mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
J2 289
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Marburg
Sonnabend, 9. Dezember 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UntverjitätS-Buchdruckrei Marburg, Markt 21. — Telephon 55_.
40. Jahrg *
Erstes Blatt.
Reueße Telegramme.
Berlin, 7. Dez. Gouverneur v. Linde quist meldet, daß der Kapitän der Hoachanassur Hottentotten nebst 23 Anhängern im Gefecht bei GubuomS gefallen sind. Kapitän Michael und sein Bruder Hugo hätten sich mit acht Begleitern bei der Behörde von Walfischbah gestellt.
Berlin, 8. Dez. Die Tagesordnung des am 29. Dezember hier stattfindenden 3. preußi» chen Lehrertages bilden folgende zwei Gegen- tände: 1. Feststellung der seitens der preußi- chen Lehrervereine den gesetzgebenden Körper» chaften zu unterbreitenden Wünsche zum Schul- unterhaltungtzgesetz und 2. die Frage der Lehrer- besoldungen.
Berlin, 7. Dez. Die »Köln. Zig." meldet: Wie wir erfahren, hat der am 10. dS. wieder nach Kamerun abgehende Hauptmann Dominik den Auftrag, in dem ihm wohlbekannten Gebiet von Jaunde im südlichen Teile deS Schutzgebietes bis zu 150 Mann Eingeborene für den Dienst in Ostafrika anzuwerben. ES handelt sich nicht, wie in einigen Blättern angedeutet wurde, um den Auftrag, eine Kompanie der Kameruner Schutztruppe nach Ostafrika über- zusühren, Jaunde wird für ein günstiges An» Werbegebiet gehalten, weil dort eine größere Anzahl ausgedienter Mannschaften der Schutz- und Polizeitruppe Vorbanden ist.
Baden-Baden, 7. Dez. Fürst Philipp zu Eulenburg traf heute Mittag in besonderer Mis- fion hier ein und begab sich zum Großherzog.
München, 8. Dez. Die „Münchener Neusten Nachrichten" veröffentlichen eine Entschließung deS Prinzregenten anläßlich der Jahrhundertfeier des Königreichs Bayern. Die Entschließung gedenkt der hohen Stufe der Kulturentwicklunq und der materiellen Wohlfahrt, zu der sich das Land emporgeschwungen hat, und bezeichnet als die wertvollste Errungenschaft den Zusammenschluß der deutschen Staaten zu einem mächtigen Reich, in dem sich Bayern geachtet und angesehen weiß. Wegen des andauernd leidenden Zustande» des Königs soll indes von einer festlichen Feier des bevorstehenden Gedenktages abgesehen werden. Das Volk und sein Königshaus seien zu eng miteinander verbunden, als daß es bet diesem Anlaß eines anderen Gepränges bedürfe.
Tientsin, 7. Dez. Die Gesandteit Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Amerika in Peking haben ein Abkommen wegen gegenseitigen Fabrikmarkenschutzes in China getroffen. Als Voraussetzung gilt die ordnungsmäßige Eintragung in den Heimatländern.
6 lNachdruck verboten.)
- Die Brücke.
Roman von Willy Scharla«.
(Fortsetzung.)
Das entstand allmählich und entbehrte der Einheitlichkeit. Der alte Herr aber erklärte, eS wäre ihm völlig gleichgiltig, ob ein Haus von außeit stilgerecht dastände; wenn es innen nicht bequem und behaglich wäre, könnte man ihm da. mit fernbleiben.
Die letzten beiden Eigenschaften mußte matt aber der Villa Langen in vollem Maße zu- erkennen.
„Wie gut, Väterchen, daß ich nun wieder da bin!" rief Hanns, als sie in dem großen, wohnlich eingerichteten und behaglich erwärinten Hausflur den alten Herrn noch einmal stürniisch tnnarmte. Sie nannte den Raum grundsätzlich Diel«, während die englisch angehaucksten Wilhelmsburger mit Vorliebe Office sagten. Das klingt natürlich diel feiner.
„Das hättest Du ja immer haben können," meinte Exzellenz mit leisem Vorwurf in der Stimme. „Was mußtest Du Dich denn geistig zu einer Höhe aufpäppeln lassen, die mir Schwirr- del erregt? — Doktor l — Ich werde wegen einer solchen Tochter noch an Größenwahn zu Grunde geben."
„Pst! — Väterchen, wenn cs auch scheinbar nur ein schlechter Witz ist, so ist cs doch gegen die Verabredung, noch Worte darüber zu verlieren.^ Auf Wiedersehen nachher!"
Sie winkte dem harrenden Mädclren, voraus inach oben zu gehen und folgte demselben.
Es kostete seinerzeit keine gering« Mühe, dem alten Herrn die Erlaubnis zum Besuch höherer
Bereinigte Staate« von Amerika.
Die Botschaft de« Präsidenten Roosevelt an bett Kongreß, die soeben ergangen ist, enthält bemerkenswerte Richtlinien für bis innere und äußere Politik ber norbamerikanischen Union. Sie gibt gleichzeitig ein Bild ber reformbe- bürftigen Zustände im öffentlichen Leben, zeigt aber auch die machtvolle Energie, mit ber Präsident Roosevelt die auswärtigen Beziehungen zu handhaben gesonnen ist.
Nachdem die Botschaft in der Einleitung das erfreuliche Gedeihen des Landes hervorhebt, kommt der Präsident dann auf die Frage der wirtschaftlichen Korporationen zu sprechen und sagt, er sei diesen in keiner Weise feindlich gesinnt. ES müffe durchaus anerkannt werden, daß sie in einem Lande, wie Amerika ungeheuer viel Gutes leisten. Jede sollte deshalb begünstigt werden, solange sie GnteS wirkt, aber schar! angefaßt werden, sobald sie gegen Gesetz und Gerechtigkeit bandelt. Er glaube, daß eine Regelung ihrer Verhältnisse und die Aufsicht über diese durch einen Gesetzgebungsakt deS KongreffeS erreicht werden könne. Wenn das sich aber als unmöglich erweisen sollte, so würde eS nötig sein, daß der nationalen Negierung weitestgehende Vollmacht durch eine entsprechende Aenderung der Verfaffung erteilt werde. DaS erste, was geschen müffe, sei eine gesetzliche Regelung einer wirksamen Aussicht der Zentral- reoierung über die Trankportgesellschasten. Am besten würde der Kongreß diese Aussicht einer administrativen Behörde übertragen. Ferner sei eine Beaufsichtigung der Rechnungsführung der Eisenbahnen ins Leben zu ruken. Nach einigen Andeutungen über wünschenswerte soziale Maßregeln zum Schutze von Arbeitern sowie Frauen und Kindern in der Industrie geht die Botschaft auf daS Versicherungswesen über. Hier hälten die neuesten Ereianiffe gezeigt, daß unter manchen führenden Personen sehr fragwürdige Ehrbegriffe herrschten und daß gegen deren Gebaren daS Publikum durch eine angemeffene Aufsicht seitens der Nationalregie- rung in Schuh zu nehmen sei; denn der Einzel- staot sei unfähig, diese Aussicht zu führen.
Uebergehend auf die Finanzlage deS Lande? sagt der Präsident: „Wenn unsere Ausgaben nicht innerhalb ber Grenzen unserer Emnahmen gehalten werben können, müffen die Gesetze, welche die Einnahmen festsetzen, geändert werden. Doch ist diese Angelegenheit noch nicht spruchreif. ES sollte in Erwägung gezogen werden, ob eS nicht wünschenswert wäre, daß die Zollgesetzgebung die Anwendung von Maximal- und Minimaltarifen gegen oder zugunsten von anderen Nationen gestattet, um eine gewisse Gegenseitigkeit ber Behanblung zwischen anderen Nationen und unS zu ermög-
Lebranstalten abzuringen. Sein Widerstand schien unbesieglich, der fest- Wille der Tochter aber setzte schließlich den Herzenswunsch durch. Fester Wille aber gefiel dem asten Soldaten, der diese Eigenschaft besonders hoch schätzte.
Er sah überhaupt in vielem die Tochter so ivie er selbst war oder wenigstens in früheren Jahren war. Eifrig, strebsam, pflichtgetreu, wohl imstande, die Berufspflichten mit einer sehr liberalen Weltanschauung zu verbinden. Das waren Eigenschaften, die Egon, der Erstgeborene, nicht in dem Maße geerbt, wie ihm wünschenswert erscheinen mochte.
So gab er schließlich die Erlaubnis zum Be- such von Gymnasialkrirsen. Aber er knüpfte eine Bedingung an dieselbe: Von Rücktritt dürfe nicht die Rede sein. Das würde er selbst dann für un- würdig halten müssen, wenn an sie während dieser Zeit der nicht unwichtige Augenblick heran- treten würde, daß ein Mann um ihre Hand an- hielte. Erst das Examen, dann alles übrige.
Hanns lachte und meinte, das sei es gerade, was sie sich wünsche.
Drei Jahre später bestand sie ein gutes Abi- turium.
Während sie in den Ferien zu Haus war, trat mehrmals der vom Vater angedeutete Augenblick heran. Sie tvar aber klug genug, das rechtzeitig zu merken. Dann erzählte sie ganz harmlos und beiläufig, was sie versprochen, und schaudernd wendeten sich die Betreffenden von ihr.
Nunmehr aber war doppelter Widerstand zu besiegen.
Egon, der um zwei Jahre ältere Bruder, brachte es nur mit einiger Schwierigkeit zum Offizier, denn er hielt nicht viel von den Wissenschaften, wenn er denselben ja auch nicht unbedingt jeden Wert absprechen wollte. Daß aber jetzt feine eigene Schwester ein solcher Gehirn-
lichen." In Hinsicht auf weitere als rein wirtschaftliche Rücksichten würde eS wünschenswert sein, engere Handelsbeziehungen mit bett anberen Völkern dieses Kontinents herbeizufahren.
Eine Politik der Sparsamkeit sei ernstlich zu empfehlen, doch nicht am falschen Platze. An der Marine Abstriche zu machen, wäre ein Verbrechen gegen die Nation, oder nicht alle Arbeiten am Panamakanal zu fördern eine große Torheit. (Präsident Roosevelt's Ansichten könnte sich die Linke im Deutschen Reichstag zu eigen machen!) In betreff der Mvnroe-Doktrin erklärt die Botschaft, die Vereinigten Staaten hätten keine AnnexionSgelüste gegenüber den südliche Republiken, sondern hätten nur die Wohlfahrt aller im Auge. Wenn eine südliche Republik z. P. einen Bürger einer fremden Nation verletzt hätte, nötige die Doktrin die Vereinigten Staaten nicht zum Einschreiten, um sie vor Bestrafung zu schützen. Im Falle es sich nur um Schuldver- hältniffe handle, sei die Sache schwieriger. In der Einwandererfrage — die Zahl ber Einwanderer hatte vom 30. Juni 1904 bi« 30. Juni 1905 die enorme Höhe von. 1 028 000 erreicht — wünscht die Botschaft verschärfte Gesetze und regt eine internationale Konferenz zur Regelung dieser Frage von mehr als nationaler Bedeutung an. Schließlich empfiehlt der Präsident dem Kongreß, ohne Verzug eine genügende Summe zu bewilligen, um die laufenden Ausgaben für den Panamakanal zu decken.
Zur Lage in Rußland.
Die Peters. Telegr.-Agentur verbreitet nachfolgende Meldungen;
Tschistopol (Kasan), 6. Dez. In den Bezirken von Tschistopol, Laischew und Spaßk fanden Bauernunruhen statt, zu deren Unterdrückung Truppen au8 Kasan herbeigerufen wurden.
Tschernij-Jar (Astrachan), 5. Dezbr. Zweihundert Landleute beschlossen, daS Land aufzuteilen und zwar in der Weise, daß auf jede Person l1^ Deßjätinen kommen. Die Landleute suchen sich in den Besitz der Wälder der Regierung zu setzen; Militär wurde her- beigerufen.
Moskau? 6. Dez. Die Post- und Telegraphenbeamten hielten eine Versammlung ab; drei Redner verlasen eine Meldung auS Petersburg, nach der der Minister des Innern die Beamten darauf aufmerksam machte, daß sie, wenn sie am 9. Dezbr. die Arbeit nicht wieder aufnähmen, die Wohnungen in den Regierungs- bäusern innerhalb von acht Tagen räumen müßten. Der Postdirektor erhielt 700 Anerbietungen von Leuten, welche an stelle der Streikenden den Dienst versehen wollen. Von 2000 Ausständigen erklärten sich 50 bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen.
protz werden wollte, wie sie ihn während seiner Schulzeit gepeinigt hatten, das war ihm außer allem Spaß.
„Studentin, — erbarme Dicht" erklärte er. „So etwas überläßt unsereins als Mann schon denen, die gar nicht anders können, denen es Geburt oder Not aufzwingt, und nun gerade Du!"
Schließlich aber setzte Hanns doch ihren Willen durch. Und — im Grund seines Herzens war Exezellenz auf di« kluge, energische Tochter ungemein stolz. Er verstellte sich nur ein klein bißchen.
Die letzte Abwesenheit aber erschien dem alten Herrn doch gar zu lang. Mehr als ein Jahr lang sah Wilhelmsburg Fräulein Hanna von Lingen nicht. Während der ersten großen Ferien tvar sie mit dem Vater in der Schweiz, um dann nach Paris zu gehen. Wcinachten und Ostern kam sie nicht, die letzten großen Ferien aber brachte sie allein in England zu, eifrig mit Shakespeare- ftutien beschäftigt und mit der Fertigstellinrig ihrer Doktor-Dissertation. Und dann dauerte es noch länger als vierzehn Tage, ehe sic eintraf.
Exzellenz Singen war nahe daran, die Geduld gründlich zu verlieren; Hanns übrigens auch.
; Als sie Punkt sechs Uhr zur gewohnten Essenszeit auf der Diele stand, um sich, wie es im Hause Sitte war, vom Vater in das Speisezimmer führen zu lassen, hatte der alte Herr noch mancherlei Ausflüchte.
Die beiden auf der anderen Seite der Diele gelegenen Salons waren neu eingerichtet, in einem etwas barbarischen Geschmack, wie Hanns dachte, aber furchtbar stilvoll.
Was besagt heutzutage eigentlich gänzlich Mos.
I«
Ri g a, 6. Dez. Schüler der hiesigen Schulen veranstalteten einen Umzug durch die Straße« unter Dorantragung roter Fahnen. Gin Zwischenfall ist nicht vorgekommen.
Petersburg, 7. Dez. Das Finanzministerium und Justizministerium zahlt die letzten Gehälter nicht. Telegraphisch wurde Moskau vorqefchrieben, den Professoren nur da« halbe Gehalt zu zahlen.
Der Stadtteil Wassili Ostrow war zwischen 12 und 6 Uhr Nachts ohne Polizei, da die dortige Polizei streikt und den Nachtdienst nicht versieht. In anderen Stadtteilen find die Schutzleute gleichfalls unzufrieden, obgleich eben ein» wesentliche Lohnerhöhung von Durnowo bewilligt wurde.
Kiew, 3. Dez. Gestern ist der allgemeine politische Streik proklamiert worden. Alle Fabriken werden von den Arbeitern geschlossen; Post- und Telegraphenbeamte haben beschlossen, den Streik fortzusetzen. Der Streik der Eisenbahnbeamten hat sich schon auf olle Südbahne» verbreitet. Die Stimmung der Arbeitermassen ist eine drohende. Gestern find alle aufständischen Soldaten verhaftet worden, doch weigern sie sich, die Namen ihrer Anführer zu nennen. Bis jetzt ist eS den Behörden nicht gelungen, die Agitatoren ausfindig zu machen. — Heut« werden die Opfer deS 1. Dezember bestattet, sie befinden sich in einem Leichenhause deS Alexanderhospitals. Vor dem Leichenhause stehen etwa 10 000 Arbeiter, weifte die Beerdigung zu einer Demonstration gestalten wollen. (Wik bereits gemeldet wurde, ist die Menge durch Militär auseinandergesprengt worden. D. Red.)
Deutsches Reich.
Berlin, 8. Dezember.
— Seine Majestät der Kaiser machte gestern Donnerstag moraen einen Spaziergang in Sanssouo und hörte von 9*/« Uhr ab die Vorträge des Kriegsministers, des Crrefs des Generalstabs der Armee, des General-Jnspekteurs der Fußartillcrie, des Inspekteurs der Feldartillerie, des Chefs des Militär- kadinetts und des Präses der Artillerie. PrütungS- Kommission. Später nahm der Kaiser die Meldung des Justizministers Beseter entgegen, der auch zur Früh'tückstafel geladen war.
— Dem Herrenhanse ist eine Vorlage über den Vorbereitungsdienst für höhere Verwaltungsbeamte zugegangen. Dir Vorlage hält sich im wesentlichen im gleichen Rahmen, wie der im Jahre 1903 dem Landtage vorgelegte, aber damals nicht zustande gekommene Gesetzentwurf. Die Vorlage blieb damals beim Landtagsschlirsse im Herrenhause deshalb unerledigt, weil eine Einigung darüber, ob die An. nähme der Referendare zu Regierungsreferendaren nut durch den Regierungspräsidenten vorgenommen oder von den Ministern des Innern und der Finanzen bestätigt werden müßte, nicht erzielt werden konnte. Die neue Vorlage hat nach dem Wunsche des Herrenhauses, 'entgegen dem damaligen Beschlüsse des Abgeordnetenhauses,
Exzellenz selber hatte von solchen Sachen wenig Ahnung. Egon aber hatte aus Hamburg einen Dekorateur geschickt und dieser hatte ein Werk geschaffen, welches mutmaßlich das Entzücken jedes Backfisches hervorgerufen haben würde, Hanns aber ein leichtes Augenblinzeln verursachte. Aber sie sagte natürlich nichts, küßte dem Vater für den guten Willen die Hand, verwünschte jedoch im stillen den Bruder mitsamt seinem Dekorationskünstler.
Ein neues Sofa, nein, eine Art Sitzgelegen, heft, die zugleich Bücherspind, Spiegel und Gemäldegalerie war, verursachte ihr ein ganz besonderes Unbehagen. Die Sezessionslinien uni» die abscheuliche grüne Farbe des Holzes riefen in ihr ein fast körperliches Schmerzgefühl hervor-
„Um Gottes Willen, Papa", sagte sie.
Aber Exzellenz fiel ihr schnell in daS Wort. „Könnt ich mir denken, Mädel. Aber Egon ,hat sich das geleistet. Da das Stück auf irgend einer Ausstellung einen Preis bekommen hat, muß es schön sein", meinte er. „Na, mein Geschmack ist es auch nicht, aber wir wollen ihn nicht kränken."
In diesem Augenblick trat ein hochgewachsener junger Mann in übertrieben modernem Anzug, natürlich Zivilanzng. in die Tür des Salons. Er hielt sich etwas vornübergebeugt, die Arme nach vorn gerundet, den Kopf nach vorn gestreckt; so verlangt es die neueste Mode von einem Weltmann.
„Da ist er ja, wir haben nur auf ihn gewartet."
„Nein, wie nett, welch hübsche Ueberraschung ,, rief .Hanns erfreut, denn sie hatte trotz aller 5Ber/ schiedenhcft ihrer Naturen den Bruder Heb. „Ich freue mich wirklich, daß Du so viel für Deine nun schon so alte Schwester übrig hast."
^Fortsetzung folgt?