V
und Kirchhain
mit
12
(Nachdruck verboten.)
so mehr, als auch andere Parteien von der Kom- rnissionstemtung noch die Beseitigung einzelner Härten erhoffen. Möge denn diese Konnnissions. Beratung einen Gesetzentwurf zustande bringen, der dem ganzen Lande dauernd zum Segen gereicht!
Zur Lage in Rußland.
AnS Warschau meldet der „Berl. Lokalanz.": Tie katholische Geistlichkeit von sieben polnischen und zwei litauischen Dizösen veranstaltete gestern ein Monstremeeting, an dem 414 Priester teil’ rahmen. Man beschloß an der nationalen Re- sorwarbeit teilzunehmen mit dem Verlangen nach Autonomie für Polen und einem eigenen Landtag nach allgemeinen Wahlrecht. Ferner will man zur moralischen und materiellen Hebung des Proletariats beitragen, auch die Ein- sohrung der polnischen Sprache in den Kirchen» ka»zleien verlangen. Außerdem forderte daS Meeting die Aufhebung der Todesstrafe und allgemeine Amnestie. DaS offizielle Organ deS ErzbisckofS wurde einer .scharfen Kritik unterzogen.
Petersburg, 14. Dez. (Ueber Ehdtkuh- nen.) Wie amtlich bekanntgegeben wird, entbehrt die Blattermeldung, nach der die liebet» fiedlung des kaiserlichen HoflagerS für den 19. Dezember nach Moskau in Aussicht genommen fei, jedweder Begründung. Für die nächste Zeit beabsichtige der kaiferlige Hof überhaupt nid)', Zarskoje Sselo zu verlaffen.
Petersburg, 13. Dez. (liebet Ehdtkuh- ren ton der Petersb. Te'egr.-Agentur.) Der Ministerrat beendete heute die Beratungen über das Gesetz betr. die Arbeitervereine. Diese Vereine können fortan nur nach einem gesetzlichen Verfahren, also nicht wie bisher auf administrativem Wege durchs den Minister, die Gouverneure, Polizei usw. aufgelöst oder geschlossen werden. Das Gesetz hat zunächst provisorischen Charakter und wird nächste Woche zur Veröff .tlichung, zugleich mit dem allgemeinen Gesetz über das VeteinSrecht, gelangen.
Petersburg, 13. Dez. (Ueber Eydtkuh- nen von einem Privattorrspondenten) Die russische Regierung erklärte auf eine an sie gerichtete Anfrage, daß in Riga Truppen Verstärkungen in großem Umfange erfolgt wären und daß alles geschehe, um den Schutz der deutschen Kolonie zu gewährleisten.
Colombo, 14. Dez. (Reuter.) Von der Besatzung geS russischen KriezsschifeS „Zäsare- witsch" meuterten 400 Mann. Nachdem von Land militärische Hilfe erbeten war, wurden 50 Mann an Land gebracht, worauf der „Zä- sarewitsch" seine Reise fortsetzte. Die Meuterer find in dem Heim für Matrosen und Soldaten untergebracht, wo sie voraussichtlich bis zur Ankunft anderer russischer Kriegsschiffe verblei
des Kompromiffes genau entspricht, an den damaligen Vereinbarungen auch jetzt festgehalten und so dürfte das neue Schulunterhaltungsgesetz schon im kommenden Jahre in Kraft treten.
An diesem erfreulichen Erfolge dürfen sich ohne Ueberhebung die Konservativen den Löwen- anteil zusprechen. Abg. Dr. v. Heydebrand, der auch hier wieder die Sarde seiner Freunde meisterhaft vertrat, stellte mit Recht fest, daß unser Volk in seiner weitüberwiegenden Majorität die konfessionelle Schul« verlangt, und daß der konfes- sionelle Friede durch das in den konfessionellen Schulen bewirkte schiedliche Verhältnis am sichersten gewahrt wird. Wenn die Konservativen trotzdem die Simultanschule, wenn auch nur als Ausnahme, zulassen, so beweisen sie damst lediglich ihr gutes Gewissen. Sie sind überzeugt, daß der konfessionellen Schule froh aller gegenteiligen Beteuerungen der Linken die Zukunft gehört, und sie bieten deshalb gern der Simultanschule noch bis auf weiteres Gelegenheit zu zeigen, was sie leisten und nicht leisten kann. Wenn man bedenkt, daß unter den 25 000 Schularten Preußens nur 30 eine Simultanschulverfassung haben, wird man zugestehen müssen, daß die Konservativen in diesem Falle schlechterdings nicht liberaler vorgehen konnten.
Das genaue Gegenteil dieses weitherzigen Standpunktes der Konservativen ist die Stellungnahme der beiden freisinnigen Gruppen, insbesondere der freisinnigen Volkspartei. Es war nicht gerade schmeichelhaft für den Abg. Funck, als den Sprecher der freisinnigen Volkspartei, daß ihm der nationalliberale Redner Schiffer die Zensur erteilen nmßte, er habe sich hier tomiger liberal gezeigt als der konservaftve Dr. v., Hevte- branb. Es war aber ein typisches Beispiel freisinniger llnentwegtheit, daß Abg. Funck mit leidenschaftlichem Eifer forderte, die 25 000 Sckstll- orte sollen sich nach den 30 richten, d. h. die Ausnahme solle künftig zur Regel gemacht werden. Und wenn Abg. Cassel eine große Rede zum Fenster hinaus hielt, um die „ganze Lehrerschaft" für die Simultanscknile in Anspruch zu nehmen, sich lautpolternd auf die „Traditionen des Liberalismus" berief und dem Gesetzentwurf zum Vorwurfe machte, er zertrümmere die Grundlagen der Selbstverwaltung, so tat Kultusminister Studt recht daran, gegen diese maßlosen Uebertrcibungen kurz, aber bestimmt Protest einzulegen. Vielleicht ist es aber auch nicht überflüssig hervorzuheben, daß hier nicht die Freisinnigen allein die schmollend Abseitsstehenden und Unterlegenen sind: dieses Schicksal teilen mit ihnen die Jungliberalen, die im vorjährigen Sommer gegen das Schulkompromiß eine gewaltige Agitation ins Leben riefen und nun erkennen müssen, daß ihr Lärm wieder einmal völlig zwecklos gewesen ist. Die Nationalliteralen haben jedenfalls treu an dem Schulkompromiß festgehalten und dasselbe gilt naturgemäß auch von den Freikonservativen. Das Zentrum nimmt zwar, wie so oft bei der ersten Lesung, noch eine etwas zögernde Haltung ein, aber es kann nicht daran gezweifelt werden, daß es schließlich die auf dem Boden der Regierungs- Vorlage stehende Mehrheit verstärken wird, um
Das Schulunterhaltungsgesetz.
Man schreibt uns:
Wie, bereits gemeldet, ist der Gesetzentwurf Über die Schulunterhaltungspflicht nach zwei- tägiger Beratung vom preußischen Abgeordneten. Hause einer Kommission von 28 Mitgliedern über, wiesen worden. Nach dem ganzen Verlaufe der Erörterungen ist am Zustandekommen dieses be- beutfamen Gesetzes nicht mehr zu zweifeln. Die Parteien, die sich im Mai vorigen Jahres auf dem Baden des später viel umstrittenen Kompromiffes zusammenfanden, haben angesichts der Tatsache, daß die Vorlage der Regierung den Grundlinien
Wie er so dastand, öffnete sich leise die Tür, Marga steckte ihren Blondkopf in das Zimmer und fragte:
„Ich höre Dich umhergehen, Hans. Soll tch Dir Dein Frühstück hereinbringen oder wollen wir zusammen frühstücken?"
„Komme schon. Kleine," erwiderte er, Halls lachend, halb ärgerlich, während er auf sie zuging. „Es will wieder einmal nicht gehen. Ist daS nicht ärgerlich?"
„Wieder die von der Eisenbahn?" fragte sie.
Er nickte.
„Ich lverde mir aber gleich dies Phantom von der Seele wälzen. Das ganze Skizzenbuch will abgearbeitet werden, am Weihnachtsroman fehlt noch ein gut Stück. Ich habe vorhin erst wieder einen Brandbrief bekommen."
„Laß doch das Skizzenheft!"
„Du hast gut reden, Maus; aber ich kann mit unmöglich die Freundschaft verderben! Jetzt wollen sie alle eine Kleinigkeit von mir haben, einen Willkommensgmß nach der Rückkehr."
Sie saßen am Frühstücks tisch in dem kleine» Eßzimmer gegenüber. Marga machte dem Bruder die belegten Butterbrode zurecht, die er um diese Zeit zu nehmen pflegte, goß ihm ein Glas Portwein ein, und langte dann selbst tapfer zu« Durchaus nicht wie ein Vogel. Sie war in dieser Hinsicht eine ganz materielle kleine Person.
„Höre einmal, Hans," meinte sie dazwischen, „Du solltest mir ein paar Stunden an der Ma- schine biffieren. Das flutscht ordentlich, ist auch für Dich nicht besonders anstrengend. Denn im Grunde ist der Roman doch wohl fertig. Und nach dem Essen fahren wir nach Schlachtensee, wir waren lange nicht dort."
„Hm!" brummte er, während sie ihn fragend anblickte. . S
Er antwortete aber nicht, beschäftigte sich vielmehr eifrig mit seinem einfachen Frühstück. i .... _ _ (Fortsetzung folgt.)
Stille herrschte im Zimmer, welches nach dem Garten hinaus lag; bis hierher drang der Friede- nauer Straßenlärm nicht.
Derlei aber starrte auf das schöne weiße Pa- Pier und konnte nicht schreiben.
Er sprang auf, warf die Feder unmutig auf den Tisch und trat zum Fenster. Lange blickte er in den Garten, ater die guten Gedanken wollten nicht kommen, denn Oerie! ärgerte sich.
War es denn nicht eine furchtbare Dummheit, immer fort an ein fremdes Mädchen zu denken, an eine flüchtige Bekanntschaft? Das sich seiner wahrscheinlich überhaupt nicht mehr ent« fann, und tat sie es, dann doch nur, well er ihr eine langweilige Stunde weniger langwellig erscheinen ließ. Es war zu dumm.
Und noch dazu eine von der modernen studier- ten Sorte. Freilich, im Gespräch merkt man es ihr nicht an. Sie Protzt nicht mft ihrem Wissen, war natürlich und einfach, und doch---.
Zu dumm, dies Versprechen, ihr sein neues Buch zu fenten.
Er wollte, er hätte es nicht gegeben.
Denn dies neue Buch gefiel ihm auf einmal gar nicht.
Vier Novellen, von den ferne Freunde sagten, jede sei in ihrer Art ein Kabinettstück.
Früher glaubte er das auch, aber jetzt, wo ter Band gedruckt vor ihm lag, kamen die Zweifel.
Namentlich die zweite Novelle. Die Heldin war eine Geistesverwandte der Ebba Gurrst, auch sie beging im entscheidenden Augenblick ten Fehler, femininer zu fein als die Frau.
„Unsinn, das ist kein Fehler, nur dieser weibliche Doktor hat mir einen Floh ins Ohr gesetzt.
Es ist ja lächerlich, daß ich auf einmal von einer wildfremden Person derartig beeinflußt werde.
Er wollte heute noch mit ein paar höflichen kühlen Worten sein Versprechen einlösen, dann würde er aber nicht mehr an sie denken. ____
„Wie muß denn ter aussehen, Hanns?"
Weshalb sah sie plötzlich im Geist den Mann von ter Eisenbahn vor sich stehen, wie er sich in Magdeburg verabschiedete? Sie wurde rot und ärgerlich über sich und den Bruder, sie stampfte heftig nist dem Fuß auf die Erde.
Der Bruder bemerkte das wohl, ein unangenehmes Gefühl stieg in ihm auf. Dem war so, wie er Plötzlich vermutete. Irgend ein Mann, irgend wer.
Egon besaß nichts von ten literal angehauchten Ideen des Vaters. Im Gegenteil, er war schroff, sehr schroff, oftmals Pästlicher als ter Papst. Bis jetzt war ihm diese Anschauungsweise auch noch nie unbequem geworden, und junge Offiziere denken ja immer schroff. Sie teilen eben diese Eigenschaften mit anderen jungen Sterblichen.
Er trat hart an die Schwester heran und sagte halb väterlich wohlwollend, halb schroff zurecht- weisend:
„Hanns, ich bitte Dich dringend, verplempere Dich nicht!"
Er ging zur Tür hinaus und rief noch in der Tür:
„Ich will Dir einen Schirm senden."
Sie wollte ihm nachrufen, ater das Wort blieb ihr in ter Kehle stecken.
Hanns, verplempere dich nicht!
Und das wagte er ihr zu sagen.
4. Kapitel.
Oertel saß in seinem Zimmer und schrieb.
Eigentlich stimmte daS nicht; er saß und wollte schreiben.
Vor ihm lag verlockend ein Bogen weißes Pa- Pier, blau liniiert, mit fünfundzwanzig Linien auf der Seite, wie er es haben mußte. Der Schreibtisch stand so vor dem Fenster, daß er binausseten konnte, vielmehr hätte hinaussehen können, denn die unteren Scheiten waren durch weiße Vorhänge undurchsichtig gemacht- Tiefe
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Dez.
— Seine Majestät ter Kaiser hörte gestern Mittwoch, nachdem er vormittags in Begleitung ter Kaiserin das Atelier des Bildhauers Tuaillon besucht hatte, die Vorträge des Chefs des Generalstabes ter Armee und des Chefs des Mit« tärkabinetts und empfing ten Generaldirektor Dr. Bote, sowie darauf die Gebrüder Goldschmidt zur Ueberreichung des Mbelpultes für die Kaiser Wilhelm - Gedächtniskirche. Zur Frühstückstafel waren verschiedene Einladungen ergangen.
— In Sächsischen Landtag wurde von der kontervativen Partei der zweiten Kammer der Antrag ein, edracht, die Staatsrcgierung zu ersuche^ tunlichst dato einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach Dem a) die Gemeind en verpflichtet werden, Großbetriebe, die im Kleinhandel Lebensmittel, ®enu6mittel, Bekleidungsgegenstände, Heizungs- und Beleuchtungsstoffe und ähnliche für den täglichen Gebrauch bestimmte Waren verkaufen, ohne Rücksicht daraus, ob diese Betriebe in der Hand eines Einzelnen, einer Aktiengesellschaft, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, einer Genossenschaft ober einer sonstigen Körperschaft sich bestnden — mit Ausnahm« jedoch solcher Großbetriebe, die lediglich die Vermittlung deS Bezuges von Waren bezwecken, die ihrer Natur nach ausschließlich für den Gewerbebetrieb deS Abnehmers bestimmt find, und mit Ausnahme solcher Genoffemchasten oder Vereinigungen, die lediglich die Vermittlung des Vertriebes der eigenen Erzeugnisse ihrer Mitglieder im Kleinhardel bezwecken — sowie die Zweiggeschäfte der vorstehend als steuerpflichtig bezeichneten Gioßbetriebe mit einer Umsatzsteuer zu belegen, b) die untere Grenze des steuerpflichtigen Umsatzes für die einzelnen Gemeinden nach ihrer Einwohnerzahl abgestuft wird, c) der Ertrag der Steuer den Gemeinden überlasten wird.
Ueber die getane Bier- und Tabaksteuer schreibt die .Deutsche Tages-Ztg.'- 1. Die 6nb laflung der kleinen Braubetriebe mutz noch stärker burdjgefürt werden; 2. eine größere Erhöhung des Zolls aus ausländische Zigarren und Zigaretten ist in Erwägung zu ziehen; 3. der Zoll aus Tabak und Tabaksabrikate muß nach dem Werte abgestuft werden; 4. jede stärkere Be» laftung deS heimischen Tabakbaues ist zn vermeiden. — Die als .reaktionär" verschrieen» ,D. Tagen Ztg.' äußert hier sehr gesunde Volks- wirtschaftliche Ansichten, denen wir nut zusammen können.
— Ueber die Errichtung oes Kolonialamt e s ist dem Reichstag eine Denkschrift zugegangen worin diele Maßnahme mit dem Wachsen der Geschäfte der Kolonialabteilung und mit der gesteigerten Bedeutung der Kolonialaufgaben begründet wird. Die gegen ein selbständiges Staatssekretariat für di» Kolonien geltend gemachten Grunde sucht die Denk- schrttt wie folgt zu emlräftigen. .Wenn in dem vorliegenden Eiatsentwurfe Die nächstliegende^und
Neueste Telegramme.
Berlin, 15. Dez. Ins Herrenhaus berufen wurde, unter gleichzeitiger Bestellung zum Kron- fyndikuS, Staats- und Justizminister Dr. Befeler.
Berlin, 15. Dez. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde beschlossen, den AuSschuß- hericht über den Vertrag mit der Schweiz vom 16. August 1905 über die Errichtung deutscher Zollabfertigungsstellen auf den linksrheinischen Bahnhöfen in Bafel die Zustimmung zu erteilen. Di« Vorlage betreffend die Ergänzung der Prü- fungSvorfchriften für Tierärzte wurde angenommen, ebenso der Entwurf eine» Gesetze» betreffend di« Handelsbeziehungen zum britischen Reiche.
Berlin, 14. Dez. Der „Reichsanzeiger' veröffentlicht eine Verfügung des Reichskanzlers bom 8. Juli 1905, betreffend die Verträge mit Eingeborenen über unbewegliche Sachen im Schutzgebiet der Marfchallinseln, wonach solches Recht lediglich dem FiSkuS zusteht.
Breslau, 15. Dez. Der Abg. Krolik hat auf Drängen der Zentrumspreffe daS Reichs- tagSmandat für Benthen - Tarnowih wegen Uebertritts zur Polenpartei niedergelegt.
Rom, 14. Dezbr. Der Pupst hielt heute vormittag in der Sala Regia deS Vatikan« ein öffentliches Konsistorium ab, in welchem er den neuernannten Kardinälen Areoverde de Albuquerque, Erzbischof von Rio de Janeiro, und Eagiano de Azevedo, MajordomuS deS Vatikans, den Kardinalhut auffetzte. Dem Konsistorium wohnten alle in Rom anwesenden Kardinäle, zahlreiche Bischöfe und Prälaten, daS diplo- watische Korps, die M iltheserrittsr, Mitglieder des Adels und des päpstlichen Hofes und zahlreiche Geladene bei. Rach bet öffentlichen Feier hielt der Papst ein geheimes Konsistorium ab, dem nur die Kardinäle beiwohnten.
Tieulftn, 14. Dez. Nach einem Kabeltelegramm der „Frkf. Ztg." ist die japanisch' chinesische Konferenz im wesentlichen einig. Japan erhält die früheren russischen Zugeständnisse auf der Liaotung • Halbinsel und einige Eisenbahn- konzessionen in der Mandschurei.
ben werden. Der britische Kreuzer — „Hyazinthe', der vorige Woche nach Kalkutta abgegangen war, wurde telegraphisch zurückberufe» und die Abfahrt deS Kreuzers .EurhaluS' verschoben. Die Meuterer verhalten sich ruhig. Sie beklagen sich über zu harte Anstrengung, da daS Schiff nicht volle Besatzung gehabt hab«. Der Kreuzer .Hyazinthe' ist inzwischen eingetroffen, hat den Hafen aber wieder verlaffen.
Die Brücke.
Roman von Willy Scharia«.
lgortschung.s
„Er macht sicher gute Karriere, ist gut angeschrieben, ein eleganter Mann, und — Hanns, Ich glaube, Du bist jetzt schon vierundzwanzig."
Sie lachte telusfigt auf. Jetzt tourte die Sache für sie komisch.
Das ärgerte ihn und er fragte scharf:
ß „Willst Du etwa eine alte Jungfer werten?" ^Weshalb nicht?" antwortete sie, immer noch leise lachend. „Ich kann mir das gar nicht unan- genehm vorstellen."
„Unsinn! Oder willst Du gar Deine paar armseligen Kenntnisse und ten Doktor ausmün. ten? Unterricht erteilen und Dich mit fremten Rangen für ein paar Groschen herumärgern?"
„Vielleicht, wer kann es toiffen? Ein Ange- bot habe ich schon tefonnen, aus Karlsruhe, deshalb sollte ich das nicht annehmen?"
Er starrte sie an, wie eine geistig Verwirrte.
Seine Schwester so eine Schulmeistersmamsell, das war denn doch außer allem Spaß.
„Selbst im Scherze mache nicht solche RetenS- arten", sagte er heftig. „Ein Fräulein von .Lingen verdient sich ihr Brot nicht selbst." L »Es wäre traurig um uns bestellt, wenn alle Menschen nichts täten, die es nicht nötig haben, «sich ihr Brot selbst zu verdienen. So oder so, ihein Lieber. Dauernd zu faulenzen fehlt mir jede Veranlaguirg."
„Tu sollst eben heiraten."
„Habe ich das denn abgeschtooren?"
l Auf einmal kam Egon ein Gedanke.
- Sie war lange von Haus fort; toenn sie wah- Nnb dieser Zeit einen Mann kennen lernte, ter Hr Interesse einflößte?
Vierteljährlicher BezugSpreiSr bei der Expchitiou 2 Mk., SOtdtbtttd Erscheint wöchentlich sieben mal. .
T* . aup bet allen Postämtern 2.25 Mk. <e$cL Bestellgeld). ^vw*****^ Druck und »erlagt Joh. Slug. Koch, Universttät«»uchdruckerei 40» «JuQlfl*
J12. ÄtM JnserttonSgebührr die gespalten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Sölintchend 16 Dezember 1905. Marburg, Markt 21. — Telephon SS.