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und Kirchhain. *
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Marburg
Dienstag, 28. November 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck «ad Verlag' Joh. Lug. Koch, llnitxrMtA-Buchdmckerch
Marburg, Markt 21 — Telephon 55.
40. Jahrg.
RrueAe Telegramme.
Berit«, 26. Nov. Zu einer großartigen Kundgebung für die neue Flottenvorlage kam g gestern abend in einer vom Berliner „Verein Deutscher Studenten" einberufenen Studenten» Versammlung. Die stürmisch begrüßten Redner he» Abend» waren Professor Adolf Wagner und Generalleutnant z. D. v. Liebert.
Berti», 26. Nov. Der neue Justizmmister Dr. Beseler ist au» Breölau hier eingetrvffen und hat bereits die Leitung seiner Ressort» Übernommen. Gestern vormittag erschie- n- 'm Justizministerium, wo er sich vom Unter; pkretür die höheren Beamten vorstellen i. Im Anschluß an die Vorstellung hielt er eii kurze geschäftliche Sitzung mit ihnen ab und besichtigte dann die Diensträume.
Haag, 26. Nov. Nach amtlicher Mitteilung wurde in Pohonbatoe auf der Insel Borneo ein Unterleutnant mit neun eingeborenen Soldaten von dem Häuptling Demangdalem, der bisher al» Freund der holländischen Regierung galt, überfallen und niedergemacht.
Paris, 25. Nov. Präsident Loubet übermittelte dem König von Norwegen telegraphisch die Wünsch« Frankreichs für eine ruhmvolle Regierung zum Wohle des Lande». Ministerpräsident Rouvier telegraphierte an den norwegischen Minister des Aeußeren, daß die Regierung der Republik an der Freude de» norwegischen Volke» beim Empfange seiner Königs teilnehme.
Athen, 26. Nov. (Agenee HavaS.) Die Schiffe deS internationalen Geschwaders sind gestern Mittag von hier mit versiegelten Ordre» in See gegangen. Englische und französische Torpedoboote sind hier zurückgeblieben, um die Verbindung mit dem Geschwader zu sichern. Ungefähr tausend kretische Aufständische sind hier eingetroffen.
Konstantinopel, 25. Nov. (Wiener Corr.' Bur.) Heute Nachmittag besuchte der Minister de» Aeußern den Doyen der Botschaften Freiherrn von Calice. Die Pfotte scheint in allen Punkten nachzugeben bis auf Einzelheiten, die noch zu erörtern sind. Da» formelle Nachgeben ist noch nicht erfolgt, ist jedoch zu ermatten, da hierfür bestimmte Anzeichen vorliegen. Dafür heute Mittag angesetzte Auslaufen der DemonstrattonSflotte konnte selbstverständlich nicht mehr aufgehalten werden; sie könnte eventuell höchsten» den Befehl zur Rückkehr in Mithlene erhalten.
Washington, 26. Nov. Gestern Nachmittag um 4 Uhr sand im Staatsdepartement der Austausch der Ratifikationsurkunden de» Fttedens zwischen Rußland und Japan statt.
Washington, 25. Nov. Staatssekretär Noot teilte der japanischen Regierung mit, er werde zukünftig di« Korea betreffenden Angelegenheiten durch die japanische Gesandtschaft durchführen. Korea» Souveränität werde aber im Prinzip von den Vereinigten Staaten weiter . anerkannt.
La"" in Rußland.
P e t e r s b » i . 25. Nov. Ein kaiserlicher Ukas verfügt, daß das Amt eines Generalgou, verneurs von Petersburg und daS dss mit der Leitung der Polizei betrauten Gehilfen des Mi- Nisters des Innern zukünftig in Wegfall kommen
,jcnfd)aft, Kunst und Leben.
K. Knabe: Geschichte des deutschen Schulwesens.
83. Bändchen der Sammlung „Aus Natur und ; Geisteswelt". Leipzig 1905. Geb. 1,25 Mk. ! 154 S.
„Mehr Freude an der Schule" ist ein Ruf, welcher aus den Kreisen der Eltern wie aus den Reihen der Lehrer in Flugschriften und Tageszeitungen mit immer größerem Nachdruck erhoben toicb., Er beweist, daß an unseren höheren Bildungsanstallen mancherlei umzuändern wäre; er zeigt aber auch, daß das Interesse für alle da» Schulwesen berührenden Dinge im Wachsen be- srpfen ist. Freilich darf sich nur der in diesen Fragen ein sachverständiges Utteil amnaßen, ivel- sh" sich in die geschichtliche Entwicklung des Beuchenden Vertieft und sich damit eine lvissenschaft- Uche Grundlage für seine Anschauung gebildet hat. «Is Führer zu solchem Ziel ist das vorliegende
3» empfehlen. Schon der Name ves Verfassers als eines der bekannteften Schul- männer der Gegenwart bürgt dafür, daß aus der -nmaste der vorliegenden Literatur der Stoff «orgimn ausgewählt und übersichtlich geordnet Besonders gelungen scheint uns der Versuch, dum gen im deutschen Schulwesen aus der L?" Zbt,alter beherrschenden geistigen Beweguitg * 'aa:' erklären. Auf diesem Weg getvhuu
sollen. — Der Staatsanwalt des Appellation». Gerichtshofes in Petersburg, Wuttsch, ist zum Dt- rettor deS Polizei-Departements ernannt Worten.
Wie der „L.-A." meldet, war für den gestri- gen Sonntag bei dem Zaren in Zarskoje Selo der Empfang einer polnischen nationalen Depu- totton von 22 Mitgliedern, darimter zwei Grafen Zamoyski und Lubomirski festgesetzt. Angesichts der jetzigen Lage in Russisch-Polen wird dieser Audienz große Bedeutung beigelegt.
In Moskau fft der Bauernkongreß geschlossen worden, nachdem er eine Resolution gefaßt hatte, Ende Januar einen zweiten allrussiick«n Bauern- kongreß einzuberufen. In der Reichsduma wollen die Bauern Aufhebung der ständigen Armee und ihre Ergänzung durch eine Volksmiliz anstreben.
Kiew, 24. Nov. Der TruppenkomMandant des Militärbezirkes Kiew lehnte es' kategorisch ab, Maßregeln gegen die Ausständigen zu ergreifen, und erklärte, daß er nur nach seinem Ge- wissen handeln würde.
Petersburg, 24. New. AuS Kostroma, Kiew und Moskau richteten die Stodwertretungen sowie Gruppen von Bürgern svmpachische Telegramme an den Grafen Witte, in denen sie ihm ihre llnterstützung versprechen.
Petersburg, 26. Nov. Die Agitation für den Achtstundentag ergab bisher folgende Re- sultate: Fünf Fabriken mit 1700 Arbeitern ernt- ließen diese, sieben kündigten die Entlassung an. Die neue Admiralitäts- und die baltische Werst, fotoie noch einige andere arbeiten unter den bis. herigen Bedingungen. In den Putilowwerken und dm Fabriken fast des ganzen Narwaschen und Moskauer Stodtviettels nahmm die Arbeiter die Arbeit wieder auf, um ihre Organisation weiter zu entwickeln.
Moskau, 26. Nov. Von den Altgläubigen wurde an alle Glaubensgenossen ein Aufruf erlassen, in dem diele zur Artigkeit auf Grund des Manifestes vom 30 Oktober aufgefordert werden, um die revolutionären Elemente zu bekämpfen. Bei den Altgläubigen tat dieser Aufruf fchon feine Wirkung, wo? für das Kabinett Witte eine wettvolle und fräftto- Hilfe bedeutet.
"rite Unruhen.
Im Kreise Krementfchug ist wieder eine Reihe neuer furchtbarer Judenhetzen zu verzeichnen.
Seit gestern ftreifen in Moskau übrigens wieder die Arbeiter einer ganzen Reihe von Fabttken in berf(fliehenen Stadtteilen. Auch die Schaffner und Kutscher der elektrischen und Pferdebahn der belgischen Gesellschaft legten die Arbeit nieder. Auf zahlreichen Linien stockt infolgedessen der Tramwayverkehr. Auch die Tele- Phonverbindungen in der Stadt ist wegen deS Ausstandes der Angestellten des Zmtralamtes un- terbrochen.
S e b a st o p o l, 25. Nov. Unter den hiesigen Matrosen und unter den Soldaten des Re- ments Brest sind Unruhen ausgebrochen. Auch unter den Hafenarbeitern machen sich Anzeichen von Unruhen bemerkbar.
London, 25. Nov. Dem Reuterschen Bureau" wird aus Odessa telegraphiett, daß die meuternden Mattosen in Sewastopol dm Admiral Pusavewsky verwundet und einen anderen Offizier getötet haben sollen. Dem Chefadmiral goßen die Meuterer auf, innerhalb drei Tagm die Stadt zu verlassen. Der Eisenbahnderkür ist wieder unterbrochen. Der Ernst der Lage scheint noch zuzunehrnen. Von Odessa sind Truppen nach Sewastopol abgegangen.
Die Meuterei in Wladiwostok.
In Nagasaki ttaf am 22. ds. ein norwegischer Dampfer ein, der 806 chinesische Flüchtlinge an Bord hatte. Der Dampfer war am 18. November
man ja auch am Besim den Schlüssel zum Ver- smndnis der gegentoärtigen Reformbestrebungen. Der Verfasser ist ja als Vorkämpfer für eine zeit- gemäßere Gestaltung des Unterrichtswefms bekannt; es berührt aber überaus wohltuend, daß er sich offenbar bemüht, auch dem Gegner gerecht zu werden und alle Richtungm nach Möglichkeit objektiv zu behandeln und zu würdigen. So kann die Schrift allen Freunden des höheren Schulwesens bestens empfohlen werden; vor allem wird sie auch dem Fünftigen Kandidaten des höheren Schulamts zur Vorbereitung auf das pädagogische Exanten recht gute Dienste leisten, -pf.
Korea, Reise - Schilderungen von Dr. Siegftied Genthe. Herausgegeben von Dr. Georg Wegener. Berlin 1905. Allg. Der. f. deutsche Literatur.
Unter diesem Titel sind die Berichte in Buchform zusammengefaßt erschienen, welche einer unserer ehemaligen Marburger Kommilitonen von einer Reise durch Korea im Jahre 1901 nach Abschluß des Feldzugs in China für die „Kölnische Zeitung" abgefaßt hat. Mit Rücksicht darauf, daß die Erinnerung an Dr. Genthe hier noch in weiteren Kreisen, nicht nur der Hochschule, lebendig ist, daß er einer meiner begabtesten, zu den größten Hoffnungen berechtigenden Schüler war, dessen Ermordung durch gemeine Stratzenräuber vor
von Wladiwostok abgefahren. Der Kapitän des Schiffes erzählt, daß in den Sttaßen der Stadt dte Toten noch unbeerdigt umher lagen. Der Handel stockte vollständig. Das ganze chinesffche Eigentum wurde zerstött. Hunderte von russischen Häusern und 50 Warenlagern wurden ein Opfer der Flammen. Es sind die energischsten Maßnahmen nötig, um die Bevölkerung von einer Hungersnot zu schützen. Die Eisenbahnverbin- bung mit Chardin ist noch offen, es sollen jedoch auch in Chardin Unruhen ausgebrochen sein, die die Möglichkeit einer Verproviantierung Wladiwostoks auf dem Uoberlandwege in Zweifel stellen. Bis zum 17. abends waren in Wladiwostok mehr als 500 Russen und 1500 Chinesen ums Leben gekommen. Die Zahl der verbrannten Gebäude beträgt 830.
Der Einzug des norwegischen Königspaares.
Heber die Ankunft und den Einzug König Haakons, der Königin Maud und deS Kronprinzen Olaf wird au» Christiania vom 25. November berichtet: Am Freitag Abend fand auf der auf der Reede von Horten liegenden KönigSjacht „Dannebroq" Tafel statt, an der auch Prinz Heinrich von Preußen teilnahm. SamStag früh um 8 Uhr lichtete die ,Danne- brog" die Anker und trat trotz dichten Nebel» die Fahrt nach Christiania an. Voran fuhren die norwegischen Schiffe, während die dänischen Kriegsschiffe, sowie da8 deutsche Linienschiff „Braunschweig" und die englische Königsiacht folgten. Um 11 Uhr begaben sich die Fürstlichkeiten bei Droebak mit den norwegischen Regierungsmitgliedern an Bord des norwegischen Kriegsschiffes „Heimdal". Als der König mit dem Kronprinzen auf tum Arm und die Königin das Deck de» „Heimdal" betraten, wurde die Königs flagge gehißt; die Beiatzung paradierte. Staatsminifter Michelsen hieß das Köni^spaar willkommen. Unter dem Salut der Geschütze und Hurrarufen der Bevölkerung erfolgte sodann um iVt Uhr die ßanoung der Königs- sannlie in Christiania. Zur Begrüßung hatte an der Landungsbrücke die Vertretung der Stadt Ausstellung genommen, deren Präsident eine Ansprache hielt, in der er das Königspaar im Namen der Stadt herzlich willkommen hteß und die er mit einem Hoch auf den König, die Königin und den Kronprinzen schloß. König Haakon dankte in herzlichen Worten
Nach der Begrüßung bei der Landung fuhren der König und die Königin mit dem Kronprinzen, der auf dem Schoße des VaterS saß, unter lebhaften Kundgebun en der Bevölkerung nach dem Schloß. Dort waren die Mitglieder deS Stottings und des höchsten Gerichts versammelt. Dec Präsident des Storthings, Berner, hieß daS Königspaar im Namen des Storthing und de» Volkes auf norwegischem Boden willkommen. Der König antwortete und sagte u. a.: Seitdem wir Norwegens Loden betreten haben, sind wir mit größer Wärme em» fangen worden. Wenn diese fortbauert, wird e8 uns leicht werden, die große Ausgabe, welche un» erwartet, zu ühernehmen. Ich nehme den warmen Empfang al» Bürgschaft dafür, daß wir das Volk für un» haben, und spreche die Hoffnung aus, daß auch Gott mit uns sein wird. Der König schloß mit einem Dank für die herzlichen Wotte des Präsidenten des Stör-
den Toren von Fez am 8. März 1904 bei allen, die ihn kannten, die schmerzlichste Erregung her- borrref, entspreche ich gern der Aufforderung, die Aufmerksamkeit auf dieses Buch zu lenken. Es würde sich ganz besonders zu Weihnachtsgeschenken unter den Marburger Kommilitonen eignen, denn abgesehen vom Inhalt und den Beziehungen zu Marburg, bildet es auch durch die frische, anziehende, zuwellen burschikos angehauchte Darstellung einen fesselnden und lehrreichen Lesestoff.
So sehr Korea, der Zankapfel, wie erst zwischen Japan und China, so jetzt zwischen Japan und Rußland, seit Jahren im Vordergründe des weltpolitischen Interesses steht und noch lange stehen wird, so unbekannt ist es noch heute, da es, wie Marokko, das uns in einem nächsten Bande von Genthes Seifebriefen nahe gerückt werden wird, sich bis jetzt möglichst hermetisch gegen die übrige Welt abschloß.
Was Genthe zur Kenntnis Koreas bietet, ist nicht so sehr, wie man von einem „gelernten" Geographen zu erwarten geneigt ist, wissenschaftlich geographisch, noch weniger geomorphologisch, sondern dem Leserkreise, ffir welchen die Berichte bestimmt waren, angepaßt allgemein verständlich und allgemein anziehend. Das hindert natürlich nicht, daß überall unsere Kenntnis der Landes- natur, noch mehr aber der Bewohner ihrer Sitten, Hör» Gessttungsstondes erweitert und vertieft
things. Hierauf empfing der König da» diplomatische Korp» und die Admirale der fremde» Schiffe. Abend» unternahmen der König und die Königin eine Fahrt durch die prächtig illul minierte Stadt. Auch die Kriegsschiffe wäret glänzend beleuchtet.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Nov.
— Seine Majestät der Kaiser, der wie Moe gemeldet, am Freitag abend im Jagdschloß G o e h r d « eintraf, hielt am vorgestrigen Samstag morgen ein Jagen auf Rotwild ab, da» äußerst erfolg« reich war. Es wurden rund 300 Sauen zur Strecke gebracht. Um Sfr Uhr nachmittags kehrte der Kasse« ins Schloß zurück wo um 6 Uhr Tafel war. Um 7'/« Uhr fuhr der Kaiser nach dem Bahnhof Soehrd« und von da nach Potsdam, wo die Ankunft gegm Mitternacht erfolgte.
— Äm Samstag versammelte der BundeSrat sich wieder zu einer Plenarsitzung nnd nahm den ®e« setzentwurf betreffend die Ordnung de» Reichshaus- Halts und die Tilgung der Reichsschuld in zweite» Lesung an. Vorher hielten die vereinigten Ausfchüff« für Handel und Verkehr, für Zoll und Steuerwesen, und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen, die vereinigten Ausschüffe für Rechnungswesen Sitzungen, Die Ausgaben des neuen Etat» weifen nach den Beschlüssen deS Bundesrates gegenüber dem lausenden eine Steigerung von 259 Millionen Mark auf.
— Nach dem Reichssinanzresormplane soll in Zukunft das Höchstmaß der von den Bundesstaate« aufzubringenden Ma tr ik ul ar bei t r äge den Betrag von 40 Pfg. auf den Kopf der Bevölkerung ni<K übersteioen
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Deutsche Kolonien.
Südwestafrika. Wie in Berlin eingegangene Berichte melden, fand die Nachricht von dem Tode Hendrik Witbois eine erneute Bestätigung. Er ist bereit» am 29. Oktober, eine Stunde nach feiner Verwundung, gestorben. Der Anhang seines Nachfolger» Samuel Isaak fitzt am Fischfluffe östlich von Berseba. Weitere starke Banden Witboi» find nach dem Hudnp gezogen. Südlich von Gibeon ist, wie nachträglich gemeldet wird, bei Deutsch Erde am Fischfluß am 13. November ein Proviantwagea überfallen worden, wobei vier Reiter fielen, vier verwundet wurden. Dagegen gelang e» am 18. November Leutnant Fischer mit 25 Reitern und zwei Maschinengewehren östlich von Nauroroam», 20 Kilometer südlich von Gibeon, ein Hottentottenlager überraschend an» zugreifen. Der Feind verlor fieben Mann Einige Gewehre wurden erbeutet. Auf deutsche! Seite wurde ein Reiter schwer verwundet Generalleutnant v. Trotha trat, wie beadfich» tigt, am 19. November von Lüderitzbucht mit dem Dampfer „Prinzregent" die Heimreise an; seine Ankunft wird am 12. Dezember in Ham» bürg erwartet. — Oberst Dame hat die Geschäfte als Kommandeur der Schutztruppe übernommen. Er befindet fich seit dem 21. Novbr. auf dem Marsche von Lüderitzbucht nach Keet- manshoop.
Marburg Md Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß g 18 De»
Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheg. Ztg." gestattet.)
Marburg, 27. November.
§ Zum Tslntsrß. Während des gestrigen Sonntages bewegte sich auf den Friedhöfen hier
wird. Die Schilderung der Hauptstadt Lssoul, di« Ueberschreitung der Diamantberge, die den Ost- raub und gewissermaßen das Rückgrat ber Halbinsel bilden, mitten in den mit voller Macht em« setzenden Monsunregen, des Besuches zahlreicher in diesen Wald- und Gebirgswildnissen wtttver- gessen gelegenen buddhistischer Klöster und bei bat deutschen Bergingenieuren, die dort seit 1898 in entbehrungsreicher Einsamkeit den (seitdem wieder aufgegebenen) Versuch der Erschließung eine» Goldbergwerks (Tangkoga) machen — Korea galt ja von jeher als ein Goldland — sind ungewöhw- lich anziehend. Aus einem dieser Klöster schickte er mir einen langen Reisebericht, in welchem er neben item Ankauf alter wertvoller koreanischer Werke, die anscheinend wieder verloren gegangen sind, auch erwähnte, daß ihm bei den deutschen Landsleuten ein Bericht über meine Reisen in Marokko in die Hand gefallen sei.
Geographisch besonders wertvoll ist sein unter großen Schwierigkeiten und Gefahren durchge- fü toter Besuch der Insel Quelpart, die nahe, der Stätte der Vernichtung der russischen Flotte liegt.
Ein ivohlgelungenes Bild Genthcs nach einer von mir zur Verfügung gestellten Photographie fchinückt den Band, dem G. Wegener eine mit warmer Liebe zu dem ermordeten Freunde geschriebene Biographie GentheS vorausgeschickt hat, . ; Lbeobald Fischer.