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Urber dir Ausstände in den übrige« Provinze«
liegen folgende Meldungen vor:
Petersburg, 13. Dez. (liebet Ehdtku- nen von einem Privat-Korrespondenten.) Noch kaum sechsstündiger Dauer wurde der telegraphische Dienst mit dem Auslands um Mitternacht wegen beschädigter Linie sowie Betriebseinstellung des dänischen Kabels wieder eingestellt. In Moskau hält sich der Post- und Telegraphenstreik noch. Den streikenden Beamten gehen bedeutende Spenden aus der Gesellschaft zu. Die Haltung der dortigen Streikenden wird drohender. An jedem Tage finden kleinere Zusammenstöße mit der Polizei und dem Militär statt. DaS Exekutivkommitee der Petersburger Abteilung deS Post» und Telegraphenverbandes faßte eine Resolution, in der erklärt wird, trotz deS Tagesbefehls DurnowoS werde der Verband auf Grundlage deS Manifestes vom 30. Oktober bestehen; die Rebellen feien nicht die Post- und Telegraphenbeamten, der Rebell sei Durnowo, der das kaiserliche Manifest verletze. — An der Moskauer Börse sind Gerüchte über bedeutende Fallissements verbreitet.
Im Gouvernement Nowgorod, wo in der letzten Zeit einige auS Petersburg gekommene Revolutionäre die bäuerliche Bevölkerung aufzureizen bemüht sind, kam eS zu einem blutigen Handgemenge zwischen Bauern und Agitatoren. Auf der Bahnstation Worowenka sandten die Bauern nach dem Staatsanwalt und nach Militär. Sieben Agitatoren wurden, verhaftet, ceaen welche Anklage wegen Aufreizung zum Aufstande erhoben wird. Die Bauern find jetzt auf der Suche nach den übrigen Agitatoren. Aus dem Fabrikorte Orechowo-Ssujewo bei Moskau wird ein blutioer Zusammenstoß zwischen Arbeitern und Kosaken gemeldet. Drei Kosaken wurden durch Geschosse getötet.
Die sozialdemokratische „Nowaja SchiSn" meldet, der Vorsitzende deS Arbeiterdeputierteu- rateS Chrustalew befinde fich auf der Peter» Pauls-Festung, wo Maßnahmen getroffen seien für den Fall eines Versuches der Arbeiter, ihn zu befreien. Das Haupttor sei geschloffen, im Hofe seien Geschütze aufgestellt, die Wachen verstärkt.
Paris, 13. Dez. Priester Gapon ist hier eingetrvffen und sagte einem Ausfrager, Witte fei der einzige Mann der Lage. DaS russische Volk sei für die Umwälzung nicht reif, der Achtstundentag fei jetzt noch unmöglich. Die Arbeiter und Bauern würden alles verlieren, wenn sie nicht Wittes Gedanken annähmen.
anderen Mächten vereinigen um einen Druck auf den Staat deS Kalifen der islamitischen Welt auSzuüben.
Ko«ftautt«opel, 12. Dez. Auf die Note der Pforte wurde heute in einer Kollektivnote der Botschafter die Antwort übergeben.
Beim Frühstück erzählte dann Althof Exzellenz von Lingen, er beabsichtige ein neues Pferd zu kaufen; und der alte Soldat ging mit Feuereifer auf die Andeutung ein. Er sprach von den Pferden des Rittmeisters, welcher im Militär-Wochenblatt inseriere, im allgemeinen, von dem Tier, welches er loszuwerden wünschte, im besonderen, und riet zum Schluß Althof dringend ab, sich mit dem Kauf nicht hineinlegen zu lassen.
So war diesem die Gelegenheit geboten, einen geordneten Rückzug anzutreten, und er benutzte sie.
Als Egon seinen Kameraden auf die Bahn geleitete, fragte er, ob es denn nicht zu einer Aussprache gekommen sei, und weshalb nicht. Hanns sei doch den ganzen Tag über in so ausgezeichnet guter Laune gewesen. Nicht immer wäre die Gelegenheit so günstig.
„Ihre Schwester ist klug, Lingen," meinte kurz der Gefragte. „Sie hört das Gras wachsen. Ich glaube nicht, daß ich wiederkommen werde."
Auch Hanns wußte, er würde nicht wiederkommen.
Vor dem Mittagessen machte sie trotz der schon herrschenden Dunkelheit eine Promenade durch den Park und Garten.
Sie haßte nämlich das Diner und sagte grunb« sätzlich Mittagessen, wie sie sich überhaupt selten und ungern Fremdwörtern bediente. Es mochte das vielleicht daher komme::, daß sie mehrere frenrde Sprachen wie ihre Muttersprache beherrschte, und nun geneigt war, jeder das zukom- men zu lassen, was chr gebührte. So auch dem Deutschen.
Wenn so wie jetzt die Bäume, Sträucher und alle Parkwege vom Regen naß waren, mußte sie sich freilich damit begnügen, vor der Front des Hauses den großen Kiesweg auf und ab zu wandeln. Der reichte nach rechts dem Teehaus vorbei bis zu der großen Obsibaumwiese, nach links bis zu dem auf einer kleinen Erhöhung stehenden
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck ttnb Verlag: Joh.Aog.Soch, Umverfität^vuchbruckerek 40, Jahkg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Die revolutionäre Bewegung in Rußland.
Die Unruhr« in Litzlnntz und Kurland und die ernste Gärung in Estland sowie die Absicht, die lokalen Fragen, die bisher die Ausbreitung der Wirren begünstigen, zu entscheiden, veranlaßten die Regierung zu dem Beschluffe, in den baltischen Provinzen Vertreter der Bevölkerung zur Mitarbeit an Ort und Stelle heranzuziehen. Ein kaiserlicher Erlaß ordnet demgemäß die Einsetzung eines zeitweiligen baltischen Generalgouverneurs an, dem auch die in den Ostseeprovinzen befindlichen Truppen unterstellt fein sollen. Außer den Rechten eines Kommandierenden deS Militärbezirks hat der Generalgouverneur an den Orten, die fich im Kriegszustände befinden, die Machtbefugniffe der Militärobrigkeit und die besonderen Rechte und Obliegenheiten der Verwaltungsorgane deS Zivilsenats hinfichtlich der Wahrung der staatlichen Ordnung und öffentlichen Sicherheit. Unter dem Vorfitz deS GeneralgouverneurS wird au? je zwei gewählten Vertretern der Bauern eines jeden Gouvernements eine Konferenz gebildet, der die Ausarbeitung von Gesetzentwürfen über die lokalen Fragen, besonders über die Einführung der SemstwoS und Aufbesserung der Lage der Bauern, ferner die Befferung im Schulwesen rc. obliegt. Außerdem kann der Generalgouverneur Sachverständige heranziehen und der Konferenz überhaupt alle Fragen vorlegen, deren Entscheidung auf gesetzgeberischem Wege er für notwendig hält.
Privattelegramme au8 Riga schildern die dortige Lage als höchst ernst. Beim Bahnhof sind Geschütze aufgefahren, bei der Post ein Maschinengewehr. DaS Militär wird aber als nicht zuverläffig betrachtet. Lettische Revolutionäre sollen Herren der Stadt fein.
Petersburg, 13. Dez. Wie aus Riga gemeldet wird, herrscht dort Panik. Die Letten haben alle Gewalt an fich geriffen, fich autonome Besugniffe angemaßt und eine geheime Regierung formiert. Diese läßt die Beamten, die ihr nicht paffen, einfach verschwinden. Offiziere können fich nur in Zivil auf der Straße zeigen. Die Stadt ist wie auSgestorben, nur Patrouillen durchziehen fie. Alle schwedischen Untertanen find auf schwedischen Schiffen in die Heimat gereist.
nen jeden urck den , welche gkurrenz- mst und nko durch ; Eclnses (9847
alten Nußbaum, welcher an Sommertagen unter seinem dichtbelaubten Wipfel einen prächtigen schattigen Sitzplatz bot.
Vor zehn Jahren freilich saß Hans niemals unter dem Baume, sondern stets oben ht seinen Testen. Solch luftige Plätze bevorzugte sie damals, wie denn auch das Turngerüst eigenllich nur für sie hergerichtet war.
Als sie so dahinschritt, fest und hochaufgerichtet, eine stattliche schöne Erscheinung, blickte Egon, welcher in der Haustür stand, mit gewissermaßen respektvollem Augenzwinkern nach. Aber er hielt es für feine Pflicht, der Schwester einmal den Standpunkt gründlich klar zu machen.
Althof war nicht der Mann, auf einmal abzuschnappen und nun fuhr er Knall und Fall davon. Also war eine Entscheidung gefallen, und zwar zu seinen, des Kameraden Ungunsten.
Sie hört das Gras wachsen, was soll das heißen?
Rasch trat er zu der Schwester heran, ging neben ihr weiter und begann ohne Umschweife:
„Hanns, weshalb ist Althof so bald abgereift?"
„Hat er es Dir nicht verraten?" lautete die Gegenfrage.
„Wozu verstecken spielen?" rief er in ziemlich heftigem Tone. „Du kennst den Grund ganz ge- nau; weshalb ist er abgereist?"
„Weshalb? — Verzeihe, lieber Egon. Wenn Papa eine derartige Frage an mich stellte, könnte ich mich auf eine Beantwortung einlassen, bei Dir nicht. Uebrigens hat Herr von Althos von dem, was er Deinen deutlichen Worten nach vor hatte, nichts verlauten lassen, kein Wort. Du ' inst aber anzunehmen, ich hätte ihn abgetoiqi:V‘
„Wäre das nicht geschehen, hätte er nicht so schnell den Rückzug angetreten. Es ist zwischen Euch zum völligen Bruch gekommen."
„Falsch, Egon. Zum Bruch kann es nur da kommen, wo vorher ein Zusammenhang war."
Marburg
Freitag. 15. Dyember 1905.
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>es ehe» l Hessen t8 Rech» betrage werden, nit Au» szweckS 06 de« at ein« e zuge- d zwar nähme« ,st- oder
i Nachdruck verboten.);
Die Brücke.
Roman von Willy Scharia«.
(Fortsetzung.)
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„Spitzfindigkeiten. Komm übrigens für eine« Augenblick in das Teebaus, es beginnt z» regnen." ____
Die Geschwister betraten das Hans, dessen Tmk weit offen stand. Die ganze Ette des Gebäudes wurde durch einen mittelgroßen Raum entgenont» men, dessen einfache Einrichtung in verschiedene« Gartenmöbeln bestand. Nach rechts und link» bot sich ein Blick in die anschließenden Treib, und Gewächshäuser.
Sie setzten sich aber nicht. Ha uns blieb an der Tür stehen, während Egon auf der dicken Kokosmatte, welche den fteinernen Fußboden bedeckte, hin- und herging. .
„Eines so tüchtigen und liebenswürdigen Offiziers Bewerbung weist man nicht mit drei Worten von der Hand. Du hast das aber end schieden getan. Entschuldige, aber ich finde dies Benehmen nicht gerade angemeffen. Nicht gegL ihn, nicht gegen mich, auch nicht gegen Papa ruck unsere Familie."
Hanns wurde flammend rot, wie cr trotz de» Dämmerlichtes wohl bemerkte. Aus ihren Auge» schoß ein heller Blitz, aber sie mäßigte sich.
„Ich könnte Dich jetzt einfach stehen lasten, als eine deutliche Antwort. Tu wurdest sie j« wohl verstehen. Aber ich will nicht unhöflich fern. Was ich tat, war mein Recht."
„Bis zu einem gewissen Grade. Du weißt Papa ist alt, seine Gesundhett ist durchaus ntchck fest, der Arzt hat erklärt, wir müßten auf -er* plötzliches Ende gefaßt sein."
„Leider weiß ich das so gut tote Du." |
„Ich meine, Du hast unter solchen Verhält« Nissen durchaus keine Beranlastung, lange $11 zögern. Wenn ein Mann wie Althos sich uni Deine Hand bewirbt, so--ober — willst D*
etwa noch mehr?" _
Sie wendete ihm langsam den Kopf zu une betrachtete ihn verwundert. J
(Fortsetzung folgt.),
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Dezember.
— Seine Majestät der K a i s e r nahm gestern vormittag die Vorträge des Hausministers v. Wedel,
Neueste Telegramme.
Stettin, 13. Dezbr. Halbamtlich wird ge» t meldet: Die bisher über die Vorgänge in 8rasilien eingegangenen Berichte haben noch ; keine volle Klarheit über die Einzelheiten gebracht, sodaß Rückanfragen nötig geworden find. Sollte sich dann bei näherer Prüfung heraus» ' stellen, daß von der Besatzung des Panther un« : zulässige Unregelmäßigkeiten begangen worden find, fo würde fich die deutsche Regierung den daraus abzuleitenden Folgerungen sich nicht wtziehen und die übliche Regelung eintreten kaffen.
Stettin, 12. Dezember. Im Flottenverein scheinen leider schon wieder Unstimmigkeiten torzuliegen. Wie gemeldet wird, ist General NengeS kürzlich auS dem Vorstand anSaefchieden. Dem Vorgänge liegen aber keinerlei Differenzen j. sachlicher Natur zu gründe, sondern persönliche kehältniffe innerhalb deS Vorstandes veran» kaßten den General, fein Amt niederzulegen, ein Schritt, der jedenfalls gerade in der jetzigen Zeit für den Flottenverein sehr bedauerlich ist.
Hamburg, 14. Dez. Wie die Woermann« Linie mitteilt, ist der Dampfer „Prinzregent" vtt General v. Trotha an Bord gestern Mittag ton Antwerpen nach Hamburg abgegangen. Der Dampfer läuft keinen Zwischenhafen an ? sind trifft heute Abend im Hamburger Hafen Hn.
Davos, 13. Dez. DaS Kaiser Wilhelm 1l. Haus der deutschen Heilstätte Davos ist heute : durch den deutschen Konsol Burchard eröffnet worden.
Patts, 14. Dez. Der Präsident der Republik unterzeichnete einen Erlaß des Kolonialministers, durch welchen dem gegenwärtig in den französischen Besitzungen von Westafrika, sowie in sranzösisch-Congo von den Eingeborenen betriebenen Sklaventausch und Sklavenhandel ein Ende gemacht werden soll. Bisher waren von dem Verbote des Sklavenhandels nur die Franzosen betroffen. Nunmehr sollen alle diejenigen, welche den Sklavenhandel treiben, ohne Ansehen der Nationalität ober Raffe mit Gefängnis und Geldbuße bestraft werden.
London, 13. Dezbr. Die Mohammedaner in Lahore richteten an den Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten in London ein Telegramm, in dem sie folgendes ausführen: Der Kaiser von Indien herrsche über die größte mohammedanische Gemeinschaft der Welt, seine Regierung solle daher auch nicht auf falsche Vorstellungen christlicher Rebellen hin Maß- cegeln gegen die Türkei ergreifen, ober sich mit
des Cheis des Zivilkabinetts v. Lucanus und bch Metzer Dombaumeisters Tornow entgegen. Spät«, empfing er den persischen Prinzen Schah es Saltanaß und den russischen Oberstleutnant Rittich und nahm die Meldung des Prinzen Johann Georg von Sachs«» anläßlich seiner Ernennung zum Brigadekommandentz entgegen. Der Prinz wurde zur FrühstückStasel g« laden.
— Der Bundesrat dürste, nachdem er «och demnächst die Novelle zum Börsengesetz, sowie bei deutsch - äthiopischen Handelsvertrag erledigt habe« wird, seine Tätigkeit in der Fertigstellung wesentliche» gesetzgeberischer Borlagen vorläufig beenden. Ist doch auch jetzt schon dem Reichstage ein ArbeitSwatertal unterbreitet worden, besten Bewältigung geraum« Zeit in Anspruch nehmen wird. Um so eher wirb sich der BundeSrat nunmehr der Erledigung voi noch ausstehenden Verwaltungsmaßnahmen zu" :be» können. Dahin gehören in erster Reihe die AuS« sührungSanweisungen zum neuen Zolltarif, die, bi der letztere am 1. März 1906 in Kraft treten wirb, vorher fertiggestellt sein müsten. Wie verlautet haben kürzlich im Reichsschatzamt die letzten B« Tötungen mit den Kommissaren anderer beteiligte« Restorts stattgefunden, um das amtliche Warenve» zeichuis zum Zolltarif im Entwurf endgültig festz» stellen. Es ist demgemäß a»5 i ■' baldi" "artagi dieser Ausführungsanweisung zu u Zolltarif m de» Bundesrat in rechnen. Andere, wie das Statistisch« Warenverzeichnis, daS Verzeichnis der Mastengüte« usw., die rm Statistischen Amte ausgearbeitet werde», dürsten Wohl bald folgen.
— In Karlsruhe fand am Dienstag Eröffnung des badischen Landtages durch den Staatsminister Fuhr, von Dusch im Austragi des Großberzogs statt. Die Thronrede betont, de» Rechnungsabschluß des ersten Jahres der ablaufende« Budgetperiode laste eine Besserung der Finanzen ea kennen. Eine dauernd günstige Entwickelung bei wirtschaftlichen Lage könne jedoch nur dann eintreten, wenn durch Einnahmen, die angepatzte Ausgaben« Politik und die wachsende Finanznot des Reiches durch eine durchgreifende Reform des Reichsfinanzwesens beseitigt werde. Ein ordentliches Budget 1906/1907 schließt mit geringem Ueberschuß ab Dal Ergebnis wurde nur durch Erhöhung der Kapital, und Rentensteuer und Bereitstellung eines größere« Teile« der Dotationen der Eisenbahn und Schuldem tilgung$taffe zur Deckung der vom Reich gestundetes Matrikularbeitrage erreicht. Auf dem Gebiet bei direkten Besteuerung wird dem Landtage ein Gesetzentwurf betreffend Reform, der Eriragssteuern untz Umwandlung in die Vermögersste tugehen.
— Den Gedanken, eine W e teuer einzw führen, nimmt ein Antrag auf, den der freitonfee pative Abg. Dr. Arendt tm Reichstage eingehend» hat. Dieser Antrag lautet: »Der Reichstag wollt beschließen: die verbündeten Regierum-u zu ersuchen, die zum Militärdienst nicht heran" - nen Wehr, Pflichtigen für die Zeitdauer, wäbre welcher st« ihrer Dienstpflicht tm stehenden Heei e und in bef Reserve hätten genügen müsten, zu einer nach ihrem Eintommen abgestuften Wehrsteuer heranzuziehen nm ber Maßgabe, daß die Erträge dieser »teuer ausschließlich für die Versorgung ber Invaliden unb Veteranen bezw. für bereit Hinterbliebene und zur Verstärtung des Reichsinvalidenfonds zu verwende« find." — Bekanntlich hat der Kyffhäuser - Bund ber brutschen LandeS-Kriegerverbänbe zuerst ben Gebaute« einer Wehrsteuer angeregt unb hat diese Steuer ü< einer in der letzten Vertreterversammlung im September b I. einstimmig angenommenen Resolution warm befürwortet- „ .
— Wie stark daS Interesse der arbrt« tend en Klassen, welche ihre Vertretung m bei
Allhof bedurfte aller Selbstbeherrschung, nicht anfzufahren. Diese Abweisung, noch bevor eine Annäherung versucht war, erschien ihm wie ein Sckstag ins Gesicht. Sie war so deutlich, daß selbst sein Siegesbewußtsein daran nicht zu deuteln wagte. Er erblaßte, nahm sich aber gewattsam zusammen und erwiderte scheinbar ruhig:
° „Zu gütig, gnädiges Fräulein. Mein Bruder ■ hat allerdings mehr Glück als ich."
Er zwang sich zu einem leichten Lachen.
I „Es ist übrigens mir neu. eine Dame so : sprechen zu hören. Ich fand bisher stets, daß die Nachrichten von einer Verlobung keine ange-
? nehmen Gefühle ivachriefen."
i „Sie sehen, tote selbstlos ich bin. UebrigenS sprach aus Ihren Worten eine genügende Dosis Selbstherrlichkeit, die ich ja allerdings nicht überraschend finde. Ich gebe Ihnen meine Versiche- t tung. daß es mir eine wirkliche Freude sein würde. Ihnen meinen Glückwunsch senden zu können. In Hamburg wartet sicher schon eine Dame auf Sie. Eine oder Wohl auch mehrere. Egon erzählte mir früher einmal, die Hambnr. Serimten seien in den letzten Jahren ganz militär. fromm geworden. — Haben Sie schon Papa ge-
l sehen?"
; „Nein!" Seine Stimme klang eigentünllich l scharf nnd hart, so, als hätte eine Glocke plötzlich ttnen Sprung bekommen. „Exzellenz waren
i schon ausgegangen."
Damit war das heikle Thema erledigt, und , Hanns fvrach ganz harmlos mit dem Kameraden i rhres Bruders_______ .
Vierteljährlicher Bezugspreis bet oet Expwition 2 Mk, ' ->/• na i bet allen Postämtern 2,25 Pll. <e$ct Bestellgeld).
J1S» *•''* JnsertlonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reclawen: die steile 25 Pfa.
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