und Kirchhain.
mit
Erstes Blatt
Wochen an den - über das Papier, ::n. denn die Gedanken Jetzt aber saß er da genau wie in diesem das Mädchen plötzlich.
springen wird, von wo sie durch Borderasien nach dem eghptischen und adriatischen Meere hindeutet. — Doch wer will dem Schicksal vorgreifen ? UnS, die wir nicht im sausenden Webstuhl mitwirken, muß eS genügen, Hoffnungen zu hegen und an ihrer Verwirklichung als bescheidene Handlanger mitzuwirken in dem Bewußtsein, daß die Fähigkeiten dazu im deutschen Volke schlummern und nur geweckt sein wollen/
es ihm angetan hatte.
Setzte er sich vor < Schreibtisch, so flog di ihm immer noch zu Ian:' strömten ihm förmlich zu Und starrte vor sich hin, Augenblick.
„Tas ist nicht wahr, außerdem hat die Liebe mit dem Alter garnichts zu tun. Da konnte ich auch garnicht arbeiten. Erst als ich wußte, sie hätte mich auch sehr gern, konnte ich wieder fleißig sein."
Oertel lachte, wenn es auch etwas gezwungen klang. Gegen seine Gewohnheit hielt er sein Weinglas noch einmal hin, es füllen zu lassen.
„Nein, Maus, verliebt bin ich nicht, wirklich nickst. Das wäre auch wirklich eine furchtbare Dummheit, fast möchte man sagen, ein nationales Unglück. Sich mich doch nicht so zweifelnd an. Es ist etwas ganz anderes, was mich wieder an die Fremde denken läßt."
Marga schwieg. Wollte sie mchr erfahren, durfte sie keine Frage stellen, und mchr erfahren wollte sie, denn alles, was Hans betraf, ging auch ft« an. Er mußte von selbst kommen.
Die Zwanzigjährige kannte ihre Taktik im Verkehr mit dem leicht verletzten, nicht immer unschwer zu behandelnden Bruder genau. Und ihre Taktik bewährte sich stets.
Fünf Jahre hindurch befand fick Marga in einer ausgezeichneten Pension in Potsdam. Ihr ging es nicht schlecht, alle Menschen hatten sie gern, nicht nur Fräulein Krüger, und sie führte ahnungslos ein behagliches Dasein, während Hans wie ein Pferd arbeitete, sich die Finger stchm schrieb, als Tintenkuli literarische Handlangerdienste leistete. Er darbte, sich das Geld ab, um der blonden Schwester ein behagliches Dasein zu ermöglichen.
Das Versprechen, für Marga zu sorgen und sie zu hüten, welches er der sterbenden Mutter gab, war ihm heilig.
Erst als Hans einigermaßen fest im Sattel saß, erfuhr Marga zufällig, was er jahrelang für sie tat.
Allsomrtäglich kam er nach Potsdam, sie für eine Stunde zu besuchen, einen Spaziergang nutz
Umschau.
Freiheit, dir ich «eine.
Ueber einen krassen, aber bezeichnenden Fall von Terrorismus bei den freien Gewerkschaften lesen wir im „Reich" nachstehende Schilderung r
„Religion ist Privatsache." Ein Fall von abscheulichem TerroriSmuS deS „freien" Glaser» verbandeS in Berlin wurde uns dieser Tage mitgeteilt. Der seit drei Jahren bei der Firma Schneider und Sohn beschäftigte Glasergehilfe Har.S Fahrenhorst ist von seinen Arbeit»- genossen aus seiner Arbeit verdrängt worden, weil er es entschieden ablehnte, ein Verräter an seiner christlichen Ueberzeugung zu werden. Fahrenhorst, der Schriftführer der Nordwest» gruppe deS evangelischen Arbeit-rverein» ist, hat von seiner Firma ein glänzende- Abgangszeugnis erhalten, daS uns im Original Vortag und in dem eS heißt:
„Während dieser Zeit (drei Jahre) hat eS Fahrenborft verstanden, sich unser Vertrauen im vollsten Mage zu erwerben und bedauern wir lebhaft, daß er unsere Firma verläßt.
Fahrenhorst geht auf eigenen Wunsch von unS, da eS ihm seine eigenen Kollegen unmöglich machten, weiter zu arbeiten.
Wir können ihn jedermann als fleißigen und gewissenhaften, auch nüchternen Menschen auf das wärmste empfehlen."
Was hat nun eigentlich Fahrenhorst verbrochen, daß ihn seine Arbei lSgenossen brotlos machten? Ec hat sich versündigt gegen den in der „freien" Gewerkschaft herrschenden Geist der Sozialdemokratie. Da eS eine christliche Gewerkschaft der Glaser in Berlin erst fett kurzem gibt, war er gezwungen, dem „freien" Verbände als Mitglied beizutreten. Als nun vor etwa vier Wochen die roten Herren Lehr- jung-n eS für angebracht hielten, in einer'brer Versammlungen gegen die Arbeit der christlichen Jünglings- und Männervereine loSzu^ieben, traten Fahrerborst und ein anderes Mrtgl'kd des evangelischen Arbeitervereins in der Diskussion gegen die Verdrehungen de» Referenten Böttcher mit Nachdruck auf. Daraufhin erschien im Organ der roten Jugend ein Artikel, in dem Fahrenhorst in unflätiger Weise angegriffen wurde. Dadurch kam die Sache an den Zentralverband der Glaser, der dann Werk- stattkversammlungen mit der Angelegenheit
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck und Verlag- Iah. Äug. Koch, llmversitStS-Buchdruckerck 40. Jllhrg.
Marburg, Markt 21. — Telefon üb.
Ausland.
Afrika. In der englischen Goldküstenkoloni», Westafrika, ist ein neuer Aschanti-Auf« stand in Sicht. Eine auS durchaus zuvev -ästiger Quelle stammende Privatmeldung da Chemnitzer „Allgemeinen Zeitung", datiert aut Tarkwa bei Secondi, Goldküste berichtet üb« den Grund de» Aufstande« folgendes: ®il AschartiS find seit Jahrzehnten im Besitz eine» massiv goldenen Thronsessels von außerordentlich hohem Mert. Dieser Stuhl gilt atl Nationalheiligtum und vererbt sich von Generation auf Generation. Nach der Tradition bet Stamme» wird da» Aschanti-Königtum solang, bestehen bleiben, als der Stuhl unversehrt bleibt. Dis Engländer setzen daher seit Jahren all, Hebel in Bewegung, den Stuhl in ihre Gewalt zu brin gen, waS ihnen jedoch bi» heute noch nicht geglückt ist. Vor einigen Jahren hat sich nun ein Aschanti mit der englischen Regierung in Verbindung gefetzt und sich erboten, de» Stuhl in ihre Hände zu bringen, falls sie ihn
l Nachdruck verböte«.).
Die B zücke.
Roman von Willy Scharia».
IFortsetzung.)
„Du Hanns", fragie ,... , .
ober so ruhig, als sei es eine völlig gleichgiltige Sache, um die es sich handle, „bist Du in daS Mädchen verliebt?"
ihr zu machen, sich Kraft und Trost für die kam- mende Woche zu holen. Zuweilen hatte er nicht Geld genug, die Bahnfahrt zu zahlen, dann lief er hinüber. Sie durfte nid# vergeblich auf ihn warten.
Als sie durch einen Zufall, durch dritte, bcm feiner Opferfreudigkeit, feinem Opfermut hörte, was er für sie tat, war sie ganz überwältigt. Er selbst hätte niemals auch nur einen Ton darüber verlauten lassen.
Immer schon war das Band zwischen dm Ge- Ktern stark, jetzt aber ttntrbe es zu einer Kette, e unlöslich verband.
Als dann Hans den ersten großen Erfolg hatte, als Mangel und Entbehrungm von ihm mdgültig den Stinten wendeten, duldete es sie nicht länger in der Pension.
„Ich bin an dummes Mädel," erklärte sie mit Entschiedenheit, „aber ich werde einen Haushalt fuhren können. Jetzt sollst Du es so bequem und Sit bekommen, wie ich es einzurichten int stände n."
Das kleine Heim in Friedenau zeigte, daß unb tote Marga Wort hielt. In den ersten Wochen ging es natürlich nicht glatt. Mancherlei Steigungen entstanden, vergingen aber auch.
Nur eins ertrug aber der Bruder auch später nicht. Niemals durste sie sich ungefragt in seine persönlichen Angelegenheiten einmischen. In seine schriftstellerische Tätigkeit aber gewährte er ihr überhaupt keinen Einblick.
Wenn er etwas wollte, sagte er c3, und sie war zuweilen verblüfft über die Offenbeit feiner Fragen und Bekenntnisse.
Es fiel ihr auch garnicht ein, zu fragen, was sie wissen wollte, erfuhr sie doch. Sie saß einfach da, den Blondkopf in die kleine feite Hand gestützt und sah ihn groß an. Ueber das feine Gesicht mit dem kecken Näschen huschte dann wohl der Schelm, wenn sie dachte, der gifte, große, dumme Bruder
Oertel zuckte zusammen und errötete. Hatte ir sich dock) selbst schon auf diesem Gedanken er- toppt: freilich mit Entrüstung zurückgetoiesen.
„Sei nicht naseweis, Madel," erwiderte er halb lachend, halb ärgerlich. „Was verstehst Du Non Liebe."
; „Erlaube gütigst, ich verstehe sehr viel davon." t „Nanu?"
; „Jawohl, ich war ganz furchtbar in Fräulein friiger verliebt, unsere Zeichenlehrerin. Du kennst sie ja auch. Nicht wahr, sie ist mtzückend?" „Ein bischm alt," mehrte er trocken. „Sie
Wird ans dem Schneider heraus sein." . ,
sagte und täte ja doch alles, was sie wollte, —• aber sie war mäuschenstill. „
An seinen Arbeiten aber nahm sie einen mecha. nischen Anteil. Anfangs kam natürlich tiormit» tag« eine Dame, welche sich dm stolzen TitÄ Stenotypistin beilegte. Klappern konnte betagte Dame wohl auf der schönen neuen,Schreibmaschine, — klappern gehörte nun einmal $* ihrem Handwerk —, aber sie machte so entsetzlich viele Fehler, daß Hanns sie wutentbrannt hinaus warf.
Was nun? . , .. B
Da setzte sich Marga an den Klapperkasten und sah ihn erwartungsvoll an, ohne ein Wort zu sagen.
„Kannst Du denn. Kleine?
„Gewiß, nur nicht das Fehler machen.
Nun schrieb sie für ihn ab und er diktierte ihr in die Maschine. Niemals aber sprach er mit ihr eingehend über das, was sie schrieb. Er war nun einmal so, dachte sie.
Weshalb aber schrieb er jetzt nicht, ober nur wenig, daß die Maschine gar nicht zum Klappern kommen konnte?
„Tas ist es nicht, Marga. Ich bin nicht verliebt, wirklich nicht.--Sie hat mir einen
Zweifel eingeimpft. Einen Zweifel, ob das, Waich schrieb, auch richtig und logisch ist."
Marga schwieg. ,
„Verstehst Du, Marga? Du tutft ja, als hortest Du garnicht."
„Natürlich höre ich zu, aber ich begreife nicht.
„Was denn nicht?" .
„Wie kanen eine Fremde Zweifel über Dem Können in Dir erregen, da Du Dich nur zwei Stunden mit ihr unterhalten hast? Was versteht sie denn davon?" . t
„Ich muß die Krifik eines jeden Menschen nut gefallen lassen." ... , , ,
.'(Fortsetzung folgt.).
Mama fragte nicht weiter. Während des Hal- Ven Jahres, welches sie jetzt schon zusammenleb- ien, lernte sie ihn hinreichend genau kennen, um tzu wissen, er wollte nicht gefragt fein. Ebenso genau aber bemerkte sie, daß sie auch ohne zu fragen, alles erfuhr, was den Bruder anging ober interessierte.
So wußte sie benn auch vierundzwanzig Stunden nach seiner Heimkehr, daß die Fremde
b traute. Derarti ge Versammlun gen haben drei stattgefunden. Fahrenhorst sollte dort sein Bedauern darüber aussprechen, daß er al» denkender Mensch im 20. Jahrhundert noch einem christlichen Verein angehöre, tue er bat, nicht, so werde man ihn au8 der Arbeit bringen. In der zweiten Versammlung stellten ihn btt Genossen vor die Alternative: entweder christe licher Verein oder Zentralverband. Natürlich trat Fahrenhorst daraufhin au» der Gewerkschaft auS. In der Wohnung de» Werkstatt, ältesten wurde er dann von diesem und zwei anderen Kollegen etwa drei Stürben vergeblich bearbeitet, doch lieber auS dem christlichen Dev ein auszutreten. Als alles nichts nützte, beschloß eine dritte Werkstattversammlung, bil Arbeit sofort niederlegen zu wollen, weil man staune über die elende Heuchelei — bU Kollegen nicht mit einem Unorganisierten zusammen arbeiten möchten. Die Herren zwange« Fahrenhorst also erst seiner religiösen Uebe» zenming wegen auS bet Gewerkschaft auszutreten unb benutzten dann diesen Austrit al» Anlaß, ibn de» RebteS auf Arbeit zu betäuben. E endete Heuchelei ist unS noch kaum je bot» gekommen. Unter solchen Umständen entschloß sich Fahtenbotst I? nerseits, die ihm liebgewordene Arbeitsstätte zu verlassen. Hoffentlich zieht et nun wenigsten« die nötigen Konsequenzen und macht die Gewrkschaft für den ihm durch ihre Schuld und Unduldsamkeit erwachsenden Schaden haftbar. Allen christlich gesinnten Erheitern tollte der Vorgang aber ein neuer Ansporn fein, mit aller Macht die christlichen Orgar fationen zu stärken, damit endlich die Arbeiterschaft von bet Unfreiheit unb Schreckensherrschaft der „freien" Gewerkschaften erlöst ’nirb.
Spekulation, so erst recht etwas zu erhaschen. Wit opferten bie Burenrepubliken, um portugiesische Besitzungen zu erwerben. Damit gerieten wir, al» diese Hoffnung fehlschlug, vollständig ins Hintettreffen. Der große Gedanke, eine Verbindung zwischen den südwestafrikanischen und den Besitzungen an der Ostküste, sowie mit Kamerun zu schaffen, ist nicht verwirklicht worden und hat nur bei der Liquidation deS Kongostaates einige Aussicht. Aber auch da würde den Engländern bei ihrer süd- unb mittelafrikanischen Uebet- macht wohl bet Hauptanteil aus der Masse zu» fallen. Die letzte Hoffnung auf Gewinn in Afrika hätte uns Deutschen beinahe der marokkanische Vertrag vernichtet; dann aber wäre der heutigen Reichsregierung, die für den nicht von ihr erworbenen afrikanischen Anteil früher nur wenig Shaipatie gehabt hat, vielleicht nut noch übrig geblieben, den Plan auszuführen, den sie seit Bülows Zeiten mit merklicher Energie durchzusetzen bestrebt war, den nämlich, den Besitz im Stillen Ozean zu vermehren. Ein solcher Versuch wäre aber heute bei Japans Vormacht tollkühn. Von Samoa und Neu» guinea führt der Weg freilich über die Karolinen nach Kiautschou. Gleichze.tig hat der neue Kurs in Vorderasien vom Bosporus her durch Anatolien an Bagdad vorbei neue Anknüpfungspunkte bis zum persischen Golfe ge» sucht. All das sind aber, wie gesagt, heute nur Ansätze zu einem wirklichen deutschen Kolonialreich, Punkte, die für sich allein nicht viel zu bedeuten h iben, militärisch nicht, solange dort füt uns keine Kohlendepots und Flottenstationen bestehen, unb wirtschaftspolitisch nicht, solange uns die dortigen Absatzgebiete völkerrechtlich nicht ausschließlich gehören. Unb doch, wer den Glauben an die Zukunft hat. der erinnert sich vielleicht der Tatsache, daß auch baS neue Deutsche Reich seinen Grund fand in einer Reihe zersprenkelter kleiner Besitzungen im Osten und Westen unb Süden des deutschen Mitteleuropas. Diese Anhaltspunkte brachten die branbenburgisch-preußischr Monarchie mit allen zum damaligen europäischen Staatenshstem gehörenden Großmächte in engste Berührung. So an allen Punkten der politischen Welt Europas interessiert/wurde Preußen selbst zur Großmacht, gründete es das Deutsche Reich. Aus diesen Erwägungen heraus glaubt Mehr- mann sich der Hoffnung hingeben zu dürfen, „daß un» unser K üfertum über die bloßen kolonialstaatlichen Ansätze in den zahllosen Binnenseen, die eS rund im die Erde herum mit den schon vorhandenen Weltmächten in Fühlung bringen, au einem wirklichen Weltreich führt, da» jetzt erst angebeutet wird durch die deutschkoloniale Linie, die von der vstasiatischen Küste über einen Teil de» australischen unb indischen Archipels längs den afrikanischen Küsten quer durch den schwarzen Erdteil reicht und vielleicht nach dem persischen Golf hinüber-
Die Weltmachtstellung des Deutschen Reiches.
„Die Aristokratie in der Weltpolitik" betitelt sich eine sehr beachtenswerte politische Studie, die unlängst Dr. Karl Mehrmann im Verlag von Schwetschke und Sohn-Berlin hat erscheinen lassen. In einem 8. Kapitel beschäftigt sich der Verfasser mit der heutigen Welt- machtstellung de» Deutschen Reiches, unb Wenn er hierbei auch im Grunde genommen nicht» wesentlich Neue» sagt, so ist das von ihm an ber Hand feststehender statistischer Daten entworfene Bild doch so anziehend und lehrreich, daß e» sich wohl lohnt, etwas länger dabei $u derweilen. Nach einem historischen Exkur» in die Zeit vor 50 Jahren legt Mehrmann bar, welchen Gang die Weltpolitik seitdem genommen hat, wie daS Deutsche Reich unter „Wilhelm -dem Ehrwürdigen" unb „Bismarck dem Großen" dank feiner Rußland freundlichen Politik im europäischen Völkerkonzert tonangebend wurde und wie eS dann unter dem neuen Kurse hon seiner weltbeherrschenden Stellung durch England verdrängt wurde. Heute unb für die nächste Zukunft gehört nach MehrmannS Ansicht bie Vorherrschaft in der Weltpolitik allein den Briten! Während England sich erst neuerding» wieder trotz der Transvaalkrisis durch daS viel» Berufene Afrikaabkommen auch im Süden deS schwarzen Erdteils die Vorherrschaft zu sichern verstand, zeigt sich Deutschland seinem ganzen Habitus entsprechend, heute noch als ein Amphibium zwischen einer europäischen Großmacht unb einer auf dem ganzen Erdball interessierten Weltmacht. ES muß als Zwitter betrachtet werden zwischen einem rein kontinentalen Staate Unb einer Kolonialmacht. Die ganze Misäre unserer Weltpolitik aber tritt erst zutage, wenn Man die Summe unserer kolonialen Entwicklung zieht. Sie leuchtet aus einem Vergleich hervor zwischen dem Bestände vom Jahre 1890 unb dem vom Jahre 1904. Da zeigt sich, daß die deutsche Kolonialentwicklung vollkommen ins Stocken geraten ist, während die der übrigen Weltmächte die weltpolitischen Umwälzungen Ihrem Ausdehnungsbetrieb mä biii zu Nutze gewacht haben. Die Lage der " nge ist heute bie, daß die kolonialen Besitzmm u des Deutschen Reiches nur als Ansätze zu einer wirklichen Kolonialmacht angesehen werden können. Den glorreichen Anlauf, den die Bismarcksche Kolonialpolitik in Afrika genommen hatte, haben wir mit dem deutsch-englischen 8 usibar-Abkommen Im Osten und mit dem dem sch - britischen Vertrag vom Ende der 90?r Iubre auch im Südwester! zum Abschluß gebracht, in der falschen
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