mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.«
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Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
.Derli«, .4. Dez. (W. B.) Gouverneur v. Lindequist meldet daß die Unterwerfung der Hottentotten unter folgenden Bedingungen vollzogen tourfre: 1. Abgabe von Gewehren, Munition^ und - Pferden. 2. Zusicherung deS Lebens mit Ausnahme der Mörder; 3. daS Vieh wird den Unterworfenen soweit belassen, als solches zum Unterhalt der Frauen und der Kinder erforderlich ist; 4. di« Unterworfenen werden vorläufig nach Gibeon übergeführt.
Berlin, 5. Dez. Dem Abgeordnetenhaus- gingen der Entwurf zum Kreis- und Provin» zial-Abgabengesetz, der Gesetzentwurf über Abänderung des Einkommensteuergesetzes und deS Ergän^ungssteuergesetzeS zu.
Berlin, 5. Dez. Zu der von der „Frkf. Ztg." verbreiteten Nachricht, daß im Ministerium deS Innern ein Gesetzentwurf vorbereitet wird, durch den das Ausscheiden der Städte auS den Landkreisen erschwert werden soll, wird mitgeteilt, daß bei dem Ministerium deS Innern nicht die Absicht besteht, dem Landtage eine Vorlage dieses Inhaltes zugehen zu lassen.
Berlin, 4. Dez. Am Sonntag Nachmittag 6 Uhr 45 Min. starb Generalstabsarzt der Armee Professor Dr. von Leuthold, Leibarzt deS Kaisers.
Darmstadt, 5. Dez. Der Landtag ist auf Dienstag den 19. Dezember einberufen worden.
Plauen, 4. Dez. Wie in Dresden und Chemnitz haben auch in Plauen lebhafte sozialdemokratische Straßenkundgebungen gegen das Dreiklaffenwahlrecht stattgefunden. Nach einer sozialdemokratischen Versammlung im Schiller- garien zogen etwa 1000 Mann vor die Wohnung des Oberbürgermeisters und später zum Marktplatz. Der Polizei gelang eS, die Menge zu zerstreuen. Zehn Personen, wurden festgenommen, mit Ausnahme einiger Ausländer aber bald wieder freigelaffen.
Paris, 4. Dez. Der ehemalige KrieqS- minister Berteaux (der rüher Börsenmakler war) ist als Redakteur in die kirchenfeindliche „Lanterne" eingetreten. In seinem ersten Artikel sprach er über die Thronrede Kaiser Wilhelms, wobei er meinte, daß keine Macht, am allerwenigsten Frankreich, daran denke, Deutschland anzugreisen. Dazu meint der .Figaro" sehr 'witzig: .Berteaux hat recht, der beste Beweis, t aß wir den Frieden mit Deutschland wollen, ist, daß wir einen Wechselagenten an die Spitze der Armee stellten."
8 ' (Nachdruck verboten.).
Die Brücke.
Roman von Willy Scharia».
(Fortsetzung.)
„Das Buch hat mir gut gefallen und mich lebhaft interessiert, wenn ich auch mit dem, tvas Sie die Heldin zum Schluß tun lassen, nicht ein- verstanden bin."
„Inwiefern nicht, gnädige Frau?" fragte 'er.
„Erstens einmal. — Aber Sie geben mir immer einen Titel, der mir nicht gehört. Ich bin Nicht verheiratet."
Er verneigte sich abermals lächelnd, und meinte, er tituliere grundsätzlich die Menschen 'etwas höher, und er habe stets gefunden, daß nennundneunzig Prozent sich dies mit Vergnügen gefallen ließen. Jungen Mädchen aber sei ei eine Freude, Frau genannt zu werden.
Sie lächelte auch und erwiderte, dann mache sie ei- e Ausnahme von der allgemeinen Regel.
Er wiederholte dann seine Frage, lvesbalb ihl der Schluß seines Romans nicht gefiele, unb sie verlieh ihrer Ansicht frank und frei Ausdruck.
„Ihre Heldin bat sich während der gattzen Zeit als eine krafwolle, selbst- und zielbewußte Frau erwiesen, die genau weiß, waS sie will. Und dann auf einmal tvird sie weich. Wäre ich ein Mann, würde ich sagen, ein Waschlappen. Sie vengt sich der Macht der Verhältnisse."
„Das ist weiblich, gnädiges Fräulein."
Sie sah den Mann erstaunt an und schwieg eine Weile.
„So spiegelt sich der Charakter einer Frau in Mrem Gehirn, Herr Oertel, aber in Wahrheit stimmt das nicht. Eine Frau, die so ist, wie diese bbüa bis zu dem — Pardon, aber ich kann mir mcht helfen, — bis zu dem verunglückten Schluß teschildert wird, ist also unweiblich, denn sie
Deutschland mid die Hauptseemächte im Jahre 1910.
ES besitzen im Frühjahr 1910 fahrbereit:
1. England 57 Linienschiffe 41 Panzerkreuzer 2. Verein. Staaten 29 , 17 ,
3. Frankreich 30 , 24 .
4. Deutschland 24 , 8 ,
Zu 1. England. Das Bauprogramm ist nur bis zum Frühjahr 1908 festgesetzt. Für 1908 und 1909 ist das Minimum von je 1 Linienschiff und 1 Panzerkreuzer als Zuwachs angenommen, für diese beiden Jahre werden jedoch sicher eher mehr Schiffe als weniger beantragt und be- willigt. Die älteften unter den 57 Linienschiffen sind dann „Trafalgar" vom Jahre 87 und „Nile" vom Jahre 88 mit je 11 940 t Deplacement. Von den übrigen Schiffen besitzen nur 3 unter 13 000 t, alle übrigen 13 000—18 000 t De- Placement. Von dm Panzerkreuzern ist der älteste die „Cressy" vom Jahre 99 mit 12 000 t Depla- cement, die 10 Schiffe des „Monmouth"-Typs toeifen 9800 t, alle anderen von 10 900 bis 14 600 t Deplacement auf.
Zu 2. Vereinigte Staaten., Von den zur Zeit bewilligten Schiffen werdm die letzten im Frühjahr 1910 fertig sein. Die ältesten unter den 29 Linienschiffen sind alsdann: „Indiana" und „Massachusetts" vom Jahw 1893 mit je 10 300 t Deplacement. Von den übrigen haben 9 Linienschiffe zwischm 10 300 und 12 000 t, fünf zwischen 12 000 und 13 000 t, während die übrigen fünfzehn von 15 000—18 000 t Deplacement besitzen werden. Von den Panzerkreuzern ist der älteste „Newyork" vom Jahre 1891 mit 8300 t Deplacement, vier von 9200—10 000 t, die übrigen zehn jedoch 18 700—14 500 t Deplaoement.
8» 3. Frankreich. Das Bauprogramm ist bis 1910 aufgestellt. Alsdann wird Frankreich unter dm 30 Linienschiffen 2 alte Schiffe haben, „Dsvastatton" vom Jahre 1879 mit 10 700 t und „Rädoutable" vom Jahre 1876 mit 9400 t Deplacement, welch' letzterer in Saigon außer Dienst lieot. Im Durchschnitt haben 19 Schiffe 12 000 t,“6 rund 15 000 t und die 3 neuesten sind mit 18 000 t vorgesehen. Von den Panzerkreuzern ist der älteste „Dupuy de Löwe" vom Jahre 1890 mit 6800 t Deplacement, die übrigen wechseln im Deplacement von 4700 t (4). 5500 t (1), 7700 t (3), 9500 t (3), 10 000 t (4), 11 300 t (1), 12 550 t (1). Die 6 Neubauten werden 12 550—14 000 t Deplacement erhalten. Wir wollen bei Frankreich nickt unerwähnt (affen, daß eS im Jahre 1910 über einen Bestand von 88 Unterseebooten verfügen wird, worin es von keiner anderen Macht auch nur annähernd erreicht wird.
Zu 4. Deutschland. Wir sehen, tote viel stärker jede der aufgeführten Seemächte nicht nur der Zahl, sondern auch der Gefechtskraft nach im Jahre 1910 sein wird und dieses Verhältnis wird sich voraussichtlich bis 1920, wo die letzten Schiffe fertig gestellt sind, noch weiter zu unseren Un- gusten verschiebm, zumal wir von 1910 ab jähr-
beugt sich nicht. Ich hätte mich nicht geduckt. Aber —"
• „Nun aber? — Glauben Sie nicht, daß eine freimütige Kritik mir mißfallen könne. Wenn man sich der nicht aussetzen will, darf man nicht schreiben, und wir Schriftsteller sollen froh sein, wenn wir unsere Leser zum Nachdmken anregen, ihnen etwas mit nach Hause geben. Allen können wir es natürlich nicht recht machen."
„Aber Sie haben es allen recht nrachen wollen, — Hand miss Herz. Wirklich, Herr Oertel, ist der Schluß nicht 'eine Konzession an das große Publikum?"
„Ein schtverer Vorwurf, gnädiges Fräulein," sagte Oertel etwas lauter als er bisher sprach. In dem Ton seiner Stimme lag eine detttliche Zurückweisung, die Hanns von Lingen wohl vor. stand. „Ein Vorwurf, der durch nichts zu recht- ' fertigen ist. Hätte ich um die Gunst des Publi- kums buhlen wollen, indem ich seinen Instinkten schmeichelte, ich wäre wohl früher zum Ziele gelangt."
„O, es lag mir wirklich fern, 'Herr Oertel, Sie kränken zu wollen," erwiderte Fräulein von Lingen rasch. „Gewiß, das wollte ich nicht. Aber, daß ich auf den Gedanken kam---Ick bin
nun einmal kritisch angelegt und sage durchaus nicht immer ja und Amen."
„Das zu bemerkett hatte ich schon den Vorzug. Ich habe einfach so geschrieben, wie sich die Geschichte aus dem Charakter einer Frau heraus logischerweisc entwickeln mußte."
„Aus dem Charakter einer Frau heraus, wie Sie sich eine solche vorstellen. Ich bin aber der Ansicht, daß diese Ihre Vorstellung eine unrichtige ist. Bis auf dies eine aber finde ich Ihre Ebba ©itrrit sehr anziehend."
Er machte eine leichte Verbeugung, wollte sich aber doch nicht beruhigen und meinte nach einer kleinen Pause: . _____ . ...
sich nur ein Linienschiff und einen Panzerkreuzer bauen wollen mit Ausnahme vom Jahre 1917. Wenn hier von Ueberlegenheit der Gefechtskraft anderer Flotten gesprochen wird, so ist das voll, kommen gerechtfertigt, weil feine fremde solche minderwertigen Schiffe aufweist wie Deutschland, z. B. in den acht sogenannten Linienschiffen der Siegfried-Klasse.
Es steht aber nichts im Wege, daß die Ausführung der von 1906—1917 vorgeschenen Er- satzbauten ganz erheblich beschleunigt wird, so daß die Anlage B des Floffengesetzes von 19Ö0 folgende Fassung erhielte:
Ersahjahr. Linienschiffe. Große Kreuzer.
1905 4 —
1907 , 4 —
1908 8 2
1909 4 2
1910
Summa 17 7
Selbst wenn wir bei dem bisherigen Bau- tempo von drei Jahren blieben, dann wäre die Flotte bis 1913 fertig gestellt, immerhin ein Gewinn von sieben Jahren, wofür das Deutsche Reich dock nur den Zinsverlust der Baukosten mehr ausgeben müßte. Sollte es aber nicht möglich fein, auch die Bauzeiten zu, verkürzen, nach- dem wir sehen, daß in England die „Dreadnought" in 16 Monaten gebaut werden wird und daß die Firma Vickers sich kontraktlich der russischen Regierung gegenüber verpflichtet hat, den neuen Panzerkreuzer „Rurik" von 15 0001 Deplacement nach 18 Monaten fahrbereit zu tiefem?
Zur Lage in Rußland.
Die Deulfcherrhetze in den baltischen Provinzen
wird von der demokratischen Preffe fo gut wie totgeschwiegen. Während fie den Opfern der an sich beklagenswerten Judenhetze spaltenlange Artikel widmet, werden die von den jüdisch- esthnisch • lettischen Sozialrevolutionüren be- aangenen Morde in Kurland, Esthland und Livland als nebensächlich übergangen, obwohl eS sich hier um eine hochstehende, glaubens- und stammesverwandte Bevölkerung handelt, die deutsche Kultur und Sprache in den russischen Ostseeprovinzen unter mannigfachen Anfeindungen stets hochgehalten hat.
Der „Ostpr. Ztg/ liegen aus ßibau Meldungen vor, wonach auf den Baron Hohen- Schnepeln auf der Fahrt zur Bahn in der Nähe der Station Stensen in Nordwest - Kurland ein Attentat verübt wurde. Die Schaffe gingen durch daS Verdeck deS Wagens. In Riga wurde Herr v. Hirschhehst, Beamter deS Livländer Kreditsystems, mit Spuren entsetzlicher Mißhandlungen, mehreren Schuß- und Stichwunden auf der Straße tot aufgefunden. Beim Zusammenstoß einer Dragonerpatrouille mit Ausständigen wurde der Kreischefgehilfe Baron von Camvenhausen durch drei Kugeln schwer bet»
„Gnädiges Fräulein, ich bin nun schon 28 Jahre alt und schreibe nur das, was ich mit offenen Augen beobachtet und für richtig erkannt habe. Ich stneine trotz Ihres Widerspruchs, daß ich die Figur der Ebba nicht verzeichnet habe."
Er (agiie das in so ernstem Tone, daß es klang, als hinge wer weiß wie viel davon für ihn ab, so daß Hanns von Lingen in demselben Ton ihm erwiderte:
„Obgleich ich nun zwar um ganze vier Jahre jünger bin als Sie, Herr Oertel, und außerdem noch eine Frau, deren Domäne bekanntlich Logik nicht ist, so kann ich doch nicht anders, als bei meiner Ansicht beharren. Uebrigens Pflege ich meine Augen beim Gange durch dies Erdental auch nicht zu schließen."
Hanns blickte ihr Gegenüber groß an und in ihren Augen lachte der Schelm.
„Wir wollen uns wieder vertragen," sagte sie und bot ihm die Hand. „Zwei gesittete Menschen wie wir sollten niemals streiten verschiede- ner Ansicht willen. Das wollen wir dem genti minori überlassen."
Oertel stutzte bei den lateinischen Worten, ergriff aber rasch die feine behandschuhte Hand der Dame.
„Gewiß," erwiderte er. „Wer schreibt, fordert die Kritik heraus. Eine schleckte äroert uns auch nur, wenn sie von Menschen gefällt wird, deren Urteil uns nickst gleichgiltig ist."
Hanns schien seine letzten Worte nicht zu hören. Sie wies auf das Wetter draußen und sagte:
„Wie gut, daß toir hier behaglich sitzen und plaudern dürfen, beide auch wohl Aussicht auf ein hübsches und behagliches Heim haben. Wer jetzt draußen sein muß, ist nicht zu beneiden."
Er erzählte dann von seinem Aufenthalt in den bayerischen Bergen und wie er ungern dieselben verlassen habe. Jetzt seien sie eigentlich noch viel schöner als im Sommer, und der Naturgenuß
lachen.
"■ '(Fortsetzung folgt.)
) wundet. Ein Offizier und zwei Dragoner wurden ebenfalls verwundet. Im Schlosse Seb- wegen im Wendenschen Kreise (südl. Livland) wurde der ehrenamtliche Kreischefgehilfe Eugen v. AserlaS und sein Bruder, der ®eneralbe« vollmächtigte von Seßwegen, Adalbert v. Aserlas. von einer Bande von mehreren hundert Manu überfallen und mit Revolvern erschossen. Selbst die höheren Regierungsbeamten beginnen ihre Familien über die Grenze zu schicken; man befürchtet, da daS Militär jetzt überall versagt, eine allgemeine Erhebung der Bauern uni Arbeiter.
Die Meuterei und Ausstaudsbewegmrg nimmt trotz aller beruhigenden Erklärungen in den verschiedenen Teilen der Reicher eher zu wie ab. Das Ende deS AuSstandeS der Post' und Telegraphenbeamten ist nicht vorauSzufehen. Wie amtliche Stellen versichern, haben die Beamten beschloffen, zunächst 20 Tage lang zu streiken, und auf allen ihren Forderungen, zu bestehen. Die fortschrittliche Preffe identifiziert sich mit ihnen. Heute arbeiten nur noch Militärtelegraphen mit Moskau, Wyborg und ZarS- koje Selo. In einigen Fabriken wurde wieder gearbeitet. Seit Freitag weilen Delegierte bei Vorstandes der Semstwoverfammlung in Petersburg. Graf Witte empfing sie und forderte sie auf, an den Sitzungen des Reichsrats mit Stimmrecht teilzunehmen. — Aus Moskau wird gemeldet, daß die Hausmeister in den Ausstand getreten sind. Sie versammelten sich auf einem Platze, wurden aber von Dragoner* * auseinandergetrieben.
Woronesch, 4. Dez. DaS Militär- uni LokalgefängniS des Strafbataillons in der Vor« stadt Pridstscha wurde gestern durch Militär- gefangene unb meuternde Soldaten des Straf- bataillon» in Brand gesteckt. DaS Feuer griff auf eine Reihe Läden über. Die Meuterer, mit ihrer Kapelle an der Spitze, marschierten im Zuge nach dem ZivilgefängniS, um die Gefangenen zu befreien, wurden jedoch durch reguläre Truppen an der von der Stadt zu dem brennenden ZivilggfängniS führenden Brücke aufgehalten. Die Feuerwehr wurde am Löschen durch Salven der auS den Fenstern schießenden Gefangenen verhindett. Da» Gefängnis wurde von Truppen umzingelt. Die Meuterer bei StrafbataillonS wurden zum Teil, nachdem Schüsse gewechselt waren, festgenommen; ein Teil ist auf der Flucht, ein anderer Teil wurde umzingett.
Petersburg, 4. Dez. In der letzten Nummer des neuen sozialdemokratischen Blattei warnt der Sozialistenführer Plechanow vor einer Fortsetzung der Revolution, deren lange Dauer eine Kulturgefahr in sich berge. - Die Einsicht kommt reichlich spät und wirb auch keine Beachtung finbett.____________________________
werde nicht durch den Touristenstrom beeinträch- tigt. Aber Sturm unb Regen, Regen und Sturm, hätten ihn verjagt. Er sei im Begriff gewesen melancholisch zu werben, unb bas hatte er ber NcuHvelt »richt antun dürfen. <
Hanns von Lingen sah nach ber Uhr. .
„Wie die Zeit verstreicht," sagte sie. „In emefl Viertelstun be werden toir in Magdeburg sein, unb dort trennen sich unsere Wege, da Sre nach Berlin reifen. Ich fahre über Stendal toettec. Oertel hatte bereits überlegt, tok cs anzusangeir sein müßte, daß er auch von Magdeburg aus mit der Dame allein weiter fahren konnte. Be- amtenbestechrmg in jeder beliebigen Hohe crsckmm ihm als das radikalste Mittel. Nun war auch dies unanwendbar. .
Einen Augenblick noch samr er über eine Art nach, wie er herausbekommen könnte, wer feine Mitreisende sei, dann sagte er rasch:
„Da Sie über Stendal tveitersahren, gnädiges Fräulein, ist zu meinem Bedauern eine Trennung freilich nahe bevorstehend. Zu meinen Gunsten dürfte der Lokomotivführer kaum langsamer fahren." , , . 1
„Sicher nicht!" erwiderte sie lackend „Würden Sie mir eine Bitte gestatten? Hanns sah ibn fragend an und nickte. _ In einigen Tagen erscheint ein neues Buch von mir. Wenn Sie mir erlauben, e? Ihnen senden zu dürfen." ■’
„Das ist sehr freundlich von Ihnen, und doppelt freundlich, wenn ich bedenke, daß ich eigentlich durch meine scharfe Kritik Ihren Zorn beschworen habe. Herzlichen Dank für die Absicht." „t. J
„Und an wen darf ich es schicken, gnädiges!
Fräulein?" „
Ihre Blicke trafen sich und bette mußte«