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Zweites Blatt

ist

erhält­lich.

schließlich der inneren Einrichtung auf 100 000 Mark berechnet.

Verantwortlich für die Redaktion; Dr. DoerkeS-Bovvard tn M irbnrg.

barn schon etwas anstößig. Nach einigen Minu­ten wandte er sich endlich um, ganz ohne Erreg­ung, und sagte zu dem anwesenden Kritiker: Mein Herr, ich teile Ihre Ansicht vollkommen.*. Was die Lady dem Herrn Gemahl zu Hause gesagt haben mag, das wissendie Götter".

Ei« Bahnhofsidyll. Ein Vorgang, der all die brannten Anekdoten übergemütlichen" Neben­bahnbetrieb in den Schatten stellt, wird dem Hann. Anz." von der Bahnstrecke Hannover- Soltau berichtet ebenderselben Strecke, auf der vor vierzehn Tagen durch den Eisenbahnzusam- menstoß bei Langenhagen fünf Menschenleben ver­nichtet wurden. Auf der Station Dorfmark warteten am letzten Dienstag früh etwa 20 Rei­sende, um den um 6 Uhr 18 Minuten fälligen Frühzug zu benutzen. Merkwürdigerweise _ lag der ganze Bahnhof, sowohl der Streckenkörper als auch das Stationsgebäude, in tiefem Dun. fei; nur die Wirtschaft war erleuchtet. Man wartete von Minute zu Minute auf die Oeffnung des Schalters. Endlich lief der Zug ein, aber das Bahnhofsgebäude war und blieb verschlossen, weder ein Stationsvorsteher noch ein anderer Beamter war anwesend. Nach längerem Warte« forderte der Zugführer die Fahrgäste auf, einzu- steigen und bis zur nächsten Station ohne Karte zu fahren. Langsam setzte sich der Zug in Be­wegung und verließ mit der nötigen Vorsicht den Bahnhof. Mehrere der Reisenden aber, die ihr« Gepäckstücke bereits am Abend vorher im Gepäck- raum untergebracht, mußten, da dieser Raum ver- schlossen lvar, zurückbleiben. Damit wäre also der Vorwurf, daß die Eisenbahnunfälle durch die übermäßige Nervosität der Stationsbeamte« hervorgerufen würden, glänzend widerlegt.

volle Sankt Nikolaustag, an dem der hl. Mkolaus Aepfek, Nüsse und Backwerk an alle artigen Kinder verteilt, während et für die unartigen den Knecht Ruprecht mit einer gewaltigen Rutr mitbringt. Unter allen Heiligen ist Sankt Niko­laus wohl der populärste. Bei den Russen ist er der Natonalhestige, in Spanien und Frankreich der Schutzpatron der heiratslustigen Mädchen, in Oesterreich, DeutscUand und den Niederlanden derjenige der Kinder und Schiffsleute. Zahlreiche Sitten und Gebräuche werden am Nikolaustage in den verschiedensten Ländern noch heute auS- gsübt, ein Beweis, daß auch in unserer Zeit er­freulicherweise immer noch ein Verständnis für . die Poesie und das Vcklkstnm vergangener Tage zu finden ist.

Hesseu-Naffau rmd Nachbargebikte.'

Homberg, 2. Dez. Eine auffällige Bevölke­rungsabnahme ist aus dem benachbarten Orte Sondk)eim zu verzeichnen. Während vor 10 Jahren noch 365 Bewohner gezählt wurden, sind es deren jetzt nur noch 313. Daß diese Bevölke­rungsabnahme auch auf die Zahl der Schulkinder nicht ohne Einfluß bleibt, liegt auf der Hand. So zählte die Schule vor 20 Jahren 75, während es gegenwärtig nur 35 Kinder sind. Von den 66 Familien des Ortes haben 43 gar keine schul­pflichtigen Kinder, 15 je 1 Kind, 5 je 2 und 3 mehr als 2 Kinder.

Cassel, 4. Dez. lieber den Tod des Grafen von Schaumburg wird noch in Ergänzung der früheren Mitteilung demCass. Tgbl." gemeldet: Graf Schaumburg, der seit einigen Jahren auf seiner Besitzung, Schloß Lehrbach (Oberhessen) wohnt, hatte am letzten Donnerstag in seinem Walde eine Eiche fällen lassen wollen. Um auch die Gewißheit zu haben, daß alles gut erledigt werde, wohnte er der Arbeit selbst bei und betei­ligte sich auch selbst daran, indem er eine Leiter hielt, auf der ein Arbeiter stand. Als dieser mit dem Absagen der Aeste beginnen wollte, brach ein mächtiger Ast und stürzte mit solcher Wucht zu Boden, daß die Leiter in zwei Stücke barst. Der Graf wurde am Kopf schwer verletzt und sank blutend und besinnungslos zur Erde. Man brachte den Grafen ins Schloß, wo der telegraphisch her­beigeholte Professor Küster-Marburg die erste Hülfe leistete, die allerdings den Tod nicht hin­dern konnte, da der Graf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, zum Schmerze der tief­gebeugten Gattin und Eltern am Sonnabend verstarb. - Graf Schaumburg, erst 27 Jahre alt, war seit drei Jahren mit der Tochter der ver- storbenen Oberstleutnants v. Trott vernähst und hinterläßt zwei noch im zartesten Kindesalter stehende Mädchen. Tie Beisetzung des Grafen findet kommenden Mittwoch in der Familiengruft zu Oberurff statt. Es ist ein schwerer Schlag, der di« Familie Sr. Durchlaucht des Prinzen Philipp von Hanau betroffen hat. Nachdem Se. Durch­laucht erst vor einigen Jahren zwei hoffnungsvolle Söhne, die noch im blühendsten Alter standen und zu den schönsten Hoffnungen berechfigten, vor sich her in die Gruft hat senken sehen, ist ihm nun auch noch der letzte und einzige Sproß des Hauses durch den Tod geraubt worden.

Hana«, 1. Dez. In der Stadtoerordneten- fitzung wurde der Bau eines Pflegehauses für altersschwache und hülfsbedürsfige, aber nicht krankenhauspflegebedürftige Personen beschlossen und als Bauplatz die nordtvestliche Spitze vom Großen Rohr" mit einer Fläche von etwa 55 Ar bestimmt. Die gesamten Baukosten sind aus­

Marburg

Mittwoch. 6. Dezember 1905

Erscheint wöchentlich siebe« null.

Druck und Verlag- Joh. «ug. Koch, UniverfitStr-Buchbruckerei 40. Jührg» Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Vermischtes.

Berlin, 2. Dezember. Mit eigener Lebens­gefahr rettete in der vergangenen Nacht Leutnant von Stockhausen vom 2. Garde-Regiment zu Fuß, ein Mädchen vom Tode des Ertrinkens. Der Offizier filhr kurz nach 12 Uhr mit der Straßen­bahn nach Hause und hörte an der Kronprinzen- Brücke Leute rufen, daß soeben ein junges Mäd­chen ins Wasser gesprungen sei. Sofort verließ er den Wagen, Ivars Mantel und Degen ab und sprang der Ertrinkenden in die Spree nach. Es gelang ihm, die Lebensmüde zu erfassen un-d zu landen. Man brachte dann die Erschöpfte nach der Charit^.

Breslau, 3. Dez. Die Strafkammer ver­urteilte den pensionierten Oberstabsarzt Dr. Gellner wegen anonymer Denunziafion seiner langjährigen Feindin, der Frau Oberleutnant Becker in Wiesbaden, wegen Erbschleichevei und Ddeineidsvetzlaitung sowie wegen eines beleidi­genden, gleichfalls anonymen Briefes zu zwei Monaten Gefängnis.

Dresden, 2. Dez. Wegen Erpressung, deren er sich der Tochter des verstorbenen sächsi­schen Kriegsministers Edler von der Planitz schuldig gemacht, wurde der std. jur. Arthur Ewald Ihle aus Leipzig vom hiesigen Landgericht zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Ihle, der sich schon seit einigen Wochen in Unter- suckmngshaft befindet, hatte, um Mittel zur Fort­setzung seines Studiums zu erlangen, an die in Loschwitz wohnende Dame brieflich unter An­drohung der Ermordung die Forderung gestellt, 2000 Mark bei einem hiesigen Postamte nieder­zulegen. Dort erfolgte später die Verhaftung Jhles.

Der gekrankte Bräutigam. Einen Beweis, tote vorsichtig man mit den anscheinend harmlosen Dingen sein muß, liefert folgender Vorfall, den derAcher- und Bühler-Bote" erzählt: In einem Reborte wurden am Sonntag sieben Brautpaare, darunter eines, das acht Jahremiteinander ge­gangen war", von der Kanzel verkündigt. Des Nachmittags kommt der Bräutigam mit puter­rotem Kopf ins Pfarrhaus und poltert los, das habe er nicht verdient, daß ihn der Pfarrer so uze, er könne nir dafür, daß er seine ^Anne­marie so lange nicht habe heimführen können. Der Pfarrer ist frappiert, und erst nach langem Hin und Her erinnert er sich, daß er sieben Paare verlesen hat, indem er beim ersten hinzu setzte ersüich", und die anderen Paare mit dem Wört­chensodann" undferner" und das letzte mit endlich" anschloß. Es war keine leichte Aufgabe, dem beleidigten Bräufigam die Harmlosigkeit dieses letzten Bindewortes zu erklären.

Die Hutfrage. Kürzlich saß, so erzählt das Kl. I.", in einem Londoner Theater eine Dame mit einem wahrhaften Turm auf dem Kopfe, Federn, Ranken, Bänder, alles in größter Aus­wahl! Hinter ihr saß ein Herr, nicht etwa ein Zu­schauer denn er konnte für sein Eintrittsgeld nicht das geringste von der Bühne sehen, Zu­schauer war er nur inbezug auf diesen Hut! Nun. tour er einschlecht erzogener Mensch" und- sonnierte fortgesetzt und laut über das Ungetüm von Hut.Hut weg!" schrie er immer wieder. Neben der Frau saß der Mann, und die Um­sitzenden erwarteten, daß er sich die Invektiven gegen seine Gcntahlin ernstlich verbitten würde, feine Lammsgeduld schien mit der Zeit den Nach­

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schlichte Schleife, die mit einem einfachen Blu- menzweig verziert oder mit Kristallperlen besetzt ist, immer noch wirksam und modern. Auch Schmetterlinge, entweder handgemalte ober mit Pastetten besetzte, sind als Haarputz wieder sehr beliebt. Dazu iverden Fächer getragen, die auch mit Schmetterlingen bemalt sind, und in manchen Fällen werden sogar auch die langen schwedischen Handschuhe mit Schmetterlingen bemalt. Schmet­terlingsschleifen aus den Schuhen und gestickte Schmetterlinge auf den Strümpfen sind sogar beinahe unerläßlich. Außerdein wird aber eine gutgekleidete Dame nie die Bedeutung eines Haarputzes aus leichten Reiherfedern außer Acht lassen. Diese werden mit einer glitzernden Schleife aus regenbogenfarbenen Pastetten zusaminenge- stellt oder in Form einer leichten Aigrette mit einem kleinen Tuff Rosenknospen verziert. Auch Halbkränze aus Beeren und Blättern undEmpire- kränze aus mattem Gold ober Silber werden vereinzelt getragen.

-T- Frauenlos in Grönland. Die soziale Stellung" der Fran läßt in Grönland noch verschiedenes mehr zu wünschen übrig, als in Europa. Die Männerwelt ist durchweg träge, und läßt mit Voriiebe die allernotwendigsten Ar­beiten von ben Frauen verrichten. So arbeiten die grönländischen Weiber als Ruberer, woher die BezeichnungWeiberboot" stammt. Daß man aber den Frauen an Bord dieser Fahrzeuge auch noch andere yni) nickst ininber . hpr/xuttnarhuiAä.

Der grössere Wohlgeschmack von Quaker Oats gegenüber der lose ausgewogenen Waare ist dadurch erklärlich, dass es aus besserem Hafer, durch bessere Ma­schinen her­gestellt und auch besser

Aus der Frauenwelt und für die Frauen.

'-7- Moderner Haarputz. Die hübsche wellige Haarfrisur, die zurzeit modern ist, muß durch eine zierliche Kleinigkeit, durch Blumen oder Federn ihre letzte Vollendung bekommen, J*ub in der Erfindung solchen Aufputzes ist die Pariserin, die für solche feinen Nuancen der Toiletten den feinsten Geschmack hat, unerschöpf- W». Dabei bevorzugt sie kleine, einen Zoll breite Drahtkränze, die mit gefälteter Seide, Samt oder Panneband bezogen sind statt der Blumen ^er Blätter. Die Farbe des Bandes wird zu des Kleides passend gewählt; manchmal ha- Wn die Kränzchen auf der linken Seite eine 'Otinbrofettc und herabhängende Nelken oder an- dvw kleinere Blüten aus abschattiertem Samt, Sr* sie sind von beiden Seiten mit kecken kleinen «clsteifen verziert, wobei die linke Schleif« einen öctr.en Zweig Rosenknospen hält, der über das ^»ke Ohr fällt. Als dritte Abwechslung ist das Band in feinen Windungen um den Drahtreifen Mlegt, b«r auf einer Seite mit einer einzigen «rotzen Rose besetzt ist. Eine gedrehte Goldschnur, kP ^-"ch tvie ein Kränzchen hinten zusammenge- un^ *n Zwei Goldgimsten endet, ist ein woiajer und einfacher Haarschmuck, der oft von * unaai, Mädchen astoöhlt wird ii rin«

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

:---- Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. - -

reiche Posten zuzuweisen beliebt, war bisher nicht bekannt. Ein dänischer Arzt, der sich in Grön­land aufgehalten hat, lveiß nach derVoss. Ztg." davon folgendes Erlebnis zu erzählen. Ein Wei- berboot mit einem alten Grönländer und zehn Damen" an Bord legte an der Siedelung Jvig- tut an und nahm dort den Arzt als Fahrgast auf. Dem Dänen kam das grönländische Fahrzeug recht morsch und unsicher vor, und er äußerte seine Bedenken, indem er, zu dem Grönländer gewandt, sprach:Na, wenn wir mit dem Boot ober auch nur ganz leise aufftoßen, dann werden wir wohl sofort ein Leck bekommen!" Der Grön­länder aber wies die Sorge des Arztes als un­begründet zurück, indem er meinte:9hm, ein Leck ist nicht so gefährlich; sollten wir in den Bo­den des Bootes ein Loch stoßen, dann setzt sich Juliane hinein . . Und mit einer Sandbe­wegung stellte er Juliane, ein altes Weib, vor, das, wie der Bootsführer versicherte, eigens für diesen Zweck mitgenommen war! Ein äuge- nehmer Posten, dessen Erfüllung aber dadurch etwas erleichtert wird, daß die grönländischen Frauen in ihrer Seehundsfelltracht völlig wasser­dicht angezogen sind.

Weibliche Aerzte. Eine interessante Zusammenstellung über die bisher in Deutschland approbierten toeitiidien Aerzte findet sich in der letzten Nummer der Deutschen medizinischen Wochenschrift. Seit dem Jahre 1900 haben nicht malst' als 46 todblidy Verianao-di/ äLttstch» unb

sechs die zahnärztliche Approbation erworben. Von 31 dieser Aerztinnen liegen genauere Daten vor. Danach sind neun in Berlin, vier in CH ar- lottenburg, je eine in Bremen, Breslau, Darm­stadt, Dresden. Frankfurt a. M., Hamburg, Karlsruhe, Königsberg, Leipzig, Mannheim, Nürnberg, Rostock und Weimar, je zwei in Halle und München tätig; eine ist von Frankfurt a. M. nach Florenz verzogen. Von den sechs Zahn­ärztinnen wohnte je eine in Berlin, Dresden, Hannover, Königsberg Und München; zwei Schwestern üben die zahnärztliche Praxis in Dresden. Von den 31 Damen sind 24 praktische Aerztinnen, d. h. nur für Frauen und Kinder, vier sind Spezialistinnen, und zwar eine für Kin­der, zwei für Frauen und eine für Kinderkrank, heiten und Orthopädie; drei sind Assistentinnen, nämlich an einer Entbindungsanstalt, einer psy­chiatrischen Klinik und einer Staatsirrenanstalt. Von den praktischen Aerztinnen bekleiden zwei- das Amt einer Schnlärztin, eine nämlich in Berlin dasjenige einer Polizeiärztin. , Den \ Doktortitel haben 30 Aerztinnen. Verheiratet' sind vier. Alles in allem ist die Zahl der bisher approbierten Aerztinnen eine recht geringe, und die seiner Zeit von mancher Seite geäußerte Ver­mutung, daß durch die Zulassung der Frauen, znm medizinischen Studium den Aerzten eine er­hebliche Konkurrenz erwachsen würde, hat sich' bisher nicht als begründet erwiesen. : ,

Marburg und Umgegend.

«Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 15 Del Wcheberr«htr nur mit der deutlichen Quellenangabe

Oberhess. Ztg." gestattet.)'

Marburg, 5. Dezember.

* Der Monat Dezember ist sehr reich an Mauernregeln. Von seinem Wetter hängt vieles Kit das neue Jahr ob.Kalter Dezember, frucht- bares Jahr, sind gewachfen immer bar." Dasselbe jagt eine an bete Bauernregel aus:Kalter Christ- Mond mit viel Schnee, bringt viel Korn auf Berg und Höh'." Und zur Bestätigung dieser Prophe­zeiung sei noch eine dritte Bauernregel angeführt: Se trüber das Wetter bei Dezemberschnee, je besser wächst Korn, Flachs, Obst und Klee." Aber auch speziell vom Wetter zu Wechnachten schließt man auf das anderer Jahreszeiten; heißt es doch: Grüne Weihnachten, weiße Ostern," oderWrih- nachten im Schnee. Ostern im Klee," und fchließ- lich:Ist gelind der heilige Christ, drob der Win­ker wütend ist." Hoffentlich haben wir richtiges Weihnachtswetter und brauchen keinenwütenden Winter" zu fürchten.

Kauft tim Platze! In keiner Zeit ist diese Mahnung so angebracht, wie in der Weihnacht»- -eit und nirgends ist sie so notwendig wie in klei­nen und mittleren Städten. Hier find die Ge- jchästsleute nicht gerade auf Rosen gebettet, und bei vielen von ihnen soll das Weihnachtsfest das fein, das ihnen die Ernte bringt. Wenn nun noch ein Test des Publikums seinen Bedarf aus- wärts deckt, so bedeutet das für manchen klein­städtischen Geschäftsmann geradezu den wirffchaft- lichen Ruin. Und leider greift diese Unsitte immer weiter um sich. . Man geht dabei wohl von der Ansicht aus, aus den Großstädten alles billi­ger blieben zu können, ohne zu bedenken, daß die großstädtischen Labenmieten unb die fonstt- gen Geschäftsunkosten viel höher sind und von dem kaufenden Publikum aufgebracht werden müssen. Daher kann tatsächlich in der kleinen Stadt viel billiger ober doch gleich billig geliefert werden. Eins ist allerdings richtig: daß die Auswahl in der großen Stadt reichhaltiger ist; aber auch der Kaufmann am kleineren Platz wird sich gern bemühen, den Wünschen seiner Kund­schaft Rechnung zu tragen und Gegenstäirde, die Et nicht auf Lager hat, kommen zu lassen. Wir bitten, den Inseratenteil zu beachten.

* Georgraphie mangelhaft. In verschiedenen hessischen Blättern fanden wir unter den Mel­dungen aus der Provinz (!) folgenden schauer- Iichen Bericht:

Marburg, 27. Nov. Der dreißigjährige Grundbesitzer Franz Plochl hatte sich heute vor dem hiesigen Schwurgerichte wegen meuchlerischen Gattenmordes zu verantworten. Er hatte am 30. August gegen seine Frau, als sie gegen ihn die Ehescheidungsklage eingereicht hatte, aus einem Hinterhalte zwei Schüsse aus einem Jagdgewehre abgegeben und sie tödlich verletzt. Als seine Frau zusammensank, trat er vor und feuerte aus einem Revolver noch zwei Schüsse ab, die sie vollends töteten. Er wurde heute zum Tode verurteilt."

Hier in unserer Stadt ist begreiflicherweise nichts von all dem bekannt, denn es handelt sich um Marburg--in Oesterreich (Steiermark).

* Sankt Nikolaus. Aus den morgigen 6. De- tzember fällt der für die Kinderwelt bedeutungs-