Sonntagsbeilage: Jlluftrirres Sonntagsblatt.
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stl Reclmucn: die Zeile 25 Pfa.
Marburg
Donnerstag, 7. Dezember 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Berlag: Ioh, Aug. Koch, UmvcrfitStS-Buchdruckerei 40. Jchrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon o5.
Neueste Telegramme.
Berlin, 5. Dez. Der Kommandant der ^Thetis' meldet unter dem 4. Dezbr. au8 Dar es Salaam: Oberleutnant zur See Paasche Marschiert nach Mets in Kitschi, um mit Hilfe Von 1000 Ruthileuten Getreide von Aufständischen zu ernten und wegzubringen. Oberleutnant ?ur See Sommerfeld hat einen Ueberfall ausqe» ührt und ein aufständisches Dorf zerstört. Der Reinb hat Tote, Verwundete und mehrere Gefangene verloren. Der Gesundheitszustand ist befriedigend.
f Berlin. 6. Dez. Der Reichskanzler hatte für gestern Einladungen zu einem parlamentarischen Abend ergehen lasten. Die Präsidien der drei Häuser waren vollständig erschienen, ebenso überaus zahlreiche Mitglieder der drei Parlamente, Vertreter des Bundesrates, der Diplomatie, der Behörden, der Hofgesellschaft, der Generalität, der Admiralität, der Gelehrten, der Künstler, der Finanzkreise und der städtischen Behörden.
Berlin, 6. Dez. Einer kaiserlichen Ka- binetsordre gemäß legen sämtliche Mitglieder deS SanitätsosfizierkorpS für den verstorbenen Generalstabsarzt Dr. Lenthold eine dreitägige Trauer an.
Segeberg, 5. Dez. Bei der im 15. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Schleswig stattgehabten Landtagsersatzwahl wurden insoesamt 136 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Gutsbesitzer Wendroth-Muesten K75, auf Graf Baudissin - Borstel (Lund ndwirte) 53 und auf Professor Haenel- Kiel (freis.) acht Stimmen. Wendroth ist mithin gewählt.
Kopenhagen, 5. Dez. Am 1. Dezember wurde in Madrid der SchiedSzerichtLvertrag zwischen Dänemark und Spanien unterzeichnet.
London, 6. Dez. Es wird amtlich bekanntgegeben, daß die Kanalflotte, die Atlantic- und die Mittelmeerflotte zusammen mit den drei Panzerkreuzer-Geschwadern sich zu den gemeinschaftlichen Uebungen in Lagos in Portugal versammeln sollen.
Loudon, 5. Dez. Campbell - Bannerman hatte heute Vormittag eine Audienz beim König vnd nahm die Mission zur Kabinettsbildung an.
Konstantinopel, 4. Dez. (Wien. Korr.-B.) Der Botschafter Calice erhielt in der vergangenen Nacht eine Note der Pforte, welche die Annahme der Finanzkommission, jedoch mit zahlreichen Abänderungen des Reglements enthält. — Hier und in der Provinz, sowie in Mytilene, herrscht völlige Ruhe.
Solid, 5. Dez. (Reuter.) Wegen einer starken Meinungsverschiedenheit zwischen dem Unterrichtsminister und der kaiserlichen Universität reichten acht Profefforen heute ihre Entlassung
4 : ; Machdruck verboten.)
. - Die ^ülke.
Roman von xb.ii y Schar la«.
- T? (Fortsetzung.)'
' Langsam stand Fräulein von Lingen auf, entnahm ihrer kleinen Handtasche ein Visitenkarten- läschchen, zog aus dem kleinen Lede re tut eine lange schmale Visitenkarte und überreichte sie dem ebenfalls sich erhebenden Oertel mit feierlicher Keberde und zeremonieller Verbeugung.
i , ,.Sie sind der erste, welcher eine solche Kart« Erhält, mein Herr." Dann steckte sie das Visiten- kartentäschchen wieder in die Handtasche, nahm die graue Reisemütze vom Kopf und vertauschte ste mit dem im Netz liegenden Hut. So hatte Oertel für einen Augenblick Gelegenheit, die fä'öne Form ihres Kopfes und die Fülle braunen Haares zu sehen, welche ihn bedeckte.
Sein Blick fiel auf die Karte, welche er in der .tzond hielt:
H' . Doktor Hanna von Lingen.
Die Dame beobachtete insgeheim, wähvond sie Aren. Hut feststeckte, das verdutzte Gesicht des Mannes und lächelte.
i L „Damit Sie auch wissen, wohin Sie Ihr Auch senden, schreiben Sie unten rechts in di« «tfe Wilhelmsburg. — Wirklich Wilhelmsburg. j®»e machen ein so merkwürdiges Gesicht."
' ' „Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, aber — ‘ Fsrine Ueberraschung ist auch nicht gering. Ich ' gäbe zum ersten Male das Vergnügen, mit einer pOame zu sprechen, welche —"
! , „Keine Besorgnis, Herr Oertel. Ich habe Mll Medizin studiert, sondern nur neue Spra- Den und einige andere Kleinigkeiten. Jetzt aber Are ich nach Hause zu Papa und gehe sobald dicht wiedex fort." _____.
ein. Man hält es für wahrscheinlich, daß die mit dieser Angelegenheit in Verbindung stehende Erregung um sich greifen und die Stellung des Kabinetts erschüttern werde.
Der Sprachrnkampf
in der Schwei;.
Der Kampf um die Erhaltung und Ausdehnung des deutsck>en Sprachgebietes in Oesterreich ist bekannt. Nun wird auch die Schweiz, wo bis jetzt das Französische ungehindert gegen das Deutsche Vordringen konnte, ihren Sprachenkampf haben, der hoffentlich energischer geführt wird als in dem benachbarten Oesterreich.
Die Deutschen der Sckchoeiz, die dem bis jetzt mit Gleichchgilltigkeit zusahvn, scheinen sich auf das Gefährliche dieser Entwicklung zu besinnen und eine Abwehr zu organisieren. So wenigstens möchte man die vor einiger Zeit erfolgte Gründung eines „deutsch-schweizerischen Sprcühvereins" in Zürich deuten, der dre bedauerliche Tatsache feststellte, daß trotz des Zuzuges deutscher Elemente die deutsche Sprache im Rückgang ist. Die Schuld daran trägt die verhängnisvolle Sattheit der Deutschen, die vielfach ohne jedes Sträuben der Verwelschung unterliegen. Vier Landessprachen sind in der Schweiz vorherrschend: Deutsch, Französisch, Italienisch, und das in den Bündlerbergen verbreitete Romanisch; letzteres sprachen aber von je 1000 Einwohnern im Jahre 1888 nur 13, im Jahve 1900 nur 12. Deutsch sprachen im Jahre 1888 von 1000 Einwohnern 714; diese Zahl ging jedoch int Jahre 1900 auf 698 herab, das Französische stieg von 214 auf 220 in den genannten Jahren auf je 1000 Einwohner; das Italienische erfuhr den Verhältnis- mäßig größten Zuwachs von 53 auf 57 unter 1000 Einwohnern. Tief beschämend für die Deutschen ist die Tatsache, daß die zahlreichen Deutschen, welche in französisches Sprachgebiet einwandern, bereits in der folgenden Generation romanisiert werden, während die wenigen Welschen, die sich in einem deutschen Sprachgebiet niederlassen, nicht nur ihre eigene Sprache behaupten, sondern zuweilen auch noch die deutsch- sprechende Bevölkerung romanisieren. Das ist ein um so größerer Jammer, als es kaum einen im ursprünglichen Kern seines WesenS deutscheren Volksschlag gibt, als den, der einen Jeremias Gotthelf, einen C. F. Meyer, einen Gottfried Keller hervorgebracht hat. Diel, so bemerken dazu die „Mitteilungen des Allgemeinen Deutschen Schulvereins", könnten hier die zahlreichen Reichsdeutschen zum Besseren wirken, die jahraus, jahrein die Schweiz besuchen. Wenn diese nur ein wenig mehr den Willen bekundeten, von Deut- scheu als Deutsche behandelt zu werden, statt in einer künsüich französierten Umgebung zu leben, so würde der starke -Nützlichkeitssinn unserer Deutschschweizer sehr bald Rücksicht auf diesen Wunsch der unentbehrlichen Gäste aus dem Reich nehmen.
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Zur Lage in Rußland.
Die AuSstandsbewrgung. -
Petersburg, 5. Dez. lieber Cydtkuhnen wird von der Telegraphen-Agentur gemeldet: Nach den Angaben der Inspektion der Fabriken beträgt gegenwärtig die Zahl der arbeitslosen Fabrikarbeiter in Petersburg 28 000 Mann. Wie die Blätter melden, steht die Wiederöffnung der nach den Januarunruhen geschlossenen Abtellun- gen der von dem Priester Gapon organisierten Arbeitervereine und die Rückgabe der beschlagnahmten Summen bevor.
Die sozialrevolusionäre Partei erklärte in einer Resolution, daß die von Struve und Gapon vorgeschlagenen Maßnahmen den Arbeitern nur Unheil bringen könnten. Warum, wird verschwitz, gen. Wie behauptet wird, ist im Lager der Sozialdemokraten eine Spaltung eingetreten.
Die „Handels- und Industrie-Zeitung" erfährt aus zuverlässiger Quelle, die Negierung stimme dem Projekte des allgemeinen Wahlrechtes zu. Die Lage in Petersburg ist unverändert, lieber die Stadt und den Kreis Kiew wurde der Kriegszustand verhängt, weil Unruhen ausgv- brochen sind. Die Stadtduma von Nischni-Now- gorod erklärte Witte telegraphisch, daß die Resolution des Moskauer Semstwokongresses den Wünschen der Mehrheit der Bevölkerung wider- spreche. Die Duma sprach der Regierung ihr Vertrauen aus, daß sie die Reformen durchführen werde, und befindet es für nötig, daß unverzüglich der Kongreß der Semstwos und der Stadtduma zur Unterstützrmg bei der beschleunigten Einberufung der Reichsduma einberufen werden müsse. Nach Jnformatiorten des „Ruß" soll- die Einberufung der Reichsduma spätestens am 28. Januar erfolgen.
Tie Matrose»
der Baltischen^ «ad Schwarzem»««? - Flotte haben jetzt ebenfalls ihre .Bedingungen" auf- gestellt und der obersten Marinebehörde unterbreitet. Sie find bezeichnend für die gänzliche Disziplinlosigkeit, wenn gleich auch einzelne berechtigt scheinende wirtschaftliche Forderungen darin enthalten sind:
Erhöhung des Kostgeldes bis auf 15 Kopeken (jetzt 8,6 Kopeken) und Uebergabe der Verpflegungsverwaltung an das Kommando. Monatlich ein Viertel Pfund Tee und drei Pfund Zucker. Bestere Zubereitung der Speisen, Baden und Wäschewaschen auf Staatskosten. Ausgabe von zwei Paar Leibwäsche und im Jahre drei Paar; halbjährlich 12 Rubel und bei der Entlastung 25 Rubel einzuhändigen. Dienstzeit höchstens vier Jahre. Den Matrosen mindestens sieben Rubel monatlich zu zahlen. Freie Zusammenkünfte der UntermilitärL, denen die Offiziere .Sie" sagen müssen. Zivilkleider dürfen getragen werden. Alle wegen politischer und religiöser Umtriebe verhafteten Untermili- tärS müssen befreit werden. Die Mannschaften vom „KnjaS Potemkin Tawritscheskij" dürfen
Sie setzte sich behaglich in ihre Ecke zurück. Es freute sie doch, daß sie einen gewissen Eindruck auf den scheinbar so überlegenen Mann machte. Wenn sie auch von jeder Eitelkeit fern ab war, so war ihr doch die neue akademische Würde noch wie ein Festtagsgewand, dessen sie sich freute.
Als er sie dann im Laufe des Gesprächs Fräu. lein Doktor anredete, wurde sie rot und ärgerlich.
„Das sollen Sie nicht sagen," meinte sie. „Ich habe mir den Titel nicht erworben, mich damit auszuputzen. Es sollte mir nur eine Quittung darüber sein, daß ich meine Zeit nicht vergebens vergeudet habe. Ob ich jemals meine Studien praktisch verwerten werde oder verwerten muß, das hängt nidjt allem von mir ab."
„Weshalb fetzen Sie denn den „Doktor" auf die Karte, gnädiges Fräulein, wenn Sie doch den Titel nicht hören wollen? Man wird allgemein annehmen —"
„Gewiß, das würde man, wenn' ich diese Karten stets benützte. Aber daran denke ich gar nicht. Es war ein klein wenig Eitelkeit dabei im Spiel."
Sie machte eine bittende Gebärde.
„Ich habe dm Titel doch erst ganze drei Tage."
„So diente ich gewissermaßm als Versuchskaninchen, um zu sehen, welchen Eindruck dies heutzutage noch ziemlich vereinzelte Blättchm macht?"
Er lachte und sie auch.
„Gewiß! Und ich bin voll und ganz be- friedigt."
Rasch gab sie dem Gespräch eine andere Wendung, indem sie fragte, ob er auf dem Magdeburger Bahnhof Bescheid wisse. Als er die Frage bejahte, lac sie um Auskunft. Er aber erkläret, mit Vergnügen ihr beim Umsteigen behilflich sein zu wollen. Er hätte viel längere Zeit wie sie.
Gleich darauf fuhr der Zug in irie große Bahn- Hofshalls. ...... _____x.. . .
Hans von Oertel brachte Fräulein von Lingen auf den anderen Bahnsteig zu dem schon bereit stehenden Stendaler Zug und wartete, bis sich derselbe in Bewegung setzte.
„Vielen Dank," sagte sie zum Abschied und gab ihm die Hand.
Er blickte ihr in die großen blauen Augm und sah in diesem Augenblick eigentlich erst, daß sie nicht nur ein Üuges, ausdrucksvolles Gesicht hatte, sondem ein sehr hübsches Mädchen war.
Das mochte wohl in seinem Blick zu sehen fein, denn plötzlich errötete Hanns von Singen lebhaft und sagte leise, nidem sie ihm die Hand mtzog:
„Sind Sie verheiratet, Herr Oertel?"
JFbein!" entgegnete er kurz. „Ich sch' Sie an, weil ich an mein herziges Schwesterchen dachte, und weil der Wunsch in mir rege wurde. Marga möchte 'einmal Gelegenheit haben. Sie kmnm zu lernen."
„Marga? — Wie alt ist sie?"
„Sie wird zwanzig, ich sehe sie heute noch."
„So grüßm Sie Marga von mir und jagen Sie ihr —"
„Zurücktreten!" rief der Mann mit der roten Mütze.
Hanns reichte noch einmal die Hand zum Wagenfmster hinaus, dann setzte sich der Zug in Bewegung. Oertel zog den Hut und fragte rasch:
„Was soll ich Marga sagen?"
Er sah, daß Hans von Lingen etwas sagte, konnte aber die Worte nicht verstehen.
Sie winkte noch einmal mit der Hand und war verschwunden.
2. Kapitel.
„Papa! — hier!"
Dm vornehme Herr mit dem dichten weißen Schnurrbart in dem blassen scharfgeschnittenen Gesicht sah den einfahrenden Zug entlang, an
straffrei nach Rußland zurückkehren. Den Unter- Militärs ist zu gestatten, öffentliche Veranstal» tungen und Versammlungen zu besuchen.
Deutsches Reich.
'V. Berlin, 6. Dezember.
— Seine Majestät der Kaiser hörte gestern Dienstag im Neuen Valais die Vorträge der einzelnen Chefs des Militärkabiuetts, des Admiral. stabeS der Marine fotoie des Marinekabinetts.
— Die bei der gestrigen Eröffnung bet preußischen Landtages von dem Minister» Präsidenten Fürsten Bülow verleime Thronrede kündigt außer den schon erwähnten noch folgend« Gesetzvorlagen an:
Der Entwurf eines Gesetzes, das den Eigentümern land» oder forstwirtschastlich genutzter Grundstücke die Befugnis zur Festsetzung einer Derfchuldungsgrenze gewährt, soll die Möglichkeit schaffen, eine weitere Verschuldung der Grundstücke zu verhüten und die Tilgung un- wirtschaftlicher Realschulden zu erleichtern. Um den bedenklichen Folgen der zunehmenden Verwüstung von Privatwaldungen vorzubeuaen, wird die staatlich« Forstverwaltung nach wie vor bemüht sein, den An» kauf und Wiederaufforstung entwaldeter Flächen im Osten und Westen der Monarchie zu betreiben.
Die auf die Knapvschaftsvereine bezüglichen Borschriften des Titels 7 des Allgemeinen Berggesetzes bedürfen mit Rücksicht auf die Bestimmunge« der Reichsgesetzgebung und im Interesse einer dauernden Leist ngsfähigkest der Knappfchaftsnereine einer Aenderung Die alsbaldige Eindringung eine« Gesetzentwurfes zur Neuregelung des KnappschastS» wesens ist daher in Aussicht genommen.
Das Kommunalabaaben-Gesetz vom 14. Juli 1893 hat das System der Kreis- und Provinzialabgaben im wesentlichen unberührt ge- laffen. Die fortschreitende kommunale Entwicklug in den Kreisen und Provinzen läßt nunmehr die Ausdehnung der Reform des KommunalnbgabenwefenS geboten erscheinen. Dieser Aufgabe dient der Entwurf zu einem Kreis» und Provinzialabgabengeletze, welcher ohne Berzug Ihrer Beschlußfassung unter» breitet werden wird.
Die der Vorbildung der höhere« Verwaltungsbeamten anhaftenden Mängel haben zur Aufstellung eines Gesetzentwurfes geführt, der im wesenlichen auf der Grundlage der im Jahre 1903 beratenen, ober nicht zum Abschluß gelangte« Vorlage die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst neu zu regeln beabsichtigt.
Zur Abstellung der in früheren _ Sessionen mehrfach erörterten Klagen über die übermäßig« Größe einiger Wahlbezirke für die Wahlen zum Sause der Abgeordneten und über einzelne Vorschriften des Wahlverlahrens sind Vorarbeiten eingeleitet und ihrem Abschluß nahegeführt worden.
Dem wiederholt und dringend geäußerten Wunsch« des Landtags entsprechend, wird Ihnen der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Unterhaltung der öffentlichen BoliSschuleu zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Entwurf bezw ck■, die Schul- Unterhaltung auf der durch di: Veriassungsurkund« gewiesene Grundlage zu regeln. Er hält sich in dem Rahmen des Beschluss^, durch welchen das HauS der der Abgeordneten am 13. Mai 19e4 fast einmütig bi« Staatsregiernng zur Vorlegung eines e dm tuntet« haltungsgesitzes ausgesordert hat.
Verschiedene Gutsverkäufe ,n der Ostmark haben in letzter Zeit berechtigtes Aufsehen erregt. Die Festigung des deutschen Besitzes in Verbuchung mit einer sachgemäßen inneren Kolonisation btlbet eine der ernstesten Aufgaben der Staatsregierung.
dessen einem geöffneten Fenster Hanns von Lingen stand. Schon von weitern winkte sie.
&n herzliches Lachen flog über des alten Soldaten Gesicht. Er lüftete den Hut zum Gruß und eilte zu dem Abteil, in welchem die Tochter sich befand. Er wollte ihr I<.»m Aussteigen behilflich fein, aber sie stand schon neben ihm auf dem Bahnsteig und fiel dem alten Herrn mit glücklichem Lachen um den Hals.
„Guten Tag, mein lieber alter Schnauzbart!" rief sie. „Komm, laß Dich küssen! Wie gut Du aussiehst, frisch und stramm, wie es einem alten Haudegen eignet und gebühret."
„Wer Dich so hört, Hanns k — Was sollen denn die Leute von meiner Erziehung d-mken? Für halb verrückt halten sie mich schon. — Na, gut nur, daß Du wieder da bist, Mädel."
„Laß sie, laß sie, Väterchen. Wir können die Wilhelmsburger nicht ändern und müssen sie mit Gesundheit aufbrauchen, wie sie eben sind. —* Der Mensch da ist wohl Dein Franz?"
Erzellenz von Singen winkte den Diener herbei, der in einiger Entfernung wartend stand und jetzt, den Hut in der Hand, näher trat. Hanna reichte ihm den Gepäckschein und meinte bann zum Vater:
Es regnet nicht mehr, wir könnten also lehr gut gehen, Papa. Bedenke, ich saß feit heute Morgen acht Uhr früh, also."
„Wie Du willst, Hanns, aber es ist immer noch mangelhaft um unser Trottoir bestellt."
Schadet nichts. Ich möchte mir in der Tat nicht schon während der ersten zehn ÜDHnuten Zwang vor Kutscher und Diener auferlegen, benn der Wagen ist offen, wie ich sehe. — Uebrigen» kannst Du auch so mit mir renommierten, Väterchen." J
• (Fortsetzung folgt)