Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kursblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt. ______________________

Zweites Blatt

3

11. lange J Sabot

1. ührentabrik Glashütte (S)

X LANGE

SOHNE/.

der OrtS- oder eines oder von amtlichen

80 1. Preise) empfiehlt ihre Fabrikate bei Vertreter. ^4W Curt Zennen, Bahnhofstraße 10.

Siegel ausgestellt sein. Den Königlichen Ober­förstern liegt die Verpflichtung zur Beglaubigung bezw. amtlichen Bescheinigung nur in denjenigen Fällen ob, in denen fie als Gutsvorsteher oder als Revierverwalter zuständig sind. Zuwider­handlungen gegen die Bestimmungen des § 26 werden gemäß § 43 des Feld» und Forstpolizei- GesetzeS vom 1. April 1880 mit Geldstrafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft."

Zeichnung dieser Eigenschaft versehen Beidrückung deS amtlichen Siegels oder einer höheren Polizei-Behörde Königlichen Oberförsters beglaubigt einem Königlichen Oberförster unter

der wiederholten Bitten seiner Frau konnte der Mann sich vou dieser Gewohnheit nicht trennen. So faß er auch gestern mittag wieder und vergaß daS Mittagessen. Plötzlich ging die Tür auf und auf der Schwelle erschien seine Frau. Sie stellte einen Korb hin, breitete eine Ser-' viette vor ihrem verdutzt dreinschauenden Mann aus und tischte ihm da» versäumte Mittagesten auf. In die laute Heiterkeit der anwesenden Gäste stimmte der Mann jedoch nicht ein, nahm vielmehr seinen Hut und entfernte sich jüll- schweigend. (M. TgblJ

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. DoerkeS-Boppard tn Marburg, j

Vermischtes.

Essena. Ruhr, 5. Dezember. Die General- Versammlung der Aktiengesellschaft Friedrich Krupp in Essen a. Ruhr genehmigte heute d«, Abschluß für daS Geschäftsjahr 1901/05. Die Tiviidende wurde auf 7V2 Prozent festgesetzt. Beträge von 3 200 000 Mark wurden an Rück- lageskonten überwiesen. Ferner wurden auf An- trag der Frau Krupp an die PensionS- und Un­terstützungskasse eine außerordentliche Zuwendung in Höhe von 1 Million Mark bewilligt.

Mannheim, 6. Dez. Nach dem Polizei­bericht wurde gestern der Taglöhner SlloiS Scherer verhaftet, der daS W2 Jahre alte Töchterchen einer Fabrikarbeiterin, mit der er zusammenlebte, zu Tode mißhandelt hat. Der Unmensch riß, all er betrunken in der Nacht heimkam, das Unglück liche Wesen aus der Wiege und warf e8 mehr mals mit aller Gewalt auf den Boden. Die Sek tion stellte Schädel- und Rippenbrüche fest.

Mannheim, 6. Dez. Die Leitung bei hiesigen Volksschule hat die Abgabe von Milch und Brötchen an unbemittelte Schüler in diesem Jahre mit großer Sorgfalt vorbereitet. Die Milch muß genau auf ihren Fettgehalt geprüft werden; e» muß ferner strenge darauf geachtet werden, daß sie den richtigen Wärmegrad hat und daß jedes Kind seine gutgemestene Portion in einer sauber gewaschenen Taste erhält. Dir morgens übrig gebliebene Milch und die Bröt­chen werden um 10 Uhr an bedürftige Kinder der ersten Klaste verteilt werden.

Breslau, 6. Dez. Die Nummer 283 der sozialdemokratischen Volksmacht wurde wegen eines zur Landtagseröffnung geschriebenen Leit« artikels mit einem Aufruf an die preußischen Proletarier, die Aufhebung des Treiklassen-WahU rechts anzuftreben, konfisziert. Der verantwort­liche Redakteur Löbe wurde wegen Aufreizung zum Klaffenhaß vernommen.

Deutsche Kolonien.

Samoa. Wie aus Apia berichtet wird, verhalten sich die Eingeborenen vollkommen ruhig und find mit der vom Gouverneur kurz vor seiner Abreise geschaffenen Neuordnung der Dinge zufrieden. Der Ende August in feier­licher Sitzung neu ernannte Rat, der am 12. September den Treueid geleistet, wird am 27. hanuar, also am Geburtstage des Kaisers, zum ersten Male zusammentreten. Dieser Termin ist wohl gewählt worden, um den Samoanerr erneut klar zu machen, daß fie Untertanen des Kaisers und des Deutschen Reiches und nicht jmehr ihrer Häuptlinge find. Die zweite Ein­berufung dieses auS 27 Mitgliedern bestehenden Rats ist für den Sommer geplant: der Rat soll künftighin alljährlich nur zweimal für kurze igelt einberufen werden und fich nicht, wie früher, die Taimua und Faipule (Ober- und Unterhaus) das ganze Jahr in Mulinun herumtreiben.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Äug. Koch, llmversttälr-Buchdruckerei 40. JlMg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Ihr Militär nehmt für die tägliche Körperpflege 1'11 JHUlin eurer Lieblinge nur die von tausende» von Aerzten für die zarteste Mrrrhß|jn , Sfiifa Haut wärmstens emp^Mene^Uj^uMM^^VU^

Marburg

Freitag, 8. Dezember 1905.

brachten Weihnachtsbäume und der Bestimmungs­ort angegeben sind. Die Bescheinigung muß mit Ort, Datum und Unterschrift deS Wald- eigentümerS ober_ besten Vertreters unter Be- und durch

Gef» äftlicke Mitteilung.

Der Wert einer Würze bemißt sich einmal nach Kraft und Güte ihres Aromas, sodann nach ihrer Bekömmlichkeit . Nur, wenn sie diese Vorzüge in sich vereinigt, erfüllt sie ihren Zweck in wirtschaft­licher, wie hygienischer Richtung. Daraus et* klärt sich auch die allgemeine Verbreitung der be* währten Maggi-Würze. Ihre Ausgiebigkeit tmrb von allen Fachleuten anerkannt, wahrend ihre mild anregende, wohltuende Wirkung auf den Organismus durch zahlreiche Versuche erste, Autoritäten der Ernährungslehre dargetan »st

Schwere Sorten.

Die kleine Eva baut im Kinderzimmer Für ihren Männehund ein kleines Haus, , Die Mama lacht, und meint:Das sieht ja unmct Noch viel zu klein für Deinen Männe aus.' Die kleine Eva läßt sich garnicht stören.. Legt fleißig schichtenweise Stein auf Stein, Baut Tor und Fenster, wo sie hingehören, So, fertig, Männe, krabbel' nur hinein!* Der Männe schnuppert vorn am kleinen Tove, Die Mama lacht,was hab ich Dir gesagt?" Die kleine Eva zieht ihn fest am Ohre, Oh weh, nun hat sie sich umsonst geplagt! Wau!" bellt der Manne, schüttelt mit den Ohren. Die ganze schöne Herrlichkeit zerfällt, Die Eva weint und hat den Mut verloren, Die Mama tröstet und der Männe bellt.

Richters Ankrr-Steinbaukasten Der Kinder liebstes Spiel!

Wilhelm Schlicke.

----1

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Wilduuge», 4. Dez. Die Vermessung», beamten für den Bahnbau Corbach-Wlldungen sind jetzt schon eingetroffen. Gestern wurden auf der Strecke schon die P'ähle zum Abstecken deS Projekts angefahren. Wie man hört, sollen die Arbeiten in drei getrennten Losen vergeben werden, damit der Bau der Bahn an drei ver­schiedenen Stellen zugleich in Angriff genommen werden kann und so schneller beendet wird.

Bergheim in Waldeck, 6. Dez. Am 5. Dezbr. verschied Hierselbst nach längerem Leiden Se. Erlaucht Graf Richard zu Waldeck und Pyrmont im fast vollendeten 70. Lebensjahre. Die Beisetzung findet am Freitag um 12 Uhr mittag« in Bergheim statt.

Corbach, 6. Dez. Der Bezirksausschuß hat bereits die Genehmigung allgemeiner Vorarbeiten für die Bahn von Wildungen nach Corbach und einem Punkte der Ruhrtalbahn auf Grund de» ZuständigkeitSgesetzeS und des Enteignungsgesetzes erteilt. Es wird deshalb mit der Vermessung alsbald begonnen werden. Die neue Bahn wird direkt von Wildungen durch daS Edertal nach Sachsenhausen - Höringhausen - Corbach und von dort voraussichtlich nach Station Brilon der Ruhrtalbahn geführt werden.

Großalmerode, 6. Dez. Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich vorgestern Abend in unserer Nachbargeminede Trubenhausen. Die fünfjährige Tochter des Schneidermeisters P. war in Ab. Wesenheit ihrer Eltern vom Schlafe erwacht und wollte Licht anzünden. Hierbei fing die Kleidung des Kindes Flammen; auch die Kleider ihres dreijährigen Bruder» gerieten in Brand. Wäh­rend der letztere nur leichte Verletzungen erlitten hat, waren die Brandwunden des Mädchens so schwere, daß es schon nach wenigen Stunden der- starb.

Eschwege, 6. Dez. Eschwege 11 839 Einwoh­ner, das ist das vorläufige Ergebnis der Volks­zählung vom 1. Dezember. Es wurden 5532 Personen männlichen und 6307 Personen weib­lichen Geschlechts gezählt. Im Jahre 1900 zählte Eschwege 11 113 Seelen; die Zunahme beträgt also 726 Einwohner oder rund 6V2 Prozent. Das Ergebnis der letzten Personenstanbsaufnahme war dagegen 11 751 Einwohner.

Berleburg, 6. Dez. Am vergangenen Sonn­tag hat Fürst Richard zu Sayn-Wittgenstein- Berleburg mit seiner ihm vor kurzem angetrauten Gemahlin Prinzessin Madeleine zu Löwenstein- Wertheim-Freudenberg in unserer Stadt feinen Mnzug gehalten und damit Besitz ergriffen von dem Schloß seiner Ahnen. Der letzte fürstliche Einzug war am 5. September 1831, als der hoch, selige Fürst Friedrich Albrecht Ludwig Ferdinand (geb. 12. Mai 1777, Großvater des jetzigen Für­sten Richard) mit seiner jungen Gemahlin, der Fürstin Christiane Charlotte Wilhelmine, geb. Gräfin zu Ortenbach-Tambach (alt. Geschlechts) in feine Residenzstadt Berleburg kam. Groß, artigen Festschmuck hatte unser Städtchen, so be­richtet dasWittg. Kreisbl.", zur Einzugsfeier unseres Fürftetchaares angelegt. Die Straßen waren in eine einzige Tannen-Allee umgewandelt, fast überall waren Ehrenpforten errichtet und die Häuser mit Tannengrün und Fahnen geschmückt. Die Festlichkeiten nahmen einen in jederBeziehung großartigen Verlauf. Abends fand große Jllu- mination statt.

Herford, 6. Dez. G.'gen die Tabaksteuer­vorlage sowie gegen jede Belastung des Tabaks erklären sich in zahlreichen Versammlungen die Tausende bet hier ansässigen Tabakarbeiter. Don sozialbemvkratischer Seite würbe bie Agitation begonnen; aber auch von christlich­sozialer Seite findet sie energischen Nachdruck. Eine zahlreich besuchte christlich-soziale Versamm­lung sprach sich gegen die Tabaksteuer au8 und ersuchte den zur Information hier anwesenden Reichstagsabg. Dr. Burckhardt (ev. V.) diesen Beschluß der Fraktion zur Kenntnis zu bringen. Auch der konservative ReichstagSabgeocdnete deS Wahlkreises, Herr Meyer, hat erklärt, gegen die Vorlage zu stimmen.

Mainz, 5. Dez. Ein hiesiger Kaufmann hat die Gewohnheit, jeden Morgen in einem Weinrestaurant einen Frühschoppen zu machen, der fich ober manchmal so lange auSdehnt, daß darüber daS Mittageffen vergessen wird. Trotz

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller CrtginalartUel ist gemäß § 18 Be» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberbest. Ztg." gestattet.)'

Marburg, 7. Dezember.

*Es muß heute noch rein!" Im Zeitungs- betriebe kommt es zuweilen vor, daß durch diesen oder jenen Umstand die Ausgabe der Zeitung nicht ganz pünktlich erfolgen kann, oder richtig gesagt, es kommt häufig vor, daß in den Druckereien eine wahreHetzjagd" herrscht, um die Zeitung herauszubekommen. Davon hat der geneigte Leser allerdings keine Ahnung, wenn er das Blatt durchfliegt, und doch ist es häufig daS liebe Publikum, welches die Schuld an diesem Hasten und Jagen trägt. Wie oft kommt es bar, daß jemanden plötzlich der Gedanke kommt, noch eine Anzeige für die Zeitung aufzugeben: eins, zwei, drei ist die Anzeige abgefaßt, und nun schleunigst zur Druckerei:es muß heute noch rein I" Mit demReinmüssen", ist es nun eine ganz eigene Sache; wenn nur ein Inserent mit diesem Wunsche käme, wäre ja die Sache nicht so schlimm, aber gewöhnlich kommen die meisten In- ferenten im letzten Augenblicke und alle stellen dasselbe Verlangen:Es muß heute noch rein!" In dem Bestreben, di« Wünsche der Inserenten nach Möglichkeit zu berücksichtigen, setzt die Zei- tung natürlich alles daran, um sämtliche Anzeigen noch aufzunehmen. Daß dies in den meisten Fällen mit außerordentlich großen technischen Schwierigkeiten verknüpft ist, die die Ursache der verspäteten Ausgabe der Zeitung bilden, sucht man den Inserenten meistens vergeblich klarzu- legen. Es sei uns deshalb gestattet, besonders im Hinblick auf die Weihnachtssaison, bie Bitte an das Publikum zu richten, die Anzeigen recht früh- zeitig aufzugeben, größere Anzeigen am Tagevor derAuSgabe.

* Hessisches Heimatpflege- und BolStrachte«- ftfi. Man schreibt uns: Wie schon mehrfach ht öffentlichen Blättern mitgeteilt wurde, soll hn Sommer 1906 und zwar am 17. Juni zu Butzbach in der Wetterau ein großes Volksfest abgehalten werden. Die Vorbereitungen dazu sind bereits im Gange. Es soll dies geschehen, um das, was in Sitte und Tracht von unseren Alworderen an Schönem und Ehrwürdigem überkommen ist, zur Anschauung zu bringen und zur Erhaltung des­selben anzuregen. Insbesondere sollen die kleid- samen Trachten, die in Oberhessen und den an- grenzenden Gebieten noch vorhanden sind, zur Anschauung gebracht werden. Eine Ausstellung fall das hessische Bauernhaus in Plan und Bild uns zeigen, wobei namentlich auf den Wand- schmuck Rücksicht genommen werden soll. In einem Festzuge sollen in Form von Gruppen- bildern die biederen Sitten und Gebräuche bei ernsten und freudigen Gelegenheiten vorgeführt werden. Die dadurch gewonnenen Eindrücke sollen durch ein Wetterauer Volksschauspiel bet- vollständig! und vertieft werden. Die Absicht, ein solches Volksfest in dem freundlichen Städt- chen Butzbach in der nördlichen Wetterau abzu- halten, ist in Butzbach wie seiner näheren und weiteren Umgebung bereits freudigst begrüßt worden. Man hofft nun, daß Dorf und Stadt in bestem Wetteifer gmeinfam um das Zustande- kommen gedachter Veranstaltung bemüht fein werden. Die freundliche Bitte ergeht darum an die Bewohner Oberheffens, der angrenzenden Ge­biete, besonders der Umgebung von Butzbach, durch Rat und Tat mithelfen zu wollen. Güttgst möge man dem geschastsführenden Ausschüsse, an dessen Spitze Herr Professor Wämser m Butzbach steht, mitteilen, wer gewillt ist, durch Herleihen von Gegenständen bie Ausstellung zu bereichern, welche Gruppe man etwa im Festzug« zu stellen wünscht. Wir wenden uns in erster Linie an die Herren Ortsvorstände, Gefitfichen, Lehrer und Vorstände von Vereinen. Vorschläge, Mitteilun­gen, Anregungen nehmen außer Herrn Professor Wämser jederzeit engegen, die nachstehenden, in Butzbach mit der geschäftlichen Leitung betrauten Herren: Medizinalrat Dr. Vogt, Lehrer Weide, Kreisstrahenmeister Metzger, Hauptlehrer Storch.

* Weihnachtsbäume. Da der Handel mit Weihnachtsbäumen demnächst beginnen wird, bringen wir hiermit folgenden Auszug aus der Polizeiverordnung des Regierung^ Präsi­denten vom 22. April 1892 in Erinnerung: Wer WeihnachtSbäume in eine Stadt einbringt, muß mit einer Bescheinigung versehen sein, in welcher der Wald, aus welchem dieselben kommen, der Tag der Uebergabe, der Name und Wohnort deS Einbringenden, die Stückzahl der einge-

Bierteljährlicher Bezugspreis; bet der Expedition 2 SJlt, W* Oütt bet allen Postämtern 2,25 M. <excl. Bestellgeld).

J12. äOO JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamm: die Qeile 25 Psa.

Ausland.

Italien. Es machen sich neuerdings wieder französische Bestrebungen geltend, Mißtrauen 'zwischen Oesterreich und Italien zu erregen. Die Berichte italienischer Blätter über einen angeblichen Einmarsch Oesterreich - Ungarns in Mazedonien werden direkt auf den franzvschen Botschafter in Rom, Barräre, zurückgeführt, dessen Einfluß auf die italienische Presse noto­risch ist. Er hat auch in den Pariser .TempS" durch Vermittlung des römischen Korrespon­denten dieses Blattes die tendenziöse Meldung lanciert, daß der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand dem Wiener Katholikentag ein Zu- stimmungS - Telegramm gesandt habe, nachdem der Katholikentag eine Resolution zu Gunsten her Wiederherstellung der weltlichen Macht deS Papstes gefaßt habe. Tatsächlich hat der Erz­herzog lediglich auf ein Begrüßungstelegramm des Katholikentages in durchaus harmloser Weise S' «antwortet, und erst drei Tage darauf hat der Katholikentag die auch in Deutschland übliche Resolution zu Gunsten der Unabhänglichkeit deS Papstes gefaßt.

Mtttelamerika. Ein Mee'.-s:uveau-Kanal und kein Schleusenkanal wird der Panamakanal [ein, falls bie Panama - Kanalkommiffion und Präsident Roosevelt die Entscheidung einer Majorität deS Beirats von amerikanischen und Ausländischen Ingenieuren bestätigen, die auf Grund einer Einladung der amerikanischen Re­gierung zusammenkamen, um der Kanalkommission mit ihren fachmännischen Kenntnissen bei Lösung jber Frage zur Seite zu stehen, welcher Art die Anlage deS Panamakanals sein soll. In Amerika befürworten die einen, daß der Kanal ein direkter Schleusenkanal, die anderen, daß er ein Meeresniveau-Kanal mit so wenigen Schleusen wie möglich werde. Der Beirat von Ingenieuren entschied sich nun mit acht gegen fünf Stimmen für einen Meeresniveau»Kanal. Die Befür­worter eines Schleusenkanals haben die Hoff­nung noch nicht aufgegeben, daß doch noch ein Schleusenkanal gebaut wird. Die endgiltige Entscheidung hierüber ruht beim Präsidenten, dem daran liegt, daß der Kanalbau so bald wie Möglich durchgeführt wird. Nun würde aber der Bau eines MeereSniveau - Kanals länger dauern als der eines Schleusenkanals. Die fünf Mitglieder des Beirates, welche gegen einen MeereSniveau-Kanal sind, werden einen Bericht zu Gunsten eines Schleufen-KanalS ausarbeiten. Diesen Bericht sowie den zu Gunsten eine- Meeresniveau Kanals müsse der Präsident ein­gehend prüfen, ehe er daS letzte Wort spricht. Die Kosten für den Bau eines MeereSniveau- Kanals sind von dem Beirat auf 250 000000 Dollars veranschlagt worden. Diese Summe ist allerdings größer als die, die zur Deckung der eigentlichen Baukosten für den Schleusen­kanal notwendig ist, es wird aber darauf hinge« wiesen, daß man beim Bau eines Schleusen­kanals noch 30» bis 40 000 000 Dollars für die Erwerbung von Privatbesitz, der in der Republik Panama liegt, ausgeben müßte. Es wird er­klärt, daß der Bau eines MeereSniveau-KanalS 15 Jahre, also nur drei bis vier Jahre länger j>ls der Bau eines Schleusenkanals dauer: wurde.