er sich verabschieden könne, obwohl e8 garnicht den Anschein hatte, als ob er'« sonder­lich gerne täte. Und Fräulein Elfriede Fabri- cius ließ eS auch nicht dazu kommen, indem sie ganz in ihrer gewohnten sanften und ruhigen Weise sagte:

»Wollen Sie nicht eintreten Herr Doktor? Ich kann Ihnen doch nicht zwischen Tür und Angel für die Freundlichkeit danken, die Sie meiner Nichte erwiesen haben/

Er zauderte noch, aber da wurde mit Un­gestüm eine zweite Tür. aufgerissen und ein Knabe von dreizehn oder vierzehn Jahren stürmte heraus, um laut aufjubelnd seine Schwester in die Arme zu schließen. Hinter ihm aber öffnete sich der Blick in ein traulich anheimelndes. Stübchen, darinnen auf weiß gedecktem Tiscke ein fröhlich geputzter Tannenbaum im Licht seiner bunten Kerzen strahlte. Solcher Lockung zu widerstehen, fiel Rudolf Bruckner schwer, denn eS war manches Jahr vergangen, daß er den Weihnachtsabend nicht mehr im Schimmer von Christbaumkerzen verlebt hatte. Und es war da außerdem noch etwas anderes, das ihn zum Bleiben bewog. DaS Bild über dem kleinen Schreibtisch in der Ecke, das nach FränzchenS Meinung eine flüchtige Aehnlichkeit mit seinem Gesicht aufweisen sollte, es war in Wirklich­keit nichts anderes als sein Porträt, da« er bei der Auslösung seines VerlöbniffeS mit Elfriede Fabrikiul -urückzufordern vergeffen hatte

Nettesten, sowie einzelne Bauern und Lohnarber» fern des Mitauer Kreises mit der Aufforderung, sich an einem bestimmten Tage erschien niemand. Die Geladenen hatten zwar der Aufforderung Folge getriftet, wurden jedoch in der Nähe von Mitau von lettischen Agttatoren durch Drohungen zur Umfdjr gezwungen. Auch in Riga leisteten die Aeltesten der Einladung des Gouverneurs keine Folge, da ihre Führer darauf hinwiesen, daß sie von der Staatsgewatt nichts, von der Revolu- tion aber alles zu erwarten hätten. Die Revolu- tionäre schrecken vor keinem Frevel zurück, um die Landbevölkerung zu zwingen, ihnen blind­lings zu folgen. Es sind schon mehrere Fälle vor­gekommen, in denen Bauern ermordet wurden, nur weil sie mit den Plänen der Führer der letti­schen Revolution nicht sympathisierten. In keinem Falle wurde man der Täter habhaft, obwohl ihre Namen allgemein bekannt sind. So sehr ist alle Wett eingeschüchtert.

Der Ausbruch des Generalstreiks

der Plan der Sozialisten dahin, alle Zufuhren nach Petersburg zu unterbinden und die Fabriken auf diese Weise stillzulegen. Alle deutschen Werke arbeiten hier noch. Die Stadt ist unverändert ruhig.

Moskau, 21. Dezember. In den Räumen des Aquariums fand heute eine von 12 000 Personen besuchte Versammlung statt. Infanterie, Dra­goner, Gendarmerie, Kosaken und Polizisten be­setzten die Ausgänge und stellten au die Einste» schloffenendie Forderung, ihre Waffen abzuliefern.

Verschiedene Meldungen.

Petersburg, 22. Dez. Die Konferenz, die am Mittwoch unter dem Vorsitz des Zaren in Zars- kofe Selo stattfind, verlief ebenso resultatlos, tote die letzte Konferenz am 18. d. M. Unter den russischen Ministern herrscht eine geradezu unver- stündliche Meinungsverschiedenheit bezüglich der Wahlen für die Reichsduma. Auch das neue Ver­eins- und Versammlungs-Projett findet nicht die allgemeine Zustimmung. Der Zar ist sehr der- stimmt ob dieser Disharmonie im Minister­kabinett.

Aus Charkow werden die gestrigen Meldungen bestättgt. Aus einer Kundgebung mit roten Fah­nen nahmen auch 250 Soldaten der Regimenter Starobjelsk und Lebrinsk teil. Die gegen die Manifestanten entsandten Truppen ließen dem Befehl gemäß die Manifestanten vorüberziehen ohne zu feuern. Tie Revolutionäre deuten daS zu ihren Gunsten. Was gegentoörtig in Charkow vorgeht, ist nicht bekannt. Aus Petersburg ist die

nut daß er damals eben um zwölf Jahre jünger gewesen war und ein wenig unternehmender in bie Welt geschaut hatte als jetzt, ba fr manche Bitternis und Enttäuschung hinter ihn» lag. DaS Bild aber war mit einem Kranz aus frischen Tannenreisern umwunden, wie wenn der, den eS darstellte, auch hätte seinen Anteil haben sollen an der WeihnachtSfreude in dem traulichen Stübchen. Und Rudolf Bruckner mochte wohl denken, daß man da« Original nicht viel unfreundlicher behandeln würde als das Konterfei.

So kam eS, daß er als ein zunächst noch etwas stiller und zaghafter Gast der liebevollsten und fröhlichsten WeihnachtSbefcheerung anwohnte, deren er sich seit seinen Knabenjahren erinnern konnte. Und daS Bild, das er sich unterwegs nach FränzchenS Schilderungen von ihrer Tante gemacht, erfuhr währenddeffen noch eine wesent­liche Ergänzung und Verschönerung durch daS, was er sah, wie durch daS, was er aus seiner Erinnerung dazu tun konnte auS seiner Erinnerung an eine glückttche Brautzeit, deren jäheS Ende er niemals so recht hatte begreifen können, obwohl er nun schon zehn lange Jahre Zeit gehabt, darüber nachzudenken.

Es waren Wohl ein paar kleine Mlßver- ständniffe zwischen ihnen gewesen, aber doch nichts, was einen Bruch notwendig hätte zur Folge haben muffen. Und doch hatte ihm El­friede eines TageS feinen Ring zurückgeschickt mit der Bitte, sie frei zu geben und sie zu ver­geffen, weil sie zu der Erkenntnis gekommen fei, daß ihre Lebensaufgabe nicht da läge, wo sie sie bisher zu erblicken geglaubt. In Heller Aufregung war er nach dem Empfange diese« Briefes zu ihr gestürzt, aber man hatteb»» gesagt, daß sie verreist f« «nb verboten have, ihm da« Ziel ihrer Reise zu nennen. Da hatte

die nordböhmischen Randgebiete lockt, wo ihnen ein höheres Lohnniveau und der Aufstieg zu einer höheren Wirtschaftsstufe und Kultur winkt. Diese Wanderbewegung ist eine wirtschaftliche Naturerscheinung, die zu hindern in niemandS Macht liegt. Sie reguliert sich einzig durch die wirtschaftlichen Motive, die sie hervorge­rufen haben. Eine vornhergehende Stockung der industriellen Konjunttur, wie sie bie ersten Jahre des neuen Jahrhunderts heraufaeführt haben, hat sich sofort auch in einem Zurück- flufen deS tschechischen Zuzugs nach den deutschen Industriegebieten, in einem Abströmen der tschechischen Nachschübe in daS große Völker­becken Nordamerika kundgetan. Aber je macht­loser man diesem Naturprozeß gegenübersteht, desto beunvuhigender erhebt sich die Frage nach den nationalen Nebenwirkungen, die er in sei­nem Gefolge mit sich führt. Sie beschäftigt Deutsche wie Tschechen, die einen mit der Be­sorgnis, daß der tschechische Zuzug Nordböhmen allmächlich tschechifnren werde, die anderen mit der nicht minder lebhaften Furcht, daß die tsche­chischen Zuwanderer im deutschen Sprachgebiet ihrer Nationalität verloren gegen und somit dem deutschen Gegner neben der wittschaftlichen auch noch eine wesentliche Stärkung an Volks­kraft zuführen würden. Inzwischen hat Rauch- berg in seinem grundlegenden Buche über den »nationalen Besitzstand in Böhmen" (3 Bde., Leipzig, Duncker u. Humblot 1905) auch dieser Frage seine Aufmerksamkeit zugewandt. Tie Ergebnisse seiner Untersuchungen find geeignet, den deutschen PeffimiSmus auch in diesem Punkte zu beschämen. Die Deutschen ha» e' ihm noch bei dem Bevölkerungsaustausch zwischen dem deutschen und dem tschechischen Sprachgebiete im großen und ganzen nicht übel ab geschnitten: es ist ihnen gelungen, den tsche­chischen Zi zug bis auf gewisse, mit dem Um­fang der Wanderbeweaung allerdings anwach- sende Rückstände zu aspmilieren und den tsche-

Nmschau.

Deutsche und Tschechen.

Der Schwerpunkt des nationalen Problem«

Gegen diesen Schachzug der kleinen Diplo­matin war Rudolf Bruckner natürlich machtlos.

Es hatte sich im Stillen vorgenommen, gleich an der Tür nach einigen höflichen Wor­ten wieder Kehrt zu machen. Aber wie nun Fränzchen oben die Glocke zog und wie im Rahmen der offenen Tür, von Hellem Lichtschein umflossen, eine feine schlanke Frauengestalt vor ihnen auftauchte, die mit herzlichem Freuden­ruf dem heben, unvermuteten Ankömmling ihre Arme entgegenbreitete, da schien Rudolf Bruck­ner für die Dauer einiger Sekunden nicht nur diesen Vorsatz, sondern auch noch viele« andere vergeffen zu haben, denn et stand da wie Einer, den die Ueberraschung völlig überwältigt und gelähmt hat. Unverwandt haftete sein Blick an dem schönen, wenn auch ein wenig ver­härmten Antlitz des ungefähr dreißigiährigen Mädchens da vor ihm auf der Türschwrlle, und schoß es ihm wie eine heiße Blntwelle über« Gesicht, da die Helle frische Stimme seiner allerliebsten Reisegefährtin neben ihm erklang.

»Dem Herrn hier mußt du auch ein freund­liche« Wort sagen, Tantchen! Er hat sich meiner unterwegs in der Eisenbahn so freund­lich angenommen. Aber vorstellen' kann ich dir den Herrn leider nicht, denn den Namen"

Mit verwunderter Miene hielt sie in ihrem sprudelnden Geplauder inne, denn e« war etwas höchst Unerwartetes und Merkwürdige«, was ihre Augen erblickten. In demselben Moment, da sie dem Fremden ihr Gesicht zugewendet hatte, war die Tante wie vor einer gespensti­schen Erscheinung um einen Schritt zurück­gewichen, um dann beide Hände auf die Brust zu preffen. Sie sahen einander an, als könne keines von ihnen das Wort finden, da« den Vor­gängen in ihrem Innern Ausdruck gäbe. Und eS war ein lange«, beklommene« Schweigen,

trifft die russische Regierung diesmal nicht unvor. bereitet und sie scheint entschlossen, der Ausstands­bewegung entgegenzutveten.

Warschau, 22. Dez. Ueber das ganze König­reich Polen ist abermals der Kriegszustand klärt worden mit Wirkung von heute früh

a. Kinder

Samen, voll- uni

Petersburg, 22. Dez. Da in Petersburg der Mehrzahl der Fabrikarbeiter der Aufruf zur Arbeitseinstellung auf Widerstreben stößt, geht

Böhmen liegt in der industriellen Wander» bewegung, welche Hunderttaufende von Tschechen auS dem agrarischen Zentrum deS Lande« in

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

SorrntagsbeilagerIllustrirtes Sonntaasblatt.

(Nachdruck verboten.)

Verwehte Gleise.

Eine Weihnachtsgeschichte von Reinhold ©rtmeeM (Schluß.)

Da« war eine gar erschreckende Hiobspost

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Dfeinbow gfiehlt bet

ualitäten.

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tacken und )sg. an bit tt autjacken,

Die revolutionäre Bewegung in Rußland.

! Die Sage in den baltischen Provinzen.

Riga, 21. Dez. Sechs deutsche Ange­hörige, Leutnant Habenicht, Lehrer Bader, Häger Wotrich, Hetmer und Schneepel und Diener Gerul, die sich in der Gewalt der Aufftändischen befanden, sind fr ei gelassen worden. Leutnant Habenicht ist hier in Sicherbett, die i'tbri. gen sind nach Deutschland zurückgekchrt.

Riga, 21. Dez. Aus Petersburg sind acht Mitralleusen eingetroffen. Gendarmen, die von verschiedenen Eisenbahnstationen ohne Waffen angekommen sind, erzählen, daß tönen die Waffen von Aufständischen abenommen seien. Ein Zug, der gemünztes Gold für die Staatsbank brachte, wurde in der Nähe von Walk von Aufftändischen angegriffen. Diese wurden durch herbrigeeilte Truppen verjagt, sodaß der Zug nach Riga ge­langen und das Gold unversehrt deer Bank über- geben werden konnte.

Wie derNowoje Wremja" aus Riga tele- graphisch gemeldet wird, führten die Aufftändi- toen nachts durch Ausreißen von Schienen die Entgleisung eiizxs von Riga abgelassenen Militär­zuges mit Sappeuren herbei, wobei 5 Mann ge­tötet und 20 verwundet wurden. Die Sappeure mußten sich nach Dünaberg zurückziehen. In der Nähe der Statton Kockenhusen wurde der Gehilfe des Kreischefs Peterson und sein Geschäftsführer vor ein Volksgericht gestellt und grausam getötet. Aus Tukkum ist eine starke Truppenabtrittmg mit Artillerie eingetroffen. Der Stadt wurde exem­plarische Bestrafung angedroht, wenn die an der Niedermetzelung der Garnison Schuldigen nicht ausgettcfert werden.

Lübeck, 23. Dez. Zahlreiche von Riga auf dem DampferDeutschland" eingttroffene Guts­besitzer aus den russischen Ostseeprovtnzrn retteten fast nur das nackte Leben. Sie erzählen, die Ha­fenstädte feie» von Flüchtlingen noch überfüllt, viele Gutsbesitzer seien ermordet.

London, 23. Dez. Die brittsche Regierung hat diebritischen Vertreter in Riga und in den anderen russischen Hafenstädten ermächtigt, im Falle drin­gender Gefahr Schiffe zu chartern, um die, britt- scheu Staatsangehörigen in Sicherheit zu bringen.

Swinemnnde, 22. Dez. In einer gestern von der Badedirektion einberufenen Versammlung er- klärten 80 Einwohner von Heringsdorf, 170 ntf- siche Flüchtlinge aufnehmen zu wollen.

DerNowoje Wremja" wird aus Mitau ge­meldet: Die lettischen Revolutionäre suchen syste- matisch jede Annäherung zwischen den'Bauern und' der Vertretung der Staatsgewalt, die eine Verständigung mit den furchtbar aufgeregten Bauernmassen anzubahnen streben, zu verhin­dern. Der Generalgouverneur Beckmann wandte sich schriftlich in sehr höflicher Form an die Wolost.

urg.

wähl.

Deutsches Reich.

B e r l i N, 23. Dezember.

Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern vormittag einen Spaziergang in der Umgebun« deS Neuen Palai« und nahm später an einer Hetzjagk bei Döberih teil.

Ein sehr berechtigtes Urteil übet den Handels, Vertragsverein fällt Georg Bernhard in seiner Wochenschrift »Plutus', indem er u a. schreibt: »Ich toufue bisher nickt, daß der deutsche Handelsvertrags- verein zur Förderung amerikanischer AuSsuhrintereste» da ist, sondern nahm an, daß ihm an der Förderung deutscher Austuhrinteresten gelegen fei. Jedem anderen Lande gegenuoer würde sich ja auch der Handelsver­trag sverrin mit Recht als berufener Hüter expordin- dustrielleller Interessen fühlen. Aber Amerika gegen­über ist das natürlich anders. Da kommt bei den Herren sofort der freihändlerische Adam zum Lorschein, der das Hauptgewicht auf die billigen Lebensmittel legt, aber übersteht, daß das billige Brot und di« Rohmaterialien, die wir von Amerika beziehen, in Wirklichkeit mehr alS teuer bezahlt stnd: mit de« Ruin unserer Exvottindustrie. .... Aber selbst wenn unfere Position Amerika gegenüber so schwach wäre, ist eS dann wirklich klug, sie dem Gegner auSzu- plaudern 3 Und zeugt eS von hohem taktischen Geschick, dem Feind gegenüber diejenigen, die seine Stellung für höchst unsicher und ferne Gelärme für ein Blust halten, alS Ignoranten hinzustellen? So schätzenswert die Tätigkeit des HandelsvertragSoerein« bisher auch war und es später auch hoffentlich wieder sein wird, in der Amerikaftage wirkt er schädlich für Deutsch­lands Interessen.'

Die Vaterlandslosigkeit bet deutschen Sozialdemokratie wurde am Sonnabend durch den Beschluß der französi. scheu Kammer, auf jede Debatte über die Erkla- rung des Ministerpräsidenten betreffend bie Ma­rokkofrage zu verzichten, grell beleuchtet. Der Beschluß tourbe.mit ber ungeheuren Mehrheit von 486 gegen 49 Stimmen gefaßt, unb stürmischer

verschnürten Schachteln aufnahrn, fragte er lächelnb:

»Darf ich mich Ihnen al« Gepäckträger an» bieten, mein Fräulein? Sie kommen bann vielleicht schneller zur Droschke unb an Ihr heißersehnte« Ziel/

»Ach, eine Droschke brauche ich garnicht/ .meinte sie.Es sind vom Bahnhof kaum 5 Minuten hi« zu unserer Wohnung. Und wenn Sie so liebenswürdig fein wollen ich habe näm­lich keinen Pfennig mehr, um einen Gepäckträger ju bezahlen/

Ihr munteres, unbefangene« Wesen gefiel ihm immer mehr, und auf dem kurzen Wege plauderte er mit ihr viel lustiger, als er sich seit langer Zeit mit irgend einem Menschen unterhalten hatte. Vor dem freundlichen, zwei- !stickigen Hause, das sie ihm als ihr Heim be- eichnete, wollte er sich von ihr trennen, aber as ließ Fränzchen nun durchaus nicht mehr zu.

Jetzt müssen Sie unbedingt mit hinauf kommen / beharrte sie. »Sie haben doch vor­hin gesagt, daß Sie meine Tante gern, kennen fernen würden. Und außerdem wie sollte fch denn bie große Schachtel mit meinen Weih­nachtsgeschenken bis in den zweiten Stock hinauf »ringen, wenn Sie mir Ihre Hilfe verfallen?"

rrg.: j eS fein, ; fgestapell

nnen Si» auf sein« ersticken, - veiß uni E-Tafche» iche und

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bet Der ErpHition 2, Erscheint wöchentlich sieben mal,

bet allen Postämtern 2,25 M. <e$cL Bestellgeld). ** ö Druck und Verlag- Joh. «ug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« 40. Jahra

VT* OMCi ZuserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. 24 SßtCttlbCT 1905 Marburg, Markt 2L - Telephon 55. ' "

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