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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntagsblatt.*-**

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Zweites Blatt.

Neueste Telegramme.

Berlin, 25. Nov. OberlandeSgerichtS- Präsident Dr. Spahn hat das ReichStagSmandat für Trier-Köln und daS Landtagsmandat für kaffel-Fulda infolge feiner Beförderung in ein höheres Amt niedergelegt.

Kiel, 25. Nov. DaS Torpedoboot,S 121* hatte bei Fehmarn Havarie und traf mit ge­worbenem Dordergefchirr hier ein.

London 25. Nov. Am 1. Dezember wird der Ausschuß, der sich die Herbeiführung einer freund­schaftlichen Verständigung zwischen Deutschland dnd England zum Ziel gesetzt hat, unter dem Vor­sitz des Lords Avebury eine Versammlung ab- haltisn.

Rew-Aork, 24. Nov. Entgegen dem Rate der internationalen Ingenieur-Kommission wird die Bundeskommission für den Panamakanal das Schleusensystem befürworten.

Christiania, 24. Nov. König Haakon wird zum Ehrenadmiral in der britischen Flotte er­nannt.

i Tokio, 24. Nov. (Reuter.) Die Agitation gegen die Regierung wegen der Beibehaltung des Kriegsrechtes in Tokio und der beschränkenden Maßnahmen gegen die Presse wird immer stärker. Selbst unter den Mitgliedern des Hauses der Pairs sind viele, die mit der Opposition sym­pathisieren.

London, 25. Novbr. DemReuterschen Bureau* wird als Ergebnis der gestrigen Be­ratung des Kabinetts mitgeteilt, das Kabinett werde nicht wieder vor da« Parlament treten. ES schiebe die Lösung der Frage, ob eine Demission deS Kabinetts oder eine Auflösung de« Parlaments, auf einige Wochen hinaus. E« vermeide dadurch sowohl die Notwendigkeit der allgemeinen Wahlen zur Weihnachtszeit, als auch die Notwendigkeit einer kurzlebigen Re­gierung.

Der Zusammentritt des Reichstags.

Nächsten Dienstag wind der Reichstag seine Tätigkeit wieder beginnen. Die neue Session, die damit ihren Anfang nimmt, wird vor eine Reihe wichtiger und zum Teil auch schwieriger Entschei­dungen gestellt werden. ES wird daher der vollen nationalen Sammlung und Arbeitsfreudigkeit der Volksvertreter bedürfen, um die bevorstehende Tagung zu einem, dem Gemeinwohle ersprieß­lichen Ende zu führen.

Die Gesetzentwürfe, die dem Reichstage für die neue Session zugedacht sind, tragen fast durch, weg den Stempel der Dringlichkeit und Unerläß- lichkeit. Es wird weder angehen, Vorlagen wie

die Reichsfinanzreform, die Marinevorlage und die Mlitärpensionsentwürfe auf die lange Bank endloser Kommissionsberatungen zu schieben, in der Voraussetzung, daß die jetzt so beliebte Ver­längerung der Session um ein weiteres Jahr ja noch immer Zeit genug zur Erledigung dieser Stuf- gaben gewähren würde. Nock wird ein etwaiges Scheitern dieser Vorlagen oder ein arges Ver­stümmeln derselben von den Verbündeten Regie­rungen ruhig hingienommen werden können.

Der Entwurf des Flottengesetzes ist bereits veröffentlicht. Ueberraschungen hat sein Inhalt nicht hervorgerufen. Selbstverständlich wird sich der Reichstag einer genauen Prüfung der Vor­lage nicht entschlagen können. Zu wünschen ist aber, daß diese Prüfung, wie dies im Auslande zu geschehen pflegt, möglichst geräuschlos vorge- nomtnen werden möchte.

Eine Frage, die mit dem Zustantdekommen sowohl der Marinevorlage als auch der Militär­pensionsgesetze im engsten Zusammenhänge steht, ist die leidige Deckungsfrage. So wenig wir an­dere Nationen kann das Deutsche Reick, in eine stets gefüllte Kasse greifen, um solche Ausgaben zu bestreiten, wie sie die erwähnten Gesetze ver­ursachen werden. Deshalb müssen, weil der Weg neuer Anleihen für laufende Reichsbedürfnisse nicht gangbar ist, neue Einnahmequellen geschaf- fen werden. Zugleich wird Vorsorge dafür zu treffen sein, daß das ganze Reichsfinanzwesen in seinem schier ruinösen Zusammenhänge mit den Finanzen der Einzelstaaten eine organische Neuregelung erfahre.

Diese Zwecke soll die Vorlage zur Reichsfinanz­reform mit den dazu gehörigen Steuergesehen erfüllen. Auch aus. diesen Entwürfen sind be­reits authentische Mittellungen gemackst worden. Unter anderm hat man erfahren, daß eine Er­höhung der Brausten er vorgeschlagen wenden soll. Mit Genugtuung ist die Tatsache zu begrüben, daß es gelungen ist, den Widerstand der Süd­staaten, namentlich Baverns, an welchem bisher die Erhöhung der norddeutschen Biersteuer auf den Sat der süddeutschem Abgabe scheiterte, zu überwinden. Freilich konnte das nur dadurch geschehen, daß man beit süddeutschen Staaten, die fortan eine um die Steigerung der Brausteuer erhöhte Ausgleichssumme an die Reichskasse zu zahlen haben wenden, eine recht lange Neber- gangszeit mit allmählicher Steigerung der Aus­gleichsbeträge nämlich bis zum Jahre 1914 bewilligt hat. Im übrigen ist, um den Rei­neren Betrieben den Wettbewerb zu erleichtern, eine Staffelung der Steuer und die Zulassung von deren Stundung vorgesehen. Auch ist ein Verbot von Surrogaten darin enthalten. Der Mehnertrag der Brauftsuer soll sich jedoch erst vom Jahre 1914 ab auf 60 Millionen Mark belaufen.

Nächst der Brausteuererhöhung soll der Tabak als Gegenstand des Massenverbrauchs zu einer stärkeren Abgabe heran gezogen werden. Neber die Höhe dieser Abgabe ist noch nichts bekannt; man Zerfährt jedoch daß die Verbündeten Regie­

Medizmische Rundschau.

Heer und Flotte.

7- Daß dem Bundesrate eine Vorlage über dis weitere Sanierung des Reichsinva- lidenfonds zugegangen ist, ist bekannt. Wir tellten schon früher mit, daß in ihr der Weg wei­ter beschritten würde, den der Staatssekretär des Reichsschatzamts Frhr. v. Stengel betreten, als er die zuerst auf 12. dann aus 14 Millionen Mark sich belaufenden Beträge der Veteranenfürsorge auf allgemeine Reichsfonds übernahm. Es soll jetzt eine weitere jährliche Entlastung des Fonds um 8,6 Millionen Mark erfolgen. Würde die Vorlage, die natürlich noch der Zustimmmung des Reichstages bedarf, angenommen werden, so würde damit eine Entlastung des Fonds um jährlich 22,6 Millionen Mark eintreten. Wenn man bedenkt, daß die ordenllichen Ausgaben, die vor bau ersten Sanierungsschritt aus dem Reickis- Jnvalibensonds zu leisten touren, sich auf mehr als 40 Millionen Mark beliefen, so wird man zu- geben müssen, daß die Sanierung, da sie etwa die Hälfte der Ausgaben dem Fonds abnimmt, eine durchgreifende ist. Jedenfalls würde danach da- für gesorgt sein, daß der Fonds, der sich Ende des Jahres 1905 noch auf etwa 200 Millionen Mark belaufen wird, nicht schon in den nächsten Jahren aufgezehrt sein wird.

Von gut unterrichteter militärischer Seite verlautet,, daß die Erfahrungen des ostasiatischen Krieges, insbesondere die bei der Belagerung von Port Arthur, die Heeresleitung zu dem Entschluß bestimmt haben, in jedem Jahr besondere Belagerungsübungen anzuschen. Die biKherigen Hebungen dieser Art sind meist nur von den Pionieren ausgeführt mit Hinzuziehung von Fußartillerie. Wenn es die Verhältnisse er­laubten, wurde auch die Teilnahme von Infan­terie befohlen, doch konnte dies vielfach nicht in dem gewünschten Umfange stattfinden. Die an- deren Waffengattungen haben sich eigenllich nur

Die Augenlider nach dem Tode. Die Stellung der Augenlider bei einem toten Körper kann unter Umständen wichtige Aufschlüsse für die Beurteilung gaben, ob jemand mit Gewalt oder durch einen Unglücksfall ums Leben gekom- wen ist. So wird imßancet" ein Fall erörtert, bei dem jüngst ein acht Tage vermißt gewesener Mann aus einem Flusse aufgefischt wurde. Trotz mehrerer Wunden im Gesicht hätte man wohl darauf geschlossen, daß er ohne Zutun eines an­deren ertrunken wäre, wenn nicht bei Auffindung der Leiche die Augenlider geschlossen gewesen waren. Daraufhin wurde vermutet, daß bet Mann von einer Brücke herab in den Fluß ge­worfen worden fei. Es ist dies nicht das erfte wtax, daß man nach dem Zustande der Augenlider an einer aufgefundenen Leiche zu der Entdeckung eines Verbrechens geführt worden ist. Schon vor ^iwr Reihe von Jahren hat ein ärztlicher Kongreß m Pans den Gegenstand ausführlich erörtert, und es ergab sich eine Uebereinftimmung vcr sachverständigen dahin, daß nach Eintritt des Todes in den meisten Fällen die Augen und der Mund offen bleiben. Sicher ist dies bei Erstickung 'lberkiaupt^ beim plötzlichen Eintritt des ^Toaes. Wenn tedoch der Tod als echter ZwlllinaÄ- vruder des schlaues kommt, ober wenn ibm eine nefe Ohnmacht vorausgeht, so bleiben die Äugen- hter zuweilen geschlossen. Es hat den Anschein, al» ob die Gewebe der Augenlider zu den ersten feilen des Körpers gehören, die einer Totew inarre unterliegen. Daher sollten die Augen dem beiVrft£n Minuten geschlossen werden, Abia L d-e Augenlider nickst mehr nach' fir Übrigens gibt es viele Beispiele tzon ifinm ree-*rCt^er durch das offene Auge des ö JSnW9encn 'N furchtbare Angst ver- 8en ihremS -Sie vergessen es daher auch Sit ofer nXnTr Öie Suzudrücken. Da- den Beweis dafür, daß oeren Wassenganungen yaoen stcy eigenllich . <t n er. vttoa durch L -lbstmord geendet ist. selten an derartigen Manövern beteiligt. Da wir

rangen sich auch bei diesem Steuerobjekt von der Erwägung hätten leiten lassen, nach Möglichkeit auf die Steuerkraft der Verbraucher Rücksicht zu nehmen, aber auch jede Schädigung unserer blühenden Tabakindustrie zu vermeiden. Als Ge­samtbetrag aus der Tabak- und Zigarettensteuer ist die Summe von 40 Millionen Mark angenom­men worden.

Nähere Mitteilungen über die geplante Aen- derung der Reichsstempelgesetze (Fahrkartensteuer) und über die Reichserbschastssteuer sind ebenfall­schon gemacht worden. Alles in allem aber wird man jetzt schon den Eindruck haben, daß es sich bei der Reichsfinanzreform und den dazu gehöri­gen Steuergssetzen um eine reckst schwierige und mit her größten Sorgfalt zu fördernde Aufgabe handelt. Bevor nicht die Entwürfe und deren Be- griinbitngen vorliegen, ist es selbstverständlich un­möglich dazu Stellung zu nehmen.

Zur Lage in Rußland.

In den baltischen Provinzen

werden fortgesetzt die schwersten Angriffe gegen Vermögen und Leben der dentschsprechenden, kaiserlich gesinnten Balten gerichtet, weil sie sich der Revolution gegenüber feindlich verhalten. Neue Flüchtlinge, besonders solche von den ge- brandschahten livländischen Entern, sind der »Ostpreuß. Ztg* zufolge, in Memel und Königs­berg eingetragen. Aus Livland sind allein fünf Familien des gleichen NamenS (Baron v. W.) abgereist. Alle Ankömmlinge stimmen darin überein, daß die Lage sich drüben um nichts oe- beffert, sondern verschlimmert hat. In die von den Teutichen gebildeten Bürgewehren (sogen. .Selbstschutz*) beginnen auch die Sozialdemo­kraten estzutreten und ihnen systematisch jede AktionS ühiakeit zu rauben, sobald rasches und energisches Eingreifen erforderlich. Die gewalt­tätigen Ausschreitungen und Raubanfälle nehmen immer noch zu und obwohl die sozialdemokra­tische Leitung sich offiziell von diesen Ver­brechern lvSgefagt hat, so vermag sie sie jetzt doch nicht mehr abzuschütteln, denn nach wie vor fordern und erheben die Räuber Beiträge für die sozialdemokratische Parteikaffe, um sie dann teilweise oder ganz in der eigenen Tasche verschwinden zu laffen. Der baltisch-monarchi­schen Partei haben sich bisher weder Juden noch Letten in irgend nennenswerter Zahl angeschloffen, fast alle schwören sie zur roten Fahne der Republik und der Revolution. In Mitau haben in einer einzigen Nacht acht Einbrüche stattgefunden. Ein russischer Oberlehrer wurde bis auf« Hemd ausgeplündert und konnte nicht zur Klaffe gehen. In Liban ist bekanntlich jüngst der Paßexpeditor Kluge von einem sozialdemokratischen Vehmgericht er­mordet worden, weil er angeblich zu einer

Judenverfolgung aufgereizt haben soll. Dabek hat in Libau niemals eine Judenhetze, sondern immer nur eine Deutschenhehe ftattgefunben Gefälschte Listen mit Beiträgen, die angeblich von deutschen Kaufleuten und Studierten für die Veranstaltung von Judenhetzen gezeichnet sein sollen, find im Umlauf, die Deutschen werden von Rotten jüdischer und lettischer Burschen öffentlich beschimpft, al» Reaktionäre und .schwarze» Hundert* mit dem Tode be» droht. Konsul Schnobel hat einen seiner Fracht» damvfer zweimal mit flüchtenden deutschen Edel» leuten und Kaufleuten nach Memel gehen laffen, auch er selber und sein Schwager, ein Rechts» anwalt, haben die zweite Fahrt nach MemÄ mitgemacht, um vorläufig dort zu bleiben, während andere Familien nach Königsberg und Berlin weiterreisten.

Der Kongreß der SemstwoS und Städte in Moskau, der gegenwärtig tagt, nahm einen Beschluß an, betreffend nachfolgende Ab» änderungen: Abschaffung der Ausnahmegesetze, Ernennung neuer Polizei- und VerwaltungS» beamten, Unterordnung aller Minister, mit Ausnahme de» HofrninisterS, unter den Mi» nisterrat, Untersuchung sämtlicher unter Teil» nähme deS Publikums begangener Aus­schreitungen, Unterordnung der Polizei unter die SemstwoS und Städte, Schaffung von öffentlichen Sicherheitskomitees und vollständige Amnestie für alle politischen und religiösen Verbrechen, welche vor und nach dem Manifest begangen worden sind.

Moskau, 24. Nov. (Petersb. Telegr.-Ag.) Das Bureau des Semstwo«Kongreffes schlug vor, über den Entwurf einer Resolution über die polnische Frage zu beraten. Das Bureau stimmte der früheren Entscheidung des Kon» greffes über die Autonomie Polens rückhaltlos zu. Die besagte Entscheidung habe nicht nut nichts mit der Loslösung Polens zu tun, sondern sei im Gegenteil nötig, die Macht und die Un­teilbarkeit des Reiches zu gewährleisten. Daher entsprächen die in dem Kommunique bargelegten Beweggründe für die Einführung deS Belage­rungszustandes in Polen nicht den wahren Tat­sachen. Der Kongreß erachtet als dringende Maßnahmen folgende: 1. Aufhebung des Be­lagerungszustandes in Polen; 2. Unterbreitung der Frage der Autonomie Polens in der erste« russischen Nationalversammlung unter der Be» dingung der Einheit deS Reiches; 3. unverzüz«* liche Einführung der polnischen Sprache in de« Elementarschulen, in den Gerichten und Ge­meinden und bei Verhandlungen vor den Frie» denSrichtern in Polen. Die Beratungen fange« heute abend um zehn Uhr an.

Warschau, 24. Nov. Heute wurden der Kosakenoberst Alexejew unh zwei andere Kosaken»

im Falle eines Landkrieges mit unseren Nach­barn unzweifelhaft starke Befestigungen aller Art überwinden nrüffen und die Anforderung eines Festungs- und Belagerangskrieges dann an alle Truppen herantreten können, so ergibt sich hieraus die Notwendigkest, derartige Manöver in mög­lichst großem Umfange im Frieden abzuhalten, wobei die neueften Erfahrungen Berücksichtigung finden sollen. Die in diesem Jahre aus sanitären Gründen abgesagte Festnngsübung bei Thorn wird im nächsten Jahre, vermutlich im Septem­ber, ftattfinben.

Im Anschluß an eine Betrachtung über die .Hetzereien sozialdemokratischer Blätter, die die Manneszucht im Heere erschüttern sollen, schreiben dieBerl. Pol. Nachr.":Was aber die heilsame Wirkung des Heeresdienstes gegenüber solchen Soldaten, die bereits vor ihrem Eintritt ins Heer überzeugte Sozialdemokraten waren, an- langt, so muß man in Betracht ziehen, baß noch Einführung der zweijährigen Dienstzeit die volle Kraft der Vorgesetzten für die technische Ausbil­dung der Soldaten in Anspruch genommen wird und demzufolge für Einwirkungen anderer Art nur wenig Raum bleibt. Es kommt hinzu, daß bei dem jetzigen Stande her Kriegsfichrang die Ausbildung des einzelnen Mannes zum selbstän­digen Handeln eine bedeutende Rolle spielt. Es hieße sich daher selbst täuschen, wenn man an- nehmen wollte, daß die Wirkungen der sozialdemo­kratischen Verhetzung aus der Zeit vor dem Ein­tritt in den Heeresdienst durch diesen durchweg vollkommen oder auch nur zum großen Teil be­seitigt toeeben. Es ist demzufolge auch verkehrt, Hetzartikel, wie den erwähnten desVorwärts", unbeachtet lassen zu wollen, vielmehr wird man gerade im Interesse der Aufrechterhaltung der vollen Manneszucht im Heere solchem gemeinge­fährlichen Treiben ber sozialdemokratischen Presse einen wirksamen Riegel vorschieben müssen." ,

Aus Schule und Kirche.

+ In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß von gewisser Seite im preußischen Land­tage bei ber Etatsberatung ein wirk­samerer Schutz ber evangelische« Landeskirche, ihrer Gebräuche und Ein­richtungen, ihrer Stifter und Reformer gemäß § 166 des Strafgesetzbuches verlangt werden wird, um Beschimpfungen ebenso scharf entgegen­treten zu können, wie die katholische Kirche bei einer Kritik ihrer Religionsgebräuche in der Sage ist. Die fortwährenden Beschimpfungen Luthers sollen den Anstoß dazu gegeben haben.

+ Ein ebenso wertvolles wie unauffällige- Stück nationaler Arbeit leistet Jahr für Jahr die vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Er­haltung des Deutschtums im Ausland eingerich­tete Lehrervermittlungsstelle, die den Zweck hat, Angebot und Nachfrage von und nach deutsch« Lehrkräften für deutsche Schulen im Ausland zu regeln und zu vermitteln. Uns liegt der Arbeitsbericht ber Vermittlungs­stelle über das Arbeitsjahr April 1904 bis Avril 1905 vor, dem wir das folgende entnehmen. Das Vertrauen und Interesse, das diesem Zweige der Schulvereinsarbeit engegengebracht wird, zeigt sich zunächst darin, daß die Zahl der Bewer­ber sich bedeutend steigert. Diese größere Aus­wahl erhöht die Gewähr, daß nur tüchtige Kräfte hinausgesandt werden. Am 1. April 1905 wurde« in den Listen geführt: 385 evangelische Volks­schullehrer, 65 katholische Volksichnllehrer, 14

Theologen, 40 Oberlehrer, 14 Mittelschullehrer, 51 Lehrerinnen. Die Gesamtzahl der gemeldete« Bewerber beträgt 569 gegenüber 420 und 253 in den Vorjahren. Dom 1. April 1904 bis zum 1. April 1905 standen bei der Lehrervermittlungs­stelle 44 offene Stellen zur Verfügung (gegen 43 und 36 in den V-ähren). Von diesen wurden vier aurihfger' s s"cks blieben am Ende bet Geschäftsjahr ' ':-,t. Von den vevh

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