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mit dem

und Kirchhain.

JK 278

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Marburg

Sonntag. 26. November 1905.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag? Joh. Ang. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon o5.

Erstes Blatt.

84

Er liebt- Viola längst nicht mehr. Die Leiden­schaft zum Spiel stillte feine ganze Seele aus; vur das Band der Gewöhn bett fesselte ihn an e»e junge Fran, und er mochte ihre Gegenwart ntcht missen, so lässtg ihm auch ihre Bisten und Vorstellungen waren.

Er achtete es kaiun, daß Gram und Kummer Ske wunderbare Schönheit, die ihn ehedem so ent- Nickt hatte, zerstört und vernichtet hatten, daß Viola nur mehr ein Schatten ihrer selbst war.

In dumpfer Apathie' brachte er den größten Test des Tages zu; nur wenn er abends an den Spieltisch trat, da röteten sich seine Wangen, und ous seinen eingesunkenen Augen blitzte ein rm- heimliches Feuer.

Wenn die bunt beinalten Blättchen vor ihm lagen, dann ging erst das Leben in ihm auf.

Seine gierigen Blicke hafteten unausgesetzt auf «em grünen Tische, und die ganze Welt außer diesem versank dann für ihn in Vergessenheit.

.. Trotz aller Verluste hatte er dennoch nicht die Hostnuug ausgegeben, er mußte einmal gewinnen, und dann, ja dann!

In dieser Hoffnung hatte er die arme Viola wit nach Nizza geschleppt; während die junge r>rau m dem ungemütlichen Hotelzimmer dann ejniam ihre Zeit verträumte, fuhr er nach Monte uano, dem Eldorado aller Spieler, um dort am 8llI«n11 das geträumte Glück zu erringen.

. Wenn er dann voll grimmiger Enttäuschung heimkam, dann war es Viola, die es zu büßen das geträumte Glück noch immer fern Zevlieben, und hatte ihm ja einmal der Zufall Men kleinen Gewinn in den Schoß geschüttet, ,7nn trieb es ihn um so unwiderstehlicher der

"Nachdruck Verbote«.) Pflicht und Liebe.

Roma» von C. Wild.

vL'- :ic6ung.)

Spielbank zu; denn vielleicht lvar das jetzt der Anfang vom Glücke, das erhoffte, erträumte, er­sehnte, und das er doch nie erringen konnte!

An all' dies dachte Viola, während sie so füll und stumm am Fenster stand. Sie faltete die kleinen, ach so mager gewordenen Hände wie zum Gebet zusammen und blickte zu dem klaren Himmel empor, der in köstticher Bläue zu ihr herablachte.

Sie wäre so gern ins Freie gegangen; aber sie scheute sich davor, sich unter die fremden Men­schen zu mischen, unter diese bunte geschmückte Menge, die nur ihrem Vergnügen nachjagte und nichts von Leid und Kummer zu wissen schien.

Und dann fürchtete sie sich, jenes entsetzliche Wort könnte an ihr Ohr schlagen, wie sie es schon einmal in Neapel vernommen:Da geht die Frau des Spielers!"

Ach, wie viele Tränen hatte es ihr damals gekostet, und seit jener Zeit war es schlimmer, viel schlimmer noch geworden.

Draußen im Korridor wurden hastige, un­gleiche Schritte hörbar: Viola zucke nervös zu­sammen.

Das war ihr Gatte und sein Kommen brachte ihr jedesmal nur neue Qualen, neue Schmerzen.

Mit dem Ailsdruckc banger Furcht sah sie er­wartungsvoll nach der Tür.

Jetzt trat Tonnberg ein.

Von dem schönen, eleganten Manne war keine Spur mehr zu entdecken. Das reiche Haar hing ihm wirr in die Schläfe, der Bart tvar vernach­lässigt und ungepflegt, und selbst die Kleidung bewies deutlich, wie wenig Sorgfalt ihr Besitzer auf fein Aenßeres Vestvaudte.

Viola, ich brauche Geld," sagte Tonnberg ohne jede Einleitung,gib alles, was Du hast, heute hoffe ich glücklich zu sein."

Ein Schmier durchlief beit schlanken Körper der jungen Frau. u~

der beste Beweis für die Bedeutung dieser Frage. Dieses Anschwellen der pädagogischen Literatur macht es sogar dem Fachmanns unmöglich, alles zu lesen, was über diesen Gegenstand geschrieben wird. Und doch darf man an diesen Erscheinungen nicht gleichgiltig vorübergehen, denn sie enthalten 'einen Gedankenschatz, der es verdient, gelesen, geprüft und beherzigt 31t werden.

Um nun dem weiten Kreise der Lehrer die Be. kanntschaft mH den grundlegenden pädagogischen Fragen zu erleichtern, habe ich in diesem Buche diejenigen Stellen aus den Werken bedeutender Pädagogen, systematisch zusammengestellt, die gleichsam die Quintessenz der Probleme bilden. ES sind Lichtstrahlen, die einem jeden Lehrer den oft dunklen und verschlungenen Pfad der Er­ziehung erhellen dürften, die ihn in den Stand setzen, sich schnell und zuverlässig bei den bedsu- tendsten Pädagogen Rat zu holen, wie sie über die wichtigsten Erziehungsfragen gedacht haben.

Aber nicht nur den Lehrern, auch den Eltern soll dieses Buch Berater und Wegweiser sein.

Von den berufsmäßigen Lehrern und Er­ziehern unserer Kinder wird zwar eine mehr oder weniger genaue Kenntnis der pädagogischen Grundprobleme verlangt. Von den Eltern da­gegen, die doch die allererste und wichtigste Er- zichung ihrer Kinder zu leiten haben, wird über­haupt kein Nackgveis gefordert, daß sie sich die Kenntnisse angeeignet haben, die als Votans- setzung einer vernünftige» Erziehung angesehen loerden müssen.

Und, das wäre doch keine unberechtigte Forde- rung, die man an jeden stellen müßte, sobald er im Begriffe steht, eine Ehe zu schließen.

Jeder Beruf will erlernt werden. Für viele wird sogar mit Recht ein Befähigungsnachweis verlangt, bevor man zur Ausübung desselben zu- gelassen, wird. Für den Berus, den die Eltern als Erzieher ihrer Kinder auszuüben haben, wird aber von keiner Seite ein Befähigungsnachweis erwartet. Und doch ist das Erziehen der Kinder tveder ein leichter noch gleichgiltiger Beruf! Man hat sich zu sehr daran gewöhnt, nur in den Be­schäftigungen eine berufliche Tätigkeit zu sehen, wo ein Entgelt für diese Tätigkeit verlangt wird. Was umsonst, was ohne Lohn getan wird, das wird nicht mehr als Berufstättgkeit betrachtet. Daher mag es auch kommen, daß die Eltern von einem Befähigungsnachweise in Erziehungsfragen befreit sind.

Aber sehr mit Unrecht und nicht bloß jutn Schaden der eigenen Kinder, soudem auch der Gesamcheit.

Das wichttgste Moment im Leben der Familie ist die Erziehung der Kinder, es ist die heiligste, verantwortungsvollste und schwierigste Benis, den die Eltern zu erfüllen haben. Welche Vorberei­tungen treffen nun die Eltern, um diesem Berufe gerecht zu werden?

Fast gar keine.

Alle anderen Fragen werden beim Eingehen einer Ehe sehr genau in Erwägung gezogen. Für die materielle Erhaltung der Familie wird Sorge getragen, der Mann hat einen Erwerb, die Frau lernt die häusliche Wirtschaft führen, die Eltern

Zum Totenfest.

^Noch köstlicheren Samen bergen wir trauernd in der Erde Schoß und hoffen, daß er aus den Särgen erblühen werd' zu schö- »erm Los." So singt der Dichter, den dies Jahr gefriert hat.Es sei denn, daß das Weizenkorn jn die Erde falle und ersterbe, sonst bleibts allein. Wo es aber erstirbt, so bringts viel Frucht." So hat Jesus das große Schöpfungsgesetz ausgespro­chen, das lautet: Durch Sterben zum Leben.

Darum nennt unsere schöne Sprache die KirchhöfeGottesäcker." Darin liegt die Lösung vieler banger Zweifelfragen, die an Gräbern laut werden und auch heut wohl wieder an die Herzen pochen. Wo Saat ist, ist Ernte. Manchem ist die Gewißheit eines höheren Lebens erst aufge- gangen an der Bahre entseelter Lieben unter dem inneren Aufschrei: Ich kann sie doch nicht verloren haben! Und von dem dunklen Grab hob sich der Blick zu dem Kreuz davor und blieb haften ein dem Mann, der sich mit seiner ganzen Person für dies Leben verbürgt: Ich bin das Leben! Jetzt erst verstand man ihn und be­gann ihn zu lieben,und sich seiner Liebe zu bet- trauen. Wenn heute auf vielen Gottesäckern aus der erneuten Tränensaat solche tröstliche Frucht erwüchse, so wäre dies Totenfest ein gesegneter Erntetag für unser Volk!

Denn wie in einer Aehre nicht nur ein Korn erwächst, so tragen auch die Fruchtähren des Got- tesacker vielfältig. Neben der ersten tröstlichen Gewißheit erwächst die heilige Gewißheit und der vrnste Trieb, das irdische zu erfüllen mit Keimen des ewigen Lebens, die nicht nur mit diesem Le­den sterben und nicht nur mit diesem Staube, toie Staub und Rauch" vergehn. Denn nur was ewiger Art ist, kann ewig bleiben!

Die Saat der Gottesäcker draußen und die Saat ewigen Lebens in den Lebendigen Gottes, ackern der Herzen reift dem großen Erntetage entgegen, an dem derHerr der Ernte" seine Garben, die unter der Sonne feiner Gnade ge­reist sind, in die ewigen Scheuern sammeln wird.

Heber Erziehung.*)

Das Erziehungswesen gehört zu den wichtig- sten Problemen des öfsentlichen und privaten Le­bens. Nicht bloß der enge Kreis der Familie, auch die größte Gemeinschaft eines Volkes der Staat ist an diesem Probleme stark interes­siert. Tausende von Abhandlungen und Hnn- 'derte von Schriften, die alljährlich in allen Kul­turländern über Erziehungsfragen erscheinen, sind

*) Aus dem Vorwort des soeben bei Otto Tobies, Hannover erschienenen Buches .lieber Erziehun", Seit- «atze für Eltern und Lehrer, ausgewählt und heraus- fleaeben von Dr. Julius Reiner." Preis geheftet Ml. 5., gebunden Mk. 6.

schicken sogar ihre Töchter in eine Kochschule, da. mit sie diese Kunst erlernen. Mit welcher Wich- ttgkeit werden nicht da die Kochrezepte behandelt I Aber niemandem fällt es ein, die jungen Leute zu befragen, wie sie sich fiir ihren Beruf als Er- zieher ihrer Kinder vorbereitet haben.

Wir glauben, daß die Frage von keiner un­tergeordneten Bedeutung ist, und daß sfr mindestens mit demselben Eifer behandÄt zu werden verdient,, wie z. B. die Toilettenfrage der Braut oder die Einrichtung der neuen Woh­nung. Mit welchem Ernst werden nicht da die Schneider, Tapezierer und Dekorateure konsul­tiert, aber wie man sein Kind erziehen wird und soll, darüber wird auch kein Wort verloren. So­bald sich die Kleinen einstellen, werden sie eben erzogen. Einer langen Vorbereitung bedarf es da nicht, höchstens daß eine sehr erfahrene Hebe- amme unb ein tüchtiger Arzt rechtzeitig zugezogen werden. Für die Erstlingswäsche sorgen ja be­kanntlich die guten Großmütter. Aber wie ein Kind geleitet werden soll, damit es dereinst ein ganzer Mensch und ein nützliches Glied der Ge- meinschaft wird, darüber denken nur die Aller­wenigsten rechtzeitig nach. Man verläßt sich größtenteils auf seine 'eigenen Erfahrungen, die man als Kind gemacht hat. Man erzieht seine Kinder nach demselben Rezept, wie man selbst erzogen wurde.

Jn diesem System liegt eben das Hebet. Die Eltern begehen dann an ihren Kindern dieselben Fehler, die einst an ihnen begangen wurden. Das Hebel pflanzt sich auf diese Weise im verstärkten Maße, von Generatton zu Generatton fort.

Eine genaue Kenntnis der grundlegenden Er- ziehungsfragen müßte zur Voraussetzung einer jeden Eheschließung gemacht gwerden. Wie viel Sorgen würden die Eltern sich und den Kindern ersparen, wie viel Zank und Streit würde aus dem Eheleben verbannt werden, wenn man über die Erziehung der Kinder besser unterrichtet wäre, als es in den meisten Fällen noch immer zu, sein pflegt. Es gehört ja nicht zu den Setten- heilen, daß die Eltern in ihrem Erziehungs­system sich gegenseitig bekämpfen, daß ber Vater erlaubt, was die Mutter verbietet, und worüber der eine ein nachsichtiges Auge hat, der andere in Zorn und Zank gerät. Nicht nur die Eltern, auch die Kinder leiden unter einem solchen Er­ziehungssystem.

Die Erziehung ist eine Kunst, sie will und muß gelernt werden. Keinem Vater unb keiner Mutter, keinem Lehrer unb keinem Erzieher bür- fen die Erziehungsprobleme fremd bleiben.

Von diesem Gedanken geleitet, habe ich unternommen, aus der großen Fülle der klassi­schen und modernen Pädagogik die Stellen aus­zuwählen, die in klarer und gedrängter Form die Ergebnisse der grundlegenden Erziehungsiragen zufammenfassen. Ich habe die verschiedenartig- sten unb oft widersprechendsten Ansichten absicht­lich aneinandergereiht, damit man daraus er­sieht, wie sogar die bedeutendsten Autoritäten auf diesem Gebiete weit auseinandergehen. Nicht ein fertiges System, sondern eine Fülle von an- regenden und belehrenden Gedanken bieten fol.

Ich habe keins, Wilhem," erwiderte sie sanft, ich habe heute Morgen die Hotelrechnung be­glichen, wenige Franks sind alles, was ich habe."

Tonnberg stteß einen Ruf des Hnwillens aus.Das war nicht nötig," grollte er.

Das war nötig," versetzte Viola in ruhigem <cher bestimmten Tone;man würde uns nicht länger kreditiert haben."

Ah bah, morgen würde ich alles bezahlt haben."

~ Die junge Frau zuckte traurig die Schnttern. Sie wußte daS besser; bis morgen war vielleicht kein Pfennig mehr im .Hause, unb der Hotelier sah garnicht darnach aus, als ob er ihnen so aufs Hngewisie hin noch länger Obdach gewähren würde.

Tonnberg ging finster im Zimmer auf unb ab.

Du, hattest doch kostbare Toiletten," saote er nach einer Pause,Du konntest einige ver­kaufen."

Ich habe in Paris vor unserer Abreise alles nur irgend Entbehrliche veräußert," erwiderte die arme Frau mit leiser Stimme.

Ohne mir ein Wort davon zu sagen!" rief Tonnberg auffahrend,was hast Du mit dem Gelbe getan?"

Unseren Lebensunterhalt bestritten," lautete die Antwort;Du weißt doch, daß ich keinen Sou unnütz ausgebe."

Tmmberg antwortete nicht.

Finster vor sich hinblickend, schritt er hin und 6er, endlich blieb er dicht vor der jungen Frau stehen.

Du mußt noch das Brillanrkreuz von Deiner Mutter haben," sagte er, Viola scharf anblickend.

Ein Beben durchflog ihre zarte Gestalt.

O, Wilhelm, das willst Du mir doch nicht auch nehmen wollen?"

Ja, bas will ich tun," sagte der Gatte «mH; «feine Umstände, Viola, gib her, rasch!" ,

genbe Blätter, die dazu bestimmt sind, Elter» und Lehrer zu einer selbständigen Beobachtung und individuellen Erziehung ihrer Kinder anzn« letten.

Und so möge dieses Buch Eltern unb Kindern, Lehrern unb Schülern zum Segen gereichen, möge es glückliche unb dankbare Kinder erziehe« Helsen, die mit sich, ihren Ettern und der Gesang heft zufrieden sind.

Umschau.

Ostmark««. i

Ueber den Wechsel bet Sprachenzngehörigkeik ostmärkischer Gemeinden zwischen 1890 und 1900 stellt Hans Wendland im neuesten Hefte be$ Deutschen Erbe" interessante Berechnungen cm. Ein Sprachenwechsel sanb statt in 812 Gemein- den Posens und Westpreußens. Genauer angs- geben: 467 bisher deutsche Gemeinden haben eine polnische, 345 polnische eine deutsche Majorität innerhalb des bezeichneten Jahrzehnts erhalten. Demnach schließt das Polentum in den Ansied, lungsproviuzen mit einem Gewinn von 122 Gs> meinden ab. Zu beachten ist, daß die Gemeinde- statistik kein genaues, ja unter Umständen nicht einmal ein zutreffendes Bild der tatsächlichen Vor« gänge liefert. Sie vergrößert minimale Verschie. bungkn, die um die Majoritätsgvsnze stattfinden, und bringt starke Verschiebungen, die unter oder über 50 Prozent bleiben, nicht zum Ausdruck. ES muß deshalb die Gemeindestatistik durch ander­weitige Angaben kontrolliert und ergänzt werden. Berechnet man nun zu diesem Zwecke die natio­nalen Verschiebungen nach Kreisen, so erhalte» wir ein für bas Deutschtum noch bei weitem un­erfreulicheres Resultat. Von 21 ostmärkischen Kreisen mit 138 neuen polnischen unb hundert unb einer deutschen Gemeinde haben nur 3 Kreise einen Fortschritt, dagegen 18 einen zum Teil recht erheblichen (bis 43,2 und 61,1 pro Mille) Rück­gang der Deutschen aufzuweisen. Und dies Er­gebnis ist möglich gewesen trotz der Gegenwirkung, die von der Tätigkeit der Ansieblunoskommision in dem angegebenen Zeitraum ausging unb sich auf 40 westpreußische und 118 vosensche Gemein­den erstreckte. Freilich sind eben auch nur 89 (22 westpreußische und 67 posensche) von diesen Gemeinden deutsch geworben. Von den übrigen 69 Ansieblungsgemeinben sind 16 deutsch, 49 Polnisch geblieben unb 4 trotz aller Besiedlung polnisch geworden.

Diese Statistik kann über den Ernst der Lag« in der Ostmark aufklären, aber sie soll nicht mut­los machen. Denn die Tätigkeit bet Kommission erweitert sich von Jahr zu Jahr. Während 1897 durch die Kommission nur ca. 300 Vetkaussab- schlüsse erfolgten, haben in bett betben letzten Iah­ten über 2000 stattgefunben, so daß gegenwärtig bereits die Verfünffachung der Ansieblunastätig- keit, die nötig wäre, um den polnischen Gesamt, gewinn wett zu machen, eingetrefen ist. Und schließlich ist die Ansieblungstätiakeit im Natio- nalitätenkarnpfe des Ostens wohl bas wichtigste unb am meisten Erfolg vetsptechende, aber doch

Nein, nein, bas kann ich nicht. Das einzige Andenken an meine Mutteer!"

Ein höhnisches Lächeln glitt über TonnbergS Gesicht. Ohne ein Wort zu sagen, ging et zum Schranke, welcher Violas Effekten barg.

Der Schlüssel steckte im Schlöffe; Tonnberg öffnete und nahm eine Schatulle heraus, beten Deckel er zurückschlug. Er hob ein kleines Etui in die Hohe und sagte triumphierend:Hier ist es."

Bisher hatte die junge Fran in starrer Unbe­weglichkeit seinem Tun zugesehen.

Als er jedoch jetzt das Etui öffnete, und das Brillantkreuz ihr entgegenblitzte, da kam Leben in ihre Gestatt. Mit einem Schrei stürzte sie auf den Gatten zu.

Nein, nein, das sollst Du mir nicht nehmen," rief sie verzweifelt,die letzte Erinnerung an schönere Tage, item, nein, Wilhelm, so grausam kannst Du nicht sein!"

Er streckte ihr abwehrend die Hand entgegen, zurück," sagte er,bet Schmuck soll mir Glück bringen."

Er wird Dir kein Glück bringen, laß ihn mir," flehte sie.Sieh, es ist das einzige, was mir geblieben, ich hänge so sehr daran"

Doch nicht, weil es von Deiner Mutter ist?" unterbrach er sie spöttisch.Dos einzige Schmuck- stück, welches sie nicht verspielte, ja, ja, sieh mich nur mit großen Augen an, als wenn Du nichts davon wüßtest. Deine Mutter hat dem grünen Tische in Monte Carlo alles geopfert sie hat ihr Kind zur Bettlerin gemacht."

Ein heiserer Schrei unterbrach ihn.

Du lügst, meine Mutter war keine Spielerin!"^ ~ Ereifere Dich nicht so seht, meine Liebe! Frage doch den Grasen, er hat die Baronin Buch-' selb gut gekannt. Eine schöne elegante Frau, die zu leben verstaub; sfr hätte sich nicht geioei- gert, bei Spielabenden zu Präsidieren, wie Dch es getan- ., (Fortsetzung folgt.).