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und Kirchhain.

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JK 284

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Marburg

Sonntag. 3. Dezember 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag« Ioh. Rüg. Koch. UniversitätS-Buchdruckerel Marburg, Markt 21. Telephon 55.

40. Jahrg.

Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

Neueste Telegramme.

Darmftadt, 2. Dez. In Darmstadt ist yun auch, wie dieFrkf. Ztg.' meldet, ein konfessioneller Hochschulkonflikt auSgebrochen. Der Senat der Technischen Hochschule hat die von der Studentenschaft im Sommer im Sinne der Charlottenburger Beschlüfle gefaßte Resolution abgelehnt. Darauf löste sich gestern Abend in einer Sitzung der Studentenschaft der Ausschuß aus. Es wurde eine Kommission gewählt zur Neuabsaflung der Satzungen.

Straßburg, 2. Dez. Die Meldung eines auswärtigen Blatte», vom Bistum Metz seien mit Genehmigung der Regierung sieben neue Klöster errichtet, ist vollständig unzutreffend. Ein vor längerer Zeit gestellter Antrag auf Zu- laffung eines Klosters im Bistum Metz, der übrigens ohne Zutun der kirchlichen Behörde erfolgte» wurde abgelehnt.

London, 2. Dez. Gestern wurde ein Kabinettsrat abgehalten. Es heißt, das Kabinett habe befchloffen, lieber zurückzutreten als das Parlament aufzulösen. Eine offizielle Mit­teilung über daS Ergebnis deS KabinettSrateS wird in nächster Zeit nicht erwartet. ES verlautet, daß Premierminister Balfour sich anfangs nächster Woche zum König begeben werde und, wenn seine Demission angenommen werde, der König Campbell Bannerman zu fich berufen werde. Man glaubt, daß dieser die Aufgabe der Kabinettsbildung übernehmen werde, wenn er dazu aufgefordert werden sollte.

London, 2. Dez. Nach hier au» Madrid eingetroffenen Meldungen gilt die Verlobung deS Königs von Spanien mit der Prinzesiin Viktoria Eugenie von Battenberg al» sicher. Die Hochzeit werde wahrscheinlich im nächsten Jahre in Madrid stattfinden. Die zukünftige Königin würde den Namen Viktoria führen zu Ehren der verstorbenen Königin Viktoria von England.

Georgetown (Britisch Neu-Guinea), 1. Dez. Die hiesigen Dockarbeiter, die sich im Ausstand befinden, find seit den letzten beiden Tagen in hellem Aufruhr und plündern die Läden. Die bewaffnete Macht feuerte wiederholt auf den Pöbel. Zahlreiche Personen wurden getroffen. Auf die Wohnung deS Gouverneur» wurde ein Angriff gemacht. Die Unruhen dauern noch an. Die Einwohner find gefährdet.

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Medizinische Rundschau.

Der Tod durch Elektrizität. Neber dieses Thema veröffentlicht Dr. S. Jelli. vek in derWiener klinischen Wochenschrift" sine interessante Arbeit, aus der hervorgeht, daß der Tod Jmrd) Elektrizität in den meisten Fällen nur ein Scheintod ist und daß durch rechtzeitige Hilfe viele Mcnsck>eu noch gerettet werden können. In einem Falle gelang es, einen Mann, der vier Minuten leblos hingestreckt dalag, noch zum Leben au. bringen. Die Rettungsversuche wären speziell bei Betäubung durch Elektrizität stundenlang fort- Zusehen, da bei Verletzungen durch Elektrizität eine derartige Betäubung eintrete, daß man sie mit dem Tode verwechseln könne. Wie die Praris gelehrt l»at, sind nicht nur hochgespannte Strönis gefährlich, auch minder gespannte Ströme von 68 Volt sind imstande, tätliche Verletzungen herbei- zliführen. Sehr interessant sind die Ausführungen Jellineks über die Beteiligung des Bewußtseins bei dem Tode durch Elektrizstät. ES hat sich nam- sich gezeigt, daß elektrische Starkströme für schla- «sende Monteure oft ungefährlich sind, ja, narkoii- fiei'ie, also bewußtseinlose Tiere könnten durch -Starkströme wieder zum Leben gerufen werden. Das beiveist, daß außer der physikalischen Wirk- ?ung.der Elektrizität der Ueberreiz auf das Be- ^vlißtseiir eine große Rolle bei dem elektrischen Tode spielt. Jedenfalls ergibt sich aus diesen Diusführungen, daß die Tötung durch Eleklrizittt che grausamste und unsicherste Mode ist.

+ D i» ne n e Prüfungsordnung / r Apotheker enthält die Vorschrift, daß xe Apothekergehilfen schon nach einjähriger Pervierzeit das llniversitätsstudium beginnen »m jen. Es wurde darauf hingewiesen, daß durch

Zur Flottenvorlage.

Zur Verteidigung der Flottenvorlage gegen Kritiker und Krittler schreibt dieNordd. Allg. Ztg." an leitender Stelle ernst und nachdrücklich:

In einzelnen Zeitungen wird die Frage be- sprachen und Stimmung dafür zu machen gesucht, zwar den ersten im Etat 1906 geforderten großen Kreuzer zu bewilligen, ober di» gesetzliche Fest, legung einer Verstärkung unserer Marine um 6 große Kreuzer abzulehnen und sich nur darauf zu beschränken, einer allgemeinen Sympathie für diese Forderung Ausdruck zu geben. Die- fertigen, welche solche Gedanken vertreten, werden sich nicht verhohlen dürfen, daß ein derartiges Vorgehen einer glatten Ablehnung der dem Reichstage vorliegenden Flottennovelle gleich- kommt. Daran würde auch die Bewilligung des im Etat 1906 geforderten großen Kreuzers und der Ausdruck allgemeiner Sympathien für die geforderte Gesamtvermehrung der Flotte nichts ändern. Die Notwendigkeit einer gesetzlichen Fundierung unserer Marine hat bei Mei großen Flottenvorlagen im Vordergründe gestanden. Beide Male hat dieser Grundsatz eine große Ma­jorität im Reichstage gefunden. Inzwischen hat sich dieses Prinzip glänzend bewährt.

Alle damals für eine gesetzliche Festlegung angeführten Gründe sind in ihrer Bedeutung durch die praktischen Erfahrungen der letzten acht Jahve vollauf bestätigt worden. Was in den letzten acht Jahren in der Entwicklung der Ma- rine erreicht worden ist, ist nur dadurch zu er. reichen möglich gewesen, daß die Marine mit einem gesetzlich feststehenden Programm rechnen konnte. Die gesetzliche Festlegung des Sollbe- standes der Schiffe ist der wichtigste Faktor für eine breitere gesunde Entwickelung unserer Ma­rine. Bei der fundamentalen Bedeutung und Wichtigkeit dieser Frage können die Vertreter gegenteiliger Ansichten nicht glauben, daß die ver­bündeten Regierungen fich damit einverstanden erflären würden, von der gesetzlichen Festlegung der beantragten Vermehrung Abstand zu nehmen und in eine Abbröckelung dieses grundlegenden Prinzips etnzuwilligen. In der Presse werden eine Reche von Gründen angeführt, um zu be­weisen, daß die Auslandsschiffe ihrem ganzen Charakter nach, im besonderen toegen des schwan- kenden Bedarfs an solchen Schiffen, fich zu einer gesetzlichen Festlegung nicht eignen. Zunächst ist diese Frage ja bereits vom Reichstag bei zwei Flottengesetzen mit großer Majorität grundsätz­lich entschieden worden. In zwei Flottengesetzen ist auch die Zahl der Auslandsschiffe gesetzlich fest, gelegt toorbm. Falls der Reichstag sich jetzt die Ablehnung der gesetzlichen Festlegung der gefor- derten großen Kreuzer zu eigen machen würde, woran ja Wohl kaum zu denken ist, würde er sich mit seinen eigenen früheren Entscheidungen in einen ausgesprochenen Widerspruch setzen. Dem Zweifel, ob es richtig ist, die geforderte Ver­mehrung der großen Kreuzer gesetzlich festzulegen, könnte ein Schimmer von Berechtigung nur dann zugestanden werden, wenn die Gesamtzahl der im Flottengesetz vorgesehenen großen Kreuzer da- durch zu hoch würde, d. h., toenn es grundsätzlich für unrichtig gehalten würde, in unserer Marine neben 38 Linienschiffen einen Gesamtbestand von

diese Bestimmungein sehr fühlbarer Gehilfen­mangel eintreten würde und die Einführung von Uebergartgsbessimmungen angeregt. Jetzt, so schreibt diePH. Ztg." sehen wir, daß jene War­nung völlig gerechtfertigt toar. Die neue Prii- fungsordnimg trat am 1. Oktober 1904 in Kraft, und schon im Winterhalbjahr ftieg die Zahl der studierenden Pharmazeuten von 1284 auf 1542. Im letzten Sommer Halbjahr betrug die Zahl der Studierenden der Pharmazie bereits 1561, gegen 1121 im Vorjahve. Es sind also infolge der neuen Vorschrift jetzt plötzlich 258 + 440 = 698 Apo­thekergehilfen über den gewöhnlichen Durchschnitt dem praktischen Beruf entzogen und fehlen hier. Wenn unsere gesamte pharmazeutischeGesetz­gebung", meint das Fachorgan, nicht vollständig am grünen Tisch gemacht würde, wäre so etwas nicht möglich gewesen. Aber die pharmazeutischen Standesvertreteungen müssen von der Begut­achtung der neuen Prüfungsordnung sorgfältig ferngebalten werde», damit ja nichts davon in die Oeffentlichkeit bringe. Nun haben die Achiver wieder auszubaden, was die Regierungskreise ver- schuldet haben.

lieber eine» höchst beachtenswerten Fall von Herzmassage berichtet dasBrisish Medical Journal": In dem Hospital von Stockton und Thornaby wurde am 19. Oktober ein 63 jäh. riger Mann zur Vornahme einer schmerzhaften ärztlichen Untersuchung chloroformiert. Bald hörte er auf zu atmen, fein Puls wurde schwächer und stockte schließlich vollständig. Zu gleicher Zeit be­deckte Todesblässe sein Gesicht. Die in solchen 'Fällen übliche» Mittel wurden angewandt, um ihn ins Leben zuriickzurufen, erwiesen fich aber erfolg, los. Dr. Rudolph Schmith, der mit Dr. W. Robert die Untersuchung vornahm, macht? rasch einen Einschnitt auf der Brust, der es ermöglichte.

20 großen Kreuzern zu haben. Nun lassen sich mancherlei Gründe dafür anführen, daß diese Ge­samtzahl noch eine zu niedrige ist, es läßt sich aber kein einziger Grund dafür anführen, und ist auch in der Presse bisher kein einziger Grund dafür angeführt worden, daß diese Zahl zu hoch sei.

Unter diesen Umstanden fehlt dem Gedanken, die geforderte Vermehrung um 6 große Kreuzer nicht gesetzlich festzulegen, jede fachliche Berech­tigung."

Zur Lage in Rußland.

Neue Mkutrrcien im Herr meldet der ,L. >A.' von der ostpreußisch-rusfi- schen Grenze:

Im nahen Städtchen Wilkowischki redoltiert daS 8. Draaoner-Regiment seit aestern Nach» mittag. Die Offiziere werden mit dem Tode bedroht, falls die Forderungen auf Erhöhung des Solde? nicht bewilligt werden. Au8 Kowno wurde Militär requiriert. Au8 Warschau wird demselben Blatte berichtet: Während der Meuterei in der 3. Artillerie »Briaade wurde ein Wachtmeister von Soldaten zum Fenster der Kaserne hinausgeworfen. Die Kasernen wurden von Infanterie umzingelt, die Artille­risten interniert. Ein neues Regiment In» fanterie ist hier eingetroffen. In der Kreis­stadt Ostrolenka im Gouvernement Lomscha meuterten die Soldaten des 14. GlufowSker Dragoner Regiments und steckten die Kaserne in Brand. Von gleichfalls meuternden Sappeuren wurde ein Oberst mißhandelt. Im hiesigen Militärge^SngniS. harren 40 Gefangene, zu- meist Großgrundbesitzer, ihrer Deportation nach dem Innern Rußlands auf administrativem Wege. Die Arbeiter der Gasanstalten streiken. In Lodz verlaffen zahlreiche in den Fabriken beschäftigte Ausländer die Stadt. Die Fabriken werden geschloffen, die Arbeiter entlasten. Der Streik der Post- und Telegraphenbeamten dauert fort, nur die Tedolinie, die einzige Ausländern gehörende Telegraphenverbindung mit London wird durch englische Telegraphisten bedient.

Petersburg, 1. Dezbr. Gestern abend wurde eine Anzahl Mannschaften des Garde- KürassierregimentS, deS Gardehusarenregiments und des LeibgardeschützenbataillonS der kaiser­lichen Familie festaenommen, weil sie verschiedene Forderungen stellten, darunter die, daß sie nicht zu Polizeiliensten bei Unruhen herange­zogen werden.

London, 1. Dez. DaS Reuter'sche Bureau verbreitet folgende Meldung ans Schanghai: Die Nachrichten aus Wladiwostok lauten höchst ernst. Die hier befindlichen Truppen teilten den Offizieren mit, sie würden die ganze Stadt, sowie sämtliche Schiffe im Hafen zerstören, und alle Offiziere töten, wenn ihnen nicht innerhalb 5 Tagen mit Bestimmtheit mitgeteilt werde, wann sie nach Rußland gesandt werden sollen

das Herz zu erreiche». Die'Herzkammern, berichten die beiden Aerzte, fühlten sich weich und einge- fünfen an und nur die Herzmuskel verriet noch eine ganz schwache Vibration. Dr. Smith preßte mit feinen Fingern das Herz auf und ab und bald fing dieses wieder ganz schwach zu schlagen an. Indern er mit dem Massieren fortfuhr, stellte sich schon nach 60 Sekunden wieder ein regelmäßiger, toenn auch noch ganz schwacher, Herzschlag ein. Einige Sekunden später begann auch wieder die natürliche Atmung und zwar ganz regelmäßig. Nach einigen Minuten wurde die Wunde geschlossen und vorsichtig zugenäht und dann der Patient in ein Bett übertragen, wo er nach zehn Minuten wieder zum Bewußtsein kam. Die Heilung verlief bann ohne Zwischen- fall ganz regelmäßig. Die medizinische Zeitschrift erklärt, daß diese erfolgreich versuchte Herz, massage im Falle des Aufhörens der Herztätigkeit unter Chloroform große und unerwartete Mög- lichkeiten biete und bezeichnet diesen Fall als ein Wunder der Chinirgie.

+ Die Heilstätten für Lungen- kranke haben sich seit der Entstehung der Heil- stättenbewogung außerordentlich rasch vermehrt. In, Jahre 1892 bestanden deren nur 3, im Jahre 1897 bereits 13 und 1902 waren nicht weniger als 56 vorhanden. Nach dem letzten Jahresbericht desDeutschen Zentralkomitees zur Errichsimg von Heilstätten für Lungenkranke" sind jetzt 68 solcher Institute in Wirksamkeit, mehrere Heil­stätten sind noch im Bau begriffen und außerdem gab es 27 Privatheilanstalten für Lungenkranke. An der Spitze der großen gemeinnützigen Vereine, die sich mit der Heilstättenförderlmg befasse», fW das Rode Kreuz mit der zu ihm gehörigen Organisation der Vaterländischen Frauenvereine. Dazu kommen die Lairdesversicherliugsairstatten,

und nach welchem Ort. Die Offiziere flnk vollkommen hilflos; die Truppen besetzen di« Forts. Auch der telegraphische Verkehr mit Chardin ist unterbrochen.

Vrrschikdexe Meldung««.

Petersburg, 1. Dez. Die Nachricht von einem Anschlag auf den Kaiser wird von gutunterrichteter Stelle als absolut erfunden bezeichnet.

Warschau, 1. Dez. (W. B.) DerKrieg»- zustand im Königreich Polen ist heute aufge­hoben worden.

Stockholm, 1. Dez. (W. B.) SvenSka Telegramburau meldet au8 Haparanda: Ge­stern ist daS gesamte Telegraphenpersonal von Finland in den Ausstand getreten, mit Aus­nahme von Kemi und Tornea, wo der Aus­stand heute begann.

London, 2. Dez. Petersburg verkehrt jetzt mit der Außenwelt telegraphisch nur durch die große nordische Telegraphen-Gesellschaft, deren Sitz in Kopenhagen ist. Ihre dreißig Petersburger Telegraphisten nahmen nicht am Streik teil.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Dez. .

* Sein» Majestät der Kaiser hat gestern Freitag Mittag kurz nach 3 Uhr Schloß Pleß wieder verlassen, um sich, wie schon gemeldet, zum weiteren Jagdbesuche bei dem Grafen Tiele- Mnckler nach Moschen zu begeben. Von dort aus erfolgt am Montag Morgen die Rückreise nach Potsdam, während welcher der ®aifer in Breslau dem dortige» Leib -Kürassier-Regiment einen kurzen Besuch machen wird.

Die einzige noch lebende Tochter Kaiser Wilhelms I., die Großherzogin Luise von Baden vollendet heute ihr 67. Lebens­jahr.

Das Staatsministerium trat unter dem Vorsitze seines Präsidenten Fürsten von Bü­low gestern zu einer Sitzung zusamm:».

lieber den Geschäftsgang im Reichstag wird berichtet: Nach Abschluß der Erörterung zur Fleischnot-Entschließung soll auf besonderen Wunsch des jetzigen Leiters der Kolo- nialöertoaltung, Fürsten Hohenlohe-Langenburg, am Sonnabend die Vorlage, betr. die westafri­kanische Eisenbahn, zur ersten Lesung gestellt wer­den, da in Südwestafrika die Rinderpest ausge. brachen und deshalb der Transport der Lebens­rnittel durch Ochsenwagen gefährdet ist. Montag und Dienstag werden keine Sitzungen stattfinden» Die erste Lesung des Etats oder der Steuerg» setzentwürfe wird am Mittwoch nächster Woche beginnen. Die Weihnachtsferien dürften am Frei­tag, den 15., oder Sonnabend den 16. Dezember, eintreten. Nach Neujahr gedenkt man die Ver­handlungen am Dienstag, den 9. Jammr. wieder aufzunehmen.

die sich lebhaft an der Schaffung bon Heilstätten für Lungenkranke beteiligen und die besonders di« Behandlung Heilbarer neben der Verpflegung Unheilbarer in die Hand genommen haben.

Die Landesversicherungsanstalten Baden, Ber­lin, Brandenburg. Posen, Hannover, Württem­berg, Hessen, Thüringen, Braunschveig, der Hansastädte, Elsaß-Lothringen besitzen eigen, Heil- und Pflegestätten. Auch verschiedene Knapp. schastsvereine haben ihre eigenen Lungenheilstät­ten. Von Gemeinden und Gemeindeverbänden haben sich Berlin, München, Aachen, Leipzig, Fürth, die Kreise Altena i. W., Saarbrücken und Wittich zur Errichsimg eigener Heilstätten ent­schlossen, während eine große Anzahl weiterer po­litischer Verbände Beiträge für diesen Pflegedienst entrichtet. Auch staatlicherseits wird, die Heil- ftättenbetoegung , vielfach durch Terrainüberwei- sungen und Beiträge unterstützt. Das segens­reiche Wirken der Heilstätten, die erfreulichen Er. fahrungen, die man darin mit der Heilung von Tuberkulosekranken, die sich in den Anfangsstadien befinden, gemacht hat, werden ein weiterer kräfti­ger Ansporn sein, die Heilstättenbewegung zu fördern, um die mörderische Krankheit immer in­tensiver bekämpfen zu können.

4- Der Medizinalminister hat durch Rund­erlaß angeordnet, daß sämtliche Kandidaten, die nach dem Inkrafttreten der neuen Prü­fungsordnung (1. Oktober 1901) die ärzsi liche Vorprüfung abgelegt haben und sich bis zum 1. Oktober 1908 zur ärztliche» Prüfung melden, das Zeugnis über die ärztliche Vorprüfung vor der Meldung zur ärztliche» Prüfung durch einen Vermerk darüber ergänzen taffen müssen, nach welcher der Prüfungsvorschristen die Vorprüfung Abgelegt worden ist.