Einzelbild herunterladen
 

MWM Jeilmg

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: JAustrtrtes Sonntagsblatt. .....

Erscheint wöchentlich sieben mal. I

Druck mtb Verlag' Jo». Nug. Koch, UmversttLtS-Bnchdrnckerek 40. 9>(ti)T(L

Marburg, Markt 21. Telephon 55. \

Vierteljährlicher BczugSprei«: bet der ExpÄition 2 Mk., öDxt*.H**i*»*

M 289 bet allen Postämtern 2,25 Ml. (,e$cL Bestellgeld). V ViH-y

Sonnabend, 9. Dezember 1905

C Zweites Blatt.

ff Deutsche Kolonien.

Sudwestafrika. Die Ursachen des Aufstandes gehandelt ein Bericht des Distriktschefs von Go- babis über eine Reise nach dem Gebiet an den Kryamisee. Er traf dort die Häupter der Herero an, von denen er folgendes erfuhr: Bei der Be­urteilung der Stärke der Deutschen vor dem Kriege war bei den Herero die Ansicht maßgebend, Paß wir Deutschen zu schwach seien. Diese Ansicht war eine Folge englischer Einflüsterungen. Ganz systematisch hatten einige Briten den Eingebore­nen diese Ueberzeugung beigebracht. Schon 1889, vls die Wühlereien des englischen Abenteurers Robert Louis den alten Kamahavero zu einem Feindlichen Vorgehen veranlaßten, durch welches per Reichskommissar Dr. Goerrng zur Flucht nach der Küste getrieben wurde, spiäte der Satz die Hauptrolle, daß die Deutschen schwitz seien. Die. ser Glaube wurde bestärkt, weil die Deutschen dort niemals mit einer entsprechenden Macht auf. traten. Daher konnten die Herero leicht zu einem allgemeinen Aufstande gebracht werden, da sie der Ansicht waren, daß sie mit einem Male die Deut- scheu überwältigen könnten und dann nichts zu fürcht« hätten. Alle anderen Ursachen des Kamp­fes, namentlich die Anklagen gegen die Händler, hatten nach dieser Darstellung nur nebensächliche Vedeutung.

Ausland.

Frankreich. Bekanntlich ist ein großer Tell Ker russischen äußeren Anleihen in Frankreich untergebracht. Die gegenwärtige revolutionäre Bewegung in Rußland ist daher nicht ohne Ein­wirkung auf Frankreich und die Besitzer russischer Werte -ort. Ihren Befürchtungen leiht der Ganlois" Worte, indem er schreibt: Wenn die Revolution in Rußland triumphiert, so bedeutet «das den Zusammenbruch der russischen Staats­werte und den Ruin von hunderttausenden von französischen Besitzern ihrer Papiere, die sich zum Steil aus den Kreisen der Arbeiter, Landleute, Dienstboten und der kleinen Sparer überhaupt rekrutierten. Aber da wir in Frankreich 1012 Milliarden russischer Papiere habm und auch unsere großen Finanzinstitute, die außerordent­liche Mengen davon besitzen, gleichzeitig $u Wrunde gerichtet würden, so würde da8 eins furchtbare Krisis für den gesamten französischen Markt herbeiführen. Das würde einige Jahre des Elendes für die französischen Proletarier zur Folge haben, die nicht von den schönen Phrasen von Jean Jaurds leben können,

Schweden. Wie derMagdeb. Ztg." geschrie­ben wird, gewinnt in Schweden die Verstimmung .über das dänische Auftreten während der nor­wegischen Krise einen immer ausgeprägteren zCharakter. Der geschäftliche Boykott Kopenhagens jdurch das benachbarte und sehr reiche Südschwe- iden ist die allgemeine Losung, und daneben wird /die Umwandlung der Dampferlinie Trelleborg-

Heer und Flotte.

V Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat eine kleine SchriftAl­kohol und Wehrkraft" herausgeg^en, die laut Zuschrift des Staatssekretärs des Reichs- Marine-Anües an den genannten Verein mit Ge­nehmigung des Kaisers in Zukunft an die neu- eingetretenen Rekruten der Marine zur 93er- teiluug gelangt.

V Nach einer soeben veröffentlichten amüichen Statistik hatten im Jahve 1904 unter 150 025 beim preußischen Landheere eingestellten R e k - jt uten 31 nur in der nichtdeutschen Dkutter- ssprache Schulbildung, während 56 (0,04 ^Prozent) ohne Schulbildung waren. Im Ersatz, ijahre 1884/85 betrug der Prozentsatz der An­alphabeten noch 1,91 Prozent. Am schiechtesten »stehen die gemischtsprachigen Provinzen da, näm- lich Westpreußen mit 0,12 Prozent, Ostpreußen mit 0,11 Prozent, Posen mit 0,07 Prozent; es folgen: Pommern mit 0,04 Prozent, Hannover und Rheinprovinz mit 0,03 Prozent, Schlesien mit 0,02 Prozent, Sachsen, Westfalen und Hessen- Rassau mit 0,01 Prozent. Ganz ohne Analpha- beten waren Brandenburg und Schleswig-Hol- fiein. Daß die Hohenzollernschen Lande diesmal .einen Analphabeten aufwiesen, kann nach der ^früheren Entwickelung als Zufall gelten. Unter den 7414 bei der Marine eingestellten Preußi- scheu Rekruten waren 9 (0,12 Prozent) ohne 'Schulbildung.

V Die für das nächste Jahr geplanten allge­meinen Manöver der britischen Kriegsflotte, an denen voraussicksilich auch die japanische Flotte in irgend einer Form 'beteiligt sein dürfte, wird auf Anordnung des .Chefadmirals John Fisher bereits im Februar

Saßnitz in eine Fährverbindung erwogen, damit man Menschen und Güter nach Deutschland nicht mehr über Dänemark zu transportieren brauche, lieber den Oeresund hinüber hat man die beiden Fährverbindung« Helsingborg-Helsingoer und Malmö-Kopenhagen, und von dem dänischen Südpunkte Gjedser führt eine Fähre nach Warne- münde. Die vorgenannte schwedische Linie hat den an sie geknüpften Erwartungen nicht ent­sprochen, toeil für die häufig sehr stürmische Fahrt die Schiffe zu klein sind, und einmal an der Nordküste Rügens ein schwedischer Dampfer mit Verlust an Menschenleben gestrandet ist. Man bereitet für den schwedischen Reichstag eine Vor­lage für den Bau einer großen Fähre vor, die in drei Stunden jene etwa 80 Kilometer zurück- legen und also dte Fahrt zwischen Schweden und demFestlande" täglich zweimal auf sich nehmen könnte. Dabei soll auf finanzielle Beteiligung des Deutschen Reiches oder des preußischen Staa­tes gerechnet werden.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel Ist gemäß § 18 bei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." gestattet.)'

Marburg, 8. Dezember.

* Dir nächste Feldpost nach Sudwrst'Asrika, geht wieder am 14. Dezember von Berlin ab. Sie benützt den fälligen Woermann-Dampser .Professor Woermann". Dieser Dampfer geht planmäßig schon am 13. Dezember von Ham­burg in See. Er legt aber in Cuxhaven an, um Paffagiere aufzunehmen. Bon dort geht er am 15. Dezember weiter. Die Feldpost kann ihm also dort an diesem Tage zugeführt werden. Der Woermann-Dampfer geht über Madeira, Teneriffa, Las-PalmaS und Monrovia nach Swakopmund, Walfischbah und Lüderitz- bucht auf der Swastrpmund Linie IL Er wird geführt von Kapitän Deppen.Professor Woermann" ist am 8. Januar in Swakopmund fällig. Er befördert sowohl Feldpostbrief-Sen­dungen wie Pakets. Feldpostpakste werden nach Hamburg unmittelbar von jedem einzelnen Aufgabe - Postamt geschickt. Feldpostbrief-Sen­dungen, die portofrei oder mit den vorgesehenen Vergünstigungen befördert werden sollen, werden dem Marinepostbureau in Berlin zugeführt. Von hier geht die Feldbriefpost am 14. Dezem­ber ab 7 Uhr 12 Min. vom Lehrter Bahnhof. ES empfiehlt sich, solche Sendungen spätestens einen Tag vorher bei seinem Postamt aufzugeben.

* Erledigte Schuistkllrn. Die Lehrerstelle an der kv. Volksschule in Allendorf soll alsbald anderweit besetzt werden. Zum 1. April 1906 ist an der ev. Volksschule zu Fulda eine neu- gegründete Lehrerinstelle zu besetzen. Die ev. Schulstelle zu Udenborn ist alsbald zu be­setzen.

§ Die Kuh in der Stube. In Allendorf an der Landsburg machte sich eine Kuh im Stalle los, marschierte zwei Treppen hinauf

ein Vorspiel erhalten. Auf der Höhe von Lagos, wo schon in diesem Jahre kombinierte Hebungen größeren Maßstabes stattgefunden haben, sollen das Atlantische und das Mittelmeergeschwader mit dem Zweiten Kreuzergeschwader auf der einen, die Kanalflotte und das Erste Krenzerge- schwader auf der^anderen Seite gegeneinander operieren. Der «seekriegsschauplatz soll möglichst weit gefaßt werden, um einen Anhalt zu gewin­nen, auf welche Entfernungen überhaupt mit einer sachgemäßen und wirkungsvollen Oberlei­tung im Ernstfälle gerecht werden kann. Nach den hierbei gewonnenen Erfahrungen soll dir Anlage und Ausführung der großen Manöver, die unter Heranziehung aller vorhandenen See. ftreitfräfte im nächsten Sommer stattfinden, im wesentlichen bemessen werden.

V Die schon kurz angekündigte, durch den Reichshaushaltsetat für 1905 angestrebte Bes­serstellung der Unteroffiziere soll nach drei Richtungen erzielt werden. Einmal soll für sie Sicherheit in der Erreichung der höheren Besoldungssiufen geschaffen werden. Die Be- förbenmg und mit ihr die Gewährung höherer Gebührnisse hängt zurzeit von dem großen Schwankungen unterworfenen Ausscheiden älterer Unteroffiziere ab. Diese Unsicherheit bewirkt es, daß einerseits dem Heere der nach Zahl und Ge- eignethett erforderliche Ersatz an Kapitulanten nicht in ausreichendem Maße zugeführt werden kann, und daß andererseits tüchtige und brauch­bare Unteroffiziere vorzeittg ausscheiden, um in anderen Berufen ein besseres Auskommen zu fin­den. Um hier Abhilfe zu schaffen und ein voll­zähliges, mit älteren, erfahrenen und bewährten Persönlichkeiten reich besetztes, dienstfreudiges Unteroffizierkorpszu erhalten, soll sämtlichen Unteroffizieren die Möglichkeit geboten werden, nach einer 9jährigen aktiven Dienstzeit das

und blieb dort stehen, bis der Besitzer, der in einem in der Nähe von Marburg gelegenen Ort seine Braut besuchte, wieder von der Reise zurückkehrte. Mit Hülse mehrerer Leute gelang eS, das Tier wieder in den Stall zurück­zubringen.

* Viehseuche. Im Regierungsbezirk Eaffel sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Casiel: Casiel (Stadt.) Landkreis Cassel: Dörnhagen, Großenritte, Weimar, Betten­hausen, Sandershausen, Waldau. Kreis Esch- wege: Echashof. Kreis Fritzlar: Gudensberg, Zwesten, Disien, Neue Herberge, Gleichen, Erme­theis, Geismar. Kreis Fulda: Opperz. Kreis Hersfeld: Hilperhausen, Aua. Kreis Hofgeis­mar: Immenhausen, Martendorf, Holzhausen, Hofgeismar, Ehrsten, Niedermeiser, Grebenstein, Gewissenruh. KreiS Hünfeld: Rudolphshan, Obermansbach. Kreis Melsungen; Beiseförth, Deute, Melsungen, Melgershausen.. KreiS Rotenburg: Hergeshausen, Hübenthal, Hornel, Ersrode. KreiS Schmalkalden: Steinbach-Hallen­berg. Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne Rangen, Domäne Burghasungen, Wolfhagen. Tollwut: Kreis Fritzlar: Werkel. Kreis Wolfhagen: Ehlen. Geflügel­cholera: Kreis Ziegenhain: Ziegenhain. Influenza der Pferde (Brustseuche): KreiS Fritzlar: Fritzlar. Kreis Hersfeld: Hers- feld. KreiS Schmalkalden: Brotterode. Rotz der Pferde: Kreis Hofgeismar: Kelze.

Ranfcheuberg, 6. Dez. Bei den Ergün- zungswahlen zur hiesigen Stadtverordneten­versammlung wurde in der ersten Abteilung der seitherige Stadtverordnetenvorsteher Dr. Scheffer wiedergewählt. In der zweiten Abtei­lung wurde der Landwirt Ludwig Joßbücher im ersten Wahlgange gewählt, während zwischen dem Landwirt Julius Bromm und dem Kauf­mann Samuel Katz Stiefel, sowie in der dritten Abteilung zwischen den Landwirten Konrad Wiegand Kreyling und Helfrich Wittekindt eine Stichwahl erforderlich wurde. Diese fand am Dienstag statt; in der zweiten Abteilung wurde der Landwirt Bromm und in der dritten der Landwirt Wittekindt gewählt. Die Wahlbetei­ligung war besonders in der dritten Abteilung eine sehr rege.

Gladenbach, 6. Dez. Gestern früh brannt in Niederroßbach im Dillkreise ein Wohnhaus und zwei Scheunen nieder. Auch zwei Rinder kamen in den Flammen um.

Hessen-Nassau und Nachbargebrete.

Hersftld, 7. Dez. Die von dem Re­gierungspräsidenten angeordnete Abstimmung der hiesigen Ladenbefitzer hat ergeben, daß sich 127 für und 25 gegen die Schließung der Läden um 8 Uhr abends erklärt haben. Tie Zweidrittel. ......... "" > » Diensteinkommen der Vizefeldwebel zu erhalten. Sämtliche Unteroffiziere mit einer Dienstzeit von 5y4 Jahren sollen ferner in den Genuß der Ge- bühmisse der Sergeanten treten können. Sodann soll eine Verbesserung der Unterkunstsverhältnisse für die Unteroffiziere angestrebt werden. ES sind in Aussicht genommen die Vermehrung der Familienwohnungen und Vergrößerung eines Teiles derselben, die Unterbringung sämtlicher Unteroffiziere auf besonderen Stuben, die Ver­größerung der Unteroffizim'peiseanstalten und Bereifftellung solcher für abkommandierte Unter­offiziere in großen Garnisonen, sowie die Ver­besserung der Geräteausstattung und der Be­leuchtung, die Erhöhung der Gebühr an Feuer- ungsmaterialien für die Familienwohnungen. Die Vermehrung der Familienwohnungen ist nament­lich mit Rücksicht auf die verheirateten Unter. Offiziere in Aussicht genommen, die gezwungen sind, sich selbst einzumieten und dadurch gegen­über den verheirateten kasernierten Unteroffizie­ren stark benachteiligt sind. Es sollen künftig für jede Kompagnie durchschnittlich etwa 3 Woh­nungen 'eingerichtet werden, darunter eine mit 2 Kammern. Das Zusammenwohnen der jünge­ren Unteroffiziere mit den Mannschaften hat nicht nur eine unliebsame gegenseitige Störung beider Telle in den dienstfreien Stunden, son- dem vor allem auch disziplinäre Schäden im Ge­folge. Dagegen hat die Unterbringung der Un­teroffiziere auf besonderen Unteroffiziersstuben den Vortell, daß die älteren Unteroffiziere, Ehr tote bisher erzieherisch auf die jüngeren eintoir- ken können. Die Unteroffizierfpeiseanstalten sollen so eingerichtet und ausgestattet werden, daß den Unteroffizieren eine Stätte geboten wird, wo sie sich in ihrer dienstfreien Zeit zu anregender Be­schäftigung zusammenfinden und kameradschaft­liches Zusammensein mehr wie bisher pflegen

Mehrheit ist also erzielt worden, so daß betr Achtuhrladenschluß wohl demnächst in Kraft treten wird. 4

Gießen, 7. Dez. Die Einwohnerzahl de» Stadt Gießen beläuft sich nach der vorläufigen Feststellung deS Großh. Polizeiamts auf 29149 Seelen gegen 25 564 im Jahre 1900. Da» bedeutet einen Zuwachs von 3585 Einwohnern oder rund 14 Proz. 1895 betrug die Einwoh­nerzahl Gießens 20 535 Köpfe.

Rülfenrod, 5. Dez. Ein erschütternder Unglücksfall ereignete fich gestern nachmittag in den Freiherrlich Schenkffchen Waldungen. Di« Holzhauer waren mit Stämmefällen beschäftigt, dabei wurde der im besten ManneSalter stehend« August Becker von hier von der äußersten Spitz- einer Kiefer so unglücklich auf den Kopf getroffen, daß er augenblicklich daS Bewußtsein verlor und alsbald verstarb. Der Verunglückte galt als ein treuer und fleißiger Arbeiter und war von allen, mit denen er verkehrte, geliebt und geachtet. (AlSf. Oberh. Ztg.)

Laasphe, 6. Dez. In Wemlighausen brannte gestern früh daS Wohnhaus deS Mau­rers Dickel nieder.

Warburg, 7. Dez. Dem Abgeordneten­hause ist folgende Interpellation Dr. von Savigny und Schmidt-Warburg (Zentrum) zuge­gangen: Ist eS dem Herrn Minister der öffent­lichen Arbeiten bekannt, daß der Einsturz de» Eisenbahntunnels bei Altenbeken schwere, noch jetzt andauernde wirtschaftliche Nachteile sowohl für die nächste Umgebung, al« auch für da» ganze, auf die Bereisung der Strecke angewiesene Publikum zur Folge hat und für die in Betracht kommenden Beamten b"beutenbe Einnahmeaussälle hervorruft? Welch« Maßnahmen hat die Königliche Eisenbahnver­waltung bereit» betroffen oder in Aussicht ge­nommen, um den unterbrochenen Verkehr schleunigst und gesichert gegen die Wiederkehr ähnlicher Unfälle herzustellen und für die Ueber- gangszeit die beteiligten Bevölkerungskreise und Beamten gegen Nachteile zu schützen?

Geschäftliche Mitteilung.

Als ein bewährtes Mittel gegen Haarausfall und die Bildung von Kopfschuppen wird Hiiussner's Brennefiel - Spiritus" gerühmt. Brennessel-Spiritus bildet ein durch Digerir« von Brennesseln mtt Alkohol enfftandenes Prä­parat, das längere Zeit fortgesetzt werden kann, ohne schädlich zu sein. Der Preis von Häussner'K Brennessel-Spiritus mit der SchutzmarkeWen- delsteiner Kircherl" ist die ganze Flasche 1.50 Mk., die halbe Flasche 75 Pfg. Zu haben ist er in Apotheken und Drogerien. Man achte jedoch beim Kauf auf die SchutzmarkeWendelsteiner Kircherl" und laste sich nicht anderes aufdrängen.

Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Doerkes-Bovvord i"

können. Gegenwärtig ist hierzu der Raum zu> beengt. Besonders unangenehm wird der Mangel! eines Lese, oder Spielzimmers empfunden- Schließlich ist die Mitwirkung von Diakonissen, Ordensschwestern ufto. bei der Krankenpflege in den Unteroffizierfamilien bei schweren Krank­heitsfällen und beim Fehlen geeigneter sonstige, Pflegekräfte als dringendes Bedürfnis anzuer. kennen. Für die Annahme solcher Pfleget röst« deren Notwendigkeit im Einzelfall? der aintänbiqe Obermilitärarzt zu entscheiden hat, sollen die entstehenden Kosten auf Reichsmittel übernommen werden.

V Mtt grau-grünem Uniformtuch werden jetzt von Offizieren Trageversuche gemacht und zwar durch die beiden diensttuenden FliigÄ- adsutantm des Kaisers, Major v. Neumann-Cosel und Hauptmann Graf von Soden. Beide Offi­ziere hatten zur Reichstagseröffnung im Weißen Saal am 28. November die neuen Uniform« angelegt und fielen durch die Kleidsamkeit der ungewohnten Tracht auf. Der Schnitt und die Abzeichen sind die alten geblieben; nur zeig« Waffenrock und Beinkleid die gleiche hellgrünliche Farbe. Aehnliche Litewken für Mannschaft« sind schon seit einiger Zeit bei verschiedenen Garde- Regimentern im probeweisen Gebrauch.

V Die deutschen Militärkapellmei, ft er hab« auf Anregung derDeutschen MA« tär-Musiker-Zettung" in Berlin an den Reichs­tag eine Petition gerichtet, worin der Wunsch ausgeseprochen wird, aus dem Unteroffiziers- stände herausgehoben und, etwa mit der Cha­rakterisierung alsMusikmeister", auf die Rang, stufe der Zahlmeister^ die doch gleichfalls durch« weg aus dem Unteroffizierstande bervorgeh«,' versetzt zu werd«.